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  1. Buddhaland Forum
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  3. Allgemeines zum Buddhismus

Lehre Buddhas = Psychotherapie = Erwachen ?

  • Punk
  • 21. Januar 2021 um 19:47
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    • 21. Januar 2021 um 19:47
    • #1

    Folgende Beschreibung aus Wikipedia erinnert mich sehr stark an Buddhas Lehre:


    [...] zählt [die Psychoanalyse] zu den aufdeckenden Therapien, die versucht, dem Patienten ein vertieftes Verständnis für die ursächlichen, ihm bislang meist unbewussten Zusammenhänge seines Leidens zu vermitteln. Es wäre jedoch ein Missverständnis, im Gewinn solcher Einsichten das eigentliche Ziel einer psychoanalytischen Therapie zu vermuten.

    Vielmehr wird dem Klienten eine weitgehende Umstrukturierung seiner Persönlichkeit insbesondere in denjenigen Bereichen ihres Gefühlslebens und zwischenmenschlichen Verhaltens anempfohlen, die symptomatisch ins Leiden involviert waren und ohne [..] Änderungen seines Lebenswandels weiterhin beitragen würden zum [Leiden] des Alltags.


    Das ähnelt doch sehr an Buddhas Lehre: es geht um Persönlichkeit, Leiden, Lebenswandel....

    Allerdings hat Buddhas Lehre einen umfassenderen Anspruch, indem diese nicht alleine versucht die Symptomatik des Leidens (Dukkha) zu beeinflussen sondern den Menschen als Ganzes auf eine höhere Ebene zu stellen, indem dieser mit Hilfe der Lehre von sich aus erlernt, Immunität gegen Leiden (Dukkha) zu erlangen.

    Wieso poste ich das ? Vielleicht um zu zeigen, dass Religiosität und (Aber-) Glauben alleine wahrscheinlich nicht ausreicht um die Lehre zu verwirklichen und bodhi zu erreichen.

    Ich habe mich schon oft gefragt, welches Ideal des Erwachens (bodhi) man am ehesten zu erreichen sucht:

    • Savaka-Bodhi wird von jenen erreicht, die Bodhi als Schüler eines spirituellen Lehrers erlangen. Ein solcherart Erwachter wird Arahat (auch Arhat) genannt. Arahats sind selbst, nicht zuletzt auf Grund der eigenen Erfahrung, hilfreiche Lehrer für andere.
    • Pacceka-Bodhi wird erreicht ohne die Hilfe oder Unterweisung durch Lehrer. Ein in dieser Weise Erwachter wird Pratyeka-Buddha („Einzelerwachter“) genannt. In der Tipitaka steht dazu, dass solche Buddhas zwar in größerer Zahl erscheinen können, aber nur in Zeiten, in denen die Lehre (Dhamma) verloren ist. Die Fähigkeit eines Pratyeka-Buddha, anderen Menschen auf dem Weg zum Erwachen zu helfen, ist geringer als bei den beiden anderen Erscheinungsformen der Buddhas.
    • Samma-Sambodhi ist die höchste, perfekte Form des Bodhi (Erwachens). Wie ein Pratyeka-Buddha erreicht ein Samma-Sambuddha („Vollkommen Erwachter“) Bodhi durch eigene Kraft, ohne die Unterweisung durch andere. Aber er hat auch die Fähigkeit anderen das Dhamma weiterzugeben und sie ebenfalls zum Nibbana, zur Befreiung aus dem Samsara, zu begleiten. Während die Art der Befreiung für alle drei Wesen dieselbe ist, gilt ein Vollkommen Erwachter aufgrund seiner Befähigung zum Lehren als höchste Autorität.
    • Eigentlich strebe ich gar nicht nach bodhi (Erwachen), ich interessiere mich für den Buddhismus aus anderen Gründen.

