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Tibetischer Buddhismus „Selbststudium“ Hilfe

  • Yasuo
  • 5. April 2020 um 22:53
  • Zum letzten Beitrag
  • Yasuo
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    5. April 2020
    • 5. April 2020 um 22:53
    • #1

    Hallo liebes Forum


    ich bin Neu hier. Ich habe aber schon oft passiv diverse Threads gelesen.

    Meine Frage/Bitte um Hilfe an Euch:

    Ich habe mir vorgenommen, mich mal strukturiert in den Tibetischen Buddhismus einzulesen ( Mir einen guten Überblick über die Theorie und Praxis zu verschaffen). Welche Literatur/Bücher und in welcher Reihenfolge könnt Ihr mir empfehlen? Ich habe mich schon Oberflächlich mit der Lehre Buddhas befasst ( Vier edle Wahrheiten etc). Ich will trotzdem von vorne strukturiert in die tibetisch Buddhistische Lehre und Praxis einsteigen. Da es momentan durch den Corona Virus keine Option ist einfach in ein Zentrum (sofern man ein passendes findet...) zu marschieren, will ich mich zuerst mal selber mit der Theorie befassen und praktiziere momentan einfach Achtsamkeitsmeditation. Ich hoffe Ich konnte mich verständlich ausdrücken und wäre um Hilfe sehr dankbar


    INO

  • void 5. April 2020 um 22:55

    Hat das Thema freigeschaltet.
  • user9999
    Gast
    • 6. April 2020 um 00:15
    • #2

    Huhu INO,

    hier ist eine Seite von einem deutschen Dharma-Lehrer, die sehr viele Textressourcen zu den verschiedenen Themen des tibetischen Buddhismus, da kannst du mal stöbern:

    Allgemeine Unterweisungen - Mediathek

    Ansonsten, wenn es praxisorientiert sein soll:

    Gendün Rinpoche: Herzensunterweisungen eines Mahamudra-Meisters

    Inhaltsverzeichnis

    Von Gendün Rinpoche findest du auch sehr gute einführende Schriften bei Bodhisattva-Training. Wenn du ein bißchen herunterscrollst, findest du den Punkt: "Unterweisungen von Gendün Rinpoche", wo sich zu den unterschiedlichen Themen PDF-Dokumente herunterladen lassen.

    "Das Herzjuwel der Erleuchteten" von Dilgo Khyentse Rinpoche

    Ein Text, der sich mit Avalokiteshvara und dem Mantra Om Mani Peme Hung beschäftigt. Dieses Buch ist ein Text von Patrul Rinpoche, einem großen tibetischen Meister, kommentiert von dilgo Khyentse Rinpoche.

    Und zu guter Letzt noch ein Buch über die 8 weltlichen Dharmas von Lama Zopa Rinpoche, zur freien Verfügung:

    german_translation_how_to_practice_dharma.pdf

    Edit: Ich habe Tenzin Palmo völlig vergessen. Eine Britin, die 12 Jahre in einer Höhle im Himalaya Retreat gemacht hat. Sie hat viel zu sagen und tut es glücklicherweise auch:

    "Das Licht, das keinen Schatten wirft" von Vicky McKenzie, das ist ihrre Biografie

    "Weibliche Weisheit vom Dach der Welt" von Tenzin Palmo (schrecklicher Titel, dennoch ein tolles Buch. Leseprobe kannst du dir als Pdf beim arbor-Verlag herunterladen).

    Es gibt noch einige andere von ihr, aber ich will hier nicht so spammen. :grinsen:

    Einmal editiert, zuletzt von user9999 (6. April 2020 um 00:22)

  • Yasuo
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    • 6. April 2020 um 11:53
    • #3

    Vielen Dank an euch beide, für die ausführlichen Antworten! 😄
    Da habe ich schon einiges an „Material“ zusammen.
    Die verschiedenen Schulen.. Muss ich beim Einlesen/studieren irgendwie aufpassen, das ich möglichst bei einer Schule bleibe? Z.B Gelug. Sprich verwirrt es einen, wenn man Die Schulen nicht beachtet bei der Lektürenwahl?

    Lg INO

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    • 6. April 2020 um 12:59
    • #4

    das ist für die Grundlagen des Mahayana- Buddhismus kein Problem. Es macht auch einfach Sinn, etwas von dem zu lesen, was dir hier Freunde empfohlen haben. Damit du jemanden hast der das kennt, was du liest.

  • Lucky Luke
    Gast
    • 6. April 2020 um 14:53
    • #5

    Als Ergänzung kann ich die Hörbücher vom Dalai Lama empfehlen, zum Beispiel "Das Buch der Menschlichkeit".

  • Yasuo
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    5. April 2020
    • 7. April 2020 um 15:52
    • #6

    Vielen lieben Dank euch allen. Ich werde mich mal durcharbeiten :)

  • User13144
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    • 14. November 2020 um 11:34
    • #7

    Sehr interessant was ihr hier dem Ersteller erklärt hat. Da werde ich auch das eine oder andere mitnehmen um mein Wissen zu verbessern.

    Das was mir eigentlich noch fehlt ist eine Lernreihenfolge. Denn momentan lese ich ja das Buch: Ein Buddha aus dem Bücherschrank / Einführung in den Buddhismus was ich von @Monikadie4. Bekommen habe. Aber eine Reihenfolge wie man was macht, das hab ich nicht wie:


    Wann seinen Lehrer suchen!

    Wann mit dem praktizieren beginnen!

    Meditation wann und wie richtig im Buddhismus einsetzen und verwenden!

    Usw.
    Momentan besteht es bei mir nur aus: Buch lesen!

    Klar hab ich keinen Zwang zu lernen oder das ich es in einer bestimmten Zeit lernen und machen muss.
    Aber einen Aufbau Plan wie vor, wäre hilfreich.

    Ziel ist: Buddhismus richtig zu verstehen, zu meditieren und zu praktizieren mit allem was dazu gehört!


    Wer mag, kann mir ja mal einen Aufbau Plan an die Hand geben wo ich mich vielleicht etwas danach richten kann.

