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Das richtige Verständnis der Wiedergeburt im frühen Buddhismus.

  • Igor07
  • 19. Januar 2026 um 13:10
  • Zum letzten Beitrag
  • Mahasi
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    • 23. Januar 2026 um 18:17
    • #26
    Igor07:
    Mahasi:

    Wo steht das? In der englischen Version wird der Begriff 'Person' genau einmal verwendet: "a certain person 'is a scatterbrain'.

    Siehe hier:

    Zitat

    “Just as the flames that travel from one tree to another without any material support other than the wind, the early Buddhist conception of rebirth envisions a transition from one body to another without any support other than craving. This resembles the continuity of the flames, which do not contain a permanent substance but are simply a succession of causes and conditions.”


    Du schreibst "Dort steht, dass es nicht um eine Person geht", aber das steht dort nicht. Das ist deine Interpretation. Du solltest schon näher am Text arbeiten. "Persönliche Wiedergeburt" ist auch dein persönlicher Begriff und nicht der von Analayo. Also wie kann Analayo der Profi für deine selbstgewählten Begriffe sein und nicht du.

    Igor07:

    Es geht nicht um mich oder meine persönliche Meinung, sondern um das korrekte Verstehen.


    Das korrekte Verstehen ist in diesem Fall kontextabhängig und der Kontext ist der Theravada-Bereich. Das theravadisch-korrekte Verstehen mittels eines Textes zum Frühbuddhismus zu erlangen, ist doch schon fraglich.

    Igor07:

    Es wird dort genau diese konventionelle Sprache gemeint.


    Korrekt. Du aber schriebst recht plump: "dass es nicht um eine Person geht, denn das würde der Grundidee Nicht-Selbst widersprechen". Tut es eben gerade nicht, wenn Sprache korrekt verwenden wird. Diese Unterscheidung hattest du bisher nicht eingeführt und darauf zielte u.a. meine Frage an dich, ob du zwischen persönliche Wiedergeburt und Wiedergeburt der Person unterscheidest.


    Im Aṭṭhakathā zum Bhārasutta heißt es:

    Zitat

    So stellt der Buddha eine Person (puggala) als einen Lastenträger dar, als etwas, das lediglich durch konventionelle Benennung besteht.


    Denn eine Person nimmt im Augenblick der Wiedergeburtsverknüpfung die Last der Daseinsgruppen auf sich, und zehn Jahre lang, zwanzig Jahre lang, ja hundert Jahre lang – so lange es lebt – trägt es diese Last der Daseinsgruppen, indem es sie baden lässt, essen lässt, sitzen lässt und sich auf weiche Lager und Sitze legen lässt; und im Moment des Todes legt es sie wieder ab. Dann, im Augenblick der nächsten Wiedergeburtsverknüpfung, nimmt es eine neue Last von Daseinsgruppen auf. Daher wird es als ein Lastenträger geboren.


    Der Ṭīkā führt weiter aus:

    Zitat

    ‚Person‘ bezeichnet den Kontinuum‑Strom der Daseinsgruppen. Denn dieser Strom der Daseinsgruppen, der ohne Unterbrechung bis zum endgültigen Nibbāna fortbesteht, erscheint in der Welt, als trüge er die Last der Daseinsgruppen – wobei es kein von diesem Strom verschiedenes Wesen gibt.


    Die Bezeichnung "persönliche Wiedergeburt" dafür ist nicht unangebracht und damit wäre deine nachfolgende Aussage falsch oder wohlwollend unpräzise. Bestimmt.

    Igor07:

    Dann glauben die Leute an die persönliche Wiedergeburt, was überhaupt nicht existiert. Nicht im Theravada. Bestimmt.

  • Igor07
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    • 23. Januar 2026 um 19:02
    • #27

    Mahasi -


    Wahrscheinlich, wie Analayo, so ist Nyanatiloka keine Autorität für dich, wie auch P. A. Payutto.
    Das ist nicht meine Sorge, wenn du in der be-ding-ten Entstehung die unabhängige Entität siehst.
    Mettiko Bhikkhu wie Nanavira sind keine Autoritäten für dich.
    PDF, auch auf Deutsch, kann jeder lesen. Der Verlag hatte mir persönlich erlaubt, alle möglichen Dateien zu verbreiten und auch zu übersetzen.
    Deine Meinung ist nicht die einzige. Alles Gute!:)

    Ein Leben ohne Selbsterforschung verdiente gar nicht gelebt zu werden.

    Sokrates

  • Igor07
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    • 23. Januar 2026 um 20:24
    • #28
    Mahasi:

    ersönliche Wiedergeburt" ist auch dein persönlicher Begriff und nicht der von Analayo. Also wie kann Analayo der Profi für deine selbstgewählten Begriffe sein und nicht du.

    Sorry, da geht es um den Sinn des Begriffes, aber nicht um diese Spitzfindigkeit.

    Bei dem Autor lese ich doch:


    Zitat

    Dies ist jedoch nicht die Implikation der frühbuddhistischen Auffassung vom Nicht-Selbst. Diese Lehre verneint lediglich die Existenz eines permanenten Akteurs; sie verneint nicht die Kontinuität. Eine solche Kontinuität beruht auf Ursachen und Bedingungen und nicht auf einer unveränderlichen Entität.

