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Beiträge von Anna-Lyse Dhamma

  • Der vergleichende Geist: DÜNKEL (mana) und seine Auswirkungen...

    • Anna-Lyse Dhamma
    • 28. Mai 2026 um 01:10

    Lieber Qualia ,

    vielen Dank für deine tiefgründigen Beiträge. _()_:heart:

    Sorry, wenn ich nicht alles verstehe und nachfragen muss, wie z.B. bei den folgenden Aussagen:

    Qualia:

    „Ich“ erscheint, wenn ein Gefühl wahrgenommen wird, angenehm, unangenehm, gleichgültig. „Vedana.“

    Zwangsläufig?

    Ich dachte bisher, dass das "Ich" erst durch geistige Gestaltungen (Sankhara) "erscheint", die z.B. einen, als unangenehm empfundenen, Schmerzreiz zunächst zum "eigenen" Schmerz machen/einem "Selbst" zuordnen und dann darum zu kreisen und anzuhaften beginnen.

    Die Identifikation wächst mit jedem weiteren, selbstbezogenen Gedanken ("Ich leide jetzt", "Ich bin ein Unglücksrabe", o.ä. ..).

    Qualia:

    Vedana ist das erste Auftreten von Ich ohne das Wissen eines Ich bin.

    Das ist der Anfang von Dünkel.

    Dass Vedana selbst ein "Ich" hervorbringen soll (wenn ich das richtig begriffen habe), lässt in mir die Frage hochkommen, warum dann die meisten Tiere kein "Ich" entwickelt haben, obwohl sie auch angenehme/unangenehme Gefühle wahrnehmen?


    Der vergleichende Selbstbezug ist natürlich leidhaft:

    -"Vorher ging es mir gut - jetzt leide ich an Schmerzen"

    - "Ich bin nun schlechter dran.."

    Qualia:

    Ich muss erkennen das ich nur ein Jemand bin, und dann alle meine saṅkhāra-Identifikationen zu Rollen machen, die im sozialen Spiel notwendig sind.

    Mit "Jemand" meinst du eine "Person"? Die in einem bestimmten Verhältnis zu anderen Personen steht und sich jeweils "rollenmäßig" anpasst?

    (Aber da gibt es ja immer noch dieses "Ich bin." ? :shrug:)

    Qualia:

    Buddha ist ein Jemand, der die Rolle „Buddha“ zeigt und die Kleidung, die andere ihm gegeben haben, trägt. Doch weder die Rolle „Buddha“ noch die Kleidung „Buddha“ sind ich bin jemand.

    Es gibt also keine Identifikation mit der gespielten Rolle...

    Qualia:

    . Ein Erwachter ist nicht identitätslos, er ist identifikationslos.

    :like:


    Beim Erwachten gibt es ja weiterhin Wahrnehmung, Sprache, Charakter/Temperament und das Verhalten, welches z.B. in sozialen Rollen praktisch gezeigt wird.

    Die konventionelle Person ist also nicht "ausgelöscht", nur jede Anhaftung ("Ich"/ "Mein"-Machen") und damit Identifikation.


    Worüber ich auch immer wieder stolpere, ist die Frage, warum ein Stromeingetretener/Sotapanna - 1. Erleuchtungsstufe im Theravada - (ebenso Anagami, Sakadagami), der doch die Persönlichkeitsansicht (sakkaya-ditthi) überwunden hat, trotzdem noch einen Ich-Dünkel (asmimana) aufweist....?:?


    Liebe Grüße _()_:heart::)

  • Der vergleichende Geist: DÜNKEL (mana) und seine Auswirkungen...

    • Anna-Lyse Dhamma
    • 26. Mai 2026 um 18:38

    Herzlichen Dank auch dir, liebe Monikamarie , für deinen inspirirenden Erfahrungsbericht. _()_:heart:

    Monikamarie:

    als ich "meinen Dünkel" erkannte, fühlte ich mich eigentlich schon fast befreit davon, denn nun wusste ich, wo ich "ansetzen" musste.

    :like: Erinnert mich an Ayya Khemas "Formel":

    "Erkennen - nicht tadeln - ändern" :)

    Monikamarie:

    Sobald ich mich gehen lasse, falle ich in alte Gewohnheiten zurück. Diese Erfahrung mache ich immer wieder, solange bis sie erloschen ist.

    Ach ja, so geht es mir auch :shrug: und manchmal fühle ich mich etwas kraftlos durch die ewigen Wiederholungen ("Wiedergeburten"...;)).

    Man muss halt "dranbleiben" und nicht nachlassen - "rechte Anstrengung" ...

    Monikamarie:

    Ich kümmere mich nicht darum, ob ich das je erreiche.

    Ich übe mich einfach immer wieder darin.

    :like:

    Ohne mich jetzt selbst abwerten zu wollen, muss ich sagen, dass ich so ein richtiger "Papanca-Typ" bin - neige dazu, mir viel zu viele Gedanken zu machen :roll:, was unnötig Energie/Kraft kostet und die Achtsamkeit erschwert.

    Monikamarie:

    Ich finde den Pfad spannend und das Beste, was ich je finden konnte.

    Volle Zustimmung! :D


    Liebe Grüße, Anna :):heart:_()_

  • Der vergleichende Geist: DÜNKEL (mana) und seine Auswirkungen...

    • Anna-Lyse Dhamma
    • 26. Mai 2026 um 18:18

    Vielen Dank, lieber mukti für deinen wertvollen Beitrag, inkl. des Hinweises auf die beiden lehrreichen Suttas. _()_:heart:

    mukti:

    Die Wurzel des Dünkels ist die Auffassung 'Ich bin die Khandha'. Da kommt man nicht so leicht heran, nur allmählich und mit viel Geduld lässt sie sich beseitigen.

    Die Begegnung auf Augenhöhe (gleich bin ich) ist schon mal besser als das Herabsehen oder sich minderwertig fühlen.

    Was ich jetzt nicht so recht verstehe, ist, dass Dünkel im Buddhismus bereits mit der Auffassung "Ich BIN." beginnt (also noch nicht einmal "ICH bin....- die Khandha, XY,....).

    "Bin" ist ja eine konjugierte Form von "sein" und reines "Da-Sein" bedeutet doch noch nicht "jemand" ( = Identität) oder gar "wichtig" zu sein, sondern lediglich Präsenz - also Anwesenheit (physische Anwesenheit) oder Gegenwärtigkeit (achtsames Dabeisein im aktuellen Moment).


    Vergleichen - per se - z.B. in der Gesellschaft (die Leistungen, Eignungen, Funktionen, usw. unterscheidet und verschiedenartig bewertet) bedeutet erst mal nur (mehr oder weniger) nüchtern-rationale Unterscheidung/Differenzierung.


    Der Einzelne kann daraus jedoch - durch Dünkel - Identität bauen:

    Darum bin ich besser/schlechter/gleichwertig.


    Man "darf" also im Buddhismus schon unterscheiden und sogar - sachlich - realistisch bewerten und einschätzen, solange das Vergleichen nicht zum "Ich-Machen" wird:


    "Er kann das besser, also bin ich minderwertig."

    wäre demnach unheilsam, während die objektiv-rationale Feststellung

    "Für diese Aufgabe ist diese Person geeigneter, weil sie über diese/jene Fähigkeiten verfügt."

    keinen unheilsamen/dünkelhaften Vergleich darstellt.

    Oder? :?


    Heilmittel gegen Selbstabwertung (schlimmstenfalls Selbsthass) ist natürlich Liebende Güte/Selbstannahme (Metta, Maitri), die letztlich auch Mitfreude (Mudita) mit der "Konkurrenz" ermöglicht. ;)


    Wie du es so gut auf den Punkt gebracht hast:

    mukti:

    Schließlich ist im achtfachen Pfad alles enthalten, was zur Befreiung von Dünkel nötig ist und

    da tut man halt, was man kann.

    _()_:like:


    Liebe Grüße, Anna :)_()_:heart:

  • Der vergleichende Geist: DÜNKEL (mana) und seine Auswirkungen...

    • Anna-Lyse Dhamma
    • 24. Mai 2026 um 20:06

    Hallo, ihr Lieben, :)


    außerhalb des Buddhismus wird Dünkel im Allgemeinen mit Arroganz, Stolz, Hochmut, Eitelkeit usw. gleichgesetzt und entsprechend geschmäht:

    Zitat

    Wie klein ist das, was einer ist, wenn man's mit seinem Dünkel misst. (Wilhelm Busch)

    Zitat

    Der Hochmut ist eine Art von Ehrbegierde, nachdem wir anderen Menschen ansinnen, sich selbst, in Vergleichung mit uns, gering zu schätzen.

    Der Hochmut verlangt von anderen eine Achtung, die er ihnen jedoch verweigert. (Immanuel Kant)


    Im Buddhismus bedeutet "Dünkel" zusätzlich die letzte Fessel - erst der Arahant ist davon befreit - und es werden 3 Arten des Dünkels unterschieden, wobei die tiefste Ebene der sogenannte "Ich-Dünkel" (asmimana) einnimmt, das grundlegende Gefühl "Ich bin." Es impliziert, ein unabhängiges Selbst, ein "Jemand" zu sein, der womöglich wichtig und bedeutsam ist.

