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Diamantweg

  • Iris
  • 10. Mai 2026 um 18:12
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  • Iris
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    • 26. Mai 2026 um 21:34
    • #76

    Verrückter Narr,

    Lars spricht aus der Perspektive des Schamanen. Ich kenne seinen weitern Kontext nicht und den wilden Zeiten vermute ich gewisse psychedelische Erfahrung zu entnehmen. Das ist ein ursprünglicher Ansatz, der Natur mit Spiritualität verbindet. Beu buddhistischen Lehrern hast du jedoch den Dharma als Grundlage. Man kann sich immer noch auf die Unterweisungen des Buddha beziehen, sowohl um sich selbst zu prüfen, als auch den Lehrer. Ich habe da eine Erklärung vom ersten Jamgon Kongtrul im Sinn, ich finde nur zurzeit die Textstelle nicht. Vielleicht kann mir jemand von euch helfen. Er sagt sinngemäß, auch ein fähiger Lehrer im Dharm kan Fehler haben. Denn einen fehlerfreien Lehrer findet man wohl kaum. Dann nimmst du den Dharma, jedoch nicht seine menschlichen Fehler von ihm.

  • ewald
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    Buddh. Richtung
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    • 30. Mai 2026 um 16:09
    • #77

    Ja, der Mensch macht Fehler, er ist nicht unfehlbar und so macht ein Lama, ein buddhistischer Lehrer oder ein Zen-Meister Fehler. Ihnen allen ist menschliches nicht fremd und dieses Menschliche kann Verirrungen bedeuten. Um so kurioser ist es, wenn in buddhistischen Gruppen Menschen mit psychischen Verirrungen ausgeschlossen werden, wo doch so eine Verirrung nur allzu menschlich ist. Vermutlich ist es eine große Angst vor der eigenen Betroffenheit und Angst Fehler zu machen die eventuell den Ruf schädigen. Wichtig ist letztendlich, auch Würdenträger können Fehler machen und müssen dafür die Konsequenzen akzeptieren.


    Wenn ich als Zen-Meister mit den Bewohnern in meinem selbsternannten buddhistischen Kloster Mist baue und kritisiert werde, dann muss ich dafür gerade stehen und den Fehler korrigieren. Würde ich mich auf das hohe Ross setzen und meinen ich darf das, würde ich ausgelacht werden und das zu Recht. Mit gutem Beispiel vorangehen, heißt ja im besonderen Demut üben können.

  • Samadhi1876
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    • 8. Juni 2026 um 22:58
    • #78

    Iris fragte mich vor einiger Zeit in diesem Thread, aber ich hatte bis jetzt noch nicht die passenden Worte gefunden:

    Hallo Samadhi 1876,

    Was bedeutet es denn für dich, dass du deinen Traumata begegnet bist?


    Es bedeutete den Anfang von Befreiung. Da es sich um ein Schocktrauma und etwas aus der Kindheit handelte hatte ich lange Zeit nur Symptome. Ab Anfang 30. Die Symptome verstärkten sich als ich immer tiefer mich in der Meditation versenkte.


    Es kamen aber keine gedanklichen Erinnerungen oder Bilder dazu. Das Geschehen (Ursache des Traumas) erlebte ich erst unter Hypnose konnte es aber zuerst nicht mir persönlich zuordnen. Obwohl ich mich von außen sah. Weil ich mich nicht erinnern konnte wann das gewesen sein sollte. Und mehr als mich selbst sah ich nicht.

    Die fehlenden Erinnerungen kamen erst viele Jahre später als mir plötzlich ein Reh vors Auto lief und ich mich am Tag danach plötzlich wieder immer mehr erinnern konnte.

    Diese Erinnerungen allein lösten das Trauma aber noch nicht ganz. Es war nur ein zweiter Anfang. Und der Anfang von mehr Sicherheit jetzt genau zu wissen woher die Symptome überhaupt kommen. Und heute erst dadurch besser von „gestern“ unterscheiden zu können. Ansonsten war da oft einfach nur ein ähnlicher Trigger wie damals. Aber das Bewusstsein wusste nicht mehr warum. Nur das Unterbewusstsein wusste das.

    Es brauchte anschließend auch noch die richtigen Gefühle dazu. Die mit der Zeit immer deutlicher wurde. Und Richtige Gefühle für die damals kein Platz wahr: Stattdessen falsche Gefühle und Angst die seit damals geblieben sind.

