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  3. Allgemeines zum Buddhismus

Was würde ein Arahant/Bodhisattva denken, wenn sie/er die Bergpredigt liest?

  • Anandasa
  • 6. Oktober 2026 um 18:05
  • Zum letzten Beitrag
  • Anandasa
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    • 6. Oktober 2026 um 18:05
    • #1

    Ist natürlich hypothetisch, weil wir alle keine Arahants oder Bodhisattvas sind.


    Ich sage jetzt mal zunächst nichts dazu was ich selbst denken würde. Sonst dreht sich nur alles darum und es wird nicht allgemein darüber nachgedacht. Wer will, kann es als Koan ansehen oder einfach als buddhistische Übungsaufgabe.


    Es geht nicht darum das Christentum in den Buddhismus zu integrieren oder sowas. Daraus kam für mich die Fragestellung, aber die Frage hat einen allgemeinen Anteil, denke ich. Ich werde nach einiger Zeit sagen, was ich mir selbst dazu überlegt habe.

    Die Dinge entstehen, existieren und vergehen. Das ist normal. Ajaan Tippakorn

  • Helmut
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    • 6. Oktober 2026 um 18:58
    • #2

    Ich denke, sie werden die Bergpredigt als eine tiefgründige spirituelle Lehrrede ansehen in der die Grundlagen des Christentums dargelegt werden. Sie werden auch sehen, dass es diverse Übereinstimmungen mit den Lehren des Dharma gibt und deshalb sei es gut, sich mit ihr befassen. Für den buddhistisch-christlichen Dialog ist es absolut notwendig, sich mit ihr zu befassen. Diesen Dialog sollten wir auch dann anstreben, wenn wir noch keine Arahants bzw. Bodhisattvas sind.

    Gruß Helmut

    Als Buddhisten schätzen wir das Leben als höchst kostbares Gut.

  • void
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    • 6. Oktober 2026 um 22:00
    • #3

    Es werden ja etliche geistige Eigenschaften als positiv/ selig dargestellt:

    • Sanftmut
    • Barmherzigkeit
    • Friedfertigkeit
    • Abstehen von Lüge/Begehren
    • Getechtugkeitssinn

    Und da würde man ja als Buddhist beipflichten, dass es heilsam ist.


    Einige Sachen sind aber sehr theistisch:

    • Selig seid ihr, wenn euch die Menschen um meinetwillen schmähen und verfolgen und allerlei Böses gegen euch reden und dabei lügen.
    • Ihr seid das Salz der Erde. Wenn nun das Salz nicht mehr salzt, womit soll man salzen? Es ist zu nichts mehr nütze, als dass man es wegschüttet und lässt es von den Leuten zertreten.
    • Ihr seid das Licht der Welt. Es kann die Stadt, die auf einem Berge liegt, nicht verborgen sein. Man zündet auch nicht ein Licht an und setzt es unter einen Scheffel, sondern auf einen Leuchter; so leuchtet es allen, die im Hause sind. So lasst euer Licht leuchten vor den Leuten, damit sie eure guten Werke sehen und euren Vater im Himmel preisen

    Das Heilsame liegt hier nicht mehr so sehr in den Taten, sondern eine bestimmte Gruppe ist hier zum Starthalter des Guten/Gottes ernannt. Ich denke diese Sprache wird den Arhat "fremd dünken"


    Daraus folgen dann Sätze, denen eine gewisse Gewalt innewohnt. Zunächst gegen eigene sündige Teile, die ausgerissen und dem Verderben überantwortet werden:

    • Wenn dich aber dein rechtes Auge verführt, so reiß es aus und wirf’s von dir. Es ist besser für dich, dass eins deiner Glieder verderbe und nicht der ganze Leib in die Hölle geworfen werde.
    • Wenn dich deine rechte Hand verführt, so hau sie ab und wirf sie von dir. Es ist besser für dich, dass eins deiner Glieder verderbe und nicht der ganze Leib in die Hölle fahre.


