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Glaube nicht jedem Gedanken?

  • Henna01
  • 21. Februar 2022 um 09:06
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    ewald
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    • 13. Februar 2025 um 17:57
    • #51

    Was Du beschreibst, Monika ist zusammengefasst die Angst vor dem Tod und darum geht es bei allen Gedanken. Zunächst geht es darum, nicht krank zu werden und das hat sehr viel mit den zu einem passenden Gedanken zu tun, die man selber kreieren können sollte, um sich nicht überrumpelt zu fühlen. Am Horizont erscheinen nur die für mich bedrohlichen Dinge, die ich als solche wahrnehme und wenn ich als Buddhist im Einklang mit Leben und Tod bin, erscheinen diese Dinge nicht bedrohlich, ich weiß einen Umgang damit und wenn es der Tod ist.

    Es ist müßig oder gar dumm Angst vor der Zukunft zu haben, wenn doch der Handlungsspielraum in der Gegenwart liegt, denn diese Angst lähmt und der Handlungsspielraum in der Gegenwart geht verloren. Also mache ich mir nur Gedanken darüber, worüber ich im Jetzt und Hier die Verantwortung habe. Die Gedanken am Horizont sind trügerisch, ich weiß nicht, wann oder ob sie für mich im Jetzt eine Rolle spielen. Deshalb beende ich jetzt den Text und begebe mich ins Meditationszimmer zum Zazen.

  • Monika
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    • 13. Februar 2025 um 18:03
    • #52

    Okay, Ewald. Das ist mir alles bekannt. Aber was bei Dir Theorie ist, ist bei mir bereits Tatsache.

    Schmerzen habe ich jetzt schon. Und da arbeite ich dran, aber jünger werde ich nicht. Deshalb ist diese Arbeit begrenzt.

    Die digitale Welt ist auch Gegenwart, ich kämpfe mich dadurch, aber einfacher wird das nicht.

    Und natürlich ist es besser zu meditieren.

    Das meinte ich ja auch.

    _()_

  • Monika
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    • 13. Februar 2025 um 19:36
    • #53

    Um es nochmal klar zu betonen:

    Natürlich ist es wichtig, seinen Gedanken Aufmerksamkeit zu schenken, um nicht in ein Dauerleiden zu verfallen.

    Gewahrsein, also Gegenwärtigsein, ist die Lösung.

    Dazu gehört zu begreifen, dass Denken ein Diener ist und nicht der "Herr".

    _()_

  • JoJu91
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    • 14. Februar 2025 um 07:35
    • #54
    ewald:

    die eigenen Gedanken zu kontrollieren

    Wenn Du in Zazen den Gedanken und Emotionen beim Kommen und Gehen "zusiehst", wieviel Prozent kommen nach Deiner Einschätzung von Dir selbst, bzw. kommen ohne Dein Zutun von außen (von wo ?) auf Dich zu ?

    Wieviel Prozent der Gedanken und Emotionen erzeugst Du beim Zazen vorsätzlich bewusst ?

    :zen:

  • JoJu91
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    • 14. Februar 2025 um 07:40
    • #55
    ewald:

    Meine Frau gibt es für mich als Mann nicht, der Gedanke ist mir fremd, aber ich denke oft an verschiedene Frauen.

    Ich hoffe, es gibt in Deinem Kloster auch Frauen ?

    Bist Du schon mal Deiner "Femme Fatale" begegnet ?

    D.h. einer Frau, in deren Gegenwart Dein rationales Denken aussetzt ?

    In deren Gegenwart Du denkst, wenn jetzt die Welt untergeht, ist es perfekt ?

    Oder wie M.M. Westerhagen so schön singt:

    "Oh Mama, was ist mit mir los, Frauen gegenüber bin ich willenlos ..."

    :sunny:

  • Qualia
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    • 14. Februar 2025 um 09:25
    • #56

    Wenn man so weit kommt, dass beim Zazen Gedanken aufsteigen, die nicht bewusst gemacht sind, kommt die Phase, in der Gefühle betrachtet werden können.

    Die Grundlage des Geistigen des Selbst/Skandha ist Gefühl. Gefühl wandelt sich in Gedanken, Bilder, Worte, Empfindungen, die wahrgenommen werden und dann so interpretiert, dass diese „Gedanken“ Gedachtes sind. Betrachtet man das Gefühl, erkennt man den Schritt des unbewussten Wandels des Gefühls in Gedanken.

    Der „wahre“ Geist ist kein Geist, kein Ich, kein Sein, kein Objekt.

    „Halte die ‚Leere‘ aus, dann erfährst du im bewegten Leben aus der Leere handeln.“

    Tun ohne tun ist wahres Handeln.

