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  1. Buddhaland Forum
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Umgang mit Texten und Umsetzung des Weges

  • Bebop
  • 5. Januar 2024 um 06:04
  • Zum letzten Beitrag
  • Bebop
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    Buddh. Richtung
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    • 7. Januar 2024 um 08:09
    • #26
    Zitat

    dass du ja selbst kontrafaktisch und mystifizierend über eine längst verstorbene historische Person sprichst

    Die Person gab es möglicherweise nie. Mit "Du bist Buddha" ist nur gemeint, du irrst genauso wie alle anderen, du kannst genauso erwachen wie alle anderen. Buddha steht einfach für alle, die nach Lösungen für Lebensprobleme suchen. Man könnte auch Jesus sagen oder Einstein oder Sokrates oder Frau Schmidt von nebenan.

    Zitat


    Alle wollen nur dass es ihnen besser geht

    Genau. Und manchmal wollen sie auch, dass es anderen besser geht.

    Tai:

    Zitat

    Sowohl Shikantaza, als auch Koanpraxis betonen vielmehr ein Erwachen im Loslassen (von gedanklichen Konzepten und bedingten Wahrnehmungen). Alle heute noch lebendigen Zen-Schulen leiten sich darüberhinaus aus der Südschule der Plötzlichen Erleuchtung (im Gegensatz zur mittlerweile ausgestorbenen Nordschule der Allmählichen Erleuchtung) ab.


    Dem ersten Satz kann ich zustimmen, auch wenn man im Soto oft den Eindruck bekommt, es ginge tatsächlich (fast) nur ums Sitzen, also das Ritual.

    Den zweiten Teil halte ich aus diversen Gründen für falsch. Zum einen, weil es eine strikte Trennung der Schulen nie gab. Zum anderen, weil sogar Dogen sich bei der Nordschule bediente. Carl Bielefeldt schrieb in "Dogen's Manual of Zen Meditation": "Der Unterschied, sagt Huineng, zwischen seiner eigenen Lehre von der spontanen Erleuchtung und der des graduellen Erwachens seines Rivalen aus der Nördlichen Schule, Shen-hsiu, sei der, dass Letzterer noch dem konventionellen Verständnis anhafte und Ethik, Meditation und Weisheit als etwas präsentiere, dass in die Praxis umzusetzen sei. Hui-neng sagt: "Die Tatsache, dass der Grund des Geistes (hsin li) ohne Falsch ist, stellt die Ethik der eigenen Natur dar ... Wenn wir unsere eigene Natur verstehen, errichten wir keine Ethik, Meditation und Weisheit ..." In der erleuchteten Weisheit unserer eigenen wahren Natur tauche kein Bedarf nach Religion auf. (S. 90) Es ist ganz offensichtlich, dass Dogen dies anders handhabte, also wie in der Huineng zugeschriebenen Kritik an der Nordschule (auch wenn dies ein eher künstlicher Streit war). Hier im Forum gibt es Etliche, die genau diesen Dreiklang betonen und das "Errichten" von Ethik (und ggf. Religion). Das sind also eigentlich, zugespitzt, heutige Vertreter der Nordschule.

    Faru hat die Nordschule oder besser die Ostberg-Schule ins Shaolin gebracht, wo sie überdauerte.

  • Thorsten Hallscheidt
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    • 7. Januar 2024 um 09:02
    • #27
    Bebop:

    Wenn wir unsere eigene Natur verstehen, errichten wir keine Ethik, Meditation und Weisheit

    Es muss heißen: unsere eigentliche Natur –> im Sinne von wahre Natur = nicht verblendet durch Unwissenheit, Ich-Illusion, Gier und Abneigung. Und die wird irgendwann als Weisheit sichtbar durch Ethik und Meditation. Es geht nicht um die eigene Natur (eigen im Sinne von Eigner), also nicht um meine Natur, meine Impulse, mein Wollen, etc.. Wenn Du die eigentliche Natur erkannt hast, und erst dann, brauchst Du weder Ethik noch Meditation. Dann bist Du auf der anderen Seite und brauchst das Floß nicht mehr.

    Das ist denn doch nur der Abendwind, der heute mit ordentlich verständlichen Worten flüstert.

    Einmal editiert, zuletzt von Thorsten Hallscheidt (7. Januar 2024 um 09:11)

  • Sotapannabumm
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    • 7. Januar 2024 um 10:11
    • #28
    Bebop:
    Zitat

    dass du ja selbst kontrafaktisch und mystifizierend über eine längst verstorbene historische Person sprichst

    Die Person gab es möglicherweise nie. Mit "Du bist Buddha" ist nur gemeint, du irrst genauso wie alle anderen, du kannst genauso erwachen wie alle anderen. Buddha steht einfach für alle, die nach Lösungen für Lebensprobleme suchen. Man könnte auch Jesus sagen oder Einstein oder Sokrates oder Frau Schmidt von nebenan.