    3 Mal editiert, zuletzt von User13144 (14. November 2020 um 11:45)

  • User13144
    Gast
    • 14. November 2020 um 12:53
    • #8
    mkha':
    Buddhaschickle:

    Wann seinen Lehrer suchen!

    Wann mit dem praktizieren beginnen!

    Meditation wann und wie richtig im Buddhismus einsetzen und verwenden!

    Usw.
    Momentan besteht es bei mir nur aus: Buch lesen!

    Hallo @Buddhaschickle, ich bin mir sicher, Dir das irgendwo schon einmal geschrieben zu haben .... Ich meine, im Zusammenhang mit Deinen Fragen betreffs der Zuflucht ... LG mkha'

    (Darf ich Dir einen Vorschlag machen? Nimm Dir bei Gelegenheit mal die Zeit, Dir ein Zettelkästchen anzulegen, die bisher erhaltenen Antworten durchzulesen, und das für Dich Wichtige nach Themen in das Kästchen zu sortieren. )

    LG mkha'

    Alles anzeigen

    Das kann ich gerne machen. Ich kann ja sehen, welche Threads ich erstellt habe, wo Hilfestellungen ja schon erhalten sind. Da gebe ich dir auch recht, denn wenn ich mir das notiere, dann hab ich es falls es mal unübersichtlich wäre, dann müsste ich nur nach dem begriff suchen.

  • Wetering
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    • 17. Februar 2026 um 07:46
    • #9

    Nalandabodhi Studienmaterial 

  • verrückter-narr
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    • 20. Februar 2026 um 20:32
    • #10

    ich empfehle eines der Grundlagenwerke aus den jeweiligen Traditionen:

    Dzogchen: Die Geheimen Dakini-Lehren – Padmasambhavas mündliche Unterweisungen der Prinzessin Tsogyal

    Die Geheimen Dakini-Lehren - Padmasambhavas mündliche Unterweisungen der Prinzessin Tsogyal - WANDEL VERLAG berlin
    Ein Juwel der tibetischen Weisheitsliteratur. Die zunächst nur im Geheimen & unter Eingeweihten überlieferten Lehren des Begründers des Tibetischen Buddhismus…
    www.wandel-verlag.de

    Nyinmapa: Patrul Die Worte meines vollendeten Lehrers.

    Die Worte meines vollendeten Lehrers | Arbor Verlag

    Kagyu: Gampopa Juwelenschmuck der Befreiung

    Der kostbare Schmuck der Befreiung – Spiritwiki

    Gelug: Tsongkhapa Große Darlegung der Stufen auf dem Pfad zur Erleuchtung

    Lamrim Texts – Deutsch – Jangchup Lamrim
    Kadam: Atische Lampe auf dem Pfad zur Erleuchtung

    Eine Lampe auf dem Pfad zur Erleuchtung – Spiritwiki

    Sakya: Taking the Result as the Path: Core Teachings of the Sakya Lamdre Tradition

  • Anandabodhi
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    • 27. März 2026 um 12:32
    • #11

    Ich hätte große Lust, in einer Lerngruppe eines der vorgenannten Bücher durchzuarbeiten, z.B. die Geheimen Dakini-Lehren.

  • Online
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    • 14. Mai 2026 um 09:27
    • #12

    Hallo Yasuo ,

    ich kann Dir "Grundlagen Tibetischer Mystik" empfehlen von Lama Anagarika Govinda, das kann man zum Beispiel hier bestellen:

    „grundlagen tibetischer mystik“ – Bücher gebraucht, antiquarisch & neu kaufen
    Grundlagen tibetischer Mystik - Om Mani Padme Hum.
    www.booklooker.de


    Was den Tibetischen Buddhismus betrifft, da habe ich mit diesem Buch angefangen, bevor ich dort Kontakt gesucht habe.

    Leider gibt es den Orden von Lama Anagarika Govinda, Arya Maitreya Mandala, kaum noch in Aktivität, er hat sich weitestgehend aufgelöst. Einen anderen, aktiven Zweig von seinem Orden findest Du jedoch bei der leitenden Lehrerin Vajramalâ (Sabine Thielow), in Überlingen am Bodensee, sie lehrt sehr authentisch und ist sehr kompetent.

    Aktiv für einen lebendigen Buddhismus
    Am 7. April 2025 wird Vajramala 80 Jahre alt In den vergangenen 50 Jahren hat sich Vajramala aktiv am buddhistischen Leben in Deutschland beteiligt – oft…
    buddhismus-deutschland.de


    Ich selbst habe mich vom früheren Orden Arya Maitreya Mandala, dem erstgenannten, abgelöst, und wechselte zu den Karma-Kagyüs unter Karmapa Orgyen Trinley Dorje. Musste aber leider feststellen, dass man dort nicht von den Grundlagen an aufwärts lernt, wie ich es gewohnt war. Die meisten Mitglieder und Besucher, die ich dort kennenlernte, kannten sich mit den Grundlagen überhaupt nicht aus und man gewann den Eindruck, dass sie sich mehr oder weniger, was die Praxis betraf, sich das eine oder andere aus der bunten Palette ausgesucht hatten, ohne eine klare Linie zu haben, bzw. die Ausdrücke von Bewusstseinsqualitäten usw. von der Pike auf zu kennen.

    Darum empfehle ich nach wie vor obengenanntes Buch, das ist der Klassiker.


    Ein weiteres wunderbares Buch ist dieses hier:

    "Gleich dem Lotos" von Eugen Schnurr. Auch dieses ist noch second hand erhältlich:

    Aktiv für einen lebendigen Buddhismus
    Am 7. April 2025 wird Vajramala 80 Jahre alt In den vergangenen 50 Jahren hat sich Vajramala aktiv am buddhistischen Leben in Deutschland beteiligt – oft…
    buddhismus-deutschland.de

    Nach meiner Erfahrung und Dafürhalten ergänzen sich beide Bücher gegenseitig, und das ist mir sehr wertvoll.


    Das Studium der beiden Bücher ist allerdings etwas anspruchsvoll.

