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Was genau wird wiedergeboren ?

  • Chris Urban
  • 27. August 2014 um 15:56
  • Zum letzten Beitrag
  • OlliP
    Gast
    • 28. August 2014 um 10:48
    • #26

    Hallo,

    das wird scheinbar in den verschiedenen buddhistischen Richtungen anders gesehen. In diesem Artikel hier wird unter "Rebirth" die Sicht im Theravada-Buddhismus vertreten: http://www.watpahnanachat.org/What%20is%20Buddhism.php Es wird ein "physisches Momentum" wiedergeboren, das weder Seele noch Persönlichkeit des Verstorbenen ist, sondern dem verbliebenem Restleiden entspricht. Mir wurde einmal in diesem Forum gesagt, das sei die grundlegende buddhistische Sicht, die in allen buddhistischen Richtungen so akzeptiert wird. Wie das genau im tibetischen Budhhismus oder anderen Richtungen noch weitergehend gesehen wird, weiß ich nicht wirklich. Reinkarnation im tibetischen Budhhismus ist für mich schon etwas skuril und wird oft nicht klar erklärt. Jedenfalls für mich nicht ...

    Gruß, Oliver

  • Deadpool
    Gast
    • 28. August 2014 um 12:50
    • #27
    Losang Lamo:

    Mach Dir lieber nicht so viele Gedanken, das führt zu nichts.
    Wenn's einen wirklich interessiert, das Thema, dann kann man was von Nagarjuna lesen und gleichzeitig immer drüber meditieren. Lesen, meditieren, Buch weglegen, sacken lassen, lesen, meditieren, sacken lassen usw.
    Ohne wirklich ruhige, tiefe Meditation kommt man nicht ran.

    Also gibt es keine Möglichkeit Anatta in einfachen Worten verständlich zu erklären? Wenn alles was wir sind im Grunde unexistend ist und der Buddha sich dieser Illusion entledigt hat, dann muss er ja sowas wie eine leere Hülle gewesen sein.

  • Lirum Larum
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    Buddh. Richtung
    Ich protestiere gegen den mangelnden Respekt vor den unterschiedlichen Traditionen.
    • 28. August 2014 um 13:41
    • #28

    Nein, da kommst Du wieder in den Nihilismus. Das sind die beiden zu meidenden Extreme: Nihilismus ("Gar nichts existiert") und fester Glaube an ein unabhängiges Selbst aller Dinge.
    Die Dinge existieren, aber nicht so, wie wir landläufig meinen. Die Wahrnehmung ist getäuscht.

    Der Dalai Lama sagte letztens, wenn man die Leerheit intellektuell verstehen wolle, dann solle man sich mit Quantenphysik befassen. Wenn er mit Physikern über Leerheit spreche, könnten die besser verstehen, wie er es meine, als andere Leute.

    Bezüglich Anatta (Nicht-Ich) ist es ja so, dass der Körper, die Wahrnehmung, die Gedanken, Emotionen und das Bewusstsein (= 5 Skhandas) eines Menschen erscheinen, aber wo ist da nun das Ich des Menschen? Wenn man sein eigenes Ich-Gefühl untersucht, wo es denn sei, dann hat man zunächst vielleicht ein klares Gefühl: Ich ist genau hier, hinter meinen Augen. Wenn man sich dann aber das Verhältnis dieses angenommenen Ichs zu den Skandhas im Einzelnen anguckt, wird es immer nebulöser:
    Bin ich mein Körper? Bin ich getrennt von meinem Körper? Bin ich Emotionen? Gedanken? Wahrnehmung? Bin ich getrennt davon? Bin ich mein Bewusstsein? Ja? Wo bin ich, wenn ich bewusstlos bin?
    Das muss man selber meditieren bzw in aller Ruhe ohne Entscheidungsnotstand betrachten - meine ich. :)

    :rainbow: Gute Wünsche für jede und jeden. :tee:


  • Deadpool
    Gast
    • 28. August 2014 um 16:03
    • #29

    Danke lieber Lamo. Das ist wirklich eine sehr komplizierte Thematik. Trotzdem danke dafür, dass du dir die Mühe machst es mir verständlicher machen zu wollen. :)

    Namaste

  • boehnchen
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    • 29. August 2014 um 08:21
    • #30

    Hi Chris

    Chris Urban:

    Ich habe mal ein Zitat rausgesucht, welches glaube ich beschreibt was du mir erklären möchtest.

