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Alter - im Buddhismus

  • Anna Panna-Sati
  • 3. Juni 2023 um 21:34
  • Zum letzten Beitrag
  • eitelpfuetze
    Gast
    • 9. Juni 2023 um 23:12
    • #126
    Igor07:
    eitelpfuetze:

    Diese Ansicht, dieses Bilden und Aufrechterhalten von Ansichten wurde von Buddha verworfen er lehrte anderes.

    Also, das ist weider... DL sagte in "Harvard-Vorlesungen",

    sicher nicht, dass Buddha gelehrt hätte dass die Person aus Bewusstsein und Gefühl und Körper Wille und Willensformationen etc besteht oder aus etwas anderem besteht. Das ist ja die ganz geläufige unbuddhistische Ansicht: ich bin das/ich bestehe hieraus/das ist meine Identität.

    Igor07:
    eitelpfuetze:

    Wer ist es nun der hier kommuniziert? Brauchst du darauf eine Antwort? Meinst du es gibt darauf in einem letzten Sinn eine zufriedenstellende Antwort?

    Dann meine Katze... wäre leer , aber die beisst sich trotzdem... So ist Herz oder Diamant sutra, aber du bist doch Theravada, oder es ist dir egal?

    Deine Katze ist ja nicht leer wenn du sie als dein begreifst. Und der Rest sind nur grosse Namen um die es mir nicht geht.

  • Numisatojama
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    • 10. Juni 2023 um 05:43
    • #127
    Monikadie4.:
    Sudhana:
    Monikadie4.:

    Es ist alles eine Frage der Einstellung.

    Du liebes bißchen. Bitte missverstehe das nicht als Vorwurf - aber offensichtlich hast Du (wie sicher auch Andere hier) nicht wirklich eine Vorstellung davon, wie sich so etwas z.B. für jemanden liest, dessen Körper an einer progredienten Erkrankung leidet. Mit einigen unangenehmen Begleitsymptomen wie einer chronischen Polyneuropathie, Migräne und mittlerweile auch Knochenschmerzen. Dazu HWS-Syndrom aufgrund einer angeborenen Skoliose (das ist die Kategorie 'normale Alterswehwehchen'). Chronisches Fatigue-Syndrom (das lässt dich wirklich alt fühlen) und gastrointestinale Probleme wegen einer wachsenden Milz. Durchschlafen maximal vier Stunden, dann wechseln Schweißausbrüche mit Schüttelfrost und Halbschlaf. Wenn du aufwachst und hast keine Schmerzen weisst du, dass du tot bist. Auch das ist 'Alter'.

    Deine körperliche Robustheit ist Dir wirklich von ganzem Herzen gegönnt, aber nein - wie alt man sich fühlt, ist nicht nur (und manchmal nur sehr wenig) "eine Frage der Einstellung". Es ist vor allem eine Frage, wie verbraucht man ist. Manche haben mehr, manche weniger zu verbrauchen. Gut, wenn alles Wichtige rechtzeitig erledigt istist.oh. oh

    Oh ja, Danke Sudhana. Das habe ich nicht bedacht. Ich ging von "den üblichen Alterserscheinungen" aus. Ich habe auch täglich mit meiner Arthrose zu tun, Herzprobleme, das hindert mich nicht, mich jünger zu fühlen als ich bin. Davon ging ich aus, deshalb sehe ich das Gefühl bei alten Menschen als geistiges Problem.

    Menschen mit Krankheiten u.a. bereits von Geburt an, wie die von Dir genannten, meine ich natürlich nicht.

    _()_

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    Es ist schon so wie @Monikadie4. richtig beschreibt,

    es ist eine Geistige Entwicklung des Einzelnen.

    Das bestätigt die tägliche Arbeit

    beim DRK.

    Die Pali-Patienten unterscheiden sich alle in Ihrem körperlichen Gesundheitszustand,

    in ihrem geistigen Wohl.

    Sehr sehr deutlich sogar.

    Um so weiter spirituell entwickelt ein Geist ist,

    um so freudiger ist sein Umgang mit Körperlichem Leiden geworden.

    In Metta🙏

  • Helgo
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    Buddh. Richtung
    Thich nhat hanh , "freelance" , non-refuge (yet)
    • 10. Juni 2023 um 08:07
    • #128
    Numi:

    ... Die Pali-Patienten ...

    ehmm - meinst du "Palliativ"-Patienten? Oder arbeitest du in einem buddhistischen Hospiz, sodaß "Pali"- Patienten eine sinnvolle Bezeichnung sein könnte? Aber *das* kann ich mir eigentlich gar nicht vorstellen...