    Doch es lohnt sich, durch intensives sich damit Beschäftigen ein durchblickbares Grundgerüst aufzubauen, denn daraus kann man sich alle bildhaften Formationen von Bewusstseinsqualitäten ableiten.

    Man versteht dann den Tibetischen Buddhismus viel besser von innen her, und aufgrund seiner Aspekte versteht man, dass dies nicht nur für Anhänger des Tibetischen Buddhismus, sondern für alle Menschen gültig ist.

    Verlange nicht, dass alles so geschieht, wie du es wünschest,
    sondern wolle, dass alles so geschieht, wie es geschieht,
    und es wird dir gut gehen.
    Epiktet

  • Yasuo
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    • 14. Mai 2026 um 11:00
    • #13

    Vielen Dank Amdap


    Aber mein Post ist sechs Jahre alt😅

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    • 14. Mai 2026 um 18:22
    • #14
    Yasuo:

    Vielen Dank Amdap


    Aber mein Post ist sechs Jahre alt😅

    Ist mir schon klar.

    Aber hier lesen ja so viele Andere mit, die sollen doch nicht in die Röhre gucken.

    Verlange nicht, dass alles so geschieht, wie du es wünschest,
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    • 14. Mai 2026 um 18:29
    • #15

    In Antwort Nr. 12 ist leider ein Fehler aufgetreten, Vajramala erscheint da versehentlich 2 Mal.

    Stattdessen sollte der letzte (dritte) Link dieser hier sein:

    „gleich dem lotos“ – Bücher gebraucht, antiquarisch & neu kaufen
    Gleich dem Lotos. Aufbau und Symbolik des tibetischen Mandala.
    www.booklooker.de


    Ein wirklich sehr lesenswertes Buch und absolut top, wenn es darum geht, es zusammen mit "Grundlagen Tibetischer Mystik" durchzuarbeiten.


    Yasuo , wie ist es Dir denn seit Eingabe Deines Posts vor sechs Jahren in der Zwischenzeit ergangen, bist Du fündig geworden?

    Verlange nicht, dass alles so geschieht, wie du es wünschest,
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    • 15. Mai 2026 um 08:09
    • #16
    verrückter-narr:

    ich empfehle eines der Grundlagenwerke aus den jeweiligen Traditionen:

    Dzogchen: Die Geheimen Dakini-Lehren – Padmasambhavas mündliche Unterweisungen der Prinzessin Tsogyal

    https://www.wandel-verlag.de/die-geheimen-dakini-lehren/

    Nyinmapa: Patrul Die Worte meines vollendeten Lehrers.

    Die Worte meines vollendeten Lehrers | Arbor Verlag

    Kagyu: Gampopa Juwelenschmuck der Befreiung

    Der kostbare Schmuck der Befreiung – Spiritwiki

    Gelug: Tsongkhapa Große Darlegung der Stufen auf dem Pfad zur Erleuchtung

    Lamrim Texts – Deutsch – Jangchup Lamrim
    Kadam: Atische Lampe auf dem Pfad zur Erleuchtung

    Eine Lampe auf dem Pfad zur Erleuchtung – Spiritwiki

    Sakya: Taking the Result as the Path: Core Teachings of the Sakya Lamdre Tradition

    Alles anzeigen

    Deine Empfehlung macht mir ziemliche Bauchschmerzen.


    Zum erstgenannten Buch (Geheime Dakini-Lehren...):

    es ist eigentlich keine Einführung in den tibetischen Buddhismus, sondern ein fortgeschrittener Vajrayana-/Dzogchen-Text der Nyingma-Tradition.

    Das Buch enthält Unterweisungen über: Natur des Geistes, Guru-Yoga, Dakinis, tantrische Meditation und spontane Befreiung und Erkenntnis.

    Der Stil ist symbolisch, poetisch, esoterisch und oft absichtlich knapp und rätselhaft.

    Das Problem für Anfänger ist, dass der Text das gesamte symbolische Grundystem bereits voraussetzt: Mandala-Struktur, Buddha-Familien, Kaya-Lehre, tantrische Visualisation und Bedeutung der Gottheiten. Diese Grundlagen werden hier kaum erklärt!

    Dadurch kann bei Neulingen leicht der Eindruck einer faszinierenden, aber unübersichtlichen mystischen Welt entstehen, ohne dass die innere Struktur verstanden wird.


    Genau darin liegt der Unterschied zu "Grundlagen Tibetischer Mystik":

    Lama Anagarika Govinda versucht zuerst die symbolische „Grammatik“ des Vajrayana verständlich zu machen, während die „Dakini-Lehren“ diese bereits voraussetzen.


    Zum zweitgenannten: "Die Worte meines vollendeten Lehrers":

    das ist ein klassischer Nyingma-Text zu den vorbereitenden Übungen (Ngöndro). Es behandelt Vergänglichkeit, Karma, Samsara, Zuflucht, Bodhicitta, Reinigung, Guru-Yoga und die Motivation zur Praxis.

    Der Schwerpunkt liegt auf: Hingabe, ethischer Ausrichtung und innerer Umkehr zur spirituellen Praxis. Ebenso wie beim erstgenannten werden die symbolischen Grundlagen des Vajrayana nicht genannt: Mandala-Struktur, Buddha-Familien, Kaya-Lehre, tantrische Visualisation und psychologische Bedeutung der Gottheiten.

    Für Anfänger kann das inspirierend wirken, aber auch wie eine Sammlung intensiver religiöser Übungen ohne sichtbare Gesamtarchitektur.


    Desweiteren: "Juwelenschmuck der Befreiung" von Gampopa, das ist ein systematischer Stufenweg-Text der Kagyü-Tradition.

    Er beschreibt den gesamten buddhistischen Pfad: menschliche Existenz, Vergänglichkeit, Karma, Bodhicitta, Meditation, Bodhisattva-Weg, Erwachen, und der Stil ist klar und lehrhaft, und zugleich klösterlich und philosophisch geordnet.

