1. Übersicht
  2. Forum
  3. Lexikon
  • Anmelden
  • Registrieren
  • Suche
Dieses Thema
  • Alles
  • Dieses Thema
  • Dieses Forum
  • Seiten
  • Forum
  • Lexikon
  • Termine
  • Erweiterte Suche
  1. Buddhaland Forum
  2. NETZWERK BUDDHISMUS
  3. Ökologisches Handeln und Buddhismus

Buddhismus und ökologisches Handeln und Buddhismus als ökologische Politik

  • Hans-Günter Wagner
  • 30. März 2026 um 14:47
  • Zum letzten Beitrag
  • Qualia
    Reaktionen
    2.909
    Punkte
    20.439
    Beiträge
    3.459
    Blog-Artikel
    8
    Mitglied seit
    24. Oktober 2023
    Wohnort
    Essen Dellwig
    Buddh. Richtung
    Lehre Buddha, Chan
    Geburtstag
    21. Mai 1954 (71)
    • 15. April 2026 um 00:38
    • #26

    Sapiens hat sich mit seiner eigenen Evolution (Sesshaftigkeit, Besitz von Dingen und Menschen) von der Evolution abgekoppelt. Bis heute ist ihm das nicht bewusst.


    Die Evolution macht einfach weiter, alle Lebewesen vom Einzeller bis zu den Primaten wandeln sich in ihr, sie weiß nichts mehr von einem Sapiens, hat nie von ihm irgendwas gewusst und wird es auch nicht wissen.


    Die Evolution ist sich nicht einmal bewusst das sie Evolution ist, das weiß nur Sapiens und er fürchtet sie. Sapiens kämpft gegen die Evolution, denn sie gefährdet seit seinem Erscheinen seine Kultur-Evolution (Kulturevolution:grinsen:). Er wird gewinnen und damit seine Welt zerstören. Und selbst dann macht die Evolution weiter, wie seit 3 Milliarden Jahren, sie benötigt nur eine einzige lebende Zelle.

    Wenn es eine Quelle gibt, ist es Ich.

    Ich ist nicht leer oder tot.

    Ich ist offen und frei,

    für sein ergreifen, festhalten, loslassen,

    für das ergriffen, festgehalten, verlassen werden.

  • pano
    Ohrensessel-Buddhist
    Reaktionen
    1.898
    Punkte
    9.043
    Beiträge
    1.362
    Blog-Artikel
    2
    Mitglied seit
    4. Dezember 2022
    • 15. April 2026 um 18:19
    • #27

    Das lateinische Wort sapiens ist verwandt mit Pali „sapati“ (fluchen). Der fluchende Mensch passt irgendwie

  • void
    Globale Moderation
    Reaktionen
    7.737
    Punkte
    62.109
    Beiträge
    10.753
    Mitglied seit
    6. August 2009
    Buddh. Richtung
    Zen
    • 16. April 2026 um 13:52
    • #28
    Qualia:

    Sapiens hat sich mit seiner eigenen Evolution (Sesshaftigkeit, Besitz von Dingen und Menschen) von der Evolution abgekoppelt.

    Der Mensch fügt sich gut in die Katastrophengeschichte der Welt ein. Die Idee der "Abkopplung" ergibt sich nur weil der Mensch Teil von gleich zwei Sprüngen sind, die der Status Quo zersprengen.


    Solche Sprünge sind zwar selten, aber durchaus legitimer Teil der Evolution. Der Evolutionsbiolog Stephen Jay Gould hat ja die Idee des Punktulismus populär gemacht, nach sich Evolution sich zwar manchmal in stetigen kleinen Schritten vollzieht aber es auch kurze Phasen gibt, in denen zu großen Umbrüchen kommt. So hat ja z.B die Erfindung der Photosynthese dazu geführt, dass die ganze Atmosphäre mit Sauerstoff vergiftet wurde. Und der Landgang der Pflanzen hat dann noch einmal so eine Katastrophe ausgelöst.