    Also, Akteur, Handelnder, etwas aus sich selbst heraus Existierendes, darum geht es doch.


    Zitat

    ‚Person‘ bezeichnet den Kontinuum‑Strom der Daseinsgruppen.


    Also?

    Ha … wolltest du aus dem Kontinuum-Strom die feste Personalität erschaffen?

    Viel Erfolg.

    Ein Leben ohne Selbsterforschung verdiente gar nicht gelebt zu werden.

    Sokrates

  • Mahasi
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    • 24. Januar 2026 um 09:59
    • #29
    Igor07:

    Sorry, da geht es um den Sinn des Begriffes ...


    In einem anderen Faden, den ich allerdings nicht verfolge, schreibst du:

    Igor07:

    Um etwas zu erreichen, wie du es schreibst, sollte man es zuerst de-finieren.


    Dein eigener Ratschlag an andere klingt für mich recht vernünftig.

    Igor07:

    wenn du in der be-ding-ten Entstehung die unabhängige Entität siehst.


    Wo schreibe ich das?

  • Igor07
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    • 24. Januar 2026 um 10:40
    • #30
    Mahasi:

    Wo schreibe ich das?

    Tja, hier:

    Mahasi:

    Die Bezeichnung "persönliche Wiedergeburt" dafür ist nicht unangebracht und damit wäre deine nachfolgende Aussage falsch oder wohlwollend unpräzise. Bestimmt.

    Also, ich erzähle eine, ha … persönliche Geschichte. Ich habe von Kurzem an Tivigaro Bhikkhu geschrieben, um meine Dankbarkeit auszudrücken wegen der deutschen Übersetzung von P. A. Payutto, des „Buddha Dhamma“, dieses echten Meisterwerks. Also habe ich ihm dann so geschrieben:

    „Was ich bis heute kaum verstehe: Wie kann die Vorstellung einer persönlichen Wiedergeburt mit der fließenden, bedingten Natur der Dinge zusammenhängen? Wenn es kein festes ‚Ding an sich‘ gibt – wie kann dann überhaupt etwas wiedergeboren werden?
    Ich nehme an, das kann nur konventionell verstanden werden, oder?

    Ich frage, weil ich unter Buddhisten oft eine gewisse Angst oder Besorgnis bemerke, in einem niederen Bereich wiedergeboren zu werden, etwa als hungriger Geist.“


    Und er antwortete mir sinngemäß, dass von persönlicher Wiedergeburt zu sprechen dasselbe wäre wie von persönlichem Nibbāna zu reden. Und was sich fortsetzt, ist der Strom der Bedingtheit, wo kein „Ich“ wie auch kein „Selbst“ oder keine „Person“ zu finden ist. Aber unheilsame Handlungen bringen nicht gutes Karma, bestimmt!-- früher oder später, also das Muster bleibt bestehen. Und der Buddha hatte sich wirklich an eigene vorige Existenzen erinnert, aber es war keine „Person“ darin, denn das würde im Umkehrschluss der Grundidee der bedingten Entstehung widersprechen. Da wollte ich hier nicht weiter ausführen, denn genau darüber schreibt Anālayo auch in dem sehr umfangreichen Buch über die Wiedergeburt.


    Es geht mir auf diesem Faden um das korrekte Verstehen, aber nicht darum, wie alles heißt, auf Pali oder Sanskrit. Ich bin kein Student, der Prüfungen bestehen sollte, um eine gute Note zu bekommen. Das kümmert mich nicht. Der Buddhismus ist keine Mathe, sondern der Weg der inneren Erkenntnis.


    Und die Schlacht der Ansichten, wer recht hat oder wer nicht, würde ich vermeiden, denn sie führt zu nichts. Aber ja, richtig, sie bringt schlechtes Karma. Ich würde es genau hier und jetzt erschaffen, wenn ich meine kostbare Lebenszeit so vergeuden würde. Bestimmt! Deswegen sprach der Buddha über die Dringlichkeit der Praxis, also saṃvega, denn jeder Augenblick kann der letzte sein. Warum denn nicht?

    Mehr kann ich nicht hinzufügen. Leid-er. :shrug:

    Ein Leben ohne Selbsterforschung verdiente gar nicht gelebt zu werden.

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    • 24. Januar 2026 um 11:06
    • #31
    Igor07:
    Mahasi:

    Wo schreibe ich das?

    Tja, hier:

    Mahasi:

    Die Bezeichnung "persönliche Wiedergeburt" dafür ist nicht unangebracht und damit wäre deine nachfolgende Aussage falsch oder wohlwollend unpräzise. Bestimmt.


    Nein.


    Mit Bezug auf das Bhārasutta schreibst du: "Es wird dort genau diese konventionelle Sprache gemeint", was ich mit "korrekt" bestätige. Dann zitiere ich den Aṭṭhakathā mit "lediglich durch konventionelle Benennung besteht" und noch den Ṭīkā. Abschließend halte ich fest, dass die Bezeichnung "persönliche Wiedergeburt" nicht unangebracht ist. Davor schon schrieb ich von der korrekten Verwendung der Sprache.