    Wenn das so ist, ist mit ‚Du bist Buddha‘ auch gemeint: es gab ihn gar nicht / diese gewesene Person ist irrelevant? Du bist ein Mensch genau wie alle anderen auch?

    Ernsthaft mal. Wer weiß das nicht, dass er Mensch ist, der auch Fehler macht? Und warum muss man dazu eine längst verstorbene Person nennen, die obendrein eher für eine Weisheit bekannt ist, die viele andere Menschen (leider) nicht entwickelt haben?

    Da ist (so sehe ich es) wieder der Mythos, der Sockel bzw die Befangenheit.

    Anstatt das zu sagen was man wirklich meint, spricht man so.

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    • 7. Januar 2024 um 10:24
    • #29

    Ja, aber Thorsten, ist das denn nicht klar verständlich. Ich habe das selbst vor über 30 Jahren so, wie Du es differenzierst, begriffen.

    :?

    Müssen wir denn wirklich alles so durchkauen?

    Wer versteht, versteht. Und wer nicht versteht, versteht auch mit 1000en von Erklärungen nix.

    Ich schreibe das aus Erfahrung, schon aus beruflicher. Ich habe mich vorn Kopp gefasst, was ich ehrenamtlichen Verwaltungsratsmitglieder alles bis ins Kleinste erklären musste, damit die keine falschen Vorstellungen haben.

    So viel Doofheit konnte ich mir gar nicht ausmalen.

    Natürlich kann sich ein Unternehmen nicht auf Gut-Glück verlassen.

    Aber wir hier können doch wohl soviel Vertrauen haben, dass - wer das überhaupt liest - mit genug Unterscheidungsvermögen gelesen wird.

    Was ich inzwischen aber für noch wichtiger halte, ist das Vertrauen in einen Prozess, der abläuft, ob wir wollen oder nicht.

    _()_

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    • 7. Januar 2024 um 13:17
    • #30
    Thorsten Hallscheidt:
    Bebop:

    Wenn wir unsere eigene Natur verstehen, errichten wir keine Ethik, Meditation und Weisheit

    Es muss heißen: unsere eigentliche Natur –> im Sinne von wahre Natur = nicht verblendet durch Unwissenheit, Ich .

    Es ist aber auch nur ein scheinbar kleiner Unterschied:

    ob „eigene“ Natur oder „eigentliche“ Natur.

    Mann muss bei eigener Natur nur daran denken, dass es auch heißen kann, dass man eine Natur als die eigene betrachtet, also eine Natur besitzt.

    Dann hat Thorsten Hallscheidt den Sinn genau getroffen.

    Bebop :

    Wenn wir unsere eigene Natur verstehen, errichten wir keine Ethik, Meditation und Weisheit.

    Thorsten Hallscheidt : Wenn wir unsere eigentliche Natur verstehen, errichten wir keine Ethik, Meditation und Weisheit.

    Wenn wir eine eigene Natur annehmen, sind wir schon in Ethik, Meditation und Weisheit machen gewesen. Eigene Natur wird vom Konzept zur Wahrheit.

    Unsere eigentliche Natur kann Ethik, Meditation und Weisheit nur zu bestimmten Zeitpunkten in Anwendung bringen, ein Verhaltenssystem des erscheinenden eigenen Ich's/Person, aber das Anwenden ist das Benutzen unserer eigenen Natur.

    Die eigentliche Natur ermöglicht eine eigene Natur doch nur bei Kontakt mit Begriffen der anderen Person.

    Eigentliche Natur ist Wortlos, eigene Natur ist Wortreiche Person.

    Wenn es eine Quelle gibt, ist es Ich.

    Ich ist nicht leer oder tot.

    Ich ist offen und frei,

    für sein ergreifen, festhalten, loslassen,

    für das ergriffen, festgehalten, verlassen werden.

  • Tai
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    • 7. Januar 2024 um 13:53
    • #31
    Sotapannabumm:
    Bebop:
    Zitat

    dass du ja selbst kontrafaktisch und mystifizierend über eine längst verstorbene historische Person sprichst

    Die Person gab es möglicherweise nie. Mit "Du bist Buddha" ist nur gemeint, du irrst genauso wie alle anderen, du kannst genauso erwachen wie alle anderen. Buddha steht einfach für alle, die nach Lösungen für Lebensprobleme suchen. Man könnte auch Jesus sagen oder Einstein oder Sokrates oder Frau Schmidt von nebenan.

