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Die Kunst des Liebens - Die ganze Welt lieben?

  • Neuro
  • 5. Februar 2019 um 22:05
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1. offizieller Beitrag
  • Neuro
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    • 5. Februar 2019 um 22:05
    • #1
    Erich Fromm:

    Liebe ist nicht in erster Linie eine Bindung an eine bestimmte Person. Sie ist eine Haltung, eine Charakter-Orientierung, welche die Bezogenheit eines Menschen zur Welt als Ganzem und nicht nur zu einem einzigen „Objekt“ der Liebe bestimmt. Wenn jemand nur eine einzige andere Person liebt und ihm alle übrigen Mitmenschen gleichgültig sind, dann handelt es sich bei seiner Liebe nicht um Liebe, sondern um eine symbiotische Bindung oder um einen erweiterten Egoismus. Trotzdem glauben die meisten Menschen, Liebe komme erst durch ein Objekt zustande und nicht auf Grund einer Fähigkeit. Sie bilden sich tatsächlich ein, es sei ein Beweis für die Intensität ihrer Liebe, wenn sie außer der „geliebten“ Person niemanden lieben. Es ist dies der gleiche Irrtum, den wir bereits an anderer Stelle erwähnt haben. Weil man nicht erkennt, dass die Liebe ein Tätigsein, eine Kraft der Seele ist, meint man, man brauche nur das richtige Objekt dafür zu finden, und alles andere gehe dann von selbst. Man könnte diese Einstellung mit der eines Menschen vergleichen, der gern malen möchte und der, anstatt diese Kunst zu erlernen, behauptet, er brauche nur auf das richtige Objekt zu warten, und wenn er es gefunden habe, werde er wunderbar malen können. Wenn ich einen Menschen wahrhaft liebe, so liebe ich alle Menschen, so liebe ich die Welt, so liebe ich das Leben. Wenn ich zu einem anderen sagen kann: „Ich liebe dich“, muss ich auch sagen können: „Ich liebe in dir auch alle anderen, ich liebe durch dich die ganze Welt, ich liebe in dir auch mich selbst.“

    Wenn ich sage, die Liebe sei eine Orientierung, die sich auf alle und nicht nur auf einen einzigen Menschen bezieht, so heißt das jedoch nicht, dass es zwischen den verschiedenen Arten der Liebe keine Unterschiede gibt, die jeweils von der Art des geliebten Objekts abhängen.

    Quelle:

    Die Kunst des Liebens

    2. Die Theorie der Liebe

    c) Objekte der Liebe

    Alles anzeigen

    Bin ein begeisterter Fromm-leser, da seine Gedanken so klar und verständlich sind.

    Hm, aber das geht über meinen Verstand hinaus.

    Wie kann man alle Menschen lieben?

    Wie kann man die ganze Welt lieben?

    Welche „Art“ der Liebe ist das?

    Fromm hat auch einen buddhistischen Hintergrund. Ist diese Liebe, über die er schreibt, eine „unaussprechliche“?

  • Aravind
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    • 5. Februar 2019 um 23:05
    • #2
    Neuro:

    Wie kann man alle Menschen lieben?

    Warum nicht? ;)

    Neuro:

    Ist diese Liebe, über die er schreibt, eine „unaussprechliche“?

    Nein, das nennt sich Liebende Güte (Metta), und ist absolut un-bedingt.

    Liebe Grüße, Aravind.

  • Grashuepfer
    Gast
    • 5. Februar 2019 um 23:17
    • #3

    Ich würd sagen, der Zugang dazu ist nicht wirklich ein logischer. Es ist ein Gefühl, eine universelle Offenheit, zu der es verschiedene Wege gibt. Rational

    Man kann es rational beschreiben, ich versuchs mal. Aber ich weise darauf hin, dass das nur eine grobe Erklärung ist, und keinesfalls "Das Ding an sich". Eine Annäherung.

