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"Himmel" oder Nibbana/Nirvana? (MN97) - Glücklich leben - jetzt und hier...

  • Anna Panna-Sati
  • 23. März 2024 um 20:06
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  • Anna Panna-Sati
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    • 23. März 2024 um 20:06
    • #1

    Hallo, ihr Lieben, :)

    heute würde ich gerne ein Thema zur Diskussion stellen, das mir schon länger am Herzen liegt.

    Natürlich - davon gehe ich in diesem Forum mal aus - würden wir alle gerne Befreiung/Nibbana/Nirvana "erlangen", vom Leiden befreit, "glücklich" leben und praktizieren daher - mehr oder weniger intensiv/engagiert - den Buddhadharma.

    Manche hier scheinen, soweit ich das überhaupt so von außen beurteilen kann, spirituell schon weit fortgeschritten zu sein, andere (dazu zähle ich auch mich) stehen noch relativ am Anfang des Weges oder befinden sich in einem mittleren Bereich...

    Der Buddha äußerte sich, lt. Palikanon, über seine Lehre folgendermaßen:

    .."‘Die von mir erkannte Lehre [21] ist tiefgründig, schwer ersichtlich, schwer zu verstehen, friedvoll, erhaben, beschäftigt sich nicht mit Logik [22] , ist fein­sinnig, nur den Weisen verständlich. Denn am Wünschen haftet [23] die Menschheit, hat Freude am Wünschen, hegt Sympathie für das Wünschen. Darum ist für die am Wünschen hängende, Freude am Wünschen habende, das Wünschen sympa­thisch findende Menschheit diese Lehre schwer ersichtlich, nämlich gerade die Ursächlichkeit des von Bedingtheiten abhängigen Entstehens. .." (Maha Vagga 5)


    Gar keine Frage (oder?), dass nur wenige Übende das Ziel erreichen werden, auch, wenn alle das Potenzial zur Erleuchtung (Mahayana: "Buddhanatur") in sich tragen...

    Was tun, wenn man die Chance dieses einen, wertvollen menschlichen Daseins, ein sinnvolles, glückliches Leben zu führen, bestmöglich nutzen möchte?

    Ayya Khema unterschied in einem Vortrag 4 Arten des Glücks:

    1. Ebene (die "Gröbste"): Glück durch Sinneskontakte/-befriedigungen => nur kurzfristiges Glück, ständiges Suchen/Gieren nach Neuem -> keine Zeit für anderes => letztlich unbefriedigend, da unbeständig und Abhängigkeit erzeugend

    2. Ebene: Glück durch die Entfaltung und Praxis der 4 Brahmaviharas/Unermesslichkeiten - "Himmlischer" Bewusstheitszustand

    3. Ebene: Glück durch Meditation: - temporär - die leiderzeugende Ichbezogenheit loslassen ("Abfallen von Körper und Geist")

    4. Ebene: Das höchste Glück: Einsicht in die absolute Wahrheit, Ablegen des "Ich-Wahnes", keine Persönlichkeit, nur noch Phänomene - "Nibbana/Nirvana"

    Nun kann man im Palikanon diese seltsame Geschichte lesen, wo der "weisheitsmächtige" Ehrwürdige Sariputta (eher als abstrakt lehrender, nüchterner Denker bekannt) einem Sterbenden den Weg in den "Himmel" weist (mithilfe der 4 Brahmaviharas), statt ins Nibbana, wohl, weil er "erkannt zu haben glaubte" (wie ich finde, mit viel Empathie und Mitgefühl), dass der Mann sich eigentlich dorthin wünschen würde.

    Vom Buddha erntete Sariputta dafür einen "milden Tadel" (was in mir die Frage aufwirft, ob Erleuchtete sich in bestimmten Fällen uneins sein können, "individuell" zu unterschiedlichen "Bewertungen" tendieren... :?).

    Majjhima Nikāya 97

    An Dhānañjāni - Dhānañjāni Sutta

    ".....31. "Was meinst du, Dhānañjāni? Was ist besser - die Himmelswesen, die Macht über die Schöpfungen anderer haben, oder die Brahmawelt?"

    "Meister Sāriputta sagte 'die Brahmawelt'. Meister Sāriputta sagte 'die Brahmawelt'." :verliebt:

    Da dachte der ehrwürdige Sāriputta: "Diese Brahmanen sind der Brahmawelt ergeben. Angenommen, ich zeige dem Brahmanen Dhānañjāni den Weg in die Gesellschaft von Brahmā?"

    "Dhānañjāni, ich werde dir den Weg in die Gesellschaft von Brahmā zeigen. Höre zu und verfolge aufmerksam, was ich sagen werde." - "Ja, Herr", erwiderte er. Der ehrwürdige Sāriputta sagte dieses:

    32. "Was ist der Weg in die Gesellschaft von Brahmā? Dhānañjāni, da verweilt ein Bhikkhu, indem er eine Himmelsrichtung mit einem Herzen, erfüllt von Liebender Güte, durchdringt, ebenso die zweite, ebenso die dritte, ebenso die vierte Himmelsrichtung; auch nach oben, nach unten, in alle Richtungen und überall hin, und zu allen wie zu sich selbst, verweilt er, indem er die allumfassende Welt mit einem Herzen durchdringt, das von Liebender Güte erfüllt ist, unerschöpflich, erhaben, unermeßlich, ohne Feindseligkeit und ohne Übelwollen. Dies ist der Weg in die Gesellschaft von Brahmā."

    33. "Wiederum, Dhānañjāni, verweilt ein Bhikkhu, indem er eine Himmelsrichtung mit einem Herzen durchdringt, das erfüllt ist von Mitgefühl; ebenso die zweite, ebenso die dritte, ebenso die vierte Himmelsrichtung; auch nach oben, nach unten, in alle Richtungen und überall hin, und zu allen wie zu sich selbst, verweilt er, indem er die allumfassende Welt mit einem Herzen durchdringt, das von Mitgefühl erfüllt ist, unerschöpflich, erhaben, unermeßlich, ohne Feindseligkeit und ohne Übelwollen. Auch dies ist der Weg in die Gesellschaft von Brahmā."

    34. "Wiederum, Dhānañjāni, verweilt ein Bhikkhu, indem er eine Himmelsrichtung mit einem Herzen durchdringt, das erfüllt ist von Mitfreude; ebenso die zweite, ebenso die dritte, ebenso die vierte Himmelsrichtung; auch nach oben, nach unten, in alle Richtungen und überall hin, und zu allen wie zu sich selbst, verweilt er, indem er die allumfassende Welt mit einem Herzen durchdringt, das von Mitfreude erfüllt ist, unerschöpflich, erhaben, unermeßlich, ohne Feindseligkeit und ohne Übelwollen. Auch dies ist der Weg in die Gesellschaft von Brahmā."

    35. "Wiederum, Dhānañjāni, verweilt ein Bhikkhu, indem er eine Himmelsrichtung mit einem Herzen durchdringt, das erfüllt ist von Gleichmut; ebenso die zweite, ebenso die dritte, ebenso die vierte Himmelsrichtung; auch nach oben, nach unten, in alle Richtungen und überall hin, und zu allen wie zu sich selbst, verweilt er, indem er die allumfassende Welt mit einem Herzen durchdringt, das von Gleichmut erfüllt ist, unerschöpflich, erhaben, unermeßlich, ohne Feindseligkeit und ohne Übelwollen. Auch dies ist der Weg in die Gesellschaft von Brahmā." .......


    .....

