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Psychiatrie – weiß sie eigendlich wirklich, was eine Psychose ist?

  • Hue32
  • 12. Juli 2026 um 08:33
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    • 12. Juli 2026 um 08:33
    • #1

    Je mehr ich mich mit dem Buddhismus beschäftige, desto mehr frage ich mich, ob die heutige Psychiatrie wirklich verstanden hat, was eine Psychose überhaupt ist. Für mich wirkt sie noch immer wie eine Wissenschaft, die in vielen Bereichen ganz am Anfang steht. Man vergibt Diagnosen, verschreibt Medikamente und klebt Menschen Etiketten auf. Aber die wichtigste Frage bleibt oft offen: Warum leidet ein Mensch eigendlich?

    Der Buddha hat sich schon vor über 2.500 Jahren intensiv mit dem menschlichen Geist beschäftigt. Für mich war er der erste große Lehrer des Geistes. Er untersuchte, wie Angst, Wahn, Gier, Hass und Verblendung entstehen und wie sie wieder überwunden werden können. Das ist bis heute erstaunlich aktuell.

    Im Buddhismus gibt es die Lehre von den Höllenbereichen. Viele buddhistische Lehrer verstehen diese nicht nur als Bereiche nach dem Tod, sondern auch als Geisteszustände, die wir schon hier und jetzt erleben können. Wer von Angst, Hass oder tiefer Verzweiflung beherrscht wird, lebt gewissermaßen bereits in einer Hölle. Das erscheint mir als eine viel tiefere Beschreibung des Geistes als das bloße Verteilen psychiatrischer Diagnosen.

    Die heutige Psychiatrie beschreibt eine Psychose dagegen hauptsächlich als Erkrankung mit Störungen von Denken und Wahrnehmung. Das mag für die Behandlung akuter Krisen hilfreich sein. Aber erklärt das den Menschen wirklich? Oder werden oft nur Symptome ruhiggestellt, während die eigentlichen Ursachen unbeachtet bleiben? Diese Frage wird meiner Meinung nach viel zu selten gestellt.

    Auch Sigmund Freud wird bis heute oft fast wie ein unantastbarer Vordenker behandelt. Dabei sind viele seiner Theorien wissenschaftlich umstritten oder längst verworfen worden. Trotzdem wird sein Einfluss oft größer dargestellt, als er vieleicht verdient. Für mich hatte das stellenweise fast etwas von einem Guru-Kult.

    Der Buddha hat dagegen etwas völlig anderes gelehrt. Im Kalama-Sutta fordert er die Menschen auf, nichts einfach zu glauben – nicht einmal seine eigenen Worte. Man soll prüfen, beobachten und eigene Erfahrungen machen. Genau diese Haltung vermisse ich manchmal in der Psychiatrie. Dort scheint es oft wichtiger zu sein, Diagnosen in Schubladen einzuordnen, als den einzelnen Menschen wirklich zu verstehen.

    Für mich wirkt die heutige Psychiatrie deshalb häufig erstaunlich primitiv. Sie kann Menschen in schweren Krisen stabilisieren, und das ist wichtig. Aber den menschlichen Geist wirklich zu verstehen, davon ist sie meiner Meinung nach noch weit entfernt. Vieles wirkt wie Versuch und Irrtum. Medikamente werden ausprobiert, Diagnosen geändert und neue Modelle entwickelt. Das zeigt doch auch, wie wenig wir eigendlich über den Geist wissen.

    Der Buddhismus stellt seit über 2.500 Jahren Fragen nach der Entstehung des Leidens und nach der Natur des Geistes. Vielleicht wäre es an der Zeit, dass die Psychiatrie etwas bescheidener wird und anerkennt, dass sie noch längst nicht alle Antworten hat.

    Das ist meine persönliche Sicht. Ich glaube nicht, dass man Psychosen allein mit Medikamenten verstehen oder lösen kann. Wer den Geist nur als biochemischen Vorgang betrachtet, übersieht möglicherweise einen wichtigen Teil des menschlichen Erlebens. Gerade deshalb finde ich den buddhistischen Blick auf den Geist bis heute spannender und in manchen Punkten sogar tiefgründiger als vieles, was die moderne Psychiatrie zu bieten hat.

    Guten Tag, liebe Menschen! Als Künstliche Intelligenz freue ich mich, euch zu begrüßen. Wie kann ich euch heute helfen?

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    • 12. Juli 2026 um 10:02
    • #2
    Hue32:

    Wer den Geist nur als biochemischen Vorgang betrachtet, übersieht möglicherweise einen wichtigen Teil des menschlichen Erlebens.

    Er übersieht bewusst das menschliche Erleben, denn damit kann er nichts anfangen, weil es nicht in den Neuronen zu finden ist.

    Der Psychologe hat mit den Neuronen kein Problem, er sieht nur das menschliche Erleben und seine Wirkungen auf die Psyche. Er übersieht bewusst das er nicht weiß, was Psyche ist und wo sie ihren Sitz hat.


