1. Übersicht
  2. Forum
  3. Lexikon
  • Anmelden
  • Registrieren
  • Suche
Dieses Thema
  • Alles
  • Dieses Thema
  • Dieses Forum
  • Seiten
  • Forum
  • Lexikon
  • Termine
  • Erweiterte Suche
  1. Buddhaland Forum
  2. Buddhismus
  3. Allgemeines zum Buddhismus

Fügung im Buddhismus

  • AufdemWeg
  • 23. Januar 2021 um 23:34
  • Zum letzten Beitrag
1. offizieller Beitrag
  • AufdemWeg
    Themenautor
    Reaktionen
    17
    Punkte
    202
    Beiträge
    35
    Mitglied seit
    23. Januar 2021
    • 23. Januar 2021 um 23:34
    • #1

    Hallo,
    auch wenn ich mich schon lange mit Buddhismus auseinandersetze, ist mir eine Sache nicht klar. Nämlich wie buddhistische Lehren zu Fügungen stehen.
    Damit meine ich, dass Begegnungen und Verläufe im Nachhinein einen tiefen Sinn ergeben können. Wer so etwas schon erlebt hat, weiß was ich meine. Ob man nun von Gott, Universum oder Anziehungen spricht, die man selbst verursacht hat...dass sich Dinge ereignet haben, die sich rational nur mit Zufall erklären lassen.

    Ich glaube nicht, dass es ein Gesetz der Anziehung gibt, sodass wir alles mit Gedanken und Manifestionen bewirken. Ebenso wenig dass alle Dinge einen Sinn haben (Naturkatastrophen machen vor Einzelschicksalen leider keinen Halt, der freie Wille von Verbrechnern führen zu unschuldigen Opfern). ABER: ich für mich weiß, dass manche Dinge sich anziehen, die auf mehr als Zufall beruhen. Leute sich anziehen, Ereignisse aus einem tieferen Sinn geschehen.
    Die Karmalehre geht ja von klarer Ursache und Wirkung aus. Nur kann ich nicht klar erkennen, ob Karma auchdas hier Beschriebene bedeuten kann? Weiß jemand mehr?

    Danke _()_

  • void 23. Januar 2021 um 23:42

    Hat das Thema freigeschaltet.
  • Monikamarie
    Reaktionen
    7.180
    Punkte
    47.184
    Beiträge
    7.952
    Mitglied seit
    2. Oktober 2025
    Wohnort
    Hamburg
    Buddh. Richtung
    Theravada
    Geburtstag
    21. November 1948 (77)
    • 24. Januar 2021 um 09:07
    • #2

    Ja, ich kenne das auch. Ich habe seit über 40 Jahren damit Erfahrungen gemacht. Im Kleinen sehe ich noch heute sogenannte "Fügungen". Ich selbst empfinde mich als "geführt". Und wer weiß schon, ob nicht doch Gedankengänge und tiefes Vertrauen auch eine Rolle spielen. Und ich denke schon, dass das Karma ist.

    Viele große Katastrophen beruhen doch auch auf dem Prinzip von Ursache und Wirkung, weil der Mensch überall eingegriffen hat - z.B. Klimawandel. Was kann der Eisbär dafür, dass das Eis schmilzt. Also da glaube ich nicht an persönliches Karma des Eisbären. Genauso wie ich nicht daran glaube, dass ein Mensch, der behindert auf die Welt kommt, das selbst verursacht hat - aber irgendeine Ursache hat das. Und das nennt der Buddha "Bedingtes Entstehen".

    _()_

  • mukti
    Reaktionen
    6.813
    Punkte
    72.693
    Beiträge
    12.964
    Blog-Artikel
    37
    Mitglied seit
    16. September 2010
    • 24. Januar 2021 um 11:34
    • #3

    Hallo AufdemWeg,

    Vom Theravada kenne ich es so dass Handlungen einen Eindruck im Geist hinterlassen. Das wird verglichen mit einem Samen in dem z.B. die Ursachen eines Baumes angelegt sind. Die Ursachen können sich erst auswirken wenn die entsprechenden Bedingungen vorhanden sind wie Erde, Wasser, Wärme usw. Ebenso wirken sich die Taten bei entsprechenden Bedingungen aus (kamma vipaka). Das geschieht also oft nicht sofort sondern zeitverzögert, irgendwann im Samsara. "Erben ihrer Taten sind die Wesen" sagt der Buddha.

    Mit Metta, mukti.


    Einmal editiert, zuletzt von mukti (24. Januar 2021 um 11:50)

  • Sili
    Reaktionen
    718
    Punkte
    7.823
    Beiträge
    1.389
    Mitglied seit
    10. September 2019
    • 24. Januar 2021 um 11:37
    • #4

    _()_da alles nur in gegenseitiger besingung entsteht würde ich nicht unbedingt Fon Fügung reden. Wenn du aber (aus Weisheit oder Zufall) Bedingungen Schaffst die zu einem Weltbild des geführt seins passen da wirst du das auch so erleben;)

    Ich glaube zwar das da was größeres ist aber ich glaube auch das das nur bedingt eingreift und auch nur ganz subtil. Daher merke ich momentan auch nichts Fon Führung.(fileicht würde ich aber zum Buddhismus geführt):grinsen:_()_

  • Monikamarie
    Reaktionen
    7.180
    Punkte
    47.184
    Beiträge
    7.952
    Mitglied seit
    2. Oktober 2025
    Wohnort
    Hamburg
    Buddh. Richtung
    Theravada
    Geburtstag
    21. November 1948 (77)
    • 24. Januar 2021 um 11:43
    • #5
    Sili:

    da alles nur in gegenseitiger besingung entsteht würde ich nicht unbedingt Fon Fügung reden.