    Das Buch vermittelt hervorragend Ethik und Pfadstruktur, erklärt aber kaum die innere Symbolwelt des tantrischen Buddhismus.
    Für Anfänger daher eher ein Lehrsystem als ein Zugang zur Vajrayana-Symbolik.


    Als Nächstes empfiehlst Du "Die große Darlegung der Stufen des Pfades zur Erleuchtung", das ein monumentales Grundlagenwert der Gelug-Tradition ist ("Lamrim Chenmo"). Es behandelt Ethik, Meditation, Leerheit, Bodhicitta und buddhistische Philosophie in großer analytischer Tiefe.

    Wie bei den Gelugs üblich, liegt der Schwerpunkt auf: Logik, Erkenntnistheorie und systematischer Schulung des Geistes. Hier stehen archetypische Symbolik, Mandalas, tantrische Bildsprache und psychologische Deutung der Gottheiten weniger im Vordergrund.

    Für philosophisch Interessierte hat es großes Gewicht, für Anfänger allerdings ist es oft anspruchsvoll und zu abstrakt.


    Dann folgt bei Dir: "Eine Lampe auf dem Pfad zur Erleuchtung" aus der Kadam-Tradition.

    Es ist hier ein kurzer Grundtext der Kadam-Tradition und Ursprung vieler späterer Lamrim-Systeme. Er ordnet den buddhistischen Weg stufenweise nach Motivation und geistiger Entwicklung.

    Das Werk ist sehr knapp, strukturell, und eher ein Gerüst als eine ausführliche Einführung. Es setzt Erklärungen durch Lehrer voraus und vermittelt kaum die symbolische oder meditative Tiefenstruktur des Vajrayana.


    Für das letztgenannte, englischsprachige Buch: "Taking the Result as the Path: Core Teachings of the Sakya Lamdre Tradition" habe ich mir eine Zusammenfassung auf Deutsch geben lassen, da mein Englisch nicht so fließend ist, dass ich es ohne Anstrengung gut und angenehm lesen könnte. Wenn ich diese Zusammenfassung nochmals zusammenfasse, so kann sie lauten:

    es behandelt Hevajra-Tantra, Einheit von Samsara und Nirvana, Vajrayana-Sichtweise und subtile Meditationen.

    Naheliegend ist der Stil eher: esoterisch und dicht, initiationsbezogen und stark symbolisch.

    Solches ist für Anfänger ebenfalls meist ungeeignet, weil nahezu die gesamte tantrische Symbolsprache bereits vorausgesetzt wird.


    ------------------------------------


    Und jetzt wiederhole ich mich, denn mir ist wichtig, hervorzuheben, dass das Buch "Grundlagen Tibetischer Mystik" dagegen eine Sonderstellung hat, da Lama A. Govindas Buch zuerst erklärt, was die traditionellen Texte meist voraussetzen:

    die innere Struktur des Mandalas, die fünf Dhyani-Buddhas, Bewusstseinsqualitäten, Symbolsprache, die psychologische Funktion der Gottheiten, die Kaya-Ebenen, den Zusammenhang von Meditation, Vision und Bardo.

    Dadurch entsteht überhaupt erst eine innere Landkarte, innerhalb derer die anderen Bücher sinnvoll eingeordnet werden können. Darum wirkt das Buch für viele westliche Leser bis heute wie ein eigentliches Grundlagenwerk des Vajrayana — auch wenn traditionelle Schulen es oft nicht als klassisches Lehrbuch ansehen würden.


    Und das Buch: "Gleich dem Lotos" von Eugen Schnurr, hier wiederhole ich mich (siehe meine vorherigen Post Nr.12 und 15), zugleich mit anderen Worten, ergänzt Govinda in einer wichtigen Hinsicht: Es macht den inneren Erfahrungs- und Entwicklungsweg oft menschlicher, zugänglicher und existenzieller nachvollziehbar.

    Die Kombination beider Bücher kann tatsächlich helfen, sowohl die symbolische Architektur, als auch die innere Praxisdimension zusammenzusehen.


    ------------------------------------


    Und jetzt, liebe[r] Yasuo , nochmals meine Frage: bist Du in den letzten Jahren denn diesbezüglich weitergekommen? Oder hast Du es aufgegeben?

    Verlange nicht, dass alles so geschieht, wie du es wünschest,
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  • Yasuo
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    • #17

    Hallo Amdap


    Weitergekommen, im “Ganzen” auf jedenfall.

    Nur, dass Ich eher im Zen Zuhause war. Ich habe einen sehr “rationalen” analytischen Geist. Mich zieht es aber irgendwie immer wieder Richtung tib. Buddhismus, aber mein Geist zerlegt schnell konzepte, die ihm unlogisch/nicht beweisbar etc vorkommen.

    Und die Zugänglichkeit, wie du in deinen Post oben beschrieben hast, ist auch schwierig. Ich möchte ein “system” etc verstehen und nicht einfach etwas rauspflücken und keine Karte vom gesamten Weg/Hintergrund haben.

    Dann noch einen Qualifizierten lehrer zu finden…Ich praktiziere momentan alleine, und habe eine grosse Skepsis gegenüber Personen die sich “erhöhen” (Nicht das das auf alle Lehrer zutrifft.).

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    Amdap
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    • 15. Mai 2026 um 12:38
    • #18
    Yasuo:

    Hallo Amdap


    Weitergekommen, im “Ganzen” auf jedenfall.

    Nur, dass Ich eher im Zen Zuhause war. Ich habe einen sehr “rationalen” analytischen Geist. Mich zieht es aber irgendwie immer wieder Richtung tib. Buddhismus, aber mein Geist zerlegt schnell konzepte, die ihm unlogisch/nicht beweisbar etc vorkommen.

    Und die Zugänglichkeit, wie du in deinen Post oben beschrieben hast, ist auch schwierig. Ich möchte ein “system” etc verstehen und nicht einfach etwas rauspflücken und keine Karte vom gesamten Weg/Hintergrund haben.

    Dann noch einen Qualifizierten lehrer zu finden…Ich praktiziere momentan alleine, und habe eine grosse Skepsis gegenüber Personen die sich “erhöhen” (Nicht das das auf alle Lehrer zutrifft.).