    Für mich persönlich hat sich der Zugang dazu ergeben, als ich mir darüber klar wurde, dass alle Trennungen zwischen Menschen nur an der Oberfläche existieren. So wie... ein Baum zwar Stamm, Krone und Wurzel hat. Aber wenn man hinschaut, und sieht, wo genau hört der Stamm auf und die Wurzel fängt an - welches Molekül gehört zu A, welches zu B? Das kann man nicht sagen, man muss einfach irgendwo eine Trennlinie ziehen, oder sich damit abfinden, dass das nicht so klar auseinanderklamüsert werden kann, und dass es nur Begriffe sind. Dem Baum ist es wurscht, wie man welchen Teil von ihm nennt. Dem Wald ist es egal... und so weiter.

    Und ich hab mich als so einen Ast verstanden, der eigentlich nicht von der Wurzel getrennt ist, der der Baum ist, der Wald... Und somit gilt diese universelle Offenheit aus ganz egoistischen Grünen allen und allem - denn damit finde ich mich mit mir selber ab. Natürlich reg ich mich immernoch über andere Leute auf - aber wenn ich ganz zur Ruhe komme, dann kann ich damit in Kontakt treten. Und ich arbeite daran, dass ich das immer seltener vergesse.

    Weiß nicht, ob das albern klingt. Wie gesagt, das nachzuvollziehen ist einfach, es nachzuerleben ist es wohl nicht. Aber es gibt viele Wege dazu - zum Beispiel Metta-Praxis.

  • kilaya
    Gast
    • 5. Februar 2019 um 23:20
    • #4

    Wenn man den Fokus von der grossen weiten Welt auf den Liebenden verlegt, ist das ganz "einfach". Man kann sein, wie die Sonne, die einfach ohne Unterscheidung auf alles strahlt. ;)

    Dazu muss man aber auch sich selbst vollkommen lieben.

    Stell Dir das mal vor, wie wenn der Kern Deines Wesens Liebe ist. (Auch wenn es in dem Sinne einen ewigen Kern nicht gibt, aber jetzt der Einfachheit halber). Das strahlt dann nach Aussen und überall, wo Du selbst blinde Flecken hast oder etwas an Dir ablehnst, wirft das Schatten und Du kannst diesen Aspekt auch nicht im Aussen lieben. Bist Du aber selbst in Dir völlig klar und im Reinen mit Dir selbst, strahlt die Liebe ganz von selbst ohne Unterscheidung auf alles und jeden.

    Was das dann im Umgang mit den Wesen bedeutet, ist eine andere Frage. Liebe heisst ja nicht zwingend, immer freundlich zu sein. Man hat, buddhistisch gesehen, das höchste Wohl der Wesen im Sinn, also die Erleuchtung, und was ihnen auf dem Weg dahin hilft, ist ein angemessener Ausdruck dieser Liebe.

  • Neuro
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    • 6. Februar 2019 um 00:41
    • #5
    Aravind:

    Warum nicht? ;)

    :clown: :like:

    Aravind:

    Nein, das nennt sich Liebende Güte (Metta), und ist absolut un-bedingt.

    danke

    Spock:

    Imho: Im Reinen sein.

    Klingt gut für mich, danke.

    Grashuepfer:

    Eine Annäherung.

    Große Klasse!

    Vielen Dank!

    Da spürt sich was.

    Wo gibt's mehr davon?

    kilaya:

    blinde Flecken hast oder etwas an Dir ablehnst, wirft das Schatten

    Wäre mir nicht bewusst, dass ich etwas an mir ablehne, aber dennoch ist's ziemlich dunkel hier.

    Aber falls da etwas sein sollte, wie kann ich's ins Bewusstsein bringen?

    kilaya:

    das höchste Wohl der Wesen im Sinn, also die Erleuchtung, und was ihnen auf dem Weg dahin hilft, ist ein angemessener Ausdruck dieser Liebe.

    Beim höchsten Wohl der Wesen bin ich dabei, aber angemessen würde ich oft etwas anderes finden.

    Wenn ich mich dabei beobachte, wie ich Tiere beobachte (die oft ziemliche Ungustl sein können), dann fällt mir auf, dass sich bei mir keine Feindseligkeit entwickelt (außer bei manchen Hunden).