    Das Bewusstsein hat das nun auch verstanden und fühlt sich deshalb heute auch sicherer im unterscheiden von Triggern und löst diese Symptome deshalb nicht mehr aus.


    Bevor das Reh vors Auto lief habe ich Meditation bewusst reduziert und stattdessen auf Somatic Experiencing angesetzt. Um auch mal zu erfahren wie sich „das Leben ohne Meditation“ anfühlt. Wie die Selbstregulierung ohne Meditation ist.


    Das mir das Reh dann etwas später vors Auto gelaufen ist, kann ich nur als ein Geschenk des Universums, oder „Gott“ betrachten und ihnen sehr dafür danken das sie mir dabei geholfen haben…


    Kann es nicht anders erklären:

    Aber das Universum hält manchmal vielmehr für uns bereit als wir verstehen oder ahnen können…

    Aber ich glaube es hat sehr viel damit zu tun wie sehr wir uns selbst und dem Universum gleichzeitig öffnen…


    Spiritualität an sich hat mir bei etwas anderem geholfen…

    Bei dem Traumatherapie oder Psychotherapie nicht helfen kann…


    Und das ich auch nicht mit Worten beschreiben kann…

    Das jeder Mensch nur selbst erfahren kann…

  • JoJu91
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    • 9. Juni 2026 um 08:10
    • #79
    Samadhi1876:

    Kann es nicht anders erklären:

    Aber das Universum hält manchmal vielmehr für uns bereit als wir verstehen oder ahnen können…

    Aber ich glaube es hat sehr viel damit zu tun wie sehr wir uns selbst und dem Universum gleichzeitig öffnen…

    :like:_()_

  • Iris
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    • 9. Juni 2026 um 12:36
    • #80

    Lieber Samadhi,

    Danke für deine Antwort.

    Ob und inwiefern Spiritualität beim Auflösen von Traumata hilft, ist wahrscheinlich individuell verschieden.

    Ich kenne ausnahmslos Menschen, denen Buddhas Weg und Meditation richtig weiter geholfen haben. Und das auch bei gravierenden Problemen. Dein Beitrag bestätigt das, denn du hast etwas sehr Tiefgreifendes erlebt und zugelassen, dass es sichtbarer werden darf.

  • Samadhi1876
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    • 9. Juni 2026 um 15:36
    • #81
    Iris:

    Ob und inwiefern Spiritualität beim Auflösen von Traumata hilft, ist wahrscheinlich individuell verschieden.

    Ich kenne ausnahmslos Menschen, denen Buddhas Weg und Meditation richtig weiter geholfen haben. Und das auch bei gravierenden Problemen. Dein Beitrag bestätigt das, denn du hast etwas sehr Tiefgreifendes erlebt und zugelassen, dass es sichtbarer werden darf.

    Ja manches wie Schocktrauma oder Entwicklungstrauma bedarf auch anderer spezieller Hilfe. Je nach Fall und Schwere und Dauer.


    Meditation an sich andererseits war für mich selbst auch ein Anfang von wahrer Liebe (sich bedingungslos zuwenden) und wahres Mitgefühl (bedingungslos zu fühlen was alles erscheint) zu mir selbst. Mich selbst allein besser als zuvor regulieren zu können. Dadurch auch autonomer werden zu können von etwas außerhalb von mir mit dem ich mich zuvor versucht habe besser zu regulieren.


    Und rückblickend konnte sich dadurch auch erst manches verdrängte alte Leid erst wieder zeigen. Durch innere Einkehr… Wenn auch nicht vollständig. Mit dem man anschließend weiter arbeiten und heilen konnte.


    Allerdings hatte ich auch nicht immer die besten Begleiter dabei.


    Letztendlich musste ich nach und nach selbst herausfinden, was hilft, wer helfen kann. Das brauchte halt auch viel Zeit. Und Rückschläge waren rückblickend auch normal. Am Anfang erscheint manches auch unglaublich schwer. Aber rückblickend bin ich sehr dankbar dafür Meditation oder andere Hilfe und auch andere helfende Menschen kennengelernt zu haben.

  • Samadhi1876
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    • 9. Juni 2026 um 17:22
    • #82
    Samadhi1876:

    Allerdings hatte ich auch nicht immer die besten Begleiter dabei.