    _()_

  • ARYA DHARMA
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    • 21. Januar 2021 um 21:22
    • #2

    Es gibt z.B. das interessante Buch "Denken ohne Denker" - wurde von einem Psychotherapeuten geschrieben, der die buddh. Lehre in seiner Praxis anwendet

  • Leonie
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    • 21. Januar 2021 um 22:40
    • #3

    Das Buch heißt "Gedanken ohne Denker" und ist von Mark Epstein. Darin findet sich aber ein Hinweis von Epstein auf seinen Titel, den er durch einen Verweis auf Wilfred Bion fand und in dessen Arbeiten gibt es einen Einfluss des Zen-Buddhismus. Wenn man also auf den Zusammenhang von Psychotherapie und Buddhismus sehen will, dann sollte man sich mit den Arbeiten von Wilfred Bion befassen. Bion wiederum war der Analytiker von Samuel Beckett und hat von diesem das Interesse an Zen und Alan Watts.

    Wilfred Bion's Annotations in The Way of Zen: An Investigation into His Practical Encounters with Buddhist Ideas Yichi Zhang

    Psychoanalysis and History, December 2019, vo. 21, No. 3 : pp. 331-355

    :zen:

  • ARYA DHARMA
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    • 21. Januar 2021 um 23:54
    • #4

    Ja du hast Recht Leonie, ich hab das falsch im Kopf gehabt, ich hab das Buch, aber ist schon im Karton. Auf jeden Fall ist es aber interessant und man findet dort auch sehr viele Hinweise, vor allem wie der praktische Umgang aussehen kann. Aber danke für den Tip!

  • Leonie
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    • 22. Januar 2021 um 00:05
    • #5

    Danke ARYA DHARMA, dass du das hier erwähnt hast.

    Mark Epstein hat mich auf Wilfred Bion aufmerksam gemacht. Und dessen Ansichten und Konzepte haben mir sehr viel geholfen. Gerade was die Entstehung von Denken und Psychosen anbetrifft, ist Bion ein Pionier, der aufgezeigt hat, welche Transformationen in der Entwicklung nötig sind, um ein mitfühlendes Menschenwesen zu werden.

    :zen:

  • Punk
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    • 22. Januar 2021 um 00:19
    • #6

    Ich bin überzeugt, dass da Parallelen sind.

    Wobei ich in erster Linie an Psychoanalyse interessiert bin und nicht an Psychotherapie. Das Wort Psycho-Therapie empfinde ich in diesem Zusammenhang als störend, da ich der Meinung bin, es gibt gar keine "kranke Psyche", die therapiert werden müsste. Es existieren nun mal Menschen, die in der heutigen Zivilisation besser zurecht kommen und Menschen, die darin weniger gut zurecht kommen. Da hilft eventuell eine psychologische Begleitung. Das Wort Therapie empfinde ich in diesem Zusammenhang als abwertend, denn es ist ja niemand krank.

    Die buddhistische Methode glaube ich als Autodidakt schon recht gut zu kennen:

    • Da wacht, ihr Mönche, der Mönch beim Körper über den Körper, unermüdlich, klaren Sinnes, einsichtig, nach Verwindung weltlichen Begehrens und Bekümmerns;
    • wacht bei den Gefühlen über die Gefühle, unermüdlich, klaren Sinnes, einsichtig, nach Verwindung weltlichen Begehrens und Bekümmerns;
    • wacht beim Gemüte [citta, Bewusstsein] über das Gemüt, unermüdlich, klaren Sinnes, einsichtig, nach Verwindung weltlichen Begehrens und Bekümmerns;
    • wacht bei den Erscheinungen (dhamma) über die Erscheinungen, unermüdlich, klaren Sinnes, einsichtig, nach Verwindung weltlichen Begehrens und Bekümmerns

    Jetzt würde ich diese gerne einmal mit einer modernen psychoanalytischen Methode vergleichen.