    Hallo Yasuo , ich kann Dich sehr gut verstehen.


    Ein analytischer Geist ist sehr wichtig, denn man sollte, mit welchem Meditationsobjekt auch immer man arbeitet, dieses erstmal analytisch angehen. Auch bei mir ist die Neigung dazu sehr ausgeprägt. Aus meiner Sicht ist es sowohl natürlich als auch logisch, so vorzugehen.

    Nichtsdestotrotz ist das auch die ausgeprägteste Vorgehensweise bei den Gelugs, des jüngsten Hauptzweigs im Tibetischen Buddhismus. Zugleich ist dort der kontemplative Aspekt von gleichem Gewicht, und es wird empfohlen, das Objekt zuerst analytisch und daraufhin kontemplativ anzugehen. Aber nicht nach starren Vorgaben, sondern so, wie es sich zeigt und wie man selbst darauf reagiert.

    So kann es sein, dass man bei einer Meditation nur analytisch, oder nur kontemplativ vorgeht. In den meisten Fällen wird es aber eine Kombination von beidem sein. In den fachspezifischen Büchern des Dalai Lama (ich meine hier wirklich die anspruchsvollen fachspezifischen, nicht die populäre Leichtlektüre) kann man das sehr gut nachlesen. In diesem Zusammenhang behandelt er auch die dabei auftretenden Vertiefungszustände und Störungen, beispielsweise spricht er über sehr grobes, grobes, mittleres, feines und äußerst feines Absinken.

    Ich könnte mir vorstellen, dass daher die Gelug-Linie für Dich die interessanteste sein könnte.


    Mach Dir keine Gedanken, einen qualifizierten Lehrer finden zu müssen.

    Du musst gar nichts.

    Ich bin jetzt fast 71 und mir ist es in Jahrzehnten nicht gelungen, obwohl ich schon mit 13 Jahren angefangen habe, mich mit Buddhismus zu beschäftigen. Damals interessierte ich mich am meisten für Theravada, und kurz darauf für Zen, besonders die scheinbar unlösbaren Koans - da war ich immer noch unter zwanzig.

    Inzwischen suche ich schon lange nicht mehr nach einem Lehrer und weiß intuitiv genau, dass ich mir selbst mein eigener Lehrer bin. Alle Lehrer, die ich in meinem Leben traf, hatten entweder eigene Vorstellungen, oder wir redeten stets aneinander vorbei, oder beides. Jetzt dagegen bin ich froh, frei zu sein. Es ist kein Makel, ganz im Gegenteil.

    Es hilft sogar, besser im Takt zu bleiben.


    Inzwischen beruhigt es meinen Geist, wenn ich mich mit Fragen der Astrophysik beschäftige, und deren neueste Erkenntnisse, soweit es mein laienhafter Geist erfassen kann, und ich da gewisse Parallelen zum Buddhismus finde, zur buddhistischen Philosophie. Das ist übrigens auch das Interessengebiet des Dalai Lama.

    Der Gedanke, selbst ein Teil dieses unendlichen Alls zu sein, ohne zu wissen, ob dieses überhaupt existiert, macht mich frei und glücklich, und dazu brauche ich keinen Lehrer, der mir sicherlich was anderes "einimpfen" will als diese Erkenntnis.....


    Trotzdem muss ich noch mal auf meine Buchempfehlung zurückkommen.

    Ich habe noch kein einziges Buch zum Thema "Tibetischer Buddhismus" gefunden, das dem Buch "Grundlagen Tibetischer Mystik" von Lama Anagarika Govinda gleichkommt, und ich weiß, wovon ich rede.

    Nimm Dir, und damit spreche ich natürlich alle an, die das hier mitverfolgen, die Zeit und Geduld, meinen Post Nr. #16 gründlich zu lesen.

    Es ist wirklich das einzige Buch in diesem Bereich, und damit wiederhole ich mich erneut, weil es so wichtig ist und ohne zu übertreiben, welches die Grundlagen der ganzen Symbolik, der Mystik, der Gottheitenpraxis, der Kayas usw. als durchschaubares Grundgerüst sauber darstellt. Erst, wenn man dieses durchstudiert und verstanden hat, ist man imstande, mit den anderen Büchern, die beispielsweise verrückter-narr empfohlen hat, und vielen anderen mehr, etwas anfangen zu können.

    Es ist wirklich schade, dass es das einzige Buch dieser Art (in Jahrzehnten!) geblieben ist.

    Es gibt ja auch viele Bücher von Tibetisch-buddhistischen Autoren, die eher von psychologischer Natur sind, die meine ich nicht, wenn ich sage, dass man sie nicht lesen soll, bevor man die Grundlagen kennt. Selbstverständlich kann man solche lesen, auch da gibt es viel gute psychologische Lektüre, und da fällt mir als Erstes ein: "Spirituellen Materialismus durchschneiden" von Tschögyam Trungpa. Solchen Inhalts-Typus berührt das nicht.

    Aber wenn es um die Klassiker geht von Gampopa, Tsongkapa, Patrul Rinpoche, wie von verrückter-narr genannt, dann wird es knifflig und nicht mehr durchschaubar, wenn man die Grundlagen nicht kennt, das also sind keinesfalls Einsteiger- und Schnupperbücher in puncto Tibetischer Buddhismus. Davon sollte man die Finger lassen.

    Wer es ernst meint und meinen Tipps folgt, der versteht, wovon ich spreche.


    Ich wünsche Dir und allen anderen Lesern hier viel Erfolg!

    Verlange nicht, dass alles so geschieht, wie du es wünschest,
    sondern wolle, dass alles so geschieht, wie es geschieht,
    und es wird dir gut gehen.
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  • Yasuo
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    • 15. Mai 2026 um 21:55
    • #19

    Liebe Amdap


    Vielen Dank für das schildern deiner Erfahrungen.