    Eine therapeutische Gemeinschaft (Sangha), egal ob spirituell oder psychosomatisch in einer Klink, ist an sich auch hilfreich um gemeinsam an etwas zu arbeiten oder aufzuarbeiten.


    Hängt halt auch immer etwas von der Institution und deren Leiter ab.

    (s.a. manche kontroverse Diskussionen über „Meister“ und „Gemeinschaften“ hier).


    Genauso ist es hilfreich manchmal auch nur mit dem Therapeuten selbst etwas aufzuarbeiten oder aber ganz allein:


    Denn letztendlich muss man gewisse Dinge auch allein im Alltag schaffen oder regulieren können, auch wenn es in einer „geschlossenen Gemeinschaft“ manches einfacher erscheint und immer jemand da ist der einem hilft.

  • ewald
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    • 9. Juni 2026 um 18:39
    • #83

    Nun geht es hier so viel um Trauma, die Aufarbeitung und Lösung des Traumas ist eine wichtige Sache, wenn man betroffen ist um nicht weiter unter den Symptomen leiden zu müssen. Jedoch entweder habe ich es überlesen oder es taucht nicht auf, worin das Trauma besteht habe ich nicht mitbekommen. Dabei ist gerade das Benennen des Traumas, es sich bewusst machen, es aus dem Unbewussten herausholen und sich klar vor Augen führen, so wichtig um es zu verarbeiten. Es geht um Schocktrauma, aber was ist das? Ich weiß es nicht.

  • Samadhi1876
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    • 9. Juni 2026 um 19:28
    • #84
    ewald:

    Jedoch entweder habe ich es überlesen oder es taucht nicht auf, worin das Trauma besteht habe ich nicht mitbekommen.

    Ja, ich dachte es reicht wenn ich Schocktrauma nur sagen:


    In meinem Fall entstand dieses Schocktrauma durch als Kind plötzlich unerwartet von einem Bekannten überfallen und vergewaltigt worden zu sein. Bei dem ich aus dem Körper ausgestiegen bin. Und danach nicht wirklich wusste „was mit mir los ist“. Und das blieb so lange getrennt in mir bis ich mich wieder beginnend unter Hypnose an sich daran erinnerte aber nicht an wann wer und wo.


    Genauere Erinnerungen kamen wie gesagt erst nachdem mir ein Reh plötzlich vors auto lief. Einmal vor und einmal zurück und dann sah ich wie das Reh auf dem Feld zusammen brach und seine Beine schüttelte und damit die aufgestaute Energie entlud während ich noch ein Stück weiter fuhr. Dann drehte ich mich um und fuhr zurück um zu schauen was mit dem Reh ist. Und dachte wenn es da noch liegt rufst du die Polizei. Aber das Reh war weg. Wieder aufgestanden und fort gelaufen.


    Im Grunde war das eine ähnliche Situation die ich als Kind erlebt hatte. Auch wenn ich dieses Mal ungewollt Täter und damals Opfer war. Nur lief es dieses Mal anders ab. Ich hatte dieses Mal gefühlt mehr Kontrolle und war auch bereit die Polizei (Hilfe) zu rufen.


    Damals blieb ich als Kind damit ganz allein. Es gab kein Hilferuf von mir. Auch an meine Eltern nicht.


    Ich denke mein System hat sich durch die Erfahrung mit dem Reh wieder selbstsicherer gefühlt. Selbstsicherer sich wieder mehr zu erinnern. Bzw besser zu erinnern. Denn eine wage etwas genauere Erinnerung hatte ich bereits ein halbes Jahr zuvor. Das sich aber als False Memory entpuppte wo der wahre Täter durch jemand anders verdeckt wurde: der aber Mittäter, Mit Auslöser des Ganzen war.

    Peter Levine beschreibt in Somatic Experiencing einen ähnlichen Fall von Traumaheilung. Glaube es ging dabei um einen Eskimo der mal von einem Wolf angefallen wurde. Und wo er mit dem Eskimo noch mal durch die Situation geht und sich die immer noch gebundene Energie bzw immer neue Energie die im Körper solange entsteht bis das System erkennt die Gefahr ist endlich vorrüber. Es ist heute und nicht mehr damals. Das läuft im Unterbewusstsein ab.