    Zitat

    māna

    Dünkel, Stolz, Ansicht, Meinung, Einbildung,

    ist eine von den an den Kreislauf des Daseins kettenden 10 Fesseln (siehe samyojana). Er schwindet erst beim Eintritt in die Vollkommene Heiligkeit oder Arahatschaft.


    • den (Gleichheits-)Dünkel (māna): ,Ebenso bin ich'
    • den Minderwertigkeitsdünkel (omāna): ,Schlechter bin ich'
    • den Überlegenheitsdünkel (atimāna): ,Besser bin ich'

    Laut Buddhadharma ist also dieser "Ich-Wahn"/-Dünkel" die letzte Fessel, die sich erst beim vollständig Erleuchteten/Erwachten löst.

    Mithin sollte der "Übende auf dem Pfad" realistischerweise davon ausgehen, seehr lange - lebenslänglich damit zu tun zu haben....(Mit der Dünkelhaftigkeit der Anderen sowieso, aber das sollte uns weniger kümmern...;))


    Das Gegenteil von Dünkel:

    - (weltlich): Bescheidenheit, realistische Selbsteinschätzung, Demut

    - Im Buddhismus: Erkenntnis von Nicht-Selbst (Anatta) und Gleichmut (Upekkha) = frei von Vergleichen, Gier und Abneigung/Hass


    Möchte Auszüge zweier Suttas vorstellen, die das Thema behandeln:

    Zitat

    S.22.49. Sona I -- 7. Soṇa Sutta


    ....4.-8. "Wenn sich da, o Sona, Asketen und Priester aufgrund der vergänglichen, leidvollen, wandelbaren Körperlichkeit - des vergänglichen, leidvollen, wandelbaren Gefühls - der vergänglichen, leidvollen, wandelbaren Wahrnehmung - der vergänglichen, leidvollen, wandelbaren Gestaltungen - des vergänglichen, leidvollen, wandelbaren Bewußtseins als besser betrachten, als gleichwertig betrachten, als geringer betrachten - was sollte dies anderes sein als ein Nichtverstehen der Wirklichkeit!


    9.-13. Wenn sich aber, o Sona, Asketen und Priester aufgrund der vergänglichen, leidvollen, wandelbaren Körperlichkeit - des ... Bewußtseins nicht als besser betrachten, nicht als gleichwertig betrachten, nicht als geringer betrachten: was sollte dies anderes sein als ein Verstehen der Wirklichkeit!

    Zitat

    A.VI.49 Wie edle Söhne ihre Heiligkeit kundtun - 7. Khema Sutta

    ...»Wer da, o Herr, ein Heiliger ist, ein Triebversiegter, der den Heiligen Wandel vollendet und sein Werk vollbracht, die Bürde abgelegt und die Daseinsfesseln gelöst hat, der durch das vollkommene (Heiligkeits-)Wissen befreit ist, einem solchen kommt nicht mehr der Gedanke:

    'Es gibt keinen, der besser ist als ich' oder 'Es gibt keinen, der mir ebenbürtig ist' oder 'Es gibt keinen, der geringer ist als ich.' Also sprach der ehrwürdige Sumana, und der Meister billigte es. Sehend, daß der Meister es billigte, erhob sich der ehrwürdige Sumana vom Sitze, begrüßte den Erhabenen ehrerbietig, und, ihm die Rechte zukehrend, entfernte er sich.


    Kurz nachdem aber der ehrwürdige Khema und der ehrwürdige Sumana gegangen waren, wandte sich der Erhabene an die Mönche: »Wahrlich, ihr Mönche, auf solche Weise tun edle Söhne ihr Heiligkeitswissen kund. Eben die Wahrheit wurde dargetan, ohne auf sich selber anzuspielen.

    Es gibt da aber einige Toren, die gleichsam prahlerisch Heiligkeitswissen vorgeben. Diese aber geraten später in Ungemach.«

    Zitat

    Nicht besser und nicht gleich,

    nicht schlechter auch sich haltend,

    so wandeln Heilige fesselfrei,

    für die Geburt versiegt, beendet ist

    vollendet heiligen Lebens Ziel.

    Alles anzeigen

    Tja, wenn ich diese alten Schriften so lese, wird ersichtlich, dass das Leid, das durch den Dünkel hervorgerufen wird, schwer zu beseitigen ist, weil sich der Dünkel so hartnäckig hält.....


    Da ich mich hauptsächlich mit "Minderwertigkeitsdünkel" ("Ich genüge nicht.") herumplag(t)e (kommt immer wieder mal hoch..), dachte ich, es wäre schon ein Fortschritt, sich "gleichwertig" zu fühlen. Psychologisch gesehen, mag das auch stimmen, aber von buddhistischer Warte aus, bedeutet das Eine, wie das Andere,

    unheilsame Fixierung auf das Ego, also Ich-Bezogenheit.


    Vergleiche führen fast immer - früher oder später - zu Leiden, man stellt z.B. Vergleiche an

    - mit anderen Menschen (Aussehen, Alter, Beliebtheit, Besitz, Bildungsgrad, usw.)

    - mit sich selbst (in früheren Zeiten...anicca-dukkha)

    - der heutigen mit anderen Zeiten


    - Ganz "schlimm" ;): "Spiritueller Dünkel" , meist ein Überheblichkeitsdünkel, der Vergleiche zwischen den Religionen, verschiedenen buddhist. Schulen und/oder den Übenden zieht...

    (Berührt besonders unangenehm, weil man ihn nicht erwartet hat.)

    Und dann dieser (ev. heimliche) Stolz aufs "Einfach sein", gerade mal im Zustand des reinen, absichtslosen Gewahrseins gewesen zu sein, völlig "ich-los" - toll! :angel:8) ;)


    Da tun sich eine Menge Fragen auf...:


    1. Wie gehe ich mit meiner Dünkelhaftigkeit um?

    2. Wie gehe ich mit der Dünkelhaftigkeit Anderer um?

    3. Wie hört man mit dem Vergleichen auf, in einer Welt, wo ständig verglichen, bewertet und be/verurteilt wird?

    ("Wettbewerbsgesellschaft")

    4. Wie kann man sich - trotz erkannter Dünkelhaftigkeit - noch selbst lieben? ....


    Klar ist, dass Achtsamkeit, Metta-Praxis und Entwicklung von (Selbst-) Mitgefühl hilfreich sind, aber es ist m.E. schwer, die Gewohnheit des Vergleichens abzulegen, wenn man von von klein auf, darauf geprägt und "gedrillt" wurde.

    (Meine Eltern zogen ständig Vergleiche und ich verglich mich schon recht früh mit meinen Eltern und befand, dass ich nicht so schön wie Mama und nicht so klug wie Papa war - und auch nie so werden würde! - Ja, ich war schon damals sehr ehrlich - auch mit mir selbst - huch, Dünkel! ;):erleichtert:)

    Zitat

    Sehr blind ist man, wenn man sich selbst nicht als voll von Dünkel, Ehrgeiz, Begierden, Schwäche, Elend und Ungerechtigkeit erkennt.

    Und wenn man, nachdem man dies erkannte, nicht wünscht, davon befreit zu werden. (Blaise Pascal)

    Klingt ja fast nach dem Buddha..?! :?


    Bitte habt Mut und schreibt etwas zum Thema - freue mich über jeden Beitrag! :)


    Liebe Grüße, Anna :)_()_:heart:


    PS: "Ergriffen sagt eine Ameise zur anderen: "Sieh nur diesen unendlichen Sternenhimmel. Man fühlt sich ganz klein und unbedeutend."":grinsen:

    (Aus diesem sehr empfehlenswerten Dharma-Vortrag zum Thema "Mana" von Fred von Allmen: https://www.fredvonallmen.ch/dmxDaten/Beleh…%20a-Balken.pdf)

  • Diamantweg

    • Anna-Lyse Dhamma
    • 24. Mai 2026 um 18:08
    void:

    Es kommt ja vor, dass Veranstalter von bestimmten Kursen betonen, dass die jeweiligen Meditationslehrer nur darin befähigt sind Durchschnittsmenschen in der Meditation zu begleiten, dass ihnen aber die fachliche Qualifikation fehlt, auf die Arten mit denen Leuten mit psychiatrischen Erkrankungen wie Depression, Schizophrenie und Paranoia auf Meditation reagieren könnten und dass diese deswegen nicht teilnehmen sollen

    Das ist zwar ein nachvollziehbarer Grund, (bekannt) psychisch Schwerkranke nicht in bestimmte Kurse aufzunehmen, aber in Zeiten, wo immer mehr Menschen psychisch erkranken, wäre es ein Signal des gelebten Mitgefühls, wenn große Zentren, wie das Diamantwegzentrum in Immenstadt, zumindest einen Teil ihrer Meditationslehrer fachlich schulen ließen (z.B. Ausbildung zum Heilpraktiker "Psychotherapie" - sie dauert nur zw. 6 und 24 Monaten - o.Ä.).

    ewald:

    Es gibt so viele Menschen, die im Laufe ihres Lebens eine psychische Diagnose erhalten aufgrund ihres Erlebens und nur die wenigsten davon sind selbst- oder fremd gefährdend.

    So ist es und ohnehin kann wohl niemand im Vorhinein 100 %ig ausschließen, dass ein - dem Anschein und der Selbsteinschätzung nach - gesunder Mensch dennoch unangenehme "Nebenwirkungen" der Meditationspraxis auf einem Retreat erfährt.

