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Majjhima Nikāya 5, Anaṅgaṇa Sutta

  • Upasaka Dhammavicayo
  • 29. August 2026 um 08:53
  • Zum letzten Beitrag
  • Upasaka Dhammavicayo
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    • 29. August 2026 um 08:53
    • #1

    „Freunde, man findet diese vier Arten von Personen in der Welt. Welche vier? Da versteht jemand, der einen Makel hat, nicht der Wirklichkeit entsprechend: ‚Ich habe einen Makel in mir.‘ Da versteht jemand, der einen Makel hat, der Wirklichkeit entsprechend: ‚Ich habe einen Makel in mir.‘ Da versteht jemand, der keinen Makel hat, nicht der Wirklichkeit entsprechend: ‚Ich habe keinen Makel in mir.‘ Da versteht jemand, der keinen Makel hat, der Wirklichkeit entsprechend: ‚Ich habe keinen Makel in mir.‘“


    In dieser Rede geht es um etwas, das jeder von uns kennt: den eigenen Schmutz. Der Buddha beschreibt vier Leute. Zwei haben einen Fleck auf der Schüssel, zwei sind sauber.

    Derjenige, der seinen Dreck kennt, ist demjenigen, der seinen Dreck nicht kennt, haushoch überlegen. Auch wenn beide denselben Fehler in sich tragen.

    Wer nicht sieht, was in ihm vorgeht, wird nie auf die Idee kommen, es wegzuwischen. Der Dreck bleibt liegen, zieht noch mehr Dreck an. Wie eine dreckige Bronzeschüssel, die man in die staubige Ecke stellt. Man lässt sie liegen, und mit der Zeit wird sie nur noch schlimmer.

    Wer aber hinschaut und sagt: „Ja, da ist was“, der hat die entscheidende Hürde genommen. Dieses Eingeständnis ist keine Schwäche. Es ist der erste Atemzug. Die Energie zum Aufräumen stellt sich dann von ganz alleine ein.

    Das größte Hindernis ist die Illusion, rein zu sein, während man verdreckt ist. Wer die Wahrheit über sich selbst sieht, der stirbt nicht in diesem Irrglauben. Ihm wird klar, dass es nicht darum geht, perfekt zu sein. Es geht darum, wach zu sein für das, was gerade in einem vorgeht. Dieses klare Sehen ist der eigentliche Reinigungsprozess. 🙏

  • Online
    Matthie
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    • 29. August 2026 um 09:11
    • #2

    Das erinnert mich an den Spruch:

    Wer weiß das er Nichts weiß, weiß immer noch mehr wie der der nicht weiß das er Nichts weiß.

    Seinen eigenen Dreck ( irgendwie ein krasses Wort ), seinen eigenen Makel erkennen ist der erste Atemzug. Schön ausgedrückt.

    Doch leider stellt sich mit dem Erkennen nicht immer die Energie zum Aufräumen ein. Es ist eher die Vorraussetzung das man überhaupt den nächsten Schritt gehen kann.

    Bei der Rede über die 4 Arten von Menschen frage ich mich ob es die zwei Arten ohne Makel überhaupt gibt, oder ob Sie eher einem theoretisches Gesamtbild dienen.

    Sind es nicht gerade die kleinen Fehler und Makel die uns zum Menschsein machen?

    Auch die Natur ist ja nicht perfekt und gerade das ist ja harmonisch, lebendig und nicht künstlich.

    Den eigenen Schmutz erkennen und aufräumen gehört wohl zu Jedermanns Aufgabe.

    Mit kleinen Makeln muss man manchmal aber auch einfach leben.

    Sie zu Sehen ist dann wahrscheinlich wirklich der eigentliche Reinigungsprozess oder führt zumindest zur eigenen Akzeptanz.

  • Upasaka Dhammavicayo
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    • 29. August 2026 um 10:24
    • #3

    Ja, das Erkennen ist die Hand, die nach dem Lappen greift. Die Voraussetzung, nicht die Tat selbst.

    Die zwei Makellosen sind kein Hirngespinst. Einer ein seltener Zufall, der andere das Ziel.