  • Noreply
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    • 10. Juni 2023 um 09:11
    • #129
    Helgo:
    Numi:

    ... Die Pali-Patienten ...

    ehmm - meinst du "Palliativ"-Patienten? Oder arbeitest du in einem buddhistischen Hospiz, sodaß "Pali"- Patienten eine sinnvolle Bezeichnung sein könnte? Aber *das* kann ich mir eigentlich gar nicht vorstellen...

    Ich lese Pali- Paliativ- Patienten und Pali habe ich einfach mit dem Palikanon verbunden und damit mit den Patienten, die nach der Lehre der Regionen leben. Ging so schnell, dass verstehen, dass mir das nicht aufgefallen wäre, wenn...

    Das ist meine Deutung von Pali-Patienten. Also für mich kein Schreibfehler, sondern ein Wort der Erfahrung.

  • Sudhana
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    • 10. Juni 2023 um 11:53
    • #130
    Anna Panna:

    Helmut gibt wohl eher die buddhistische Auffassung wieder

    Achwas :shock: . Frage an Helmut und mukti - von welchem "man" redet ihr da eigentlich?

    OM MONEY PAYME HUNG

  • Numisatojama
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    • 10. Juni 2023 um 11:59
    • #131
    Ellviral:
    Helgo:
    Numi:

    ... Die Pali-Patienten ...

    ehmm - meinst du "Palliativ"-Patienten? Oder arbeitest du in einem buddhistischen Hospiz, sodaß "Pali"- Patienten eine sinnvolle Bezeichnung sein könnte? Aber *das* kann ich mir eigentlich gar nicht vorstellen...

    Ich lese Pali- Paliativ- Patienten und Pali habe ich einfach mit dem Palikanon verbunden und damit mit den Patienten, die nach der Lehre der Regionen leben. Ging so schnell, dass verstehen, dass mir das nicht aufgefallen wäre, wenn...

    Das ist meine Deutung von Pali-Patienten. Also für mich kein Schreibfehler, sondern ein Wort der Erfahrung.

    😘👍😌

    Bei DRK

    (Deutsch-Rotes- Kreuz)

    kommt es eher selten zu Berührungen in Sanskrit oder Pali Literatur.

    Kam aber auch schon vor.

    Gespräche über das Dharma oder im Allg.über das Thema -Buddhismus-, auch alle anderen Religionen,

    gibt es in/ auf der Arbeit

    mit Palliativ-Patienten Versorgung

    dagegen schon öfter.

    Es ist immer sehr bereichernd 🌹🙏

    Einmal editiert, zuletzt von Numisatojama (10. Juni 2023 um 12:06)

  • Igor07
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    • 10. Juni 2023 um 12:05
    • #132
    Sudhana:
    Anna Panna:

    Helmut gibt wohl eher die buddhistische Auffassung wieder

    Achwas :shock: . Frage an Helmut und mukti - von welchem "man" redet ihr da eigentlich?

    Nanavira Thera vermeidet die ganze Verwirrung mit den Begriffen, wenn ich es richtig kapiert hatte. Er unterscheidet sehr strikt zwischen "Puggala" und dem so realen und lebendigen "Individuum". Ansonsen man verheddert sich in den Widersprüchen.

    Ein Leben ohne Selbsterforschung verdiente gar nicht gelebt zu werden.

    Sokrates

  • Online
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    • 10. Juni 2023 um 12:12
    • #133
    Sudhana:

    Frage an Helmut und mukti - von welchem "man" redet ihr da eigentlich?

    Vermutlich meinst du das "man" in Beitrag 120: "So wird man aufgrund von Daseinsdurst und Begehren in die nächste Existenz getragen,..."

    Da steht "man" für beinahe alle Wesen.

    Zu beachten wäre der zweite Teil des Satzes:

    "....so stelle ich mir das vor."

    Mit Metta, mukti.


    Einmal editiert, zuletzt von mukti (10. Juni 2023 um 12:39)

  • Sudhana
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    • 10. Juni 2023 um 12:41
    • #134
    Numi:

    Um so weiter spirituell entwickelt ein Geist ist,

    um so freudiger ist sein Umgang mit Körperlichem Leiden geworden.