    Hue32:

    Was mir im Diamantweg ebenfalls massiv aufgefallen ist: Dort liefen auffallend viele Menschen mit schweren psychischen Problemen herum – Menschen mit instabilen Persönlichkeiten, starken emotionalen Problemen, selbstverletzendem Verhalten oder massivem Bedürfnis nach Anerkennung und Zugehörigkeit.

    "Auffallend viele...." Im Vergleich zu was? Arbeitsplatz, Universität, Familien-/Freundeskreis....?

    Du schreibst ja selbst, dass gerade solche, besonders leidende Menschen, oft Hilfe/Heilung in Religion und Spiritualität suchen und entsprechende Zentren ansteuern, das hieße ja, dass genau dort gerade jene Menschen landen, die von Anderen oft als "schwierig" bezeichnet werden....:?

    Hue32:

    Darüber wurde aber praktisch nie offen gesprochen.

    Es wirkte eher wie ein unausgesprochenes System: Solange man funktionierte und loyal blieb, wurde alles unter den Teppich gekehrt.

    Klar, die Fassade muss stimmen, sonst würden ja u.U. Menschen (auf der Suche nach Erleuchtung...) abgeschreckt...

    Hue32:

    Und ja, ich glaube ebenfalls, dass viele spätere Dynamiken nicht mehr nur mit Ole selbst zu tun hatten, sondern mit den Strukturen und den Menschen um ihn herum. Wenn ein Gründer älter, krank oder schwächer wird, entsteht oft ein Machtvakuum, das andere ausfüllen.

    Menschen mit "massivem Bedürfnis nach Anerkennung", z.B. mit stark narzisstischen Persönlichkeitsanteilen, die sich in den Zentren oft intensiv einbringen/engagieren und häufig auch über Charisma verfügen..., vertraut man ja nur zu gerne verantwortungsvolle Ämter an, die immer auch eine gewisse Macht verleihen (z.B. Leute rauszuwerfen und Hausverbote zu erteilen).

    Iris:

    Als ich mein Hausverbot vor ca. 8 Jahren bekam, war Ole schon an Alzheimer erkrankt. Die Menschen, die für ihn gesprochen haben und ihn in seinen Zentren vertreten haben, haben das auf ihre eigene Weise gemacht.

    Allerdings hatte Lama Ole, in all den Jahren zuvor, auch schon "Vorarbeit" geleistet und die Richtung gewiesen...


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    Ab Min. 5:20 stellt Ole Nydahl fest: "Man wird nicht so ein Weichei, wenn man an die Sache reingeht, man wird nicht so ein "Schlaffi", so ein "Halleluja-Typ" (= Seitenhieb auf Jesus??)...."

    Min. 5:26: "Zuhauen, wenn es nötig ist!" :eek:


    Wen wundert es da noch, dass er die "Schwachen" nicht zulässt....?:shrug:


    Ich hoffe, es ändert sich bald etwas zum Besseren. _()_


    Liebe Grüße :)_()_:heart:

  • Diamantweg

    • Anna-Lyse Dhamma
    • 22. Mai 2026 um 20:45
    Qualia:

    Als mittlerer Weg verblendet man schnell, dass ein mittlerer Weg immer auch einen guten und einen schlechten Weg an seinen Seiten benötigt, um überhaupt der Mittlere zu sein.

    Keine Ahnung, ob ich verstanden habe, worauf du hinauswolltest, lieber Qualia ..... :shrug:

    Der mittlere Weg Buddhas beschreibt m.E. doch eher die Mitte zwischen zwei schlechten Wegen - der extremen Askese und Selbstkasteiung einerseits und zügellosem Hedonismus andererseits.


    Er repräsentiert also den Zwischenraum zwischen zwei Extremen, die "gemäßigte", weise (ausbalancierte) Mitte.


    Leben ist ja im Grunde auch das ständig sich wiederholende Bemühen, in einer erträglichen-wohltuenden Balance zwischen "zu wenig" und "zu viel", zu sein (und möglichst lange zu bestehen - Extreme bringen uns leicht um..).


    Liebe Grüße :)_()_:heart:

  • Diamantweg

    • Anna-Lyse Dhamma
    • 20. Mai 2026 um 23:38
    verrückter-narr:

    Abschied von Lama Ole Nydahl, Videobeitrag der Nordhessenrundschau

    Danke für das Einstellen des Videobeitrages mit dem Interview von Lama Ole Nydahl (von 2016)! Man erhält darin schon einen kleinen Eindruck seiner Persönlichkeit zum damaligen Zeitpunkt (zu dem er immerhin schon 75 Jahre alt war).


    Erschreckend aber, seine Äußerung ab ca. Min. 8:00, wo er - auf den Terroranschlag von Brüssel angesprochen - zuerst die Lektüre des Koran empfiehlt (damit man verstehen soll, dass dort der "Kampf gegen Ungläubige" - und damit also die Terroranschläge - propagiert/legitimiert werden!), um gleich darauf hinzuzusetzen: "...Dann hätte man vielleicht nicht so viele...über die Grenze geholt oder AUS DEM WASSER GEZOGEN sogar...." :shock:

    Das ist menschenverachtend und ohne Mitgefühl von ihm dahingesagt worden und passt so gar nicht in das Bild des charismatischen Lehrers, der aus "Mitgefühl mit allen Wesen" gelehrt und so viele Diamantweg-Zentren gegründet hat.


    Möglicherweise waren diese Worte (und der anschließende "Bussi-Übergriff" auf die Interviewerin) aber auch schon erste Anzeichen seiner demenziellen Erkrankung? :?:shrug:


    Wie dem auch sei, Lama Ole Nydahl sollte nicht nur auf gewisse rassistische und rechtspopulistische Aussagen reduziert werden - das wäre ungerecht und würde seine offensichtlich vielfach hilfreiche und heilsame gesamte Lebensleistung ignorieren bzw. herabsetzen.

    Nimble veröffentlichte ja dankenswerterweise einen Nachruf des 17. Gyalwa Karmapa, der von großer Dankbarkeit und Wertschätzung für Lama Ole zeugt.

    Auch diese Seite verdient Gehör und Erwähnung....


    Ich hoffe, die (geistigen) Erben Ole Nydahls und jetzigen verantwortlichen Leiter der Diamantweg-Zentren, besinnen sich wieder auf das im Buddhismus elementare "Mitgefühl für alle Wesen", was niemanden ausgrenzt. :rad::buddha:

  • Notizen über die Dhammas.

    • Anna-Lyse Dhamma
    • 14. Mai 2026 um 18:42
    Qualia:

    Nibbāna im Leben (sa‑upādisesa‑nibbāna)
    Also gibt es noch Rest‑Ich als Funktion, nicht als Illusion.

    Das ist kein „Erleben von Nibbāna“.

    Es ist Abwesenheit von Ich‑Illusion, die erleben könnte, während Bewusstsein weiterläuft.

    Da die Khandha die Ich-Illusion hervorbringen, müssten es auch die Khandha sein, die jenes - rein funktionale - "Rest-Ich" erzeugen? :?


    Ein "substanzielles Selbst" ist ja auch in Samsara nicht auffindbar...


    Was genau soll dieses "Rest-Ich" sein, welche Funktion hat es und ist es nicht für das Weiterleben entbehrlich?

    (Warum spricht der Buddha sonst - zeitweise - von sich in der dritten Person ("Der Tathagata"....."), als wäre keinerlei "Ich" mehr vorhanden?)

    Qualia:

    Parinibbāna ist das vollständige Aufhören aller Bedingungen, die Bewusstsein ermöglichen.
    Das ist Nibbāna ohne Rest (an‑upādisesa‑nibbāna).

    Hier endet nicht nur die Illusion, sondern jede Möglichkeit, dass ein Ich erscheinen könnte.

    Parinibbana = Lebensende/Tod eines Erwachten (Religiöse mögen ihn auch als "Heiligen" bezeichnen) - was soll daran "romantisch" sein?

    Des Buddhas Körper/Geist endete - genau wie der jeden Lebewesens - in Auflösung, Zerfall, als Asche/Staub...


    Die Neurowissenschaft nennt grundsätzliche "Bedingungen, die Bewusstsein ermöglichen" (Nur lebende Materie kann Geist/Bewusstsein hervorbringen) - Religionen, Philosophien und, nicht zuletzt, viele Schulen des Buddhismus vertreten unterschiedliche Ansichten ( "Bewusstsein/Geist erzeugt Materie" wird da eben auch nicht ausgeschlossen - Hier beginnt dann der Glaube an Metaphysisches...)

  • Wie praktiziert man Anapanasati…

    • Anna-Lyse Dhamma
    • 14. Mai 2026 um 18:21

    Mit Achtsamkeit UND Humor (als grundsätzlicher Einstellung) wird sicher alles leichter/schneller heilen. _()_

    (Übrigens bietet sich auch Gehmeditation für Anapanasati an - z.B. die Schritte mit dem Atem verbinden...)

    Gute Besserung, lieber pano ! ;):heart::klee:


    Liebe Grüße :)_()_:heart:

  • Falsche Mönche, echte Gewinne

    • Anna-Lyse Dhamma
    • 13. Mai 2026 um 00:24
    KarmaHausmeister:

    Hier wird das Bedürfnis von Menschen nach Orientierung ausgenutzt, um Geld zu verdienen.

    Leider nichts Neues, nur eine andere, "modernere", Methode, die den Bedürfnissen von Menschen entgegenkommt, die vielfach (oft unbewusst) schon "digital-süchtig" geworden sind.