    Kleine Makel machen dich menschlich, wie Patina Metall lebendig macht. Entscheidend ist, ob du im 'Dreck' 😀 versinkst oder ehrlich hinschaust. Dieses ehrliche Sehen ist die Reinigung. Deine Akzeptanz trifft es genau! Sehen, was ist, nichts verstecken, nur aufräumen, wo es wehtut.

  • Schneelöwin
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    • 29. August 2026 um 10:53
    • #4

    Für mich ist das reine Sehen (Erkennen) der entscheidende Punkt.


    Es wurde m.E. nicht gesagt:


    • ich muss den Makel beseitigen
    • ich muss etwas unternehmen
    • ich muss mich gar schuldig fühlen (weil dreckig) und handeln

    Vielleicht ist nicht das Wirken der Punkt, sondern nur zu sehen "Was tatsächlich ist"

    Liebe Grüße Schneelöwin

    "All is always now"


  • Qualia
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    • 29. August 2026 um 11:42
    • #5

    MN 5:

    Anaṅgaṇa heißt: ohne Flecken, Kilesas. Der Text sagt nüchtern: Ein Mensch wird nicht durch die Welt schmutzig, sondern durch das, was er selbst erzeugt.

    Begehren macht Druck.

    Übelwollen macht Widerstand.

    Trägheit macht Dumpfheit.

    Unruhe macht Zerstreuung.

    Wenn diese vier laufen, sieht man die Welt verzerrt. Wenn sie nicht laufen, sieht man klar.

    Mehr ist es nicht.


    Die Kilesas sind Geistesgifte und Ableitungen, Zusatzbestimmungen, zu Verblendung (moha).

    1. moha = Verblendung: Die Fehleinschätzung/Fehlinterpretation selbst, ist das einzige Geistesgift.
    2a. rāga = Gier: Zug entsteht, wenn moha angenehme Eindrücke, Sinneslust entstehen lässt.
    2b. dosa = Hass: Druck entsteht, wenn moha unangenehme Eindrücke, der Selbstqual weckt.

    Ich ist nicht leer oder tot.

    Qualia ist offen und frei,

    für sein ergreifen, festhalten, loslassen,

    für das ergriffen, festgehalten, verlassen werden.

  • Anna-Lyse Dhamma
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    • 29. August 2026 um 12:09
    • #6

    Buddhas "Hauptjünger" Sariputta definiert im hier vorgestellten Sutta den "Schmutz" folgendermaßen:

    Zitat

    Majjhima Nikāya 5

    Ohne Makel - Anaṅgaṇa Sutta

    ....9. "Man spricht von 'Makel, Makel', Freund, aber was bezeichnet dieser Ausdruck 'Makel'?

    'Makel', Freund, ist ein Ausdruck für die Sphären übler unheilsamer Wünsche." ....

    Klar wird auch, dass, sobald der Makel als solcher erkannt wurde, gehandelt wird - d.h. sehen/erkennen => handeln.

    Ohne sich zu verurteilen, einfach nur sehen und verstehen, führt demzufolge beim Erkennenden - quasi automatisch - zum heilsamen Bestreben, den Makel zu beseitigen.

    Zitat

    ...5. "Wenn aber jemand mit einem Makel der Wirklichkeit entsprechend versteht: 'Ich habe einen Makel in mir',

    dann ist zu erwarten, daß er Eifer aufbringen wird, Anstrengung unternehmen und Energie einsetzen wird, um diesen Makel zu überwinden, und daß er ohne Begierde, Haß und Verblendung sterben wird, ohne Makel, mit unbeflecktem Geist. .....


    https://www.palikanon.com/majjhima/zumwinkel/m005z.html


    Sariputta geht im Folgenden noch genauer auf die "Sphären unheilsamer Wünsche" ein, führt konkrete Beispiele an (eines davon):

    Zitat

    12. "Es ist möglich, daß ein Bhikkhu hier wünschen könnte:

    'Ich habe einen Regelverstoß begangen.

    Jemand, der mir gleichrangig ist, sollte mich ermahnen,

    nicht jemand, der mir nicht gleichrangig ist.'