    Da projiziert aber Jemand ziemlich heftig ... okay, wenn es denn bei der Arbeit hilft. Für die ich Dir ganz herzlich Danke. Ich habe selbst als nebenberufliche Ausbildung einen Abschluss als Pflegediensthelfer und eine Weile auf der Pflegestation eines Seniorenheims gearbeitet und kenne den Job wie auch die psychischen Belastungen, die die unmittelbare Konfrontation mit Alter und Tod mit sich bringt. Ohne Verdrängungsmechanismen ist das schwer zu bewältigen - ich hörte damit auf, als ich bei mir selbst das Herausbilden einer 'Metzgermentalität' registrierte. Effizienz und Kompetenz - aber zum Preis einer Verkümmerung des Mitgefühls. Selbstschutz.

    Spirituelle Entwicklung hat vor allem etwas damit zu tun, die Dinge (dharmas) - nicht zuletzt den momentanen Zustand des rūpaskandha - so annehmen zu können, wie sie kommen und so loslassen zu können, wie sie gehen. Ohne Freude, erwartungsvolle Vorfreude, ohne Angst und Trauer, die nichts als Merkmale des Anhaftens sind. Keine Jeremiaden über duhkha, aber auch kein Selbstbetrug durch positive Umdeutungen.

    Das gilt insbesondere für "freudigen Umgang mit körperlichen Leiden". So etwas gibt es ja tatsächlich; die bekannteste Variante nennt sich Masochismus. Wobei es da ja auch verwandte pathologische Störungen (insbesondere der Impulskontrolle) ohne sexuelle Konnotationen gibt. So lange sich solche Umwertungen auf rein psychischer Ebene abspielen, mag das ein effektives Mittel gegen Angst vor Schmerz und Tod sein. Ein psychologisches Äquivalent zu Opiaten.

    Das mag duhkha vorübergehend abschwächen - bis hin zur Neutralisierung zumindest des Aspektes körperlichen Leidens. Aber gerade deswegen ist es der Versuch eines Ausweichens - der alles andere als hilfreich ist bei der Übung, duhkha zu erkennen, zu verstehen und zu überwinden.

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  • Igor07
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    • 10. Juni 2023 um 13:02
    • #135
    Sudhana:

    Das mag duhkha vorübergehend abschwächen - bis hin zur Neutralisierung zumindest des Aspektes körperlichen Leidens. Aber gerade deswegen ist es der Versuch eines Ausweichens - der alles andere als hilfreich ist bei der Übung, duhkha zu erkennen, zu verstehen und zu überwinden.

    Sudhana .. Aber so ist der "Man", ach..der "Mensch"...im absolut allem dukkha wahrzunhemen ...das macht doch den jeden wahnsinnig. Klar, dass die Verdrängung und die Rationaliserung sind unauswechlich, um weiter normal zu "funktioneren". Als ich im Rettungsdienst gearbeitet hatte, ich konnte nichts anders.. Immer dem Tod in die entsetzliche Fratze zu sehen, das ist echt schier unmöglich.

    Ein Leben ohne Selbsterforschung verdiente gar nicht gelebt zu werden.

    Sokrates

  • Anna Panna-Sati
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    • 10. Juni 2023 um 13:59
    • #136
    Sudhana:

    Spirituelle Entwicklung hat vor allem etwas damit zu tun, die Dinge (dharmas) - nicht zuletzt den momentanen Zustand des rūpaskandha - so annehmen zu können, wie sie kommen und so loslassen zu können, wie sie gehen. Ohne Freude, erwartungsvolle Vorfreude, ohne Angst und Trauer, die nichts als Merkmale des Anhaftens sind. Keine Jeremiaden über duhkha, aber auch kein Selbstbetrug durch positive Umdeutungen.

    Ja, das ist das hohe Ziel der spirituellen Entwickung:

    Die Dinge anzunehmen (wie sie kommen und gehen, aber manchmal auch - länger - bleiben) - dies impliziert, sie loszulassen (auch, wenn sie eben nicht mehr gehen...).

    Im Alter macht man häufig die Erfahrung, dass Krankheiten und unangenehme körperliche Empfindungen, nicht mehr ganz verschwinden, sondern anhalten....

    (Immerhin gibt es dann die Chance eines gewissen Gewöhnungseffektes. :erleichtert: )

    "Jeremiaden" (Danke für diese Erweiterung meines bescheidenen Wortschatzes! :D ) sind dadurch geradezu das Erkennungsmerkmal älterer Menschen, die beinahe täglich neue körperliche "Wehwehchen" und Einschränkungen geistiger Fähigkeiten bei sich entdecken und entsprechend beklagen, nicht zuletzt in der Hoffnung auf Mitleid, tröstlichen Zuspruch und Hilfe.

    "Positiver Umdeutungen" bedienen sich eher ängstlich-kontrollierende Charaktere, die sich Alterungsprozessen im Grundsatz, teilweise (ver)leugnend, widersetzen.