    38. Dann ging der ehrwürdige Sāriputta zum Erhabenen, und nachdem er ihm gehuldigt hatte, setzte er sich seitlich nieder und sagte: "Ehrwürdiger Herr, der Brahmane Dhānañjāni ist krank, leidet, ist ernsthaft erkrankt; er bringt Huldigung mit dem Kopf zu den Füßen des Erhabenen dar."

    "Sāriputta, nachdem du den Brahmanen Dhānañjāni im Weg zur minderwertigen Brahmawelt gefestigt hattest, warum erhobst du dich von seinem Sitz und nahmst Abschied, obwohl es noch mehr zu tun gab?"

    "Ehrwürdiger Herr, ich dachte: 'Diese Brahmanen sind der Brahmawelt ergeben. Angenommen, ich zeige dem Brahmanen Dhānañjāni den Weg in die Gesellschaft von Brahmā.'"

    "Sāriputta, der Brahmane Dhānañjāni ist gestorben, und er ist in der Brahmawelt wiedererschienen
    [2].”


    Folgende Fragen stellen sich mir jetzt:

    1. Da es Wiedergeburt der Person (!) ja nicht gibt, war doch der (Brahma-) Himmel für Dhananjani eine erfreuliche Lösung, eine neue Chance für ein Leben in Freude, ansonsten wäre er einfach nur "weg" gewesen? Sariputta handelte also letztlich empathisch, liebevoll und mit Mitgefühl?

    2. Ein "Bewusstseinskontinuum" könnte - unter üblen Umständen - nach Dhananjanis Ende im Brahmahimmel, in einem niederen Daseinsbereich wiedergeboren werden - ist dies das einzige Argument des Buddhas für die "Ermahnung" Sariputtas?

    3. Sollten WIR - heute - nicht viel stärker die 4 Brahmaviharas/Unermesslichkeiten üben, praktisch und engagiert in der Welt wirken und darin unser Glück finden, statt so viel Zeit "auf dem Kissen" zu verbringen und nach Erleuchtung zu "gieren"?

    4. Erwachte sind ernüchtert, von allen Anhaftungen befreit (Sinnesgenüssen also nicht mehr zugeneigt), Freude, Liebe (und zum Glück auch Hass) sind zugunsten von Gleichmut/innerem Frieden verschwunden... :buddha:

    Möchte jemand einen Erleuchteten als (Ehe-)Partner?? ;) (Da muss die Liebe des unerleuchteten Partners aber wirklich echt, tief und nicht anhaftend sein... :? )


    Liebe Grüße, Anna :) _()_ :heart:


    P.S. Ich hoffe, ihr seid gnädig und bezichtigt mich nicht der Häresie.....Ich zieh' mich schon mal warm an. ;)

    "...Dieser edle achtfache Pfad aber ist der zur Aufhebung des Leidens führende Weg..." (AN.VI.63)

    "In dieser Stunde hörte Siddhartha auf, mit dem Schicksal zu kämpfen, hörte auf zu leiden. Auf seinem Gesicht blühte die Heiterkeit des Wissens, dem kein Wille mehr entgegensteht, das die Vollendung kennt, das einverstanden ist, mit dem Fluss des Geschehens, mit dem Strom des Lebens, voll Mitleid, voll Mitlust, dem Strömen hingegeben, der Einheit zugehörig." (H.Hesse)

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    • 23. März 2024 um 20:59
    • #2

    1. Sariputta handelt mit Mitgefühl und auch empathisch, weil er die Not oder das Bestreben des Mannes erkennt. Mitgefühl und Empathie sehe ich dual, nicht synonym.

    2. Wenn man Bewusstseinskontinuum als Fluss ohne Anfang oder Ende sieht. Dann kann es tatsächlich sein, dass wenn Sariputta ihn auf den Weg zu einer Niewiedergeburt über den Brahmahimmel hinaus bringen wollte, dieser Strom durch einen Wunsch in diesem Augenblick eine Wiedergeburt in eine niedrige Welt bewirkt.

    „Sāriputta, der Brahmane Dhānañjāni ist gestorben, und er ist in der Brahmawelt wiedererschienen.“ Das ist die Bestätigung, das Sariputta genau richtig gehandelt hat, natürlich wäre noch mehr zu tun gewesen, doch das hätte möglicherweise eine Wiedergeburt in mindesten der hungrige Geister-Ebene gewesen.

    3. Sollten WIR - heute - nicht viel stärker die 4 Brahmaviharas/Unermesslichkeiten üben anstatt auf mit dem sitzen?

    Ich kenne viele Menschen, die nie Meditieren und die vier Brahmaviharas üben, sogar besser als so mancher, den ich kenne, der glaub das mit Sitzen erledigen zu können. Viele Meditierende oder Yoga und Achtsamkeit übende merken nicht mal, dass sie die vier nur egoistisch üben.

    4. Was du alles so von Erwachten glaubst. Wenn das alles über Bord geübt wurde, kannst du mich verstehen. Es gibt nichts Leichteres für mich, als Unerwachter mit Erwachten zu leben. Die wissen nicht, dass sie Erwachte sind und halten sich wie ich mich auch für unerwacht. Man kann Erwachte nur erkennen, doch nie einer sein.

    Aber das gehört zu: Die von mir erkannte Lehre ist tiefgründig, schwer ersichtlich, schwer zu verstehen, friedvoll, erhaben, beschäftigt sich nicht mit Logik, ist fein­sinnig, nur den Weisen verständlich.

    Wenn es eine Quelle gibt, ist es Ich.

    Ich ist nicht leer oder tot.

    Ich ist offen und frei,

    für sein ergreifen, festhalten, loslassen,

    für das ergriffen, festgehalten, verlassen werden.

  • jianwang
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    • 24. März 2024 um 11:29
    • #3

    löst Euch von Worten, wenn Ihr nach der Wahrheit sucht.

    _()_

    Wenn im dürren Baum der Drache Dir singt
    siehst wahrhaft Du den WEG.
    Wenn im Totenkopf keine Sinne mehr sind
    wird erst das Auge klar.

    jianwang 健忘 = sich [selbst] vergessend

  • Hingabe
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    • 24. März 2024 um 13:45
    • #4
    Anna Panna-Sati:

    Nun kann man im Palikanon diese seltsame Geschichte lesen, wo der "weisheitsmächtige" Ehrwürdige Sariputta (eher als abstrakt lehrender, nüchterner Denker bekannt) einem Sterbenden den Weg in den "Himmel" weist (mithilfe der 4 Brahmaviharas), statt ins Nibbana, wohl, weil er "erkannt zu haben glaubte" (wie ich finde, mit viel Empathie und Mitgefühl), dass der Mann sich eigentlich dorthin wünschen würde.

    Hallo Anna, danke für diesen aufwendig ausgearbeiteten Beitrag. Ich habe mich nur eine Frage gestellt.

    Was ist jetzt die Himmelsebene und was die Brahmaebene ? Ich bin da durcheinander gekommen.

    Zu dieser Überlieferung muss ich sagen, dass es wirklich für Mitgefühl spricht.

    Anna Panna-Sati:

    Was meinst du, Dhānañjāni? Was ist besser - die Himmelswesen, die Macht über die Schöpfungen anderer haben, oder die Brahmawelt?"

    "Meister Sāriputta sagte 'die Brahmawelt'. Meister Sāriputta sagte 'die Brahmawelt'."

    Weil ja um in die Himmelsebene zu gehen, die Vier Unermesslichen geübt werden mussten, kam ich da durcheinander. Also die Himmelsebene ist nicht die Brahmaebene.