    Allerdings passt mir weder die Methode von C.G Jung, da er sich aus meiner Sicht als Pfarrerssohn etwas einseitig mit religiös-spirituellen, magischen-astrologischen und träumerisch-symbolischen Geistesformationen beschäftigte noch die Methode von Sigmund Freud , der aus meiner Sicht zu stark auf Triebe fokussierte.

    Mal schauen. Vielleicht besuch ich mal eine Vorlesung oder ein Buch.

    @Arya Dharma+Leonie: Auf jeden Fall schaue ich mal das empfohlene Buch an. :like:

  • Rudolf
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    • 22. Januar 2021 um 11:47
    • #7
    Punk:

    Das Wort Therapie empfinde ich in diesem Zusammenhang als abwertend, denn es ist ja niemand krank.

    Mit dieser Ansicht bist du jedoch in einem starken Gegensatz zur Buddhalehre. Denn in dieser sind wir mit unserer Unwissenheit, Begierde und Hass krank, weshalb uns der Buddha mit seinen Reden Therapie-Vorschläge gegeben hat.

    :rainbow:

  • Alephant
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    • 22. Januar 2021 um 18:15
    • #8

    naja. Aus meiner Sicht muss man schon ganz schön gefestigt sein (also recht klar in der Birne sein) um mit nicht nur manchen Aussagen in den Lehreden umgehen zu können.

    Und letztlich gehts damit ja auch nicht um eine Therapierung einer Person, damit die dann 'gesund' weiter ein Leben in der Gesellschaft usw leben kann.

  • Rudolf
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    • 22. Januar 2021 um 18:32
    • #9

    Es gibt auch Lehrreden, die richten sich an Laien, an Hausleute, und da geht es darum, wie man in diesem Leben schon möglichst leidfrei lebt und eine Wiedergeburt im menschlichen Bereich erlangt. Diese Hausleute denken erst mal nicht an Nirvana.

    Das ist also klar auf ein "gesundes Leben in der Gesellschaft" gerichtet.

    :rainbow:

  • Punk
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    • 22. Januar 2021 um 19:30
    • #10
    Rudolf:

    Mit dieser Ansicht bist du jedoch in einem starken Gegensatz zur Buddhalehre. Denn in dieser sind wir mit unserer Unwissenheit, Begierde und Hass krank, weshalb uns der Buddha mit seinen Reden Therapie-Vorschläge gegeben hat.

    Ich bin nicht der Meinung wir seien in irgendeiner Weise krank im Sinne einer Fehlfunktion.

    Wir sind eher unzufrieden ( dukkha ) :[lz]

    ...Dukkha gilt als universelles Charakteristikum aller Phänomene; da die Dinge unbeständig sind, sind sie unzuverlässig und können uns nie zufrieden stellen...[/lz]

    Ich behaupte mal:

    Wir haben keinen Frieden weil wir getrieben werden von unheilsamen Geistesformationen ( sankhara ). Dies(e) erst einmal zu erkennen, indem man zum Beispiel die eigene Psyche analysiert, führt zu Erkenntnis und schliesslich im buddhistischen Sinne zur "rechten Erkenntnis" (sammā-ditthi) auf die dann alles weitere aufbaut....

    Einmal editiert, zuletzt von Punk (22. Januar 2021 um 19:35)

  • Rudolf
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    • 22. Januar 2021 um 21:45
    • #11
    Punk:

    Ich behaupte mal:

    Wir haben keinen Frieden weil wir getrieben werden von unheilsamen Geistesformationen ( sankhara ). Dies(e) erst einmal zu erkennen, indem man zum Beispiel die eigene Psyche analysiert, führt zu Erkenntnis und schliesslich im buddhistischen Sinne zur "rechten Erkenntnis" (sammā-ditthi) auf die dann alles weitere aufbaut....

    Ich finde, das hört sich nach krank sein an.

