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Bücher und Texte zur Praxis des Boran Kammatthana (esoterischer Theravada)

  • verrückter-narr
  • 28. Dezember 2025 um 13:41
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  • verrückter-narr
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    • 28. Dezember 2025 um 13:41
    • #1

    Hallo Freuden,

    da gerade ein neues Buch zum Thema der alten Boran Kammatthana Meditationspraxis herausgekommen ist, möchte ich euch auch auf einige andere Werke aus diesem Bereich des sogenannten "esoterischen Theravada" hinweisen. Der esoterische Theravada Buddhismus ist keine moderne Erfindung und auch keine Abkupferung vom Tibetischen Buddhismus und auch keine Verwässerung des Theravada Buddhismus, sondern eine hunderte Jahre alte buddhistische Tradition und Methoden aus Südostasien, die durch Reformbewegungen u.a. von König Rama IV Mongkut (1804- 1868) immer mehr in Vergessenheit geraten und aus dem Bewusstsein der Menschen verschwunden sind, aber glücklicherweise noch von einigen Mönchen, Yogis und Yoginis, usw. heute noch gelehrt und praktiziert werden. Der esoterische Theravada ist auch verbunden mit der Yogavacara, Abhayagiri und Jetavanaramaya Tradition. Abhayagiri Vihāra (Singhalesisch: අභයගිරි විහාරය oder අබාගිරි වෙහෙර) war eine bedeutende Klosterstätte des Theravada-, Mahayana- und Vajrayana-Buddhismus, die in Anuradhapura, Sri Lanka, gelegen war und wurde von König Valagamba während seiner zweiten Regierungszeit, von 89 bis 77 v. Chr., gegründet, also vor mehr als 2.000 Jahren, was auch belegt, dass der Vajrayana bzw. Tantrayana Buddhismus auch schon zur Frühzeit des Buddhismus bekannt war und es enge Verbindungen und Gemeinsamkeiten zwischen den Traditionen gab und gibt.


    Der geheime Pfad des Theravada-Tantra: Einblicke in die esoterischen Praktiken und Rituale des Theravada-Buddhismus in Thailand

    Der geheime Pfad des Theravada-Tantra | Lesejury


    Seeing the Bodies Within: Exploring the Samma Araham Practice of Theravada Buddhism By Potprecha Cholvijarn

    https://www.shambhala.com/seeing-the-bodies-within.html


    The Origins and Development of Sammā Arahaṃ Meditation: From Phra Mongkhon Thepmuni (Sot Candasaro) to Phra Thep Yan Mongkhon (Sermchai Jayamaṅgalo)

    The Origins and Development of Sammā Arahaṃ Meditation


    Samma Arahang Meditation

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    Supreme Patriarch Suk Kai Thuean’s Method of Visualizing the Elements by Potprecha Cholvijarn,

    Supreme Patriarch Suk Kai Thuean’s Method of Visualizing the Elements - Journal of Contemplative Studies
    The paper aims to shed further light on the boran kammaṭṭhāna, or “old meditation,” tradition by providing a summary and an analysis of a meditation manual…
    contemplativejournal.org


    Meditation Manual of King Taksin of Thonburi by Potprecha Cholvijarn

    https://thesiamsociety.org/knowledge-hub/uploads/research/62/663b405e84fda.pdf


    Yogavacara Manuel

    https://dn790002.ca.archive.org/0/items/yogvacarasmanual00davi/yogvacarasmanual00davi.pdf

    https://dn720206.ca.archive.org/0/items/manualofmysticbe0000unse/manualofmysticbe0000unse.pdf


    Esoteric Theravada : The Story of the Forgotten Meditation Tradition of Southeast Asia by Kate Crosby

  • Igor07
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    • 28. Dezember 2025 um 15:38
    • #2

    verrückter-narr .


    Es wäre echt interessant, wenn der Buddha im ganzen Pali-Kanon so wie bestimmten Tantra, Mantra, Mudra, Mandala, Chakrameditation, Yogaasana und Pranayama gelehrt hätte. Da bin ich echt gespannt.


    Thema

    Esoterischer /magischer / tantrischer Theravada

    Ich bin in einem anderen thread (Hier, Danke @He Who Remains :)) auf eine interessante Arbeit von Prof. Kate Crosby gestoßen:

    Esoteric Theravada: The Story of the Forgotten Meditation Tradition of Southeast Asia


    Leseprobe hier

    […]

    […]

    Die hier verwendete Bezeichnung "borān kammaṭṭhāna" setzt sich aus dem Thai/Khmer-Wort "borān" (alt/traditionell) und dem Pāli-Wort "kammaṭṭhāna" (ein Begriff, der sich in den Pāli-Kommentaren findet und in den Theravāda-Ländern als Standardbegriff…
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    8. Juni 2022 um 23:09

    Ein Leben ohne Selbsterforschung verdiente gar nicht gelebt zu werden.

    Sokrates

  • Helgo
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    • 28. Dezember 2025 um 16:06
    • #3
    verrückter-narr:

    Hallo Freuden,

    ... alles ist Leiden, omg ... (:

  • verrückter-narr
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    • 28. Dezember 2025 um 16:07
    • #4
    Igor07:

    verrückter-narr .


    Es wäre echt interessant, wenn der Buddha im ganzen Pali-Kanon so wie bestimmten Tantra, Mantra, Mudra, Mandala, Chakrameditation, Yogaasana und Pranayama gelehrt hätte. Da bin ich echt gespannt.


    Thema

    Esoterischer /magischer / tantrischer Theravada

    Ich bin in einem anderen thread (Hier, Danke @He Who Remains :)) auf eine interessante Arbeit von Prof. Kate Crosby gestoßen:

    Esoteric Theravada: The Story of the Forgotten Meditation Tradition of Southeast Asia


    Leseprobe hier

    […]

    […]

    Die hier verwendete Bezeichnung "borān kammaṭṭhāna" setzt sich aus dem Thai/Khmer-Wort "borān" (alt/traditionell) und dem Pāli-Wort "kammaṭṭhāna" (ein Begriff, der sich in den Pāli-Kommentaren findet und in den Theravāda-Ländern als Standardbegriff…
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    8. Juni 2022 um 23:09

    Danke für deine Rückmeldung. Hierzu gibt es schon einige Studien und Vermutungen, die aber noch nicht so bekannt sind. So hat der britische Buddhologe und Indologe Richard Gombrich schon 1996 in seinem Werk Who was Angulimala," in How Buddhism Began, by Richard Gombrich, 1996, darauf hingewiesen, dass man die Geschichte um Angulimala, der ja 99 oder 999 Menschen den Finger abgeschnitten hat (manche sagen auch er hätte diese Menschen davor auch getötet) um die Befreiung zu erreichen, weil ein spiritueller Lehrer ihm dies lehrte, und diese Finger als Kette um seinen Hals trug, dann aber von Buddha zum Guten bekehrt wurde und die Stufe als Arahant erreichte, auch im tantrischen Kontext sehen könnte, da es dort auch viele Darstellungen gibt, wo die Gottheiten Ketten mit Menschenköpfen oder Finger usw. tragen, wobei die Menschenköpfe aber als Symbol für die 48 oder 52 Geistesfaktoren gedeutet werden und nicht als echte Menschenköpfe. Oder es gibt auch die Geschichte des Mönches Mahakala im Pali Kanon, dessen Name im tantrischen Buddhismus ja sehr bekannt ist und dort als Dhammapala gedeutet wird, genauso wie auch schon Vajrapani im Pali Kanon auftauchte.

    Mahākāla Thera 1

    Angulimala and Tantric Buddhism
    Tricycle, April 22, 2011 The British scholar of Buddhism Richard Gombrich has a seemingly endless supply of insightful readings of ...
    dharmacompanions.blogspot.com


    Mantras, Dharanis bzw. Paritta Schutztexte werden auch im Pali Kanon erwähnt und als zulässige Praxis erkannt, aber es gibt auch dort schon verbotene Mantren. Im Vinayapitaka werden die 6er Mönche ṢAḌVĀRGIKA oder Chabbaggiya Mönche und Nonnen erwähnt, die wegen unzulässiger tantrischer Praxis aus dem Orden ausgeschlossen wurden.