    Mein Satz bedeutet also die konventionelle Benennung, wie in den von mir angeführten Texten, als "persönliche Wiedergeburt" nach dem Bhārasutta mit Aṭṭhakathā und Ṭīkā ist nicht unangebracht. Mir erschließt sich nicht, wie dies bei dir ankommen kann als "wenn du in der be-ding-ten Entstehung die unabhängige Entität siehst".

  • Igor07
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    • 24. Januar 2026 um 12:02
    • #32

    Ok, dann erkläre mir das bitte:


    Mahasi:

    und damit wäre deine nachfolgende Aussage falsch oder wohlwollend unpräzise. Bestimmt.

    Weiter geht mein Zitat:


    Zitat

    Dann glauben die Leute an die persönliche Wiedergeburt, was überhaupt nicht existiert. Nicht im Theravada. Bestimmt.

    Ist es so wichtig, wie es heißt?

    Wenn ich woanders über die richtige Definition geschrieben hatte, dann interpretiert jede Richtung jeden Begriff anders.

    Es gibt keinen Buddhismus, wie aus einem Guss, es gibt nur bestimmte Interpretationen.

    Das war meine Reaktion auf den Beitrag des Betreibers dieses Forums.

    Was ist Nirwana? Was ist Wiedergeburt?

    Ich" persönlich" teile die Ansicht von Buddhadasa, zum Beispiel.


    Mahasi:

    Du schreibst "Dort steht, dass es nicht um eine Person geht", aber das steht dort nicht. Das ist deine Interpretation. Du solltest schon näher am Text arbeiten. "Persönliche Wiedergeburt" ist auch dein persönlicher Begriff und nicht der von Analayo. Also wie kann Analayo der Profi für deine selbstgewählten Begriffe sein und nicht du.

    Aha, was stimmt hier für dich bitte schön nicht?

    Im englischen Original steht:


    Zitat

    “Just as the flames that travel from one tree to another without any material support other than the wind, the early Buddhist conception of rebirth envisions a transition from one body to another without any support other than craving. This resembles the continuity of the flames, which do not contain a permanent substance but are simply a succession of causes and conditions.”

    Und dann Google-Übersetzung auf Deutsch:


    Zitat

    „So wie die Flammen von einem Baum zum anderen wandern, ohne dass sie von materieller Substanz getragen werden außer vom Wind, so sieht die frühe buddhistische Vorstellung von Wiedergeburt einen Übergang von einem Körper zum anderen vor, der allein durch das Verlangen bedingt ist. Dies ähnelt der Kontinuität der Flammen, die keine beständige Substanz besitzen, sondern lediglich eine Abfolge von Ursachen und Bedingungen darstellen.“

    Du sagst dann, , dass es hier um meine eigene Interpretation geht.

    Das wollte ich nicht einfach gehen lassen, denn es steht doch genau der Ausdruck:

    „keine beständige Substanz“.:!:

    Also: keine beständige Substanz, usw.. heißt sinngemäß keine persönliche Wiedergeburt.

    Ha, ich leide noch nicht an Demenz, hoffe ich. Die Wiedergeburt ist be-ding-t durch Verlangen, usf...

    So auch genau diese Gedanken finde ich im Milindapanha. Punkt. Das weißt du auswendig, also erspare ich mir das Zitieren.

    Alles Gute. :taube::taube::taube:


    P.S. So, die ganze Haarspalterei hat mit dem Buddhismus nichts zu tun. Und nicht zu suchen. Bestimmt!

    Ein Leben ohne Selbsterforschung verdiente gar nicht gelebt zu werden.

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  • Mahasi
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    • 24. Januar 2026 um 13:06
    • #33
    Igor07:

    Ok, dann erkläre mir das bitte ...


    Es ist doch deutlich geworden, dass der Begriff puggala (deutsche Begriffe/Übersetzungen wie Person, Individuum sowieso) eine Bedeutungsvielfalt hat und deshalb ist es absolut grundlegend wie etwas heißt bzw. wie es verstanden werden soll - andernfalls ist es unpräzise.


    Puggala ist eben nicht dasselbe wie "Selbst" und "beständige Substanz" und damit bildet es keinen Gegensatz zu "Nicht-Selbst" und "keine beständige Substanz", wenn seine Bedeutungsanwendung die konventionelle Bedeutung ist.

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    • 24. Januar 2026 um 13:21
    • #34

    Puggala: Person, Individuum. Unterscheidet sich vom Selbst dadurch, dass das Selbst die Person erscheinen lässt. Das Selbst kann nicht Person sein.

    Das Selbst ist bei jedem fühlenden Lebewesen vorhanden, sich als Person/Individuum zu erkennen ist nur bei sehr wenigen Arten möglich.

    Wenn es eine Quelle gibt, ist es Ich.

    Ich ist nicht leer oder tot.

    Ich ist offen und frei,

    für sein ergreifen, festhalten, loslassen,

    für das ergriffen, festgehalten, verlassen werden.

  • Igor07
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    • 24. Januar 2026 um 13:25
    • #35
    Mahasi:

    Puggala ist eben nicht dasselbe wie "Selbst" und "beständige Substanz" und damit bildet es keinen Gegensatz zu "Nicht-Selbst" und "keine beständige Substanz", wenn seine Bedeutungsanwendung die konventionelle Bedeutung ist.

    Darum geht es, denn es gibt kein "Selbst", das wiedergeboren werden sollte.