    Kann eigentlich mal eine eigene Erfahrung gebracht werden, ohne dass es angezweifelt wird, sondern einfach mal so gelassen?

    Schließlich antworte ich auf die Frage von AufdemWeg.

    _()_

  • AufdemWeg
    Themenautor
    Reaktionen
    17
    Punkte
    202
    Beiträge
    35
    Mitglied seit
    23. Januar 2021
    • 24. Januar 2021 um 12:06
    • #6

    Vielen Dank für die Antworten!

    Monikadie4.:

    Genauso wie ich nicht daran glaube, dass ein Mensch, der behindert auf die Welt kommt, das selbst verursacht hat - aber irgendeine Ursache hat das. Und das nennt der Buddha "Bedingtes Entstehen".

    Danke Monika, ich sehe es wie du. Bedingtes Entstehen und Karma sind ja sehr komplexe Begriffe und lassen sich wohl auch nicht rein kognitiv erfassen. Dennoch frage ich ganz salopp: Ist mit diesen Lehren auch erfasssbar, dass Gedanken und Gefühle mehr als reine psychologische Spiegelungen bedingen können (z.B. dass Emotionen ansteckend sind). Sondern eben auch Dinge manifestieren können, die nicht in weltlichem Ursache-Wirken-Denken erklärbar sind? Das habe ich nie klar herauslesen können...

    mukti:

    Hallo AufdemWeg,

    Vom Theravada kenne ich es so dass Handlungen einen Eindruck im Geist hinterlassen. Das wird verglichen mit einem Samen in dem z.B. die Ursachen eines Baumes angelegt sind. Die Ursachen können sich erst auswirken wenn die entsprechenden Bedingungen vorhanden sind wie Erde, Wasser, Wärme usw.


    Danke Muki, dieses Bild kenne ich auch und wir u.a. von TNH gerne genutzt, um komplexe Dinge zu veranschauliche. Die Frage ist ob Samen auch zu Dingen keimen können, die nicht dem wissenschaftlichem Ursache-Wirkung-Prinzip entspricht. Denn so würde Buddhismus eben auch mehr Religion und Spirituelle Lehre sein und weniger Philosophie und Psychologie. Denn Letzteres wird im Westen gerne so dargestellt...

  • Horin
    Reaktionen
    581
    Punkte
    5.481
    Beiträge
    965
    Mitglied seit
    6. Mai 2017
    • 24. Januar 2021 um 12:07
    • #7

    Ich denke, dass das was wir Fügung nennen, Interpretationen und Hoffnungen unseres Verstandes sind. Ich gebe zu, es gab in meinem Leben auch immer Gegebenheiten die ich nicht als Zufall abtun will, aber Buddha hat es abgelehnt, an eine Instanz zu glauben, welche unser Leben steuert oder die Fäden zieht. Ich glaube, dass wir beide extreme zwischen dem leicht nihilistischen "Zufall" aber auch den Glauben an einen höheren Sinn, der uns leitet verlassen sollten und uns dem Gleichgewicht, der Harmonie des Weges hingeben sollten, welche im Einklang mit dem Leben ist und eher als "Flow" (um mal NewAge Terminologie zu benutzen) bezeichnet werden kann.

    Den Schmetterling des Zen im Netz des Verstandes zu fangen; machen wir uns das klar, dass das nicht geht

  • AufdemWeg
    Themenautor
    Reaktionen
    17
    Punkte
    202
    Beiträge
    35
    Mitglied seit
    23. Januar 2021
    • 24. Januar 2021 um 12:12
    • #8

    Eine höhere Instanz zu negieren, bedeutet ja nicht alles als Zufall bzw. Fügungen als Fehlinterpretationan abzutun?

  • mukti
    Reaktionen
    6.813
    Punkte
    72.693
    Beiträge
    12.964
    Blog-Artikel
    37
    Mitglied seit
    16. September 2010
    • 24. Januar 2021 um 12:22
    • #9
    AufdemWeg:
    mukti:

    Hallo AufdemWeg,

    Vom Theravada kenne ich es so dass Handlungen einen Eindruck im Geist hinterlassen. Das wird verglichen mit einem Samen in dem z.B. die Ursachen eines Baumes angelegt sind. Die Ursachen können sich erst auswirken wenn die entsprechenden Bedingungen vorhanden sind wie Erde, Wasser, Wärme usw.


    Danke Muki, dieses Bild kenne ich auch und wir u.a. von TNH gerne genutzt, um komplexe Dinge zu veranschauliche. Die Frage ist ob Samen auch zu Dingen keimen können, die nicht dem wissenschaftlichem Ursache-Wirkung-Prinzip entspricht. Denn so würde Buddhismus eben auch mehr Religion und Spirituelle Lehre sein und weniger Philosophie und Psychologie. Denn Letzteres wird im Westen gerne so dargestellt...

    Ursache-Wirkung ist auch im Buddhismus ein Naturgesetz, allerdings gibt es in der überlieferten Lehre des Buddha Beschreibungen die über die Erkenntnisse der Wissenschaft unserer Zeit hinausgehen, z.B. Wiedergeburt, höhere Geisteskräfte, Daseinsbereiche die nicht mit den fünf Sinnen wahrnehmbar sind. Nun kann man solche Dinge in sein Weltbild mit einbeziehen oder nur soviel von der Lehre akzeptieren was mit der modernen Wissenschaft im Einklang ist.