    Auch das wird irritieren. Wo die Seeligpreisung der Sanfmütugungen nicht etwas von Ahimsa (Gewaltlosigkeit) hatte, ist es jetzt doch etwas drastisch und gewaltsam. Natürlich erstmal nur gegen das Unheildame.


    Aber genau an diese Metapher des bedrohten Leibes wird dann Thomas von Aquin anknüpfen und sie in Gewalt gegen den anderen ummünzen:

    • „Wenn ein Glied des Leibes brandig geworden ist und den ganzen Leib verdirbt, ist es lobenswert und heilsam, es abzuschneiden, damit der übrige Leib gerettet wird."
    • "Wenn daher jemand für die Gemeinschaft gefährlich ist und sie durch eine Sünde verdirbt, ist es lobenswert und gesund, ihn zu töten, damit das Gemeinwohl gewahrt bleibt."
  • Monika
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    • 6. Oktober 2026 um 22:11
    • #4

    Ist das Düstere aus der Bergpredigt, void ?

    Monika _()_

  • void
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    • 6. Oktober 2026 um 22:15
    • #5
    Monika:

    Ist das Düstere aus der Bergpredigt, void ?

    Monika _()_

    Ja, der Kontext ist der des "Ehebrechens"

    Matthäus 5 Die Bergpredigt:

    Vom Ehebrechen


    27Ihr habt gehört, dass gesagt ist 2. Mose 20,14: »Du sollst nicht ehebrechen.« 28Ich aber sage euch: Wer eine Frau ansieht, sie zu begehren, der hat schon mit ihr die Ehe gebrochen in seinem Herzen.


    29Wenn dich aber dein rechtes Auge verführt, so reiß es aus und wirf’s von dir. Es ist besser für dich, dass eins deiner Glieder verderbe und nicht der ganze Leib in die Hölle geworfen werde. 30Wenn dich deine rechte Hand verführt, so hau sie ab und wirf sie von dir. Es ist besser für dich, dass eins deiner Glieder verderbe und nicht der ganze Leib in die Hölle fahre.


    31Es ist auch gesagt 5. Mose 24,1: »Wer sich von seiner Frau scheidet, der soll ihr einen Scheidebrief geben.« 32Ich aber sage euch: Wer sich von seiner Frau scheidet, es sei denn wegen Unzucht, der macht, dass sie die Ehe bricht; und wer eine Geschiedene heiratet, der bricht die Ehe.

    Alles anzeigen

    Die Strafe für Ehebruch war ja damals die Steinigung. Und ich lese das mit den verstorbenen Gliedern so, dass es sich darauf bezieht. Ich bin aber - im Gegensatz zu KarmaHausmeister kein Theologe. Vielleicht verstehe ich das komplett falsch..


    Das unten ist von Thomas von Aquin:


    • Wenn ein Glied des Leibes brandig geworden ist und den ganzen Leib verdirbt, ist es lobenswert und heilsam, es abzuschneiden, damit der übrige Leib gerettet wird."
    • "Wenn daher jemand für die Gemeinschaft gefährlich ist und sie durch eine Sünde verdirbt, ist es lobenswert und gesund, ihn zu töten, damit das Gemeinwohl gewahrt
  • Qualia
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    • 7. Oktober 2026 um 09:17
    • #6
    void:

    Wenn dich aber dein rechtes Auge verführt, so reiß es aus und wirf’s von dir. Es ist besser für dich, dass eins deiner Glieder verderbe und nicht der ganze Leib in die Hölle geworfen werde.


    Wenn dich deine rechte Hand verführt, so hau sie ab und wirf sie von dir. Es ist besser für dich, dass eins deiner Glieder verderbe und nicht der ganze Leib in die Hölle fahre.

    Dass erkenne ich als Auswirkungen/Folgen von dem, dass Buddha Abstand nehmen vom Verbiegen, Auslegen, Ignorieren der Sila bezeichnet.