    Für den Menschen gibt es zwei solche Sprünge. Erstens der Übergang zur Landwirtschaft und zweitens ser Übergang zu fossilen Energiequellen.


    Erstere Geschichte fing ja mit dem aufkommen der blühenden Pflanzen an, die statt wahllos Pollen herumzuwerfen, anfingen Tiere für ihre Vermehrung ( zur Bestäubung und zur Verbreitung durch Früchte) Dies führte zum Aufstieg von Insekten, Vögeln und Säugetieren. Und darauf dann zum Aufstieg von ultasozialen Insekten wie Bienen und Ameisen ( die ja seit 66 Millionen Jahren Pilze anbauen)


    Menschen als ultrasoziale Säugetiere sind da die logische Folge und wenn man die Geschichte aus der Sicht von Reis, Weizen und Mais betrachtet, haben sie mit der Domestikation des Menschen gerade hinsichtlich der Biomasse einen riesigen Erfolg eingefahren.


    Aber noch wichtiger war der Sprung mit der Nutzung fossiler Energie. Hätte auch wer anders machen können. Hätte auch ein Ölwurm entwickelt, der durch spezielle Bakterien gut Ol verdauen kann und auch super graben kann, dann hätte dieser die Ölfelder leergeschluckt und die Atmisphäre mit alten CO2 ruiniert. Vielleicht etwas langsamer als wir.

  • Qualia
    Reaktionen
    2.909
    Punkte
    20.439
    Beiträge
    3.459
    Blog-Artikel
    8
    Mitglied seit
    24. Oktober 2023
    Wohnort
    Essen Dellwig
    Buddh. Richtung
    Lehre Buddha, Chan
    Geburtstag
    21. Mai 1954 (71)
    • 16. April 2026 um 14:06
    • #29

    Das mag ja alles sein, doch ich bleibe bei meinen Erfahrungen, dass der Mensch sich von der Evolution unabhängig gemacht hat, sein Ding macht, aber sehr wohl von der Evolution vernichtet werden kann. Er bestimmt seine eigene Evolution mit dem Sesshaftsein, unabhängig sein von zufälliger Nahrung und Schutz. Und die Evolution ist wie immer. Mit der Sesshaftigkeit des Menschen begann das Anthropozän.


    Kein anderes Lebewesen macht dinge wie sie der Mensch macht. Ein Tier kann sich Werkzeuge machen, doch nur der Mensch bewahrt sie auf, um sie zukünftig wieder zu verwenden, denn das Tier weiß nichts von Zukunft und wirft das Werkzeug weg. Der Mensch nimmt es mit in seine Gemeinschaft und verbessert es wärend er in seiner Hütte, seinem Dorf ist, das kein Nest mehr ist.


    Evolutionswissenschaftler wollen den Menschen als nur fühlendes Lebewesen sehen, eben nur als ein Tier, das etwas Besonderes kann. Denn wenn er das anders sehen würde kämme er mit der Bibel in Konflikt und Gläubige könnten ihn kritisieren. Dabei hat die Bibel doch recht: Der Mensch ist eben Mensch und Tier. Aber kein Tier hat die Macht, sich die Erde untertan zu machen, wozu auch: Für ein Tier ist alles so, wie es eben ist, nicht zu viel und nicht zu wenig. Macht euch die Erde untertan, aber versklavt sie nicht.


    Der Wissenschaftler versucht, den Menschen als normales Lebewesen der Evolution zu sehen, und vergisst dabei das er allein schon, weil er das aufschreiben kann, genau das selbst nicht sein kann.

    Wenn es eine Quelle gibt, ist es Ich.

    Ich ist nicht leer oder tot.

    Ich ist offen und frei,

    für sein ergreifen, festhalten, loslassen,

    für das ergriffen, festgehalten, verlassen werden.