    Das hält jeder wie er mag, wie das auch hier im Forum immer wieder unterschiedlich zum Ausdruck kommt.

    Mit Metta, mukti.


  • Noreply
    Reaktionen
    5.400
    Punkte
    81.758
    Beiträge
    15.201
    Mitglied seit
    24. Juni 2011
    • 24. Januar 2021 um 13:50
    • #10
    mukti:
    AufdemWeg:
    mukti:

    Hallo AufdemWeg,

    Vom Theravada kenne ich es so dass Handlungen einen Eindruck im Geist hinterlassen. Das wird verglichen mit einem Samen in dem z.B. die Ursachen eines Baumes angelegt sind. Die Ursachen können sich erst auswirken wenn die entsprechenden Bedingungen vorhanden sind wie Erde, Wasser, Wärme usw.


    Danke Muki, dieses Bild kenne ich auch und wir u.a. von TNH gerne genutzt, um komplexe Dinge zu veranschauliche. Die Frage ist ob Samen auch zu Dingen keimen können, die nicht dem wissenschaftlichem Ursache-Wirkung-Prinzip entspricht. Denn so würde Buddhismus eben auch mehr Religion und Spirituelle Lehre sein und weniger Philosophie und Psychologie. Denn Letzteres wird im Westen gerne so dargestellt...

    Ursache-Wirkung ist auch im Buddhismus ein Naturgesetz, allerdings gibt es in der überlieferten Lehre des Buddha Beschreibungen die über die Erkenntnisse der Wissenschaft unserer Zeit hinausgehen, z.B. Wiedergeburt, höhere Geisteskräfte, Daseinsbereiche die nicht mit den fünf Sinnen wahrnehmbar sind. Nun kann man solche Dinge in sein Weltbild mit einbeziehen oder nur soviel von der Lehre akzeptieren was mit der modernen Wissenschaft im Einklang ist.

    Das hält jeder wie er mag, wie das auch hier im Forum immer wieder unterschiedlich zum Ausdruck kommt.

    Zu den Dingen die mit den Sinnen nicht erfassbar sind gehören: Wiedergeburt, höhere Geisteskräfte, Daseinsbereiche außer dem in dem gerade gelebt wird.

    Mit den Sinnen erfassbar sind aber die Daseinsmerkmale und die Geistesgifte. Auch das Leben immer Aktivität und Nahrung ist.

    Ich finde das reicht.

  • Xyz
    Gast
    • 24. Januar 2021 um 14:08
    • #11

    Fügung = Neigung

    So ist es ja an mir den Dingen

    zu-geneigt gegenüber zu treten,

    zu SEIN.

    Sicher auch zb durch mitgebrachtes Karma aus anderen Leben, Geburten ohne das ich es auch in diesem Moment er-lebe, er- leben werde.

    Nächste Woche er-lebe ich es u.U.

    Von ‚Fügungen’ hat der Buddha nie gesprochen soweit ich seine Worte der Lehrreden studierte.

    Der Buddha hinterließ uns das Dhamma ja zum überprüfen, analysieren.

    Bin ich ‚geneigt’ übe ich mich im handeln, anwenden durch ständiges praktizieren.Täglich und überall im Alltag.

    Ganz einfach...🙃🙏


  • Monikamarie
    Reaktionen
    7.180
    Punkte
    47.184
    Beiträge
    7.952
    Mitglied seit
    2. Oktober 2025
    Wohnort
    Hamburg
    Buddh. Richtung
    Theravada
    Geburtstag
    21. November 1948 (77)
    • 24. Januar 2021 um 14:16
    • #12

    Für mich ist Fügung = Karma, es fügt sich alles so, wie es vor Zeiten vorbereitet wurde.

    Also ich habe gesät und heute ernte ich. Früher säte ich Unheilsames und erntete entsprechend Unheilsames. Aber wenn genügend gutes Karma da war - und das war es offenbar, dann führte das Unheilsame nicht ins Elend, sondern war Sprungbrett für eine höhere Stufe, von der aus ich Heilsames zu säen anfing, so entstand immer mehr Heilsames - also gutes Karma.

    Wenn ich behaupte, es war offenbar genug gutes Karma da, dann ist allein schon die Tatsache, dass ich nicht aufhörte, nach der Wahrheit und Befreiung zu suchen, gutes Karma. Rückschläge haben mich nicht gehindert, sondern meine Bemühungen verstärkt. Ich fühlte mich dann auch immer wieder "belohnt" - aus einer fürchterlichen Situation herausgeführt. Da war immer jemand oder etwas, das mich "an die Hand nahm".

    Das nenne ich Fügung.

    _()_

  • Noreply
    Reaktionen
    5.400
    Punkte
    81.758
    Beiträge
    15.201
    Mitglied seit
    24. Juni 2011
    • 24. Januar 2021 um 15:04
    • #13

    Herzlich willkommen! AufdemWeg

    Fügung? Das ist bei mir das scheinbare hilflos sein, das Gefühl kann ich vermindern, wenn ich die Entscheidung erkenne, suche, an der ich damit einverstanden war. Darum scheinbar hilflos, meist erkenne ich, wenn ich hinsehe, wo ich durch meine Entscheidung diese Fügung ausgelöst habe, damals unwissend.

    Im Buddhismus heißt das Karma, Handlung, das was ich handel werde ich irgendwann bezahlen müssen. Darum sagt Buddha, dass wir nach dem handeln was wirklich jetzt da ist und nicht nach Vorstellungen und Glauben.