    Zitat

    Ein Objekt ist das, was vom Geist erkannt wird. Diese Definition beinhaltet, dass es keine vom erlebenden Geist unabhängig existente äußere Welt geben kann, denn niemand wüsste davon.

    Ich versteh das so : " Dinge die kein Mensch sieht/kennt gibt es nicht"
    Wenn das so ist, was ist dann mit den ganzen Tierarten auf der Welt die noch nicht entdeckt sind ? Zu behaupten das es sie nicht gibt ist doch absurd...und die ganzen Planeten in den unentdeckten Galaxien, mann kann doch nicht sagen, nur weil wir die nicht kennen, gibt es die nicht.

    Das wär ja fast das Prinzip wie im Film "Matrix"

    Du gehst noch immer von dir (also einem 'ich') aus, das du nicht mal anzweifelst
    und daraus ergeben sich Millionen von Fragen (die aber möglicherweise alle keine Grundlage haben!). Überprüf das mal.

  • boehnchen
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    • 29. August 2014 um 08:26
    • #31
    Deadpool:


    Also gibt es keine Möglichkeit Anatta in einfachen Worten verständlich zu erklären? Wenn alles was wir sind im Grunde unexistend ist und der Buddha sich dieser Illusion entledigt hat, dann muss er ja sowas wie eine leere Hülle gewesen sein.


    was für eine 'Hülle'? Die Hülle von nichts?
    Du fragst doch auch nicht von einem Jausenbrot das es gar nicht gibt: In welchem Sackerl ist es eingepackt?


    Freilich: es gibt Deadpool, es gibt Buddha, es gibt boehnchen. Aber nur in Gedanken.

  • keks
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    • 29. August 2014 um 21:40
    • #32
    boehnchen:


    Freilich: es gibt Deadpool, es gibt Buddha, es gibt boehnchen. Aber nur in Gedanken.


    Was schön und flauschig ist :)
    Was kann wiedergeboren werden wenn nichts da ist ?
    Nichts :)
    Was schon immer da war muss nicht wiedergeboren werden.

    Aus dem Ozean hüpften Wassertropfen heraus. Manche wurden zu Bier, andere zu Wein, wieder andere vermischten sich mit Bier und Wein.
    Die Weintropfen glauben, daß sie die erstdagewesenen Tropfen sind.
    Die Biertropfen behaupten das selbe.
    Alle beten irgendwas anderes an.
    Und die Tropfen sehen sich als getrennte Einheit an .....
    Der Ozean denkt sich: "Ihr doofen, was betet ihr um etwas woraus ihr selbst besteht und immer bestanden habt ohne Geburt und ohne Tod ? "

    Meditieren - ist da etwas das unveränderlich ist seit wir Kinder waren ? Fein, das bist du. Die Essenz aus dem alles besteht die nicht altert, die selbst mit 90 Jahren noch die selbe ist. Unveränderbar, zeitlos. Dann ist die logische Konsequenz - kein Tot weil es keine Geburt gab und somit keine Wiedergeburt.

    Bubu :clown::oops:

  • Elliot
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    • 29. August 2014 um 22:01
    • #33
    Chris Urban:

    Was genau lehrt der Buddha? Was von "uns" wird wiedergeboren ? (bzw weitergeboren)


    Ein Wesen, dessen Lebensumstände von den Handlungen eines anderen Wesens geprägt sind:

    Zitat

    So geschieht das Wiedererscheinen eines Wesens aufgrund eines Wesens: man erscheint aufgrund der Handlungen, die man begangen hat, wieder. Wenn man wiedererschienen ist, berühren einen Kontakte. So sage ich, daß die Wesen die Erben ihrer Handlungen sind.