    Wenn ich aber ungustiöse Menschen beobachte, dann tut sich in mir einiges. Auflösen lassen sich diese Gefühle dann meist nur indem ich mich entferne, oder mithilfe von Gedanken sarkastischer Sorte.

  • kilaya
    Gast
    • 6. Februar 2019 um 01:10
    • #6
    Neuro:

    Wäre mir nicht bewusst, dass ich etwas an mir ablehne, aber dennoch ist's ziemlich dunkel hier.

    Aber falls da etwas sein sollte, wie kann ich's ins Bewusstsein bringen?

    Das ist der Knackpunkt - eben genau das verursacht die Projektionen auf die Aussenwelt, was einem nicht bewusst ist. D.h. die Aussenwelt kann auch als ein Spiegel verwendet werden. Natürlich geht das nicht banal 1:1. Es kann auch sein, dass man der leere Spiegel für jemand anders wird.

    Ansonsten ist ja Meditation das buddhistische Mittel der Wahl, wobei man in meiner Tradition eher auf das fokussiert, was man erreichen will, also die Erleuchtung, und nicht so sehr auf das, was einen behindert oder blockiert. Letztlich passiert das dann von selbst. So oder so.

    Noch weiter geht die Methode des Dzogchen, wo man direkt alles als bereits hell und erleuchtet anschaut, zunächst mal indem man innerlich "so tut als ob", was dann jegliche unbewusste Dunkelheit in dem Moment erhellt, wo sie innen oder aussen wahrnehmbar wird.

    Neuro:

    Wenn ich aber ungustiöse Menschen beobachte, dann tut sich in mir einiges. Auflösen lassen sich diese Gefühle dann meist nur indem ich mich entferne, oder mithilfe von Gedanken sarkastischer Sorte.

    Eine Möglichkeit im Sinne Deiner Eingangsfrage wäre eben komplett auf Mitgefühl "umzuschalten". Zumindest innerlich wäre es gut, ganz besonders diesen Menschen alles erdenklich Gute zu wünschen. Aber bevor man möglicherweise negativ handelt, ist es sicherlich besser - und völlig legitim - sich zu entfernen.

  • Festus
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    • 6. Februar 2019 um 05:15
    • #7
    Neuro:

    Wie kann man alle Menschen lieben?

    Wie kann man die ganze Welt lieben?

    Indem man damit anfängt. Schritt für Schritt, einen nach dem anderen.

    Ohne eine lange Zeit grimmiger Kälte,
    die Dir in die Knochen fährt –

    wie könnten die Pflaumenblüten

    dich erfüllen mit ihrem durchdringenden Duft?
    (Obaku)

  • Doris
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    • 6. Februar 2019 um 08:13
    • #8

    Man denkt gerne, dass Liebe ein Gefühl ist. Aber das stimmt nicht.

    Liebe ist eine Haltung.

    Das kann man kann einfach überprüfen:
    Im Zustand des Frisch-Verliebtseins, haben viele den Eindruck, die ganze Welt umarmen zu können. Sie werden sanftmütig und tolerant, herzlich und offen. Die Welt ist aber dieselbe. Es hat sich nur die innere Haltung geändert.

    Verliebtsein hält sich bekanntlich nicht lange, dann verschwindet diese Sichtweise auch wieder.

    Die liebende Haltung ist etwas anders, weil sie nicht rauschhaft ist. Daher ist sie auch stabil und lässt Verwerfungen und Misstöne zu.

    Liebe hat zudem was mit Entscheidung zu tun. Man entscheidet sich für diese Haltung und tritt von den eigenen Verstörungen, den Widerständen, Abneigungen und Neigungen zurück. Das ist wohl eine immer wieder zu erneuernde Entscheidung, zumindest für die meisten Menschen.

    Diese Haltung weitet sich automatisch aus und wird zur Gewohnheit.

    Der Sinn des Lebens besteht darin, Rudolph, dem Schwurkel, den Schnabel zu kraulen.