    Beim Körper sagen wir unter solchen Umständen er ist krank:

    "Wir haben keine Gesundheit weil wir geplagt werden von unheilsamen Körperfunktionen. Diese erst einmal zu erkennen, indem man den eigenen Körper untersucht oder untersuchen lässt, führt zu Erkenntnis und schließlich im medizinischen Sinne zur "rechten Heilmethode" auf die dann alles weitere aufbaut.... "

    ;)

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    • 22. Januar 2021 um 23:13
    • #12

    Ich denke man muss schon etwas aufpassen, wenn man Probleme die andere (für sich selbst) als Krankheit benennen als "nicht krank" ansieht. Das Prinzip der "Krankheit" geht über das "einfache Leiden" hinaus. Was natürlich das "einfache Leiden" ist, ist die große Frage. Das was als "Krankheit" betitelt wird ist ja auch nicht immer gleich das was man "loswerden" will bzw. kann. Dennoch kann man über Therapie, persönliche Entwicklung, buddhistische Praxis lernen damit umzugehen, sodass das Leiden sind verwandelt bzw. der Umgang damit anders (besser?) wird.

    _()_

    小金龍

  • Schmu
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    • 22. Januar 2021 um 23:33
    • #13

    Ich glaube, die Begriffe "krank", "Krankheit" haben, besonders im Zusammenhang mit psychischen Problemen, etwas zwiespältiges. Es kommt darauf an, was damit gemeint ist, und was möglicherweise "mitschwingt".

    In der Gestalttherapie (von "Gestalt annehmen", nicht von "etwas gestalten") wird es meines Wissens zunehmend so gesehen, dass nicht ein "gesunder" Therapeut und ein "kranker" Mensch miteinander arbeiten, sondern so, dass sich zwei Menschen begegnen und aufeinander einlassen. Wobei der Therapeut zwar derjenige ist, der mit einem hilfesuchenden Menschen zusammenarbeitet, aber nicht im Sinne von: der eine ist gesund und der andere nicht.

  • Punk
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    • 22. Januar 2021 um 23:40
    • #14
    Rudolf:
    Punk:

    Ich behaupte mal:

    Wir haben keinen Frieden weil wir getrieben werden von unheilsamen Geistesformationen ( sankhara ). Dies(e) erst einmal zu erkennen, indem man zum Beispiel die eigene Psyche analysiert, führt zu Erkenntnis und schliesslich im buddhistischen Sinne zur "rechten Erkenntnis" (sammā-ditthi) auf die dann alles weitere aufbaut....

    Ich finde, das hört sich nach krank sein an.

    Beim Körper sagen wir unter solchen Umständen er ist krank:

    "Wir haben keine Gesundheit weil wir geplagt werden von unheilsamen Körperfunktionen. Diese erst einmal zu erkennen, indem man den eigenen Körper untersucht oder untersuchen lässt, führt zu Erkenntnis und schließlich im medizinischen Sinne zur "rechten Heilmethode" auf die dann alles weitere aufbaut.... "

    ;)

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    Du veränderst die Bedeutung der Aussage, wenn du Begriffe in einem Satz nach deinem Geschmack umdefinierst. Frieden ist nicht Gesundheit und Geistesfaktoren sind nicht Körperfunktionen, man untersucht nicht den Körper sondern den Geist etc. Dein Satz hat eine vollkommen andere Aussage und ergibt für mich keinen Sinn.

    Diese Spiel könnte man phantasievoll weitertreiben indem man die Bedeutung ändern z.B. so:

    Wir sind nicht närrisch weil wir geplagt werden von humoristischen Gedanken. Dies erst einmal zu erkennen, in dem man die Seele untersucht führt zu Erkenntnis und schliesslich in historischem Sinne zum rechten Geschichtsverständnis welches Grundlage für alles weitere ist.

    Dieser Satz vermittelt, wenn er überhaupt Sinn ergibt, eine völlig andere Aussage.

    Ich vermute Du hast meine Aussage nicht richtig verstanden.

