1. Übersicht
  2. Forum
  3. Lexikon
    1. Letzte Änderungen
  • Anmelden
  • Registrieren
  • Suche
Alles
  • Alles
  • Seiten
  • Forum
  • Lexikon
  • Termine
  • Erweiterte Suche
  1. Buddhaland Forum
  2. void

Beiträge von void

  • Polizei aus buddhistischer Sicht – notwendige Institution oder Ausdruck gesellschaftlicher Probleme?

    • void
    • 4. Juni 2026 um 19:53

    Bei Thomas Hobbes gibt es ja so die Idee, dass der Staat durch einen Gesellschaftsvertrag zustande kommt. Weil in einem gesetzloses Zustand Chaos gibt, beschließen die Menschen einen souveränen Herrscher einzusetzen, an den zwar Macht abgegeben wird, der aber im Gegenzug für Sicherheit und Ordnung sorgt.


    Solche Ideen hatte man auch schon zur Zeit Buddhas. Im ( in vielen Teilen eher seltsamen) Aggañña-Sutta gibt es eine Passage:

    Aggañña Sutta:

    „Vāseṭṭha, da versammelten sich die Wesen und beklagten sich: ‚Ach, schlimme Eigenschaften kommen an den Wesen zum Vorschein, denn wir lernen jetzt Diebstahl, Verwarnung, falsches Versprechen, Strafe kennen. Wie, wenn wir durch gemeinsamen Beschluß ein Wesen bestimmten, das jedes recht zur Rede zu setzende Wesen zur Rede setzt, jedes recht zu verwarnende Wesen verwarnt und jedes recht auszuschließende Wesen ausschließt. Wir aber wollen ihm von unserem Reis je einen Teil steuern.‘


    „Vāseṭṭha, da begaben sich die Wesen zu dem Wesen, das von ihnen das schönste, ansehnlichste, angenehmste und bedeutendste war, und forderten es auf: ‚Wesen, komm, übernimm es, jedes recht zur Rede zu setzende Wesen zur Rede zu setzen, jedes recht zu verwarnende zu verwarnen, jedes recht auszuschließende auszuschließen. Wir aber wollen dir je einen Teil von unserem Reis steuern.‘

    ‚Einverstanden!‘ erklärte dieses Wesen zustimmend jenen Wesen und setzte (von da an) jedes recht zur Rede zu setzende Wesen zur Rede, verwarnte jedes recht zu verwarnende, schloß jedes recht auszuschließende aus. Die anderen aber steuerten ihm je einen Teil von ihrem Reis.

    „Vāseṭṭha, weil (dieses Wesen) von der ganzen Menge durch gemeinsamen Beschluß gewählt war, (erhielt es den Namen) Mahāsammata. Der Name Mahāsammata war das erste (Wort) von bleibender Bedeutung, das (bei dieser Gelegenheit) entstand. Weil (Mahāsammata) Herr der Felder war, (erhielt er die Bezeichnung) Khattiya. Die Bezeichnung Khattiya war das zweite Wort von bleibender Bedeutung, das bei dieser Gelegenheit entstand. Weil er andere durch das Recht gewann, wurde er König genannt.

    Die Idee ist, dass der König zwar ( durch seine Staatsdiener) Gewalt übt, diese aber weniger ist, als wenn ein Chaos herrscht wo Individuen, Familien, Clans und Dörfer sich in endlosen Vergeltungsaktionen bekriegen und bestehlen.

  • Polizei aus buddhistischer Sicht – notwendige Institution oder Ausdruck gesellschaftlicher Probleme?

    • void
    • 4. Juni 2026 um 14:39

    Auch wenn es Polizist als Beruf nicht gibt, gab es doch die Funktion des Hüters der sozialen Ordnung überall. Da hat dich halt eben kein "Gendarm des Staates" gepackt sondern "der Büttel des Grafen" , "der Hüne des Häuptlings" oder "die Brüder des Clans".


    So wie es ja MTAs noch nicht so lange gibt, aber die Medizintechnik schon eine lange Geschichte hat.

  • Probleme? Was zeigt Buddha zur Lösung

    • void
    • 2. Juni 2026 um 15:19

    Mir geht es um die Unterscheidung zwischen diesem "verblendeten Ich-Problem" und reale zu lösenden Herausforderungen.


    Denn die gibt es ja auch. Wenn man ein Arzt ist kommen Patienten zu einem und es ist der eigene Job zu heilen. Und auch Buddha hatte ja als Ordensoberhaupt oft schwierige Situationen zu bewältigen.


    Die Fragen:

    1. „Es darf nicht so sein.“
    2. „Ich brauche eine Erklärung.“
    3. „Ich muss das kontrollieren.“


    können ja auch in einem ärztlichen Kontext auftreten. Der Arzt braucht eine Erklärung für ein bestimmtes Symptom, er muß das Fieber kontrollieren. Irgendwas darf in dem Sinne nicht sein, dass es das Leben des Patienten verkürzt.