    (MN 57)


    Viele Grüße
    Elliot

    Viele Grüße

    Elliot

  • nibbuti
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    • 30. August 2014 um 10:18
    • #34
    Chris Urban:

    Was genau lehrt der Buddha? Was von "uns" wird wiedergeboren ? (bzw weitergeboren)

    Hi & willkommen Chris Urban

    Wiedergeburt beschäftigt heute viele Buddhisten, war aber für den Buddha nicht so wichtig.

    Wenn er danach gefragt wurde, antwortete er pragmatisch wie in Elliots Zitat mit Moral ("Erbe seiner Taten"), statt mit mystischen Hindu-Wunschvorstellungen von einer "guten Wiedergeburt".

    Kurzum ist Wiedergeburt beim Buddha:

    Einer ist ohne Achtsamkeit, unachtsam packt er auf eine heiße Herdplatte & zieht sich eine schlimme Brandverletzung zu, verletzt erfährt er Dukkha (Leid), leidend wird der Leidende 'geboren'.

    Ein anderer ist mit Achtsamkeit, achtsam packt er auf eine heiße Herdplatte & zieht sich eine schlimme Brandverletzung zu, verletzt erfährt er Dukkha; nachdem er Dukkha erfahren hat, packt er nicht mehr auf die heiße Platte & überwindet Dukkha, ohne Dukkha befreit er seinen Geist (auch von Wiedergeburt).

    Grüße

    Trage nicht das Weltgetöse in die stille Einsamkeit
    Such den Wald, daß er Dich löse von der Krankheit unsrer Zeit.

  • Monikamarie
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    • 30. August 2014 um 10:38
    • #35
    nibbuti:


    Ein anderer ist mit Achtsamkeit, achtsam packt er auf eine heiße Herdplatte & zieht sich eine schlimme Brandverletzung zu, verletzt erfährt er Dukkha; nachdem er Dukkha erfahren hat, packt er nicht mehr auf die heiße Platte & überwindet Dukkha, ohne Dukkha befreit er seinen Geist (auch von Wiedergeburt).

    Ha, endlich gut erklärt!
    _()_ Monika

  • Doris
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    • 30. August 2014 um 10:46
    • #36

    Meine Sicht und was ich anhand von Erfahrung belegen kann:

    Jedesmal wenn ich ergreife, wird etwas wiedergeboren, entsteht von neuem. Wenn ich also die Gewohnheit habe, sobald Krümel auf dem Boden finde, diese aufzusammeln, wird mein Putz-Ich wiedergeboren. Jedesmal wenn ich mich wegen einer bestimmten Sache aufrege, wird dieses Ich-reg-mich-deshalb-auf-Ich wiedergeboren.
    Es gibt da aber auch eine gesellschaftlich-historische Komponente, die sehr stark wirkt. Meine Handlungen bleiben ja nicht ohne Auswirkung auf meine Zeitgenossen und die Nachkommen. Wenn ich z.B. viel Gewalt ausgeübt habe, dann habe ich auf Menschen einen bestimmten Einfluss gehabt. Und dieser setzt sich in alle Ewigkeit fort. So lange, bis es jemandem aus der Kette gelingt, nicht mehr auf diesen Einfluss zu reagieren. Beispiel Rassismus: Wenn ich einer Kultur entstamme, in der das üblich ist, wird das auch mit mir wiedergeboren. Es ist das Karma, mit dem ich geboren bin. Ich kann das fortsetzen und meinen Nachkommen überliefern, ich kann das aber auch beenden und somit nicht mehr weitergeben. Bei mir bedeutet das, dass ich nicht mehr als Rassist wiedergeboten werde, nämlich jeden Moment, in dem ich mich nicht mehr so verhalte und nicht mehr solche Denkweise pflege. Bei meinen Nachkommen bedeutet das, dass je mehr Menschen das beenden, desto weniger von dieser "Energie" wird weitergegeben.
    Folglich bin ich mit einem bestimmten Karma geboren, also den Gewohnheiten und Gepflogenheiten meiner gesammelten Vorfahren; ich füge dem dann meine eigenen Gewohnheiten hinzu, die aus meiner Geschichte bedingt sind. Beides kann ich bei mir auflösen.