    Mit "Erklär mir bitte" war dein Stil der Diskussion gemeint, den Opponenten durch diesen Wirrwarr von Begriffen zu verunsichern und zu irritieren.


    Mahasi:

    andernfalls ist es unpräzise.

    Sicher?


    Das ist auch nicht so einfach, leid-er, wie du es siehst, und auch die reine Interpretation-Sache.


    Sieh hier:


    Zitat

    Die einzigartige Entdeckung, die der Buddha machte, war genau
    dies: Es kann die fünf Gruppen ohne Ergreifen geben. Mit
    anderen Worten, es kann ein Individuum geben, das ohne die geringste
    Vorstellung eines „Selbst“, „Ich“ und „Mein“ ist. So ein
    Individuum wird Arahat genannt. Der Arahat betrachtet rein gar
    nichts als „Mein“. Der Buddha hat diesen Zustand in sich selbst
    erfahren. Damit war er der erste Arahat , der in der Welt unserer
    Zeit erschienen ist.

    Alles anzeigen


    Der Buddha war also das Individuum, aber keine Person. Ohne diese differenzierte Unterscheidung kann der Begriff „Person“ missverstanden werden. Denn wer schreibt dann alles? Die Konvention? Wer hat die bewusste Absicht,cetanā , dem Pfad zu folgen? Nur reine Konvention? Das macht dann keinen Sinn.


    Die Quelle: Die Lehre des Buddha
    und ihre wesentliche Bedeutung
    von
    R. G. de S. Wettimuny, BGM München.


    Bücher - Dhamma Dana

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    Sokrates

    Einmal editiert, zuletzt von Igor07 (24. Januar 2026 um 13:49)

  • Qualia
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    • 24. Januar 2026 um 13:34
    • #36

    Das Verständnisproblem ist, dass es immer bei jedem fühlenden Lebewesen ein Selbst gibt, sonst könnte es sich nicht per Geburt aus Ei oder Körper für seine Arterhaltung sorgen. Brutpflege ist ohne Selbst unmöglich.


    Eine Person erzieht ihre Nachkommen im Sinn der Gemeinschaft, aber auch bei Personen ist das Selbst zuständig für Brutpflege, nur bildet die Person sich ein, dass sie was Besonderes ist.


    Die Skandha sind nicht Körper, aber das Selbst des Körpers.

    Wenn es eine Quelle gibt, ist es Ich.

    Ich ist nicht leer oder tot.

    Ich ist offen und frei,

    für sein ergreifen, festhalten, loslassen,

    für das ergriffen, festgehalten, verlassen werden.

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    • 25. Januar 2026 um 11:04
    • #37
    Zitat

    Mit anderen Worten, es kann ein Individuum geben, das ohne die geringste
    Vorstellung eines „Selbst“, „Ich“ und „Mein“ ist. So ein
    Individuum wird Arahat genannt. Der Arahat betrachtet rein gar
    nichts als „Mein“.

    Zitat von Igor aus R. G. de S. Wettimuny, BGM München

    Diese Argumentation ist m.E. nicht haltbar.
    Ein akzeptiertes Mitglied der Gesellschaft kann man auffordern: Putz dir endlich die Nase und räum dein Geschirr weg!
    Ein Wesen ohne Vorstellung "Ich" und "Mein" wüsste mit dieser Aufforderung nichts anzufangen. Ohne Selbst wäre er ein Zombie.
    Wieviel von diesem Selbst in den ersten Lebensjahren anerzogen ist und ob etwas davon in einer Wiedergeburt weitergegeben werden kann, ist eine andere Frage. Aber ganz ohne Selbst wäre der Mensch nur ein vor sich hinglucksender Misthaufen.

  • Qualia
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    • 25. Januar 2026 um 11:16
    • #38
    crocus:
    Zitat

    Mit anderen Worten, es kann ein Individuum geben, das ohne die geringste
    Vorstellung eines „Selbst“, „Ich“ und „Mein“ ist. So ein
    Individuum wird Arahat genannt. Der Arahat betrachtet rein gar
    nichts als „Mein“.

    Zitat von Igor aus R. G. de S. Wettimuny, BGM München

    Diese Argumentation ist m.E. nicht haltbar.
    Ein akzeptiertes Mitglied der Gesellschaft kann man auffordern: Putz dir endlich die Nase und räum dein Geschirr weg!
    Ein Wesen ohne Vorstellung "Ich" und "Mein" wüsste mit dieser Aufforderung nichts anzufangen. Ohne Selbst wäre er ein Zombie.
    Wieviel von diesem Selbst in den ersten Lebensjahren anerzogen ist und ob etwas davon in einer Wiedergeburt weitergegeben werden kann, ist eine andere Frage. Aber ganz ohne Selbst wäre der Mensch nur ein vor sich hinglucksender Misthaufen.

    Alles anzeigen

    Ein akzeptiertes Mitglied der Gesellschaft, das ein akzeptiertes Mitglied bleiben will und sich damit identifiziert, kann nie ein Arahat werden. Allerdings kann ein Arahat Mitglied der Gemeinschaft der Menschen sein, ansonsten wäre er ein Eremit, der nicht von Menschen erreicht werden kann. Hauslosigkeit heißt nicht Menschen-gemeinschafts-losigkeit, aber immer außerhalb der etablierten Gesellschaft.