    Für Betroffene, Angehörige und Pflegepersonal angenehmer sind allemal fortgeschrittene Praktizierende....

    "...Dieser edle achtfache Pfad aber ist der zur Aufhebung des Leidens führende Weg..." (AN.VI.63)

    "In dieser Stunde hörte Siddhartha auf, mit dem Schicksal zu kämpfen, hörte auf zu leiden. Auf seinem Gesicht blühte die Heiterkeit des Wissens, dem kein Wille mehr entgegensteht, das die Vollendung kennt, das einverstanden ist, mit dem Fluss des Geschehens, mit dem Strom des Lebens, voll Mitleid, voll Mitlust, dem Strömen hingegeben, der Einheit zugehörig." (H.Hesse)

  • Hajobo
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    • 10. Juni 2023 um 15:53
    • #137

    Von selber erschlafft der Körper, nicht aber das Begehren.

    Von selber schwindet die Schönheit, nicht aber die üble Gesinnung.

    Von selber werden wir Greise, nicht aber von selber weise.

    Seite 690

    Man kann das Älterwerden mit Bergsteigen vergleichen:

    Je höher man steigt, um so mehr hat man seine Kräfte verbraucht aber um so weiter kann man schauen. Eine Metapher, die ich vor längerer Zeit irgendwo gelesen habe.

    Ich weiß nicht, was ich bin; ich bin nicht, was ich weiß: Ein Ding und doch kein Ding, ein Pünktchen und ein Kreis. (Angelus Silesius)

  • Sudhana
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    • 10. Juni 2023 um 15:59
    • #138
    Anna Panna:

    "Jeremiaden" (Danke für diese Erweiterung meines bescheidenen Wortschatzes! :D ) sind dadurch geradezu das Erkennungsmerkmal älterer Menschen, die beinahe täglich neue körperliche "Wehwehchen" und Einschränkungen geistiger Fähigkeiten bei sich entdecken und entsprechend beklagen, nicht zuletzt in der Hoffnung auf Mitleid, tröstlichen Zuspruch und Hilfe.

    Ja, in der Regel ist das ein Appell an Mitgefühl. Gerade auch, weil - wie hier schon angesprochen - das Schwinden sozialer Kontakte, Vereinsamung, im Alter eine Rolle spielt. Was es auf der anderen Seite etwas schwierig macht, hier über konkrete, persönliche Erfahrungen mit Alter und Krankheit zu schreiben. Es birgt die Gefahr, als ein solches (um es mal brutal auszudrücken) Aufmerksamkeit heischendes Gejammer, als ein Betteln um Mitleid, missverstanden zu werden. Ein 'spirituell Fortgeschrittener' hat so etwas nicht nötig - so die Erwartung. Glücklicherweise muss ich keine erfüllen. Die Dinge sind, wie sie sind, ob wir sie bejammern oder nicht. Obwohl sie sind, wie sie sind, fallen Blütenblätter nur in Neigungen und Gras wuchert nur in Ärger.

    Infofern haben @Monikadie4. und nuk schon recht, dass der Umgang mit den Bedingungen, die Alter, Krankheit und Tod setzen, "Einstellungssache" ist. Man sollte dabei aber nicht übersehen, dass es einfache und schwierige Objekte solcher Einstellungen gibt. Da erschien es mir angebracht, aus eigener Erfahrung auf solch schwierige Objekte der Übung wie Schmerzen und Erschöpfung hinzuweisen. Nicht, um Mitgefühl für mich einzufordern (ich komme ganz gut zurecht, danke), sondern um dies generell für Alte und Kranke zu tun. Eine Haltung 'ist alles Einstellungssache' tendiert nach meinem Empfinden dazu, sich solche Probleme schönzudenken, sie auszublenden. Nach dem Motto 'der/die soll sich mal nicht so haben' ... Gewiss war das so weder von @Monikadie4. noch nuk gemeint - tatsächlich ist das aber eine Haltung, der man (gerade in der Altenpflege) recht häufig begegnen kann. Da ist es vielleicht sinnvoll, im Rahmen dieser Diskussion darauf hinzuweisen.

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  • Numisatojama
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    • 12. Juni 2023 um 05:32
    • #139
    Sudhana:
    Numi:

    Um so weiter spirituell entwickelt ein Geist ist,

    um so freudiger ist sein Umgang mit Körperlichem Leiden geworden.