    KarmaHausmeister:

    Dazu passt, dass oft nicht offengelegt wird, dass der vermeintliche Weise vollständig künstlich, KI-generiert ist.

    Die verkündeten "Weisheiten" werden als solche erkannt (oder auch nicht) - letztlich scheint für viele "Konsumenten" die gefühlte Wahrheit getätigter Aussagen mehr, als die Identität des/der Urheber(s), zu zählen.

    KarmaHausmeister:

    Wer diese Inhalte teilt, folgt oder bewirbt, unterstützt daher Unternehmen, die Vertrauen in buddhistische Praxis untergraben.

    Aufmerksamkeit, die echten Lehrerinnen und lebendigen Gemeinschaften zugutekommen könnte, fließt stattdessen in anonyme Geschäftsmodelle.

    Danke für die Warnung, man sollte sie möglichst weit verbreiten und aufklären, im Bewusstsein, nicht alle spirituell Interessierten zu erreichen, bzw. zu überzeugen.


    Die zunehmende Gewöhnung an KI (- generierte Bilder, Videos, Informationen/Inhalte), sowie deren bequeme, schnelle Verfügbarkeit, (scheinbare) Kompetenz und "Freundlichkeit" übt (noch!) große Anziehungskraft aus...

    IsegrimRukipe:

    Gleichzeitig setzen viele junge Leute auch wieder mehr auf analoge Dinge.

    Ein Hoffnungsschimmer....irgendwann kommt der Überdruss und das "echte" Leben wird wieder gesucht.


    Mag sich manchmal auch schwierig gestalten, weil "Echtes" kratzen, beißen und anderweitig unangenehm werden kann...mit ungeahnten Folgen:

    Wenn der Wald unheimlich wird: Immer mehr Menschen fürchten sich vor der Natur
    Viele Menschen empfinden Natur zunehmend als bedrohlich oder abstoßend. Forschende sprechen von Biophobie – mit Folgen für Gesundheit und Naturschutz.
    www.geo.de


    (Vielleicht fürchtet sich mancher auch schon vor "echten" Weisen?;))

  • Das Leid der Anderen

    • Anna-Lyse Dhamma
    • 30. April 2026 um 18:57
    void:

    Mir hat es geholfen, den Blick von der Person auf die Situation zu verschieben.

    Ah, das ist eine interessante Lösung. :like:

    Beim Fokus auf der Situation, ist eine neutrale, sachlich-distanzierte Analyse und anschließend eine entsprechende Beurteilung und Abwägung der Optionen möglich, ohne (zu stark) von störenden "emotionalen Aufwallungen" beeinflusst zu werden.

    Auf einem Fundament aus Lieb. Güte/Metta und Mitgefühl/Karuna können daraus sicherlich hilfreiche (Re-) Aktionen entstehen.


    Habe da noch etwas gefunden, was die tibet. Buddhisten praktizieren, um jenem leidhaften Gefühl der Hilflosigkeit entgegenzuwirken - "Tonglen":

    Zitat

    5. Wenn du handeln möchtest, aber das Gefühl hast, dass du nichts tun kannst:


    Übe aktives Mitgefühl

    Aktives Mitgefühl, auf Tibetisch auch als „Tonglen“ bekannt, bedeutet „Geben und Nehmen“.

    Bei dieser Meditationspraxis nehmen wir das Leiden anderer gedanklich von ihnen weg und schenken ihnen gleichzeitig unsere Gefühle des Mitgefühls und des Wohlbefindens.

    Diese Form des Mitgefühls hilft uns dabei, unsere mitfühlende Sorge um andere in die Tat umzusetzen.


    Laut der buddhistischen Nonne Pema Chödrön ist es „eine Methode, um unsere Angst vor dem Leiden zu überwinden und die Verhärtung in unseren Herzen aufzulösen“. Tonglen hilft dabei, das Mitgefühl zu wecken, das „in uns allen steckt, egal wie grausam oder kalt wir auch erscheinen mögen“.


    Während wir einatmen, stellen wir uns vor, wie wir anderen (oder uns selbst) Schmerz und Leid wegnehmen, und visualisieren dies als dichten Smog.

    Wenn dieser Smog in unser Herz eindringt, löst unser Mitgefühl ihn in Licht oder reine Luft auf.

    Wir stellen uns vor, wie wir den schweren Nebel vertreiben, während wir beim Ausatmen Mitgefühl, Glück, Frieden und Trost aussenden.


    Die Praxis von Tonglen hilft uns mit der Zeit, dem Leiden direkt ins Auge zu sehen, und gibt uns die Kraft, unseren Schmerz zu überwinden.


    Dieser Prozess hilft uns, empathische Belastung zu vermeiden, was zu besserem mitfühlendem Handeln führt.

    Übersetzt mit DeepL.com (kostenlose Version)


    https://www.globalcompassioncoalition.org/overcoming-the…f-helplessness/

    Alles anzeigen

    Wobei klar ersichtlich wird, dass hier die Linderung des Leidens des "Helfers" im Vordergrund steht - schließlich stellt dessen Wohlbefinden nicht zuletzt die Voraussetzung für effektive, mitfühlende Hilfe für den (stärker) leidenden Anderen dar.

    void:

    Das ist ja fast wie bei Kafkas "Die Verwandlung". Auf einmal wacht man auf und sieht sich in etwas verwandelt, was enorme Kraft braucht um es anzunehmen.

    Du bringst mich da direkt auf Ideen, lieber void - vielleicht sollte ich meinen Nicknamen mal wieder ändern, passenderweise in "Gregora Samsa(ra)" ? :erleichtert:


    Aber Spaß beiseite, der Kummer über mein "Blasebalggesicht" hielt sich in Grenzen, weil es sich

    a) langsam entwickelte (eben nicht über Nacht!), was es auch meinem Mann erleichterte, sich zu gewöhnen/damit umzugehen und

    b) ich es schlicht als "Preis fürs Weiterleben" betrachtete....

    c) Übte ich verstärkt, in Distanz zu meinem Aussehen, meinem Körper, zu gehen

    ("Das gehört mir nicht, das bin ich nicht, das ist nicht mein Selbst!") und es als "Studienobjekt" für "Anicca" zu nutzen, was sich wirklich lohnte, da sich - über den Tag hinweg - ständig etwas änderte - da war alles extrem instabil...


    Schien auch alles hervorragend zu klappen, bis zu jener Äußerung meines Vaters... - da traf mich dann - kurzfristig - doch noch der "2. Pfeil"....:shrug:


    Bezüglich der desaströsen Situation in der Welt, dem täglichen, u.a. in den Nachrichten präsentierten, furchtbaren Leid der vielen "Anderen", empfiehlt sich übrigens auch, "Tonglen" zu praktizieren:

    Zitat

    Angesichts all der Ereignisse in der Welt (und des Zugangs, den wir dazu haben) fühlt es sich überwältigend an, Nachrichten zu lesen und in den sozialen Medien zu stöbern.

    Es scheint fast unmöglich, sich dem nicht zu verschließen.


    Als ich 2020 im Rahmen meines „Compassion Cultivation Training“ die Tonglen-Praxis kennenlernte, veränderte dies die Art und Weise, wie ich die Ereignisse in der Welt aufnahm.

    Ich begann, die Meditation zu praktizieren, bei der ich das Leiden anderer einatme und gleichzeitig Mitgefühl ausatme.

    Das half mir, die Gefühle der Überforderung, Hilflosigkeit und des Versagens zu überwinden, die damit einhergehen, so viel Leid in der Welt zu sehen. Insbesondere praktizierte ich Tonglen, während ich die Nachrichten las oder durch die sozialen Medien scrollte.


    Diese Übung half mir, das Geschehen auf produktivere Weise zu verarbeiten.


    Nachdem ich eine Zeit lang praktiziert hatte, war ich in der Lage, einen Schritt zurückzutreten und nach Möglichkeiten zu suchen, wie ich in der Situation helfen könnte.

    Manchmal gibt es keine offensichtliche Lösung, aber manchmal können Schritte unternommen werden, um mehr zu erfahren, die Stimme zu erheben, zu spenden, Hilfe anzubieten usw.


    Wenn wir über uns selbst hinauswachsen können, können wir innehalten und beginnen zu handeln.


    Wenn wir das Leiden anerkennen, ohne uns davon überwältigen zu lassen, können wir uns selbst und unseren Wert erkennen.

    Was können wir der Welt bieten?

    Wie können wir dazu beitragen, Veränderungen herbeizuführen?

    Die Antworten werden zu dir kommen, wenn du dir diesen Raum gibst.

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    Liebe Grüße, Anna :)_()_:heart:

  • Hallo zusammen

    • Anna-Lyse Dhamma
    • 30. April 2026 um 17:28

    Hallo, lieber Dominik / Kirmes-FreudeImLeben :),

    herzlich willkommen im Buddhaland. :buddha::rad:

    Kirmes-FreudeImLeben:

    5) Unter Buddhas Lehre verstehe ich die Lehre von der wiederkehrenden Leere, bei der man gefühlt immer leerer und trockener wird seelisch.

    Das ist eine ungewöhnliche Ansicht, die ich so noch nie gehört/gelesen habe...:?