    Wie praktizierst du denn aktuell? (Welche Richtung etc)

    Du hast mein Interesse, die Hintergründe zu verstehen, geweckt :)

    Hab mir jetzt mal das Buch von Govinda geholt (Kindle)


    Lg Yasuo

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    Amdap
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    • 16. Mai 2026 um 07:44
    • #20

    Hallo Yasuo ,


    ich freue mich riesig, dass Du auf meine Posts reagiert hast und nachfragst.

    Und vielen Dank für Dein Vertrauen! Dass Du meine Hinweise ernst nimmst und Dir sogar das Buch "geholt" hast!


    Wenn ich über meinen spirituellen Weg sprechen würde, könnte es ein ganzer Roman werden angesichts des langen Lebenslaufs. Und da ich gern und viel schreibe, fällt es mir gewissermaßen ein wenig schwer, mich kürzer zu fassen.

    Aber ich bemühe mich!

    Zuerst beantworte ich unmittelbar Deine Frage:

    Seit 10 Jahren praktiziere ich nicht mehr durch klassisches Sitzen, das habe ich aufgegeben. Der Auslöser, das waren äußere Umstände: ich lebte mit meiner Mutter zusammen und sie wurde zunehmend dement - es ging einfach nicht mehr. Zuerst sah ich das als Verlust, aber im Nachhinein betrachtet war das ein Segen, denn nun blieb mir nur noch das "Sein an sich", die Verarbeitung der Sinneseindrücke, die Reflexe, die Geistesvorgänge und dergleichen. Das "Von jetzt auf gleich", die eigentliche Präsenz, um die es geht. Das ist die Zusammenfassung von schon allem, bzw. Allem. Als dann meine Mutter ins Pflegeheim kam, hätte ich wieder mit "Sitzen" anfangen können, hatte aber inzwischen erkannt, dass diese Form, ohne zu sitzen, für mich die Essenz ist. Dann starb sie vor 6 Jahren - ich hatte hier keine Verpflichtungen mehr und konnte meine Praxis auf diese Weise erkennend vertiefen und bin vollkommen davon überzeugt. Kein Lehrer hat mich dazu gebracht, darauf bin ich von selbst gekommen. Man kann aber auch sagen, dass das unmittelbare Leben der eigentliche Lehrer ist.


    Ich habe weiter oben erklärt, dass ich früher Mitglied im Orden "Arya Maitreya Mandala" war, der von Lama Anagarika Govinda einst gegründet wurde. Genauer gesagt, ich war in der Anwärter-Phase, also Ordenskandidatin. Der Orden hatte sich schon vor meinem ersten Kontakt in zwei "Linien" gespalten, die inhaltlich aber sehr nah beieinander standen. Ich war in der Linie, die sich Anfang der 2000er-Jahre aufgelöst hat (ist bei der DBU nur noch eine Karteileiche), die andere Linie wird von Vajramalâ geführt, Stammsitz: Überlingen am Bodensee, siehe oben. Ich wechselte nicht nach dort, denn ich wohne in der Nähe von Hamburg, und so eine weite Entfernung schien mir nicht sinnvoll. Darum suchte ich mir eine traditionelle Tibetisch-buddhistische Linie, und meine Wahl fiel auf die Karma-Kagyü-Linie unter Orgyen Thrinley Dorje (17. Karmapa).

    Dort erlebte ich eine seltsam anmutende Überraschung: meine bisherigen Erfahrungen waren überhaupt nicht von Interesse, und jeder, der da ernsthaft einsteigt, muss mit dem Ngöndro (bitte googeln) anfangen, egal was er/sie da schon "mitbringt". Man macht da keine Unterschiede, nach meiner Erfahrung. Mir kam das vor wie ein Rückschritt, aber ich bemühte mich, alles mitzumachen, und zumindest der sportliche Aspekt der Niederwerfungen hat ja auch was Positives. Das Ngöndro besteht im Wesentlichen aus vier Teilen, die man bewältigen muss. Als ich bei der Mandala-Opferung angekommen war, hatte ich wegen der Widersprüche so viele Fragen, dass ich den Lehrer anscheinend überfordert hatte, so dass er nichts mehr dazu sagte und mir nur noch vorschrieb, "Guru-Yoga" zu praktizieren, allerdings ohne mich im Detail anzuweisen und es zu erklären (hätte mir das anlesen müssen, denn der Lehrer "knöpfte sich zu"). Das blockierte mich, und ich hörte mit all dem auf.

    Bei den Gelugs übrigens, da steht das Ngöndro nicht so im Vordergrund, sondern vielmehr das Lamrim (bitte googeln).


    Was diese persönliche Praxis betrifft, da sollte dieser mein Bericht erstmal genügen.

    Zu sagen ist aber noch allgemein, dass die Traditionstibeter mittel- bis sehr lange Pujas zelebrieren, was ziemlich anstrengend werden kann, weil man die ganze Zeit vor den Blättern sitzt und die in lateinische Schrift transkribierte tibetische Ritualsprache mitrezitieren muss, da bleibt überhaupt keine Zeit für innere Einkehr. Man muss auch die ganze Zeit aufpassen, wann es "dran" ist, mit der Glocke (Ghanta) zu läuten, sowie die Opferungsmudras (bitte googeln) usw. auszuführen. Die Opferungsmudras kriege ich nie hin, wenn sie dran sind, obwohl ich immer versuchte, entsprechende Videos auf YouTube zu finden und mir das einzuverleiben; da muss ich immer passen, wenn ich dabeisitze - dann starre ich auf die Hände des Lamas und bekomme Stielaugen, und das ist sogar schon aufgefallen.

    Man soll diese Pujas ja auch zu Hause ausführen, aber da würde ich mir vorkommen wie im falschen Film, während ich denke: für wen?!, also tue ich es nicht - jedoch: für Viele ist das die einzige Praxis. - Ich habe einen wunderschönen, breit ausgeführten Schrein hier zu Hause, mit rituell gefüllten (bitte googeln) Statuen, Symbolen und Bildern, und der ist mir sehr wichtig; aber davor steht mein Heimtrainer, und wenn ich Bewegungsmangel habe, trainiere ich auf diesem Fahrrad (und bin so den Buddhas nah).