    Mein Vater war Handwerker und immer wenn ich Dinge sehe, die aus seiner Zunft entstehen, beurteile ich sie mit dem Blick eines Handwerkers, mit seinem Blick. Das ist seine Wiedergeburt.
    Ich übe auch ein Handwerk aus, und immer, wenn ich etwas sehe und es mit meinem Berufsblick sehe, dann werde ich als diese Handwerkerin geboren. Wenn ich koche, wird die Köchin in mir geboren, und die Köchin Mutter und die Köchin Großmutter, und die Köchin Tagesmutter und die Köchin Tante und so fort. Auch das ist eine Wiedergeburt. In allem was ich bin und tue, wird die unendliche Reihe der Ahnen und Ahninnen wiedergeboren, bis ins Unendliche zurückgehend. Das ist ja nix Schlechtes, es wird nur problematisch, wenn das zu einer Verengung des Blickes führt. Wenn also meine Koch-Ahninnen alle keinen Reis kochten und ihn gar verabscheuten und nur Kartoffeln kannten, Reis aber das einzige Lebensmittel auf dem Markt wäre und ich nicht in der Lage was auszuprobieren, das ich nicht kenne, dann wäre mein Speiseplan recht dürftig und ich müsste gar verhungern. Das wäre eine recht schlechte Wiedergeburt. Nun könnte meine Koch-Mama aber eine Experimentiererin gewesen sein und ich täte es ihr in diesem Moment gleich und griffe zum Reis, wär das eine prima Wiedergeburt.
    Das Tolle ist ja, wir stehen in einer so unendlichen Kette an überlieferten Möglichkeiten, dass jeder die Chance hat, eine gute Wiedergeburt zu erlangen, jeden Moment aufs neue. Eine schlechte aber auch. Deshalb Achtsamkeit. Die zeigt uns unsere Getriebenheit und verschafft uns den Überblick über unsere Möglichkeiten. Das können wir üben. Wir müssen also nichts abschaffen, sondern nur lernen in der Lage zu sein, das Wohltuende für alle Beteiligten aus den unendlichen Möglichkeiten auszuwählen. Ist wie im Supermarkt: nicht alles einpacken, nur weil es einen anmacht.

    Das "völlige" Erlöschen bezieht sich meiner Meinung nach nicht auf das Erlöschen allen Lebens und jeglicher Tradition. Leben ist Tradition, Existenz ist Tradition, auch die immaterielle. Es bezieht sich darauf, dass ich frei werde von der Beherrschung durch geistige Traditionen. Das ist keine Ächtung von Tradition, sondern die Fähigkeit geistig frei von Automatismen zu werden, vor allem denjenigen, die schaden. Das bedeutet, dass ich stets den gesamten Spielraum meiner Möglichkeiten offen vor mir habe und zwanglos durchs Leben gehe, ungezwungen, entspannt ...

    Liebe Grüße
    Doris

    Der Sinn des Lebens besteht darin, Rudolph, dem Schwurkel, den Schnabel zu kraulen.

  • Doris
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    • 30. August 2014 um 10:50
    • #37
    Zitat

    Ein anderer ist mit Achtsamkeit, achtsam packt er auf eine heiße Herdplatte & zieht sich eine schlimme Brandverletzung zu, verletzt erfährt er Dukkha; nachdem er Dukkha erfahren hat, packt er nicht mehr auf die heiße Platte & überwindet Dukkha, ohne Dukkha befreit er seinen Geist (auch von Wiedergeburt).

    Kommt ein Anderer, nimmt seine Hand und presst sie auf die Herdplatte, dann tut das nicht mehr weh?

    Der Sinn des Lebens besteht darin, Rudolph, dem Schwurkel, den Schnabel zu kraulen.

  • Doris
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    • 30. August 2014 um 10:54
    • #38

    Och, komm...
    Genau diese Fragen wurde mir schon gestellt, nachdem Leute das berühmte Herdplatten-Gleichnis gelesen hatten.
    :D

    Jetzt hat sie’s gelöscht. :(

    Der Sinn des Lebens besteht darin, Rudolph, dem Schwurkel, den Schnabel zu kraulen.