    Wenn das so ist, ist mit ‚Du bist Buddha‘ auch gemeint: es gab ihn gar nicht / diese gewesene Person ist irrelevant? Du bist ein Mensch genau wie alle anderen auch?

    Ernsthaft mal. Wer weiß das nicht, dass er Mensch ist, der auch Fehler macht? Und warum muss man dazu eine längst verstorbene Person nennen, die obendrein eher für eine Weisheit bekannt ist, die viele andere Menschen (leider) nicht entwickelt haben?

    Da ist (so sehe ich es) wieder der Mythos, der Sockel bzw die Befangenheit.

    Anstatt das zu sagen was man wirklich meint, spricht man so.

    Alles anzeigen

    Es handelt sich hier allerdings um eine Formulierung, die seit gut eineinhalb Jahrtausenden im ostasiatischen Buddhismus tief verwurzelt ist und im chinesischen Chan, im koreanischen Seon und im japanischen Zen sowie deren westlichen Ablegern auch heute noch gerne und häufig verwendet wird.

    'Buddha werden' stand schon vorher in der buddhistischen Tradition als Synonym für 'Erleuchtung erlangen' bwz. 'Erwachen'. 'Du bist (bereits) Buddha', greift diese Formulierung auf und spitzt sie im Sinne einer fundamentalen Lehre zu. Sie beruft sich dabei auch auf eine Legende, der gemäß Buddha unmittelbar nach seinem Erwachen unter dem Bodhibaum ausgerufen haben soll: "Alle Wesen sind bereits vollständig erwacht, nur erkennen sie es leider nicht und sind daher verblendet!"

    Zitat


    Zentral in der Lehrentwicklung des Zen-Buddhismus war die Vorstellung der Buddha-Natur: die Idee, dass der erwachte Geist eines Buddhas bereits in jedem fühlenden Wesen vorhanden ist.[9]

    Quelle: Wikipedia zu "Zen"

    Die Aussage 'Du bist (bereits) Buddha' ist also keineswegs eine x-beliebige, willkürliche Ausdrucksweise, sondern eine auf den Punkt gebrachte Lehre, die gewissermaßen das Herz der weiter oben genannten ostasiatischen buddhistischen Traditionen ausmacht. Ich verstehe, dass die Formulierung "du bist (bereits) Buddha" erstmal verwirrend sein kann, da in diesen Traditionen der historische Buddha ja extrem hoch geachtet und verehrt wird - es ist aber in sich konsequent. Denn gemäß dieser Lehre liegt der Schlüssel zu deinem Erwachen ausschließlich in dir. Wer sollte (aus deiner Sicht - und das ist die einzige, die du jemals haben kannst) die Erleuchtung erleben, wenn nicht genau dasjenige, das jetzt diese Zeilen liest?

    _()_

  • Anna Panna-Sati
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    • 7. Januar 2024 um 14:04
    • #32
    Monikadie4.:

    Ja, aber Thorsten, ist das denn nicht klar verständlich. Ich habe das selbst vor über 30 Jahren so, wie Du es differenzierst, begriffen.

    Das freut mich für dich, Monika, aber leider trifft dies ja nicht auf alle hier zu... :)

    Monikadie4.:

    Müssen wir denn wirklich alles so durchkauen?

    Wer versteht, versteht. Und wer nicht versteht, versteht auch mit 1000en von Erklärungen nix.

    Ja, bitte, gerne!

    Der Buddha wiederholt (sich) auch ständig in seinen Lehrreden, denn Menschen sind bekanntlich sehr vergesslich und nur durch stete Wiederholung prägen sich Dinge nachhaltig ein.

    Bei all den Ablenkungen und Zerstreuungen des Alltags tut es gut, immer wieder mal erinnert zu werden.

    (Sicher nicht nur) ich bin Thorsten Hallscheidt sehr dankbar für sein Mitgefühl und seine Geduld. _()_

    Das tiefe Verstehen geschieht manchmal ganz plötzlich und unerwartet, weil man bereit dafür ist, beim Anhören der 998. Erklärung... :sunny:

    Des Weiteren ist dies ja ein öffentliches Forum, das ständig neue Mitglieder oder Besucher anzieht, denen es sicherlich gut tut, Erklärendes, Erhellendes und Inspirierendes der Buddha-Lehre zu lesen.

    Last, but noch least ... ;) :

    Monikadie4.:

    Im übrigen befinden wir uns aus den verschiedensten Gründen nicht unbedingt auf demselben Level.


    Hier hilft nur Wohlwollen ...