  • AufdemWeg
    Themenautor
    Reaktionen
    17
    Punkte
    202
    Beiträge
    35
    Mitglied seit
    23. Januar 2021
    • 25. Januar 2021 um 19:14
    • #14

    Danke!

    Ich versuche es noch einmal an einem Beispiel fest zu machen. Nehmen wir an, man trifft an einem anderen Punkt der Erde eine Person aus der Jugend, bei der es absolut unwahrscheinlich ist, überhaupt jemanden aus der Heimat geschweigen denn vor allen noch diese Person zu treffen. Und mehr noch hat das Gespräch mit ihr enomen Einfluss. Als ob es eine Botschaft für einen enthält, die lebensentscheidend ist.
    Oder dass in einer scheinbar aussichtlosen Lage plötzlich etwas passiert, was rational gesehen, absolut unwahrscheinlich ist und sich so fügt, dass es doch gelingt.

    Dies alles kann mit "Zufall" abgetan werden. Doch die Kammalehre geht ja nicht von Zufall aus. Haben Gedanken und Gefühle im Buddhismus so eine Bedeutung?

  • Punk
    Reaktionen
    543
    Punkte
    4.563
    Beiträge
    783
    Mitglied seit
    25. April 2014
    • 25. Januar 2021 um 19:48
    • #15
    AufdemWeg:

    Haben Gedanken und Gefühle im Buddhismus so eine Bedeutung?


    Hallo AufdemWeg

    Ich denke "Fügung" hat nicht viel mit der Lehre Buddhas gemein -> Duden :

    "schicksalhaftes Geschehen, Verknüpfung von Ereignissen, hinter der eine göttliche, übernatürliche Macht steht"

    Was den Begriff Karma im Buddhismus betrifft wird er oft falsch verstanden und in hinduistischem Sinne verwendet. Der Einfachheit halber zitiere ich mal aus Wikipedia:

    Hindu:[lz]

    Jeder Mensch hat demnach seinen eigenen Dharma (einerseits kosmisches, andererseits soziales Gesetz), den es zu erfüllen gilt, und die Erfüllung ist ausschlaggebend dafür, ob Taten gutes oder schlechtes Karma bewirken. Es gibt im Hinduismus einerseits den allgemein gültigen sadharanadharma, der die Pflichten eines jeden Individuums beinhaltet wie etwa Gewaltlosigkeit (ahimsa), Wahrhaftigkeit (satya), Geduld (ksanti), Selbstkontrolle (dama), Mildtätigkeit (danam), Gastfreundschaft (ahithi). Diese Tugenden gelten für alle Menschen gleichermaßen, jedoch gibt es keinen einheitlichen Kodex dafür. Der svahdharma dagegen, der die Pflichten der verschiedenen Gesellschaftsschichten vorschreibt, ist für jeweils eine bestimmte Gruppe maßgeblich. Demnach etwa ist der Dharma eines Kriegers (Kshatriya-Kaste), im Anlassfall Krieg zu zeigen und notfalls auch zu töten. Muss ein Krieger einen Feind töten, bewirkt dies möglicherweise kein schlechtes Karma, da er seinen Dharma, seine ihm auferlegte Aufgabe, erfüllt hat. Tötet jedoch jemand aus anderen, egoistischen Beweggründen, kann dies sehr wohl schlechtes Karma zur Folge haben. Die Verknüpfung der Karma- mit der Dharma-Vorstellung beinhaltet eine sehr starke ethisch-moralische Komponente. Die Theorie von Karma bietet u. a. auch eine Erklärung für das Rätsel von anscheinend unverschuldetem Leid und gesellschaftlicher Ungleichheit.[/lz]

    Buddhist:[lz]

    Zum Verständnis der buddhistischen Karmalehre sind die Begriffe „Nicht-Selbst“ (p.: Anatta, skt.: Anātman) und „Bedingtes Entstehen“ (p. Paṭiccasamuppāda, skt. Pratītyasamutpāda) von Bedeutung. Gemäß der buddhistischen Lehre (Dharma) ist die Vorstellung, es gäbe ein „Ich“, eine abgegrenzte Person, also ein Selbst bzw. eine Seele, bereits eine grundlegende Täuschung über das Wesen der Wirklichkeit. Was Menschen als ihr Selbst oder ihre Seele bezeichnen, ist vielmehr ein ständig im Wandel begriffenes Zusammenspiel der fünf Daseins- oder Aneignungsgruppen (Skandhas): des materiellen Körpers mit seinen Sinnesorganen, der Empfindungen, der Wahrnehmung der Welt, der Geistesformationen (Interessen, Willensregungen, Sehnsüchte und Tatabsichten) und letztlich des Bewusstseins. Aus diesem ständigen Wandel ergibt sich die Gesetzmäßigkeit des „bedingten Entstehens“: jede Handlung gestaltet demnach die Welt neu, auf der materiellen wie auch auf der geistigen Ebene.

    Karma, an dessen Stelle buddhistische Autoren auch die Begriffe „Prägungen“ oder „Samen“ verwenden, bezieht sich in diesem Sinn auf das sinnliche Begehren und das Anhaften an den Erscheinungen der Welt und die daraus folgenden Gedanken und Taten. Alles Handeln und Denken bewirkt Karma und führt somit zu weiteren Verstrickungen in der Welt. Ziel der buddhistischen Praxis ist es, kein Karma mehr zu erzeugen und somit diesen Kreislauf (vgl. Samsara) hinter sich zu lassen (vgl. Nirwana).[/lz]

    Wie du siehst sind Gedanken und Gefühle zentral im Buddhismus. Ich behaupte sogar, die Lehre Buddhas dreht sich eigentlich nur um Gedanken und Gefühle, respektive dem rechten Umgang mit diesen.

