Liebe Anna, ich wünsche dir auch gute Genesung und baldige Befreiung von diesen Leiden!
Majjhima Nikāya 44, Cūḷavedallasutta
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Das glaube ich nicht, dass Du da Dukkha erzeugen wolltest. Ich glaube, Du wolltest Dukkha verringern. Zwar heisst es in MN 140:
Zitat"Bhikkhu, 'Ich bin' ist eine Vorstellung; 'Ich bin dies' ist eine Vorstellung; 'Ich werde sein' ist eine Vorstellung; 'Ich werde nicht sein' ist eine Vorstellung; 'Ich werde Form besitzen' ist eine Vorstellung; 'Ich werde formlos sein' ist eine Vorstellung; 'Ich werde wahrnehmend sein' ist eine Vorstellung; 'Ich werde nicht-wahrnehmend sein' ist eine Vorstellung; 'Ich werde weder-wahrnehmend-noch-nicht-wahrnehmend sein' ist eine Vorstellung. Vorstellung ist eine Krankheit, Vorstellung ist ein Geschwür, Vorstellung ist ein Stachel. Indem man alle Vorstellung überschreitet, Bhikkhu, wird man ein Stiller im Frieden genannt."
Aber dem geht voraus:
Zitat"... Er formt keinerlei Bedingung und erzeugt keinerlei Willensregung in Richtung Dasein oder Nicht-Dasein. Weil er keinerlei Bedingung formt und keinerlei Willensregung in Richtung Dasein oder Nicht-Dasein erzeugt, haftet er an nichts in der Welt an. Wenn er nicht anhaftet, ist er nicht aufgeregt. Wenn er nicht aufgeregt ist, erlangt er persönlich Nibbāna. ...'"
Und ich glaube, in der Situation warst Du ja nicht. Mehr in so einer Situation wie in MN 2:
Zitat- 'Bin ich?
- Bin ich nicht?
- Was bin ich?
- Wie bin ich?
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Elliot Da ist ein Zeitpunkt der Trennung. Ich zeige nur. Ich rechtfertige mich nicht und erkläre mich nicht. Es ist nicht meine Absicht, jemanden dazu zu bewegen, mir zu glauben.
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Da ist ein Zeitpunkt der Trennung
Einverstanden. Es tut mir leid, dass ich Dir zu nahe getreten bin.
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Da ist ein Zeitpunkt der Trennung
Einverstanden. Es tut mir leid, dass ich Dir zu nahe getreten bin.
Du bist mir nicht zu nahe getreten. Das geht nicht. Mein Gezeigtes gehört nicht mehr zu mir, ich identifiziere mich nicht (mehr) mit dem, was ich sage, zeige oder getan (geschrieben) habe.
Der Zeitpunkt der Trennung ist schon vorbei, denn der betraf nur einen Gefühlskonflikt. Nicht, dass du mir nicht glaubst. Meiner: dass ich nichts machen kann, weil mir glauben oder nicht nur ein Gefühl ist, auf beiden Seiten.
Wahrnehmungen kann man besprechen, Gefühle sind sprachlos.
rūpa Wahrnehmen, die erscheinenden Formen kann man besprechen.
Die restlichen haben keine Sprache, nur wenn sie eine Erscheinung aus ihrem Bereich offenlegen, rūpa daraus machen.
vedanā das Empfinden
saññā das Wiedererkennen und Benennen
saṅkhāra die Verarbeitungen, Deutungen und Absichten
viññāṇa das jeweilige Bewusstsein
Aus dem Bewusstsein können Erscheinungen zu rūpa werden, auch für mich wahrnehmbar. -
Nicht, dass du mir nicht glaubst. Meiner...
Ich glaube Dir ja durchaus, dass es Dir so vorkam, als würdest Du absichtlich oder sehenden Auges Dukkha erzeugen, indem Du Dir ein Ich zum Festhalten gesucht hast.
Aber ich denke halt, Du irrst darin und hast dadurch nicht mehr, sondern weniger Dukkha bewirkt. Mehr wollte ich gar nicht sagen.
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Nicht, dass du mir nicht glaubst. Meiner...
Ich glaube Dir ja durchaus, dass es Dir so vorkam, als würdest Du absichtlich oder sehenden Auges Dukkha erzeugen, indem Du Dir ein Ich zum Festhalten gesucht hast.
Aber ich denke halt, Du irrst darin und hast dadurch nicht mehr, sondern weniger Dukkha bewirkt. Mehr wollte ich gar nicht sagen.
Das ist eine Betrachtung, die erst durch unser Gespräch von mir erkannt wurde.