    Liebe Grüße, Anna :heart: _()_ :)

    "...Dieser edle achtfache Pfad aber ist der zur Aufhebung des Leidens führende Weg..." (AN.VI.63)

    "In dieser Stunde hörte Siddhartha auf, mit dem Schicksal zu kämpfen, hörte auf zu leiden. Auf seinem Gesicht blühte die Heiterkeit des Wissens, dem kein Wille mehr entgegensteht, das die Vollendung kennt, das einverstanden ist, mit dem Fluss des Geschehens, mit dem Strom des Lebens, voll Mitleid, voll Mitlust, dem Strömen hingegeben, der Einheit zugehörig." (H.Hesse)

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    • 7. Januar 2024 um 14:14
    • #33

    Ja, das stimmt Anna ❤️

    Der Verstand spuckt eben nur Stückwerk aus, vorallem, wenn "er" zu schnell ist. :lol:

    Einmal editiert, zuletzt von Monikamarie (7. Januar 2024 um 14:25)

  • Thorsten Hallscheidt
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    • 7. Januar 2024 um 16:19
    • #34
    Anna Panna-Sati:

    ich bin Thorsten Hallscheidt sehr dankbar für sein Mitgefühl und seine Geduld.

    :grinsen: Oh, das wäre schön... Geduld und Mitgefühl... Nein, nein, mich treiben wohl eher egoistische Motive um. Mir machen das Diskutieren und Schreiben vor allem in Sachen Buddhismus Freude. Zudem ist es immer gut, wenn die eigene Meinung oder Sichtweise Gegenwind bekommt (wie z.B. aktuell durch Bebop -> besten Dank an dieser Stelle), weil ich mich sonst bestimmt irgendwann auf dem für richtig Befundenen lang mache und einschlafe. Auch bin ich hier gezwungen, immer wieder Quellen herauszusuchen, um meine Behauptungen zu stützen, was wirklich bereichernd ist. Es gibt solch einen unglaublichen Schatz von Schriften! Von der Inspiration, die das Debattieren über buddhistische Themen mit sich bringt, ganz zu schweigen. Wo kann man sonst schon über so ein für die meisten Menschen abseitiges Zeug reden? Eher muss ich für Geduld und Mitgefühl danken, dass Leute das ganze Zeug, was ich fabriziere, überhaupt lesen und darauf reagieren. (:

    _()_

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    • 7. Januar 2024 um 16:29
    • #35

    Großartig Thorsten.

    Ich fühle mich unter MEINESGLEICHEN.

    _()_ _()_ _()_

  • Anna Panna-Sati
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    • 7. Januar 2024 um 16:35
    • #36

    Ach komm, Thorsten, stapel mal nicht so tief..... ;)  :D

    "Egoistisch" sind wir doch alle, mal mehr, mal weniger, solange wir den "Ich-Dünkel" noch mit uns herumschleppen.

    Entscheidend ist, was am Ende dabei herauskommt....

    Die Freude, die du beim Diskutieren hast, teilt sich den Lesern ja auch mit :) und dass du deine "Behauptungen" auf seriöse Quellen oder eigene Erfahrungen stützt, macht sie wertvoll für Andere.

    Ja, Bebop mischt das Forum ordentlich auf und bringt Leben hinein, genau das Richtige, um den Winterschlaf kurz zu unterbrechen... :lol:

    Liebe Grüße, Anna :) _()_ :heart:

    "...Dieser edle achtfache Pfad aber ist der zur Aufhebung des Leidens führende Weg..." (AN.VI.63)

    "In dieser Stunde hörte Siddhartha auf, mit dem Schicksal zu kämpfen, hörte auf zu leiden. Auf seinem Gesicht blühte die Heiterkeit des Wissens, dem kein Wille mehr entgegensteht, das die Vollendung kennt, das einverstanden ist, mit dem Fluss des Geschehens, mit dem Strom des Lebens, voll Mitleid, voll Mitlust, dem Strömen hingegeben, der Einheit zugehörig." (H.Hesse)

  • Sotapannabumm
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    • 7. Januar 2024 um 16:36
    • #37
    Tai:
    Sotapannabumm:
    Bebop:

    Die Person gab es möglicherweise nie. Mit "Du bist Buddha" ist nur gemeint, du irrst genauso wie alle anderen, du kannst genauso erwachen wie alle anderen. Buddha steht einfach für alle, die nach Lösungen für Lebensprobleme suchen. Man könnte auch Jesus sagen oder Einstein oder Sokrates oder Frau Schmidt von nebenan.

    Wenn das so ist, ist mit ‚Du bist Buddha‘ auch gemeint: es gab ihn gar nicht / diese gewesene Person ist irrelevant? Du bist ein Mensch genau wie alle anderen auch?