  • Lucky Luke
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    • 30. August 2014 um 12:05
    • #39
    Losang Lamo:

    Der Dalai Lama sagte letztens, wenn man die Leerheit intellektuell verstehen wolle, dann solle man sich mit Quantenphysik befassen.

    Dazu sagt mein Vater (ehemals Professor der Mathematik) immer: Man kann sich nicht so eben mal weder mit Quantenphysik noch mit der Relativitätstheorie "befassen". Dazu bedarf es ein abgeschlossenes Studium der Physik oder der Mathematik um professionell zu verstehen was dahinter steht. Leider bezweifelt er darüber hinaus auch, dass buddhistische Lehrer etwas von Quantenphysik verstehen würden oder besser lediglich ein "Amateur Verständnis" entwickeln könnten. Inwieweit ein Verständnis der Leerheit hilft, dieses komplexe Thema (Quantenphysik) tatsächlich zu begreifen ? Keine Ahnung.

  • EinGedanke
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    • 30. August 2014 um 23:30
    • #40

    Wer weiß? Die Art von Verstehen von der dein Vater gesprochen hat, hat nicht wirklich etwas mit dem zu tun was die Buddhisten als "Verstehen" bezeichnen.

    Das mathematische Verstehen besteht aus Zahlen und Formeln und Modellen. Es ist konzeptuell.

    Dann gibt es noch eine andere Art von Verstehen von Leerheit, das auch konzeptuell ist. Verbale Logik im Sinne Nagarjunas Madhyamaka. Dort wird in Worten exakt das unausprechliche ausgesprochen.

    Das wirkliche Verstehen von Leerheit ist jedoch etwas was mit erleben zu tun hat. Das ist etwas was kein Quanten-Physiker dieser Welt jemals erleben wird. Er wird irgendwelche Graphen beobachten und neue Modelle schaffen, mit deren Hilfe man dann irgendwann vielleicht Raumschiffe bauen kann die mit Lichtgeschwindigkeit unterwegs sind. Aber von Dukha wird er sich auf diese Weise nicht befreien können.

    Also hat jede dieser Verstehens-Arten ihren Stellenwert auf ihre Weise.

  • nibbuti
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    • 30. August 2014 um 23:34
    • #41
    Doris Rasevic-Benz:
    Zitat

    Ein anderer ist mit Achtsamkeit, achtsam packt er auf eine heiße Herdplatte & zieht sich eine schlimme Brandverletzung zu, verletzt erfährt er Dukkha; nachdem er Dukkha erfahren hat, packt er nicht mehr auf die heiße Platte & überwindet Dukkha, ohne Dukkha befreit er seinen Geist (auch von Wiedergeburt).

    Kommt ein Anderer, nimmt seine Hand und presst sie auf die Herdplatte, dann tut das nicht mehr weh?

    Schmerz ist nicht immer mit Leid oder Wehklagen verbunden

    z.B. läßt eine Geschichte, die um einen unangenehmen Sinneseindruck zusammengebraut wird, und das 'mein'-machen des Sinneseindrucks den Schmerz stärker erscheinen als er tatsächlich ist

    Oder z.B. finden einige Menschen bestimmte Arten von Schmerz angenehm

    Grüße

    Trage nicht das Weltgetöse in die stille Einsamkeit
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  • Monikamarie
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    • 31. August 2014 um 09:16
    • #42
    EinGedanke:

    ... Das ist etwas was kein Quanten-Physiker dieser Welt jemals erleben wird.

    Hallo Ein Gedanke,
    auch Quanten-Physiker können Buddhisten sein oder Erfahrungen mit Leerheit haben. Dies nur mal so am Rande vonwegen der Pauschalierung :D

    Ansonsten sehe ich das so wie Du.
    _()_

  • boehnchen
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    • 1. September 2014 um 16:22
    • #43

    Relativitätstheorie und Wiedergeburt?

    ich finde, dass Einstein mit seiner Relativitätstheorie dem Paradoxen (und das menschliche Leben ist nunmal paradox), und dann dem Non-verbalen näher war*, als (das aristotelische Denken, die aristotelische ganz simple Logik (wenn nicht A dann B) sowieso, die ja noch immer das Gesellschaftsdenken (falls überhaupt nachgedacht wird) aber auch unsere Wissenschaft! bestimmt) die Quantenphysik, die ja noch immer eine simple materialistische (rechnen und messen) Wissenschaft ist.