    Anna Panna-Sati:

    2. Ebene: Glück durch die Entfaltung und Praxis der 4 Brahmaviharas/Unermesslichkeiten - "Himmlischer" Bewusstheitszustand

    Anna Panna-Sati:

    4. Ebene: Das höchste Glück:

    Das wäre die Befreiung, das Ende von Geborenwerden. Die Brahmawelt. Interessant.

    Manche glaubten ja, Brahmanebene wär etwas was noch nicht die Befreiung meint.

    Wegen dem Wort Brahman, so kam mir das ein paar Male vor.


    Hier habe ich auch etwas gerätselt. Was ist der Unterschied zu, in den Vier Unermesslichen zu verweilen und der 3. Ebene ? Und was zwischen der 3. und 4. Ebene ?

    Also der Unterschied bei den Vier Unermesslichen zu der 3. und 4. Ebene ist, man hat noch eine Ich- Anhaftung/ Bezogenheit.

    Anna Panna-Sati:

    3. Ebene: Glück durch Meditation: - temporär - die leiderzeugende Ichbezogenheit loslassen ("Abfallen von Körper und Geist")

    Anna Panna-Sati:

    4. Ebene: Das höchste Glück: Einsicht in die absolute Wahrheit, Ablegen des "Ich-Wahnes",

    Der Unterschied zwischen 3. und 4. Ebene ist, dass in der 3. Ebene, die Ich- Anhaftung nur temporär losgelassen wird. Ach nein, noch ein Unterschied ist, dass in der 4. Ebene auch die Einsicht in die absolute Wahrheit passiert.

    Anna Panna-Sati:

    3. Sollten WIR - heute - nicht viel stärker die 4 Brahmaviharas/Unermesslichkeiten üben, praktisch und engagiert in der Welt wirken und darin unser Glück finden, statt so viel Zeit "auf dem Kissen" zu verbringen und nach Erleuchtung zu "gieren"?

    Das ist doch jedem seine eigene Entscheidung, oder ? Das muss sich jeder selbst fragen, was er möchte, oder ?

    Die Vier Unermesslichen zu üben gelingt ja Manchen erst dadurch ( bei mir zB ), dass sie zuvor auf dem Kissen saßen. Ich glaube aber, dass wenn man dadurch diese Vier oder Eines* davon auslebt, diese Ausrichtung hat, dann ist das schon viel. Und immer noch besser als ganz verwirrt und unfriedlich zu sein. :) Da gehöre ich zu.

    * Aber Qualia erklärte einst, das wenn man in einer der Vier Unermesslichen verweilt, die anderen drei immer auch zugegen sind. Das kann stimmen, also ich glaube, das hat er richtig erkannt. Er ist sehr verständig.

    Der Weise, der, auf Sittlichkeit gestützt,

    Den Geist entfaltet, sich in Weisheit übt,

    Ein solch entschlossener und weiser Jünger

    Mag dieses Lebens Wirrsal einst entwirren.

    (Diese Verse finden sich im Samyutta-Nikāya).



    5 Mal editiert, zuletzt von Hingabe (24. März 2024 um 14:38)

  • Qualia
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    • 24. März 2024 um 14:13
    • #5
    Rigpa:

    Was ist jetzt die Himmelsebene und was die Brahmaebene ?

    Brahma ist der höchste Gott und damit die Himmelsebene.

    Brahman ist die Ebene, in der die Brandebene ist.

    Die Brahmanebene ist die über allen Ebenen. Alle sind in dieser.

    Das ist das was Buddha lehrt. Darum tadelte er Sariputta, weil es noch etwas zu tun gegeben hätte und lobte ihn, dass der Mann genau dahin gehen konnte, was er als sein höchstes Ziel erkannte.

    Mönche haben das Ziel Brahmanebene, Haushälter wollen in den Himmel des Brahma.

    Wenn es eine Quelle gibt, ist es Ich.

    Ich ist nicht leer oder tot.

    Ich ist offen und frei,

    für sein ergreifen, festhalten, loslassen,

    für das ergriffen, festgehalten, verlassen werden.

  • Hingabe
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    • 24. März 2024 um 14:21
    • #6

    Qualia

    Oh jetzt bringst du mich durcheinander.

    Anna Panna-Sati:

    4. Ebene: Das höchste Glück: Einsicht in die absolute Wahrheit,

    Qualia:

    Brahma ist der höchste Gott und damit die Himmelsebene.

    Die Himmelsebene ist nicht die vierte Ebene. So weit habe ich es richtig verstanden. Aber Brahmanebene meint die Himmelsebene, meinst du damit ?

    Qualia:

    Die Brahmanebene ist die über allen Ebenen. Alle sind in dieser.

    Es gibt also Himmel des Brahman und die Brahmanebene. Das sind zwei verschiedene Welten / Ebenen. :) Oh man ist das schwer zu verstehen gewesen.

    Qualia:

    Mönche haben das Ziel Brahmanebene, Haushälter wollen in den Himmel des Brahma.

    Ach so. Danke. Danke. Du Verständiger. Ein Segen, dass du das mit uns teilst.

    Habe es jetzt richtig verstanden, hoffe ich. Doch jetzt habe ich 's. Brahma- Welt / Ebene ist die 4. Und Himmelswelt ist die 3. Ebene oder ne die 2. Ebene. Die Welt der Vier Unermesslichen.

    Der Weise, der, auf Sittlichkeit gestützt,

    Den Geist entfaltet, sich in Weisheit übt,

    Ein solch entschlossener und weiser Jünger

    Mag dieses Lebens Wirrsal einst entwirren.

    (Diese Verse finden sich im Samyutta-Nikāya).



    3 Mal editiert, zuletzt von Hingabe (24. März 2024 um 14:32)

  • Qualia
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    • 24. März 2024 um 18:11
    • #7

    Wichtig ist allein, dass die Brahmanebene alle anderen Ebenen oder Räume enthält.

    Wenn es eine Quelle gibt, ist es Ich.

    Ich ist nicht leer oder tot.

    Ich ist offen und frei,

    für sein ergreifen, festhalten, loslassen,

    für das ergriffen, festgehalten, verlassen werden.

  • GKH
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    • 24. März 2024 um 19:56
    • #8

    Liebe Anna,

    Anna Panna-Sati:

    3. Sollten WIR - heute - nicht viel stärker die 4 Brahmaviharas/Unermesslichkeiten üben, praktisch und engagiert in der Welt wirken und darin unser Glück finden, statt so viel Zeit "auf dem Kissen" zu verbringen und nach Erleuchtung zu "gieren"?

    4. Erwachte sind ernüchtert, von allen Anhaftungen befreit (Sinnesgenüssen also nicht mehr zugeneigt), Freude, Liebe (und zum Glück auch Hass) sind zugunsten von Gleichmut/innerem Frieden verschwunden... :buddha:

    Möchte jemand einen Erleuchteten als (Ehe-)Partner?? ;) (Da muss die Liebe des unerleuchteten Partners aber wirklich echt, tief und nicht anhaftend sein... :? )

    Zu 3: formale Meditation und in der Welt/ unter Menschen die 4 Unermesslichkeiten zu üben sind für mich keine zwei gegensätzlichen Pole, sondern zwei Sachen, die sich vielleicht zeitlich abwechseln, aber inhaltlich zusammenwirken.

    Zu 4: von Anhaftungen befreit bedeutet für mich nicht den Sinnesgenüssen nicht mehr zugeneigt zu sein. Nur Genuss und Schwierigkeit gleichermaßen annehmen zu können, ohne das eine abwehren und das andere festklammern wollen.