    Ernsthaft mal. Wer weiß das nicht, dass er Mensch ist, der auch Fehler macht? Und warum muss man dazu eine längst verstorbene Person nennen, die obendrein eher für eine Weisheit bekannt ist, die viele andere Menschen (leider) nicht entwickelt haben?

    Da ist (so sehe ich es) wieder der Mythos, der Sockel bzw die Befangenheit.

    Anstatt das zu sagen was man wirklich meint, spricht man so.

    Es handelt sich hier allerdings um eine Formulierung, die seit gut eineinhalb Jahrtausenden im ostasiatischen Buddhismus tief verwurzelt ist und im chinesischen Chan, im koreanischen Seon und im japanischen Zen sowie deren westlichen Ablegern auch heute noch gerne und häufig verwendet wird.

    'Buddha werden' stand schon vorher in der buddhistischen Tradition als Synonym für 'Erleuchtung erlangen' bwz. 'Erwachen'. 'Du bist (bereits) Buddha', greift diese Formulierung auf und spitzt sie im Sinne einer fundamentalen Lehre zu. Sie beruft sich dabei auch auf eine Legende, der gemäß Buddha unmittelbar nach seinem Erwachen unter dem Bodhibaum ausgerufen haben soll: "Alle Wesen sind bereits vollständig erwacht, nur erkennen sie es leider nicht und sind daher verblendet!"

    Zitat


    Zentral in der Lehrentwicklung des Zen-Buddhismus war die Vorstellung der Buddha-Natur: die Idee, dass der erwachte Geist eines Buddhas bereits in jedem fühlenden Wesen vorhanden ist.[9]

    Quelle: Wikipedia zu "Zen"

    Die Aussage 'Du bist (bereits) Buddha' ist also keineswegs eine x-beliebige, willkürliche Ausdrucksweise, sondern eine auf den Punkt gebrachte Lehre, die gewissermaßen das Herz der weiter oben genannten ostasiatischen buddhistischen Traditionen ausmacht. Ich verstehe, dass die Formulierung "du bist (bereits) Buddha" erstmal verwirrend sein kann, da in diesen Traditionen der historische Buddha ja extrem hoch geachtet und verehrt wird - es ist aber in sich konsequent. Denn gemäß dieser Lehre liegt der Schlüssel zu deinem Erwachen ausschließlich in dir. Wer sollte (aus deiner Sicht - und das ist die einzige, die du jemals haben kannst) die Erleuchtung erleben, wenn nicht genau dasjenige, das jetzt diese Zeilen liest?

    _()_

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    Hallo Tai


    Danke für die Darstellung von historischen und gegenwärtigen kulturellen Ideen die der Aussage ‚du bist Buddha‘ anhängen bzw. danke für die Deutlichmachung, dass damit eine gewachsene buddhistische Tradition und ihre (großen) Konzepte gemeint sind. Darum ging es mir ja. Diesen eigentlichen zugrundeliegenden ‚Sockel’ ( Bebop führte das Attribut ein) aus Konzepten zu benennen.

    Eine inhaltliche Anmerkung: Die Frage nach einem Subjekt der Erleuchtung finde ich selbst nicht besonders erleuchtet - aber um eine solche Auseinandersetzung geht es mir nicht. Nocheinmal Danke

  • Igor07
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    • 7. Januar 2024 um 18:20
    • #38
    Anna Panna-Sati:
    Bebop:

    Anna

    Zitat


    Indem der Buddha Tanha (als Ursache von Dukkha) völlig durchschaute, brachte er die Begierde zum Verschwinden.

    Nimms mir nicht übel, ich habe Stunden damit zugebracht, hier zu erläutern, dass er es NICHT völlig durchschaute, und ich habe das plausibel begründet. Es ist ja auch kein Beinbruch, er hatte nicht unser medizinisches Wissen.

    Nimm DU mir bitte nicht übel, dass mich deine "plausiblen Begründungen" nicht ganz überzeugen konnten.

    Deine Haltung hat die Ausstrahlung von "Der Buddha ist nicht so weise, wie ich mich schon lange fühle." , was mich etwas abschreckt...

    Das wirst du aber nicht erkennen, weil du den Buddha auf einen Sockel stelltst und nicht zuerst als irrenden Menschen siehst. Im Zen heißt "Du bist Buddha" eben auch "Buddha ist du", also Buddha kann irren. Oder, wie es Muho gern mit Bezug auf Dogen zitiert, Erwachen in der Irre, Irre im Erwachen.

    Buddha Shakyamuni betrachte ich als "Erwachten" und "Wegweiser", nicht als "Allwissenden".