    Wir haben halt noch immer eine Wissenschaft die die Spiritualität ausschließt.

    Die Relativitäts-Theorie sagt uns in etwa, dass wir wenig zu verstehen meinen, noch weniger wissen, und gar nichts kontrollieren können.


    Man könnte eine Entwicklung des Denkens (von simpel zu: das Paradoxe einschließend, zu: (fast) nonDual, nonVerbal) also vielleicht so erleben:

    • Steinzeit: „Ich bring ihn um - das ist Mein Haus!!!“
    • an zweiter Stelle wäre das esoterische Denken: „Ich schicke Briefe ans Universum und so krieg ich mein Haus zurück. Oder ich mache eine Opferung.“
    • gegenwärtiges aristotelisches Denken: „Wenn das mein Haus ist, ist das mein Besitz, ich kann Besitzstörungsklage einleiten. Ich habe fertig!“
    • an vierter Stelle wäre das altruistische Denken: „Ich bin gut also krieg ich gutes.“ (und auch mein Haus zurück)
    • plus Paradox: Paradoxerweise machen mich mein Haus, mein Besitz und die gewonnene Besitzstörungsklage nicht glücklicher. (-> Und wird zb zum Sucher :->))
    • RELATIVitätstheorie/nix is fix: Ich erkenne, dass ich NICHT WEISS, nicht wissen kann, welche Alternative besser ist. (mit Haus oder ohne. etc)
      =was schon ein dicker Fingerzeig in Richtung nicht-Ich, oder besser ich-Illusion ist.

    …und bezüglich der Thread-Frage: „WAS WIRD WIEDERGEBOREN/WEITERGEBOREN“

    • Steinzeitdenken: ICH sterbe nicht!!
    • eso, magisches Denken: Wenn ich ein Ritual machen, werde ich gut/wieder hier/bald/nicht mehr wiedergeboren.
    • Ratio-Denken: Ich kauf mir noch ein Haus und ein Auto. (dann lenkt mich das von der unangnehmen Frage ab)
    • altruistisches Denken :Ich verschenk mein Haus - vielleicht funktioniert das. (und es wird angenehmer)
    • Paradoxien mit einschließendes Denken: Paradoxerweise würde ich nicht mal merken, wenn ICH wiedergeboren würde. (oder hab ichs bemerkt?)
    • relatives Denken: Was passiert mit meinem 'Wissen' bei Lichtgeschwindigkeit/wenn der Raum sich krümmt? Und,
      Wo ist überhaupt mein ich von gestern??


    *) ‚war‘, weil diese Art zu Denken noch nicht in unserer Zeit angekommen ist

  • fotost
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    • 1. September 2014 um 16:39
    • #44
    Chris Urban:

    ..
    mich beschäftigt schon länger eine Frage bezüglich der Wiedergeburt.
    Ich habe jetzt öfters gehört die Seele wird wiedergeboren, andere behaupten es sei eine Art Lebensenergie.
    Das verwirrt mich etwas, und ich kann das alles noch nicht ganz nachvollziehen.
    Was genau lehrt der Buddha? Was von "uns" wird wiedergeboren ? (bzw weitergeboren)

    Hallo Chris,

    was wird wiedergeboren? Was geht weiter? Wofür hast Du Verantwortung? Was kannst Du beeinflussen? Wenn Du Begriffe wie Karma magst, wie entsteht und worauf wirkt sich Dein Karma aus?

    Die einfachste Antwort wäre - das Leben geht weiter. Die Kultur geht weiter. Es geht weiter......
    Deine Aktivitäten hier und jetzt haben Wirkung. Du hinterlässt Spuren.
    Am deutlichsten wird das natürlich, wenn Du Kinder produzierst, aber auch sonst haben Deine Aktivitäten Einfluss.