    Wenn es eine Quelle gibt, ist es Ich.

    Ich ist nicht leer oder tot.

    Ich ist offen und frei,

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  • Igor07
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    • 25. Januar 2026 um 12:42
    • #39
    crocus:

    Diese Argumentation ist m.E. nicht haltbar.
    Ein akzeptiertes Mitglied der Gesellschaft kann man auffordern: Putz dir endlich die Nase und räum dein Geschirr weg!
    Ein Wesen ohne Vorstellung "Ich" und "Mein" wüsste mit dieser Aufforderung nichts anzufangen. Ohne Selbst wäre er ein Zombie.
    Wieviel von diesem Selbst in den ersten Lebensjahren anerzogen ist und ob etwas davon in einer Wiedergeburt weitergegeben werden kann, ist eine andere Frage. Aber ganz ohne Selbst wäre der Mensch nur ein vor sich hinglucksender Misthaufen.

    crocus


    Das ist eine etwas unklare differenzielle Diagnose, sozusagen.

    Arahat kann sehr gut wahrnehmen, und er verhält sich entsprechend der bestimmten Situation, also entstehen bei ihm nur keine mentalen Ausuferungen.

    Der Arahat ist kein Zombie, eher ist er imstande, die reale Situation besser einzuschätzen und zu bewerten.

    Bei uns normalen Menschen entsteht sofort die rein automatische Reaktion: mein Körper, meine Krankheit, mein Sterben usw. – das alles löst massive Angst aus und blockiert klares Denken.

    Abschließend rate ich, diese Grafik zu betrachten.


    Also:


    Zitat

    Dieser Prozess kann auf folgende Weise veranschaulicht werden:
    Sinnesgrundlage
    ¯ayatana
    Sinnesobjekt
    ¯aramman. a
    Bewusstsein
    vin˙ n˙ a¯n. a
    Kontakt
    phassa
    Gefühl
    ved¯an. a
    Wahrnehmung
    saññ¯a
    Denkprozess
    vitakka
    Wucherung
    papañca
    vielfältige und komplexe
    Wahrnehmungen
    papañca-saññ¯a
    sañkh¯ara
    +
    +
    =
    rein kognitiver Prozess
    (natürlicher Prozess)
    Konsumieren der Welt
    Geburt eines Konsumenten und
    konsumierbarer Objekte
    Mit dem Aufkommen dieser vielfältigen und komplexen Wahrnehmungen
    (papañca-saññ¯a) nimmt das elaborierte (ÜB: d.h. mühselig ausgearbeitete, bzw.
    verfertigte) und beschönigte Denken zu, wodurch derartige Verunreinigungen
    wie Begierde, Abneigung, Besessenheit und Eifersucht entstehen.13
    13siehe: D. II. 277-8
    61

    Alles anzeigen

    So siehe bitte das ganze Bild, Seite 61, PDF.


    Ich kann es alles nicht korrekt wiedergeben.

    Wir, also die Normalen, "konsumieren" die Welt. Unsere Kognition als Prozess ist überlagert, verzerrt, und wir sehen die Welt wie durch eine Brille. Der Arahat aber sieht sie so, wie sie ist, ohne die mentalen Karten, Schemata oder Vorstellungen, die unsere Wahrnehmung massiv beeinträchtigen. Genau deswegen entstehen die ganzen Kriege, der Zwist und der Zank. Wir sehen die Welt nicht unter dem Blickwinkel der drei Daseinsmerkmale und verhalten uns nach bestimmten Mustern, die im Gehirn abgespeichert sind, wie eher Automatismen. Beim Arahat ist es anders.

    Ich würde zuerst raten, den ganzen Abschnitt zu lesen; es ist reine Neurobiologie, denke ich.

    Zitat

    3. Der gesamte kognitive Prozess lässt sich in zwei Bereiche unterteilen:
    (a) Der erste Abschnitt, von den „internen Sinnesgrundlagen“ bis zum
    „Gefühl“, umfasst einen rein kognitiven Prozess; alle inhärenten
    Faktoren entstehen gemäß den natürlichen Ursachen und Bedingungen.
    In diesem Stadium gibt es kein „Sein“, keine „Person“ und
    kein „Selbst“.
    (b) Der zweite Teil, von „Gefühl“ (ved¯an. a) angefangen, umfasst den Prozess
    des Konsumierens derWelt bzw. den Kreislauf der Wiedergeburt
    (sams¯ara-vat.t.
    a). (Tatsächlich kann das Gefühl – ved¯an. a – auch das Anfangsstadium
    des Prozesses der Abkehr (vivat.t.
    a) darstellen, doch im
    aktuellen Kontext wird der Fokus auf den Kreislauf der Wiedergeburt
    gelegt.) In diesem zweiten Teil des Prozesses sind nicht nur natürliche
    Ursachen und Bedingungen aktiv, sondern es entsteht nun eine „Person“
    oder ein „Wesen“. Es entsteht ein dualistisches Verhältnis zwischen
    einem „Konsumenten“ und dem „Konsumierten“, zwischen einem
    „Denker“ und „konzeptualisierten Ideen“.