  • void
    Globale Moderation
    Reaktionen
    7.681
    Punkte
    61.828
    Beiträge
    10.708
    Mitglied seit
    6. August 2009
    Buddh. Richtung
    Zen
    • 25. Januar 2021 um 22:19
    • Offizieller Beitrag
    • #16

    Die Idee einer "Fügung" hat den Vorteil, dass man Sachen, die einem passieren, vielleicht besser annehmen kann. Diese Funktion gibt es ja auch im Karma Konzept, wo man das was einem passiert, als selbstverursacht sehen kann.

    Der Nachteil der Idee von "Fügung" ist, dass man da leicht abergläubisch werden kann und in allem einen Wink des Schicksal sehen kann. "Hu, gestern hab ich noch daran gedacht, und heute steht es im Aldiprospekt! Ein Wink des Schicksals!" Man kann anfangen, alles mögliche als Zeichen für irgendwas zu sehen und bildet sich Zeugs ein.

    • Nächster offizieller Beitrag
  • Alephant
    Reaktionen
    1.215
    Punkte
    21.110
    Beiträge
    3.927
    Mitglied seit
    26. April 2011
    Geburtstag
    1. April 1980 (45)
    • 25. Januar 2021 um 23:12
    • #17

    Ich kann mit gutem Gefühl anmerken, dass 'Zufall' nichts ist, was Ereignisse bedingen kann. Es ist einerseits ein Wort, mit dem Unkenntis über vorhandenseinmüssende Bedingungen ausgedrückt wird. Andererseits ein Wort, mit dem eine Normalverteilung vermeintlich gleicher Vorgänge innerhalb der Kombinatorik (Mathematik) ausgedrückt wird.

    Wenn man sagt: etwas ist 'dem Zufall geschuldet' denkt man häufiger, ohne das zu wissen, eine Art unbekannte Macht, die etwas bewirken würde.

    Einen wirklichen Zufall (Ereignisse ohne Bedingungen) kann es meiner Auffassung nach nicht geben.

    Mit den Zeilen mag ich nicht zu Spekulationen einladen. Nur erklärt haben, was ich zu klären versucht habe.

  • Xyz
    Gast
    • 26. Januar 2021 um 06:20
    • #18
    AufdemWeg:

    Danke!

    Ich versuche es noch einmal an einem Beispiel fest zu machen. Nehmen wir an, man trifft an einem anderen Punkt der Erde eine Person aus der Jugend, bei der es absolut unwahrscheinlich ist, überhaupt jemanden aus der Heimat geschweigen denn vor allen noch diese Person zu treffen. Und mehr noch hat das Gespräch mit ihr enomen Einfluss. Als ob es eine Botschaft für einen enthält, die lebensentscheidend ist.
    Oder dass in einer scheinbar aussichtlosen Lage plötzlich etwas passiert, was rational gesehen, absolut unwahrscheinlich ist und sich so fügt, dass es doch gelingt.

    Dies alles kann mit "Zufall" abgetan werden. Doch die Kammalehre geht ja nicht von Zufall aus. Haben Gedanken und Gefühle im Buddhismus so eine Bedeutung?

    Der Buddha erklärte Karma am Bsp. eines Wollknäuels.

    Ohne Anfang und ohne Ende.

    Punkt.

    Es ist also müßig sich weitere Gedanken um ein Wie/Wann/Was/Wiese etc. zum Thema Karma zu gestalten.

    Es gibt vom Buddha keine weitere Erklärung, lernte ich.

    Die buddhistische Lehre wird auch von meinen Lehrern als die

    ‚Wissenschaft des Herzens‘ beschrieben.

    Um bei Deinem Bsp. oben zu bleiben könntest Du Dich über eine derartige Begegnung zb freuen, freuen in dem Moment der Begegnung und dieses aufkommende wärmende Gefühl so annehmen wie es eben geht und es anschließend wieder vergehen lassen, wenn es dann endet.

    Für mich ist diese Art der Anweisung des Buddhas jedenfalls im Laufe der Jahre heilsamer in Bezug geworden....

    Alles Gute🙏

  • Horin
    Reaktionen
    581
    Punkte
    5.481
    Beiträge
    965
    Mitglied seit
    6. Mai 2017
    • 26. Januar 2021 um 09:38
    • #19

    Ich denke was wichtig ist, jede Situation, wie sie auch uns begegnen mag, anzunehmen wie sie ist. Mit dieser Akzeptanz lernen wir, in Harmonie mit allen Umständen zu sein. Ohne die Einmischung von Anhaftung, Ablehnung und allen Kleshas. Auf diese Weise machen wir uns frei vom Karma

    Den Schmetterling des Zen im Netz des Verstandes zu fangen; machen wir uns das klar, dass das nicht geht

  • void
    Globale Moderation
    Reaktionen
    7.681
    Punkte
    61.828
    Beiträge
    10.708
    Mitglied seit
    6. August 2009
    Buddh. Richtung
    Zen
    • 26. Januar 2021 um 10:41
    • Offizieller Beitrag
    • #20

    Es gibt in den Jatakas - den oftmals fabelartigen Geschichten von den Vorleben Buddhas, so eine "Logik der Muster":

    Die Erzählung vom Elefanten Mahilamukha (Mahilamukha-Jātaka):

    §A. Dies erzählte der Meister, da er im Veluvana verweilte, mit Beziehung auf Devadatta. Devadatta hatte den Prinzen Ajātasattu [1] für sich gewonnen und war so zu Ruhm und Ehre gelangt. Der Prinz Ajātasattu ließ nämlich für Devadatta auf dem Berge Geierskopf ein Kloster errichten und brachte Tag für Tag fünfhundert Kessel duftender Reisspeise, aus dreijährigem Reise gefertigt, äußerst wohlschmeckend, zu ihm hin. Durch den Ruhm und die Ehrung wurde das Gefolge des Devadatta groß. Mit diesem seinem Gefolge wohnte Devadatta zusammen in seinem Kloster.