    THE POWER OF ‘TRUE WORDS’: ‘ORIGINAL BUDDHISM’, FORBIDDEN MANTRAS AND THE REIGN OF BUDDHIST EMPEROR ASHOKA (‘Origins of Secret Mantra’ by 17th Karmapa)
    “Within Original Buddhism, one was not allowed to recite mantras to overcome enemies, but you could use special mantras to protect your body and life. We can…
    dakinitranslations.com

    In den alten thailändischen und ceylonesischen Texten gibt es auch tantrische Meditationen, wo man den inneren subtilen Körper mit Chakren Energiezentren, Energiekanälen Nadis und mantrischen Keimsilben Bijamantras visualisiert und sich einen Energieball in der Nabelgegend vorstellt. Diese Praxis ähnelt sehr strak der tibetischen Tummo Praxis, oder auch Candali Praxis im Yoga genannt.

  • Igor07
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    • 28. Dezember 2025 um 16:30
    • #5
    verrückter-narr:

    In den alten thailändischen und ceylonesischen Texten gibt es auch tantrische Meditationen, wo man den inneren subtilen Körper mit Chakren Energiezentren, Energiekanälen Nadis und mantrischen Keimsilben Bijamantras visualisiert und sich einen Energieball in der Nabelgegend vorstellt. Diese Praxis ähnelt sehr strak der tibetischen Tummo Praxis, oder auch Candali Praxis im Yoga genannt.

    Na ja, das alles kann man in der Hatha-Yoga-Pradipika finden, ebenso über Kundalini und die Chakren.

    Buddha selbst war strikt dagegen, wenn ich dem ganzen Pali-Kanon überhaupt Glauben schenke.

    Das waren die Fesseln,'Anhaftung' was die Befreiung betrifft.


    So steht es im buddhistischen Wörterbuch von Nyanatiloka:


    Zitat
    • Grad des Begehrens' gilt eben das durch das frühere Begehren als Anlaß bedingte, stark gewordene spätere Begehren.« (Dhs, §1214; Vibh. XVII).
    • »Was ist da das Anhaften an Ansichten? 'Almosen und Opfergaben sind wertlos . . . (usw. = M.117) . . . nicht gibt es in der Welt Mönche und Priester, die diese wie die nächste Welt selber erkannt und verwirklicht haben und sie erklären können': alle solche Ansichten . . . und verkehrten Auffassungen bezeichnet man als das Anhaften an Ansichten.« (Dhs. § 1215).
    • »Das Festhalten an der Ansicht, daß man durch bloße Sittenregeln und Riten Heiligung erlange, das gilt als das Anhaften an Regeln und Riten« (Vis. XVII) ». . . was da solcherart an Ansichten besteht . . . an verkehrten Auffassungen, das bezeichnet man als das Anhaften an Regeln und Riten« (Dhs. §216).

    Also, es geht um Anhaften an Regeln und Riten, das wäre echt wie Yoga, aber kein usrprünglicher Buddhismus.


    Sehr tolle Arbeit zum Thema, und dort gibt es das ganze Kapitel zum Thema. Ich verlinke:


    Zitat

    Das Buddhadhamma ist eine umfassende Darstellung der buddhistischen Lehren des Theravāda. Es legt detailliert dar, wie Buddhismus als Lebensphilosophie und praktischer Weg funktioniert. Es erörtert zentrale Konzepte, ist klar strukturiert, verständlich und zeitgerecht formuliert.


    Buddhadhamma - Tivagaro Bhikkhu
    Das Buch Buddhadhamma, von P. A. Payutto. Hier in der deutschen Übersetzung als offizieller und kostenloser Download abrufbar.
    tivagaro.de


    Alles Gute!:taube:

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  • Kianga
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    • 28. Dezember 2025 um 18:23
    • #6

    "Esoterik" ist im asiatischen Buddhismus ein Fachbegriff und bedeutet nicht das, was wir in Europa damit verbinden.


    Zum esoterischen Buddhismus gehört einerseits, dass die Lehre nur teilweise öffentlich zur Verfügung steht und in der Regel im Lehrer-Schülerverhältnis Schritt für Schritt persönlich übertragen wird. Und andererseits, dass viel mit Symbolen gearbeitet und deren Wirkung dort sehr ernst genommen wird. Dazu gehören zum Beispiel Visualisierungstechniken in der Meditation (man lässt zum Beispiel Buddha als Bild vor dem geistigen Auge entstehen), aber auch die intensive Arbeit mit Mudras und Mantras. Man geht davon aus, dass durch diese intensive Lehrer-Schüler-Unterstützung die Erleuchtung schon in diesem Leben erreicht werden kann.


    In Japan hat sich innerhalb des Tendais ein esoterischer Zweig entwickelt, Taimitsu genannt. Die wichtigste klassische Schule des esoterischen Buddhismus in Japan ist aber die Shingon-Shū, die im 9. Jahrhundert von Kūkai gegründet wurde.

    Man kann auch den gesamten tibetischen Buddhismus zum esoterischen Buddhismus zählen.

    Deshalb wundert mich überhaupt nicht, dass es auch im Theravada einen esoterischen Zweig gibt.


    Der esoterische Buddhismus scheint unter den buddhistischen Richtungen wohl eher der kreativere Zweig zu sein, bei dem in den Übungen und Meditationen alle Sinne kreativ eingesetzt werden. Was ich persönlich aber nicht akzeptieren könnte, wäre das fast schon geheime Lehrer-Schüler-Verhältnis, was einerseits durchaus positiv und hilfreich sein kann, aber andererseits auch, zumindest bei nicht ausreichend gereifter Lehrerpersönlichkeit, einem Missbrauch Tür und Tor öffnen kann.

    In welcher Welt ist das, was der andere mir gerade sagt, wahr? In welche Welt passt es hinein und ist es plausibel?

    Aus einem Gespräch mit Bernhard Pörksen.

  • Kianga
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    • 28. Dezember 2025 um 18:35
    • #7
    Igor07:

    Also, es geht um Anhaften an Regeln und Riten, das wäre echt wie Yoga, aber kein usrprünglicher Buddhismus.

    Kannst du dir nicht vorstellen, dass es Buddhisten gibt, denen es wichtiger ist, über einen persönlichen Weg zum Erwachen zu kommen, als die im Palikanon von vielen Gruppen zusammengewürfelten Regeln 1:1 zu befolgen? Bei dir scheint alles, was nicht deiner Interpretation vom Palikanon oder der deiner gelesenen Bücher entspricht, nicht "richtiger" Buddhismus zu sein.

    In welcher Welt ist das, was der andere mir gerade sagt, wahr? In welche Welt passt es hinein und ist es plausibel?

    Aus einem Gespräch mit Bernhard Pörksen.

  • verrückter-narr
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    • 28. Dezember 2025 um 19:01
    • #8
    Igor07:

    Na ja, das alles kann man in der Hatha-Yoga-Pradipika finden, ebenso über Kundalini und die Chakren.

    Buddha selbst war strikt dagegen, wenn ich dem ganzen Pali-Kanon überhaupt Glauben schenke.

    Das waren die Fesseln,'Anhaftung' was die Befreiung betrifft.


    So steht es im buddhistischen Wörterbuch von Nyanatiloka:


    Also, es geht um Anhaften an Regeln und Riten, das wäre echt wie Yoga, aber kein usrprünglicher Buddhismus.


    Sehr tolle Arbeit zum Thema, und dort gibt es das ganze Kapitel zum Thema. Ich verlinke:

    Alles Gute!:taube:

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    Danke für deine Anmerkungen und Hinweise, aber die buddhistischen Texte und Praktiken auf die ich vorher schon hingewiesen haben, wurden nicht von der Hatha-Yoga-Pradipika abgeschrieben oder durch diese Texte beeinflusst, sondern der Ursprung des Hatha Yoga der Praxis des Hatha Yoga liegt im Buddhismus und die Texte wurden durch ein buddhistisches Weltbild vom Körper und Geist beeinflusst und nicht umgekehrt. Siehe hierzu die anerkannten Werke von Prof. James Mallison und anderen Autoren

    Prof. James Mallinson – Yoga Research


    Ein Beispiel dafür dass zB. auch der historische Buddha schon Atemübungen Pranayama übte, ist das Wort kumbhaka, das in verschiedenen Varianten in den Texten des Pali Kanon mehrfach auftaucht.