    Buddha lehrte den Dhamma/Dharma (die Lehre) aus Mitgefühl, um Menschen zu ermöglichen, durch die buddhist. Praxis frei vom Leiden und den Ursachen des Leidens - Gier, Hass und Verblendung - werden zu können.

    Der buddhist. "Same" benötigt natürlich Bewässerung/Befeuchtung, damit er nicht austrocknet...;)

    Kirmes-FreudeImLeben:

    eigentlich ist leben Erfüllung. Und keine Leere.

    Eigentlich haben wir doch alles, was man braucht um glücklich zu leben.

    Ja, so ist es (zumindest bei den meisten Menschen...), aber dennoch haben wir vielfältigen Leidensdruck, weil wir Dinge begehren (haben wollen) oder ablehnen (nicht haben wollen) und glauben, ein festes, unveränderliches "Ich" zu besitzen (bzw. zu sein).

    Nicht zuletzt plagen da noch die "Götterboten" Alter, Krankheit, Sterben/Tod....:shrug:


    Im Buddhismus lernt man, all dies loszulassen - u.a. durch Annahme/Akzeptanz - und grundsätzlich nicht mehr (so stark) anzuhaften, was letztlich zur Befreiung/Erwachen führen kann.

    Innere Freiheit bedeutet, im inneren Frieden zu sein und auch unter widrigen Verhältnissen glücklich leben zu können.

    Kirmes-FreudeImLeben:

    Ich will mich ändern, aber kriege kaum was hin,....

    Das geht vielen so, denn es ist sehr schwierig, alte Prägungen zu überwinden und Muster zu durchbrechen.


    Zunächst könnte man sich mal selbst mit (Selbst-) Mitgefühl reflektieren und einfach so annehmen, wie man jetzt ist.


    Auch, wenn man negative Gedanken und Gefühle in sich entdeckt, ohne Bewertung, erst mal nur feststellen, dass sie existieren - sie sind ja, wie alles, bedingt entstanden und vergehen auch wieder....


    Die 5 Ethikregeln ("Sila") zu beherzigen, sowie Liebende Güte, Mitgefühl, Mitfreude und Gleichmut ("4 Brahmavihara"/Unermesslichkeiten) zu entwickeln, sind heilsame Praktiken im Buddhismus, die jeglicher "Austrocknung" entgegenwirken...


    Alles Gute für dich ! :sunny::heart::klee::taube:


    Liebe Grüße, Anna :)_()_:heart:

  • Das Leid der Anderen

    • Anna-Lyse Dhamma
    • 28. April 2026 um 18:09
    void:

    Daraus folgt dann dann, das man erstmal das Leid, das das "Leid des anderen" in einem auslöst,annehmen können sollte um ihm dann geduldig und freundlich gegenüber treten zu können.

    :like:_()_

    DAS ist m.E. der springende Punkt, lieber void :

    Man kann - einerseits - Anderen nur hilfreich sein, wenn man sich nicht durch deren Leid mit hinunterziehen lässt (dann gibt es letztlich 2 Leidende, statt vormals einem), andererseits ist Mitgefühl ohne vorherige Empathie/Mitempfinden auch u.U. schwer vermittelbar und könnte z.B. "aufgesetzt", nicht authentisch, beim Gegenüber wirken...


    Nach der (möglichst kurzen) Empathie-Phase (in der man in das Leid des Anderen emotional "eintaucht", es mitempfindet), wird dem Mitgefühl Raum gegeben, also dem innigen Wunsch, dass der Leidende von seinem Leid befreit werden und (wieder) glücklich sein möge. Keinesfalls sollte man bei also bei der emotionalen Empathie stehenbleiben, wenn auch kognitive Empathie (das "Hineindenken" in den Anderen "Was denkt er/was braucht er - jetzt, in dieser Situation?") es erleichtern kann, den richtigen Weg zur unterstützenden Hilfe für den Anderen zu finden.

    (Hilfe zur Selbst-Hilfe stets präferieren, keine "Überfürsorge"...;))


    Im Buddhismus geht es um die Beendigung von Leiden durch Beendigung der Ursachen des Leide(n)s.

    Eine Haltung des Mitgefühls gegenüber allen leidenden Wesen zu kultivieren, ist nicht nur möglich, sondern auch Teil der buddhist. Praxis und kann verhindern, dass man in die "Mitleidsfalle" gerät und dadurch schlimmstenfalls das Leiden noch "multipliziert"....


    Noch ein Beispiel aus dem "wahren Leben":

    Meine Patentante, eine sehr engagierte Menschenfreundin und Christin, die sich großer allgemeiner Beliebtheit erfreute, erkrankte mit 54 Jahren an einem unheilbaren Pankreaskarzinom. Nachdem das bekannt wurde, schlug eine Welle des Mitleides über ihr zusammen - verzweifelte, traurige Menschen riefen bei ihr an, um sich nach ihr zu erkundigen, ihr "Mitgefühl" zum Ausdruck zu bringen und Besserungswünsche (halbherzig, wegen der infausten Prognose!) zu überbringen.

    Am Ende, so schilderte mir meine Cousine unter Tränen (der Fassungslosigkeit und der Verzweiflung), habe meine schwerkranke Tante dann ihrerseits noch die Anrufer trösten müssen..... (::cry:

    (Wobei es ja heißt "Trösten tröstet...", sie sich also womöglich damit auch ein bisschen selbst helfen konnte, aber zuletzt überanstrengte sie sich damit in jeder Beziehung...:()


    Alles Gute für dich, lieber Void, ich hoffe, es geht dir und dem/den Anderen bald besser! :sunny:


    Liebe Grüße, Anna :)_()_:heart:

  • Neu im Tempel - Hallo

    • Anna-Lyse Dhamma
    • 24. April 2026 um 13:58

    Hallo, liebes DollesLama :),

    auch von mir ein herzliches Willkommen!

    Viel Freude und Erkenntnisgewinn beim Austausch im "Übungsfeld" Buddhaland...;)


    Liebe Grüße, Anna :)_()_:heart:

  • Das Leid der Anderen

    • Anna-Lyse Dhamma
    • 24. April 2026 um 13:36
    void:

    Aber wenn es Leuten um mich herum auf einmal ganz schlecht geht - wenn ihre Welt zusammenbricht - dann habe ich zunächst den Impuls für sie da zu sein und ihnen zu helfen, was nur bis zu einem gewissen Punkt geht

    Lieber void , diesen Impuls kann wohl jeder gut nachvollziehen - er gründet auf Empathie/Mit--und Nachempfinden des Leides ("Mitleid) und dem daraus spontan aktivierten Mitgefühl, also dem Wunsch, dass es dem Leidenden gut/besser gehen möge und er befreit sein solle vom Leiden.

    void:

    Aber dann auszuhalten, dass ich Leute um mich zerbrechen und ich nichts tun kann. fällt mir schwer.

    Leute "um sich" zerbrechen zu sehen, tut umso mehr weh, je größer die Identifikation mit diesen Menschen ist und je mehr sich die eigene Hilflosigkeit zeigt, was besonders bei hohem Anspruch an sich selbst (und das "Helfer-Potenzial"...) zu eigenem Dukkha führt.


    Vor 2 Jahren "begleitete" ich eine Verwandte meines Mannes und Freundin während ihrer Krebserkrankung und fühlte mich häufig extrem ohnmächtig... Nur meine Freundin versicherte ein ums andere Mal, dass sie sich freue über mein Für-sie-da-Sein und sie es als hilfreich und unterstützend empfinde.

    Ich begriff, dass sie sehr viel Kraft hatte und die Krankheit eben auch diese Selbstheilungskräfte freisetzte...

    void:

    Mir kommt es so vor als kommt da zu einem Mangel an Geduld noch etwas anderes dazu.

    JoJu91 brachte bereits das Vertrauen ins Spiel

    - Vertrauen in Kraft und Selbstheilungspotenziale des Anderen (und auch anderer Helfer)

    - Vertrauen in deine Kräfte und dein heilsames Mitgefühl


    Ich glaube, aufgrund meiner Erfahrungen, dass auch Demut - im Sinne der Erkenntnis der eigenen Grenzen einer Einflussnahme und der Akzeptanz der Unabänderlichkeiten -

    gefordert ist, welche sogenannten "Macher-Typen" naturgemäß schwerer fällt, als schneller Resignierenden/Akzeptierenden...


    Nicht zuletzt ist die Entwicklung von Gleichmut heilsam, der Liebende Güte und Mitgefühl unterstützt und stabilisiert.

    void:

    Es ist mehr die Hilflosigkeit. Denn für mich selber kann ich ja z.B "Widriges annehmen". Für den anderen nicht

    "Widriges annehmen" heißt in diesem Fall, hier und jetzt deine Hilflosigkeit anzunehmen, denn das Leid Anderer (hilflos, machtlos) mitansehen zu müssen, erzeugt ja bei dir neues Dukkha und dieses Leid könnte sich - in irgendeiner Form - wiederum auch dem Anderen mitteilen und ihn womöglich (zusätzlich) belasten....


    Mir half und hilft es oft, mich gezielt innerlich zu distanzieren, wenn ich merke, dass zu großes Mitleid sich Bahn brechen, Verzweiflung hochkommen will - was ja alles unheilsame und Leid vermehrende Folgen hat.

    Dazu mache ich mir dann klar, dass es das Karma jener Person, jenes Wesens, ist, was sich gerade auswirkt (und karmische Resultate zu beseitigen liegt nicht in meiner Macht).