  • Anna Panna-Sati
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    • 24. März 2024 um 22:14
    • #9

    Hallo, lieber Qualia , vielen Dank für deinen ausführlichen Antwortbeitrag! _()_

    Qualia:

    2. Wenn man Bewusstseinskontinuum als Fluss ohne Anfang oder Ende sieht. Dann kann es tatsächlich sein, dass wenn Sariputta ihn auf den Weg zu einer Niewiedergeburt über den Brahmahimmel hinaus bringen wollte, dieser Strom durch einen Wunsch in diesem Augenblick eine Wiedergeburt in eine niedrige Welt bewirkt.

    „Sāriputta, der Brahmane Dhānañjāni ist gestorben, und er ist in der Brahmawelt wiedererschienen.“ Das ist die Bestätigung, das Sariputta genau richtig gehandelt hat, natürlich wäre noch mehr zu tun gewesen, doch das hätte möglicherweise eine Wiedergeburt in mindesten der hungrige Geister-Ebene gewesen.

    An das Unterstrichene hatte ich bei meiner Frage gar nicht gedacht, sondern ganz einfach daran, dass der Brahmahimmel und das Dasein auf dieser Ebene, vergänglich sind, Dhananjani also dort irgendwann sterben muss und anschließend das Bewusstseinskontinuum möglicherweise in einem niederen Bereich wiedergeboren werden könnte.

    Qualia:

    4. Was du alles so von Erwachten glaubst

    Tatsächlich kann ich es nicht wissen, aber da Erwachen ja - laut der Buddhalehre - einen Zustand der Freiheit von Gier, Hass und Verblendung ("Ich-Wahn") bedeutet, müsste sich dies dementsprechend auch nach außen hin zeigen.

    So würde ich niemals glauben, dass z.B. ein (angeblich) "erleuchteter" Dharmalehrer, der SchülerInnen sexuell ausbeutet, wirklich "erwacht" ist.

    Ebenso wenig könnte m.E. jemand, der die 5 Sila ignoriert, ein "Befreiter" sein oder ein Mensch, der eindeutig noch starkes Verlangen nach Sinneskontakten verspürt und leidet, wenn dieses nicht gestillt wird. .......

    Liebe Grüße, Anna _()_ :heart: :)

    "...Dieser edle achtfache Pfad aber ist der zur Aufhebung des Leidens führende Weg..." (AN.VI.63)

    "In dieser Stunde hörte Siddhartha auf, mit dem Schicksal zu kämpfen, hörte auf zu leiden. Auf seinem Gesicht blühte die Heiterkeit des Wissens, dem kein Wille mehr entgegensteht, das die Vollendung kennt, das einverstanden ist, mit dem Fluss des Geschehens, mit dem Strom des Lebens, voll Mitleid, voll Mitlust, dem Strömen hingegeben, der Einheit zugehörig." (H.Hesse)

  • Anna Panna-Sati
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    • 24. März 2024 um 23:44
    • #10

    Hallo, liebe Hingabe , :) ,

    auch dir danke ich sehr für deinen interessanten Beitrag, durch den ich noch auf Dinge aufmerksam wurde, die ich vorher nicht bedacht hatte! _()_

    Rigpa:

    Was ist jetzt die Himmelsebene und was die Brahmaebene ? Ich bin da durcheinander gekommen.

    Also, in dem Sutta (MN 97) werden - neben den niederen Daseinsbereichen - mehrere verschiedene "Himmel" unterschieden, es scheint da eine Rangfolge zu geben:

    ".....30. "Was meinst du, Dhānañjāni?

    • Was ist besser - die Hölle oder das Tierreich?" - "Das Tierreich, Meister Sāriputta." -
    • "Was ist besser - das Tierreich oder der Bereich der Hungergeister?" - "Der Bereich der Hungergeister, Meister Sāriputta." -
    • "Was ist besser - der Bereich der Hungergeister oder die Menschen?" - "Die Menschen, Meister Sāriputta." -
    • "Was ist besser - die Menschen oder die Wesen des Himmels der Vier Großen Könige?" -
    • "Die Wesen des Himmels der Vier Großen Könige, Meister Sāriputta." -
    • "Was ist besser - die Wesen des Himmels der Vier Großen Könige oder die Wesen des Himmels der Dreiunddreißig?" - "Die Wesen des Himmels der Dreiunddreißig, Meister Sāriputta." -
    • "Was ist besser - die Wesen des Himmels der Dreiunddreißig oder die Yāma Devas?" - "Die Yāma Devas, Meister Sāriputta." -
    • "Was ist besser - die Yāma Devas oder die Wesen des Tusita-Himmels?" - "Die Wesen des Tusita-Himmels, Meister Sāriputta." -
    • "Was ist besser - die Wesen des Tusita-Himmels oder die Himmelswesen, die sich am Erschaffen erfreuen?" - "Die Himmelswesen, die sich am Erschaffen erfreuen, Meister Sāriputta." -
    • "Was ist besser - die Himmelswesen, die sich am Erschaffen erfreuen, oder die Himmelswesen, die Macht über die Schöpfungen anderer haben?" "Die Himmelswesen, die Macht über die Schöpfungen anderer haben, Meister Sāriputta."

    31. "Was meinst du, Dhānañjāni? Was ist besser - die Himmelswesen, die Macht über die Schöpfungen anderer haben, oder die Brahmawelt?" ......."

    ----------

    Insofern ist die "Brahmawelt", meines Erachtens, der höchste zu erreichende "Himmel".

    Entscheidend ist jedoch, dass die Himmelswesen alle auch vergänglich/sterblich sind und somit wiedergeboren werden können, schlimmstenfalls in einem niederen Bereich, weswegen der Buddha die Brahmawelt als "minderwertig" bezeichnete und monierte, dass Sariputta zu früh gegangen sei...

    Ayya Khema sprach übrigens davon, dass "Himmel" und "Hölle" jeweils Metaphern für glückliche oder leidhafte Bewusstheitszustände repräsentieren.

    Rigpa:

    Der Unterschied zwischen 3. und 4. Ebene ist, dass in der 3. Ebene, die Ich- Anhaftung nur temporär losgelassen wird. Ach nein, noch ein Unterschied ist, dass in der 4. Ebene auch die Einsicht in die absolute Wahrheit passiert.

    Genau, die 3. Ebene ist, laut Ayya Khema, die der meditativen Vertiefungszustände (Jhanas), welche temporäres Glück und einen "Vorgeschmack" auf Nibbana/Nirvana geben:

    Anna Panna-Sati:

    3. Ebene: Glück durch Meditation: - temporär - die leiderzeugende Ichbezogenheit loslassen ("Abfallen von Körper und Geist")

    4. Ebene: Das höchste Glück: Einsicht in die absolute Wahrheit, Ablegen des "Ich-Wahnes", keine Persönlichkeit, nur noch Phänomene - "Nibbana/Nirvana"

    -------

    Anna Panna-Sati:

    3. Sollten WIR - heute - nicht viel stärker die 4 Brahmaviharas/Unermesslichkeiten üben, praktisch und engagiert in der Welt wirken und darin unser Glück finden, statt so viel Zeit "auf dem Kissen" zu verbringen und nach Erleuchtung zu "gieren"?

    Rigpa:

    Das ist doch jedem seine eigene Entscheidung, oder ? Das muss sich jeder selbst fragen, was er möchte, oder ?