    U.a. seine medizinischen Ratschläge sehe ich daher als veraltet an ("Alter Kuhharn"), obwohl manche Heilpraktiker und Ärzte für Naturheilverfahren von heute, teilweise auch (wieder) auf solche altbewährten Methoden setzen...

    Ansonsten bewährt sich immer wieder das Kesamutti Sutta (AN III,66 Rede an die Kalamer).

    Auf einen Sockel wollte der Buddha sicher nicht gestellt werden, aber der Dharma verdiente in seinen Augen alle Ehre.

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    Hi, Anna Panna-Sati .

    Ich wollte es klar zu stellen. Nur meine eigene Meinung. Sorry.

    Im Theravada man hat absolut andere Einstelllungen und die Vorstellungen als im Zen.

    Ich zitiere einiges: „ Buddha ist Ziegelscherben und Kieselsteine“( von Dogen), , „ Buddha … Drei Pfund Hanf“( von Bi-yan-Lu), usw, würden keinen Theravaden eher erschrecken.

    Noch mehr, wie es schreibt Buyung -Chul Han:“ Die Erleuchtung (Satori) bezeichnet keine „Entrückung“, keinen ungewöhnlichen „ekstatischen Zustand , in dem man doch sich gefiele. Sie ist vielmehr das Erwachen zum Gewöhnlichen“. Einfach im Hier und Jetzt zu leben, frei von den Konzepten, Schablonen , egal welcher Karten, ( Aufkleber), wer recht hatte oder nicht, was sagt dazu Buddha oder nicht, was ist der Sinn der ganzen Lehre? Usw.. Einfach , wenn Hunger kommt, dann man isst, wenn man schlafen will, dann man schließt die Augen, / frei nach Linji/, das wirkt befremdend und sogar abstrus , aber man verpasst das Leben im Jetzt, wenn man den Kopf mit so vielen Lehren und den Theorien vermüllt, mehr nicht. Zen verneint eher das „Heilige“, denn absolut alles ist heilig, und wenn man das ganze rein nihilistisch betrachtet, im Sinne, alles sei erlaubt, dann man verpasst das wieder. Für reinen Theravada es ist eher das unmögliche Ding, wenn nicht „schlimmer“. Mit Dhamma aber das hat nicht zu tun. LG.

    Ein Leben ohne Selbsterforschung verdiente gar nicht gelebt zu werden.

    Sokrates

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    • 7. Januar 2024 um 18:36
    • #39
    Igor07:

    Einfach im Hier und Jetzt zu leben, frei von den Konzepten, Schablonen

    Was führt denn zu Konzepten von Vergangenheit und Zukunft, Reichtum und Armut, von Schablonen wie Feind und Freund? Was hindert dich daran, im Hier und Jetzt zu leben?

    Das ist denn doch nur der Abendwind, der heute mit ordentlich verständlichen Worten flüstert.

  • Igor07
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    • 7. Januar 2024 um 18:54
    • #40
    Thorsten Hallscheidt:

    Was führt denn zu Konzepten von Vergangenheit und Zukunft, Reichtum und Armut, von Schablonen wie Feind und Freund? Was hindert dich daran, im Hier und Jetzt zu leben?

    Die ( „gewöhnliche“) Art der Wahrnehmung, die diese Zeit auf die Vergangenheit, Die Gegenwart und die Zukunft gewalttätig zerschneidet. Die Realität , wie sie ist , entsteht und kommt zustande nur im Jetzt! M.Eckhart und D.T. Suzuki sagen dasselbe. Und wenn Dalai-Lama sagt, es gibt keinen ( Inhärenten) Buddha am Ende, er meint dasselbe. Prasangika Mahayana. Und ich kann es , leider, nicht besser ausdrücken. Besser darüber zu schweigen, so frei nach L. Wittgenstein.

    Und ( und auch um-) den realen Duft zu spüren: „ Was ist der Kern der korrekten Lehre? Der Meister sagte: „Der Duft von Reisbrei“. ( Zen-Worte von Wolkentor-Berg).

    LG.

    Ein Leben ohne Selbsterforschung verdiente gar nicht gelebt zu werden.