    SuttaCentral
    Early Buddhist texts from the Tipitaka (Tripitaka). Suttas (sutras) with the Buddha's teachings on mindfulness, insight, wisdom, and meditation.
    suttacentral.net

    Im Yoga, Ayurveda, Tantra usw. bedeutet dieses Wort das Anhalten des Atems oder Atempause, usw. und beschreibt ein wesentliches Element des Atemtrainings, in dem in mit verschiedenen Varianten und Methoden der Atem in der Meditation angehalten wird. Die Übersetzer des Palikanons haben diesen Begriff aber mit "Mast eines Schiffes" oder "Schiffmast" übersetzt, was ein Sinnbild der Kumbhaka Technik ist, da man in dieser Position aufrecht wie ein Schiffmast sitzt. Mit dieser falschen Übersetzung wird natürlich dann auch der Sinn und Inhalt der Pali texte völlig verzehrt und falsch verstanden.


    Aus welchen Texten liest du heraus dass der historische Buddha strikt gegen diese Praxis oder dieses Welt- und Körperbild war?
    Die vor-reformierte yogische und tantrische Praxis ist auch keineswegs eine Fessel oder Anhaftung wie du es beschreibst, denn es sind reguläre Methoden und Praktiken um Körper und Geist zu schulen und trainieren und zu harmonisieren um schneller bestimmte geistige Erfahrungen und Erkenntnisse zu machen, nicht mehr und nicht weniger und wenn man diese gemacht hat, haftet auch kein Yogi oder Praktizierender daran an, genauso wie er auch nicht an anderen Riten oder Regeln anhaftet, die nicht unbedingt notwendig und sinnvoll sind. Leider hast du hier ein völlig falsches Verständnis vom Sinn und Zweck dieser Methoden und der vor-reformierten yogischen und tantrischen Praxis. und sind eben auch keine Riten oder Regeln sondern einfach Übungen genauso wie auch die Vipassana oder Schmatha meditation oder die anderen Übungen der 40 Kamatthana Übungen, wie sie im Visudhimagga und Vimuttimagga zusammengefasst sind.


    Zu Nyanatiloka und anderen heutigen Vertretern des Theravada sollte man auch berücksichtigen, dass sie nur den reformierten und modernen Theravada kennengelernt haben und eben nicht den unreformierten, yogischen und tantrischen Theravada, genauso auch wie die meisten deutschen Autoren und Vertreter des Theravada wie Hellmuth Hecker, Paul Debes, Karl Eugen Neumann, Paul Dahlke, Georg Grimm, Friedrich Zimmermann, die ich teilweise noch persönlich kennengelernt habe. All diese Vertreter des deutschen modernen Theravada kannten nur den reformierten modernen Theravada und haben auch nur dies gelernt und darüber geforscht und geschrieben und entsprechend auch nur ein einseitiges Bild vermittelt.
    Wie ich schon in vorherigen Kommentaren geschrieben habe es es in Thailand um 1840 und davor und danach einige Veränderungen in der Darstellung des Theravada und es wurden eben die vor-reformierten yogischen und tantrischen Elemente entfernt und verdrängt. Ähnliches passiertes auch in Sri Lanka und anderen von den Engländern und Franzosen besetzten buddhistischen Ländern Süd-Ostasiens, wo noch die britische Kolonialmacht auch eine prägende Rolle bei der Verdrängung und Unterdrückung dieser Elemente spielte. So spielt zB. in Sri Lanka der US Colonel Henry Steel Olcott (1832 –1907) eine wesentliche Rolle bei der Verbreitung eines katechisierten Buddhismus eine entscheidende Rolle, d.h. der Buddhismus wurde durch ihn durch ein protestantisch christliches Weltbild verändert und neu verbreitet. Colonel Olcott reiste 1860 zusammen mit Madame Helena Blavatsky nach Indien und Sri Lanka, was damals unter britischer Verwaltung und Herrschaft war. Damals galt der Buddhismus und Hinduismus als rückständische Religion und verlor in Sri Lanka immer mehr an Bedeutung und Verbreitung und in Sri Lanka wandten sich die Bevölkerung immer mehr dem Christentum oder anderen Religionen zu. Colonel Olcott interessierte sich zwar für den Buddhismus, aber eben auch nur für den reformierten modernen Elemente oder jedes vor-reformierte yogische, tantrische und magische Element und sorgte dann dafür, dass zwar der Buddhimsu in Sri Lanka wieder mehr verbreitet wurde, aber eben durch eine protestantische, katechistische Perspektive.
    siehe hierzu sein Werk: Buddhistischer Katechismus
    Der-Buddhistische-Katechismus.pdf

    Henry Steel Olcott - Wikipedia
    en.wikipedia.org

     Der von dir erwähnte Mönch Bhikkhu P. A. Payutto
    (Somdet Phra Buddhaghosacariya) vertritt eben auch nur die Sichtweise des reformierten modernen Theravada, aber eben nicht die vor-reformierte Form die noch im 18. Jahrhundert in Thailand, Sri Lanka, Laos, Kambodscha usw. noch sehr stark verbreitet und vertreten war und heute noch in den ländlichen Gebieten von Thailand, Laos, Kambodscha usw.

  • Igor07
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    • 28. Dezember 2025 um 19:30
    • #9
    verrückter-narr:

    Colonel Olcott reiste 1860 zusammen mit Madame Helena Blavatsky nach Indien und Sri Lanka, was damals unter britischer Verwaltung und Herrschaft war. Damals galt der Buddhismus und Hinduismus als rückständische Religion und verlor in Sri Lanka immer mehr an Bedeutung und Verbreitung und in Sri Lanka wandten sich die Bevölkerung immer mehr dem Christentum oder anderen Religionen zu. Colonel Olcott interessierte sich zwar für den Buddhismus, aber eben auch nur für den reformierten modernen Elemente oder jedes vor-reformierte yogische, tantrische und magische Element und sorgte dann dafür, dass zwar der Buddhimsu in Sri Lanka wieder mehr verbreitet wurde, aber eben durch eine protestantische, katechistische Perspektive.

    Du kannst denken, was du willst. Ich praktiziere seit sehr vielen Jahren nach der Hatha-Yoga-Pradipika und nach drei Bänden von Sarasvati, das ist ja die Bihar-Schule. Das ist reine Mystik und Okkultismus, also selig, wer glaubt. Der frühere Buddhismus lehrte das Leiden und sein Ende, alles andere kann man als Nebensache dazu stellen.
    Wenn jemand die reine Esoterik mit dem ursprünglichen Theravada vergleicht, dann bleibt kein Kern von Theravada dort, aber Okkultismus wie bei Blavatskaya, also bitte schön. So kann man den ganzen Buddhismus als reine Esoterik mit dem ganzen Kram, wie Kundalini, Chakras und dazu das Leben nach dem Tod als Fakt erklären.
    Sorry, da spiele ich nicht hier mit. Jedem das Seine.

    Danke für Feedback, ich bleibe bei Pali-Kanon. Danke!


    Zitat

    Kein esoterischer Buddhismus


    Als Buddha auf seiner letzten Wanderung erkrankt und wieder genesen war, bat ihn Ānanda, vor seinem Hinscheiden noch eine Bestimmung über die Bhikkhu-Gemeinde zu treffen. Buddha aber erwiderte: "Was erwartet denn die Gemeinde von mir? Ich habe die Lehre verkündet, ohne ein Geheimnis zurückzubehalten. Nie hatte ich den Hintergedanken, daß ich die Gemeinde leiten wolle oder daß die Gemeinde auf mich angewiesen sein solle. Ich bin jetzt alt und gebrechlich und werde bald sterben. Dann suchet eure Rettung und eure Zuflucht in euch selbst und in der Lehre und nirgends sonst!" Hiermit hat Buddha ausdrücklich erklärt, daß es keine buddhistische Geheimlehre, keinen "esoterischen Buddhismus" gibt. Die ganze Lehre ist öffentlich verkündet.