    Gelassen akzeptieren, was nicht zu ändern ist...:shrug:


    Man tut also, was man kann,

    - ohne zu starke Identifikation

    - ohne den Anspruch "heilen" zu können

    - durch Zuhören und für den Anderen da sein

    - durch Vertrauen in die Selbstheilungskräfte des Anderen und in das Leben überhaupt

    - durch Kultivieren von Demut (Bescheidenheit, Anerkennung eigener Grenzen) und Gleichmut


    Zum Schluss möchte ich noch eine Erfahrung schildern, die ich selbst letzten Sommer machte, als es mir ziemlich mies ging (also aus der Perspektive des/der Leidenden) und die veranschaulicht, wie schädlich "Mitleid" sein kann:


    Anfang letzten Jahres erhielt ich, mit 62 Jahren, die Diagnose einer schweren, unheilbaren Autoimmunerkrankung ("GPA") und wurde wochenlang im Krankenhaus immunsuppressiv behandelt (Cortison ohne Ende + Chemotherapie).

    Die Auswirkung: Ich überlebte :D, allerdings mit zunächst stark verändertem Körper, das Gesicht aufgedunsen vom Cortison, welches sehr langsam reduziert wurde.


    Drei Monate später besuchten mich meine Eltern und meine Brüder zu Hause. Ich musste - wegen Infektionsgefahr - eine FFP 2-Maske tragen, nahm diese aber auf Wunsch der Familie ganz kurz ab, als wir uns begrüßten....

    Das Gesicht meines 90-jährigen (!) Vaters, als er mich ansah, werde ich wohl nie wieder vergessen: Schmerzlich verzogen, mühsam Tränen unterdrückend, wandte er sich (wie angeekelt) von mir ab und stieß dabei halblaut - mehr zu sich selbst - hervor: "Sie ist ENTSTELLT!".


    Leider konnte ich nicht verhindern, dass sich bei mir in diesem Moment (lange ungeweinte) Tränen lösten, ja, genau, ich war ENTSTELLT! :sick:

    Diese "Hamsterbacken" hatte ich bis dato einfach hingenommen, sogar darüber gewitzelt - erst durch den Schmerz im Gesicht meines Vaters wurde mir so richtig bewusst, wie es auf Andere wirkte (und dass es mir wohl DOCH auch etwas wehtat)....

    Mein Bruder "rettete" mich, indem er mich spontan in den Arm nahm (Mitgefühl!), wodurch ich mich schnell wieder "fing" und (nicht ohne einen gewissen trotzigen Triumph!) sagte: "Aber ich LEBE noch!!!"


    Am Ende versuchte ich dann, meinen Vater zu trösten (:, der sichtlich litt - auch unter der Tatsache, dass ich einige Zeit einen Rollstuhl benötigte - es sei "furchtbar" für IHN, SEINE "Tochter im Rollstuhl zu sehen"...

    (Während ich den Rolli als nützliches Werkzeug betrachtete und dankbar war, damit auch in die Natur hinauszukommen.)


    Liebe Grüße, Anna :)_()_:heart:

  • Was entsteht, vergeht.

    • Anna-Lyse Dhamma
    • 9. April 2026 um 16:09
    KarmaHausmeister:

    Es stellt sich die Frage, ob man „Erwachen“ als Besitz denkt oder als Bewegung.

    Das ist interessant, lieber KarmaHausmeister , ich würde "Erwachen" irgendwo im Raum zwischen diesen Polen "verorten", denn selbst wenn ein Mensch eine Erkenntnis wirklich verinnerlichte/ "inneHAT", ist es fraglich, ob derjenige/diejenige diese Einsicht dann "besitzt".

    Eher erscheint es mir, dass die durchdrungene Erkenntnis nun diese Person "besitzt" und in der Folge gewissermaßen "steuert".


    Der Buddha war nach seinem Erwachen vom Leiden befreit, aber war er damit völlig frei in seinen Handlungen? Er konnte nach seinem Erwachen ja nicht mehr gierig, hassend oder verblendet sein und entsprechend "böse" handeln, oder....?:?

    KarmaHausmeister:

    Erwachern ist nicht etwas, das man hat. Sondern etwas, das immer wieder geschieht.

    Der Stufenweg des Theravada-Buddhismus lehrt dies in ähnlicher Weise ebenfalls, allerdings erklimmt hier der Praktizierende quasi eine Leiter und ab einer Stufe - Sotapatti (Stromeintritt) - , dem Abwerfen dreier Fesseln, gibt es kein Zurückfallen mehr...


    Findet im säkularen Buddhismus auch ein stetes Fortschreiten statt oder sind Rückfälle und "Abstürze" bis hin zur Abwendung vom Heilsamen immer möglich?

    JoJu91:

    Das Denken ist sehr beschränkt, manchmal sogar äusserst gefährlich.

    Viele Menschen verzweifeln an ihrem Denken, werden depressiv oder - zumindest in Gedanken - gewalttätig.

    Lieber JoJu91 , was hast du dir beim Schreiben dieser Sätze gedacht? ;)

    Ohne zu denken, würde ja quasi nur "automatisiert" geredet und gehandelt, Weiterentwicklung in jede Richtung, Lernen, Austausch, Forschung und Lehre, sind ohne (Nach-) Denken nicht möglich.


    Als unheilsam würde ich (zwanghaftes) andauerndes Grübeln, fruchtloses Gedankenkreisen und ständiges Springen von Gedanke zu Gedanke (Monkey Mind) betrachten, nicht aber analytisches und lösungsorientiertes Denken (insbesondere, wenn es durch Kontemplation ergänzt wird).


    Nicht zuletzt haben die anderen Bewusstseinsebenen, welche durch intensive Meditation (oder Drogen...) erreicht werden, auch ihre Risiken und Nebenwirkungen, z.B. Weltabgewandtheit - im negativen Sinne -, Abhängigkeit/Sucht (von bestimmten "Piti"-Zuständen), Depersonalisations-/Realisationssyndrom, Neurosen/Psychosen,...


    Liebe Grüße, Anna :)_()_:heart:

  • Was entsteht, vergeht.

    • Anna-Lyse Dhamma
    • 7. April 2026 um 20:54
    ixi:

    Was entsteht, vergeht.


    Alles Entstehende/Vergehende wird irgendwann gleich – nämlich vergangen, gelöscht, inexistent.


    Erwachen zielt auf die Zeit davor: Es ist ein Mittel zur Angstlösung bzw. Leidlinderung; es verhindert nicht Vergehen, Sterben, Tod, Inexistenz.

    Liebe(r) ixi , so ist es wohl.....ABER:

    Erwachen/Befreiung lindert ja die psychischen/geistigen Leiden, die das Vergehen/Sterben (inkl. des Wissens darum) mit sich bringt, erheblich und trägt (nicht nur) dadurch letztlich zu mehr (Lebens-) Freude und einem erfüllteren, glücklicheren Dasein bei.

    Schon die buddhist. Praxis bereichert per se ungemein das Leben und erleichtert das Ertragen unvermeidlichen Dukkhas.

    KarmaHausmeister:

    Das Erwachen des Individuum bezieht sich auf die Zeit vor dem Vergehen, ja.

    Es geht um die Reduzierung/Aufhebung von dukkha in erwachten Momenten.

    Schließt der säkulare Buddhismus ein "Erwachen", resp. eine tiefgreifende transformierte Geisteshaltung, als "Dauerzustand" grundsätzlich aus?


    Konsequenterweise müsste dann dementsprechend auch das Erwachen/Nirvana als vergänglich betrachtet werden, u.a., weil lebensverändernde Erkenntnisse gleichfalls bedingt (z.B. durch säk. buddhist. Praxis) entstanden sind....?


    Geistige Zustände und Einsichten entstehen und vergehen demnach irgendwann, unter bestimmten Umständen, - so wie alles andere, was bedingt entstanden ist, auch.... :shrug:

    (Und dabei denke ich nicht nur an demenzielle Erkrankungen, die anscheinend auch vor klügsten Köpfen, sowie weit fortgeschrittenen Praktizierenden, nicht Halt machen...)


    Liebe Grüße, Anna _()_:heart::)

  • Lehren/Philosophien = Narrative

    • Anna-Lyse Dhamma
    • 22. März 2026 um 13:39
    Qualia:

    Mit einer Grundstruktur kann man sich nicht identifizieren – sie ist immer das, was sie ist, Tatsache, nie dukkha, vielleicht leiden an etwas, ja, aber kein dukkha.

    Lieber Qualia , eine andere Sicht:

    Die Grundstruktur des Lebens ist ja bei allen Lebewesen (nicht nur biologisch-chemisch) gleich, insofern bestehen da schon Identifikationsmöglichkeiten, z.B. durch das

    (allerdings weltlich-konventionelle) Verständnis dessen, was alle Lebewesen verbindet und eint.

    Daraus kann ein Verbundenheitsgefühl ( sich als Teil dieses komplexen Systems, der Biosphäre, zu empfinden) hervorgehen, mit entsprechender Identifikation als "Nebenwirkung" und nachfolgend - fast zwangsläufig - Dukkha, z.B. durch Mitleid....


    "Leiden an etwas" ist m.E. auch Teil von "dukkha", nämlich "dukkha-dukkha", das "normale", unvermeidliche physische oder psychische Leid -> "Leid des Leidens", welches jedes Lebewesen vom Anfang bis zum Ende seines Daseins wiederholt erfährt.