    2 Mal editiert, zuletzt von Punk (23. Januar 2021 um 00:06)

  • Rudolf
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    • 23. Januar 2021 um 10:47
    • #15
    Punk:

    Du veränderst die Bedeutung der Aussage, wenn du Begriffe in einem Satz nach deinem Geschmack umdefinierst. Frieden ist nicht Gesundheit .......

    Ich verändere die Bedeutung der Wörter nicht. Wenn wir hier in einem buddhistischen Forum und im Kontext sind, dann ist es ja wohl erlaubt, sich in der Sprache des Buddha auszudrücken.

    Fieber, Gesundheit, Krankheit, Körperliche Existenz, Vorstellungen haben beim Buddha diese Bedeutung:


    [lz]

    17. ...... Ebenso, Māgandiya, schwelgen Wesen, die nicht frei von Sinnesbegierde sind, die vom Begehren nach Sinnesvergnügen verzehrt werden, die vor Fieber nach Sinnesvergnügen brennen, dennoch in Sinnesvergnügen; .............................

    19. ...... 'Das größte Gut ist die Gesundheit,Nibbāna ist das größte Glück.'

    Auch wir haben dies schon von früheren Wanderasketen in der Tradition der Lehrer gehört, und wir stimmen dem zu, Meister Gotama."

    "Aber, Māgandiya, wenn du jenes von früheren Wanderasketen in der Tradition der Lehrer gehört hast, was ist jene Gesundheit, was ist jenes Nibbāna?"

    Nach diesen Worten, rieb der Wanderasket Māgandiya seine Glieder und sagte: "Dies ist jene Gesundheit, Meister Gotama, dies ist jenes Nibbāna; denn jetzt bin ich gesund und glücklich und nichts bereitet mir Leid [2]."[/lz]

    Majjhima Nikaya 75


    [lz]

    8. "Und was kann man als der Krankheit unterworfen bezeichnen? Ehefrau und Kinder sind der Krankheit unterworfen, Sklaven und Sklavinnen, Ziegen und Schafe, Geflügel und Schweine, Elefanten, Rinder, Pferde und Stuten sind der Krankheit unterworfen. Diese Vereinnahmungen sind der Krankheit unterworfen; und jemand, der an diese Dinge gebunden ist, in sie vernarrt ist und ihnen bis zum Äußersten ausgeliefert ist, sucht, was der Krankheit unterworfen ist, wobei er selbst der Krankheit unterworfen ist."[/lz]

    Majjhima Nikāya 26


    [lz]

    9. "Aggivessana, dieser Körper, der aus materieller Form besteht, sich aus den vier großen Elementen zusammensetzt, von Mutter und Vater gezeugt wurde und mittels gekochtem Reis und Reisbrei aufgebaut wurde, ist der Vergänglichkeit unterworfen, unterworfen der Abnutzung und dem Abrieb, der Auflösung und dem Verfall. Er sollte als vergänglich, als Dukkha, als eine Krankheit, als ein Geschwür, als ein Stachel, als ein Unglück, als Leid, als fremd, als etwas, das sich auflöst, als leer, als Nicht-Selbst betrachtet werden. Wenn man diesen Körper so betrachtet, überwindet man die Gier nach dem Körper, die Verliebtheit in den Körper, die Unterwürfigkeit gegenüber dem Körper."[/lz]

    Majjhima Nikāya 74


    [lz]

    31. "Bhikkhu, 'Ich bin' ist eine Vorstellung; 'Ich bin dies' ist eine Vorstellung; 'Ich werde sein' ist eine Vorstellung; 'Ich werde nicht sein' ist eine Vorstellung; 'Ich werde Form besitzen' ist eine Vorstellung; 'Ich werde formlos sein' ist eine Vorstellung; 'Ich werde wahrnehmend sein' ist eine Vorstellung; 'Ich werde nicht-wahrnehmend sein' ist eine Vorstellung; 'Ich werde weder-wahrnehmend-noch-nicht-wahrnehmend sein' ist eine Vorstellung. Vorstellung ist eine Krankheit, Vorstellung ist ein Geschwür, Vorstellung ist ein Stachel. [/lz]

    Majjhima Nikāya 140


    und so weiter .....