    3 Mal editiert, zuletzt von Qualia (16. April 2026 um 14:22)

  • Samadhi1876
    Reaktionen
    724
    Punkte
    4.764
    Beiträge
    797
    Mitglied seit
    29. Mai 2024
    Buddh. Richtung
    • 16. April 2026 um 16:29
    • #30

    Von Selbstkritik des Sapiens ist auch wenig zu hören oder zu lesen:

    Meist ist immer der andere Schuld…


    Habe letztens mal geschaut ob man etwas darüber findet ob der Sapiens (moderne Mensch heute) den Neandertaler nicht vielleicht ausgerottet hat der bis vor 40000 Jahren 300000-400000 Jahre anscheinend überleben konnte.

    Die heutigen Sapiens leben ja auch unterschiedlich:

    Viele wollen am liebsten den ganzen Tag nur chillen

    Des anderen große Lust ist viel Geld und Macht über andere zu haben


    Wiederum andere wollen ständig was Neues erfinden und deshalb auch ganz genau wissen wie die Natur und das Universum funktioniert:


    Das klingt bis hin zu absurd, als wäre die Natur und das Universum nicht gut genug oder müsste etwas immer weiter verbessert werden…


    Wo soll das Alles Enden?

    Wann und womit ist der heutige Sapiens zufrieden…


    Und damit schließt sich auch wieder der Kreis hin zu der Frage was sind die Ursachen von Leiden und wie kann ich nachhaltigen (inneren) Frieden für mich allein oder für andere finden…


    Allein ist manches einfacher als in einer Gruppe.

    In einer Gruppe ist manches einfacher als Allein.


    Je größer aber die Gruppe und unterschiedlicher die Interessen umso schwieriger wird es wieder…

  • void
    Globale Moderation
    Reaktionen
    7.737
    Punkte
    62.109
    Beiträge
    10.753
    Mitglied seit
    6. August 2009
    Buddh. Richtung
    Zen
    • 16. April 2026 um 22:48
    • #31
    Qualia:

    Aber kein Tier hat die Macht, sich die Erde untertan zu machen, wozu auch: Für ein Tier ist alles so, wie es eben ist, nicht zu viel und nicht zu wenig. Macht euch die Erde untertan, aber versklavt sie nicht.

    Die Bibel denkt an einen Schöpfer der alles mit einem Plan konstruiert hat und auch der Mensch als sein Ebenbild ist ein Schöpfer - der nach seinem Plan Felder und Städte anlegt.


    Während die Bibel in einer kargen Gegend entstand, in der Leben mühsam gehegt werden muß, wuchs Buddha Skakyamuni in einem Indien auf, das von dem mächtigen Monsun bestimmt ist und wo die Natur in vielen Teilen wild wuchert und auch gierig Bahn bricht .


    Und so wie der Dschungel - pflanzlich und tierisch - nach Mehr und Mehr wuchert und giert auch der Mensch nach mehr und mehr. Wie ein Pilz in einer Nährlösung wuchern auch die menschlichen Reiche, die menschlichen Ansiedlungen, die menschlichen Bedürfnisse.


    Das man da andere versklavt und auslöscht ist vielleicht im Ausmaß anders aber nicht von der Natur her. Wenn es Ratten auf eine Insel verschlägt wo es bisher nur Vögel gab, schwingen sie sich zur dominanten Macht auf und schaffen es vielleicht die Vögel auszulöschen. Als die Maori nach Neuseeland kamen, metzelten sie nach und nach die riesigen Moas nieder und löschten sie aus - so wie der Mensch schon lange vor der Sesshaftigkeit überall die Megafauna erlegte. Man folgt seinen Geistesgiften keinen göttlichen Ordnungsplan.