    Da projiziert aber Jemand ziemlich heftig ... okay, wenn es denn bei der Arbeit hilft. Für die ich Dir ganz herzlich Danke. Ich habe selbst als nebenberufliche Ausbildung einen Abschluss als Pflegediensthelfer und eine Weile auf der Pflegestation eines Seniorenheims gearbeitet und kenne den Job wie auch die psychischen Belastungen, die die unmittelbare Konfrontation mit Alter und Tod mit sich bringt. Ohne Verdrängungsmechanismen ist das schwer zu bewältigen - ich hörte damit auf, als ich bei mir selbst das Herausbilden einer 'Metzgermentalität' registrierte. Effizienz und Kompetenz - aber zum Preis einer Verkümmerung des Mitgefühls. Selbstschutz.

    Spirituelle Entwicklung hat vor allem etwas damit zu tun, die Dinge (dharmas) - nicht zuletzt den momentanen Zustand des rūpaskandha - so annehmen zu können, wie sie kommen und so loslassen zu können, wie sie gehen. Ohne Freude, erwartungsvolle Vorfreude, ohne Angst und Trauer, die nichts als Merkmale des Anhaftens sind. Keine Jeremiaden über duhkha, aber auch kein Selbstbetrug durch positive Umdeutungen.

    Das gilt insbesondere für "freudigen Umgang mit körperlichen Leiden". So etwas gibt es ja tatsächlich; die bekannteste Variante nennt sich Masochismus. Wobei es da ja auch verwandte pathologische Störungen (insbesondere der Impulskontrolle) ohne sexuelle Konnotationen gibt. So lange sich solche Umwertungen auf rein psychischer Ebene abspielen, mag das ein effektives Mittel gegen Angst vor Schmerz und Tod sein. Ein psychologisches Äquivalent zu Opiaten.

    Das mag duhkha vorübergehend abschwächen - bis hin zur Neutralisierung zumindest des Aspektes körperlichen Leidens. Aber gerade deswegen ist es der Versuch eines Ausweichens - der alles andere als hilfreich ist bei der Übung, duhkha zu erkennen, zu verstehen und zu überwinden.

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    Persönliche Bewertung Anderer

    lehnt der Buddha ab.

    (Den plötzlichen Dankestext

    empfinde ich hier nicht als ehrlich)

    Ebenso wird Verdrängung nicht vom Buddha gelehrt.

    Der Buddha lehrte die rechte Rede.

    Und so ist es die Dringlichkeit die durch erkanntes Erleben zur Läuterung führt.

    Fehlt diese Erkenntnis im Sein bleibt es ein beim

    Wollen ohne Entschlusskraft.

    Ein Zustand des Stillstandes

    In Metta🙏

  • Monikamarie
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    • 12. Juni 2023 um 09:02
    • #140

    Genau, fehlt es an Erfahrung, kann es auch keine Energie geben, die das theoretische Wissen in Handlung umsetzt.

    Guten Morgen, liebe Numi :D

  • Igor07
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    • 12. Juni 2023 um 09:17
    • #141
    Numi:

    Persönliche Bewertung Anderer

    lehnt der Buddha ab.

    (Den plötzlichen Dankestext

    empfinde ich hier nicht als ehrlich)

    Der Buddhimus spricht dann über die "Verkehrte Ansichten", inwiefern ich es weiss.

    Zitat

    ditthi

    wörtl. 'Sehen' (v. √ dis, sehen), 'Ansicht, Anschauung, Einsicht, Erkenntnis'. Wenn nicht bezeichnet mit sammā, 'recht', meist gebraucht im Sinne von verkehrter Ansicht, falscher Erkenntnis usw., nur in einigen wenigen Fällen im Sinne von rechter Erkenntnis (z.B. siehe ditthi-ppatta, ditthi-visuddhi, ditthi-sampanna, von Erkenntnis erfüllt).

    Verkehrte Ansichten werden als äußerst verwerflich bezeichnet, da sie die Grundlage bilden zu verkehrter Gesinnung und verkehrtem Wandel und bisweilen fähig sind, den Menschen in die tiefsten Abgründe zu führen. Wie es heißt (A.I.14, A.I.27):

    »Nichts kenne ich, ihr Mönche, wodurch so sehr die noch unaufgestiegenen unheilsamen Dinge zum Aufsteigen kommen und die bereits aufgestiegenen unheilsamen Dinge anwachsen, als wie die verkehrten Ansichten . . .

    Nichts kenne ich, wodurch die noch unaufgestiegenen heilsamen Dinge so sehr am Aufsteigen gehindert werden und die bereits aufgestiegenen heilsamen Dinge schwinden, als wie die verkehrten Ansichten . . .