    Selbstverständlich ist das jedem Einzelnen überlassen, ich habe es nur "gewagt", einen Denkanstoß zu geben, weil ich wahrzunehmen meine, dass oftmals jahre- oder gar jahrzehntelang praktiziert wird, ohne die erhofften spirituellen Fortschritte zu erlangen, was Frust erzeugen und schlimmstenfalls Aufgabe der Praxis nach sich ziehen kann.

    In solchen Fällen könnte es Sinn machen, verstärkt die 4 Brahmaviharas/Unermesslichen zu üben - natürlich nicht nur auf dem Kissen! - es wäre eine Chance, für ein glücklicheres Leben dieser Menschen....war meine Überlegung. :?

    Rigpa:

    Die Vier Unermesslichen zu üben gelingt ja Manchen erst dadurch ( bei mir zB ), dass sie zuvor auf dem Kissen saßen.

    Da stimme ich dir absolut zu, ich plädiere ja auch keinesfalls dafür, das Meditieren sein zu lassen, aber hinterfrage schon das exzessive, teils selbstquälerische (Dauer-)Sitzen, was manchmal mit einer gewissen Verbissenheit praktiziert wird.

    (In dieser Zeit könnte man z.B. auch der einsamen Nachbarin einen Besuch abstatten oder sich anderweitig ehrenamtlich engagieren, was alle Beteiligten glücklicher machen würde...)

    Liebe Grüße, Anna _()_ :heart: :)

    "...Dieser edle achtfache Pfad aber ist der zur Aufhebung des Leidens führende Weg..." (AN.VI.63)

    "In dieser Stunde hörte Siddhartha auf, mit dem Schicksal zu kämpfen, hörte auf zu leiden. Auf seinem Gesicht blühte die Heiterkeit des Wissens, dem kein Wille mehr entgegensteht, das die Vollendung kennt, das einverstanden ist, mit dem Fluss des Geschehens, mit dem Strom des Lebens, voll Mitleid, voll Mitlust, dem Strömen hingegeben, der Einheit zugehörig." (H.Hesse)

  • Numisatojama
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    • 25. März 2024 um 09:33
    • #11

    Liebe Anna,

    soweit ich mich erinnere wurde Sariputta ein Arhant,

    so zb in der Lehrrede erklärtMN -74-

    Dreifaches wahres Wissen, welches die Brahmanen auch mit dem Wissen der Drei Veden gleichtun, besitzt hingegen der Buddha, als

    ‚Der Dreiwissensmächtige‘,

    -die Erinnerung an frühere Daseinsformen,
    -das Himmlische Auge und
    -die Triebversiegung

    Der Buddha sah also, nachdem Sariputta in seiner weiser und mitfühlenden Auslegung des Dhamma lehrte, das der Brahmane nach seinem Tode im Brahmareich wiedergeborenen wurde.

    Sariputta ‚sah’ es als Arhant, ohne das himmlische Auge,

    nicht.

    So erklärt sich mir der angesprochene Hinweis des erleuchteten Buddha als Unterschied, also nicht als Tadel.

    (in Kommentaren als ‚Tadel’ beschrieben)

    Erinnerungen der bedingten Entstehung in Bezug auf menschliche Gier und Wünsche reduzieren sich durch die Praxis des Gegenteils.

    Eine Erfahrung die auf die vier göttlichen Verweilungsstätten zurück zu führen ist und damit Vertrauen schafft.Ebenso wie die Übung des Verweilens ( Meditierens) das Läuterung durch Konzentration bedeutet.

    Ich las grad neulich in MN -71- wie der Buddha die

    ‚Drei wahren Wissensbereiche‘

    lehrte und dabei erklärte das diese schon zur Befreiung, auch in den Himmlischen Bereich,

    zu Lebzeiten führen können.

    Welch Motivation für die

    tägliche Praxis🌹

    In Metta🙏

  • Qualia
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    • 25. März 2024 um 11:27
    • #12
    Anna Panna-Sati:

    Insofern ist die "Brahmawelt", meines Erachtens, der höchste zu erreichende "Himmel".

    Von der Brahmawelt bis zur tiefsten Hölle gibt es nur Welten der Wiedergeburt. All diese Welten hat der Buddha überwunden. Er wird nicht in einer dieser Welten erscheinen. Er erscheint in der Brahmanwelt. Aber als, was erscheinst du in dieser Welt, du Weltenlehrer, heiliger Buddha?

    Als Buddha ohne Buddha, als Erleuchteter ohne Erleuchteter, als Gautama ohne Gautama, als Mensch ohne Mensch, als Fühlendes Wesen ohne fühlendes Wesen, als Körper/Geist ohne Körper/Geist, als Ich ohne Ich, als Leben ohne Leben.

    Keiner kann es sich vorstellen, aber erfahren kann es jeder.

    Wenn es eine Quelle gibt, ist es Ich.

    Ich ist nicht leer oder tot.

    Ich ist offen und frei,

    für sein ergreifen, festhalten, loslassen,

    für das ergriffen, festgehalten, verlassen werden.

  • Anna Panna-Sati
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    • 25. März 2024 um 22:41
    • #13

    Hallo, liebe GKH , :)

    vielen Dank für deinen Beitrag - du schaffst es immer wieder, viel Information klar und prägnant zusammenzufassen, toll! _()_  :like:

    Gurkenhut:

    Zu 3: formale Meditation und in der Welt/ unter Menschen die 4 Unermesslichkeiten zu üben sind für mich keine zwei gegensätzlichen Pole, sondern zwei Sachen, die sich vielleicht zeitlich abwechseln, aber inhaltlich zusammenwirken.

    Stimmt, im Idealfall wirkt beides inhaltlich zusammen, jedoch beobachte ich immer wieder, dass viele Buddhisten eher die Tendenz haben, sich von der Welt zurückzuziehen, die Menschen vorwiegend "aus der Ferne" zu lieben" und Mitgefühl bestenfalls gedanklich zu schenken.

    Die praktische Umsetzung, das Engagement für Andere, z.B. gemeinnützige Tätigkeiten, sind (noch?) seltene Phänomene, im Gegensatz zu christl. Gläubigen.

    Damit bleibt eine mögliche Quelle für ein "glückliches (erfülltes) Leben" außen vor, denn Mitgefühl zu praktizieren, bereitet im Allgemeinen allen Beteiligen Freude, nicht nur den Hilfsbedürftigen.

    Gurkenhut:

    Zu 4: von Anhaftungen befreit bedeutet für mich nicht den Sinnesgenüssen nicht mehr zugeneigt zu sein. Nur Genuss und Schwierigkeit gleichermaßen annehmen zu können, ohne das eine abwehren und das andere festklammern wollen.

    Zu-Neigung stellt m.E. schon eine milde Form des Verlangens dar, es ist nicht neutral, im Sinne von "frei von jeglicher Anhaftung"... :?

    "Genuss anzunehmen" dürfte wohl niemandem schwerfallen, das Problem besteht ja im "immer wieder", "immer mehr" oder "immer wieder Neues" Wollen, wodurch in der Folge Dukkha entsteht.

    In einem anderen Thread löste eine Äußerung von mir, bzgl. Erleuchteten, (vermutlich nicht nur) bei einem Forumsmitglied anscheinend große Heiterkeit aus:

    (Daran dachte ich zurück, als ich hier fragte, ob jemand sich eine(n) Erleuchtete(n) als (Ehe-) Partner wünschen würde... ;) )

    Thema

    Der weise Tsongkhapa über manche sexuelle Praktiken : )

    […]

    https://info-buddhismus.de/Buddhistische_…eberdenken.html

    Ei, ei, ei, heikel. Ich finde ja, das jeder seine eigenen Empfindungen zu bestimmten sex. Vorlieben haben darf und auch mitteilen darf in Bezug auf eine religiöse Debatte. Ok, muss aber auch nicht sein, da es doch eine sehr private Sache ist.