Da ist ein Prozess in mir, der keine weiteren Tätigkeiten hat, als Unangenehmes für sich zu wandeln, um zufrieden zu sein. Der ist so gut darin das ich Person es nicht mehr merke.
Da ist ein anderer Prozess, der Wünsche hat für sich: nach Essen, Rauchen, Spazierengehen, Fernsehen, alles nur für sich Wünsche „Begehren“. Hier wird dukkha erzeugt als Esser, Raucher, Geher, Untätiger. Dukkha das nur mich persönlich betrifft und relativ leicht zum Vergehen gebracht werden kann, weil das Körperliche dazu aufruft, es nicht so leiden zu lassen.
Dieser Prozess tritt auf, wenn keine Menschen da sind, ändert seine Funktion aber, wenn Menschen anwesend sind. Denn dann hat dieser Prozess damit zu tun, sich und andere zufrieden zu machen. Hier erscheint dukkha, weil er Identifikationen aufnimmt, damit andere ihn beachten, wahrnehmen, achten. Das Merkwürdige ist, diese Identifikationen vergehen sofort, wenn ich wieder ohne Menschen bin, mit denen ich in Kontakt bin. Hier habe ich das Vergehen so beobachtet das sie nicht vernichtet, sondern wie in einem Theaterfundus gesammelt werden, damit die Kostüme, wenn sie gebraucht werden, der Situation angepasst benutzbar sind.
So nehme ich meine Person wahr, wie ein relativ verdichtetes Gebilde aus Schleiern. Mein dukkha ist, dass ich nicht so sein kann, wie mir meine Mitmenschen erscheinen.
Andere Menschen scheinen ihre Person als etwas Dauerhaftes wahrzunehmen und ihr Verhalten daran auszurichten. Ich nehme meine Person als etwas Bedingtes und Wandelbares wahr. Deshalb fehlt mir die Selbstverständlichkeit, aus der viele andere zu wissen scheinen, wer sie sind und wie sie zu erscheinen haben.
Mein dukkha ist, dass ich nicht so sein kann, wie mir meine Mitmenschen erscheinen, und wie ich ihnen zu erscheinen habe, ist mir ein Rätsel, weil ich keine Konstante dafür habe.
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Das ist allerdings auch schon ein Kostüm geworden, weil ich es aufschreibe und wie etwas Fremdes lesen kann.
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Ich muss mich nicht mehr rechtfertigen oder erklären. Das muss ich nur, wenn ich Regeln und Normen der Allgemeinheit oder des Besonderen einer Beziehung verletze oder nicht beachte.
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Andere Menschen scheinen ihre Person als etwas Dauerhaftes wahrzunehmen und ihr Verhalten daran auszurichten. Ich nehme meine Person als etwas Bedingtes und Wandelbares wahr. Deshalb fehlt mir die Selbstverständlichkeit, aus der viele andere zu wissen scheinen, wer sie sind und wie sie zu erscheinen haben.
Das kommt Dir nur so vor, meine ich. Es gibt wohl ausgesprochen selbstsichere Menschen und sehr selbstunsichere, aber auch alle möglichen Ausprägungen dazwischen. Und nicht selten sagen sehr selbstsicher auftretende Menschen von sich, dass sie sich eigentlich ihrer selbst eher unsicher sind.
Warum bin ich der Meinung, dass Dein Suchen nach einem Ich zum dran Festhalten besser ist, als das nicht zu tun? Weil ich es analog zum Gleichnis vom Floß verstehe. Das Floß ist zum Übersetzen da und am anderen Ufer kann es zurückgelassen werden, man muss es nicht mit sich herumtragen. Aber ohne Floß ist das andere Ufer nicht zu erreichen.
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MN 44 aus meinem Verständnis heraus.
Sakkāya ist die durch das Zu-Eigen-Machen der fünf Erfahrungsbereiche (Khandha) entstandene Struktur. Wodurch diese als »meine« Erfahrungsbereiche ergriffen (Upādāna) erscheinen und zu Aneignungsgruppen (Pañcupādānakkhandhā) werden. Das ist nicht die Identifikation mit dem Zugeeigneten als: „Das bin ich.“
Die Khandha:
Die Khandha (Sanskrit: Skandha) sind immer die fünf Anhäufungen. Sie bekommen nur andere Namen, Zuschreibungen von einem Ich.Körper/Form (rūpa-Khandha): Sinnesorgane und Sinnesobjekte als Bereich körperlicher Erscheinungen.