    BUDDHA UND SEINE JÜNGER

    Ein Leben ohne Selbsterforschung verdiente gar nicht gelebt zu werden.

    Sokrates

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    • 28. Dezember 2025 um 20:16
    • #10
    Kianga:

    "Esoterik" ist im asiatischen Buddhismus ein Fachbegriff und bedeutet nicht das, was wir in Europa damit verbinden.


    Zum esoterischen Buddhismus gehört einerseits, dass die Lehre nur teilweise öffentlich zur Verfügung steht und in der Regel im Lehrer-Schülerverhältnis Schritt für Schritt persönlich übertragen wird. Und andererseits, dass viel mit Symbolen gearbeitet und deren Wirkung dort sehr ernst genommen wird. Dazu gehören zum Beispiel Visualisierungstechniken in der Meditation (man lässt zum Beispiel Buddha als Bild vor dem geistigen Auge entstehen), aber auch die intensive Arbeit mit Mudras und Mantras. Man geht davon aus, dass durch diese intensive Lehrer-Schüler-Unterstützung die Erleuchtung schon in diesem Leben erreicht werden kann.


    In Japan hat sich innerhalb des Tendais ein esoterischer Zweig entwickelt, Taimitsu genannt. Die wichtigste klassische Schule des esoterischen Buddhismus in Japan ist aber die Shingon-Shū, die im 9. Jahrhundert von Kūkai gegründet wurde.

    Man kann auch den gesamten tibetischen Buddhismus zum esoterischen Buddhismus zählen.

    Deshalb wundert mich überhaupt nicht, dass es auch im Theravada einen esoterischen Zweig gibt.


    Der esoterische Buddhismus scheint unter den buddhistischen Richtungen wohl eher der kreativere Zweig zu sein, bei dem in den Übungen und Meditationen alle Sinne kreativ eingesetzt werden. Was ich persönlich aber nicht akzeptieren könnte, wäre das fast schon geheime Lehrer-Schüler-Verhältnis, was einerseits durchaus positiv und hilfreich sein kann, aber andererseits auch, zumindest bei nicht ausreichend gereifter Lehrerpersönlichkeit, einem Missbrauch Tür und Tor öffnen kann.

    Alles anzeigen

    Danke für deine Hinweise und Ergänzungen. Ja auch in Japan gibt es den esoterischen oder auch tantrischen Buddhsmus, er ist aber nicht nur im Shingon und Tendai Buddhismus vertreten, sondern auch z.B. im Rinzai-Zen und Soto-Zen. Myōan Eisai oder Yosai (japanisch 明菴 栄西, 1141-1215) der als einer der Gründer oder Wegbereites des Rinzai Zen in Japan gilt, war ursprünglich Mönchs der Tendai Tradition und studierte und praktizierte den tantrischen Taimitsu, aber auch die Lehren des Shingon. Er reiste 1168 nach China ins das Gebiet der Tiantai Gebirges und studierte dort nicht nur die Lehren des Chan-Patriarchen Xuan Huaichang (jap. Koan Ejō) in der Linie von Linji (jap. Rinzai). sondern auch die Lehren des tantrischen Tian-Tai (jap. Tendai) . Er kehrte 1191 nach Japan zurück und lehrte an verschiedenen Tempeln und gründete dort u.a. 1202 den Kennin-Tempel in Kyoto. Er lehrte allerdings an allen Tempeln und Klöstern die er besuchte und gründete nicht den reinen Chan Buddhismus, sondern gründete die Yōjō-Linie des esoterischen Tendai- Buddhismus (tendai mikkyō yōjō-ryū 天台密教葉上流) und die Ōryō-Linie des Rinzai-Shu, wo er eine Mischung aus Tendai, Shingon Mikkyo und Zen unterrichtete. An einigen dieser Tempel und Klöster werden diese 3 Lehren heute teilweise immer noch so unterrichtet, einige Tempel sind aber nun reine Rinzai-Zen Tempel. Vor einigen Jahren wurden im Tempel wie Shinpukuji 真福寺 (Nagoya, Aichi) Schriften von Yōsai entdeckt, der offiziell der Shingon-shū angehört.
    Eisai – Wikipedia
    Genauso wie Yōsai war auch der Gründer und Webbereiter des Soto-Zen, Dogen Zenji ursprünglich Mönch der Tendai Tradition und auch dieser war nicht nur mit Yosai bekannt, sondern war sogar dessen Schüler und praktizierte einige Jahre unter Myōzen dem Schüler vom Yosai im Kennin-Tempel in Kyoto und lernte dort auch die 3 Lehren kennen. Es war auch Yosai der Dogen dazu ermutigte, nach China zu reisen. Deshalb findet man auch heute noch in einigen Tempeln und Klöster des Soto-Zen auch noch die Lehren des Tendai und Shingon Mikkyo.

    Dōgen - Wikipedia

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    • #11
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    Rinzai Zen

    Zumindest scheint man im Rinzai hier und da anfangs auch anders zu atmen als im Soto: dh einatmen ins Hara, ein paar Sekunden den Atem im Hara halten, und dann länger als man eingeatmet hat wieder ausatmen.


    Findet man auch in Sekidas (Rinzai) Buch Zen Training. Während ich im Soto nur von einfach nur atmen bisher nur gelesen und gehört habe.


    Aber erstere Atemtechnik führt laut Sekida auch schneller zum Kensho.

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    • 28. Dezember 2025 um 23:04
    • #12

    Shodo Harada Roshi geht im Buch „Der Weg zu Bodhidharma“ im Übrigen auch auf Ki (Lebensenergie) und Chakren ein.

  • verrückter-narr
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    • 29. Dezember 2025 um 01:58
    • #13
    Samadhi1876:

    Zumindest scheint man im Rinzai hier und da anfangs auch anders zu atmen als im Soto: dh einatmen ins Hara, ein paar Sekunden den Atem im Hara halten, und dann länger als man eingeatmet hat wieder ausatmen.


    Findet man auch in Sekidas (Rinzai) Buch Zen Training. Während ich im Soto nur von einfach nur atmen bisher nur gelesen und gehört habe.


    Aber erstere Atemtechnik führt laut Sekida auch schneller zum Kensho.

    Danke für diesen Hinweis. Das Halten der Atmung im Hara oder Nabelbereich bzw. Sonnengeflecht ist zB. auch ein Teil der tantrischen Tummo Atemtechnik. die im Yoga Candali genannt wird. Bei der Tummo Atemtechnik versucht man allerdings noch den unteren Beckenbodenbereich zu "verschliessen" mit der Yogatechnik Mulabandha, und visualisiert dann noch in der Nabelgegend eine Flamme, Feuer oder Sonne die Wärme ausstrahlt. Die Atemtechnik wird auch Vasenatmung genannt, weil man sich vorstellen soll, dass im Beckenboden eine Vase steht in dem man den Atem einschliesst. usw. Im Yoga wird die Technik Candali gebannt, weil im Beckenboden auch ein wichtiger Bereich ist, der sogenannte Canda- oder Kanda-Punkt, der als Quelle aller Energiekanäle gesehen wird.

    Yoga Vidya: Kanda

    Von Candali leitet sich dann auch der Begriff Kundalini-Shakti oder Kundalini Energie ab, den man vielleicht eher kennt.

    Das war es erstmal mit den geheimen esoterischen Lehren für heute.

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    • 29. Dezember 2025 um 05:53
    • #14

    Danke auch von meiner Seite für deine detaillierten Ausführungen.


    Im Za Zen kippt man zumindest das Becken auch etwas nach vorne. Wahrscheinlich hat das auch damit zu tun, wie das was Du über das Becken beschreibst.

    Über die Handhaltung im Za Zen „kosmisches Mudra“ habe ich detailliert auch nie was gefunden. Außer im Yoga.


    Nachdem was Du nun geschrieben hast kann ich mir aber gut vorstellen „woher manches kommt“ bzw. das das ein oder andere auch in anderen Praktiken vor kommt.