    Alles anzeigen

    Bei uns entsteht der ganze Prozess des Anhaftens, also dieses Gefühl, dass ich als das separate Wesen, sozusagen, alles kontrollieren und beeinflussen kann, wie ich will. Bei dem Arahat sind Gefühle anwesend, bei uns aber entsteht sofort die innere Identifikation durch "Ich" und "Mein".

    Das ist nur das Modell für ein besseres Verstehen, mehr nicht.


    Wir verfangen uns sofort in die so „konzeptualisierten Ideen“, und das ist das Wesen von Samsara ohne die ganze Mystik...


    Die Quellle:


    Buddhadhamma
    Naturgesetze und ihr Nutzen für das Leben
    geschrieben von Bhikkhu P. A. Payutto
    (Somdet Phra Buddhaghosacariya)
    Aus dem Thailändischen ins Englische übersetzt von Robin Philip Moore.
    Aus dem Englischen ins Deutsche übersetzt von Tivagaro Bhikkhu.


    https://tivagaro.de/wp-content/uploads/BuddhadhammaDigital.pdf


    Das Buddhadhamma

    Ein Leben ohne Selbsterforschung verdiente gar nicht gelebt zu werden.

    Sokrates

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    • 25. Januar 2026 um 12:43
    • #40
    crocus:

    Ein Wesen ohne Vorstellung "Ich" und "Mein" wüsste mit dieser Aufforderung nichts anzufangen. Ohne Selbst wäre er ein Zombie.
    Wieviel von diesem Selbst in den ersten Lebensjahren anerzogen ist und ob etwas davon in einer Wiedergeburt weitergegeben werden kann, ist eine andere Frage. Aber ganz ohne Selbst wäre der Mensch nur ein vor sich hinglucksender Misthaufen

    IMHO geht es ja auch nicht darum dass es kein selbst gibt, sondern ob das selbst bedingt entstanden ist, oder ob es Essenz hat, also ob eine Art „göttlicher Funke“ als immerwährender Keim dem selbst innewohnt, der nicht der Vergänglichkeit unterworfen ist. Der Tod würde dann nur eine Hülle von dieser „Seele“ streifen und die Seele kann dann im nächste Leben inkarnieren (Wiedergeburtsglaube) oder etwa im Christentum kann eine reinkarnation im jenseits erwartet werden.


    Nun gibt es diese Essenz nicht und damit kann man nur feststellen dass das selbst eben ein Gebilde ist; und das ist mit anatta gemeint.


    Jede Auslegung des Buddhismus muss im Prinzip eine Entscheidung treffen wie der Konflikt dass es sowas wie Wiederwerden geben soll, aber auch Anatta ein daseinsmerknal ist, aufgelöst werden kann. Fürs Thema dieses Fadens (frühbuddhismus) fehlt uns leider die Datenbasis, denn die Suttas sind - anders als gerne vermittelt - eben nicht nur one Form von Steno Aufzeichnung von Buddhas lehrreden sondern der posthume Versuch einen katechismus zusammen zu stellen.

  • Igor07
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    • 25. Januar 2026 um 12:54
    • #41
    pano:

    fehlt uns leider die Datenbasis, denn die Suttas sind - anders als gerne vermittelt - eben nicht nur one Form von Steno Aufzeichnung von Buddhas lehrreden sondern der posthume Versuch einen katechismus zusammen zu stellen.

    Man kann es ausschließlich als die andere Art, die Welt wahrzunehmen, sehr gut erklären. Was dazu die Suttas sagen, bleibt immer Sache der bestimmten Interpretationen, aber reine Neurobiologie kann man nicht einfach beiseiteschieben.

    Denn wie auch Metzinger oder rein säkularer Buddhismus im Prinzip dasselbe sagen: keine rein automatische Reaktion, und das bedeutet die innere Freiheit. Immer im Hier und Jetzt.

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  • Mahasi
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    • 25. Januar 2026 um 12:58
    • #42
    Igor07:

    Der Buddha war also das Individuum, aber keine Person. Ohne diese differenzierte Unterscheidung kann der Begriff „Person“ missverstanden werden.


    In dem Zitat steht auch wieder nichts von Person. Das kommt von dir. Der Palibegriff puggala kann ins Deutsche mit Person und Individuum übersetzt werden, daher ist dieses Philosophieren an deutschen Begriffen so unpräzise.


    Aber ja, "ohne diese differenzierte Unterscheidung kann der Begriff 'Person' missverstanden werden". Nur hast du hier eine "differenzierte Unterscheidung" nie getroffen.

  • Igor07
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    • 25. Januar 2026 um 13:45
    • #43
    Mahasi:

    Nur hast du hier eine "differenzierte Unterscheidung" nie getroffen.

    Wer? ist diese "Person", die das schreibt? Ist es reine Konvention?

    Wer? braucht unbedingt diese "differenzielle Unterscheidung" zu treffen?

    Wer? ist dieses "Du"?

    Das ist der springende Punkt, nicht woanders.

    Mahasi:

    so unpräzise.

    Wer? meint, dass er anhand sehr verschiedener Interpretationen:!: etwas als die endgültige Wahrheit in der letzten Instanz besitzt?

    Und welche Absicht verfolgt diese Person?