    In der Bergpredigt wird eine Selbstbestrafung/Selbstzucht/Entsüchtigung eingeführt: ´

    Reiß dir das Auge aus, lass los von gierigem Sehen, sonst wird dir das Auge durch Richterurteil ausgerissen.


    Hack dir die Hand ab, die böses Gedankengut umsetzen will, lass die Gier nach fremdem Gut los, sonst wird dir die Hand durch Richterurteil abgehackt.


    Im Kontext mit Ehebruch geht es hier eindeutig um „Nehme Abstand von sexuellen Übergriffen und Fehlverhalten“. Das kann aber auch auf alle Sila oder Gebote angewendet werden. Nimm Abstand davon, die Sila zu verletzen. Selbstzucht schützt vor Henkertaten.


    Nimm selbst Abstand von dem, was dich zur Übertretung führt.
    Wer sich nicht selbst begrenzt, wird durch äußere Grenzen begrenzt.

    Erscheinungen sind annica unbeständig, dukkha unbefriedigend, anatta ohne Selbstsein, immer allein, doch nie einsam, denn alles ist eigenständig erscheinend, aber nichts ist eigenständig bestehend.

  • Samadhi1876
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    • 7. Oktober 2026 um 11:20
    • #7

    Es ist auch die Frage „wie wörtlich“ die Rede zu nehmen ist:

    Ob man sich tatsächlich „ein Auge raus reißen soll“ oder ob es sich nur um eine extreme Verdeutlichung handelt. Angeblich gibt es auch eine andere Version wo die Predigt auf dem Feld und nicht auf einem Berg statt fand.


    Meine Meinung zu der Bergpredigt ist, das sie zu mehr Demut, Achtsamkeit und Mitgefühl und zu weniger Begehren ermahnt. Auch wenn manche Worte extrem klingen.


    Wer weiß was Jesus tatsächlich gesagt hat. Wurde später ja auch nur von anderen aufgeschrieben. Ohne Jesus damit „in Schutz nehmen zu wollen“.

    Aber manche Worte muss jeder Mensch für sich auch selbst hinterfragen und verstehen und nicht Wort wörtlich nehmen, letztendlich geht es auch hier um selbst Verstehen, eigene Praxis und Umsetzung im Alltag und nicht nur eine Rede und Worte zu zu hören…

    Berg der Bergpredigt
    Startseite
    www.kirche-im-wdr.de
  • Monika
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    • 7. Oktober 2026 um 12:50
    • #8

    Ich war von Jugend an überzeugte Christin und habe die Worte immer im übertragenen Sinn verstanden.


    Erst Mitte der 80er Jahre, nachdem ich Kontakt mit der östlichen Philosophie bekam, wurde mir der Unterschied klar, im Christentum heisst es "Du sollst nicht ...", im Buddhismus "ich übe mich ...".


    Dennoch, ob Christentum oder Buddhismus, es wird alles verfälscht. Ich unterscheide seither, ob es die reine Lehre ist oder von Interpreten.


    Was ist die "reine Lehre"? Aus beruflicher Erfahrung weiß ich "was gewollt ist".

    Jesus lehnte die "alte Lehre" der Pharisäer ab und kam zurück auf die Liebe, das Mitgefühl ...

    Buddha lehnte die "alte Lehre" in Indien ab und kam zurück auf die Liebe, Mitgefühl.


    Beide hatten zum Ziel, Wege aus dem Leiden zu finden.

    Auch Jesus appellierte an die eigene Verantwortung. Das Gebet war sein Hilfsmittel.


    Da ich sowohl Gebet als auch Meditation kenne und praktiziere, besteht für mich kein Unterschied.


    In Asien werden Räucherkerzen angezündet, es wird um Wohlstand und Kindersegen gebetet.


    Was Menschen daraus machen, dagegen ist der "Religionsgründer" machtlos.

    _()_

Ausgabe №. 137: „Sorgen entsorgen?"

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