    Es muß also etwas geben, woran man den verblendeten von dem vereblendeten Fall unterscheidet. Ich denke der zentrale Punkt ist erstmal eine Distanz zur Rolle, oder? Also dass das Handeln rein aus der Verantwortung als Arzt oder eben Ordensoberhaupt kommt und nicht aus einem Mangel des Egos.


    Man möchte nicht aus einem "eigenen" Bedürfnis nach Kontrolle kontrollieren sondern rein aus dem (uneigenen) Bedürfnis der Situation heraus.


    Ich finde das nämlich oft schwer zu unterscheiden und es ist leicht sich was vor zumachen. Von daher ist mir wichtig, da Klarheit zu gewinnen.

  • Probleme? Was zeigt Buddha zur Lösung

    • void
    • 2. Juni 2026 um 11:33

    Es ist so dass wir in einer Welt sind, wo wir mit einer Vielzahl von Herausforderungen konfrontiert werden - innere und auch äußere.


    Und wie das Beispiel Buddhas zeugt - der ja als Ordensoberhaupt viel um die Ohren hatte - ist es möglich mit diesen Herausforderungen erfolgreich umzugehen, ohne sie zu "Ich-Problemen" zu machen. Der Punkt ist wohl, dass er nicht "ich-bezogen" denkt sondern ganz und gar von der Situation aus.

  • Polizei aus buddhistischer Sicht – notwendige Institution oder Ausdruck gesellschaftlicher Probleme?

    • void
    • 2. Juni 2026 um 11:16
    Hue32:

    Einerseits soll die Polizei Menschen schützen, Konflikte begrenzen und die Rechtsordnung aufrechterhalten. Andererseits ist sie Teil eines Systems, das mit Zwang, Strafen und notfalls auch Gewalt arbeitet.

    Einerseits ist es natürlich so, dass Polizisten grundsätzlich mal einen Dienst an der Allgemeinheit versehen und Gewalt aus einer positiven Motivation heraus üben.


    Aber das reicht nicht aus: Gerade in armen und korrupten Ländern können ja die Gesetzte und Verordnungen die man umsetzt können ja selber ungerecht sein. Oder die Polizei ist selber korrupt und die Vorgesetzten mißbrauchen ihre Macht. Einfach nur den Befehlen zu folgen heißt vielleicht Arme, Obdachlose, Drogenabhängige oder Oppositionelle zu schikanieren. Es kann einem ja befohlen werden auf friedliche Demonstranten einzuprügeln und es ist schwer solche Befehle zu verweigern.


    Von daher ist es so dass in Thailand Polizisten dann - mit der Hoffnung sich zu reinigen - teilweise eine Zeit im Kloster verbringen.


    In Deutschland ist es leichter Polizist zu sein, weil es weniger Korruption gibt und die Menschenrechte tiefer verankert sind. In vielen Ländern ist das was bei uns ein Skandal wäre die Norm..

  • Der Buddhist im Krieg

    • void
    • 29. Mai 2026 um 10:59

    Kriege entstehen meist ja nicht aus Hass, sondern aus nationalen Interessen. Und wenn dieses als legitim gesehen werden und Krieg als das einzige Mittel erscheint, dann erscheint Krieg als gerechtfertigt. Mein Großvater konnte sich erinnern, dass in seiner Schulzeit noch alte Karten gab, wo weite Teile Polens als deutsch - mit einem gandschriftlichen Vermerk "derzeit unter polnischer Verwaltung" eingezeichnet waren.Wenn man da zum Kampfe schreitet, sieht man sich also meist nicht als böser Agressor sondern als Verteidiger des Eigenen..


    Und so ähnlich ist das dann auch bei Buddhisten z.B in Sri Lanka:

    Schinagl:

    Die Basis, auf welcher eine spirituelle Hilfestellung für Militärangehörige
    aufsetzt, ist die grundlegende Ausrichtung der Armee, welche für Land,
    Nation und Religion kämpft. Und so ist es nicht weiter verwunderlich, dass
    die Kampfhandlungen gegen die „Rebellen“ (Tamilen) damit argumentiert
    werden, dass es nötig ist das Dhamma, also die buddhistische Lehre, vor
    Andersgläubigen zu schützen. Dies ist eine Argumentationslinie, welche sich
    durch alle Richtungen zieht, um Gewaltanwendung aus buddhistischer Sicht zu begründen. Diese Legitimation war gar nicht so sehr an den Haaren her-
    bei gezogen, da es über Jahre tamilische Anschläge gegen buddhistische
    Familien und sogar gegen Tempelanlagen gab.Bemerkenswert ist, dass vielen Soldaten die Auswirkungen ihres Tuns – das Karma – aus religiösen Belehrungen sehr bewusst und bekannt sind. Auf
    diesen Aspekt nimmt die spirituelle Betreuung stark Rücksicht, da sie den
    Aspekt des Willens (Cetana) als Basis der zu erwartenden Konsequenzen,
    also die geistige Einstellung beim Kampf als karmagenerierend besonders
    anspricht und pflegt.