    Warum entscheidest DU aufgrund deiner Prämissen und deines Wissens, die niemals mein Wissen oder meine innere Wahrheit angemessen widerspiegeln?

    Qualia-Problem.

    Wenn es ein "Ich" gegen ein "Du" gibt, entsteht immer Samsara und Wiedergeburt.

    Und dazu die Schlacht der Ansichten.


    Zitat

    Arahants 18 verfügen über Wahrnehmung, doch es handelt sich um
    eine Wahrnehmung, welche frei von geistigen Befleckungen (¯asava)
    und frei von Verunreinigungen (kilesa) ist.19 Arahants sind in der
    Lage, wuchernde Wahrnehmungen (papañca-saññ¯a) zu erkennen:
    so, wie sie von nicht erwachten Menschen erlebt werden bzw. so,
    wie sie selbst einst, vor ihrem vollen Erwachen, jene Befleckungen
    erlebt haben. Doch sie tun dies lediglich um des Wissens willen
    oder um anderen zu nützen; zum Beispiel wenn sie anderen bei
    der Lösung von Problemen helfen. Bei den Wahrnehmungen von
    Arahants entsteht kein Gefühl, persönlich gestört oder betroffen
    zu sein. Normale Dhamma-Praktizierende können ihr persönliches
    Verhalten an diesem Verhalten der Arahants orientieren.

    Alles anzeigen

    PDF, S. 67.


    Wen? stört es persönlich?

    Das ist der Punkt, bestimmt!


    Zitat

    ein arahat ist ein Individuum in dem Sinne, dass ein arahat von einem anderen unterschieden werden kann.

    Ñāṇavīra .

    NOTIZEN ZU DHAMMA
    und andere Schrchrrifte

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    Sokrates

    Einmal editiert, zuletzt von Igor07 (25. Januar 2026 um 13:53)

  • pano
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    • 25. Januar 2026 um 14:12
    • #44
    Igor07:
    pano:

    fehlt uns leider die Datenbasis, denn die Suttas sind - anders als gerne vermittelt - eben nicht nur one Form von Steno Aufzeichnung von Buddhas lehrreden sondern der posthume Versuch einen katechismus zusammen zu stellen.

    Man kann es ausschließlich als die andere Art, die Welt wahrzunehmen, sehr gut erklären. Was dazu die Suttas sagen, bleibt immer Sache der bestimmten Interpretationen, aber reine Neurobiologie kann man nicht einfach beiseiteschieben.

    Denn wie auch Metzinger oder rein säkularer Buddhismus im Prinzip dasselbe sagen: keine rein automatische Reaktion, und das bedeutet die innere Freiheit. Immer im Hier und Jetzt.

    Ist und bleibt ein Rekonstruktionsversuch des 21. Jahrhunderts, und die Datenlage bleibt dürftig.


    Erkenntnisse der Neurobiologie sind keine Erkenntnisse über den Frühbuddhismus, denn der hatte die Neurobiologie nicht zur Hand. Man kann nun vermuten, das der Frühbuddhismus solche Erkenntnisse der Neurobiologie antizipiert hat (mir scheint du tust das), aber das ist bloße Spekulation. Mit Herrn Metzinger hab ich mich noch nicht auseinandergesetzt.


    Ich bin mittlerweile allem begegnet, Leuten die sich auf den Frühbuddhismus beziehen und meinen belegen zu können dass

    • der Buddha an Reinkarnationen geglaubt hat
    • der Buddha an ein nicht-persönliches wieder-werden geglaubt hat
    • der Buddha keine metaphysische Lehre gelehrt hat (ergo, kein Aussage getroffen hat). Wiedergeburt ist demnach später hinzugefügt worden.
    • zur Zeit des Buddhas noch eine jenseits-Vorstellung herrschte die erst später durch zyklische Wiedergeburt ersetzt wurde.

    Vermutlich gabs noch ein paar mehr Takes.


    Der Versuch den Urbuddhismus zu rekonstruieren ist glaube ich ein Versuch die Widersprüche in den verschiedenen Buddhistischen Lehren "ein für allemal" zu klären, es ist das Anhaften an der Idee der Gewissheit. Und damit zum scheitern verurteilt.


    Ich halte es für heilsamer im hier und heute festzustellen, wie sich Dukkha für einen selbst und alle Wesen dieser Welt reduzieren lässt. Super viel aus allen buddhisischen Traditionen ist da hilfreich. Wenn die Neurobiologie, Psychologie und Kognitionsforschung oder Philosophen wie Metzinger mit ihren Erkenntnissen oder thesen hilfreich sind, dann sind sie hilfreich. Und wenn der Buddha was anderes gelehrt hat aber wir mit modernen Ansätzen erfolgreich weniger Dukkha erleiden, dann ists auch irgendwie egal.

  • Igor07
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    • 25. Januar 2026 um 14:29
    • #45
    pano:

    Und wenn der Buddha was anderes gelehrt hat aber wir mit modernen Ansätzen erfolgreich weniger Dukkha erleiden, dann ists auch irgendwie egal.

    Was der Buddha lehrte, bleibt immer die Sache der Interpretationen und Deutungen, mehr nicht.