    Da einen Gegensatz zu sehen, kommt aus einem Weltbild dass eher vom biblischen Menschenbild geprägt ist, wo ein kluger Schöpfer den "klugen Menschen" als seinen Stadthalter einsetzt um klug zu walten. Wenn man so denkt, dann hat einem der Mensch versagt und sollte wieder zu seiner urspünglichen "Klugheit" zurückkehren. Ich würde sagen, nach Buddha gab es so etwas nie. We sah den Menschen immer als Sklaven von Gier, Hass und Verblendung und es als sehr schwer dieser Grundkonstitution zu entkommen.


    Eine buddhistische Ökologie braucht nicht dem biblischen oder aufklärerischen Menschenbild und der Rückkehr zum guten "Klugmensch" folgen. Man kann ihn als wiederlegten Mythos abtun und spart sich damit viel an Trauerarbeit um den gefallenen Sapiens.

  • Qualia
    Reaktionen
    2.909
    Punkte
    20.439
    Beiträge
    3.459
    Blog-Artikel
    8
    Mitglied seit
    24. Oktober 2023
    Wohnort
    Essen Dellwig
    Buddh. Richtung
    Lehre Buddha, Chan
    Geburtstag
    21. Mai 1954 (71)
    • 17. April 2026 um 08:18
    • #32

    Das macht wirklich Spaß, wie Menschen auf wunderbare Weise die Kernaussage umgehen und relativieren. Dabei kann meine Kernaussage noch auf einen weiteren Grundpunkt zurückgeführt werden. Als der Mensch Feuer beherrschte, trennte er sich von der allgemeinen Evolution und ging den Weg der Menschenevolution.

    Wenn es eine Quelle gibt, ist es Ich.

    Ich ist nicht leer oder tot.

    Ich ist offen und frei,

    für sein ergreifen, festhalten, loslassen,

    für das ergriffen, festgehalten, verlassen werden.

  • void
    Globale Moderation
    Reaktionen
    7.737
    Punkte
    62.109
    Beiträge
    10.753
    Mitglied seit
    6. August 2009
    Buddh. Richtung
    Zen
    • 17. April 2026 um 20:03
    • #33
    Qualia:

    Das macht wirklich Spaß, wie Menschen auf wunderbare Weise die Kernaussage umgehen und relativieren. Dabei kann meine Kernaussage noch auf einen weiteren Grundpunkt zurückgeführt werden. Als der Mensch Feuer beherrschte, trennte er sich von der allgemeinen Evolution und ging den Weg der Menschenevolution.

    Ich glaube unsere Diskussion wäre besser, wenn ich verstehen könnte, warum du diese krasse Trennung brauchst. Für mich korreliert die Idee von einem "entfremdeten Menschen" der es geschafft hat sich ganz starke außerhalb der Natur zu stellen sehr mit der Vorstellung eines "Autnomen Ichs" - einer Seele, einem Atman, das nicht mehr mit der Welt verbunden ist. Eine heimatlose "res cogitans" inmitten von "res extensa". Tränen im Regen. Und von daher ist das Anhaften an der Sonderstellung des Menschen für mich eine Spielart der Anhaften am Selbst. Tränen sind auch nur Salzwasser.


    Wenn ich verstehen würde, warum dir die Sonderstellung des Menschen so wichtig ist, würden wir weniger aneinander vorbei reden.


    National Geographic:

    In Interviews, Beobachtungen und Zeremonien aus über 100 Jahren finden sich Belege dafür, dass die Ureinwohner des Northern Territory in Australien eine Gruppe von Vögeln, die sie „Firehawks“ nennen, für diverse Brände verantwortlich machen. Diese Vögel würden die Flammen kontrollieren, indem sie brennende Zweige in ihrem Schnabel oder ihren Klauen davontragen und damit an anderen Stellen Brände verursachen.

    Angeblich nutzen die Greifvögel die Brände, um sich eine Mahlzeit zu ergattern – die Insekten und Kleintiere, die panisch vor den Flammen fliehen, sind für die aufmerksamen Vögel leichte Beute.