    Aber wenn es um Austausch geht von religiösen Meinungen, ist es doch in Ordnung wenn ich teile ob ich das genauso empfinde wie Tsongkhapa.

    Wenn ich etwas nicht mag, heißt es nicht, dass ich es…
    Hingabe
    19. August 2023 um 16:05
    Anna Panna-Sati:

    Ich würde eher annehmen, dass man NUR im Nirwana-Zustand mit Sex so umgehen kann, dass man ihn genießt, ohne anzuhaften (Verlangen - neu - zu entwickeln) - falls es überhaupt noch zu Sex kommt....

    Igor07:

    Ach, das ist echt lustig, danke sehr! (: (: (:

    Darf ich dich fargen, sehr liebe Anna Panna-Sati , wie um Gottes willen konnst du darauf?

    Tja, man sollte Nirvana ein Schnippchen zu schlagen, um wieder zu "geniessen".. Tja..

    ......

    :shock: :lol:  :rofl:

    Ich bin Igor07 damals die Antwort schuldig geblieben, aber vielleicht hast DU ja die Lösung? 8)

    Liebe Grüße, Anna _()_ :heart: :)

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    • 25. März 2024 um 23:34
    • #14

    Hallo, lieber Qualia , :)

    Qualia:

    Von der Brahmawelt bis zur tiefsten Hölle gibt es nur Welten der Wiedergeburt. All diese Welten hat der Buddha überwunden. Er wird nicht in einer dieser Welten erscheinen. Er erscheint in der Brahmanwelt.

    Leider habe ich nicht verstanden, was du mit "Brahmanwelt" meintest und inwieweit sich diese von der "Brahmawelt" unterscheidet....

    Habe mal die KI befragt (vielleicht interessiert es auch Andere..):

    Was ist der Brahma-Himmel?

    "Im Buddhismus bezieht sich der Begriff "Brahma-Himmel" auf eine Reihe von himmlischen Ebenen oder Welten, die durch hohe geistige Zustände charakterisiert sind. Diese Ebenen sind Teil der buddhistischen Kosmologie und repräsentieren Zustände des Seins, die durch die Praxis von Meditation und die Entwicklung bestimmter geistiger Qualitäten erreicht werden können. Der Brahma-Himmel ist insbesondere mit dem ersten Dhyāna verbunden, einem meditativen Zustand, der durch Beobachtung (vitarka) und Reflexion (vicāra) sowie Freude (prīti) und Glück (sukha) gekennzeichnet ist.

    Die Bewohner des Brahma-Himmels erleben eine Existenz, die frei von den gewöhnlichen Leiden der menschlichen Welt ist, und ihre geistigen Zustände spiegeln die Qualitäten von liebevoller Güte, Mitgefühl, altruistischer Freude und Gleichmut wider. Diese himmlischen Ebenen sind jedoch nicht permanent; sie unterliegen dem Zyklus von Entstehung und Vergehen, der das gesamte Universum betrifft. Am Ende eines großen Zeitalters (mahākalpa) werden die Brahma-Welten zusammen mit den niedrigeren Welten des Universums durch Feuer zerstört. ..."


    (Quelle: NORBU - Buddhist AI Chat Bot)


    Wikipedia: Als "Brahman" wird, in der hinduistischen Philosophie die "unveränderliche, unendliche, immanente und transzendente Realität, welche den ewigen Urgrund von allem darstellt, was ist", bezeichnet. .....

    (Es ist also kein "Ort".)


    Liebe Grüße, Anna :) _()_ :heart:



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    • 25. März 2024 um 23:37
    • #15
    Anna Panna-Sati:

    (Es ist also kein „Ort“.)

    Ganau, es ist kein Ort, es ist das „Feld“ in dem alle Brahma-Ebenen sich befinden ohne dieses „Feld“ zu sein.

    Eine Menge in der alle Mengen erscheinen und in dieser Menge Teilmengen usw. bilden.

    Wenn es eine Quelle gibt, ist es Ich.

    Ich ist nicht leer oder tot.

    Ich ist offen und frei,

    für sein ergreifen, festhalten, loslassen,

    für das ergriffen, festgehalten, verlassen werden.

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    • 26. März 2024 um 01:03
    • #16

    Um nach mal auf die Thread-Ueberschrift zurueck zu kommen:[lz]

    "Himmel" oder Nibbana/Nirvana? (MN97) - Glücklich leben - jetzt und hier...[/lz]

    Anna Panna-Sati:

    Der Buddha äußerte sich, lt. Palikanon, über seine Lehre folgendermaßen:


    .."‘Die von mir erkannte Lehre [21] ist tiefgründig, schwer ersichtlich, schwer zu verstehen, friedvoll, erhaben, beschäftigt sich nicht mit Logik [22] , ist fein­sinnig, nur den Weisen verständlich. Denn am Wünschen haftet [23] die Menschheit, hat Freude am Wünschen, hegt Sympathie für das Wünschen. Darum ist für die am Wünschen hängende, Freude am Wünschen habende, das Wünschen sympa­thisch findende Menschheit diese Lehre schwer ersichtlich, nämlich gerade die Ursächlichkeit des von Bedingtheiten abhängigen Entstehens. .." (Maha Vagga 5)

    Ich persoenlich interpraetiere es so:

    Der Buddha wollte wahr scheinlich damit ausdruecken, dass im Endeeffekt jede/r eh nur das macht, von dem sie/er sich das groesste Glueck verspricht. Wir KOENNEN warhrscheinlich gar nicht anders.

    Also wuerdest du z.B., Anna Panna-Sati , es fertig bringen, auf den Dharma zu verzichten und dich stattdessen ganz und gar deinen kurzfristigen Lieblingsgenuessen - welche es auch immer sein moegen - zu widmen?

    Versuche es doch mal. Ich bin mir sicher, es geht nicht.

  • Qualia
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    • 26. März 2024 um 01:08
    • #17
    nuk:

    Um nach mal auf die Thread-Ueberschrift zurueck zu kommen:

    [lz]

    "Himmel" oder Nibbana/Nirvana? (MN97) - Glücklich leben - jetzt und hier...

    [/lz]
    Anna Panna-Sati:

    Der Buddha äußerte sich, lt. Palikanon, über seine Lehre folgendermaßen:


    .."‘Die von mir erkannte Lehre [21] ist tiefgründig, schwer ersichtlich, schwer zu verstehen, friedvoll, erhaben, beschäftigt sich nicht mit Logik [22] , ist fein­sinnig, nur den Weisen verständlich. Denn am Wünschen haftet [23] die Menschheit, hat Freude am Wünschen, hegt Sympathie für das Wünschen. Darum ist für die am Wünschen hängende, Freude am Wünschen habende, das Wünschen sympa­thisch findende Menschheit diese Lehre schwer ersichtlich, nämlich gerade die Ursächlichkeit des von Bedingtheiten abhängigen Entstehens. .." (Maha Vagga 5)

    Ich persoenlich interpraetiere es so:

    Der Buddha wollte wahr scheinlich damit ausdruecken, dass im Endeeffekt jede/r eh nur das macht, von dem sie/er sich das groesste Glueck verspricht. Wir KOENNEN warhrscheinlich gar nicht anders.