  • Martin1980
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    • 6. Februar 2019 um 09:00
    • #9

    Die Welt und wir sind nicht getrennt. Liebe ist (auch) verstehen und akzeptieren.

    Ohne eine Quelle kann man nichts verteilen.

    Landet ein Schmetterling auf der Hand, können wir ihn festhalten und damit zerstören.

    Lassen wir die Hand offen, können wir seine Schönheit bewundern und trotzdem kein Leid kreieren.

    Das Sitzen auf dem Kissen ist eigentlich nur eine reinigungspraxis.

    Wir reinigen das Herz und unsere Ansichten. Wenn wir verstehen, dann lassen wir los. Wenn wir loslassen werden wir eins mit den Formen dieser Welt.

    Es bleibt dann nur Frieden übrig.

    Alles Gute!

  • Monikamarie
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    • 6. Februar 2019 um 09:07
    • #10

    "Die Kunst des Liebens" war ein Auslöser für meine Suche, denn das, was ich glaubte, in dem Buch zu finden, fand ich nicht. Statt dessen überzeugten mich seine Gedanken zur Konzentration, die ich seither erfolgreich übte. Das ist nun auch schon wieder über 40 Jahre her. Ein guter Einstieg.

    Im Christentum werden vier Formen unterschieden. Eros, Storge, Philia und Agape. Also die Liebe in der Freundschaft und Familie, die erotische Liebe, die Liebe zum Kind und die unbedingte Liebe.

    Die Liebe, von der Erich Fromm spricht, ist die unbedingte. Diese war mir schon vorher bekannt, denn ich war damals überzeugte Christin. "Liebe Deine Feinde", "Liebe Deinen Nächsten wie Dich selbst".

    _()_

    Einmal editiert, zuletzt von Monikamarie (6. Februar 2019 um 09:14)

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    • 6. Februar 2019 um 09:12
    • #11

    Die „Vier Unermesslichen“

    Bei den „Vier Unermesslichen“ handelt es sich um Liebe, Mitgefühl,

    Freude und Gleichmut.

    ... [Wir] entdecken und kultivieren ... diese Eigenschaften Schritt für Schritt,

    indem wir sie erst für uns selbst entwickeln, dann für geliebte Menschen,

    für neutrale Personen, für Menschen, mit denen wir Schwierigkeiten haben

    und schließlich für alle Wesen.

    Wir nähren und pflegen diese Eigenschaften als ein Ausdruck

    unseres grundlegenden Gutseins.

    (Mingyur Rinpoche)

  • void
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    • 6. Februar 2019 um 10:28
    • Offizieller Beitrag
    • #12

    "Liebe" ist ein ganz schlechtes Wort. Eben weil es von der heftigsten Begierde ( "Liebe machen" /"Verliebtheit") hin über enge Bindungen ( liebende Beziehung) hin zu ganz hehren Sachen (selbstlose Liebe, Altruismus) alles mögliche bezeichnet. Wörter die so weit sind produzieren ganz viele Missverständnisse.

    Fromm meint mit "Liebe", dem anderen wohlwollend zu begegnen und ihn dabei den Raum zu öffnen so zu sein, wie er ist. Das ist eine ziemlich ungewöhnliche Definition. Weil diese Definition ja gar keine enge oder auch nur beiderseitige Beziehung erfordert. Sondern nur dass, man gegenüber dem anderen wohlwollend ist und ihm nicht die eigenen Wünsche und Vorstellung aufzwingt. Auch wenn ich jemanden nicht im geringsten mag - die lästernde Frau die an der Wursttheke beim Rewe arbeitet und immer die Praktikanten schikaniert - kann "Liebe" im Sinn von Fromm einfach bedeuten, dass ich ihr gegenüber wohlwollend und freundlich gegenübetrete und darauf verzichte, sie zu veruteilen und zu verachten. Ich muss dazu keinerlei Beziehung zu ihr haben, ich muss ihren Namen nicht kennen und sie meinen nicht. Während bei der Vorstellung die Frau von der Wursttheke köperlich näherzukommen druchaus Stoff für einen Alptraum ist. Das muß aber nicht sein.