    Nichts kenne ich, wodurch die Menschen bei der Auflösung des Körpers, nach dem Tode, so sehr zu einem niederen Reiche gelangen, einer Leidensfährte, in verstoßene Welt, zur Hölle gelangen, als wie die verkehrten Ansichten.« -

    »Was auch immer der von verkehrten Ansichten erfüllte Mensch, seinen Ansichten folgend, in Werken, Worten und Gedanken verübt oder beginnt, und was auch immer er an Willen, an Sehnsucht, an Verlangen und an Strebungen besitzt, so führt dies alles zu Unerwünschtem, Unliebsamem, Unerfreulichem, zu Unheil und Leiden.« (A. I. 15)

    Alles anzeigen
    Monikadie4.:

    fehlt es an Erfahrung, kann es auch keine Energie geben, die das theoretische Wissen in Handlung umsetzt.

    Der Buddha hatte mehr als 40 Jahren "geredet", ohne das theoretische Wissen wir alle hätten keinen blassen Schimmer über den Buddhismus überhaupt. Ohne den "Wegweiser" wäre keine "Erfahrung" möglich.

    Zitat

    Von jenem Tage an lehrte und sprach er 45 Jahre lang vor Männern und Frauen aller Volksschichten, vor Königen und Bauern, Brahmanen und Ausgestoßenen, Geldverleihern und Bettlern, Heiligen und Räubern.

    Ein Leben ohne Selbsterforschung verdiente gar nicht gelebt zu werden.

    Sokrates

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    • 12. Juni 2023 um 11:45
    • #142
    Igor07:
    Monikadie4.:

    fehlt es an Erfahrung, kann es auch keine Energie geben, die das theoretische Wissen in Handlung umsetzt.

    Der Buddha hatte mehr als 40 Jahren "geredet", ohne das theoretische Wissen wir alle hätten keinen blassen Schimmer über den Buddhismus überhaupt. Ohne den "Wegweiser" wäre keine "Erfahrung" möglich.

    Zitat

    Von jenem Tage an lehrte und sprach er 45 Jahre lang vor Männern und Frauen aller Volksschichten, vor Königen und Bauern, Brahmanen und Ausgestoßenen, Geldverleihern und Bettlern, Heiligen und Räubern.

    Der Buddha hatte hinreichende Erfahrungen, war gebildet und war so weit in seiner Entwicklung, dass sein "geredet" nicht theoretisch war.

    _()_

  • Igor07
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    • 12. Juni 2023 um 12:17
    • #143
    Monikadie4.:
    Igor07:
    Monikadie4.:

    fehlt es an Erfahrung, kann es auch keine Energie geben, die das theoretische Wissen in Handlung umsetzt.

    Der Buddha hatte mehr als 40 Jahren "geredet", ohne das theoretische Wissen wir alle hätten keinen blassen Schimmer über den Buddhismus überhaupt. Ohne den "Wegweiser" wäre keine "Erfahrung" möglich.

    Zitat

    Von jenem Tage an lehrte und sprach er 45 Jahre lang vor Männern und Frauen aller Volksschichten, vor Königen und Bauern, Brahmanen und Ausgestoßenen, Geldverleihern und Bettlern, Heiligen und Räubern.

    Der Buddha hatte hinreichende Erfahrungen, war gebildet und war so weit in seiner Entwicklung, dass sein "geredet" nicht theoretisch war.

    _()_

    Das simmmt, @Monikadie4. Das Buddhismus ist das un-mittel-bare Erlebnis ( Paul Dahlke), aber er ist auf die Sprache als den Ver-mitt-ler angewiesen. Deswegen Der Buddha war er-zwungen es mit den Wörtern zu erklären.

    Ich sehe hier keinen Widerpruch. Und deswegen wir schreiben auch hier. Aber selbst per se die Innere Erfahrung entzieht des Verstandes. Und der dualen Logik. ( So Herz oder Diamant -Sutra).

    Im Zen sagt man doch, wenn du den Buddha triffst, dann töte ihn.

    Oder man sollte keinen Spiegel polieren, denn es gibt keinen .

    Egal welche Lehre ( via Wörter) sind nichts mehr als der Hinweis ( auf den Mond), aber kein Mond selbst.

    Alles Gute. _()_

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  • Anna Panna-Sati
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    • 12. Juni 2023 um 12:21
    • #144
    Numi:

    Persönliche Bewertung Anderer

    lehnt der Buddha ab.

    (Den plötzlichen Dankestext

    empfinde ich hier nicht als ehrlich)


    Ebenso wird Verdrängung nicht vom Buddha gelehrt

    Liebe Numisatojama ,

    es ging m.E. Sudhana nicht um eine Bewertung, sondern um einen wichtigen Hinweis, den du für dich persönlich annehmen und prüfen könntest.

