ich formuliere einen post für ein buddhistisches Forum. Bitte auf akuratesse schauen.
Ich wollte mal den Post von stefanchy aufgreifen, insbesondere auf den Bezug zu John Yates und sein buch "The Mind Illuminated" (Handbuch Meditation). Das Buch habe ich nämlich auch und ich fand es ganz interessant ob seiner dort verwendeten Systematik, Meditation nach Stufen aufzudröseln. Dabei hat er die Systematik nicht komplett neu Erfunden, sonderen Yates bezieht sich auf die Stufen zum Erreichen von śamatha nach Asaṅga / Kamalaśīla, also in indischer Tradition der Spätantike. Dieser Ansatz kam mit Kamalaśīla nach Tibet und setzte sich dort gegen "sudden awakening" Ansätze aus China durch.
Yates hat dabei keineswegs etwas unbekanntes aus den Archiven gehoben, im tibetischen Buddhismus ist der Ansatz wohl durchaus verbreitet und es gibt auch ein gutes Buch von Alan Wallace zum Thema (The Attention Revolution, deutsche Übersetzungen sind antiquarisch erhältlich). The Attention Revolution ist wie ich finde lesbarer als The Mind Illuminated. The Mind Illuminated verwendet weniger "Buddhistischen Jargon" im Vergleich, dafür "neurowissenschafts-Jargon" (und ich bin mir nicht immer sicher ob das alles so fundiert ist).
Wallace merkt auch an, dass die Achtsamkeit für śamatha eine etwas andere Ausprägung hat als die Achtsamkeit die man für vipaśyanā kultiviert. Da Samatha und Vipassana Praxis von Vipassana-bewegten Medititationslehrern gerne über einen Kamm geschert werden, ist das für mich ein interessanter Einwand.
Die Illustration der 10 Studen (nach Yates) ist auf jeden Fall hübsch! (Quelle).