    Wie erfolgt die Betreuung?
    Diese spirituelle Aufgabe wird im Rahmen von Segnungen durchgeführt. Zu
    dem Zweck kommen Soldaten in einen Tempel, spenden und werden dabei
    von einem Mönch spirituell geschult. Solche Zeremonien umfassen dabei ein
    Gedenken an Gefallene, eine Rekapitulation und Aufarbeitung eigener Erlebnisse und schließlich das Segnen von Regimentsfahnen und Menschen.
    Dabei gilt dieser Segen dem Schutz und der Gesundheit, nie dem Töten.
    Zusammenfassen kann man als Kennzeichen hier anführen: Die Soldaten
    kommen in das Kloster.

    Alles anzeigen

    Und für Armee Sri Lankas hat ja da durchaus Kriegsverbrecher begangen z.B Krankenhäuser beschossen.


    Es ist eine irritierende Vorstellung wenn mandich da einen Soldaten vorstellt der sich bei all dem um den rechten Willen (cetana) bemüht. Also beim Schießen versucht nicht hasserfüllt rumzuballert sondern mit Gefühl dass man Schlimmeres verhindert, den Dharma zu beschützten usw. Für die Opfer macht das wohl keinen Unterschied.

  • Tantrische Symbolik

    • void
    • 29. Mai 2026 um 10:30

    Der Grund warum da eine verschlüsselte Sprache verwendet wird, ist ja dass es normale Menschen nicht verstehen sollen, weil es eben als zwar seiner wirksam aber auch mit Risiken und Nebenwirkungen behaftet gesehen wird und von daher nur in einem geschützten Kontext -mit fachkundigem Lehrer und Einweihungen praktiziert werden soll.

  • Diamantweg

    • void
    • 23. Mai 2026 um 23:08
    Hue32:

    Was ich kritisch sehe, ist weniger die Warnung vor psychisch instabilen Menschen, sondern die Gefahr pauschaler Einordnung. Denn psychische Zustände sind nicht stabil und eindeutig, sondern können sich verändern – und damit auch die Eignung für bestimmte Praktiken.

    Daraus entsteht eher die Notwendigkeit für Differenzierung statt für einfache Ausschlüsse oder pauschale Zuschreibungen.

    Ja, das ist ein ganz großes Problem. Gerade bei Psychosen ist es ja häufig so dass da die Leute zur Psychiatrie kommen, Medikamente bekommen mit denen sie mehr oder weniger gut zurechtkommen und dann quasi "auskuriert" sind aber oft natürlich trotzdem oft heroisch um Normalität kämpfen. Aufgaben bei denen gerade so Sachen wie Yoga, Achtsamkeit und Meditation super helfen können.


    Da ist es dann natürlich sehr kontraproduktiv Menschen genau das zu verweigern weil man sie als potentielle "gefährliche Irre" abstempelt.


    Aber wie löst man den Widerspruch auf?


    Was würde mich als Retreat Veranstalter beruhigen? Aussagen von den Leuten aus seiner Meditationsgruppe? Vielleicht ein Empfehlungsschreiben vom Arzt das mit hilft das einzuschätzen. Aber das ist wirklich schwer.


    Es reicht ja dass jemand beschließt seine Medikamente runterzufahren, der Arzt bekommt es nicht mit und schon ist die Situation gänzlich anders.

  • Sutren des Vajrayana.

    • void
    • 23. Mai 2026 um 22:55
    Moderation

    Ich schließe diesen Thread weil ich ihn nicht heilsam finde. Bei Kritik ist ja wichtig was genau man als Mißstand kritisiert und vor welchem Hintergrund. Wenn man seinen Kontext sehr offen hält und einfach nur zwei Dinge assoziiert eben Vajrayana und 'Sexualflüssigkeit als Ambrosia" dann ist es naheliegend, dass dies als Schmähkritik aufgefasst wird - als ein Bashing mit dem Ziel herabzusetzen.

  • Diamantweg

    • void
    • 23. Mai 2026 um 22:30
    Hue32:

    Ich gebe dir in dem Punkt sogar recht – wenn wir im gleichen Kontext bleiben.

    Die Frage ist dann aber: Gibt uns das wirklich das Recht, Menschen mit psychischen Schwierigkeiten grundsätzlich aus der Sangha oder sogar vom Dharma auszuschließen?