    Also wuerdest du z.B., Anna Panna-Sati , es fertig bringen, auf den Dharma zu verzichten und dich stattdessen ganz und gar deinen kurzfristigen Lieblingsgenuessen - welche es auch immer sein moegen - zu widmen?

    Versuche es doch mal. Ich bin mir sicher, es geht nicht.

    Alles anzeigen

    Solange es kurzfristige Lieblingsgenüsse sind, die nicht zu Verlangen nach länger und mehr verlangen, ist es den Dharma leben. Das geht sehr gut, leben im Augenblick, mit Beachtung vergangener Erfahrungen nenne ich das. Andere sagen schwammig: Leben im Jetzt.

    Wenn es eine Quelle gibt, ist es Ich.

    Ich ist nicht leer oder tot.

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    • 26. März 2024 um 01:18
    • #18
    Qualia:

    Solange es kurzfristige Lieblingsgenüsse sind, die nicht zu Verlangen nach länger und mehr verlangen, ist es den Dharma leben. Das geht sehr gut, leben im Augenblick, mit Beachtung vergangener Erfahrungen nenne ich das. Andere sagen schwammig: Leben im Jetzt.

    Ich bin der Meinung, dass Alles - meinetwegen das Multiversum als Ganzes - dem Schicksal unteliegt. Also streng nach dem Ursache->Wirkung Prinzip. Von daher denke ich, wir koennen gar nicht frei entscheiden, freier Wille ist genauso Illusion, wie 'Bewusstsein', 'Seele'.

    Und somit denke ich, dass letztendlich jedes Lebewesen ueber Kurz oder Lang dazu bestimmt ist, erleuchtet zu werden.

    Ist aber nur meine Meinung, mehr nicht.

  • Qualia
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    • 26. März 2024 um 01:51
    • #19
    nuk:
    Qualia:

    Solange es kurzfristige Lieblingsgenüsse sind, die nicht zu Verlangen nach länger und mehr verlangen, ist es den Dharma leben. Das geht sehr gut, leben im Augenblick, mit Beachtung vergangener Erfahrungen nenne ich das. Andere sagen schwammig: Leben im Jetzt.

    Ich bin der Meinung, dass Alles - meinetwegen das Multiversum als Ganzes - dem Schicksal unteliegt. Also streng nach dem Ursache->Wirkung Prinzip. Von daher denke ich, wir koennen gar nicht frei entscheiden, freier Wille ist genauso Illusion, wie 'Bewusstsein', 'Seele'.

    Und somit denke ich, dass letztendlich jedes Lebewesen ueber Kurz oder Lang dazu bestimmt ist, erleuchtet zu werden.

    Ist aber nur meine Meinung, mehr nicht.

    Das bedeutet aber, die vollkommene Sinnlosigkeit menschlichen Lebens anzuerkennen. Da es keinen freien Willen gibt, gibt es auch kein Karma.

    Das Leben fühlender Wesen benötigt keinen Sinn, sie leben.

    Wenn es eine Quelle gibt, ist es Ich.

    Ich ist nicht leer oder tot.

    Ich ist offen und frei,

    für sein ergreifen, festhalten, loslassen,

    für das ergriffen, festgehalten, verlassen werden.

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    • 26. März 2024 um 11:27
    • #20
    Anna Panna-Sati:

    Ein "Bewusstseinskontinuum" könnte - unter üblen Umständen - nach Dhananjanis Ende im Brahmahimmel, in einem niederen Daseinsbereich wiedergeboren werden - ist dies das einzige Argument des Buddhas für die "Ermahnung" Sariputtas?

    Für Buddha ist das Ziel Befreiung. Und um Befreiung zu erlangen, ist ja ein Leben als Mensch sogar günstiger als eines als Deva. In einer Deva Welt ist man zwar glücklich aber irgendwann ist es mit dem Glück plötzlich vorbei. Im Bezug auf das Ziel Befreiung zu erlangen ist es glückselige aber letztendlich vergeudete Zeit.

  • GKH
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    • 26. März 2024 um 11:36
    • #21
    Anna Panna-Sati:

    Damit bleibt eine mögliche Quelle für ein "glückliches (erfülltes) Leben" außen vor, denn Mitgefühl zu praktizieren, bereitet im Allgemeinen allen Beteiligen Freude, nicht nur den Hilfsbedürftigen.

    Dem stimme ich zu. Irgendwann löst sich auch die klare Aufteilung in Helfende Person und Hilfsbedürftige.

    Anna Panna-Sati:
    Gurkenhut:

    Zu 4: von Anhaftungen befreit bedeutet für mich nicht den Sinnesgenüssen nicht mehr zugeneigt zu sein. Nur Genuss und Schwierigkeit gleichermaßen annehmen zu können, ohne das eine abwehren und das andere festklammern wollen.

    Zu-Neigung stellt m.E. schon eine milde Form des Verlangens dar, es ist nicht neutral, im Sinne von "frei von jeglicher Anhaftung"... :?

    "Genuss anzunehmen" dürfte wohl niemandem schwerfallen, das Problem besteht ja im "immer wieder", "immer mehr" oder "immer wieder Neues" Wollen, wodurch in der Folge Dukkha entsteht.

    In einem anderen Thread löste eine Äußerung von mir, bzgl. Erleuchteten, (vermutlich nicht nur) bei einem Forumsmitglied anscheinend große Heiterkeit aus:

    (Daran dachte ich zurück, als ich hier fragte, ob jemand sich eine(n) Erleuchtete(n) als (Ehe-) Partner wünschen würde... ;) )

    Thema

    Der weise Tsongkhapa über manche sexuelle Praktiken : )

    […]

    https://info-buddhismus.de/Buddhistische_…eberdenken.html

    Ei, ei, ei, heikel. Ich finde ja, das jeder seine eigenen Empfindungen zu bestimmten sex. Vorlieben haben darf und auch mitteilen darf in Bezug auf eine religiöse Debatte. Ok, muss aber auch nicht sein, da es doch eine sehr private Sache ist.

    Aber wenn es um Austausch geht von religiösen Meinungen, ist es doch in Ordnung wenn ich teile ob ich das genauso empfinde wie Tsongkhapa.

    Wenn ich etwas nicht mag, heißt es nicht, dass ich es…
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    19. August 2023 um 16:05
    Anna Panna-Sati:

    Ich würde eher annehmen, dass man NUR im Nirwana-Zustand mit Sex so umgehen kann, dass man ihn genießt, ohne anzuhaften (Verlangen - neu - zu entwickeln) - falls es überhaupt noch zu Sex kommt....

    Igor07:

    Ach, das ist echt lustig, danke sehr! (: (: (:

    Darf ich dich fargen, sehr liebe Anna Panna-Sati , wie um Gottes willen konnst du darauf?

    Tja, man sollte Nirvana ein Schnippchen zu schlagen, um wieder zu "geniessen".. Tja..

    ......

    :shock: :lol:  :rofl:

    Ich bin Igor07 damals die Antwort schuldig geblieben, aber vielleicht hast DU ja die Lösung? 8)

    Liebe Grüße, Anna _()_ :heart: :)

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    Irgendwie kann ich mir nicht vorstellen, dass körperliche Anziehung bzw. Zuneigung und Verlangen komplett weggehen. Zu deiner Frage, ob man einen erleuchteten Partner will: mit jemanden, dem es völlig gleichgültig ist, ob ich da bin oder nicht, möchte ich nicht zusammen sein. Aber die Freiheit entscheiden zu können, einem Verlangen nachzugeben oder nicht, und über ein Nein zügig hinwegzukommen ist doch ganz nett.