    Unter Hypnose habe ich die Vergewaltigung auch noch mal durchlebt. Aber wie gesagt ich wusste es nicht zuzuordnen und dachten vielleicht hat einer meiner Ahnen das mal erlebt.


    Die Trigger im Alltag und damit aufkommenden körperliche Unruhe entstanden weil mein Bewusstsein bis dahin noch nicht unterscheiden konnte, noch nichts vom Unterbewusstsein wusste, wann, wo, wer, außer die aufkommende Unruhe vom Unterbewusstsein.


    Seit dem mein Bewusstsein das weiß sind die Trigger allmählich langsam verschwunden: Es brauchte danach noch ein paar Monate das immer besser zu realisieren.

  • ewald
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    • 12. Juni 2026 um 18:41
    • #85
    Samadhi1876:

    In meinem Fall entstand dieses Schocktrauma durch als Kind plötzlich unerwartet von einem Bekannten überfallen und vergewaltigt worden zu sein. Bei dem ich aus dem Körper ausgestiegen bin. Und danach nicht wirklich wusste „was mit mir los ist“. Und das blieb so lange getrennt in mir bis ich mich wieder beginnend unter Hypnose an sich daran erinnerte aber nicht an wann wer und wo.

    Das klingt wiederum so nebulös, wie eine schlecht erinnerte Traumsequenz aus einem Alptraum. Aber es ist natürlich nicht leicht über Traumatisierung in einem öffentlichen Forum zu schreiben. Jedoch, wenn das Trauma wirklich überwunden ist, dann ist das Erlebnis eine spannend erzählte Geschichte des Lebens und kaum noch mit Ängsten behaftet. Wie viele Menschen erleben in ihrer Kindheit etwas Grausames und verarbeiten es im Laufe des Lebens. Ja, die Lehre Buddhas (Dharma) kann dabei behilflich sein, denn es geht darum, das Leid zu lindern. Aus meiner Sicht ist besonders gut der Zen-Buddhismus geeignet und weniger der tibetische Buddhismus. Warum ich auf Ole Nydahls Diamantweg skeptisch bin und das Zen Kloster bevorzuge. Im Zen ist eine Klarheit und Schlichtheit, die tun gut bei seelischer Verwirrung.

  • Samadhi1876
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    • 12. Juni 2026 um 19:41
    • #86
    ewald:

    Das klingt wiederum so nebulös, wie eine schlecht erinnerte Traumsequenz aus einem Alptraum. Aber es ist natürlich nicht leicht über Traumatisierung in einem öffentlichen Forum zu schreiben.

    Ich habe beschrieben das ich das erlebte unter Hypnose zuerst nicht zuordnen konnte. Das war tatsächlich in dem Sinne „nebulös“. Die genaueren Erinnerungen und Bilder und was danach und davor war und wer der Täter war kamen erst nach der „Begegnung mit dem Reh“. Ich meine weitere Details der genauen Tat brauche ich hier auch nicht zu nennen. Aber es ist meine ich ein gute Beispiel dafür das man Jahre lang etwas dissoziiert und „nichts mehr davon weiß“ und sich wundert warum man manche bestimmte Symptome hat und wann.

    Es gab auch anderes das ich „vergessen hatte“ und woran andere mich aber erinnerten: mein Vater erzählte mir mal eine ähnliche Schocksituation innerhalb der Familie. Und er wunderte sich ganz erstaunt darüber das ich das nicht mehr wusste, weil es ein lebensbedrohliches Ereignis war. Und sagte „Weißt du das denn nicht mehr?“ Er konnte das nicht begreifen das ich das nicht mehr wusste. Aber Kinder können manchmal nicht anders als etwas zu verdrängen um mit einer psychischen Belastung umzugehen. Und wenn keine Hilfe da ist.


    Za Zen öffnete damals sozusagen mein Unterbewusstsein. Und war für mich auch so etwas wie eine „erste Hilfe“ mein Nervensystem besser regulieren und Körper, Geist und Seele wieder besser verbinden zu können. So das auch Blockaden bestimmter Chakren sich lösten.


    Aber nicht alles war allein nur durch Za Zen in meinem Fall zu (er)lösen.