    Der Punkt ist doch, dass man als Veranstalter eine Verantwortung für die Teilnehmer hat und dieser gerecht werden muß.


    Angenommen ich veranstalte ein Retreat und es meldet sich jemand an, der sagt er hat ein schweres Trauma oder gerade Psychosen.


    Dann müsste ich mich doch schlau machen und erstmal das Risiko abschätzen: Also schauen was da passieren kann und wie man als Leiter reagieren muß. Schon das ist eine schwere Aufgabe für die ich mich nicht qualifiziert genug fühlen würde.


    Vielleicht ist unter den Teilnehmern ein ausreichend qualifizierter Psychologe oder Therapeut der sich erklärt ehrenamtlich die Aufgabe als "Ersthelfer" zu übernehmen und sicherstellen kann, dass in einem Notfall richtig gehandelt wird. Dann würde ich mich einigermaßen sicher fühlen.


    Aber wenn ich das Risiko nicht abschätzen kann und nicht mal weiß was zu tun wäre, dann kann ich dich auch der Verantwortung nicht gerecht werden,oder?

  • Diamantweg

    • void
    • 23. Mai 2026 um 17:01
    Hue32:

    Bringt die Mediation im Buddhismus nicht einfach zum Vorschein was eh schon im Geist ist?

    Also ob in diesem Leben oder einem anderen irgendwann muss man sich dem ja stellen.

    Das ist prinzipiell wahr.


    Aber so praktisch gesehen macht es Sinn, sich schrittweise größere Herausforderungen zu suchen. Erst mal auf einem kleinen Schiff segeln lernen, einen Segelschein, dann eine größere Tour machen und erst wenn man sehr erfahren ist eine Atlantiküberquerung. Zu sagen dass man sich dem ja auch gleich stellt, ist nicht so sinnvoll.


    Und gerade Leute mit schweren Psychosen haben ja automatisch meterhohe Wellen im Kopf - da bin ich Süßwassermatrose dagegen..

  • Diamantweg

    • void
    • 21. Mai 2026 um 13:16
    Qualia:

    Säkulare Muslime sind kein Problem. Radikale Muslime sind wie die Pest, leider benutzt der säkulare Moslem nicht die Instrumente, die er zur Verfügung hat, um die Radikalen zu isolieren.

    Ich wollte in die umgekehrte Richtung und argumentieren, dass man eben andere Menschen niemals als "wie die Pest" einstufen sollte und das genau der Weg ist, wie man Mitgefühl einschränkt oder so eine Einschränkung glaubhaft macht.

  • Diamantweg

    • void
    • 21. Mai 2026 um 10:46
    Anna Panna-Sati:

    Erschreckend aber, seine Äußerung ab ca. Min. 8:00, wo er - auf den Terroranschlag von Brüssel angesprochen - zuerst die Lektüre des Koran empfiehlt (damit man verstehen soll, dass dort der "Kampf gegen Ungläubige" - und damit also die Terroranschläge - propagiert/legitimiert werden!), um gleich darauf hinzuzusetzen: "...Dann hätte man vielleicht nicht so viele...über die Grenze geholt oder AUS DEM WASSER GEZOGEN sogar...." :shock:

    Das ist menschenverachtend und ohne Mitgefühl von ihm dahingesagt worden und passt so gar nicht in das Bild des charismatischen Lehrers, der aus "Mitgefühl mit allen Wesen" gelehrt und so viele Diamantweg-Zentren gegründet hat.

    Mitgefühl bedeutet ja, das man das Wohl der anderen im Blick hat. Und da ist die

    heikle Frage die, was genau zum Wohl beiträgt und was nicht.


    Man glaubt nicht, wie unterschiedlich Menschen zu unterschiedlichen Zeiten diese Frage beantwortet haben. Einige buddhistische Lehrer in Japan waren für den japanischen Imperialismus weil sie der irrigen Meinung waren, dies sei für alle das Beste. Die Ethik bemisst sich hier nicht mehr an Normen ( nicht Töten, nicht Lügen) sondern pragmatisch an einem "Größeren Wohl" oder dem Schutz vor einem "Größeren Übel". Es ist der Pferdefuß des Mahayana Pragmatismus.


    Wenn man dann wie Nydahl den Islam als so ein "Größeres Übel" sieht - als tödliche Seuche sieht, die alles vernichtet was und lieb und teuer ist, dann besteht das "Wohl der anderen" darin sie vor diesem Übel zu retten, seine Überträger im Wasser zu lassen und es auszumerzen. Es braucht also nicht mal negative Gefühle, man muß nur "Wohl" und "Übel" ausreichend bizarr definieren. Von daher ist es gut näher an den Normen des edlen achtfachen Pfades zu bleibt.