    Liebe Grüße, Anna :)_()_:heart:

  • Der Buddha als Mensch?

    • Anna-Lyse Dhamma
    • 20. März 2026 um 16:56
    Igor07:

    Die orthodoxe Einstellung ist eindimensional und auch irreführend:


    Der Buddha sollte keine menschlichen Emotionen haben, und es wäre besser, da oben im Gleichmut hinter allem zu stehen und zu beherrschen.

    Lieber Igor07 ,


    vor kurzem bin ich auf ein YouTube - Video gestoßen, das mir insofern zum Thema passend erscheint, als es die gleichmütige Haltung eines theravadischen Abtes/Lehrers gegenüber seinem - gerade sehr emotionalen - Schüler zeigt.


    Beim Schüler handelt sich um den Ven. Bhikkhu Pannakara, der in den USA durch den von ihm initiierten "Walk for Peace", zusammen mit vielen anderen Mönchen sehr bekannt wurde.

    (siehe folgenden Thread im Buddhaland:

    Engagierte Buddhisten: Friedensmarsch buddhistischer Mönche in den USA)


    Das Video zeigt den Empfang/die Feier am Heimattempel, wo Ven. Bhikkhu Pannakara eine emotionale Ansprache hält, sich schließlich etwa ab Minute 2.00 vor seinem Lehrer niederwirft, unter Tränen bedankt und seine Hoffnung ausdrückt, ihn nicht enttäuscht zu haben...usw, .


    Der Abt bleibt - dem Anschein nach - völlig ungerührt sitzen, sein Gesicht strahlt Ruhe und Gleichmut aus. Ab etwa Minute 4:47 wendet er sich mit kurzem Lächeln dem Bhikkhu zu und tätschelt ihn etwas an der Schulter....

    (Ich musste irgendwie an Buddha und Ananda denken....so in etwa stelle ich mir Buddhas Reaktion auf Anandas Trauer um Sariputta oder auch den Buddha selbst vor, als dieser seinen baldigen Tod/Eintritt ins Parinibbana ankündigte.)


    Externer Inhalt youtu.be
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    Der Text unter dem Video erklärt das Verhalten des Abtes, weil dieses die anwesenden Amerikaner irritierte ("Warum umarmte er Ven. Bhikkhu Pannakara nicht?!")

    Zitat

    In der klösterlichen Tradition des Theravāda sind Zuneigungsbekundungen von Disziplin und Zurückhaltung geprägt.

    Das bedeutet nicht, dass zwischen Lehrer und Schüler keine Liebe besteht. Im Gegenteil, die Verbindung kann sehr tief sein.

    Diese Liebe drückt sich jedoch eher durch Beständigkeit, Anleitung und Präsenz aus als durch körperliche Berührungen.


    Mönche leben nach dem Vinaya, dem klösterlichen Kodex, der das Verhalten regelt. Zwar ist eine kurze Umarmung zwischen Mönchen nicht in jeder Situation kategorisch verboten, doch werden öffentliche Bekundungen körperlicher Zuneigung im Allgemeinen vermieden. Die Ausbildung legt Wert auf Gelassenheit, Würde und Losgelöstheit. Selbst in Momenten starker Emotionen wird ein Mönch dazu angehalten, ausgeglichen und zentriert zu bleiben.


    Für viele in der westlichen Kultur steht eine Umarmung für Trost und Geborgenheit.

    In der Theravāda-Kultur hat ruhige Präsenz oft dieselbe Bedeutung.

    Wenn ein Lehrer still dastellt, während sich ein Schüler verbeugt und weint, ist das keine Gleichgültigkeit.

    Es ist eine stille Form der Unterstützung.

    Der Lehrer verkörpert Upekkhā – Gleichmut – und ermöglicht es dem Schüler, die Tiefe von Dankbarkeit, Loslassen und Demut zu erfahren, ohne diesen Moment zu unterbrechen.

    Übersetzt mit DeepL.com (kostenlose Version)

    Alles anzeigen


    Liebe Grüße, Anna :)_()_:heart:

  • Lehren/Philosophien = Narrative

    • Anna-Lyse Dhamma
    • 20. März 2026 um 16:00
    Lassi:

    Ein sehr freundliches Smiley in Kombination mit einem eher kritischen Text wirkt auf mich widersprüchlich.

    Ich kann dann oft nicht eindeutig erkennen, was eigentlich gemeint ist. Soll ich mich am Text orientieren oder an den Emojis?

    Ja, das kann ich nachvollziehen. liebe Lassi, denn der Text bewegt sich meistens auf der Sachebene, das Emoji jedoch oft auf der Beziehungsebene - deren Verbindung harmoniert nicht immer miteinander. :shrug: (->Emoji: Ist wohl nicht zu ändern...) :) (-> freundliches Anlächeln)


    Die Emojis haben unterschiedliche Funktionen, sie können z.B. :

    - einen "scharfen" Text etwas abmildern (entspanntes Lächeln, breites Grinsen, Zwinkersmiley)

    - Stimmung auflockern bei schwierigen "Reizthemen" (Coolness-Smiley, Lach-Smiley)

    - (Selbst-) Ironie anzeigen (Zwinkersmiley)

    - Signalisieren, dass die eigenen Aussagen nicht die "ganze Wahrheit" zeigen, sondern noch durchdacht/hinterfragt werden/können (auch vom Autor!) - (Nachdenk-Smiley)


    usw. usf. ....


    Ich konzentriere mich zunächst immer hauptsächlich auf den Text und seine Aussage, nehme vorhandene Emojis zwar am Rande wahr, kümmere mich aber erst im Anschluss um deren "Botschaft".

    Zum Schluss lese ich nochmal alles zusammen und verstehe dann - hoffentlich! - ;), was der Autor in der Sache ausdrücken wollte, ggf. auch, was ihn bewegte...

    Lassi:

    Für mich haben solche Zusätze manchmal etwas wie Hintergrundmusik, sie laufen mit, beeinflussen die Stimmung, aber machen die eigentliche Aussage nicht unbedingt klarer, sondern eher uneindeutig.

    Klar, die durch Emojis vermittelten Emotionen können u.U. ablenken vom Inhalt des Beitrages, weil sie eben durch die Berührung einer anderen Kommunikationsebene möglicherweise die konzentrierte Aufnahme eines Textinhaltes stören.

    -> Im Zweifelsfall erst mal getrennt aufnehmen, aber letztlich "macht es die Mischung". ;)


    Schau dir doch mal dieses "Kommunikationsquadrat" von Friedemann Schulz - von Thun an (falls du es nicht schon kennst):


    das Kommunikationsquadrat - Schulz von Thun Institut


    Liebe Grüße, Anna :) (Heiterkeit, Freundlichkeit) _()_(dankender Gruß, Verbundenheit) :heart: (Lieb. Güte/Wohlwollen)


    (Aussage: Diese Haltungen bleiben grundsätzlich auch bei kritischen oder gar scharfzüngig-ironischen Beiträgen erhalten, bei traurigen lasse ich das Lächel-Emoji manchmal weg oder stelle es hintan)

  • Notizen über die Dhammas.

    • Anna-Lyse Dhamma
    • 20. März 2026 um 14:58
    Qualia:
    Anna Panna-Sati:

    Danke für deine Antworten, lieber Qualia . _()_

    Qualia:

    Ich gebe meine Erkenntnisse aus den Reden des Buddha bekannt, ohne darauf zu bestehen, dass es der Weisheit letzter Schluss ist, Postulat.

    :like:_()_

    Vielleicht würde es sich empfehlen, den oben zitierten Satz künftig (zumindest) den

    ausführlicheren Abhandlungen buddhistischer Lehrinhalte

    - die ja auf deinen individuellen Interpretationen/Erkenntnissen beruhen -

    voranzustellen, um z.B. Neueinsteiger diesbezüglich nicht zu verwirren ?

    Nur so eine Idee....;)


    Liebe Grüße, Anna :)_()_:heart:

    Alles anzeigen

    Warum sollte ich das tun?

    Alles anzeigen

    "..... um z.B. Neueinsteiger diesbezüglich nicht zu verwirren ?"

    Wer schon länger im Forum ist, kann es im Allgemeinen eher einordnen...:?:)

    Qualia:

    es ist selbstverständlich, dass ich meine eigene Quelle bin. Hast du nie bemerkt, dass ich nicht aus Büchern zitiere? Dass ich immer das sage, was ich über einen Text meine, sagen zu können?

    Kein einziger jemals veröffentlichter Text kann meine Gedanken vertreten!

    Die Art der Präsentation - nüchtern-sachliche Abhandlung, wie aus einem buddhistischen Lehrbuch - lässt u.U. leicht Fehlschlüsse zu....:shrug:

    (Und manche provoziert es auch..., aber das kommt dir wahrscheinlich gar nicht ungelegen?;))


    Liebe Grüße, Anna :)_()_:heart:

  • Der Buddha als Mensch?

    • Anna-Lyse Dhamma
    • 20. März 2026 um 14:40
    Igor07:

    da würde ich nicht weiter diskutieren, wenn man das buddhistische Wissen aus Wikipedia schöpft.

    Lieber Igor07 , ich habe lediglich das biographische Wissen über Bhikkhu Nanavira Thera aus Wikipedia zitiert, was ja bezüglich Wahrheitsgehalt leicht zu überprüfen ist.