    Natürlich ist der Mensch eine sehr einzigartige und eigenartige Spezies. Wir haben Feuer und Lohnsteuer, Beton, Sprache und soziale Medien. Aber auch im klassischen Buddhismus gibt es ja die 6 Daseinsbereiche: Götter auf Wolken, waffenklirrende Asuras, darbende Geister und jede Menge Tiere. Aber am Ende des Tages sind wir alle samsarische Wesen. Fühlende Geschöpfe die wegen ihrer Gier und ihrem Hass leiden und wie Steinzeitmenschen und Feuer-Milane auch mal Brände legen um die lokale Fauna zum BBQ zu machen.


    Ich schätze die Breite des Buddhismus gerade gegenüber einem biblischen Bild wo der Mensch im Zentrum steht und alles andere nur Hintergrund und Requisite ist.

  • Samadhi1876
    Reaktionen
    724
    Punkte
    4.764
    Beiträge
    797
    Mitglied seit
    29. Mai 2024
    Buddh. Richtung
    • 17. April 2026 um 22:57
    • #34
    void:

    Wenn ich verstehen würde, warum dir die Sonderstellung des Menschen so wichtig ist, würden wir weniger aneinander vorbei reden.

    Der Sapiens ist verblendet von seinem eigenen Narzissmus

    Er meint weil er „mehr (erfinden) kann als die anderen Tiere“

    Wäre er etwas Besonderes und diesen und der Natur überlegen

    Und hätte Sonderrechte


    Meinte ja auch einer der vier Sapiens die letztens noch mal den Mond umkreist haben und als er sagte: Wow, was der Mensch alles kann…


    Selbstkritik ist ihm fremd


    Genauso wie im weitergehenden pathologischen Narzissmus der Sapiens


    Es ist nämlich auch schon ganz lange her als der Sapiens das Feuer machen können entdeckte


    Und Alles anfing…

  • Qualia
    Reaktionen
    2.909
    Punkte
    20.439
    Beiträge
    3.459
    Blog-Artikel
    8
    Mitglied seit
    24. Oktober 2023
    Wohnort
    Essen Dellwig
    Buddh. Richtung
    Lehre Buddha, Chan
    Geburtstag
    21. Mai 1954 (71)
    • 18. April 2026 um 00:34
    • #35
    void:
    Qualia:

    Das macht wirklich Spaß, wie Menschen auf wunderbare Weise die Kernaussage umgehen und relativieren. Dabei kann meine Kernaussage noch auf einen weiteren Grundpunkt zurückgeführt werden. Als der Mensch Feuer beherrschte, trennte er sich von der allgemeinen Evolution und ging den Weg der Menschenevolution.

    Ich glaube unsere Diskussion wäre besser, wenn ich verstehen könnte, warum du diese krasse Trennung brauchst. Für mich korreliert die Idee von einem "entfremdeten Menschen" der es geschafft hat sich ganz starke außerhalb der Natur zu stellen sehr mit der Vorstellung eines "Autnomen Ichs" - einer Seele, einem Atman, das nicht mehr mit der Welt verbunden ist. Eine heimatlose "res cogitans" inmitten von "res extensa". Tränen im Regen. Und von daher ist das Anhaften an der Sonderstellung des Menschen für mich eine Spielart der Anhaften am Selbst. Tränen sind auch nur Salzwasser.


    Wenn ich verstehen würde, warum dir die Sonderstellung des Menschen so wichtig ist, würden wir weniger aneinander vorbei reden.


    National Geographic:

    In Interviews, Beobachtungen und Zeremonien aus über 100 Jahren finden sich Belege dafür, dass die Ureinwohner des Northern Territory in Australien eine Gruppe von Vögeln, die sie „Firehawks“ nennen, für diverse Brände verantwortlich machen. Diese Vögel würden die Flammen kontrollieren, indem sie brennende Zweige in ihrem Schnabel oder ihren Klauen davontragen und damit an anderen Stellen Brände verursachen.