  • Tibetischer Buddhismus „Selbststudium“ Hilfe

    • void
    • 19. Mai 2026 um 22:15

    Während der Theravada-Buddhismus stark auf dem Studium des Pali-Kanons basiert, ist es doch bei Vajrayana so, dass dieser auf einer tantrischen Praxis beruht, bei der sämtliche Schulen des tibetischen Buddhismus übeteinstimmend sagen, dass diese auf die Übertragung durch eine qualifizierte Lehrperson

    angewiesen ist, um Probleme zu vermeiden.


    Allerdings gibt es im tibetischen Buddhismus auch eine theoretische Annäherung durch den Lamrim. z.B in den Werken von Gampopa ( "Der kostbare Schmuck der Befreiung und Tsongkhapa (" Die große Abhandlung über die Stufen des Pfades zur Erleuchtung (Lamrim Chenmo)"


    Von daher würde dich jeder dazu raten, eben Kontakt zu einer buddhistischen Tradition aufzubauen.

  • Metaphysik

    • void
    • 14. Mai 2026 um 21:08
    Tai:

    Für Buddhistinnen und Budhisten ist eine solche Metaphysik wie die Immanuel Kants vielleicht keine so schlechte Geistesschulung. Weil sie das Phänomen des Denkens und Erkennens gewissermaßen von Außen betrachtet, dabei die unmittelbare Erkenntnis von übernommenen Glaubenssätzen trennt und uns so zu einer Perspektive radikaler Ehrlichkeit den gegebenen Phänomenen gegenüber erzieht.

    Genau wie Kant untersucht auch der buddhistische Abhidhamma die Grundstrukturen der Erfahrung wobei ich sagen würde, dass beide zu fast gegensätzlichen Schlüssen über deren Ursprung kommen.


    Während der Abhidhamma die Phänomene (dhammas) dekonstruiert und ihre Vergänglichkeit aufzeigt, versucht Kant so etwas wie einen "metaphysischen Rahmen" zu etablieren..


    Er schlägt Raum, Zeit und die Kategorien nicht der Außenwelt zu, sondern definiert sie als notwendige Strukturen eines transzendentalen Subjekts. Dieses Subjekt fungiert als das Spielfeld, auf dem Erfahrung überhaupt erst möglich wird.


    Ich denke für Buddhisten wäre so ein transzendentales Subjekt eine Form des Atmans

    und die buddhistische Anatta Lehre ist genau eine radikale Kritik daran. Sie negiert genau so ein transzendentales Subjekt und jedes einzelne seiner metaphysischen Elemente. Der Hauptpunkt dabei ist wohl, dass Begriffe wie Raum, Zeit und Kausalität weniger Realitäten sondern mehr Abstraktionen gesehen werden.

    Sie beschreiben mehr die Struktur unseres Denkens.


    Während zu Kants Zeit die Struktur unseres Denkens als etwas gesehen werden konnte, was aus "erster Hand" quasi gottgegeben da ist, sieht man ja mittlerweile wie sehr die Struktur des Denkens Produkt der Evolution ist.


    Und Einstein zeigt wie sehr Raum und Zeit von einem "Kartesischen Rahmen" zu etwas wurde was eng mit den vergänglichen Dingen selbst verbunden ist.

  • Metaphysik

    • void
    • 13. Mai 2026 um 14:23
    JoJu91:

    Es gibt eine Realität, die unsere normale Wahrnehmung transzendiert, die sich jedoch empirisch angehen lässt, wenn man es ernsthaft versucht.

    Es gibt ja manchmal die Denkweise, dass man da auf der einen Seite die Physik hat, mit der sich Materie untersuchen lässt und dann die Metaphysik die sozusagen für das Übernatürliche zuständig ist


    Für viele Religionen paßt so eine Definition gut, weil da das Übernatürliche die Arena ist wo "gute übernatürliche Kraft " und "böse übernatürliche Kraft" aufeinanderprallen. Während das was nicht Übernatürlich ist irrelevant ist.


    Für den Buddhismus passt das überhaupt nicht:


    1. "Das Heilsrelevante ist nicht übernatürlich" Seine Arena ist ja die Ebene auf der es Dukkha gibt. Dies ist die "phänomenale Ebene" unserer Wahrnehmung. Hier gibt es das Problem uns seine Lösung - die Befreiung vom Leid". All dies ist nicht physikalisch. Aber von geistigen Phänomenen wie Wut oder Gier und ihrem verschwinden zu sagen, sie seien metaphysisch ist auch Unsinn
    2. "Das Übernatürlich ist nicht Heilsrelevante"Auf der anderen Seite Im Palikanon kommen alle möglichen übernatürlichen Wesen vor: Götter, Hungergeister, Nagas, Baumeister. Aber ob sie jetzt normal wagengenommen werden können, oder nur wenn man auf einer anderen Daseinsebene oder Pilzen ist, ist egal. Die Unterscheidung natürlich und übernatürlich, ist egal.