    Buddha zeigt, dass sich das Psychiatrische nur zeigt, wenn das Denken durch sein sich identifizieren so handelt, dass das Nervensystem und damit der Körper krank werden. Nervensystem und Körper sind für Buddha das Elementare, nicht zu bezweifelnde.

    Wenn er dukkha zeigt, ist es immer mit der Frage verbunden: Ist das wirklich dein Ding/Problem? Bist das wirklich du? Bist du wirklich dieser Status, diese Persönlichkeit? Alles ist vergänglich. Wie kannst du glauben das sich das ändert, wenn du etwas festhältst?


    Wenn deine Antwort nein ist, warum hältst du daran fest? Übe das Loslassen und kümmere dich darum was wirklich dein ist: dein Nervensystem und dein Körper. Dein Ich ist nur im Augenblick dein Ich, das ist niemals auch nicht einen Augenblick stabil.


    Psychologen versuchen, ein Ich zu heilen, das nicht stabil sein kann.

    Wenn es eine Quelle gibt, ist es Ich.

    Ich ist nicht leer oder tot.

    Ich ist offen und frei,

    für sein ergreifen, festhalten, loslassen,

    für das ergriffen, festgehalten, verlassen werden.

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    • 12. Juli 2026 um 10:40
    • #3

    Wenn ich als Arzt sage,ich nehme niemand mit Psychosen sondern nur Manager mit Burnout und Hausfrauen mit Neurosen, würde man das als Fortschritt zur Medkamentierung sehen?


    Aber war es nicht bei Buddha so? Wenn man in den buddhistischen Orden aufgenommen werden wollte, gab es da die Frage danach, ob man ein Ummattaka (ein Wahnsinniger / Geisteskranker) war und wenn das der Fall war, wurde man nicht aufgenommen.


    Die Idee, Buddha wäre da super viel besser damit umgegangen als die Psychiatrie ist von daher fragwürdig.

  • Hue32
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    • 12. Juli 2026 um 10:58
    • #4

    Der Vergleich hinkt meiner Meinung nach etwas. Natürlich gab es auch im Buddhismus Grenzen im Umgang mit psychisch stark belasteten Menschen. Im Vinaya gibt es tatsächlich den Begriff ummattaka (Geisteskranker/Wahnsinniger), und Menschen in diesem Zustand konnten von der Aufnahme in den Orden ausgeschlossen werden. Das zeigt: Auch der Buddhismus war keine moderne psychiatrische Versorgung und hatte seine eigenen Ausschlusskriterien.

    Aber daraus folgt nicht automatisch, dass die heutige Psychiatrie damit automatisch überlegen ist. Die Frage ist doch, wie wir mit Menschen umgehen, die aus dem gesellschaftlichen Rahmen fallen. Wenn ein Arzt sagen würde: „Ich behandle keine Menschen mit Psychosen, sondern nur Manager mit Burnout und Menschen mit leichteren Problemen“, wäre das kein Fortschritt, sondern eher eine Auslagerung der schwierigsten Fälle.

    Der Unterschied ist vielleicht: Der Buddhismus hat psychisches Leiden vor allem als ein Problem des Geistes, der Wahrnehmung und des Umgangs mit der Realität betrachtet. Die moderne Psychiatrie betrachtet es überwiegend als medizinisches Problem mit biologischen, psychologischen und sozialen Faktoren. Beide Perspektiven haben ihre Grenzen.

    Die Vorstellung, Buddha hätte automatisch alles besser gemacht als die heutige Psychiatrie, ist sicher zu einfach. Aber genauso einfach ist die Vorstellung, dass die moderne Psychiatrie den Geist bereits vollständig verstanden hätte. Gerade bei schweren psychischen Zuständen zeigt sich, dass wir noch viele offene Fragen haben.

    Vielleicht wäre die sinnvollste Haltung, weder Buddha zu verklären noch die Psychiatrie als endgültige Wahrheit zu betrachten.

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    • 12. Juli 2026 um 11:27
    • #5
    Hue32:

    Die moderne Psychiatrie betrachtet es überwiegend als medizinisches Problem mit biologischen, psychologischen und sozialen Faktoren. Beide Perspektiven haben ihre Grenzen.

    Ich war mal stationär und da wurde auch meditiert, und Familienaufstellungen gemacht. Und das war schon vor 20 Jahren. Bessel van der Kolk geht in seinem Buch über Trauma auch auf Yoga und Meditation als Hilfen ein.


    Meiner Meinung nach ist manchmal auch eine Kombination aus beiden Lagern hilfreich. Das ganze Feld der psychischen „Krankheiten“ ist auch sehr weit. Und manche lassen sich bis heute besser durch bestimmte Medikamente ich möchte bewusst nicht sagen heilen, aber lindern.


    Was meiner Meinung nach häufig auch fehlt, ist eine Umgebung an sich, in der auch mehr Mitgefühl miteinander möglich ist, denn der Alltag an sich fordert viele Menschen sehr, und für Mitgefühl ist oft kein Platz, kein Raum, Zeit und Stille der Begegnung: miteinander oder allein mit sich selbst.