    „Esoterik“ würde ich es persönlich aber nicht nennen. Bzw finde ich nicht ganz passend. Aber wie soll man es im Westen nennen. Vieles war im Westen unbekannt und wurde zB dort auch zu Neo - … für die Westler gefühlt gemacht. Sei es aus Vereinfachung oder zwecks besserer „Kommerzialisierung“

    Beim Za Zen hatte ich auch die Erfahrung das ein Chakra sich gefühlt „erwärmte“: Sonnengeflecht deutlich spürbar wurde . Das war anfangs. Und ich kann mir das auch mit der wieder besser fließenden Lebensenergie durch gerade Wirbelsäule und Atemtechnik und Lösen von Blockaden erklären. Oder so Sachen wie mit dem „dritten Auge“.


    Über Erscheinungen wie Makyos bei der Meditation ist generell im Westen auch nicht viel zu lesen.

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    • 29. Dezember 2025 um 06:26
    • #15

    Die Kultur eines Landes spielt auch eine nicht unwesentliche Rolle bei der Einführung von etwas „Fremdem“ aus einem Land, wo das was „importiert“ wird, selbstverständlich oder besser verständlich ist. Denke da auch gerade an Wabi Sabi.

  • Igor07
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    • 29. Dezember 2025 um 09:28
    • #16
    verrückter-narr:

    B. auch ein Teil der tantrischen Tummo Atemtechnik. die im Yoga Candali genannt wird. Bei der Tummo Atemtechnik versucht man allerdings noch den unteren Beckenbodenbereich zu "verschliessen" mit der Yogatechnik Mulabandha, und visualisiert dann noch in der Nabelgegend eine Flamme, Feuer oder Sonne die Wärme ausstrahlt. Die Atemtechnik wird auch Vasenatmung genannt, weil man sich vorstellen soll, dass im Beckenboden eine Vase steht in dem man den Atem einschliesst. usw. Im Yoga wird die Technik Candali gebannt, weil im Beckenboden auch ein wichtiger Bereich ist, der sogenannte Canda- oder Kanda-Punkt, der als Quelle aller Energiekanäle gesehen wird.

    Yoga Vidya: Kanda

    Ach ja, das stimmt. Was im Westen oft als einfache Gymnastik praktiziert wird, so wie Kundalini-Yoga nach Bhajan, sollte unbedingt nur durch sehr erfahrene Lehrer erfolgen, und das ist die Grundvoraussetzung. Ansonsten ist es möglich, jahrelang Symptomatik zu bekommen, über welche Mediziner hier keinen blassen Schimmer haben. So Studien von W. Britton über die Nebenwirkungen der Meditation, besonders bei tibetischen Buddhismus-Praktizierenden. Das sollte unbedingt erwähnt werden.
    Und ich verlinke es:


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    Negative Symptoms of Meditation — Cheetah House
    There are numerous adverse effects from meditation, such as hyperarousal, dissociation, panic and uncomfortable bodily sensations.
    www.cheetahhouse.org


    P.S.


    Und der Dalai Lama wollte nicht darüber reden und hat versucht, alles zu vertuschen. Tja, das brauche ich nicht weiter zu kommentieren.


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    Da bin ich leider noch nicht fertig, also bitte „Vajrayana“ auf Englisch auf Wikipedia lesen, aber das hier ist auf Deutsch, was ich persönlich sehr stimmig finde.


    Zitat

    Aus dem Mahayâna entwickelte sieh etwa 500 Jahre später, also um die Mitte des ersten Jahrtausends nach Christus, eine weitere Form des Buddhismus, das Vajrayāna, das Diamant- oder Donnerkeil-Fahrzeug. Es besteht in einem verwickelten System von Zaubersprüchen und Zauberriten, durch die man Wunderkräfte in sich zu entfalten glaubte. Von den Anhängern dieser Richtung wurde als höchstes Wesen der Buddha Vairocana verehrt. Der Kultus artete schliesslich aus zu einem rituellen Geschlechtsverkehr. Der Theorie nach soll bei diesem Akt keine sinnliche Lust erstrebt, sondern jenseitige Erkenntnis erweckt werden. Der Handelnde «soll sich seiner Identität mit der ewigen Weltkraft bewusst werden, in welcher alle Zweiheit aufgehoben und die Wonne des All-Einen, Absoluten verwirklicht ist. Indem er die Frau ‚erkennt‘, gewinnt er die übersinnliche Erkenntnis, dass alles individuelle Denken im Schoss der ‚Leere‘ vergeht und dass jedes scheinbare Selbst in einer höheren Einheit aufgehoben wird». (FN 1) Im Vajrayāna hat sich der Buddhismus in sein Gegenteil verkehrt.

    Fußnote (1) Helmut von Glasenapp, Der Buddhismus in Indien und im Fernen Osten, Berlin 1939, Seite 91.

    Als der Buddhismus solche Formen angenommen hatte, ging er in seinem Heimatlande Indien zugrunde, verdrängt durch den Hinduismus, in dem einiges von der Lehre des ursprünglichen Buddhismus in anderer Gestalt fortlebt. In Ostasien und in Tibet breitete sich aber der Buddhismus immer mehr aus, und zwar vorzugsweise in der Form des Mahayāna, das man deshalb, wenn auch nicht ganz zutreffend, als nördlichen Buddhismus bezeichnet.

    Geschichtlicher Überblick 


    verrückter-narr .


    Was bei deinen Wissenschaftlern sollte berücksichtigt werden: Sie haben den Kern des Buddhismus missverstanden. Und das ist kein Yoga, sondern Anatta und die bedingte Entstehung.

    Und das ist im realen Leben durchaus umsetzbar und braucht keine esoterischen oder okkulten Methoden._()_

    Dateien

    3EGWvKHo.pdf 1,29 MB – 2 Downloads

    Ein Leben ohne Selbsterforschung verdiente gar nicht gelebt zu werden.

    Sokrates

    2 Mal editiert, zuletzt von Igor07 (29. Dezember 2025 um 09:52)

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    • 29. Dezember 2025 um 11:08
    • #17

    Glasenapp 1939 ist nun 87 Jahre her. Zu seiner Zeit war das der Stand der Forschung, es klingt bei ihm aber noch viel abendländische Begrifflichkeit durch, die dann auch das damalige Denksystem beeinflussten: jenseitige Erkenntnis Zaubersprüche, Wunderkräfte. Glasenapp fehlten noch 50 Jahre, bis massiv Westler vor Ort die Sprachen lernten und damit auch den begrifflichen Rahmen zurechtrückten, aus dem heraus manches besser verständlich wurde, als bei Glasenapp. So würde man heute nicht mehr pauschal sagen: "der Buddhismus hat sich in sein Gegenteil verkehrt", sondern etwas sachlicher: "Vajrayana hat Methoden hinzugenommen, die im frühen Buddhismus nicht akzeptabel waren. Das Ziel des Vajrayana ist dasselbe wie beim Mahayana".

  • Igor07
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    • 29. Dezember 2025 um 12:12
    • #18
    crocus:

    So würde man heute nicht mehr pauschal sagen: "der Buddhismus hat sich in sein Gegenteil verkehrt", sondern etwas sachlicher: "Vajrayana hat Methoden hinzugenommen, die im frühen Buddhismus nicht akzeptabel waren. Das Ziel des Vajrayana ist dasselbe wie beim Mahayana".

    Na ja, darf ich diese Aussage bezweifeln? Das ist mein letzter Beitrag hier, aber ich wollte die englische Version von Wikipedia zitieren. Die Übersetzung folgt automatisch im Browser:


    Zitat

    Vajrayāna Rituale umfassen auch sexuelles Yoga, Vereinigung mit einer körperlichen Gemahlin als Teil fortgeschrittener Praktiken. Einige Tantras gehen noch weiter: Das Hevajra-Tantra sagt: "Du solltest Lebewesen töten, lügende Worte sprechen, nehmen, was nicht gegeben wird, mit den Frauen anderer verwechseln." 58] Während einige dieser Aussagen wörtlich als Teil der rituellen Praxis genommen wurden, wurden andere, wie das Töten, metaphorisch interpretiert. In der Hevajra wird "Töten" definiert als die Entwicklung von Konzentration, indem der Lebensatem diskursiver Gedanken getötet wird.[ 59] Ebenso, während die tatsächliche sexuelle Vereinigung mit einem physischen Gemahl praktiziert wird, ist es auch üblich, einen visualisierten Gemahl zu verwendencitation needed.

