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Majjhima Nikāya 44, Cūḷavedallasutta

  • Upasaka Dhammavicayo
  • 6. September 2026 um 07:43
  • Zum letzten Beitrag
  • Samadhi1876
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    • 15. Oktober 2026 um 20:57
    • #26
    mukti:

    Ich hätte eine Frage:

    Wenn der Ursprung der Persönlichkeit das Begehren ist, wer hatte dann das Begehren, wenn es die Persönlichkeit ja noch nicht gab?

    Die Persönlichkeit wird durch Eltern und Gesellschaft mit geformt. Bzw durch gewisse Gene mit gegeben. Bzw. eigene Ansichten die man über sich selbst im Laufe des Lebens entwickelt.


    In wie weit diese Persönlichkeit verstellt oder falsch oder richtig ist hat auch mit Gefühlen zu tun. Mit vielleicht falschen die entstanden sind weil man die richtigen unterdrücken musste.


    In der Psychologie redet man deshalb auch von einem wahren Selbst. Das sich primär auf Entwicklungspsychologie bezieht. Oder Trauma.


    In der Spiritualität hingegen geht es primär um Ich und Ego und Dualismus. Das wahre Selbst in der Spiritualität ist eher die Frage:


    WAS ist man und nicht wer.

    Oder wer sollte man sein.


    Als ich damals von Zen las, las ich nur von Zen. Da wurde meditiert. Auch ganz lange. Auch in Kälte und Hitze.


    Ich dachte deshalb das ist Zen.
    Oder ein Steingarten mit Kreisen im Kies.


    Aber das eben nur eine Vorstellung davon.


    Und nicht Zen direkt zu erleben und zu erfahren.


    Sein wahres spirituelles Selbst zu erfahren.


    Und in der Psychologie ist es ähnlich. Man hat vielleicht heute eine Vorstellung davon wer man ist, oder sein sollte.


    Oder aber vergessen wer man mal war bevor man anders wurde.


    Dualismus lässt sich nie durch Denken und Ego auflösen. Eher umgekehrt: sich vom Griff des Denkens und Ego und deren Fesseln lösen.


    Denn mit Denken beginnt Nachdenken, man erkennt das Ich denkt, bis hin zu Etwas Bewerten. Woraus auch Begehren, Neigung und Abneigung entstehen. Ego. Auch auf Grund eines psychologischen falschen Selbst.


    Die Haut empfindet Temperaturen. Die Nase empfindet Gerüche. Die Ohren empfinden Schallwellen. Die Augen empfinden für sie sichtbares Licht.


    In einem bestimmten Spektrum. Bandbreite.

    Das Unterbewusstsein ist Teil des bewussten Bewusstsein. Und viel größer. In ihm liegen auch verborgen alte Samen, Erinnerungen, Erfahrungen.


    Und manchmal reagiert auch das Unterbewusstsein vor dem Bewusstsein.

    Und manchmal versteht das Bewusstsein deshalb auch nicht warum man auf etwas reagiert, warum man so und nicht anders reagiert.


    Das menschliche System ist komplex. Viele Aufgaben werden auch vom Bauch gesteuert der oft ehrlicher ist als der verkopfte Kopf:


    Bauchgefühl


    In der Meditation gelangt man durch den Atem runter zum Bauch auch wieder mehr in den Bauch.


    Der Vagusnerv wird stimuliert. Das Nervensystem gleicht sich wieder aus.

    Man findet wieder mehr zu seiner inneren Ruhe und Mitte:


    Durch Praxis, durch Atmen

    Durch Begegnung mit der Umwelt

    Bis hin zum ganzen Universum


    Eine direkte ganz eigene Begegnung, Erfahrung:


    Ohne vorher nachdenken oder etwas verstehen zu wollen.

    Ergibt ES sich von selbst

  • Samadhi1876
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    Buddh. Richtung
    • 15. Oktober 2026 um 21:13
    • #27

    Wo keine Bewertungen mehr stattfinden bekommt Alles denselben Wert


    Kein Hass oder Liebe

    Keine Neigung oder Abneigung


    Kein Begehren mehr


    Wo kein unterscheidender Geist mehr


    Kein Du und Ich

    Keine Trennungen mehr


    Alles erscheint nur noch als Eins

  • Elliot
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    • 16. Oktober 2026 um 06:18
    • #28
    Upasaka Dhammavicayo:

    „‚Entstehung der Persönlichkeit, Entstehung der Persönlichkeit‘, sagt man, ehrwürdige Schwester. Was aber wird vom Erhabenen als Entstehung der Persönlichkeit bezeichnet?“

    „Dieses Begehren, Bruder Visākha, das zu Wiedergeburt führt, von Genuss und Gier begleitet ist und sich hier und dort an allem ergötzt, nämlich: Sinnesbegehren, Daseinsbegehren und Nichtsseinsbegehren.“

    Die Antwort auf die Frage, was hier mit Wiedergeburt gemeint ist, könnte vielleicht auch eine Antwort auf diese Frage liefern:

    mukti:

    Ich hätte eine Frage:

    Wenn der Ursprung der Persönlichkeit das Begehren ist, wer hatte dann das Begehren, wenn es die Persönlichkeit ja noch nicht gab?

