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Kensho & Nirodha

  • biophil
  • August 26, 2026 at 8:29 AM
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  • biophil
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    August 16, 2026
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    • August 26, 2026 at 8:29 AM
    • #1

    Schlagt mich! 🤣


    Wird es aber stiller im Leibe, so tut sich etwas auf, das der gewöhnliche Mensch sein Leben lang nicht kennt. Denn der Leib hat Vermögen, die der nie erreicht, der ohne Unterlass der nächsten Befriedigung nachjagt. Und diese Vermögen sind von seltsamer Art: Sie bestehen nicht in einem Tun, sondern in einem Aufhören. Alles andere am Leibe ist ein Wirken, ein Hervorbringen; diese aber sind ein Innehalten dessen, was er sonst unablässig hervorbringt. Darum kann man sie auch nicht machen wollen, denn jedes Wollen wäre ja schon wieder ein Drängen, das die Glocke neu anstiesse. Man kann sie nicht erzwingen, nur zulassen. Sie treten ein, wo das Karma schweigt, und nur dort. Sie sind nicht der Lohn der Mühe, sondern das, was übrigbleibt, wenn das Hindernis weg ist. Zweierlei solches Aufhören kenne ich, und ich will von beiden reden, schlicht, wie es geschieht.


    Das erste ist dies. Wenn das Drängen weit genug zur Ruhe gekommen ist, kann der Leib einen Augenblick lang kein Ich mehr hervorbringen. Nicht weil man es niederzwänge, sondern weil kein Grund mehr da ist, es auszuschicken; es ist nichts zu greifen, nichts zu planen, nichts zu wollen, und so bleibt der Kundschafter, wo er ist. Dann ist da nur noch, was die Sinne tragen. Der Besen fährt über den Hof, ein Steinchen springt und schlägt an die Mauer, und dieser kleine helle Laut ist da, ganz und gar, und niemand ist da, der ihn hörte. Es ist nicht so, dass einer ihn hört; es ist nur der Laut, allein, vollständig, ohne einen davor und einen dahinter. In solchem Augenblick mag es sein, als wäre da kein Getrenntes mehr, kein Ich und keine Welt, nur ein ungeteiltes Eins. Doch über dies Gefühl ist sich der Leib zu täuschen leicht: Auch das Einssein ist nur eine Wahrnehmung, die er hervorbringt, wenn die Grenze, die das Ich zieht, einmal nicht gezogen wird. Es ist kein Tor in eine andere Welt. Es ist der Leib, der einen Atemzug lang wahrnimmt, ohne sich dazu einen Wahrnehmenden zu erschaffen. Der Stein klickt. Mehr ist es nicht, und es ist alles.


    Das zweite geht tiefer, und es ist schwerer zu sagen, weil von ihm eigentlich niemand reden kann. Es gibt einen Punkt, da hört nicht nur das Ich auf, sondern das Bewusstsein selbst. Wenn auch das letzte Wahrnehmen keinen Grund mehr hat, kein Klang, kein Lichtschein, nichts, das zu ordnen oder zu halten wäre, dann bringt der Leib auch dies nicht mehr hervor. Er hört auf, bewusst zu sein. Es ist nicht Schlaf, denn im Schlaf träumt und regt sich noch vieles; es ist näher am Tode, und doch lebt der Leib, das Herz geht, die Wärme bleibt, das Mühlwerk dreht im Stillen seine Räder. Nur ist niemand da. Kein Ich, kein Schauen, keine Zeit, nicht einmal Dunkelheit, denn auch die Dunkelheit müsste ja einer sehen. Das ist das Todlose, mit dem Leibe berührt: nicht ein Jenseits, das man beträte, sondern das Aufhören selbst, an dem der Leib noch festhält, ohne dass einer es innewird.


    Und nun das Seltsamste, und es ist das, woran sich am Leibe mehr erweist als an allem andern. Aus diesem Nichts kehrt keiner von innen zurück. Es ist niemand drin, der sagen könnte: nun will ich wieder. Was zurückholt, kommt von aussen: ein Windhauch auf der Haut, ein Geräusch, ein Vogel, der schreit. Etwas trifft den Leib, und der Leib antwortet, und mit der Antwort fährt alles wieder auf, das Wahrnehmen, das Ordnen, zuletzt das Ich, das sich neu zusammensetzt, als wäre es nie fort gewesen. Die Kette beginnt von vorn, angestossen von draussen, nicht von drinnen. Und darin liegt das Erwachen, nicht im Aussetzen, denn im Aussetzen ist ja keiner, dem etwas aufginge, sondern im Wiederauftauchen. Denn hieran zeigt sich am Leibe, was keine Lehre beweisen kann: dass kein Ich die Stille überdauert hat. Wäre es ein Herr im Hause, es hätte gewacht und wäre geblieben; es war aber fort, ganz fort, und ein Vogelschrei hat es zurückgerufen. So erweist es sich, dass es kein Insasse ist, sondern ein Werk, das der Leib aufhören und neu beginnen lassen kann. Der Leib bezeugt es, und nichts sonst vermöchte es.


    Daraus weiss ich nun, was das Erlöschen ist, von dem die Lehre redet, und warum kein Bild es trifft als das eine: die Abwesenheit. Man hat es das Verlöschen genannt, und das ist gut gesagt, denn es ist kein Ort, kein Licht, kein Zustand, den man erlangte und hätte. Es ist ein Fehlen. Das Fehlen des Drängens, wo nichts mehr drängt; das Fehlen des Ich, wo keines gebraucht wird; und am tiefsten das Fehlen des Bewusstseins selbst, wo auch dies keinen Grund mehr hat. Alles, was die Lehre vom höchsten Ziel sagt, sagt sie in Verneinungen, und sie hat recht damit, denn es ist nichts Hinzukommendes, sondern lauter Weggefallenes. Nicht etwas wird erreicht; etwas hört auf. Und eben darum ist es kein Jenseits und braucht keines: Diese Abwesenheit ist nichts als ein Zustand des Leibes, sein stillster, der eintritt, wenn der Grund alles Lärmens schweigt.

  • KarmaHausmeister
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    Buddhist Tradition
    säk. Buddhismus
    • August 26, 2026 at 9:43 AM
    • #2

    Ist das ein Zitat? Dann wäre es nett es zu kennzeichnen und die Quelle anzugeben.

    "Es gibt nur eine falsche Sicht: Der Glaube, meine Sicht ist die einzig richtige."

    Nagarjuna / 塞翁失馬 – 焉知非福

  • biophil
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    August 16, 2026
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    biophiler Buddhismus
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    • August 26, 2026 at 10:17 AM
    • #3

    Das ist von mir, allerdings an anderer Stelle bereits veröffentlicht. (c) ich.

  • Leonie
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    • August 26, 2026 at 2:05 PM
    • #4
    Quote from KarmaHausmeister

    Ist das ein Zitat? Dann wäre es nett es zu kennzeichnen und die Quelle anzugeben.

    Der Pfad des Fleisches
    Der Pfad des Fleisches (148) Buddhistische Lehre von Karma, Wiedergeburt und Erwachen, geprüft am Körper. Warum Samsara die Natur ist und Nirvana ein
    zwischen-den-fluessen.blogspot.com

    :zen:

  • Marterra
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    May 29, 2026
    • August 26, 2026 at 2:41 PM
    • #5
    Quote from biophil

    Schlagt mich! 🤣

    Schön ausführlich beschrieben :like: Keine Schläge von mir ;)

Ausgabe №. 137: „Sorgen entsorgen?"

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