    Das ist aber echt krass, oder? Was hat das alles mit dem ursprünglichen Theravada und Mahayana zu tun, kann man nur raten. Und der Artikel ist genug aktuell, oder?
    Im Buch von Peter Gäng „Buddhismus“ kann man noch etwas Stärkeres finden. Das sollte als Ausdruck der Nicht-Dualität betrachtet werden: Tod, Essen von Kot und so weiter.
    Das ist alles zum Thema, man kann das löschen oder verschieben. Aber genau solche geheimen Praktiken stellen den Nährboden für Missbrauch dar, besonders im tibetischen Buddhismus.:shrug::silent::taube:

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    • 29. Dezember 2025 um 12:37
    • #19
    Igor07:
    Zitat

    Vajrayāna Rituale umfassen auch sexuelles Yoga, Vereinigung mit einer körperlichen Gemahlin als Teil fortgeschrittener Praktiken. Einige Tantras gehen noch weiter: Das Hevajra-Tantra sagt: "Du solltest Lebewesen töten, lügende Worte sprechen, nehmen, was nicht gegeben wird, mit den Frauen anderer verwechseln." 58] Während einige dieser Aussagen wörtlich als Teil der rituellen Praxis genommen wurden, wurden andere, wie das Töten, metaphorisch interpretiert. In der Hevajra wird "Töten" definiert als die Entwicklung von Konzentration, indem der Lebensatem diskursiver Gedanken getötet wird.[ 59] Ebenso, während die tatsächliche sexuelle Vereinigung mit einem physischen Gemahl praktiziert wird, ist es auch üblich, einen visualisierten Gemahl zu verwendencitation needed.

    Das ist aber echt krass, oder? Was hat das alles mit dem ursprünglichen Theravada und Mahayana zu tun, kann man nur raten. Und der Artikel ist genug aktuell, oder?
    Im Buch von Peter Gäng „Buddhismus“ kann man noch etwas Stärkeres finden. Das sollte als Ausdruck der Nicht-Dualität betrachtet werden: Tod, Essen von Kot und so weiter.
    Das ist alles zum Thema, man kann das löschen oder verschieben. Aber genau solche geheimen Praktiken stellen den Nährboden für Missbrauch dar, besonders im tibetischen Buddhismus.:shrug::silent::taube:

    Danke für deine Anmerkungen und Ergänzungen. Ja solche Dinge stehen tatsächlich in einigen der buddhistischen tantrischen Schriften, aber ihr Ursprung liegt nicht im tibetischen Buddhismus, sondern im indischen Tantra, das auch in andere buddhistische Länder wie China, Korea, Japan, aber auch Thailand, Sri Lanka, Laos, Kambodscha, Myangmar, Afghanistan, Pakistan, Bangladesh, Malaysien, Indonesien usw. im Laufe der Geschichte verbreitet wurde. Generell unterscheidet man im Tantra zwischen zwei Sichtweisen, dem rechte Hand Tantra (Dakshina Marga) und dem linke Hand Tantra (Vama Marga) in dessen Texten solche Dinge wie von dir beschrieben stehen. In den Texten des rechte Hand Tantra allerdings nicht. Nach Tibet wurden nun Texte aus beiden Traditionen übertragen, aber die allgemeine buddhistische Sichtweise ist, dass auch die Texte des linke Hand Tantra nicht wörtlich zu nehmen sind, sondern nur eine symbolische, tabubrechende Deutung haben sollen, um die Anhaftung und Abneigung gegen zB. Riten und Regeln (Sīlabbata-parāmāsa), was zu eine der ersten Fesseln (saṃyojana) zählt und ein Hindernis auf dem Weg zur Befreiung und Erwachen darstellt. Es ist aber auch richtig, dass leider einige Lehrer und Praktizierende diese Sichtweise und Konzept des linke Hand Tantra nicht korrekt verstanden haben, und einige Teile der Texte nach belieben wortwörtlich nehmen und andere Menschen und Wesen dadurch schädigen, was nicht der ursprünglich Sinn und Zweck der Lehren und Methoden ist. Die fehlgeleiteten Praktizierenden nehmen allerdings nicht alle Inhalte der Texte wortwörtlich, was auch zeigt dass sie den Sinn nicht richtig verstanden haben, und essen zB. keine Fäkalien und trinken kein Blut, Urin, Sperma, usw. wie auch in den Texten symbolisch beschrieben wird. Deshalb gelten die Tantra auch als geheime, esoterische Schriften, weil deren richtige Bedeutung und Sinn für den uneingeweihten und ungebildeten nicht richtig zu verstehen ist und deshalb ist es erforderlich eine geeignete Person zu finden, die die richtige Sichtweise und Erfahrung hat. Sarva Mangalam. Om Shanti.

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    • 29. Dezember 2025 um 12:37
    • #20
    Igor07:

    Das ist aber echt krass, oder? Was hat das alles mit dem ursprünglichen Theravada und Mahayana zu tun, kann man nur raten. Und der Artikel ist genug aktuell, oder?

    Ja krass. Hört sich mehr nach Verzweiflung an sich irgendwie durch Äußeres von etwas zu befreien, oder meinen zu können. Ähnlich wie umgekehrt Askese.

  • crocus
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    • 29. Dezember 2025 um 18:05
    • #21

    Wenn man über Wikipedia hinausgeht und das ganze Hevajratantra liest, kommt man an zwei Stellen vorbei: 1) der Text ist nur für Leute, die eine Einweihung und die Erklärungen dazu erhalten haben. 2) es ist gibt Erklärung im Text, was mit den Aussagen gemeint ist. Du sollst Lebewesen töten heißt z.B. du sollst dich von der Anhaftung befreien, du und andere Lebewesen hätten ein beständiges Ego.
    Ich befasse mich seit 15 Jahren mit Hevajra und habe noch nie Fäkalien gegessen. Für die ganz Unbedarften hat Rainer Meyer seiner deutschen Übersetzung noch ein warnendes Vorwort vorgesetzt:
    "magische Rituale, deren Inhalte nicht mit den ethischen Grundlagen
    des Buddhismus oder irgendeiner anderen Religion in Einklang zu
    bringen sind. Hier tritt das Gift der Welt ein, und es wird nicht in
    Bausteine des Weges verwandelt. Der Leser muß das Nützliche und
    Heilsame unterscheiden von jenem, das dies per se nicht ist."

    Meine Meinung: Anuttarayoga-Tantra ist nichts für Jedermann und nichts, was man an einem Wochenende erlernt.

  • Igor07
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    • 29. Dezember 2025 um 19:42
    • #22
    crocus:

    Unbedarften hat Rainer Meyer seiner deutschen Übersetzung noch ein warnendes Vorwort vorgesetzt:
    "magische Rituale, deren Inhalte nicht mit den ethischen Grundlagen
    des Buddhismus oder irgendeiner anderen Religion in Einklang zu
    bringen sind. Hier tritt das Gift der Welt ein, und es wird nicht in
    Bausteine des Weges verwandelt. Der Leser muß das Nützliche und
    Heilsame unterscheiden von jenem, das dies per se nicht ist."

    Das ist aber der springende Punkt, denn es geht um Theravada.

    Über die ethischen Regeln kann man mehr als genug im Pali-Kanon nachlesen; sie sind sehr klar und eindeutig.

    Der ursprüngliche Buddhismus, wie ihn zum Beispiel E. Conze beschreibt/ und "definiert"/, war sogar frauenfeindlich und antisexistisch, das ist ja ein Fakt.

    In vielen Biografien des Buddha liest man über Massensuizide von Mönchen nach Leichenbetrachtungen. Anscheinend handelte es sich um die Leiche einer besonders schönen Kurtisane. Ich war nicht dabei und kann das leid-er nicht persönlich überprüfen.