    Wichtig ist nur eine Transzendenz. Die von Samsara hin auf Nibbana.

  • Diamantweg

    • void
    • 13. Mai 2026 um 08:33
    Iris:

    .Ausnahmslos immer hat Lama Ole jeden offen und liebevoll angenommen. Einige Male hat er sich explizit für die Menschen Zeit genommen und sie gebeten nach dem Vortrag zu ihm zu kommen.

    Es ist so ein Irrtum , das man Vorurteile oft mit einem unfreundlichen, aggressiven Verhalten gleichsetzt. Jemand kann sehr sexistischen Vorstellungen von der Rolle der Frau haben, aber im Umgang der perfekte Kavalier sein. Ich habe auch christliche Menschen erlebt, die Homosexualität als tiefe Sünde und durch und durch falsch sahen aber zu dem einzelnen Homosexuellen freundlich und anerkennend waren. Mein Onkel lud seine kurdischen Nachbarn ein und war mit ihnen befreundet und sah gleichzeitig ihre Kultur als eine mindere. Nettheit ist kein wirkliches Kriterium.


    Solche im persönlichen Umgang netten Leute können trotzdem an Strukturen mitwirken, die andere diskriminieren und ausgrenzen.

  • Metaphysik

    • void
    • 11. Mai 2026 um 19:28
    Ochse:

    Man kann (z.B. unter Berufung auf Kant oder Heidegger) durchaus Metaphysik-Kritik üben (wenn man's denn kann!), aber es erstaunt mich immer wieder, wie 'Metaphysik!' quasi zum Schimpfwort geworden ist, und man ihr bestenfalls noch (wie oben) die Rolle des 'geschickten Mittels' für Simpel (wie Kants Kammerdiener) zugesteht.

    Für mich hat das Wort "Metaphysik" zwei verschiedene Bedeutung.


    Klassisch ist ja "Metaphysik" das Wort für eine bestimmte Art der Philosophie, die sich mit allem beschäftigt, was man nicht empirisch angehen kann. Dadurch driftet man leicht in sehr abstrakte Gedankengebäude ab. Diese Gefahr hat ja Buddha öfter angemahnt. In seiner Warnung mit der Beschäftigung mit unlösbaren Frage ( z.B ist die Welt ewig). Im "Gleichnis vom Pfeil" ermahnt er, sich pragmatisch mit dem was zur Befreiung führt zu beschäftigen und nicht abzudriften.


    Aber auf der anderen Seite steht "Metaphysik" oft für eine Realität, die unsere normale Wahrnehmung transzendiert. Viele grundlegende buddhistische Begriffe wie Leerheit/ Shunyata/Tatagatha/Befreiung/Karma fallen in diese Kategorie. Wenn man zu stark versucht diese Begriffe gedanklich aufzudröseln landet man bei "Metaphysik im ersten Sinne"


    Aber dies muß nicht sein. Weil ja diese Worte eben - auch wenn sie insofern metaphysisch sind als sie auf "das andere Ufer" deuten, eine konkrete Funktion innerhalb der Praxis einnehmen können.

  • Falsche Mönche, echte Gewinne

    • void
    • 11. Mai 2026 um 09:49

    Es gibt auch immer mehr religiöse Bots. Ich habe aus dem Bekanntenkreis in einer Freikirchen gehört, die sich mit Jesus auf Telegram austauscht. Da bleibt dann die Frage "Was würde Jesus tun" nicht mehr hypothetisch sondern er ist immer mit dabei.

  • Diamantweg

    • void
    • 10. Mai 2026 um 23:17

    Es kommt ja vor, dass Veranstalter von bestimmten Kursen betonen, dass die jeweiligen Meditationslehrer nur darin befähigt sind Durchschnittsmenschen in der Meditation zu begleiten, dass ihnen aber die fachliche Qualifikation fehlt, auf die Arten mit denen Leuten mit psychiatrischen Erkrankungen wie Depression, Schizophrenie und Paranoia auf Meditation reagieren könnten und dass diese deswegen nicht teilnehmen sollen.Dies gibt es bei einigen Gruppen aus ganz unterschiedlichen Traditionen.


    Ich glaube auch im Diamantweg wird das so formuliert, dass man wenn man als psychisch nicht belastbar eingestuft wird, nicht an den Sommerretreats teilnehmen darf.

  • Nächstenliebe im Buddhismus

    • void
    • 10. Mai 2026 um 19:14

    Ich denke dass der Buddhismus an vielen Stellen zu zu positiven Haltungen, wie Mitgefühl, Geduld und Freundlichkeit ermutigt.