    Ich finde da den Begriff "Liebe" auch garnicht so recht passend- weil man da an innige Beziehungen und emotionale Nähe denkt. Ich finde da das buddhitische Wort "Metta" viel passender und im Deutschen würde ich sagen, dass man allem gegenüber eine Haltung der Freundlichkeit und des Wohlwollens entwicklen kann. Das Wort "Liebe" finde ich da eher pathetisch und kitischig.

    • Nächster offizieller Beitrag
  • kilaya
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    • 6. Februar 2019 um 12:53
    • #13
    Monikadie4.:

    Im Christentum werden vier Formen unterschieden. Eros, Storge, Philia und Agape. Also die Liebe in der Freundschaft und Familie, die erotische Liebe, die Liebe zum Kind und die unbedingte Liebe.

    Oh, Storge kannte ich noch nicht. Ist das die Liebe zum Kind? Weil, Du hast die griechischen Begriffe und die Erklärung nicht in der gleichen Reihenfolge. Daher war das jetzt nach Ausschlussverfahren. ;) Statt "unbedingt" finde ich "bedingungslos" für Agape verständlicher, ich kenne auch die Übersetzung "göttliche Liebe". Ich finde es jedenfalls interessant, wenn die Liebe zur Familie im Allgemeinen eher zu Philia gerechnet wird, und die Liebe zum Kind noch einmal eine andere Form ist. Buddhistisch gesehen sagt man ja auch (bei den Tibetern) dass ein Buddha die gleiche Liebe für alle Wesen hat wie eine Mutter für ihr Kind. Was dann aber im Grund "bedingungslos" meint, denn man geht von der Idealvorstellung aus, dass die Mutter ihr Kind liebt, egal was es tut.

  • Lirum Larum
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    • 6. Februar 2019 um 13:41
    • #14

    "Es ist, was es ist - sagt die Liebe."

    Man kann es eh nicht herstellen, machen, bestimmen, regeln. Liebe existent zu machen, ist ein Akt des Sich-öffnens. Es hat nichts mit einem äußeren Objekt zu tun, sondern kommt aus einem geöffneten Inneren.

    Von daher stellt sich auch nicht die Frage nach der Menge oder Qualität der zu liebenden Objekte. Wenn man große Liebe hat, liebt man eben die ganze Welt.

    :rainbow: Gute Wünsche für jede und jeden. :tee:


  • Carneol
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    • 6. Februar 2019 um 13:58
    • #15

    hab mal gegoogelt:

    Der Inhalt kann nicht angezeigt werden, da du keine Berechtigung hast, diesen Inhalt zu sehen.

    Im erwachten Herzen leuchtet jede Farbe. (Jack Kornfield)

  • Carneol
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    • 6. Februar 2019 um 14:04
    • #16

    Hier nicht nur über Agape:

    Agape – Yogawiki

    Im erwachten Herzen leuchtet jede Farbe. (Jack Kornfield)

  • Lirum Larum
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    • 6. Februar 2019 um 14:07
    • #17
    Spock:

    Ich habs leider nicht parat, aber sprach nicht Uchiyama von den vier (?) Herzen?

    ... linker Vorhof ...

    Ach ja, da könnte man schöne Assoziationen zu spinnen:

    Rechter Vorhof = sich öffnende Liebe

    Rechte Kammer = sich ausbreitende Liebe

    Linke Kammer = tatkräftige Liebe

    Linker Vorhof= loslassende Liebe.

    8)

    :rainbow: Gute Wünsche für jede und jeden. :tee:


  • kilaya
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    • 6. Februar 2019 um 14:10
    • #18

    Also:
    Eros: erotische Liebe
    Philia: freundschaftliche Liebe
    Storge: instinktive Zuneigung (Familie)
    Agape: bedingungslose Liebe

    Zu Storge könnten dann auch Reaktionen aus dem sog. Mutterinstinkt heraus (spontan, in Bezug auf unbekannte Kinder) oder allgemeine Reaktion auf das Kindchenschema oder in Bezug auf niedliche Tiere gezählt werden?