    Angeblich nutzen die Greifvögel die Brände, um sich eine Mahlzeit zu ergattern – die Insekten und Kleintiere, die panisch vor den Flammen fliehen, sind für die aufmerksamen Vögel leichte Beute.

    Natürlich ist der Mensch eine sehr einzigartige und eigenartige Spezies. Wir haben Feuer und Lohnsteuer, Beton, Sprache und soziale Medien. Aber auch im klassischen Buddhismus gibt es ja die 6 Daseinsbereiche: Götter auf Wolken, waffenklirrende Asuras, darbende Geister und jede Menge Tiere. Aber am Ende des Tages sind wir alle samsarische Wesen. Fühlende Geschöpfe die wegen ihrer Gier und ihrem Hass leiden und wie Steinzeitmenschen und Feuer-Milane auch mal Brände legen um die lokale Fauna zum BBQ zu machen.


    Ich schätze die Breite des Buddhismus gerade gegenüber einem biblischen Bild wo der Mensch im Zentrum steht und alles andere nur Hintergrund und Requisite ist.

    Alles anzeigen

    Darauf kann und darf ich nicht antworten, selbst diese Entscheidung bekanntzugeben, ist schon zu viel, aber notwendig. Danke!

    Wenn es eine Quelle gibt, ist es Ich.

    Ich ist nicht leer oder tot.

    Ich ist offen und frei,

    für sein ergreifen, festhalten, loslassen,

    für das ergriffen, festgehalten, verlassen werden.

  • void
    Globale Moderation
    Reaktionen
    7.737
    Punkte
    62.109
    Beiträge
    10.753
    Mitglied seit
    6. August 2009
    Buddh. Richtung
    Zen
    • 18. April 2026 um 11:34
    • #36
    Qualia:

    Darauf kann und darf ich nicht antworten, selbst diese Entscheidung bekanntzugeben, ist schon zu viel, aber notwendig. Danke!

    Als ich dich kennenlernt hast, warst du sehr von I Ching und Daoismus geprägt. Und da gibt es ja die Vorstellung, dass Tiere noch im Einklang mit dem Dao (dem natürlichen Fluss) leben, ohne zu streben oder zu urteilen. Und der Mensch sich gerade durch sein Planen und Herrschen aus dem müheloses, spontane Handeln verabschiedet hat. Dieser Gegensatz zwischen Natur und Künstlichkeit durchzieht ja die daoistische Literatur wie z.B Zhuangzi:

    Zhuangzi:

    Der Herr des Südmeeres war Hastewas, der Herr des Nordmeeres war

    Kannste, und der Herr der Mitte war Ungestalt. Hastewas und Kann-

    ste trafen sich oft im Land von Ungestalt, und Ungestalt begegnete

    ihnen stets äußerst zuvorkommend. Hastewas und Kannste wollten

    Ungestalt seine Freundlichkeit entgelten und sagten sich: »Alle Leute

    haben sieben Löcher zum Sehen, Hören, Essen und Atmen. Ungestalt

    allein hat keins. Wir wollen ihm ein paar Löcher bohren.« So bohrten

    sie jeden Tag ein Loch, und am siebten Tage starb Ungestalt. (7.7)

    Alles anzeigen

    Dieses Denken wurde dann ja eben auch im chinesischen Buddhismus aufgegriffen. So z.B in der "Hongaku-Lehre im Tiendai:

    encyclopedia.com:

    Die Lehre von der ursprünglichen Erleuchtung (japanisch: Hongaku) prägte den Tendai-Buddhismus vom etwa elften bis zum frühen siebzehnten Jahrhundert und beeinflusste die mittelalterliche japanische Religion und Kultur tiefgreifend. Diese Lehre besagt, dass Erleuchtung oder der ideale Zustand weder ein zu erreichendes Ziel noch ein zu verwirklichendes Potenzial ist, sondern der wahre Zustand aller Dinge. Nicht nur Menschen, sondern auch Ameisen und Grillen, ja sogar Gräser und Bäume, offenbaren die angeborene Buddhaschaft, so wie sie sind. In seiner wahren Erscheinungsform betrachtet, ist jeder Aspekt des täglichen Lebens – Essen, Schlafen, ja sogar die eigenen verblendeten Gedanken – das Verhalten des Buddha.