    Und dann die ganze Visuddhi-Magga, wo die Mönche Frauen wie die Pest mieden – es wäre für sie besser zu sterben, als eine Frau zu berühren. Ich könnte das Ganze zitieren, aber jeder Theravada kennt es sowieso auswendig. Hoffe ich.

    Lange Rede, kurzer Sinn: Die zweite edle Wahrheit spricht über das Verlangen als Ursache des Leidens. Sex gehört dazu, oder täusche ich mich?

    Über welchen Buddha sprechen wir dann eigentlich? Wenn man eine theosophische Gesellschaft( via Frau Blavatsky ..) und "Geheime"! Yoga-Praktiken mit dem vergleicht, was im Pali-Kanon steht, entsteht ein völlig anderes Bild vom Buddha. Oder?

    Das sind sehr verschiedene Zugänge.

    Wenn ich die ganze Tradition der Wald-Klöster lese, dann waren die Mönche dort – egal ob in Fantasie oder Realität – in sexueller Hinsicht strikt zurückhaltend. Sehr milde ausgedrückt.

    Viele Gelehrte, wie Mircea Eliade oder Georg Feuerstein, betrachten den gesamten Buddhismus als Teil des Yoga oder Hinduismus. Also sollten wir aus dem „Buddha-Land“ ein Yoga-Land machen? War ein Scherz, oder?


    Also, siehe MN 11 als die Illustration.

    Oder:


    Zitat

    When this was said, the Blessed One said to Kevatta the householder, "Kevatta, I don't teach the monks in this way: 'Come, monks, display a miracle of psychic power to the lay people clad in white.'"

    Das ist doch sehr klar und eindeutig, wie ich finde.


    Kevaṭṭa Sutta  (DN 11)


    P.S.

    Na ja, wir sollten auch den ganzen Pali-Kanon ein wenig berichtigen. Kleine Korrektur. Warum denn nicht?

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    • 4. Januar 2026 um 00:05
    • #23
    Igor07:

    In vielen Biografien des Buddha liest man über Massensuizide von Mönchen nach Leichenbetrachtungen. Anscheinend handelte es sich um die Leiche einer besonders schönen Kurtisane. Ich war nicht dabei und kann das leid-er nicht persönlich überprüfen.

    Und dann die ganze Visuddhi-Magga, wo die Mönche Frauen wie die Pest mieden – es wäre für sie besser zu sterben, als eine Frau zu berühren. Ich könnte das Ganze zitieren, aber jeder Theravada kennt es sowieso auswendig. Hoffe ich.

    Lange Rede, kurzer Sinn: Die zweite edle Wahrheit spricht über das Verlangen als Ursache des Leidens. Sex gehört dazu, oder täusche ich mich?

    Über welchen Buddha sprechen wir dann eigentlich? Wenn man eine theosophische Gesellschaft( via Frau Blavatsky ..) und "Geheime"! Yoga-Praktiken mit dem vergleicht, was im Pali-Kanon steht, entsteht ein völlig anderes Bild vom Buddha. Oder?

    Das sind sehr verschiedene Zugänge.

    Wenn ich die ganze Tradition der Wald-Klöster lese, dann waren die Mönche dort – egal ob in Fantasie oder Realität – in sexueller Hinsicht strikt zurückhaltend. Sehr milde ausgedrückt.

    Viele Gelehrte, wie Mircea Eliade oder Georg Feuerstein, betrachten den gesamten Buddhismus als Teil des Yoga oder Hinduismus. Also sollten wir aus dem „Buddha-Land“ ein Yoga-Land machen? War ein Scherz, oder?


    P.S.

    Na ja, wir sollten auch den ganzen Pali-Kanon ein wenig berichtigen. Kleine Korrektur. Warum denn nicht?

    Alles anzeigen

    Bezüglich der Geschichte über Massensuizide von Mönchen gibt es verschiedene Varianten der Geschichte in unterschiedlichen Texten. In einigen wird auch dargestellt dass ein anderer Mönch namens Migalandika die Mönche getötet haben soll. Grund war aber wohl eher, dass die Mönche noch nicht geistig und psychisch gefestigt waren um über die direkte Erfahrung der Vergänglichkeit des Körper konfrontiert zu werden. Wer schon mal ein längeres Retreat über mehrere Wochen gemacht hat, weiss vielleicht dass bei intensiver Meditation verschiedene Erfahrungen und Phänomene auftreten können, die einen Menschen psychisch stark belasten können, wenn man nicht gefestigt ist,
    siehe The Mass Suicide of Monks in Discourse and Vinaya Literature by Bhikkhu Anālayo with an Addendum by Richard Gombrich

    https://www.buddhismuskunde.uni-hamburg.de/pdf/5-personen/analayo/mass-suicide.pdf


    Ja Sex kann auch eine Form des Leidens und des Verlangens sein und als untrainierter Mensch sollte man auch vorsichtig sein, wie und mit welcher Person man dieses Verlangen auslebt, denn der andere Partner kann sehr leicht emotional oder auch körperlich direkt oder indirekt verletzt werden, weshalb der Buddha ja auch einige ethische Regeln (Shila) überliefert hat. Diese gibt es aber auch im Mahayana und Vajrayana Buddhismus und du wirst es nicht glauben, aber dort sind diese Regeln sogar strenger und ausführlicher als im Theravada und Pali Kanon. So erlaubt der Theravada den Sex unter Umständen auch zwischen Nicht-Eheleuten und auch den Anal- und Oral-Verkehr, und auch zu jeder Tages- und Nachtzeit und an allen Orten, was aber alles nach den Lehren des Mahayana und des Vajrayana verboten ist und als unheilsame sexuelle Handlung gilt. Die Lehren der theosophische Gesellschaft( via Frau Blavatsky) haben auch nichts mit dem Mahayana und Vajrayana Buddhismus zu tun und wie ich am Beispiel von Colonel Olcott gezeigt habe, hatten er und die Theosophische Gesellschaft mehr einen Einfluss auf die Verbreitung des Theravada Buddhismus in Sri Lanka und Indien, nicht aber auf den Mahayana und Vajrayana. Die Lehren und Methoden des Boran Kamatthana gehören auch zum Theravada Buddhismus, wie er vor der Reformation durch König Rama IV Mongkut (1804- 1868) in Thailand und anderen Südostasiatischen Ländern bestand und auch die vorherrschende Interpretation des Theravada war und schon mehr als 2.000 Jahre vorher dort verbreitet war und einige Jahre älter ist als der Mahayana Buddhismus und Jahrhunderte Älter als der Vajrayana Buddhismus. Es ist wohl eher so, dass sich der Mahayana und Vajrayana aus den Boran Kamatthana entwickelt haben und nicht umgekehrt. Einige der dort gelehrten Methoden und Lehren sind auch schon aus der Zeit des Rigveda bekannt, d.h. mehr als 3.500 Jahre alt und stammen aus vorbuddhistischen Zeiten und sind auch keine Erfindung der Theosophischen Gesellschaft oder anderer neuen Modebewegungen.