  • Niemand
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    • 6. Februar 2019 um 14:16
    • #19

    Das Hohelied der Liebe hilft vielleicht auch bei der Beschreibung was mit Liebe gemeint sein könnte.

    Auszug:[lz]

    Die Liebe ist langmütig und freundlich, die Liebe eifert nicht, die Liebe treibt nicht Mutwillen, sie bläht sich nicht auf,
    sie verhält sich nicht ungehörig, sie sucht nicht das Ihre, sie lässt sich nicht erbittern, sie rechnet das Böse nicht zu,
    sie freut sich nicht über die Ungerechtigkeit, sie freut sich aber an der Wahrheit;
    sie erträgt alles, sie glaubt alles, sie hofft alles, sie duldet alles.[/lz]

    Das ist wie mit der Erleuchtung. Diese Liebe hat schon jeder in sich und muss üben sie frei zu legen bzw. zu erkennen. Das Kreisen um sein Ich blockiert die Liebe und in den Momenten, wo das Kreisen endet schimmert sie ganz natürlich durch und ist nichts Besonderes, weil sie sich eben nicht aufbläht. Wo kein Ich ist, da gibt es auch keinen Hinderungsgrund für die Liebe.

  • void
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    Zen
    • 6. Februar 2019 um 14:59
    • Offizieller Beitrag
    • #20

    99 % dem was als Liebe bezeichnet wird, ist einfach Anhaftung - also etwas was Buddha ablehnt während es in 1 % der Fälle eher die Befreiung von der Anhaftung bedeutet.

    Etwas mit einem Wort zu belegen, dass man auch für dessen Gegenteil benutzt, führt zu groben Missverständnissen. Solche Wörter nennt man Januswörter. Hier findet man Beispiele. So bezeichnet eine "Untiefe" sowohl eine besonders tiefe als eine besonders flache Stelle im Meer. Wenn Matrosen so ein Wort benutzten, dann riskieren sie Missversändnisse die zum Sinken des Schiffes führen. von daher würde ich als Kapitän den Gebrauch solcher Wörter streng verbieten und mit drakonischen Strafen ahnden.

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  • Monikamarie
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    • 6. Februar 2019 um 15:05
    • #21
    kilaya:
    Monikadie4.:

    Im Christentum werden vier Formen unterschieden. Eros, Storge, Philia und Agape. Also die Liebe in der Freundschaft und Familie, die erotische Liebe, die Liebe zum Kind und die unbedingte Liebe.

    Oh, Storge kannte ich noch nicht. Ist das die Liebe zum Kind? Weil, Du hast die griechischen Begriffe und die Erklärung nicht in der gleichen Reihenfolge.

    Ja, das ist nicht korrekt von mir. Storge kannte ich vorher auch nicht, hatte das aus wiki. Aber Storge und Philia beziehen sich beide auf freundschaftliche Zuneigung, egal ob in der Familie oder unter Freunden.

    Ich bin aufs Griechische gekommen, weil mir der Begriff Agape geläufig ist, genauso wie natürlich Eros.

    _()_ Monika

  • Aravind
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    • 6. Februar 2019 um 15:08
    • #22

    [lz]

    den Gebrauch solcher Wörter streng verbieten und mit drakonischen Strafen ahnden.[/lz]

    void, du meinst so was wie: das Wort "Liebe" gebraucht, drei Tage BL-Sperre. Im Wiederholungsfall: ein Tag Sperre. ;)

  • kilaya
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    • 6. Februar 2019 um 15:26
    • #23
    void:

    So bezeichnet eine "Untiefe" sowohl eine besonders tiefe als eine besonders flache Stelle im Meer. Wenn Matrosen so ein Wort benutzten, dann riskieren sie Missversändnisse die zum Sinken des Schiffes führen. von daher würde ich als Kapitän den Gebrauch solcher Wörter streng verbieten und mit drakonischen Strafen ahnden.