    Die Anmerkung, dass mir dieser Lehrer aus den skizzierten Gründen, als "Orientierungshilfe auf dem Pfad", eher suspekt wäre, bedauere ich, weil sie überflüssig war und vielleicht sogar als kränkend empfunden werden könnte, sorry. :shrug:

    Igor07:

    Der Buddha erklärt einfach, dass er keinen Lehrer hatte und dass er erwacht ist. Und so weiter.

    Aber WIE er das erklärt.....:

    Zitat

    „Allüberwinder bin ich und allwissend,
    in allen Dingen unbeschmutzt.
    Hab alles aufgegeben, befreit durch Durstvernichtung.
    Erkannte selbst. Nach wem sollte ich mich richten? [33] 


    Für mich gibt es keinen Lehrer.
    Keiner gleicht mir.
    Einschließlich der Götterwelt,
    gibt’s keinen mir Ebenbürtigen.


    Ich bin der Heilige in der Welt.
    Ich bin der unübertroffene Meister.
    Ich bin der einzige vollkommen Erwachte.
    Kalt geworden bin ich, erloschen.

    .......

    https://www.palikanon.com/vinaya/1-mvg/m…-06.html#mv01_6

    Alles anzeigen

    .....wirkt etwas überheblich, zumindest auf "Weltlinge" (Puthujjanas), die vermutlich bestimmte Vorstellungen vom Benehmen eines Erleuchteten in sich tragen, z.B. ein - bei aller Weisheit - bescheidenes Auftreten. :?

    Igor07:

    Hier kommt aber die überraschende Wendung, die auf mich total bestechend wirkt.
    Denn dieser Upaka sagt einfach: „Ach, so kann das sein“, und geht einfach weiter, also seinen eigenen Weg.

    :erleichtert: Diese Stelle beeindruckt mich auch immer wieder, weil hier der Asket Upaka ruhig und abgeklärt, gewissermaßen "weiser", erscheint, als der Buddha in diesem Moment....


    Der Tonfall, mit dem obige Verse vom Buddha gesprochen wurden, wäre natürlich aufschlussreich: "Löwen-Ruf"-ähnlich - mit Triumph - deklamiert, ruhig dahingesagt oder etwas dazwischen? (Leider ist das nicht überliefert...;))


    Jedenfalls steht wohl fest, dass Upakas erster Eindruck vom Buddha nicht dazu reichte, dass er sich dem Buddha anschließen und von ihm belehrt werden wollte...:shrug:


    Liebe Grüße, Anna :)_()_:heart:

  • Notizen über die Dhammas.

    • Anna-Lyse Dhamma
    • 20. März 2026 um 13:46

    Danke für deine Antworten, lieber Qualia . _()_

    Qualia:

    Ich gebe meine Erkenntnisse aus den Reden des Buddha bekannt, ohne darauf zu bestehen, dass es der Weisheit letzter Schluss ist, Postulat.

    :like:_()_

    Vielleicht würde es sich empfehlen, den oben zitierten Satz künftig (zumindest) den

    ausführlicheren Abhandlungen buddhistischer Lehrinhalte

    - die ja auf deinen individuellen Interpretationen/Erkenntnissen beruhen -

    voranzustellen, um z.B. Neueinsteiger diesbezüglich nicht zu verwirren ?

    Nur so eine Idee....;)


    Liebe Grüße, Anna :)_()_:heart:

  • Notizen über die Dhammas.

    • Anna-Lyse Dhamma
    • 19. März 2026 um 17:10

    Interessante Abhandlung, vielen Dank, lieber Qualia . _()_:)


    Ich scheue mich schon etwas, mich dazu zu äußern, weil es sich wohl um Früchte deiner Erfahrungen bei der buddhist. Praxis handelt, aber deine Auslegungen weichen halt doch ziemlich von der Lehre, wie ich sie durch meine Lehrer erfuhr/erfahre ab, so dass ich mal nachhaken muss.....

    Qualia:

    Skandha sind weder Körper noch Bewusstsein noch Ich. Sie sind keine Dinge, sondern Funktionsbündel, Anhäufungen von Prozessen, die weder Substanz noch Identität tragen.

    Diese prozesshaften "Funktionsbündel" - Skandha - beinhalten

    Körper, Wahrnehmung, Gefühle, Geistige Gestaltungen und Bewusstsein,

    sind es aber nicht - verstehe ich das richtig?

    Keine Substanz, keine Identität - klar.

    Qualia:

    Das Ergreifen der Skandha durch ein Ich, das sie als „Das bin ich, das ist mein“ ergreift, erzeugt die Leiden.

    Ja, so ist es wohl - nur, woher kommt dieses ominöse "Ich" jetzt so (scheinbar) plötzlich her? ;)

    Nach meinem (bisherigen) Verständnis wird das "Ich-GEFÜHL" doch von den Skandha erzeugt, genauer von den Geistesgestaltungen/Sankhara.

    Das hieße demnach: Ohne Skandha kein "Ich" - (Gefühl).....

    Qualia:

    avijjā ist nicht ein Fehler/Unwissen im Kopf, sondern die Abwesenheit eines Kopfes.

    „Mach dir keinen Kopf um avijjā, avijjā ist kopflos.“

    Huch, ist das dein Ernst? (::erleichtert:

    Das Grundübel der Verblendung, Unwissenheit und "Dummheit" enstammt dann wohl dem Bauch?

    Dabei wird doch das "Bauchgefühl", die Intuition, gerne dem rationalen Verstand entgegengesetzt, als die -letztlich- bessere Variante z.B. beim Umgang mit Entscheidungsfindungen im Leben....?


    Wahrscheinlich habe ich dich - mal wieder, wie so oft,- missverstanden?

    Qualia:

    Ich verwende ausdrücklich rupa nama, nicht mana rupa, damit es nicht mehr zum Trugschluss durch Worte kommt, dass nama vor rupa da ist.

    Dass rupa (Form, Körper) vor nama (Geist) kommt, da bist du dir ganz sicher?! ;)

    Die Frage "Kann Geist ohne Körper existieren?" ist ja noch ungeklärt...


    Überwiegend verneint wird es von der (Neuro-)Wissenschaft, deren Erkenntnissen zufolge Geist und Bewusstsein an körperliche (materielle) Strukturen (vor allem das Gehirn) gebunden sind.

    Informationen benötigen einen Träger und können nicht einfach "frei" bestehen.


    Religionen halten dagegen, hier wird eine Trennung von Seele/Geist und Körper (im Tod) und Gott als rein geistiges Wesen verkündet. Philosophien beschäftigen sich mit dieser Frage ebenfalls seit ewigen Zeiten - open end...


    Liebe Grüße, Anna :)_()_:heart:

  • Wo fängt das Aussen an?

    • Anna-Lyse Dhamma
    • 19. März 2026 um 00:45

    Nachdem Amdap schon die höhere Astrophysik erwähnte, möchte ich die Sache mal biologisch betrachten:


    Die erste biologische Zelle (Protozelle), die sich entwickelte, markierte durch die Ausbildung einer Zellmembran/Zellwand

    die Trennung zwischen einem (kontrollierten) "Innen" und einem "Außen".


    Mit der Membran als Barriere, die das Innere von der äußeren Umwelt isolierte, wurde die Aufrechterhaltung einer eigenen chemischen Umgebung, von Stoffwechsel, Energiespeicherung und Schutz des genetischen Materials ermöglicht und somit die Grundbedingung für das Leben gesetzt.


    Schließen sich mehrere Zellen letztlich zu einem mehrzelligen Lebewesen zusammen, führt jede einzelne Zelle ein "Doppelleben":

    - ein unabhängiges, das der eigenen Entwicklung dient und

    - ein weiteres als integraler Bestandteil eines größeren/vielzelligen Organismus


    Ohne Zellmembran - kein eigenständiges Leben als Individuum....

    Allerdings ist die Trennung nicht 100% ig:

    Um Stoffwechselfunktionen zu gewährleisten, ist die Zellwand halbdurchlässig (semipermeabel, präziser: selektiv permeabel), fungiert als Filter und lässt dementsprechend nur bestimmte Ionen/Moleküle "passieren", während andere blockiert werden.


    Analog hierzu, sollte man als Mensch vielleicht auch darauf schauen/aufpassen, was man - von außen - in seinen Geist "hineinlässt" (nämlich möglichst wenig Unheilsames), ebenso empfiehlt sich Achtsamkeit bei dem, was der eigene Geist - von innen - in die äußere Umgebung abgibt (und ebenso, worum er im Inneren kreist....).;)


    Als "Wächter" fungieren hierbei vornehmlich Verstand/ Vernunft, (unterstützt durch die Sinnesorgane)

    und das (Selbst-) Mitgefühl.


    Im Zweifelsfall könnte die subjektiv erlebte Realität, durch Abgleich mit anderen Menschen überprüft und damit - zumindest teilweise - objektiviert werden, weil Außenstehende manchmal eher in der Lage sind, persönliche Täuschungen/Wahrnehmungsverzerrungen und Fehlbeurteilungen zu identifizieren.


    Letztlich konstruiert sich aber wohl jeder selbst "seine" Wirklichkeit mithilfe der Sinne und kognitiver Filter und natürlich gibt es auch "kollektive Fehlwahrnehmungen"...:shrug:


    Liebe Grüße, Anna :)_()_:heart:

Ausgabe №. 136: „Liebe & Loslassen"

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