    Sokrates

  • Thorsten Hallscheidt
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    • 7. Januar 2024 um 19:21
    • #41

    Immer so kompliziert. (: Ich würde sagen, eines der Probleme ist das Begehren, weil etwas imaginiert wird, das in der Vergangenheit (also in der Erinnerung) schon einmal war, in der Gegenwart nicht ist und in der Zukunft sein soll, weil ich mich sonst unzufrieden fühle. Hand in Hand damit gehen Vorstellungen vom Begehrten, Vergleiche mit dem Gegenwärtigen, unvollständige Wahrnehmung des Gegenwärtigen, unangenehme Gefühle von Mangel, etc... und vor allem Identifikation mit all dem: Dieser Mangel, dieses Begehren, dieser Wunsch, dieses Gefühl... das bin ich, sie gehören zu mir, sie sind mein Selbst. All diese Prozesse führen fort vom Hier und Jetzt und konstruieren Vorstellen zwischen Ich und Wirklichkeit als getrennte Entitäten. Oder?

    Das ist denn doch nur der Abendwind, der heute mit ordentlich verständlichen Worten flüstert.

  • Igor07
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    • 7. Januar 2024 um 19:52
    • #42
    Thorsten Hallscheidt:

    Immer so kompliziert. (: Ich würde sagen, eines der Probleme ist das Begehren, weil etwas imaginiert wird, das in der Vergangenheit (also in der Erinnerung) schon einmal war, in der Gegenwart nicht ist und in der Zukunft sein soll, weil ich mich sonst unzufrieden fühle. Hand in Hand damit gehen Vorstellungen vom Begehrten, Vergleiche mit dem Gegenwärtigen, unvollständige Wahrnehmung des Gegenwärtigen, unangenehme Gefühle von Mangel, etc... und vor allem Identifikation mit all dem: Dieser Mangel, dieses Begehren, dieser Wunsch, dieses Gefühl... das bin ich, sie gehören zu mir, sie sind mein Selbst. All diese Prozesse führen fort vom Hier und Jetzt und konstruieren Vorstellen zwischen Ich und Wirklichkeit als getrennte Entitäten. Oder?

    Ohne den eisernen Griff des Verstandes dieser „Mangel“ wäre nicht möglich. Ohne die innere ( geistige ) Bewertung ( begriffliche Zuschreibung) auch. Und wenn du über „Konstruierte Vorstellungen „ sprichst, dann es alles entsteht nur durch und dank dem , ach… „komplizierten „ Verstand. Er kann einfach nicht anders, so wie der wilde Affe. LG.

    Ein Leben ohne Selbsterforschung verdiente gar nicht gelebt zu werden.

    Sokrates

  • Thorsten Hallscheidt
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    • 7. Januar 2024 um 20:27
    • #43
    Igor07:

    Ohne den eisernen Griff des Verstandes dieser „Mangel“ wäre nicht möglich.

    Jooo. Und warum sollte das im Theravada anders sein? Meine Argumentation oben war purer Palikanon.

    Im Theravada wird auch nicht besonders viel Wert auf Heiliges gelegt und erst recht nicht auf viele Lehren und Theorien. Das ist eher die Domäne des Mahayana. Svatantrika, Prasangika, Chittamatra, Yogachara, wie sie alle heißen. In den frühen Schriften, aber auch in den Lehrreden ist doch alles recht einfach gehalten. Im Gegenteil: Buddha warnt hier an vielen Stellen vor allzu vielen Erwägungen und Ansichten:

    Zitat

    Ihr Mönche, denkt nicht nach über etwas, über das ein böses, unheilsames Herz nachdenkt, wie: 'Ewig ist die Welt oder nicht ewig ist die Welt; endlich ist die Welt oder nicht-endlich ist die Welt. Wie das Leben, so der Leib, oder anders das Leben, anders der Leib. Der Vollendete ist nach dem Tode, ist nicht nach dem Tode, ist sowohl als auch, ist weder noch nach dem Tode'.

    Solches Erwägen, solches Nachdenken ist nicht mit dem Heil verbunden, ist nicht urasketentümlich, führt nicht zum Nichts-dran-finden, nicht zur Entreizung, nicht zur Auflösung, nicht zur Beruhigung, nicht zum Überblicken, nicht zur vollen Erwachung, nicht zum Nirvāna.

    Vielmehr möget ihr, ihr Mönche, erwägen und bedenken: 'Das ist das Leiden, das ist die Leidensentwicklung, das ist die Leidensauflösung, das ist das zur Leidensauflösung führende Vorgehen'.

    Solches Erwägen, solches Nachdenken ist mit dem Heil verbunden, ist urasketentümlich, führt zum Nichts-daran-finden, zur Entreizung, zur Auflösung, zur Beruhigung, zum Überblicken, zur vollen Erwachung, zum Nirvāna.

    Daher habt ihr euch, meine Mönche, also anzustrengen, um zu erkennen: 'Das ist das Leiden, das ist die Leidensentwicklung, das ist die Leidensauflösung, das ist das zur Leidensauflösung führende Vorgehen"'.