    Falls Du also in den Tibetischen Buddhismus einsteigen willst, solltest Du alles bedenken.

    Lama A. Govinda hielt übrigens nicht viel vom Ngöndro und auch nicht von der tibetischen Ritualsprache, sie wurde im Orden nicht benutzt, stattdessen waren Pali und Sanskrit die Ritualsprachen der Puja (gelegentlich auch Deutsch), die immer gleich war. Seine Begründungen dazu kannst Du Dir vielleicht denken.... Seine Puja beinhaltet in seiner Reihenfolge die Säulen des frühen Buddhismus, des Mahayana und des Vajrayana, und weist dabei auf die Mandala-Lehre der Dhyani-Buddhas hin. Bei den Traditionstibetern dagegen ist jede Puja auf die jeweilige Gottheit abgestimmt und hat immer Opferungscharakter, wobei die Mandala-Grundlage für den Ausführenden unklar bleibt. Die ganz individuelle Praxis ist da weniger unmittelbar mit der Puja verbunden, als bei den Traditionstibetern.


    Nach wie vor bin ich bei den Karma-Kagyüs, bin sogar zahlendes Mitglied und unterstütze sie darüberhinaus finanziell. Klappt zwar das eine nicht, so klappt doch das andere: die freundschaftliche Verbindung, und die will ich nicht missen, obwohl die analoge Präsenz abgenommen hat (Auslöser war Corona). Wenn ich dann doch mal dort bin, habe ich auch ein Gespräch mit dem Lama (es gibt zwei leitende Lamas dort), aber es ist zwar nett, jedoch oberflächlich. So eine Art Grooming.

    Man muss auch bedenken: wir haben gegenseitig was voneinander. Nicht nur wir sind abhängig von ihnen, sondern sie auch von uns, denn ohne materielle Unterstützung könnten sie einpacken.

    Und der Schmerz, keinen echten Lehrer zu finden, der ist längst vorbei.


    Ich hatte gemutmaßt, dass vielleicht die Gelugs am ehesten was für Dich wären, falls Du Kontakt suchen solltest - aufgrund ihrer philosophisch-analytischen Vorgehensweise.

    Aber vielleicht könnten auch die Nyingmas was für Dich sein, was die innere Praxis betrifft, denn sie pflegen ganz außerordentlich das Dzogchen. Es gibt gewisse Ähnlichkeiten zwischen Zen und Dzogchen.

    Zusammengefasst könnte man dazu sagen, im Vergleich:

    Zen: Erwachen durch radikale Einfachheit und konsequente Praxis.

    Dzogchen: Erwachen durch unmittelbares Erkennen der Geistesnatur.

    Zen wirkt oft: still, nüchtern, leer....

    Dzogchen eher: offen, leuchtend, bewusstseinszentriert.

    Das Ziel ist ähnlich, der "Geschmack" und die Methode unterscheiden sich aber.

    (Übrigens: bei den Karma-Kagyüs steht Mahamudra [bitte googeln] hier im Vordergrund.)


    Haha, so sieht es aus, wenn ich mich "kurz fasse"!!!

    Ich hoffe, es kann trotzdem ein Wegweiser für Dich sein.

    Auf jeden Fall bin ich hier radikal ehrlich.


    Liebe Grüße!

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    • 16. Mai 2026 um 09:02
    • #21

    Amdap wenn ich da mal ganz gezielt nachfragen darf: bei A Govinda wie muss man sich das vorstellen ? Gab’s da dann so eine textsammlung sie so ein Handbuch zu einer katholischen Messe? Oder war das eher so ad hoc zusamengesetzt aus Texten ?

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    Amdap
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    • 16. Mai 2026 um 12:36
    • #22
    pano:

    Amdap wenn ich da mal ganz gezielt nachfragen darf: bei A Govinda wie muss man sich das vorstellen ? Gab’s da dann so eine textsammlung wie so ein Handbuch zu einer katholischen Messe? Oder war das eher so ad hoc zusamengesetzt aus Texten ?

    Es gab ein Begleitheft zum Andachtsritual, dazu ein sehr langes Vorwort von Lama A. Govinda.


    Zur Durchführung der Puja brauchte es einen Zelebranten (Pujari), welcher zusätzliche Aufgaben am Schrein hatte und der Gruppe gegenüber stand.


    Die Puja bestand aus zwei Teilen, der erste hatte mantrischen Charakter, der zweite bestand aus Pali-Texten, die aus dem Theravada-Buddhismus stammen.

    Ich habe weiter oben gesagt, dass die AMM-Puja keine eigentliche Opferungspuja ist wie bei den Traditionstibetern, das stimmt aber nicht ganz.

    Es beginnt tatsächlich mit einem [vierteiligen] Opferungsteil, der allein dem Pujari vorbehalten ist und wozu er auch allein rezitiert. Die vier Teile symbolisieren gleichzeitig die Elemente, es sind:

    Weihrauch, Licht, Blumen und Nahrung. Dieses ist dem eigentlichen Meister, bzw. dem Buddha,

    gewidmet und nicht, wie bei den Traditionstibetern, jeweils einer speziellen Gottheit (wozu es dort auch sieben, nicht vier Opfergaben gibt).

    Dann folgt die Gruppe, die gemeinsam rezitiert:

    1. Verehrung: Namo tassa bhagavato.... usw.

    2. Zuflucht: Buddham saranam gaccami... usw.

    3. Die fünf Silas

    4. Die vier heiligen Wahrheiten

    5. Die drei Merkmale

    6. Das bedingte Entstehen, endet mit: Mula-madyamaka-karika (Ohne Entstehen und ohne Vergehen...usw.)

    7. Der edle achtfache Pfad

    8. Metta-Sutta (10 Strophen)

    9. Vandana (Verehrung der drei Juwelen [das ist relativ lang])

    10. Punnanumodana (Übertragung der Verdienste)

    Anschließend liest eine vorher festgelegte Person aus der Gruppe das Maha-Prajna-Paramita-Hridaya vor,

    so dass alles endet mit dem großen Mantra: Om Gate Gate Paragate Parasamgate Bodhi Svaha.