    Und das eigentliche Thema war ja:

    „Kann Meditation gefährlich sein“ bzw. warum hat man beim Diamantweg bestimmte Personen abgewiesen. Manchmal weiß man selbst das man psychisch oder traumatisch vorbelastet ist. Manchmal aber auch nicht und dann kann sich das uU auch plötzlich in der Meditation zeigen, je nach dem wie man meditiert und wie tief.


    Ich habe als ich anfing mit Meditation mal die Leiterin gefragt ob Meditation gefährlich ist weil ich anfangs auch Schwindelgrfühle hatte. Sie lachte und meinte „das ist doch nicht gefährlich“…


    Heute ist man glaube ich aber besser informiert über mögliche Risiken und Nebenwirken der Meditation.

  • Matthie
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    • 12. Juni 2026 um 21:24
    • #87
    ewald:

    Jedoch, wenn das Trauma wirklich überwunden ist, dann ist das Erlebnis eine spannend erzählte Geschichte des Lebens und kaum noch mit Ängsten behaftet.

    Puh das fällt mir jetzt nicht leicht das so stehen zu lassen.

    Ich weiß wir befinden uns in einem buddhistischen Forum und ich denke mal das für leichte bis mittlere Traumata das durchaus so stimmt.

    Es gibt aber Geschichten die sind so unfassbar so verstörend das die niemals eine spannende Geschichte werden können.

    Menschen die so etwas erleben tragen tiefe Narben mit sich herum. Sowohl körperlich wie seelisch.

    Überwinden kann man solche Traumata nicht.

    Man kann versuchen mit den Narben so gut es geht zu Leben.

    Allein das Erzählen dieser Erlebnisse von einem mir sehr nahestehende Menschen hat bei mir etwas traumatisches ausgelöst und verkraften war extrem schwierig.

    Es gibt den Begriff der sekundären Traumatisierung.

    Da ist die Forschung aber noch nicht weit genug und damit gibt es keine empirischen Ergebnisse.

    Hat sich für mich aber definitiv so angefühlt.

    Aus Respekt vor diesem Menschen werde ich kein Wort über Geschichte fallen lassen.

    Ich möchte nur darauf hinweisen, das man da wirklich mit Fingerspitzengefühl formulieren muss.

  • ewald
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    • 13. Juni 2026 um 19:17
    • #88

    Ja, es gibt Menschen, die halten sich selber für so sensibel, dass sie nichts, aber auch gar nichts was etwas gewalttätig anmutet, hat sich heranlassen können. Sie lassen sich von anderen Menschen abschirmen und alles kontrollieren was durchdringt, was auch nur ein wenig belastend sein könnte. Diese Menschen sind wirklich zu bedauern, denn sie überwinden ihr Leid nie und bleiben in der Opferrolle verhaftet. Es gibt kein Erlebnis im Leben, dass man überlebt hat, welches man im Nachhinein nicht mitteilen kann, um es zu überwinden. Selbst Natascha Kampusch, sie wurde achteinhalb Jahre lang von dem Täter in einem unterirdischen Verlies gefangen gehalten, sprach nach ihrer Flucht im Fernsehen darüber. Eine Variante um sich von diesem schweren Trauma zu lösen. Verdrängen ist kontraproduktiv und deshalb ist das Ziel, die eigene Geschichte der Traumatisierung als ein Erlebnis im Leben zu sehen. Das Leid überwinden wie es Buddhas Lehre (Dharma) vermittelt, ist dabei hilfreich. Es ist wichtig die Schockstarre vor der Geschichte eines Traumas zu verlieren, bewusst oder unbewusst, dann ist es nicht nötig Menschen die da eher gefährdet sind, von der Gemeinschaft auszuschließen wie beim Diamantweg praktiziert.

  • Matthie
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    • 14. Juni 2026 um 09:45
    • #89

    Ich glaube da liegt ein Missverständnis vor.

    Über schwere Traumata zu reden in einem geschützten Rahmen ist mit Sicherheit hilfreich. Trotzdem oft schwer und benötigt ein gutes Vertrauensverhältnis. Wenn jemand so etwas im Fernsehen tut, geht es normalerweise um Aufklärung - Opferschutz und nicht um persönliche Bewältigung.

    Ein öffentliches Forum ist da aus meiner Sicht der falsche Ort !

    Erstens weil es dem Erzählenden Schaden kann und zweitens weil man ja auch eine gewisse Verantwortung gegenüber den Mitlesern hat und niemanden unnötig triggern sollte.