    Und es ist möglich, daß jemand, der ihm nicht gleichrangig ist, ihn ermahnt, nicht jemand, der ihm gleichrangig ist.

    Also ist er zornig und verbittert: 'Jemand, der mir nicht gleichrangig ist, ermahnt mich, nicht jemand, der mir gleichrangig ist.'


    Der Zorn und die Verbitterung sind beide ein Makel."

    Alles anzeigen

    Hinter dem Zorn und der Verbitterung steckt hier Dünkel, sozusagen die Quelle des Makels...


    Liebe Grüße, Anna-Lyse :)_()_:heart:

    "...Dieser edle achtfache Pfad aber ist der zur Aufhebung des Leidens führende Weg..." (AN.VI.63)

    "In dieser Stunde hörte Siddhartha auf, mit dem Schicksal zu kämpfen, hörte auf zu leiden. Auf seinem Gesicht blühte die Heiterkeit des Wissens, dem kein Wille mehr entgegensteht, das die Vollendung kennt, das einverstanden ist, mit dem Fluss des Geschehens, mit dem Strom des Lebens, voll Mitleid, voll Mitlust, dem Strömen hingegeben, der Einheit zugehörig." (H.Hesse)

  • Schneelöwin
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    • 30. August 2026 um 11:48
    • #7
    Upasaka Dhammavicayo:

    „Freunde, man findet diese vier Arten von Personen in der Welt. Welche vier? Da versteht jemand, der einen Makel hat, nicht der Wirklichkeit entsprechend: ‚Ich habe einen Makel in mir.‘ Da versteht jemand, der einen Makel hat, der Wirklichkeit entsprechend: ‚Ich habe einen Makel in mir.‘ Da versteht jemand, der keinen Makel hat, nicht der Wirklichkeit entsprechend: ‚Ich habe keinen Makel in mir.‘ Da versteht jemand, der keinen Makel hat, der Wirklichkeit entsprechend: ‚Ich habe keinen Makel in mir.‘“


    Anna-Lyse Dhamma:

    Klar wird auch, dass, sobald der Makel als solcher erkannt wurde, gehandelt wird - d.h. sehen/erkennen => handeln.

    Ohne sich zu verurteilen, einfach nur sehen und verstehen, führt demzufolge beim Erkennenden - quasi automatisch - zum heilsamen Bestreben, den Makel zu beseitigen.

    Schneelöwin:

    Für mich ist das reine Sehen (Erkennen) der entscheidende Punkt.


    Es wurde m.E. nicht gesagt:


    • ich muss den Makel beseitigen
    • ich muss etwas unternehmen
    • ich muss mich gar schuldig fühlen (weil dreckig) und handeln

    Vielleicht ist nicht das Wirken der Punkt, sondern nur zu sehen "Was tatsächlich ist"


    Lieber Upasaka Dhammavicayo,


    Eine Verständnisnachfrage, weil es dann ja alle Suttas betrifft.


    Wenn man als Beitragsersteller zunächst einmal, wie oben zu sehen, nur einen Absatz des Suttas zitiert, gehe ich dann, von der Einschätzung her, sofort von dem gesamten Text eines Suttas aus?


    Meine Einschätzung geht jetzt von dem hier eingestellten Zitat aus:

    Zitat

    Da versteht jemand, der einen Makel hat, nicht der Wirklichkeit entsprechend: ‚Ich habe einen Makel in mir.‘ Da versteht jemand, der einen Makel hat, der Wirklichkeit entsprechend: ‚Ich habe einen Makel in mir.

    und dort sehe ich:

    "der Wirklichkeit entsprechend".

    Liebe Grüße Schneelöwin

    "All is always now"


  • Upasaka Dhammavicayo
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    • 30. August 2026 um 14:17
    • #8

    Schneelöwin

    Es betrifft immer das gesamte Sutta.

    Ich möchte immer nur eine wichtige Passage hervorheben.

    Vielleicht hätte ich das betonen sollen?

    Deshalb gebe ich immer das Sutta an.

    Danke für den Hinweis 🙏

Ausgabe №. 137: „Sorgen entsorgen?"

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