    Situationen wie bei Eison und Ninshō(1217- 1303) wo man im Sinne eines tätigen Mitgefühls anfängt Brunnen, Krankenhäuser und Brücken zu bauen sind sehr selten.


    Eison muß in der japanischen Geschichte bis zu Shōtoku Taishi ( 574 -622) zurückgehen - also so 500 Jahre - um ein ähnliches Maß an sozialen Engagement zu finden. Warum?


    Der Grund ist denke ich, dass die Sicherung des Sozialen normalerweise Sache von Staat und Gesellschaft ist. Und nur wenn der Staat diese Aufgabe nicht wahrnehmen kann springen dann auch religiöse Institutionen ein.


    Von daher sieht man auch heute im Krankenhaus wenig Nonnen: Kommunen, Bundesstasten und Staat kriegen es so hin.


    Hier eine Grafik, die die "Mächtigkeit des Staates" in China und Europa dadurch anzeigt in dem sie auflistet, wie viel Prozent der Bevölkerung unter der Herrschaft des mächtigsten Gemeinwesen stehen ( paßt nicht ganz)


    Für China sieht man ein deutliches Muster: Zwischen langen Zeiträumen eines starken Staates sieht man ( als Gräben ) chaotische "Zeiten des Zerfall" in denen das Land in streitende Fürstentümer aufgeteilt ist.


    Der Inhalt kann nicht angezeigt werden, da du keine Berechtigung hast, diesen Inhalt zu sehen.

    Sieht man sich dagegen die Kurve für Europa ansieht, dann sieht man keinen kleinen Graben heruntergefahrener Staatlichkeit sondern mit dem Mittelalter einen Jahrhunderte langen Graben, wo es kein großes Reich gab, dass sich um Krankenhäuser kümmern konnte und wo diese Aufgabe von religiösen Institutionen übernommen wurde.

  • Nächstenliebe im Buddhismus

    • void
    • 10. Mai 2026 um 16:54

    Im Japan der Kamakura Zeit gab es die von Eison gegründete Shingon-Risshū-Schule, die einerseits den Vinaya stärkte, andererseits auch danach strebte, möglichst viele gute Werke zu tun. Ein Zentrum hierfür war der Gokuraku-ji in Kamakura. Der Mönch Ninshō engagierte seine Mönche und auch Laien dazu Brücken in armen Gegenden zu bauen, Brunnen zu graben, Krankenhäuser zu bauen und sich um Waisen und Leprakranke zu kümmern.

    Wikipedia:

    Ninshō arbeitete bis zu seinem Tod im Jahr 1303 im Tempel, sowohl an buddhistischen Lehren als auch als Baumeister und Heiler. Auf dem Gelände entstand ein Krankenhaus, das den Überlieferungen nach mehr als 60.000 Patienten innerhalb von 20 Jahren behandelte, vorwiegend Personen; die an Lepra erkrankt waren. Sie galten wie in Europa als Aussätzige, zu denen der Kontakt gemieden wurde.

  • Nächstenliebe im Buddhismus

    • void
    • 10. Mai 2026 um 15:35

    "Nächstenliebe" ist ein sehr konkretes christliches Konzept:

    1. Man ja dadurch Erlösung indem man sich in der "Gottesliebe" an Gott hingibt.
    2. In Christus ist Gott Mensch geworden, er nahm Leid und Kreuzigung auf sich.
    3. Jesus "Was ihr dem geringsten meiner Brüder getan habt, das habt ihr mir getan"

    So werden Taten gegenüber Schwachen und Hilfsbedürftigen direkt zu Taten gegenüber Jesus und damit zu Akten der Gottesliebe.


    Dies ist ein sehr komplexer Gedankengang und es gibt da im Buddhismus wenig direkte Entsprechungen. Am nähesten ist vielleicht die Geschichte von Asanga und der Hündin aus dem tibetischen Buddhismus:

    Lama Yeshe:

    Außerdem solltest du wissen: Auch wenn er nicht unzählige fühlende Wesen liebt, führt schon die Liebe zu einem einzigen fühlenden Wesen dich zur Erleuchtung.


    Zum Beispiel sah Arya Asanga selbst nach zwölf Jahren der Zurückgezogenheit den Buddha Maitreya nicht. Dann machte er sich auf den Weg und sah einen schwarzen Hund, der schwer verwundet und voller Maden war. Arya Asanga empfand so viel Mitgefühl für den Hund, dass er Fleisch aus seinem eigenen Oberschenkel – nicht aus dem Oberschenkel eines anderen – herausschnitt, um es auf die Maden zu legen. Dann streckte er seine Zunge aus und schloss die Augen, doch seine Zunge berührte die Maden auf dem Hund nicht. Als er die Augen öffnete, sah er Maitreya Buddha. Er ergriff Maitreya Buddha und sagte: „Wie kommt es, dass ich dich so lange nicht gesehen habe, als ich mich im Rückzug befand?“ Maitreya Buddha sagte: „Ich war die ganze Zeit mit dir in der Höhle.“ Er zeigte Arya Asanga, wo er in der Höhle gespuckt hatte, doch tatsächlich spuckte er auf Maitreya Buddhas Gewand.