    Wie gut man gewalttätiges von außen verkraften kann, ist weniger eine Frage der Sensibilität sondern eher eine Frage der Resilienz.

    Ansonsten stimme ich mit Ewald voll überein.

    Verdrängen, in der Opferrolle bleiben sich abschotten ist kontraproduktiv.

    Etwas Offtopic ….


    Über das Ausgrenzen im Diamantenweg kann ich leider nichts beitragen.

    Da habe ich keinen Einblick.

    Ich wäre aber Vorsichtig damit den buddhistischen Weg als Therapieersatz zu betrachten.

    Das er aber heilsam ist, Wissen wir hier Alle.
    Sonst würden wir Ihn nicht gehen.

  • Qualia
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    • 14. Juni 2026 um 10:20
    • #90

    Mein Test für religiöse Gemeinschaften oder überhaupt Gruppen ist: Ich bin schwul oder mein Mann ist verstorben. Das klärt in Sekunden für mich, ob das eine Gemeinschaft ist oder nur eine Gruppe. Das passiert nicht absichtlich, es ist meine Art, auf Fragen zu antworten. Die Frage nach meinem Sein triggert mich nicht, aber meine Antworten fast sicher.


    Ich habe nur sehr sehr wenige Gemeinschaften gefunden. Gruppen sind unendlich und außer wenn sie meine Aussage selbst erfahren haben, offen, aber ich gehöre eben zu Menschen und nicht zu Gruppen, die Personen sammeln.

    Ich ist nicht leer oder tot.

    Qualia ist offen und frei,

    für sein ergreifen, festhalten, loslassen,

    für das ergriffen, festgehalten, verlassen werden.

  • ewald
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    • 15. Juni 2026 um 19:18
    • #91

    Genau, die Resilienz, die Widerstandsfähigkeit hängt eng mit der Sensibilität oder Desensibilisierung zusammen, man versteht darunter die Verminderung oder den Verlust der Empfindlichkeit gegenüber bestimmten Reizen. Auch der Umgang mit Triggern gehört dazu. Das Ziel ist ja nicht die Vulnerabilität, Verletzbarkeit oder Verwundbarkeit, sondern die Stärkung und Gesundung. Genau das ist der Inhalt von Buddhas Lehre, das Überwinden des Leids.


    Stimme absolut zu, dass ein öffentliches Forum in der virtuellen Welt nicht der optimale Ort ist, um die eigene Traumageschichte zu artikulieren, aber wenn es passiert, braucht es einen resilienten Umgang damit, damit es nicht triggert und man selbst keine Symptome entwickelt.


    Es ist online nicht möglich, den Wahrheitsgehalt der Traumageschichte zu überprüfen und so ist eine gesunde Skepsis durchaus angebracht.


    Aufgekommen ist das Thema mit dem Trauma, weil die buddhistische Gruppe des Diamantweges psychisch kranke Menschen ausgeschlossen hat, da ein Trauma Psychosen hervorrufen kann. In der Gruppe kann damit niemand adäquat umgehen, in der Tat, ein akut psychotischer Mensch braucht medizinische Hilfe, das ist eine Realitätsflucht, der man nicht so einfach begegnen kann. Nur kommt dieser akute Zustand auch unter psychisch kranken Menschen sehr selten vor. Der buddhistische Weg soll heilen, vor allem die Betroffenen. Da liegt es nahe, dass die buddhistischen Lehrer nicht nur im Dharma, sondern auch in moderner Psychologie geschult sind. Nicht von ungefähr gibt es die buddhistische Psychotherapie als Form der Gesamtheit.

  • Iris
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    • 15. Juni 2026 um 20:02
    • #92

    Liebe Alle, für mich gibt es keinen Grund an einer hier gemachten Aussage zu zweifeln. Es würde mir auch nichts ausmachen, wenn sie nicht zuträfe. Wer noch nichts von sexueller Gewalt gehört hat, ist für mich weltfremd. Wir sind es schon unseren Kindern gegenüber schuldig, darum zu wissen. Wie können wir sie schützen, wenn wir daraus ein Tabu Thema machen. So eine Erfahrung ist meist sehr folgenreich und bleibt ein Teil der persönlichen Geschichte.

Ausgabe №. 137: „Sorgen entsorgen?"

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