    Der Dank wirkt natürlich nach dem leicht ironischen Auftakt nicht mehr so überzeugend, ist aber sicherlich ehrlich, denn er weiß ja, wovon er redet - aus eigener Erfahrung:

    Sudhana:

    ...die psychischen Belastungen, die die unmittelbare Konfrontation mit Alter und Tod mit sich bringt. Ohne Verdrängungsmechanismen ist das schwer zu bewältigen...

    Auch Igor07 schilderte seine "Überlebensstrategie" und erkannte für sich:

    Igor07:

    Klar, dass die Verdrängung und die Rationaliserung sind unauswechlich, um weiter normal zu "funktioneren".

    Wenn es einem bewusst ist, dass man rationalisiert und verdrängt, entsteht Erkenntnis, die eine Chance auf Veränderung ermöglicht - und wenn es letztlich die Aufgabe der Tätigkeit bedeuten sollte....

    Sudhana:

    Effizienz und Kompetenz - aber zum Preis einer Verkümmerung des Mitgefühls. Selbstschutz.

    Der Preis ist (nicht nur für Buddhisten!) zu hoch und leider wird er u.a. bezahlt von den Schwächsten der Schwachen, den "Pali-Patienten" (Diese Bezeichnung mag gängiger "professioneller" Jargon und "praktisch" sein, ist aber auch subtil abwertend - genau DA fängt es schon an!).

    Numi:


    ...Um so weiter spirituell entwickelt ein Geist ist,

    um so freudiger ist sein Umgang mit Körperlichem Leiden geworden.

    So würde man es (sich) wünschen und vielleicht erwarten....

    Wobei mich dieses "freudig" eher an christliches Märtyrertum erinnert, als an buddhistischen Gleichmut.

    "...Dieser edle achtfache Pfad aber ist der zur Aufhebung des Leidens führende Weg..." (AN.VI.63)

    "In dieser Stunde hörte Siddhartha auf, mit dem Schicksal zu kämpfen, hörte auf zu leiden. Auf seinem Gesicht blühte die Heiterkeit des Wissens, dem kein Wille mehr entgegensteht, das die Vollendung kennt, das einverstanden ist, mit dem Fluss des Geschehens, mit dem Strom des Lebens, voll Mitleid, voll Mitlust, dem Strömen hingegeben, der Einheit zugehörig." (H.Hesse)

  • Sudhana
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    • 12. Juni 2023 um 13:05
    • #145

    Numisatojama : RE: Rechte Rede

    OM MONEY PAYME HUNG

  • eitelpfuetze
    Gast
    • 12. Juni 2023 um 13:32
    • #146
    Anna Panna:

    den "Pali-Patienten" (Diese Bezeichnung mag gängiger "professioneller" Jargon und "praktisch" sein, ist aber auch subtil abwertend - genau DA fängt es schon an!).

    Was ist daran abwertend? Ich denke, es ist eine Abkürzung aus Bequemlichkeit.

  • Noreply
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    • 12. Juni 2023 um 13:39
    • #147
    eitelpfuetze:
    Anna Panna:

    den "Pali-Patienten" (Diese Bezeichnung mag gängiger "professioneller" Jargon und "praktisch" sein, ist aber auch subtil abwertend - genau DA fängt es schon an!).

    Was ist daran abwertend? Ich denke, es ist eine Abkürzung aus Bequemlichkeit.

    Für den einen normal, für den anderen abwerten, der nächst spirituell.

    Es gibt keine eindeutige Wahrheit. Darum gibt es auch kein richtig oder falsch in der Kommunikation, nur verstehen wollen.

  • eitelpfuetze
    Gast
    • 12. Juni 2023 um 13:41
    • #148
    Ellviral:
    eitelpfuetze:
    Anna Panna:

    den "Pali-Patienten" (Diese Bezeichnung mag gängiger "professioneller" Jargon und "praktisch" sein, ist aber auch subtil abwertend - genau DA fängt es schon an!).

    Was ist daran abwertend? Ich denke, es ist eine Abkürzung aus Bequemlichkeit.

    Für den einen normal, für den anderen abwerten, der nächst spirituell.

    Es gibt keine eindeutige Wahrheit. Darum gibt es auch kein richtig oder falsch in der Kommunikation, nur verstehen wollen.