    :rainbow:

  • Punk
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    • 23. Januar 2021 um 11:57
    • #16

    Rudolf


    [lz]

    Er sollte als vergänglich, als Dukkha, als eine Krankheit, als ein Geschwür, als ein Stachel, als ein Unglück, als Leid, als fremd, als etwas, das sich auflöst, als leer, als Nicht-Selbst betrachtet werden[/lz]


    Ok, wenn man den Begriff „Krankheit“ mit dem Begriff „Dukkha“ gleichsetzt mag deine Auslegung stimmen.


    Ich verwendete den Begriff Krankheit in einem engeren Sinne. Wobei sich selbst Wissenschaftler schwer tun in der Definition von Krankheit.
    Sich krank fühlen ist ja ein subjektives Gefühl. Ein entzündeter Blinddarm kann jeder als Krankheit erkennen, bei Kopfschmerzen ist das schon schwieriger. Die Mediziner unterscheiden deshalb auch Krankheit und Befindlichkeitsstörung.


    Wenn Dukkha als Krankheit definiert wird sind wir alle krank.

    Wenn man bis ins Unendliche generalisiert mag das stimmen, im Alltag unterscheiden, definieren, normieren und kategorisieren wir normalerweise Begriffe und Bedeutungen. Ohne diese Normen könnten wir nämlich nicht miteinander kommunizieren.

    Viele buddhistische Begriffe (i.e Dukkha, Bodhi, Nibbana, Buddhanatur ) bezeichnen keine objektivie Alltagserfahrungen sondern subjektives Empfinden, welches nicht in Worte mit gefasst werden kann, da dafür keine allgemein verständliche, klar definierte Worte und Bedeutungen existieren. Um solche Erfahrungen zu kommunizieren Bedarf es anderer Vektoren als .grammatische korrekte allgemein verständliche Sprache. (-> Genjokoan )


    Diese Tatsache verunmöglicht oder erschwert zumindest ein gegenseitiges Verstehen.


    Aus diesem Grund beschäftige ich mich im Hinblick auf ein Befreitsein von Dukkha, ja auch bevorzugt mit meiner eigenen subjektiven Identität und weniger mit Literatur und Vorträgen.


    Wie das bewerkstelligt werden könnte, sich mit eigener Subjektivität auseinander zu setzen, wurde im Palikanon ja hinreichend überliefert ( Z.B Satipatthana, Anapanasati )


    Der Titel des Threads wurde von mir leider schlecht gewählt.

    Statt Psychotherapie, das ein Vorhandensein von Krankheit, die geheilt werden soll, suggeriert, sollte besser Psychoanalyse stehen. Dies würde besser meiner Intention der Untersuchung und Erkennen des „Geistes“ entsprechen.


    _()_

    4 Mal editiert, zuletzt von Punk (23. Januar 2021 um 12:25)

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    • 23. Januar 2021 um 12:18
    • #17

    Aber auch damit wird die Buddhalehre vereinnahmt. Es läuft schon drauf hinaus, achtsam zu sein, also auch unheilsame Neigungen zB zu erkennen, und dann mehr und mehr davon abzustehen. Aber mit Buddha ist das keine Analyse einer Psyche, also keine Analyse eines Selbstes.

    Der Unterschied in der Formulierung ist schon sehr relevant.

    Es geht ja mit Buddha drum, Leid ein und für alle Mal zu vernichten, nicht bloss das zu vermindern und nicht bloss um jetziges Leiden in diesem Dasein in diesem Leben zu vermindern.

    Aber klar ist diese Lehre auch mit weniger grossen Zielen hilfreich.

  • Alephant
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    • 23. Januar 2021 um 12:21
    • #18

    Es ist das Erwachen von dem Buddha spricht, so eingeordnet wieder eine eigene Lehre und nicht die Lehre Buddhas. Und das sollte man schon erkennen, und demütig/achstam eingestehen.