    Satipatthana Sutra: betrachte Körper, betrachte Gefühl usw. betrachte den Geist. Auch das Satipatthana ist eine Kette, die vom Körper zum Gedanken und vom Gedanken zum Körper in Glieder einer Kette eingeteilt ist, die nicht zu einer Runde verbunden werden dürfen. Körper ist nicht Geist und doch ist Körper/Geist untrennbar.

    Wie die des bedingten Entstehens enthält, bei der Betrachtung, jedes Glied alle Glieder und doch können sie ganz separat betrachtet werden, doch niemals darf das Objekt „Kette“ zu einem Kreis geschlossen werden. Der Kreis dieser Ketten ist die höchste Form des Leidens. Ein Kreis ist die höchste der Befreiung, alles ist Kreis und alles Zusammengesetzte ist aus Kreisen. Bei der Betrachtung von Zusammengesetzten kann ich den einen Kreis oder alle Kreise betrachten. Entweder die Kugel oder die Teile der Kugel. Die Kugel besteht aus Kugeln, sie ist nie eine Kugel, das ist eine Illusion.

    Erscheinungen sind annica unbeständig, dukkha unbefriedigend, anatta ohne Selbstsein, immer allein, doch nie einsam, denn alles ist eigenständig erscheinend, aber nichts ist eigenständig bestehend.

    Einmal editiert, zuletzt von Qualia (14. Februar 2025 um 09:33)

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    ewald
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    • 14. Februar 2025 um 14:03
    • #57

    Versuche beim Zazen möglichst gar nicht zu denken, das gelingt nicht immer, wenn Gedanken aufkommen, kommen sie aus dem Inneren, zu 100 % von mir selbst. Die Zeiten, dass ich Gedanken von außen bekomme und sie übernehme sind schon lange vorbei, alles, was ich aus dem Inneren denke, auch Inspirationen sind in mir selbst kreativ entwickelte Gedanken. Ich denke nichts, was von außen an mich herangetragen wird, ohne es in eigene Gedanken umzuwandeln.

    Dadurch bin ich weitestgehend schmerzfrei. Das Leid am Leben, wie Buddha sagt, gilt, aber für mein fortgeschrittenes Leben in abgeschwächter Form, ich leid kaum, alles ist ausgeglichen.

    Ja, es gibt Frauen im Kloster, da lege ich auch Wert drauf, viele Pflanzen, jedoch im Moment keine Haustiere. Lange Zeit war es komplett, mit allen Lebewesen der Erde, Pflanzen, Tiere, Menschen, sogar Pilze in Form von Kefir. Aber man kann nicht immer alles haben und so muss ich mich begnügen.

    Zur "Femme Fatale", war nicht immer buddhistischer Mönch, habe in meiner Jugend in Berlin gelebt und nichts anbrennen lassen. Habe Jahre lang als bildender Künstler gearbeitet, da ist mir die "Femme Fatale" mehrfach begegnet, was für ein Verhängnis.

    Heute geht es darum, nicht alles zu glauben, was verführerisch daherkommt und die Gedanken darauf auszurichten, was man wirklich braucht.

    Das Thema heißt, kann ich meinen Gedanken wirklich trauen und ich sage dazu unbedingt, wenn es die selbst kreierten Gedanken sind, und zwar mit voller Konsequenz.

  • Qualia
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    • 14. Februar 2025 um 14:32
    • #58

    [lz]

    ... kommen sie aus dem Inneren, zu 100 % von mir selbst...[/lz]

    Da mache ich einen Begriffswechsel: aus MIR selbst einem IchSelbst, wird Selbst der Skandha.

    Diese „Gedanken“ kommen aus dem Selbst, dem SkandhaSelbst, dem Ichlosen, ungeborenen usw.

    Es sind bei klarer Betrachtung Gefühle, die wahrgenommen werden, Absichten gestalten, aus Erinnerungen. Führen aber nicht zu Handlungen, weil das IchSelbst Zazen macht, kann es kein Handeln geben. Kommt es zum Ergreifen dieser SelbstGedanken, dann tritt das IchSelbst in Aktion und Zazen ist unterbrochen, vorbei, Gedankenspiel oder Dösen.

    Erscheinungen sind annica unbeständig, dukkha unbefriedigend, anatta ohne Selbstsein, immer allein, doch nie einsam, denn alles ist eigenständig erscheinend, aber nichts ist eigenständig bestehend.

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    • 15. Februar 2025 um 12:30
    • #59
    ewald:

    Die Zeiten, dass ich Gedanken von außen bekomme und sie übernehme sind schon lange vorbei, alles, was ich aus dem Inneren denke, auch Inspirationen sind in mir selbst kreativ entwickelte Gedanken.