    Quelle

    Alles anzeigen

    Das ist denn doch nur der Abendwind, der heute mit ordentlich verständlichen Worten flüstert.

  • Igor07
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    • 7. Januar 2024 um 21:11
    • #44
    Thorsten Hallscheidt:

    m Theravada wird auch nicht besonders viel Wert auf Heiliges gelegt und erst recht nicht auf viele Lehren und Theorien. Das ist eher die Domäne des Mahayana. Svatantrika, Prasangika, Chittamatra, Yogachara, wie sie alle heißen.

    Das war der Volltreffer, mein Lieber.


    Denn sie alle haben das gleiche Recht und man sollte sie alle respektieren. Wenn sehr viele Blinden den Elefanten berühren, jeder meint etwas anderes. Die Wahrheit, wie sie ist, das ganze Getue kümmert nicht. Jede Richtung man kann nur als die Leiter betrachten, als das Vehikel, als die Fähre, die alle aber alle „diese Lehren“ am ende führen darüber -- hinaus. Man kann es so sagen, dass der Finger, der auf den Mond hinweist, ist kein Mond selbst. Und die Mentale Karte ist kein Land, das ich mit den eigenen Füssen berühre. Wenn man es nicht berücksichtigt, man klammert sich an die Lehre, wie die Wahrheit in der letzten Instanz, aber es würde einfach der bedingten Entstehung .. abhängig entstanden schier widersprechen. Und das ist genau das Thema hier. Mehr ich kann echt nicht hinzufügen. Alles Gute! :taube:

    Ein Leben ohne Selbsterforschung verdiente gar nicht gelebt zu werden.

    Sokrates

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    • 7. Januar 2024 um 21:43
    • #45
    Sotapannabumm:

    Eine inhaltliche Anmerkung: Die Frage nach einem Subjekt der Erleuchtung finde ich selbst nicht besonders erleuchtet

    :like: :)

    Freut mich, dass du es so siehst. 'Du bist bereits Buddha' kann nur ein Fingerzeig sein dahingehend, den Buddha nicht außerhalb des Geistes zu suchen, der da gerade sucht. Dieser Geist wird im Zen auch der 'Eine Geist' genannt, von dem es heißt: "Alle Buddhas und alle Lebewesen sind nichts als der Eine Geist, ungeboren und unzerstörbar." (Meister Huang Po)

    Das Erwachen zum Einen Geist findet nach der Zen-Lehre in genau dem Augenblick statt, in dem alles begriffliche und konzeptionelle Ergreifen aufgegeben ist - was natürlich auch die Aufgabe einer Subjektvorstellung einschließt. Das Konzept vom 'Einen Geist' ist dabei auch wieder nur ein Fingerzeig auf dasjenige, das da gerade tatsächlich erwacht. Als Methode benutzt die buddhistische Lehre Begriffe und Konzepte, um auf das Aufgeben aller Konzepte hinzuweisen bzw. auf genau dasjenige, was im Augenblick des Erwachens alle Konzepte und bedingten Wahrnehmungen loslässt.

  • Sotapannabumm
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    Buddh. Richtung
    es hilft nicht dieses Feld ernst zu nehmen
    • 7. Januar 2024 um 22:18
    • #46
    Tai:
    Sotapannabumm:

    Eine inhaltliche Anmerkung: Die Frage nach einem Subjekt der Erleuchtung finde ich selbst nicht besonders erleuchtet

    :like: :)

    Freut mich, dass du es so siehst.

    Das ist ein Effekt des mittleren Weges. Es ist ein Etwas was etwas erfährt, z.B auch Erleuchtung - dieses Denken und Formulieren widerspricht dem höheren subtilen Erkennen was sich auf diesem Weg entfaltet.

    Ich freue mich auch darüber, dass anscheinend beiderseitiges Verständnis hierüber vorliegt.

  • Thorsten Hallscheidt
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    • 7. Januar 2024 um 22:26
    • #47
    Igor07:

    Denn sie alle haben das gleiche Recht und man sollte sie alle respektieren.

    Ja, klar, das ist selbstverständlich, denke ich. Es ging mir darum, zu zeigen, dass auch der Theravada Lehrgebäuden, Spekulationen, Konzepten und Vorstellungen gegenüber ambivalent eingestellt ist, nicht nur der Zen. Für mich bauen alle buddhistische Linien aufeinander auf und ergänzen einander. Sie behandeln und vertiefen unterschiedliche Aspekte derselben Lehre.

    Das ist denn doch nur der Abendwind, der heute mit ordentlich verständlichen Worten flüstert.

Ausgabe №. 135: „Achtsamkeit und Aktivismus"

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