    Gerade im Zen ergibt sich ein Denkweise, bei der Natur und Buddhanatur zusammen gedacht werden. Während der "künstliche" Mensch im Erinnern und Planen irrt, ist das Tier näher am natürlichen Fließen des "Hier und Jetzt".


    Aber es gibt da einen großen Unterschied schied zu den von dir geäußerten Ideen. Für Zhuangzi ist nicht der Mensch als "Sapiens" aus der Natur herausgefallen, sondern der Mensch ist durchaus zunächst ein "natürlicher Mensch", der Teil der Natur ist - auch als Bauer der demütig dem Lauf von Yin und Yang folgt - und erst durch zu viel Kultur und zu viel Technik wird er zum künstlichen Menschen der das Unbewusste kaputt bohrt.


    Von daher ist vielleicht der zentrale Punkt an der Stelle der Gegensatz zwischen "Hier und Jetzt" und dem "Woanders und Wann anders" des planenden Denkens.

  • Qualia
    Reaktionen
    2.909
    Punkte
    20.439
    Beiträge
    3.459
    Blog-Artikel
    8
    Mitglied seit
    24. Oktober 2023
    Wohnort
    Essen Dellwig
    Buddh. Richtung
    Lehre Buddha, Chan
    Geburtstag
    21. Mai 1954 (71)
    • 18. April 2026 um 12:45
    • #37

    Das ist nicht mein. Dukkha auch wenn ich es glaube.

    Das bin nicht Ich. Dukkha auch wenn ich mich glaube, zu fühlen.

    Das ist nicht mein Selbstsein. Dukkha, auch wenn ich meine, ein Selbstsein sein zu müssen.

    Ich glaube, Buddhanatur zu haben, das erste Dukkha. Die erste Trennung von allen anderen Lebewesen und der Natur. Der Mensch kultivierte Buddhanatur.


    „Das ist nicht mein, das bin nicht ich, das ist nicht mein Selbst.“

    Wenn es eine Quelle gibt, ist es Ich.

    Ich ist nicht leer oder tot.

    Ich ist offen und frei,

    für sein ergreifen, festhalten, loslassen,

    für das ergriffen, festgehalten, verlassen werden.

  • void
    Globale Moderation
    Reaktionen
    7.737
    Punkte
    62.109
    Beiträge
    10.753
    Mitglied seit
    6. August 2009
    Buddh. Richtung
    Zen
    • 18. April 2026 um 14:01
    • #38

    Dukkha bezeichnet ja von seiner Etymologie her einen Zustand der Reibung - etwas läuft nicht glatt. Es ist die Reibung zwischen dem Streben und seiner Vereitelung durch die Welt. Auch dies ist für mich etwas, was ganz tief Eigenschaft des Lebendigen ist. Pflanzen drängen danach zu wachsen und zu wachsen aber die Welt "frustriert" ihren Drang durch Dürre, Tiere und Parasiten. Alle Lebewesen sind letztendlich von dem Drang getrieben am Leben zu bleiben und dieser Lebensdurst hat sie dazu gebracht sich anzupassen um nicht weggefegt zu werden. Jeder will sein trockenes Plätzchen des Gedeihens - wo es keine Feinde aber Futter im Überfluss gibt.