  • cinnamon
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    • 23. Januar 2021 um 12:47
    • #19

    Ich dachte die Psychoanalyse und Psychologie nimmt das Ich (oder Selbst,Seele,Psyche) als Kern bzw als Angelpunkt. Damit wäre Freud vermutlich nicht einmal ein Stromeingetretener :grinsen:

    Einmal editiert, zuletzt von cinnamon (23. Januar 2021 um 13:10) aus folgendem Grund: Mit Ich meinte ich auch alle diversen anderen Begriffe.

  • mukti
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    • 23. Januar 2021 um 13:12
    • #20
    Punk:

    Der Titel des Threads wurde von mir leider schlecht gewählt.

    Statt Psychotherapie, das ein Vorhandensein von Krankheit, die geheilt werden soll, suggeriert, sollte besser Psychoanalyse stehen. Dies würde besser meiner Intention der Untersuchung und Erkennen des „Geistes“ entsprechen.

    Also die Arbeitsweise des Geistes zu erkennen ist schon nach der buddhistischen Lehre nicht einfach. Sie nach der Psychoanalyse

    zu erkennen und die Beiden dann miteinander zu vergleichen erfordert schon einen enormen Aufwand. Wozu soll das eigentlich gut sein?

    Mit Metta, mukti.


  • Schmu
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    • 23. Januar 2021 um 16:28
    • #21

    Ich finde schon, dass das ein interessantes Thema ist.

    In der Psychoanalyse und auch der Psychotherapie gibt es schon lange Vertreter, die die Verbindung zu spirituellen Lehren und/oder Buddhismus suchen und das als große Bereicherung sehen. Ich nenne mal zwei als Beispiel: Hunter Beaumont und Jack Kornfield.

    [OT: Was mir im Buddhaland im Moment auffällt: Die Beiträge im Sinne von "Du hast Unrecht" / "Deine Aussage ist falsch" nehmen zu. Auch hier schon gleich zu Anfang. Punk hat den Thread gerade erst eröffnet, kein uninteressanter Thread, wie ich finde, und er (Punk) ist selber noch dabei, seine Gedanken zu ordnen und zu formulieren. Aber schon geht es um richtig und falsch, um Zuspruch und Ablehnung. Ich finde das sehr unergiebig, ehrlich. :(]

  • Alephant
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    • 23. Januar 2021 um 16:57
    • #22

    Schmu

    Und du möchtest mit deinen Worten nicht sagen, dass es nicht richtig ist, so zu posten?

    Sieh es doch so: Argument und Gegenargument können einen fruchtbaren Dialog ergeben, der zu eigenem und oder fremden erweiterten Erkennen führt.

    Ich bin selbst dankbar für viele, auch richtig strikt gesagte Erklärungen: das siehst du nicht richtig, oder: das ist falsch.

    Nimmt man die Aussage des anderen dann nicht persönlich (das ist ja das eigentliche Problem) kann man nachfragen und es gibt nach und nach Klärung.

    Hier in dem Thread gibt es nur ein paar Argumente gegen die Verbindung zu Psychoanalyse. Punk kann da ja genauer drauf eingehen und daran auch reifen.

    Freud ist kein Stromeingetretener aus dem Grund ... ist doch ein tolles Argument.

  • Schmu
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    • 23. Januar 2021 um 18:07
    • #23
    Vedana:

    Sieh es doch so: Argument und Gegenargument können einen fruchtbaren Dialog ergeben, der zu eigenem und oder fremden erweiterten Erkennen führt.

    Ja, Vedana, wenn wir es alle so sehen und entsprechende Beiträge kommen, bin ich bestens zufrieden. :)

    (Ich werde das, was ich meine, gegebenenfalls im dafür vorgesehenen Forumsbereich ansprechen, mal sehen... Hier gehört es auch gar nicht hin, da war ich etwas unachtsam.)

