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„Aus dem Kopf herausschauen“, Eure Einschätzung?

  • Dirk_
  • 29. Januar 2026 um 00:01
  • Zum letzten Beitrag
  • Dirk_
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    • 29. Januar 2026 um 00:01
    • #1

    Hi, ich habe seit ein paar Tagen das Gefühl, einer Sache auf die Schliche gekommen zu sein. Über eine Einschätzung von erfahrenen Hasen würde ich mich freuen.


    Vor zwei Wochen habe ich in Holland an einem Trüffel-Ritual teilgenommen. Nach dem Trip hat mich eine Frau angesprochen und mir gesagt, dass ich extrem anders sei als vor dem Trip, nicht mehr so steif, sondern sehr relaxt, offen und wahrnehmend auf sie wirke. Dies hat mich sehr verwirrt, für Tage, weil sich für mich überhaupt nichts geändert hatte. Zugegeben, meine Sinne waren durcheinander, ich hätte nicht einmal einen Busfahrplan verstehen können, aber es fühlte sich nichts anders an. Ich hatte das Gefühl, genauso auf die Welt zu schauen wie vor dem Trip auch.

    Vor ein paar Tagen ist mir dann während einer Meditation bewusst geworden, dass sich an der Art und Weise, auf die Welt zu schauen, seit der Kindheit auch nichts geändert hat. Mit meinem Vater hatte ich vor längerer Zeit auch mal so ein Gespräch, und auch er hat mir versichert, noch genauso „aus seinem Kopf herauszuschauen“ wie als kleines Kind, so, als ob keine Zeit existiert.

    Ich denke, genau dort liegt der Schlüssel. Das ist die einzige Konstante in meiner ganzen Welt. Dort sollte ich nach Frieden suchen. Macht das Sinn? Geht das in die richtige Richtung?

  • Aravind
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    • 29. Januar 2026 um 08:47
    • #2

    Hallo Dirk,


    ich muss zugeben, Dein Post verwirrt mich etwas.


    Diese Aussage:

    Dirk_:

    Zugegeben, meine Sinne waren durcheinander, ich hätte nicht einmal einen Busfahrplan verstehen können, aber es fühlte sich nichts anders an.

    und diese

    Dirk_:

    Ich hatte das Gefühl, genauso auf die Welt zu schauen wie vor dem Trip auch.

    widersprechen sich für mich doch erheblich. Due schaust genauso auf die WElt, verstehst aber die einfachsten Zusammenhänge nicht mehr?


    Und wenn du sowieso schon seit deiner Kindheit so auf die Welt schaust:

    Dirk_:

    „aus seinem Kopf herauszuschauen“ wie als kleines Kind, so, als ob keine Zeit existiert.

    warum solltest du dann dort nach Frieden suchen?

    Dirk_:

    Dort sollte ich nach Frieden suchen.


    IMHO ist die Idee "als ob keine Zeit existiert" nicht so das, was ich mit buddhistischer Praxis verbinde. Gerade die Einsicht in Vergänglichkeit spielt dort eine zentrale Rolle. Und die Erkenntnis, dass die Zeit, die man hat, um zu praktizieren, begrenzt ist. Und man sie besser jetzt sofort nutzt.


    Aber vielleicht verstehe ich diese plakative Aussage auch einfach falsch.


    Liebe Grüße,

    Aravind.

  • Qualia
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    21. Mai 1954 (71)
    • 29. Januar 2026 um 09:28
    • #3
    Dirk_:

    Vor ein paar Tagen ist mir dann während einer Meditation bewusst geworden, dass sich an der Art und Weise, auf die Welt zu schauen, seit der Kindheit auch nichts geändert hat.

    Als Kind habe ich erfahren, dass, wenn ich nicht mit Menschen zusammen bin, alle Verwirrung nicht vorhanden ist.

    Das ist so geblieben. Auch heute noch bin ich mir im Unklaren, was mir nicht so gut bekannte Menschen von mir erwarten, und zwar so lange, bis sie sprechen oder mir etwas zeigen, das ich kopieren kann/soll.

    Doch kann ich fast sprachlos mit bekannten Menschen arbeiten. Im Team brauchte es nie viele Worte, denn gemeinsames Handeln ist die Realität.

    Mit mir sehr nahen Menschen fragen wir uns schon mal, was wir überhaupt gesprochen haben.

    Erinnere dich daran, dass du, wenn du mit dir allein und in einer menschenfreien Zone bist, keine Probleme hast, außer denen, die als Besorgnis durch deinen Kopf gehen. Lässt du diese Besorgnis los, dann siehst du die Welt wieder wie ein Kind.

    Darüber mit Menschen zu sprechen, die glauben, dass man sich immer Gedanken machen muss, ist nicht hilfreich.

    Wenn es eine Quelle gibt, ist es Ich.

    Ich ist nicht leer oder tot.

    Ich ist offen und frei,

    für sein ergreifen, festhalten, loslassen,

    für das ergriffen, festgehalten, verlassen werden.

  • mukti
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    • 29. Januar 2026 um 13:14
    • #4
    Dirk_:

    Zugegeben, meine Sinne waren durcheinander, ich hätte nicht einmal einen Busfahrplan verstehen können, aber es fühlte sich nichts anders an. Ich hatte das Gefühl, genauso auf die Welt zu schauen wie vor dem Trip auch.