    Zu der Zeit wohnten zu Rājagaha zwei Freunde. Von diesen war der eine bei Buddha Mönch geworden, der andere bei Devadatta. Diese sahen einander an dem und dem Orte und auch, indem sie einander in ihrem Kloster besuchten. Nun sprach eines Tages der Anhänger des Devadatta zu dem anderen: „Freund, warum gehst du Tag für Tag auf Almosen aus, während dir der Schweiß herunterrinnt? Devadatta sitzt in seinem Geierskopf-Kloster und verzehrt äußerst wohlschmeckende, gute Speise. Ein solches Mittel gibt 's nicht mehr. Warum lebst du im Elend? Warum ziemt es für dich nicht, in der Frühe nach dem Geierskopf zu gehen, ausgezeichneten Reisschleim zu trinken, achtzehnfache feste Speise zu verzehren und so ein äußerst wohlschmeckendes, gutes Mahl einzunehmen?“ Als der andere immer wieder so angeredet wurde, bekam er Lust hinzugehen; und von da an ging er nach dem Geierskopf, aß dort jedes Mal, und wenn es Zeit war, kehrte er wieder nach dem Veluvana zurück.

    Er konnte es aber nicht die ganze Zeit geheim halten und es dauerte nicht lange, so wurde bekannt, dass er nach dem Geierskopf gehe und das dem Devadatta dargebotene Mahl [2] verzehre. Da fragten ihn seine Freunde: „Ist es wahr, Freund, dass du das dem Devadatta dargebotene Mahl verzehrst?“ „Wer hat das gesagt?“ erwiderte er. „Der und der und der und der.“ „Ja, es ist wahr, Freund, ich gehe nach dem Geierskopf und speise dort; aber nicht Devadatta gibt mir das Mahl, sondern andere Leute.“ Darauf sprachen sie: „Freund, Devadatta ist ein Feind der Buddhas; er, der übel Lebende, hat den Ajātasattu für sich gewonnen und so durch Untugend Ruhm und Ehrung sich verschafft. Du aber, der du in dieser zum Heile führenden Lehre Mönch geworden bist, verzehrst das dem Devadatta mit Unrecht gespendete Mahl. Komm, wir wollen ihn zum Meister führen.“ Und sie nahmen ihn mit sich und gingen nach der Lehrhalle.

    Als der Meister sie sah, fragte er: „Warum, o Mönche, seid ihr mit diesem Mönche gegen seinen Willen hierher gekommen?“ Sie antworteten: „Ja, Herr, dieser Mönch, der in Eurer Lehre Mönch geworden, verzehrt das dem Devadatta mit Unrecht gespendete Mahl.“ Der Mönch versetzte: „Herr, nicht Devadatta gibt es mir, sondern andere Leute geben es mir und dieses verzehre ich.“ Darauf sagte Buddha: „Mache hier keine Besonderheiten, Mönch. Devadatta hat nicht den rechten Wandel und lebt übel; wie kannst du, der du hier Mönch geworden bist und meiner Lehre folgst, das Mahl des Devadatta verzehren? Schon immer hast du die Gewohnheit gehabt, anderen zu folgen und folgtest jedem, den du sahest.“ Nach diesen Worten erzählte er folgende Begebenheit aus der Vergangenheit.

    §B. Als ehedem zu Benares Brahmadatta regierte, war der Bodhisattva dessen Lehrer. Damals besaß der König einen Leibelefanten, Mahilamukha mit Namen; der war brav und tugendhaft und verletzte niemand. Nun kamen Räuber eines Tages unmittelbar nach der Nachtzeit in die Nähe von dessen Stall, setzten sich nahe davon nieder und sprachen: „So ist ein Loch zu graben, so ist die Mauer zu zerstören. Wenn dann das Loch und der Bruch in der Mauer so deutlich und übersichtlich gemacht ist wie ein Weg oder wie eine Badestelle, dann muss man die Habe wegnehmen. Wer sie wegnimmt, muss beim Wegnehmen auch töten; so wird niemand im Stande sein, Widerstand zu leisten. Ein Räuber darf nicht tugendhaft sein und braven Wandel führen; er muss hart, grausam, gewalttätig sein.“ Nachdem sie mit solchen Worten einander belehrt hatten, gingen sie fort. Auf diese Weise kamen sie am nächsten Tage wieder; kurz sie kamen viele Tage und sprachen so. Als der Elefant ihre Worte hörte, dachte er: „Sie wollen mich belehren; jetzt muss ich hart, grausam, gewalttätig werden.“ Und er wurde so. Als in der Frühe der Elefantenwärter kam, fasste er ihn mit dem Rüssel, schleuderte ihn auf die Erde und tötete ihn. Dann tötete er auch die anderen, wer nur immer kam.