    Vorsicht, wir laufen auf den Marianengraben auf! Alle Sandsäcke abwerfen. Ach ne, da verwechsel ich wohl zur See fahren mit Ballon fahren... ;)

  • Niemand
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    • 6. Februar 2019 um 16:10
    • #24

    Hier nochmal der fett gedruckte Teil des Eingangstextes:[lz]

    Wenn ich einen Menschen wahrhaft liebe, so liebe ich alle Menschen, so liebe ich die Welt, so liebe ich das Leben. Wenn ich zu einem anderen sagen kann: „Ich liebe dich“, muss ich auch sagen können: „Ich liebe in dir auch alle anderen, ich liebe durch dich die ganze Welt, ich liebe in dir auch mich selbst.[/lz]

    Ein Gedanke dazu:

    Vielleicht kommt der Autor da selber ins Trudeln und vermischt seine eigenen Vorstellungen von "Liebe". Es gibt Liebe mit Objektbezug und einem zugehörigen Ich und Liebe auf einer tieferen Ebene, die keine Unterscheidungen trifft und nur im Ich-freien Gewahrsein zum Ausdruck kommen kann (eher Offenheit anstatt Emotion). Sobald man anfängt, diese umfassende Liebe wieder in einen Objektbezug zu stellen (was im Zitat mMn passiert) ist da auch wieder ein Ich und sie wird zur Emotion (degradiert).

    SPK

    wieso kommt bei mir "nicht genug Rechte", wenn ich Dich zitieren will?

  • void
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    • 6. Februar 2019 um 16:26
    • Offizieller Beitrag
    • #25
    Aravind:
    [lz]

    den Gebrauch solcher Wörter streng verbieten und mit drakonischen Strafen ahnden.

    [/lz]

    void, du meinst so was wie: das Wort "Liebe" gebraucht, drei Tage BL-Sperre. Im Wiederholungsfall: ein Tag Sperre. ;)

    Ich verstehe ja auch, warum da so unterschiedliche Sachen zusammengeworfen werden: Man kann ja auch aus Anhaftung heraus sich selber zurückstellen. Die Mutter die sich selber nichts gönnt, weil sie alles für ihr Kind opfert ist, handelt einerseits "selbstlos" aber auf der anderen Seite ist das Kind natürlich etwas, was ganz eng mit ihr verbunden ist und von daher handelt sie dem evolutionären Egoismus heraus, der auch andere Tiere zur Brutpflege treibt. Das eine wird überstiegen, das andere nicht. Und auch bei der "Liebe zur Nation" ist es so, dass da auf der einen Seite real Eigenes zurückgestellt und auf der anderen Seite dann am Höheren angehaftet wird.

    Vom "Privategoismus" tritt man hinaus in die weitere Welt des "Paaregoismus" und von dort aus in den größeren Raum von Familie und Freunden bis man dann vielleicht auch diesen Egoismus hinter sich lässt und an noch größeren sozialen Gebilden kleben bleibt.

    Im Christentum (z.B im "Hohen Lied der Liebe") erscheint das alles konsistent. Gott erschafft die Welt aus "Liebe" und ist selber der Inbegriff von Liebe. Und diese göttlcihe Liebe manifestiert sich dann - leicht befleckt- in der Liebe der Menschen zueineander, in der Ehe, in der Kindesliebe und eben auch in der Erotik. Und da muss man dann einfach nur von den verwässerten Formen menschlicher Liebe zur Quelle - zur usprünglichen göttlichen Liebe zurückkehren. Erich Fromm stammt ja aus einer Rabbinerfamilie und von viel von dem was er sagt wurzelt im Glauben.

    Aber ich finde es ist ein ganz großer Unterschied zwischen diesem abrahamitischen Denken - wo alles von der Widerherstellung Bindung an Gott - her gedacht wird, und dem buddhitischen Denken das von der Befreiung von Anhaftungen ausgeht.

    Zitat

    : besser "Wohlwollen"?

    Wohlwollen ist auch sehr gut.

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Ausgabe №. 136: „Liebe & Loslassen"

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