    Plus dazu:


    Ich stimme hier total Ñāṇavīra Thera zu, wie er diese Schwachstellen des Begriffs "puggala" aufdeckt, wie auch die Konventionen, oder so wie Wahrheit im „höchsten Sinne“, paramatthato, denn das würde bedeuten, dass das lebendige und fühlende Selbst nicht mehr als die Versammlung der Skandhas sei, und das ist bitte schön die andere Interpretation, wo die rein deutschen Wörter oder Begriffe Individuum und Person nicht dasselbe bedeuten. Das passt nicht ins Schema, aber die Modelle der Realität haben mit der lebendigen Wahrheit nichts zu tun.:shrug:

    Ein Leben ohne Selbsterforschung verdiente gar nicht gelebt zu werden.

    Sokrates

  • Igor07
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    • 25. Januar 2026 um 14:49
    • #46
    pano:

    der Buddha an Reinkarnationen geglaubt hat
    der Buddha an ein nicht-persönliches wieder-werden geglaubt hat
    der Buddha keine metaphysische Lehre gelehrt hat (ergo, kein Aussage getroffen hat). Wiedergeburt ist demnach später hinzugefügt worden.
    zur Zeit des Buddhas noch eine jenseits-Vorstellung herrschte die erst später durch zyklische Wiedergeburt ersetzt wurde.

    Doch, pano .


    Der Buddha hatte Wiedergeburt gelehrt, aber ohne feste Identität, das ist etwas anderes.

    Wiedergeburt und Karma stellen den Kern der Lehre dar, die unmittelbar aus dem richtigen Verständnis der bedingten Entstehung erfolgt. Da ist die ganze Essenz darin.

    Mit Jenseitigem oder Diesseitigem betrifft es nicht die Lehre selbst, aber eher was macht eigentlich Samsara aus.


    Diese innere Identifikation mit den Skandhas.


    Moderne Ansätze können es nur anders beschreiben, aber für die reale Praxis und im Leben hier und jetzt spielt das keine Rolle.


    Deswegen geht Analayo in seinem letzten Buch auf keine Spekulationen ein, es reicht dieses jetzige Leben völlig aus. Denn Wiedergeburt passiert eigentlich im jedem Augenblick.

    Abschließend verlinke ich eine neueste Biografie von Buddha, was er lehrte und was nicht.


    Zitat

    Fußspuren im Staub. Shravasti Dhammika. Theravadanetz 2025.
    Fußspuren im Staub
    Das Leben des Buddha nach den ältesten Quellen

    Aus dem Englischen von Wolfgang Neufing

    Theravadanetz 2025
    Paperback, 361 Seiten

    Alles anzeigen

    Theravādanetz - Angebote


    https://wiswo.org/books/_resources/book-downloads/GERMAN/footprints/footprintsDE.pdf

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  • Mahasi
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    • 25. Januar 2026 um 15:04
    • #47
    Igor07:

    Das ist der springende Punkt, nicht woanders.


    Der springende Punkt ist der Ball!


    Ich finde, was du zuletzt an mich schriebst ist nur noch wirr. Vielleicht tut eine Pause not.

  • Igor07
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    • 25. Januar 2026 um 16:04
    • #48
    Mahasi:

    an mich schriebst ist nur noch wirr. V

    Was Ñāṇavīra Thera schreibt, erscheint bis heute für so viele wirr, denn es passt in kein Schema.
    Alles Gute damit! Nicht zu vergessen, dass Mettiko Bhikkhu, der ihn übersetzt hatte, so ihn betrachtet als der beste Lehrer überhaupt:!: , was Dharma anbelangt.
    Für dich sind die alle nicht echte Buddhisten, aber das ist dein eigenes Problem.:shrug:_()_

    pano


    Th. Metzinger wird in diesem Buch zitiert:


    Buddhistische Gesellschaft München

    Saññā und Atta - Lug und Trug

    Ein Leben ohne Selbsterforschung verdiente gar nicht gelebt zu werden.

    Sokrates

    2 Mal editiert, zuletzt von Igor07 (25. Januar 2026 um 16:21)

  • Qualia
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    • 25. Januar 2026 um 16:35
    • #49

    Ñāṇavīra Thera wurde von den strammen Theravāda abgelehnt. Das war einer, der die Verdrehungen seiner eigenen Schule aufgedeckt hat und somit nicht nur ein Nestbeschmutzer.

    Wenn es eine Quelle gibt, ist es Ich.

    Ich ist nicht leer oder tot.

    Ich ist offen und frei,

    für sein ergreifen, festhalten, loslassen,

    für das ergriffen, festgehalten, verlassen werden.

  • pano
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    • 25. Januar 2026 um 17:18
    • #50
    Igor07:

    Deswegen geht Analayo in seinem letzten Buch auf keine Spekulationen ein, es reicht dieses jetzige Leben völlig aus.

    Analayo schenkt berichten Glauben wonach Kleinkinder Pali rezitieren und sich an ihr vergangenes Leben als Mönch erinnern. Ich glaube er ist voreingenommen. Gläubiger eben.


    Ich bin auch voreingenommen. Ich sehe keinerlei Beweise für eine Wiedergeburt.


    Aber für die ausgangsfrage, also was hat der historische Buddha gelehrt, da bin ich ganz agnostisch. Schwer zu sagen, wir kennen nur den literarischen Buddha

Ausgabe №. 135: „Achtsamkeit und Aktivismus"

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