    Wenn man sagt: es IST so, dann möchte ich natürlich manchmal nachfragen 😉. Bin ja auch noch da und will was mitreden :)

  • Anna Panna-Sati
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    • 12. Juni 2023 um 14:09
    • #149
    eitelpfuetze:
    Anna Panna:

    den "Pali-Patienten" (Diese Bezeichnung mag gängiger "professioneller" Jargon und "praktisch" sein, ist aber auch subtil abwertend - genau DA fängt es schon an!).

    Was ist daran abwertend? Ich denke, es ist eine Abkürzung aus Bequemlichkeit.

    Richtig, es ergibt sich z.B. aus Bequemlichkeit, dass die Altenpflegerin die alte Frau Müller-Lüdenscheidt nicht mehr mit ihrem Namen anspricht, sondern ein aufmunterndes: "Jetzt gehen wir mal baden, OMA!" verlauten lässt.

    Natürlich nicht böse gemeint, aber es ist doch ein Nicht-mehr-so-ernst-Nehmen damit verbunden...

    "Pali" steht ja für "Palliativ", das sind die Schwerstkranken, Sterbenden kurz vor dem Tod, da wäre m.E. mehr Respekt vonnöten.

    Ich weiß aber von meinem Bruder, der seit 30 Jahren im Rettungsdienst tätig ist, dass Abstumpfung, Sarkasmus und üble Scherze als "Hilfsmittel" zum besseren Ertragen (des eigentlich Unerträglichen) in der Branche gang und gäbe sind...

    "...Dieser edle achtfache Pfad aber ist der zur Aufhebung des Leidens führende Weg..." (AN.VI.63)

    "In dieser Stunde hörte Siddhartha auf, mit dem Schicksal zu kämpfen, hörte auf zu leiden. Auf seinem Gesicht blühte die Heiterkeit des Wissens, dem kein Wille mehr entgegensteht, das die Vollendung kennt, das einverstanden ist, mit dem Fluss des Geschehens, mit dem Strom des Lebens, voll Mitleid, voll Mitlust, dem Strömen hingegeben, der Einheit zugehörig." (H.Hesse)

  • Sudhana
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    • 12. Juni 2023 um 14:42
    • #150

    Abwertend ... Ich erinnere mich an einen Rosenmontagsdienst - mit zwei Zivis (die auch Besseres vorhatten) das Bett mit einem Frischverstorbenen durch den Gang schieben, dabei Rucki Zucki grölen, einer setzt sich zum Toten aufs Bett und lässt sich mitschieben. Karneval im Rheinland ist gnadenlos. Gibt noch mehr solche Stories. Hat mE primär etwas mit Ausblenden zu tun. Ausblenden erspart das Werten. Was du ausblendest, hat für dich keinen Wert und was für dich keinen Wert hat, blendest du aus.

    Es gibt Leute, die es schaffen, in solch einem Beruf eine gesunde Balance zu halten - die die emotionale Hornhaut nicht so dick werden lassen, dass sie Mitgefühl verdeckt. Meine Frau ist so jemand, sie hat (wegen der Kinder) als Nachtwache in Altenheimen und einer Lebenshilfe-Einrichtung gearbeitet und dann für eine Sozialstation, bis sie wegen Rheuma frühverrentet wurde. Ich habe (ich denke richtig) entschieden, dass ich das nicht kann. Insofern war mein Dank nuk durchaus ohne Hintergedanken; ich weiss, was der Job einem abverlangt.

    Umwerten ist da eine andere Bewältigungsstrategie - bis hin zu Exzessen wie bei der albanischen Mystikerin, die Sterbende einsammeln und ihnen erzählen ließ, sie dürften sich glücklich schätzen, das Martyrium Jesu leiblich nachvollziehen zu dürfen. Wäre eine Schande, da mit Schmerzmitteln dazwischen zu funken. Zur Behandlung ihrer eigenen Wehwehchen jettete die Dame in die US - die Spenden (von z.T. recht merkwürdigen Spendern) flossen ja reichlich genug ...

    Wie schon oben angedeutet, ein extremes (nichtsdestotrotz noch heute sehr populäres) Beispiel für eine Umwertung von duhkha. Aber schon auch ein Verweis auf die Abwege, auf die Umwertungen führen können. Da lässt sich nicht ausschließen, dass lediglich die eigene Wahrnehmung des Umganges Anderer mit duhkha umgewertet wird - von den schon angesprochenen pathologischen Reaktionen abgesehen. Wo man übrigens auch in der christlichen Mystik (etwa Elisabeth von Thüringen) unschwer fündig wird.

    OM MONEY PAYME HUNG

Ausgabe №. 134: „Keine Angst vor der Angst"

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