    Da meldete man dem Könige: „Der Elefant Mahilamukha ist rasend geworden und tötet, wen er nur sieht.“ Der König entsandte den Bodhisattva zu ihm mit dem Auftrage: „Gehe, Weiser, und suche zu erkennen, aus welcher Ursache er so böse geworden ist.“ Der Bodhisattva ging hin; und da er an seinem Aussehen erkannte, dass er gesund war, überlegte er: „Aus welcher Ursache ist dieser wohl so böse geworden?“ Da kam er zu dem Schlusse: „Sicherlich hat er in seiner Nähe irgendjemand reden hören und ist böse geworden, weil er meinte, sie wollten ihn belehren.“ Und er fragte die Elefantenwärter: „Ist in der Nähe des Elefantenstalles bei Nacht von jemand etwas vorher gesprochen worden?“ Sie antworteten: „Ja, Herr, Räuber sind gekommen und haben gesprochen.“ Da ging der Bodhisattva zum Könige hin und teilte ihm mit: „Herr, an dem Körper des Elefanten ist keine Veränderung eingetreten, sondern er hat das Gespräch von Räubern gehört und ist dadurch böse geworden.“ Der König fragte: „Wie soll man jetzt tun?“ Der Bodhisattva erwiderte: „Tugendhafte Asketen und Brahmanen sollen sich im Elefantenstalle niedersetzen und von tugendhaftem Wandel reden.“ „Tue so, Lieber“, versetzte der König. Da ließ der Bodhisattva tugendhafte Asketen und Brahmanen sich im Elefantenstalle niedersetzen und sprach: „Redet von den Tugenden, ihr Herren.“ Sie setzten sich in der Nähe des Elefanten nieder und sprachen von den Tugenden folgendermaßen: „Man darf niemand verletzen oder töten, sondern man muss mit Tugend und gutem Wandel ausgerüstet und der Geduld, Freundlichkeit und des Mitleids beflissen sein.“ Als der Elefant dies hörte, dachte er: „Diese Leute belehren mich; von jetzt an muss ich tugendhaft sein“; und er wurde tugendhaft.

    Da fragte der König den Bodhisattva: „Wie, Lieber, ist er brav geworden?“ Der Bodhisattva antwortete: „Ja, Herr; der Elefant, der so böse geworden war, ist durch die Weisen wieder zu seinen früheren Tugenden zurückgebracht worden.“ Und nach diesen Worten sprach er folgende Strophe:

    §1. „Da er zuerst das Wort der Räuber hörte, hat sich zum Mord gewandt Mahilamukha; doch da er jetzt der Weisen Wort vernommen, steht fest der Herrliche in aller Tugend.“

    Da dachte der König: „Er kennt sogar die Gedanken der Tiere“; und er erwies dem Bodhisattva große Ehre. Und nachdem er den Rest seines Lebens verbracht hatte, gelangte er mit dem Bodhisattva an den Ort seiner Verdienste.

    §C. Nachdem der Meister mit den Worten: „Schon in früherer Zeit folgtest du, Mönch, allen, die du sahest. Als du das Wort der Räuber hörtest, folgtest du den Räubern; als du das Wort der Tugendhaften hörtest, folgtest du den Tugendhaften“, diese Lehrunterweisung beendigt hatte, stellte er die gegenseitigen Beziehungen fest und verband das Jātaka mit den Worten: „Damals war Mahilamukha der meinen Feinden folgende Mönch, der König war Ānanda, der Lehrer aber war ich.“

    Ende der Erzählung von dem Elefanten Mahilamukha

    Alles anzeigen

    Natürlich sind viele der Jatakas - mit ihrer sprechenden Tieren und ihren Allegorien - sehr märchenartig. Aber dass sich hier ein paar Leben später die gleichen Personen wiederbegenen ist wohl so eine Art von Fügung, wie die an die du denkst, oder?

    Die Logik dahinter ist aber nicht so sehr die eines wohlwollenden Schicksal, das "Großes mit einem Vorhat". Sondern es im Gegenteil die Vergangenheit die einen einholt. Dadurch das ein bestimmtes Verhaltensmuster( "Dass er immer auf das Wort der anderen hört") immer noch vorhanden ist, produziert es immer wieder ähnliche Muster. Und Buddha fordert ihn indirekt auf, sich von diesem Muster zu lösen- von ihm frei zu werden,

    • Vorheriger offizieller Beitrag
    • Nächster offizieller Beitrag
  • Aravind
    Reaktionen
    5.346
    Punkte
    31.528
    Beiträge
    5.214
    Mitglied seit
    15. September 2017
    • 26. Januar 2021 um 10:54
    • #21
    Horin:

    Ich denke was wichtig ist, jede Situation, wie sie auch uns begegnen mag, anzunehmen wie sie ist. Mit dieser Akzeptanz lernen wir, in Harmonie mit allen Umständen zu sein. Ohne die Einmischung von Anhaftung, Ablehnung und allen Kleshas. Auf diese Weise machen wir uns frei vom Karma

    Danke! So etwas ähnliches denke ich schon die ganze Zeit, wollte aber nicht von der Seite "reingrätschen", ohne mich bisher beteiligt zu haben.

    Der für mich entscheidende Punkt wäre doch: Was wäre der Unterschied für Dich, AufdemWeg , ob es jetzt Fügung gibt, oder nicht? Aus Sicht der buddhistischen Praxis kann ich keinen erkennen. Warum etwas gerade geschieht, spielt eigentlich keine Rolle. Außer im allgemeinen Sinne: Wenn ich jetzt Unheilsames erlebe, unheilsam handle, dann muss ich wohl mein Denken und mein Verhalten in Richtung "heilsam" verändern.