    Ich meinte nicht Meinungen oder Theorien, die mir von anderen aufgedrängt werden.

    Hattest Du beim Zazen auch schon mal das Gefühl, dass die Gedanken, die beim Versuch nicht zu denken trotzdem erscheinen, von aussen kommen ähnlich wie das Geräusch eines Flugzeugs von aussen kommt ?

    Das Gefühl, dass unser Gehirn nicht nur eine Gedankenfabrik ist, sondern auch eine Art biologischer WLAN-Adapter, der Gedanken, Stimmungen, ... "wireless" aus der Umwelt empfängt ?

    :?

  • JoJu91
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    • 15. Februar 2025 um 12:36
    • #60
    ewald:

    Zur "Femme Fatale", war nicht immer buddhistischer Mönch, habe in meiner Jugend in Berlin gelebt und nichts anbrennen lassen. Habe Jahre lang als bildender Künstler gearbeitet, da ist mir die "Femme Fatale" mehrfach begegnet, was für ein Verhängnis.

    Das ist schön, da bin ich mit diesen Erfahrungen nicht allein.

    Deine Geschichte erinnert fast ein wenig an Leonard Cohen, der jahrelang im Zen-Kloster gelebt hat, aber im Gegensatz zu Dir von seinen Frauen nicht wirklich losgekommen ist, mindest einmal ist er glaub ich abgehauen und reumütig zu seinem Roshi zurückgekehrt. ;)

    :medim: :mediw:

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    ewald
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    • 15. Februar 2025 um 15:10
    • #61
    JoJu91:

    Hattest Du beim Zazen auch schon mal das Gefühl, dass die Gedanken, die beim Versuch nicht zu denken trotzdem erscheinen, von aussen kommen ähnlich wie das Geräusch eines Flugzeugs von aussen kommt ?

    Nein, das Problem der Geräuschempfindlichkeit von außen habe ich nicht. Ich kann bei der Meditation die Wahrnehmung der Geräusche ablegen, sie sind da, aber ich erlebe sie nicht. Kann mich ganz auf das Innere, das 'Nichts' konzentrieren und spüre es auch so, die Stille.

    Jedoch ich kenne Menschen, die so geräuschempfindlich sind, dass sie Kleinigkeiten, spielende Kinder, aus dem Konzept bringen. Das ist eine leidvolle Veranlagung, denn irgendwelche Geräusche von außen gibt es immer. Mich stören sie nicht.

  • Qualia
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    • 15. Februar 2025 um 15:24
    • #62

    Geräusche sind Geräusche, wenn ich beim Zazen glaube, dass es Töne oder Worte sind, höre ich keine Geräusche mehr, konzentrierte mich auf mein glauben und nicht auf die Leere, aus der Geräusche kommen, in die sie vergehen.

    Erscheinungen sind annica unbeständig, dukkha unbefriedigend, anatta ohne Selbstsein, immer allein, doch nie einsam, denn alles ist eigenständig erscheinend, aber nichts ist eigenständig bestehend.

  • Wetering
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    • 14. Juni 2025 um 01:46
    • #63
    Henna01:

    Wieso wird gesagt "glaube nicht alles was du denkst"? Ich habe bis jetzt eigentlich festgestellt, dass es zwar unklar ist ob es wirklich stimmt was ich denke, aber trotzdem diesen Gedanken irgendwelche Gefühle zugrundeliegen mit denen ich mich besser befassen sollte.

    ...

    Schreibe hierzu mal vom MBxy Kurs. Aber da die eh alles vom Buddhismus "geklaut" haben, ist es vielleicht auch buddhistisch ;)

    Zu Gedanken:

    "Gedanken sind keine Tatsachen"

    Offensichtlich, auch wenn ich fast mein ganzes Leben geglaubt habe, Gedanken verkünden mir wichtige Wahrheiten. Dem ist manchmal so, manchmal eher nicht, manchmal sind sie einfach falsch.

    Zu Gefühlen (da wäre eigentlich erst mal zu definieren, was genau gemeint ist):

    Eigentlich gilt hier dann auch

    "Gefühle sind keine Tatsachen".

    Genauer: der körperliche Teil ist wohl eine Tatsache, den ignoriert "man" gerne. Für den gedanklichen Teil gilt natürlich wieder: "keine Tatsache".

    Aus dem Kurs: "Gefühle wollen nicht gelöst, sondern gefühlt werden"

    (Anmerkung: wenn "man" z.B. "Ärger" einfach ausagiert, fühlt sich das vielleicht an wie "ich bin im Recht", beruht aber meist auf einer "falschen Tatsache".)

Ausgabe №. 137: „Sorgen entsorgen?"

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