    Und „ohne Anhaften“ sehe ich nicht neutral, dass ist aber glaube ich ziemlich persönliches Wortempfinden. Neutral hat für mich was gefühlskaltes, was von ist mir egal was passiert. Das ist es aber nicht, wenn ich Mitgefühl aufbringen kann, dann wünsche ich mir, das weniger gelitten wird. Das geht auch mit Akzeptanz der Umstände.

  • Anna Panna-Sati
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    • 26. März 2024 um 12:14
    • #22

    Hallo, liebe(r) Numisatojama ,

    herzlichen Dank für deinen erhellenden Beitrag! _()_ :heart:

    Numisatojama:

    Dreifaches wahres Wissen, welches die Brahmanen auch mit dem Wissen der Drei Veden gleichtun, besitzt hingegen der Buddha, als

    ‚Der Dreiwissensmächtige‘,


    -die Erinnerung an frühere Daseinsformen,
    -das Himmlische Auge und
    -die Triebversiegung

    Danke, - wieder etwas dazugelernt, ich wusste nicht, dass zwischen Buddha Shakyamuni und dem Arahant Sariputta noch solche Unterschiede in Wissen und Fähigkeiten bestehen.

    Numisatojama:

    Der Buddha sah also, nachdem Sariputta in seiner weiser und mitfühlenden Auslegung des Dhamma lehrte, das der Brahmane nach seinem Tode im Brahmareich wiedergeborenen wurde.


    Sariputta ‚sah’ es als Arhant, ohne das himmlische Auge,

    nicht.


    So erklärt sich mir der angesprochene Hinweis des erleuchteten Buddha als Unterschied, also nicht als Tadel.

    (in Kommentaren als ‚Tadel’ beschrieben)

    Ja, das leuchtet mir ein.... :?

    Wobei die Tatsache, die auch void hier gerade nochmal ansprach, dass das Glück der Götterwelt eben zeitlich begrenzt ist (UND im Anschluss die Gefahr einer drohenden niederen Wiedergeburt im Raum steht) , beim Buddha vielleicht ein anderes (tieferes?) Mitgefühl ansprach/"weckte", als das - wahrscheinlich eher auf Empathie basierende - Mitgefühl Sariputtas...

    Dementsprechend wäre dann der "Hinweis" an Sariputta (der von Kommentatoren als "milder Tadel" interpretiert wurde) ergangen, dass " es noch mehr zu tun" gegeben hätte.

    Numisatojama:

    Ich las grad neulich in MN -71- wie der Buddha die

    ‚Drei wahren Wissensbereiche‘

    lehrte und dabei erklärte das diese schon zur Befreiung, auch in den Himmlischen Bereich,

    zu Lebzeiten führen können.


    Welch Motivation für die

    tägliche Praxis🌹

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    Nochmals ein herzliches Dankeschön für deinen wertvollen, aufbauenden Beitrag und die Hinweise auf die Lehrreden MN 71 und MN 74! _()_ :rose:

    Liebe Grüße, Anna :) :heart: _()_

    "...Dieser edle achtfache Pfad aber ist der zur Aufhebung des Leidens führende Weg..." (AN.VI.63)

    "In dieser Stunde hörte Siddhartha auf, mit dem Schicksal zu kämpfen, hörte auf zu leiden. Auf seinem Gesicht blühte die Heiterkeit des Wissens, dem kein Wille mehr entgegensteht, das die Vollendung kennt, das einverstanden ist, mit dem Fluss des Geschehens, mit dem Strom des Lebens, voll Mitleid, voll Mitlust, dem Strömen hingegeben, der Einheit zugehörig." (H.Hesse)

  • Qualia
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    • 26. März 2024 um 12:23
    • #23
    Gurkenhut:

    Irgendwie kann ich mir nicht vorstellen, dass körperliche Anziehung bzw. Zuneigung und Verlangen komplett weggehen.

    Die kann unmöglich vor dem Sterben vergehen. Nach der Geburt werden wir von Körpern empfangen, vielleicht sogar mit einer wirklichen Willkommen Zuneigung und Liebe.

    Im Augenblick der Geburt, bis es zur Sicherheit gebenden Umarmung kommt, vergeht Zeit. Vollkommenes Unwissen was, wo, ob man ist. Dann erscheint die Sicherheit der Mutter. Das ist der Moment in dem die körperliche Anziehung bzw. Zuneigung und Verlangen beginnt.

    Sie endet im Sterben, kurze Zeit vor dem Tod. Der Augenblick, in dem wir uns bewusst sind, dass wir in den Tod/(X)Leben geboren werden. Wir lassen diese körperliche Anziehung bzw. Zuneigung und Verlangen los und geben uns dem anfänglichen Unwissen hin. Wir werden aus diesem Leben in ein anderes geboren und wissen, dass dieses Leben vergangen ist, dass wir nichts mitnehmen können. Wir wissen sogar das alles in diesem Leben uns nicht hilft, in dem in das wir sterbend geboren werden, Lächeln, es wird alles neu, lass das frühere los, freu dich auf das leere Neue.

    Wenn es eine Quelle gibt, ist es Ich.

    Ich ist nicht leer oder tot.

    Ich ist offen und frei,

    für sein ergreifen, festhalten, loslassen,

    für das ergriffen, festgehalten, verlassen werden.

  • Qualia
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    • 26. März 2024 um 13:41
    • #24

    Alles was durch den Titel des Thread impliziert wird, ist dieses Leben.

    Die Lehre der Buddhas fängt immer wieder neu an, bis wir hier in diesem Leben ohne an Vorstellungen, Wünschen, Enttäuschungen, Scheitern leiden.

    Das heißt nicht, dass es nicht schmerzhaft ist, aber wenn der Schmerz verklungen ist sollte man den nicht wieder im Verstand, Geist, Emotionen wecken.

    Begrabt es mit viel Herz in der Erde, aber nicht in euren Herzen. Dadurch kann der Geist frei handeln.

    Wenn es eine Quelle gibt, ist es Ich.

    Ich ist nicht leer oder tot.

    Ich ist offen und frei,

    für sein ergreifen, festhalten, loslassen,

    für das ergriffen, festgehalten, verlassen werden.

  • Igor07
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    • 26. März 2024 um 16:26
    • #25
    Qualia:

    Die kann unmöglich vor dem Sterben vergehen.

    Warum nicht?, sogar Nirvana wäre möglich, lieber Qualia :

    Zitat

    Nibbana hat mit dem Tod überhaupt nichts zu tun. Das Wort Nibbana heißt kühl. Auch

    wenn es von den Laien zu Hause benutzt wird, bedeutete es kühl. Nachdem es ein Ausdruck

    in der Dhamma-Sprache der buddhistischen Religion wurde, blieb die Bedeutung gleich,

    bezog sich jetzt aber auf die Kühle, die man durch das Erlöschen der Geistestrübungen

    erfährt. In der Sprache der Laien jedoch behält es die Bedeutung der Kühle als Resultat des

    Erlöschens eines gewöhnlichen Feuers bei.

    Alles anzeigen

    https://www.dhamma-dana.de/files/Dhamma%20Dana/Buecher/buddhadasa/Buddhadasa_Bhikkhu-Nibbana_fuer_Jedermann.pdf

    Ein Leben ohne Selbsterforschung verdiente gar nicht gelebt zu werden.

    Sokrates

Ausgabe №. 135: „Achtsamkeit und Aktivismus"

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