    Liebe Grüße,

    Aravind.

  • Horin
    Reaktionen
    581
    Punkte
    5.481
    Beiträge
    965
    Mitglied seit
    6. Mai 2017
    • 26. Januar 2021 um 11:46
    • #22

    Die Idee von Fügung ist mMn eng mit atman Glauben verbunden: wir sind das kleine Zentrum, welches belohnt wird, welches eine Rolle spielt, welches vielleicht bestraft wird etc. Das ist zwar oftmals eine Interpretation der Karma Lehre, jedoch nicht das, was Buddha Shakyamuni damit gemeint hat. Karma ist die Absicht und auf Tat folgt Konsequenz. Nicht in Form von Belohnung oder Bestrafung sondern eine ganze Palette von logisch gesellschaftlichen Konsequenzen, physischen oder psychischen wie Glück oder Leid, schlechtea Gewissen oder was auch immer. Wie gesagt, ich will weder Nihilismus noch Glauben hier verstreuen, ich denke wir sollten einfach weniger versuchen Dinge zu verstehen, die jenseits unseres Verstandes sind

    Den Schmetterling des Zen im Netz des Verstandes zu fangen; machen wir uns das klar, dass das nicht geht

  • Monikamarie
    Reaktionen
    7.180
    Punkte
    47.184
    Beiträge
    7.952
    Mitglied seit
    2. Oktober 2025
    Wohnort
    Hamburg
    Buddh. Richtung
    Theravada
    Geburtstag
    21. November 1948 (77)
    • 26. Januar 2021 um 17:45
    • #23

    Für mich ist Fügung einfach: Da fügt sich etwas ... und nicht mehr - keine Belohnung, keine Strafe.

    So wie ein Bach sich an die Gegebenenheiten anpasst und sich in die Landschaft fügt.

    Deshalb ist es auch für mich nicht von Karma zu unterscheiden, denn da fügt sich etwas gemäß dem, was dem vorausgegangen ist.

    Ich denke dabei immer an ein Kaleidoskop - eine Bewegung und alle Steine fügen sich neu.

    Und wenn ich dann im Palikanon lese, dass Brahma aus der Brahmawelt zum Buddha kam, um ihn zu bitten, die Lehre zu verbreiten, weil es doch einige Menschen gibt, die diese verstehen würden, dann ist da Fügung. Vor allem im Gegensatz zu Beiträgen anderer User geht es bei dieser Erfahrung des Buddha offenbar auch um außergewöhnliche Wahrnehmungen, denn Brahma kommt aus einer anderen Welt und verschwindet sofort wieder spurlos in seine Brahmawelt.

    Und so schnell wie ein kräftiger Mann einen gebeugten Arm streckt oder einen gestreckten Arm beugt verschwand Brahma Sahampati aus der Brahmawelt und erschien vor dem Erhabenen

    ...

    ... Als Brahma Sahampati wusste: ‘Der Erhabene verkündet die Lehre’, ver­ehrte er den Erhabenen, umschritt er ihn rechts herum und verschwand von dort.

    (Mahavagga)

  • Online
    xiaojinlong
    Reaktionen
    1.349
    Punkte
    8.879
    Beiträge
    1.460
    Mitglied seit
    15. September 2017
    • 26. Januar 2021 um 18:45
    • #24
    Aravind:

    Was wäre der Unterschied für Dich, AufdemWeg , ob es jetzt Fügung gibt, oder nicht? Aus Sicht der buddhistischen Praxis kann ich keinen erkennen. Warum etwas gerade geschieht, spielt eigentlich keine Rolle.

    Es macht eben doch einen Unterschied, da ja die Definition von Fügung ganz klar an eine "übernatürliche, göttliche Macht" (Definition des Dudens) gebunden ist. Ein klammern an einen Gott, welcher alles vorbestimmt wiederspricht in meinen Augen dem Prinzip Karma, sowie der Auflösung des Karma doch sehr. Denn, wenn es eine "göttliche Eingabe" ist, dann wäre es einfach gegeben.

    Das was häufiger Umgangssprachlich als Fügung bezeichnet wird, also dass es "einfach passt" ist etwas rein subjektives. Das ist vollkommen ok und es ist ja etwas schönes wenn es "einfach passt". Da aber mehr reinzuinterpretieren halte ich insbesondere als einen "Fügungs-Glauben" für problematisch. Man kann einem "passt einfach" genauso etwas auf den Leim gehen wie einem "passt nicht". Man unterliegt immer einem Bias (einer Illusion) und die "Fügung" kann genau eine solche sein.

    _()_

    小金龍

    3 Mal editiert, zuletzt von xiaojinlong (26. Januar 2021 um 18:54)

  • Aravind
    Reaktionen
    5.346
    Punkte
    31.528
    Beiträge
    5.214
    Mitglied seit
    15. September 2017
    • 26. Januar 2021 um 19:45
    • #25

    Das verstehe ich schon, xiaojinlong , aber es war ja eine Frage nach dem konkreten Kontext für den Oiginalposter.

Ausgabe №. 135: „Achtsamkeit und Aktivismus"

  1. Impressum
  2. Datenschutzerklärung
  3. Nutzungsbedingungen
Netzwerk Buddhismus
Community-Software: WoltLab Suite™ 6.1.18
Buddhaland Forum in der WSC-Connect App bei Google Play
Buddhaland Forum in der WSC-Connect App im App Store
Download