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    • 23. Januar 2021 um 20:16
    • #24
    Vedana:

    Aber auch damit wird die Buddhalehre vereinnahmt. Es läuft schon drauf hinaus, achtsam zu sein, also auch unheilsame Neigungen zB zu erkennen, und dann mehr und mehr davon abzustehen. Aber mit Buddha ist das keine Analyse einer Psyche, also keine Analyse eines Selbstes.

    Der Unterschied in der Formulierung ist schon sehr relevant.

    Es geht ja mit Buddha drum, Leid ein und für alle Mal zu vernichten, nicht bloss das zu vermindern und nicht bloss um jetziges Leiden in diesem Dasein in diesem Leben zu vermindern.

    Aber klar ist diese Lehre auch mit weniger grossen Zielen hilfreich.

    @ Erster Abschnitt:

    Ich verstehe nicht, weshalb die Lehre womit vereinnahmt wird. Den Begriff unheilsame Neigungen kenne ich in Bezug auf die buddhistische Lehre nicht. Ich kenne die Unterscheidung heilsames Karma und unheilsames Karma.

    Buddha lehrte aller Art Neigungen generell aufzugeben. Die Fähigkeit des Menschen willentlich ausschliesslich heilsames Karma zu schaffen bedingt jedoch Kenntnis der eigenen Neigungen, die man sich mit Sattipathana d.h. Achtsamkeit auf seine eigenen psychischen Vorgänge und Reflexmuster erarbeiten muss, im 21. Jahrhundern darf man das wohl ruhig auch Psychoanalyse nennen.

    @ 2. Abschnitt:

    Ich kann nur für dieses Dasein, dieses mein jetziges Leben sprechen. Ich habe weder Glauben noch Sendungsbewusstsein noch den Anspruch das Leiden anderer zu vermindern. Das muss jeder eigenverantwortlich selber bewerkstelligen, die Lehre Buddhas ist ja bekanntlich für jedermann/frau offen und nicht verhüllt.

    Ich bin der Meinung wer sich selber befreit hat, der hilft auch den Anderen, da er sie nicht mehr in ihrer Entfaltung stört.

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    • 23. Januar 2021 um 20:24
    • #25
    mukti:
    Punk:

    Der Titel des Threads wurde von mir leider schlecht gewählt.

    Statt Psychotherapie, das ein Vorhandensein von Krankheit, die geheilt werden soll, suggeriert, sollte besser Psychoanalyse stehen. Dies würde besser meiner Intention der Untersuchung und Erkennen des „Geistes“ entsprechen.

    Also die Arbeitsweise des Geistes zu erkennen ist schon nach der buddhistischen Lehre nicht einfach. Sie nach der Psychoanalyse

    zu erkennen und die Beiden dann miteinander zu vergleichen erfordert schon einen enormen Aufwand. Wozu soll das eigentlich gut sein?

    Ich kann keine Vergleiche anstellen, da ich Psychoanalyse nicht kenne. Ich kam lediglich auf die Idee, dass da eventuell Paralellen bestehen könnten.

    aus eigener Erfahrung habe ich durch Satipatthana einiges über mich, meinen Werdegang meine Eigenheiten, meine Enstellung zu den Eltern etc erfahren. Ich fühle mich in keiner Weise krank und auch mein Umfeld ist nicht dieser Meinung. Allerdings konnte ich dank dieser "buddhistischen" Psychotherapie viel erreichen indem ich viel weniger verletzlich bin, viel toleranter und überhaupt das ganze Leben viel lockerer nehme und trotzdem dezidiert meine Meinung und meine Ansichten vertrete und auch Konflikten nicht aus dem Weg gehe. Ich packe diese nur anders an, wenn man so will, schaffe ich weniger unheilsame Karma wenn ich mich gegen andere behaupte.

Ausgabe №. 135: „Achtsamkeit und Aktivismus"

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