    Das, was in die Welt schaut, ist immer nur das Bewusstsein (viññāna), aber die Wahrnehmung (saññā) ändert sich stets.

    Viññāna ist über das bewusst, was ihm durch saññā vorgesetzt wird. Vor dem Trip war es darüber bewusst wann der Bus fährt, nach dem Trip war es nur über unverständliche Worte und Zeichen bewusst, aber in beiden Fällen war es eben einfach über etwas bewusst. Der Unterschied war in saññā, die war vorher klar, nachher getrübt.

    Dirk_:

    Vor ein paar Tagen ist mir dann während einer Meditation bewusst geworden, dass sich an der Art und Weise, auf die Welt zu schauen, seit der Kindheit auch nichts geändert hat. Mit meinem Vater hatte ich vor längerer Zeit auch mal so ein Gespräch, und auch er hat mir versichert, noch genauso „aus seinem Kopf herauszuschauen“ wie als kleines Kind, so, als ob keine Zeit existiert.

    Ich denke, genau dort liegt der Schlüssel. Das ist die einzige Konstante in meiner ganzen Welt. Dort sollte ich nach Frieden suchen. Macht das Sinn? Geht das in die richtige Richtung?

    Das Bewusstsein war gestern da, ist heute da, ist in der Kindheit und im Alter da. Im bloßen Bewusst-sein bzw. reinen Gewahrsein ohne die veränderlichen und vergänglichen Dinge zu ergreifen, ist Frieden. Das beinhaltet auch das Ergreifen von Vorstellungen, etwa dass das Bewusstsein ein ewiges Selbst wäre.

    Mit Metta, mukti.


  • Thorsten Hallscheidt
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    • 29. Januar 2026 um 14:46
    • #5
    Dirk_:

    „aus seinem Kopf herauszuschauen“ wie als kleines Kind

    Kinder schauen nicht aus dem Kopf heraus. Sie sind Kopf und Körper und Sinne und Gefühle... alles noch ungetrennt von der Welt. Irgendwann wird der Körper fremd, und man fühlt sich wie der "Geist in der Maschine" der aus den Augen heraus auf die Welt schaut. Das ist fortgeschrittener Dualismus, schmerzhafte Trennung. Durch die Meditation kann dieser Riss zeitweise wieder kleiner werden, und sogar sich schließen.

    Das ist denn doch nur der Abendwind, der heute mit ordentlich verständlichen Worten flüstert.

  • void
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    • 29. Januar 2026 um 19:50
    • #6

    Das erinnert mich an eine Stelle in dem alten Buch "Die Meisterung der Existenz durch die Lehre des Buddha" (1963) von Paul Debes:


    Dort wird die normale menschliche Perspektive - das Herauschauen aus dem Kopf - mit dem Blick von einem Schiff aus verglichen. Weil man nicht merkt wie sich der eigene Blickpunkt auf und ab bewegt, denkt man der Horizont würde sich wie wild bewegen.


    Durch eine Umkehr der Perspektive, wo man mal nicht nach Außen sondern nach Innen blickt wird man aber dann nach und nach über die Unruhe des eigenen Blickpunktes klar und wenn man dann nach außen Blick ist es ein anderer Blick - wo der Horizont nicht mehr wackelt sondern fest ist.

  • Tai
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    • 2. Februar 2026 um 18:12
    • #7
    Dirk_:

    genau dort liegt der Schlüssel

    Ich kann deinen Ansatz gut nachvollziehen, Dirk. Für mich ist das (im doppelten Sinn des Wortes) eine sehr naheliegende Sicht der Dinge. Im Koan-Zen besteht die Praxis im Wesentlichen darin, immer genau jetzt dasjenige zu schauen, das schaut.


    Dirk_:

    Das ist die einzige Konstante in meiner ganzen Welt. Dort sollte ich nach Frieden suchen.

    Genau hier befindet sich, nach meinem Verständnis, tatsächlich das Tor zum Erwachen. Man könnte auch sagen: Dasjenige, das alles, was du jemals erlebt hast, erleben kannst und genau jetzt erlebst, ist nicht nur der einzige dir mögliche Zugang zum Erwachen. Du bist auch der Einzige, der ihn gehen kann.


    "Nach Frieden suchen" kann natürlich alles mögliche bedeuten. Wenn du damit das Erwachen (des Buddha) meinst, dann geht es nach meiner Auffassung darum, dasjenige, das schaut, immer genau jetzt zu schauen, ohne sich dabei in begriffliche Vorstellungen zu verstricken. In dem Moment, in dem du dich einer solchen Vorstellung z.B. über dich selbst hingibst, bist du schon nicht mehr in der unmittelbaren Schau des Schauenden (Schau des Geistes), sondern in einer Vorstellung bzw. Wahrnehmung gefangen. Da gilt es dann in der Koan-Praxis, die Vorstellung wieder loszulassen und die Aufmerksamkeit auf dasjenige zu richten, das eine solche Vorstellung erzeugt/wahrnimmt.


    Im 23. Fall des Mumonkans erfuhr der Mönch Ming große Erleuchtung als Huineng ihn aufforderte/fragte: "Denk nicht 'gut', denk nicht 'schlecht'! Genau dann, was ist da dein ursprüngliches Gesicht?"

Ausgabe №. 135: „Achtsamkeit und Aktivismus"

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