  • Ich bin der Baum, den ich wahrnehme?

    • void
    • 8. Mai 2026 um 20:28

    Nein, da hast du mich mißverstanden. Mir geht es nur darum, dass eine bestimmte Sicht von " romantischer Verbundenheit" falsch ist, und nur deswegen betone ich, dass es eben auch Situationen gibt die wir als "verstörend" erleben - wo also unsere Erwartungen sehr enttäuscht werden.


    Gerade wenn man eher romantische Erwartungen (Verbundenheit, Harmonie, Sieg des Guten) wird man ja dazu tendieren, von der Welt entäuscht zu werden. Während man, wenn man viel abnehmen kann, da wenig Probleme hat. Du drückst das gut aus. Wenn wir nicht mehr der Nabel der Welt sind - kein Hauptact sondern eher nette Komparsen im Hintergrund - dann sind wir darüber verbunden. Ich kann dir da sehr zustimmen.

  • Ich bin der Baum, den ich wahrnehme?

    • void
    • 8. Mai 2026 um 10:04
    Igor07:
    void:

    Unsere Geburt führt dazu, dass wir aus der Mutter rausgeflutscht sind, dass wir Altern und Sterben, liebgewonnenes verlieren und Widriges erfahren.

    Zu pessimistisch, scheint mir:


    Zitat
    Zitat

    Und so lang du das nicht hast,
    dieses Stirb und Werde,
    bist du nur ein trüber Gast
    auf der dunklen Erde.

    West-östlicher Divan, Buch des Sängers, Selige Sehnsucht

    "Ich" lebe weiter: in meinen Kindern, meinen Enkeln, so ist das Leben.

    Die goldene Mitte oder der mittlere Weg.

    Alles anzeigen

    Viel unsere Sehnsucht nach Verbundenheit ist ja ein Wunsch nach Geborgenheit und Bestätigung durch andere. Was ha oft erfüllt ist: Man findet eine liebenden Partner, hat eine Familie, findet Freunde, hat einen erfüllenden Job.


    Es gibt Verbindungen aber sie sind beschränkt, ein großer Teil des Universums ist uns nicht "freundlich verbunden". Du zitierst da ja einen Teil eines Gedichts, wo es um das Annehmen des "Stirb und Werde" geht. Es ist wahrscheinlich eher selten, dass dieses Gedicht dazu herangezogen wird, um Optimismus das Wort zu reden, da es ja als eines von Goethes düstersten, rätselhaftesten und verstörenden Werk gilt.


    Du zutiefst ja nur die letzte Strophe, wo man ja nicht merkt dass es um eine Motte geht, deren deren Begierde ("selige Sehnsucht" ) sie ihn die Flammen einer Kerze treibt:

    Selige Sehnsucht:

    Sagt es niemand, nur den Weisen,
    Weil die Menge gleich verhöhnet,
    Das Lebend'ge will ich preisen,
    Das nach Flammentod sich sehnet.


    In der Liebesnächte Kühlung,
    Die dich zeugte, wo du zeugtest,
    Überfällt dich fremde Fühlung
    Wenn die stille Kerze leuchtet.


    Nicht mehr bleibest du umfangen
    In der Finsternis Beschattung,
    Und dich reißet neu Verlangen
    Auf zu höherer Begattung.


    Keine Ferne macht dich schwierig,
    Kommst geflogen und gebannt,
    Und zuletzt, des Lichts begierig,
    Bist du Schmetterling verbrannt.

    Alles anzeigen

    Das "Stirb und Werde" das man annehmen soll, umfasst also nicht nur "Happy familes" sondern die Natur enthält auch Verstörendes und Widersinniges. Und ein Annehmen dessen ist eben nicht nur ein Annehmen des Angenehmen sondern gerade auch dessen was uns sehr gegen den Strich geht, das "Absurde" bzw Dukkha.


    Nur durch das Annehmen kommen wir zu Friede und Verbundenheit .

Ausgabe №. 136: „Liebe & Loslassen"

  1. Impressum
  2. Datenschutzerklärung
  3. Nutzungsbedingungen
Netzwerk Buddhismus
Community-Software: WoltLab Suite™ 6.2.5
Buddhaland Forum in der WSC-Connect App bei Google Play
Buddhaland Forum in der WSC-Connect App im App Store
Download