    Mahayana Verbote (Übersetzung aus dem Englischen)

    Sūtra der Upāsaka-Gebote, Heft 6, T24n1488p1069a4-5
    „Wenn man zu einer unangemessenen Zeit oder an einem ungeeigneten Ort Geschlechtsverkehr mit jemandem hat, der jungfräulich ist, nicht die eigene Frau oder keine Frau ist, begeht man die Sünde des sexuellen Fehlverhaltens.“
    Mahāvaipulya Sūtra der Buddha-Schmuck, T10n279p185a29-b2
    „Dieser Bodhisattva ist mit seiner eigenen Frau zufrieden und verfolgt niemals die Frau eines anderen. Er begehrt nicht einmal seine Frau oder Konkubinen, noch Frauen unter seinem Schutz, verlobt mit seinen Verwandten oder gesetzlich geschützt, geschweige denn, tatsächlich mit ihnen Geschlechtsverkehr zu haben, geschweige denn auf eine perverse Weise.“
    „perverse Weise“ (非道, d.h. amārga) wird in verschiedenen Abhandlungen als nicht-vaginaler Geschlechtsverkehr definiert.
    Das Abhidharmakosabhāṣya umfasst dies als „Geschlechtsverkehr mit der eigenen Frau auf verbotene Weise“, was bedeutet, dass oraler und analer Sex verboten ist.
    Mahaprajnaparamitopadesa:

    „Wenn jemand mit seiner eigenen Frau (kalatra) Verkehr hat, während sie ein Gelübde abgelegt hat (samādānaśīla), schwanger ist (garbhiṇī) oder ein Kind stillt (pāyayanti) – oder auf verbotene Weise (amārga) – dann ist das unzulässige sexuelle Verhalten.“ (T25no1509p156c8-9) „Mit einer verbotenen Art (amārgasthāna) ist alles gemeint, was nicht über das weibliche Organ (yoni) geschieht. Der Geist der Frau verabscheut [solche Praktiken], und jemanden zu solchen Ungehörigkeiten zu zwingen, wird als unzulässiges sexuelles Verhalten bezeichnet.“ (T25no1509p156c17)

    Der Siksasamuccaya (Kap. 4) listet nicht-vaginale Sexualakte (tr Bendall-Rouse (S. 80): „Ebenso der Mann, der seine Frau gegen dessen Art benutzt.“; „evaṃ svastrīṣvapyayonimārgeṇa gacchataḥ“; 復次邪行非道行欲) zusammen mit Bestialität und Vergewaltigung als Ursachen dafür auf, in die tiefste kalte Hölle zu fallen.

    Vajrayana Regeln (Übersetzung aus dem Englischen)
    Die Worte meines vollkommenen Lehrers von Patrul Rinpoche.
    1.3 SEXUELLES FEHLVERHALTEN
    Die folgenden Regeln gelten für Laien. In Tibet, während der Herrschaft des Dharma-Königs Songtsen Gampo, wurden auf Grundlage der zehn positiven Handlungen Gesetze eingeführt, die sowohl Regeln für Laien als auch für die religiöse Gemeinschaft umfassten. Hier beziehen wir uns auf jene Verhaltensbeschränkungen, die für Laien vorgesehen sind, die als Haushalter eine angemessene Ethik befolgen sollten. Mönche und Nonnen hingegen sollten den Geschlechtsakt gänzlich vermeiden. Das schwerwiegendste sexuelle Fehlverhalten besteht darin, andere Menschen dazu zu bringen, ihre Gelübde zu brechen. Sexuelles Fehlverhalten umfasst auch Handlungen, die mit bestimmten Personen, Orten und Umständen verbunden sind: Masturbation; sexuelle Beziehungen mit einer Person, die verheiratet ist oder mit jemand anderem liiert ist; oder mit einer freien Person, aber bei hellem Tageslicht, während der Einhaltung eines eintägigen Gelübdes, während Krankheit, Not, Schwangerschaft, Trauer, Menstruation oder nach der Geburt; an einem Ort, an dem Darstellungen der Drei Juwelen vorhanden sind; mit den eigenen Eltern, anderen verbotenen Familienmitgliedern oder mit einem noch nicht geschlechtsreifen Kind; im Mund oder Anus, und so weiter.


    Das Juwel der Befreiung: Der Wunsch-erfüllende Edelstein der edlen Lehren von Gampopa

    3. Sexuelles Fehlverhalten
    a) Klassifizierung sexuellen Fehlverhaltens. Es gibt drei Arten von sexuellem Fehlverhalten: geschützt von der Familie, geschützt vom Eigentümer und geschützt vom Dharma. Das erste bedeutet sexuelles Fehlverhalten mit eigenen Mutter, Schwester und so weiter. Die zweite bedeutet sexuelles Fehlverhalten mit jemandem, der einem Ehemann oder König gehört, und so weiter. Die dritte hat fünf Unterkategorien: Selbst mit der eigenen Frau bezieht sich sexuelles Fehlverhalten auf ungeeignete Körperteile, unangemessene Orte, unangemessene Zeit, unangemessene Anzahl und unangemessenes Verhalten. Ungeeignete Körperteile sind Mund und Anus. Ungeeignete Orte befinden sich in der Nähe des geistlichen Meisters, des Klosters oder der Stupa oder in einer Menschenmenge. Unpassende Zeiten treten während eines besonderen Retreats auf, während der Schwangerschaft, beim Stillen eines Kindes oder bei Licht. Eine falsche Zahl ist mehr als fünffach. Unangemessenes Verhalten bezeichnet das Schlagen oder Geschlechtsverkehr mit einem Männchen oder Hermaphroditen im Mund oder Anus.
    b) drei Folgen sexuellen Fehlverhaltens. "Ergebnis der Reifung des Akts" bedeutet, dass der Akteur als hungriger Geist geboren wird. "Ergebnis, das der Ursache ähnelt" bedeutet, dass der Akteur, selbst wenn er im Menschenreich geboren wird, die Frau seines Feindes wird. "Allgemeines Ergebnis der Kraft" bedeutet, dass der Akteur an einem Ort mit mehr Staub als üblich geboren wird. c) Besondere Handlung sexuellen Fehlverhaltens. Geschlechtsverkehr mit der eigenen Mutter, die ebenfalls eine Arhat ist, ist sehr schweres negatives Karma.

  • Igor07
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    • 4. Januar 2026 um 12:10
    • #24
    verrückter-narr:

    und des Verlangens sein und als untrainierter Mensch sollte man auch vorsichtig sein, wie und mit welcher Person man dieses Verlangen auslebt

    Ha ha ha … was bedeutet der "untrainierte Mensch"? Von dir hier erwähnte Paul Debes übersetzt MN 1: „Die Befriedigung ist die Wurzel des Leidens“.
    Meine Hypothese besteht darin, dass der junge Prinz echt übersättigt war von so vielen Kurtisanen, die er rund um die Uhr hatte. Ihm war einfach am Ende echt sau- übel. Sehr gut ist das Ganze mit der Geschichte von Siddhartha im Roman von H. Hesse zu vergleichen.
    Sorry, das ist ein kleiner OT. Wenn du woanders über die yogischen und zugleich die buddhistischen Techniken schreibst, dann meint Patanjali: Asana ist die Kunst, ruhig zu sitzen, sehr lange Zeit, nur so ist Samadhi möglich. Das gilt auch für den Buddhismus. Diese ganze Trickkiste mit dem Halten des Atems aktiviert den Sympathikus, dann kann man über echte Ruhe nur träumen. Reine Neurobiologie.(:

    Ein Leben ohne Selbsterforschung verdiente gar nicht gelebt zu werden.

    Sokrates

  • Qualia
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    • 4. Januar 2026 um 12:12
    • #25

    Und was ist die Edle Wahrheit von Dukkha? Geburt ist Dukkha; Altern ist Dukkha; Tod ist Dukkha; Kummer, Klagen, Schmerz, Trauer und Verzweiflung sind Dukkha; nicht bekommen, was man sich wünscht, ist Dukkha.


    Zitat

    nicht bekommen, was man sich wünscht


    Wird zum Leiden, wenn man für die Erfüllung seiner Wünsche die Tugenden verbiegen oder gar brechen muss. Unangemessener Sex gehört zu den Wünschen, die man nicht erfüllt bekommt, sie also erzwingt.


    Zitat

    Keinen Sex haben, ist nicht Teil der edlen Wahrheit des Leidens.

    Sex verbieten, sogar durch extreme Missachtung und Verachtung von Frauen, ist allerdings ein Gesetz, das immer zerschlagen werden muss. Das ist übrigens meine grundlegende Ablehnung des Buddhismus, der seinen Mitgliedern das aufzwingt. Da hat Buddha meinem Empfinden nach vollkommen versagt, in seiner Lehre ist das aber für mich verzeihlich, zeitbedingt und nur ein minimales Versagen, das durch Mönchtum und Klosterbildung erzwungen wurde. Denn Mönche sind keine normalen Menschen mehr, sie halten sich für heilig.

    Wenn es eine Quelle gibt, ist es Ich.

    Ich ist nicht leer oder tot.

    Ich ist offen und frei,

    für sein ergreifen, festhalten, loslassen,

    für das ergriffen, festgehalten, verlassen werden.

Ausgabe №. 135: „Achtsamkeit und Aktivismus"

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