    Die Teilnehmer aus der Gruppe sind, neben der gemeinsamen Rezitation, nicht ganz inaktiv, auch sie zeigen Mudras, nämlich die Mudras der fünf Dhyani-Buddhas: OM, HUM, TRAM, HRIH, AH.

    Das hat mit Opferungsmudras, wie bei den Traditionstibetern, überhaupt nichts zu tun, sondern symbolisiert die fünf grundlegenden Bewusstseinsqualitäten.

    Schließlich stand das Mandala der Dhyani-Buddhas beim AMM-Orden im Praxis-Mittelpunkt.

    . . . . . . . . . .

    Ich habe anfangs in der Vergangenheit gesprochen und bin dann ins Präsens übergegangen, denn ich gehe davon aus, dass diese Puja in der Gemeinschaft von Vajramala noch genau so zelebriert wird.

    . . . . . . . . . .

    Das Puja-Heft endet mit einer Abhandlung von Lama A. Govinda über die Bedeutung des Gebets im Buddhismus.

    Zum Schluss folgen noch Aussprache-Erklärungen zu den speziellen Zeichen-Buchstaben, und die letzte Seite beschreibt zusammengefasst die Entstehung und Bedeutung des Ordens AMM.

    . . . . . . . . . .

    Lama A. Govinda hat diese Puja selbst entwickelt und erhielt dazu die Erlaubnis seines Gurus Tomo Geshe Rinpoche, dieser gehörte der Gelug-Schule an. Später erhielt L.A.G. allerdings auch Einweihungen aus der Kagyü-Schule.


    -----------------------------

    Anm.: um den angenehmen Textfluss nicht zu stören, habe ich hier nicht gegendert.

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    • 16. Mai 2026 um 18:19
    • #23
    Amdap:

    Bei den Traditionstibetern dagegen ist jede Puja auf die jeweilige Gottheit abgestimmt und hat immer Opferungscharakter, wobei die Mandala-Grundlage für den Ausführenden unklar bleibt. Die ganz individuelle Praxis ist da weniger unmittelbar mit der Puja verbunden, als bei den Traditionstibetern.

    Danke @Amdab für Deinen Erfahrungsbericht!!!


    Was ist den mit den Traditionstibetern gemeint? Sind das traditionelle Schulen im Vergleich zu nicht traditionellen Tibetischen Schulen? Habe das nicht wirklich verstanden und wäre für Deine Aufklärung sehr dankbar.


    _()_

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    • 17. Mai 2026 um 05:45
    • #24
    mooncake:
    Amdap:

    Bei den Traditionstibetern dagegen ist jede Puja auf die jeweilige Gottheit abgestimmt und hat immer Opferungscharakter, wobei die Mandala-Grundlage für den Ausführenden unklar bleibt. [Beim AMM und Nachfolger:] Die ganz individuelle Praxis ist da weniger unmittelbar mit der Puja verbunden, als bei den Traditionstibetern.

    Danke Amdap für Deinen Erfahrungsbericht!!!


    Was ist den mit den Traditionstibetern gemeint? Sind das traditionelle Schulen im Vergleich zu nicht traditionellen Tibetischen Schulen? Habe das nicht wirklich verstanden und wäre für Deine Aufklärung sehr dankbar.


    _()_

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    (Anm.: zum besseren Durchblick meiner Ausführung habe ich hier [im "Kasten im Kasten"] eine kleine Ergänzung in grüner Schrift vorgenommen; meinen Original-Post #22 kann ich ja leider nicht mehr ändern)


    Die traditionellen Tibetisch-buddhistischen Schulen sind schlicht und einfach das, wie sie bezeichnet werden: sie stammen aus dem tibetischen Kulturraum und folgen ihren Traditionen.

    Dabei gibt es in den Linien im Wesentlichen zwei Formen:

    1. das Tulku-System und 2. das Wahl- oder Ernennungssystem.

    Zu Recht kann man das "Linien" nennen, in denen die jeweilige Lehre und Kultur weitergetragen wird, wobei sich im Grunde die Linien in der Kernphilosophie doch nahe stehen, nur sie praktizieren unterschiedliche Schwerpunkte.


    Den Orden Arya Maitreya Mandala kann man aber nicht dazuzählen, da Lama Anagarika Govinda eine kompatible Modifikation für Westler herausgearbeitet hat, wenn auch mit ausdrücklicher Erlaubnis seines Gurus Tomo Geshe Rinpoche. Zugleich hält sich L.A.G. streng an die buddhistischen Grundlagen, andernfalls hätte T.G.R. ihm das alles auch nicht erlaubt.

    Ich habe weiter oben betreffs "Arya Maitreya Mandala" von "zwei Linien" gesprochen, weil mir kein besseres Wort dafür eingefallen ist, weise aber darauf hin, dass die Nachfolger von L.A.G. die Bezeichnung "Linie" vermutlich eher von sich weisen würden.


    -----------------------------------


    Noch eine Anmerkung zu meinem Post Nr. #22:

    So, wie ich es zusammengefasst dargestellt habe, erscheint die Puja des AMM trocken, und streng aufgebaut. Im Grundgerüst ist sie das ja auch, aber ich hebe hier doch hervor, dass sie Spielraum lässt für eigene Ausdrucksform. Wasser und vor allem brennende Kerzen spielen hier eine große Rolle - die Weitergabe von Licht von Teilnehmer zu Teilnehmer, sowie die Verteilung von Prasad. Das ist sehr berührend, und tatsächlich noch tiefempfundener als eine traditionstibetische Puja..

    Verlange nicht, dass alles so geschieht, wie du es wünschest,
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  • Yasuo
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    • 18. Mai 2026 um 07:42
    • #25

    Vielen Dank Amdap für die Einsicht in deine Praxis.


    Ich würde das Buch eher aus Interesse, das System zu verstehen, lesen.

    Wie gesagt, bin im Zen „zu Hause“


    Lg

Ausgabe №. 136: „Liebe & Loslassen"

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