    Buddhismus kennt keine persönliche Wiedergeburt. Für die persönliche Wiedergeburt im Diesseits sind die Hindhus zuständig, für das Jenseits die Christen und Muslims :lol::lol:

  • Noreply
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    • 1. September 2014 um 16:57
    • #45
    Monikadie4.:
    EinGedanke:

    ... Das ist etwas was kein Quanten-Physiker dieser Welt jemals erleben wird.

    Hallo Ein Gedanke,
    auch Quanten-Physiker können Buddhisten sein oder Erfahrungen mit Leerheit haben. Dies nur mal so am Rande vonwegen der Pauschalierung :D

    Ansonsten sehe ich das so wie Du.
    _()_


    Der Quanten-Physiker wird diese Erfahrung nicht machen und wenn der Quanten-Physiker die Erfahrung macht wird er versuchen sie als Physiker zu dokumentieren, weil er glaubt das sie, diese Erfahrung, physikalisch, also in den Notationen der Physik, darstellen lässt. Er wird Verbiegungen vornehmen von Begriffen der Quanten-Physik um etwas zu beschreiben das nicht zu dem Bereich des Quanten-Physikers gehört.

    Eine Beschreibung das Tisches durch einen Physiker macht den Tisch zu einer wabbernden Masse. Im Bereich der Physik ist der Tisch nicht Tisch. Im Bereich des Wohnzimmers ist der Tisch, Tisch.
    ()

  • fotost
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    • 1. September 2014 um 17:19
    • #46
    Zitat

    "Wer glaubt, die Quantentheorie verstanden zu haben, hat sie nicht verstanden."

    Richard Feynman

  • Chris Urban
    Gast
    • 1. September 2014 um 18:20
    • #47

    ich danke euch allen

  • Monikamarie
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    • 1. September 2014 um 18:54
    • #48
    Ellviral:
    Monikadie4.:

    Hallo Ein Gedanke,
    auch Quanten-Physiker können Buddhisten sein oder Erfahrungen mit Leerheit haben. Dies nur mal so am Rande vonwegen der Pauschalierung :D

    Ansonsten sehe ich das so wie Du.
    _()_


    Der Quanten-Physiker wird diese Erfahrung nicht machen und wenn der Quanten-Physiker die Erfahrung macht wird er versuchen sie als Physiker zu dokumentieren, weil er glaubt das sie, diese Erfahrung, physikalisch, also in den Notationen der Physik, darstellen lässt. Er wird Verbiegungen vornehmen von Begriffen der Quanten-Physik um etwas zu beschreiben das nicht zu dem Bereich des Quanten-Physikers gehört.

    Eine Beschreibung das Tisches durch einen Physiker macht den Tisch zu einer wabbernden Masse. Im Bereich der Physik ist der Tisch nicht Tisch. Im Bereich des Wohnzimmers ist der Tisch, Tisch.
    ()

    Ja, ja, alle Schwäne sind weiß.

  • Noreply
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    • 1. September 2014 um 20:01
    • #49
    fotost:
    Zitat

    "Wer glaubt, die Quantentheorie verstanden zu haben, hat sie nicht verstanden."

    Richard Feynman


    Danke! Hab mir gleich was zu lesen gekauft. Mir Humor verstehe ich viel schneller.
    liebe Grüße
    Helmut

  • Noreply
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    • 2. September 2014 um 11:20
    • #50
    Frank1:

    Deine Erfahrungen/Karma werden wiedergeboren. Man kann es auch Geist und Seele oder Ich oder wie auch immer nennen.
    Der Geist und die Seele suchen sich als feinstoffliche Energie einen Körper.


    Warum regt mich das so auf? Weil ich das mal wirklich geglaubt habe!
    Ich bitte um Entschuldigung für den angerichtet Schaden der durch die Verteidigung dieses Glaubens von mir angerichtet wurde!
    _()_

Ausgabe №. 135: „Achtsamkeit und Aktivismus"

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