Upādānakkhandha. Bei der Aneignung erscheint Körperlichkeit als „mein Körper“, „meine Sinne“ und „meine Sinnesobjekte“.Empfinden (vedanā-Khandha): Angenehme, unangenehme und weder angenehme noch unangenehme Empfindungen.
Upādānakkhandha. Bei der Aneignung erscheint Empfinden als „ich fühle“ oder „mein Gefühl“.Wahrnehmung (saññā‑Khandha): Erkennen, Unterscheiden und Bezeichnen von Wahrgenommenem.
Upādānakkhandha. Bei der Aneignung werden Sinnesobjekte und Empfindungen zu bestimmten Bedeutungen, Vorstellungen und Gefühlen verbunden.Geistige Formationen (saṅkhārā-khandha): Reaktionen, Tendenzen, Absichten, Bewertungen und geistige Gestaltungen.
Upādānakkhandha. Bei der Aneignung erscheinen Gedanken, Absichten, Urteile, Beobachtungen und Betrachtungen als „meine Gedanken“, „meine Absichten“, „meine Urteile“, „meine Beobachtungen“ und „meine Betrachtungen“.Bewusstsein (viññāṇa-Khandha): Gewahrsein aller Sinnesbereiche gleichzeitig oder eines bestimmten Sinnesbereichs.
Upādānakkhandha. Bei der Aneignung erscheint Bewusstsein als ein fortdauerndes erlebendes Zentrum, das Vergangenheit erinnert, Gegenwärtiges erfährt und Zukünftiges erwartet.Ausformung:
Khandha: Vorgänge der Erfahrung jedes fühlenden Lebewesens.Upādānakkhandha: dieselben Vorgänge jedoch mit dem Ergreifen (Upādāna) durch ein Ich..
Pañcupādānakkhandhā: die fünf angeeigneten Erfahrungsgruppen.
Sakkāya = die angeeigneten fünf Aggregate als Grundlage der Vorstellung einer Person, Puggala, eines "Ich-bin".
Sakkāyadiṭṭhi: die Selbstidentifikation der Person (Puggala) mit dem von ihr Ergriffenen. Das wird zu „Das bin ich“, nicht nur als Bestimmung, sondern als reale Tatsachenbehauptung.
Was ist Sakkāya?
Sakkāya ist die Gesamtheit der als »ich«, »mein« oder »selbst« aufgefassten fünf Aneignungsgruppen. (pañcupādānakkhandhā). Die fünf von Aneignung betroffenen Erfahrungsgruppen, die Khandha, werden dann als Sakkāya bezeichnet. Auf der Grundlage von Sakkāya erscheinen die Vorstellungen eines „Ich-bin“, einer Person oder eines Selbst.
Sakkāya erzeugt Puggala und Puggala erfährt Freude, Leid, Schmerz und Trauer. Puggala kann loslassen und lernen, unabänderliches Leid und unabänderliche Freude zu erkennen und sie hinzunehmen als „Es ist eben gerade so.“ Auch das wird vergehen und anders wieder erscheinen. Zwischen glücklich und unglücklich ist Zufriedenheit, doch nichts davon ist von Dauer.Das ist Sakkāyadiṭṭhi.
Sakkāya, Puggala („Ich bin“) und diṭṭhi (Deutungen oder Ansichten über die Wirklichkeit). Puggala macht aus seinen gefühls- und wertungsbezogenen Deutungen, die sein Denken, Fühlen und Handeln stark prägen, Identität. Bei Sakkāyadiṭṭhi identifiziert sich Puggala nicht nur mit dem Ergriffenen, sondern auch mit dessen Bewertungen und Deutungen, als Gesamtkunstwerk für „Das Meinige bin Ich“, „Das bin Ich“, „Ich bin mein Wert, mein Rang, mein Status“.
Gesamtkunstwerk, weil es künstlich und kein natürliches Gebilde ist. Natürlich ist Puggala.Zusammenfassung
Skandha: Die fünf Erfahrungsgruppen
Upādāna: Aneignung, Ergreifen, Festhalten.
Pañcupādānakkhandhā: Diese fünf Erfahrungsgruppen sind angeeignet.
Sakkāya: Die als „ich“, „mein“ oder „selbst“ verstandenen angeeigneten Erfahrungsgruppen.
Sakkāyadiṭṭhi: Die Identifikation der Person (Puggala) mit dem Ergriffenen und seinen Bewertungen.
Mein Besitz, das bin ich. Das Selbst, das bin ich. Der Status, die Persönlichkeit, mein Titel – das bin ich.Buddha sagt: „Das ist nicht mein, das bin nicht ich, das ist nicht mein Selbst.“
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