    Gerade bei Phänomenen wie dem Durst sieht man ja gut, wie die ganz basale Ebene des sich nach Wasser strecken der Pflanzen, zum Trinktrieb einfacher Tiere, oder zum Wunsch komplexeren Tiere wird. Und dann bei mir zu so etwas sprachlichen wie "Ich will mir ein Glas Wasser holen". Sowohl Dukkha als auch Anhaftung haben ganz tiefe Wurzeln.

  • Online
    Igor07
    Reaktionen
    3.343
    Punkte
    33.458
    Beiträge
    5.973
    Termine
    1
    Mitglied seit
    7. Oktober 2012
    • 18. April 2026 um 15:50
    • #39
    void:

    Gerade bei Phänomenen wie dem Durst sieht man ja gut, wie die ganz basale Ebene des sich nach Wasser strecken der Pflanzen, zum Trinktrieb einfacher Tiere, oder zum Wunsch komplexeren Tiere wird. Und dann bei mir zu so etwas sprachlichen wie "Ich will mir ein Glas Wasser holen". Sowohl Dukkha als auch Anhaftung haben ganz tiefe Wurzeln

    Das ist verwirrend, wenn ich dieser Art der Argumentation folge. Der Buddha war erwacht, also hatte er dukkha überwunden. Aber er hatte enormen Durst nach der Vergiftung, dann hatte er sehr starke Schmerzen und ist gestorben. Punkt.

    Aber im MN 28 lese ich, dass Altern und Tod dukkha sind. Der Buddha war alt, und er ist bestimmt gestorben.

    Also ist rein universelles dukkha, wie bei den Pflanzen, hier nicht gemeint – scheint mir. Nur wenn es möglich wäre, so wahrzunehmen, dass es absolut nichts gibt, was mir gehört und mich ausmacht, also anatta in allen bedingten Phänomenen zu sehen, dann kann ich selbst nicht mehr anhaften, mich nicht mehr anklammern, mich nicht mehr mit etwas Vergänglichem identifizieren und so weiter.

    Aber als realer Mensch werde ich sterben. Das ist einfach das Gesetz der Natur: Was immer entstanden ist, muss auch wieder vergehen. Und das gilt sowohl für den Buddha als Menschen als auch für mich.

    Wenn wir diesen Fakt ausblenden, dann lügen wir uns selbst in die Tasche.

    Ein weiterer interessanter Punkt entsteht, wenn das Begehren erlischt, also Gier, Hass und Verblendung. Das würde mir keine Rettung garantieren gegen Alter, Krankheit und Tod. Es gibt keine Kraft, die mich unsterblich macht.

    Das alles sind sehr einfache Beispiele, aber so kann man sehen, wie vielschichtig der ganze Begriff ist.

    Ein Leben ohne Selbsterforschung verdiente gar nicht gelebt zu werden.

    Sokrates

  • Beitrag von Qualia (18. April 2026 um 16:00)

    Dieser Beitrag wurde von void aus folgendem Grund gelöscht: Buddhismus und ökologisches Handeln und Buddhismus als ökologische Politik (18. April 2026 um 22:45).
  • Beitrag von Igor07 (18. April 2026 um 16:10)

    Dieser Beitrag wurde von void aus folgendem Grund gelöscht: Buddhismus und ökologisches Handeln und Buddhismus als ökologische Politik (18. April 2026 um 22:45).
  • Beitrag von Qualia (18. April 2026 um 17:46)

    Dieser Beitrag wurde von void aus folgendem Grund gelöscht: Buddhismus und ökologisches Handeln und Buddhismus als ökologische Politik (18. April 2026 um 22:45).

Ausgabe №. 135: „Achtsamkeit und Aktivismus"

  1. Impressum
  2. Datenschutzerklärung
  3. Nutzungsbedingungen
Netzwerk Buddhismus
Community-Software: WoltLab Suite™ 6.1.18
Buddhaland Forum in der WSC-Connect App bei Google Play
Buddhaland Forum in der WSC-Connect App im App Store
Download