    Viele Grüße

    Elliot

  • Upasaka Dhammavicayo
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    Buddh. Richtung
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    12. September 1969 (57)
    • 16. Oktober 2026 um 07:29
    • #29
    Elliot:
    Upasaka Dhammavicayo:

    „‚Entstehung der Persönlichkeit, Entstehung der Persönlichkeit‘, sagt man, ehrwürdige Schwester. Was aber wird vom Erhabenen als Entstehung der Persönlichkeit bezeichnet?“

    „Dieses Begehren, Bruder Visākha, das zu Wiedergeburt führt, von Genuss und Gier begleitet ist und sich hier und dort an allem ergötzt, nämlich: Sinnesbegehren, Daseinsbegehren und Nichtsseinsbegehren.“

    Die Antwort auf die Frage, was hier mit Wiedergeburt gemeint ist, könnte vielleicht auch eine Antwort auf diese Frage liefern:

    mukti:

    Ich hätte eine Frage:

    Wenn der Ursprung der Persönlichkeit das Begehren ist, wer hatte dann das Begehren, wenn es die Persönlichkeit ja noch nicht gab?

    Da ist ein kleiner Denkfehler drin. Es klingt, als müsste zuerst jemand da sein, der begehrt. In der Erfahrung ist es anders. Begehren taucht auf, wenn Bedingungen zusammenkommen. Es braucht kein Ich, das es hält. Das Ich-Gefühl entsteht mit ihm, als Geschichte: „Ich bin der, der will.“ Wenn man genau hinschaut, findet man keinen Besitzer. Man findet Kontakt, Gefühl, Verlangen, Ergreifen. Daraus bildet sich das, was wir Persönlichkeit nennen. Sie ist kein festes Ding. Sie ist ein Muster, das sich mit dem Begehren zusammen aufbaut. Deshalb passt die Frage „wer?“ nicht ganz. Sie setzt einen Täter voraus, den man nicht findet. Wie beim Feuer. Da brennt etwas, weil Brennstoff und Luft da sind. Ein „Feuerer“ ist nicht zu finden. So ist es auch hier. Begehren und Ich gehören zusammen. Keins kommt vor dem anderen als Besitzer. Sie entstehen und vergehen als Vorgang.

  • Elliot
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    • 16. Oktober 2026 um 12:08
    • #30
    Upasaka Dhammavicayo:

    Man findet Kontakt, Gefühl, Verlangen, Ergreifen. Daraus bildet sich das, was wir Persönlichkeit nennen.

    Dazwischen liegt laut MN 9 Sammaditthi Sutta noch Werden und Geburt:


    "Mit dem Ursprung von Kontakt ist der Ursprung von Gefühl... Mit dem Ursprung von Gefühl ist der Ursprung von Begehren (Verlangen) ... Mit dem Ursprung von Begehren (Verlangen) ist der Ursprung des Anhaftens (Ergreifens)... Mit dem Ursprung von Anhaften (Ergreifen) ist der Ursprung des Werdens... Mit dem Ursprung von Werden ist der Ursprung von Geburt... Die Geburt der Wesen in die verschiedenen Klassen der Lebewesen, ihr Geborenwerden, Herausstürzen aus dem Schoß, Erzeugung, die Manifestation der Daseinsgruppen, das Erlangen der Sinnesgrundlagen - dies wird Geburt genannt."


    Da setzt dann die Antwort von Bhikkhunī Dhammadinnā an (MN 44):


    "Ehrwürdige, man spricht von 'Persönlichkeit, Persönlichkeit'. Was wird vom Erhabenen Persönlichkeit genannt?" "Freund Visākha, die fünf Daseinsgruppen, an denen angehaftet wird, werden vom Erhabenen Persönlichkeit genannt; das heißt,

    • die Daseinsgruppe der Form, an der angehaftet wird,
    • die Daseinsgruppe des Gefühls, an der angehaftet wird,
    • die Daseinsgruppe der Wahrnehmung, an der angehaftet wird,
    • die Daseinsgruppe der Gestaltungen, an der angehaftet wird, und
    • die Daseinsgruppe des Bewußtseins, an der angehaftet wird.

    Diese fünf Daseinsgruppen, an denen angehaftet wird, werden vom Erhabenen Persönlichkeit genannt."

    Viele Grüße

    Elliot

  • mukti
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    • 16. Oktober 2026 um 12:56
    • #31

    Danke für die Antworten, ich finde es interessant, wie sich diese Sache aus verschiedenen Perspektiven betrachten lässt.

    Mit Metta, mukti.


  • Qualia
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    • 16. Oktober 2026 um 14:15
    • #32
    Elliot:

    Diese fünf Daseinsgruppen, an denen angehaftet wird, werden vom Erhabenen Persönlichkeit genannt.

    Aber erst dann, wenn ein Ich-bin, an ihnen, als „Das bin ich, das ist mein, das ist mein Selbst“ anhaftet, werden die Daseinsgruppen als Persönlichkeit identifiziert und vereinahmt.


    Aber selbst dann bleiben sie, die Daseinsgruppen, denn sonst gäbe es keine Verminderung oder Vernichtung von dukkha, dem sich identifizieren mit dem, an dem man anhaftet.


    Rūpa-skandha, vedanā-skandha, saññā-skandha, saṅkhārā-skandha und viññāṇa-skandha sind die Erfahrungsgrundlage und können kein atta enthalten. Ein „Ich-bin“ ergreift die Skandha als „mein“ und hält an ihnen fest. Durch dieses Ergreifen und Festhalten entsteht sakkāya-diṭṭhi.

    Erscheinungen sind annica unbeständig, dukkha unbefriedigend, anatta ohne Selbstsein, immer allein, doch nie einsam, denn alles ist eigenständig erscheinend, aber nichts ist eigenständig bestehend.

Ausgabe №. 137: „Sorgen entsorgen?"

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