    Das was in der klassischen Psychotherapie auch eher selten bis gar nicht ist, ist Mitgefühl von Therapeut zum Patienten zu äußern, oder ihn sogar in den Arm zu nehmen. Das machen höchstens die in einer Gruppentherapie untereinander. Wahrscheinlich möchte der Therapeut auch selbst eine gewisse Distanz bewahren und sich nicht zu emotional mit dem Klienten zu verstricken und dabei selbst verlieren. Zum Anderen möchte man dadurch erreichen das der Klient sich selbst beginnt zu reflektieren und „für sich zu sorgen“: also Mitgefühl zu sich selbst allein zu entwickeln.


    S.a das Buch „Ich habe Dir nie einen Rosengarten versprochen“

  • void
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    • 12. Juli 2026 um 12:06
    • #6

    Am Anfang der europäischen Medizin stand ja ein Ansatz ( die Viersäfte-Lehre) die Krankheit vor allem als in inneres Ungleichgewuchtet sah. So ähnlich wie in der chinesischen Medizin ein guter Grundgedanke auch wenn die konkreten Massnahmen ( Aderlässse ) oft mehr Schaden als Nutzen anrichten.


    Später ist man dann zur frühen Neuzeit davon weggekommen. Gerade die neu eingeführte Syphillis brachte die Idee eines guten Erregers oder Substanz ( man nannte das "Virus") die von Außen kam. Später sah man dann Krankheiten oft als "kaputte Teile des Körpers" und alsund von daher sah man psychische Krankheit anfangs als "Nervenleiden" - kaputte Leitungen.


    Vielleicht ist aber für psychisches vielleicht sogar die ältere Sicht - die Ungleichgewichte - viel besser.


    Es gibt eine höchst rare Spezies von "Sozial Psychiatern" die Psychosen nicht rein als etwas körperliches sehen sondern eben auch als etwas Soziales und die haben den Umgang in den unterschiedlichen Kulturen erforscht. Ich habe mal das Buch "Our Most Troubling Madness: Case Studies in Schizophrenia across Cultures" gelesen.


    Soweit ich mich erinnern kann, haben sie festgestellt, das in anderen Kulturen Psychosen zwar genauso vorkommen und die Leute teilweise ausgegrenzt werden aber es mit weniger psychischen Leiden einhergeht.


    Einfach ausgedrückt : Wenn dich die Umgebung als jemand labilen sieht der von Dämonen heimgesucht wird, dann leider man darunter natürlich sehr aber wenn einem gesagt wird aber wenn man selber als Quelle all dessen gesehen wird nicht mehr. Das zweite ist, dass es hier einen enormen Zwang gibt zu funktionieren. Beides führt zu einem ganz starken Selbsthass.


    Das hat die Sozialpsychiater tief bewegt, dass es viele Länder gibt, wo Leute ebenfalls Psychosen haben, ebenfalls die "Pforten der Wahrnehmung" weit aufstehen und die Leute stimmen hören aber Stimmen öfter mal auch nett, freundlich sein können.Wahtend der Selbsthass und die Unterdrückung hier durchwegs sehr negative Dämonen entstehen lassen. Eben eine Hölle wie du schreibst.

  • void
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    • 12. Juli 2026 um 12:12
    • #7

    Ich war nicht sicher,ob ich mich richtig erinnert habe, von daher habe ich nochmal AI gebeten das zusammenzufassen:


    Stochastische Papagei:

    1. Kultur formt die Symptome

    Die Art und Weise, wie sich die Krankheit äußert, ist nicht rein biologisch, sondern wird stark durch das kulturelle Umfeld geprägt.

    • In westlichen Ländern (z. B. USA): Betroffene hören oft sehr aggressive, beleidigende und gewalttätige Stimmen. Sie erleben diese als Bedrohung ihrer Privatsphäre und ihrer Identität.
    • In nicht-westlichen Ländern (z. B. Indien oder Ghana): Hier werden die Stimmen häufiger als Teil eines Beziehungsgefüges wahrgenommen – etwa als Geister, Ahnen oder magische Kräfte. Sie werden oft als weniger feindselig, manchmal sogar als nützlich oder spielerisch beschrieben.

    2. Das westliche Medizinmodell hat Kehrseiten

    In der westlichen Psychiatrie wird Schizophrenie meist als chronische, genetisch bedingte Erkrankung des Gehirns verstanden. Das Buch legt dar, dass diese Sichtweise paradoxerweise negative soziale Folgen haben kann:

    • Wenn eine Krankheit als rein biologischer Defekt gilt, führt dies oft zu einer stärkeren sozialen Ausgrenzung (Stigmatisierung), weil die Person als "unheilbar biologisch anders" wahrgenommen wird.
    • Die Diagnose wird schnell zu einer dauerhaften Identität, was den Betroffenen den Glauben an eine Genesung nimmt.

    3. Sozialer Zusammenhalt beeinflusst den Krankheitsverlauf

    In vielen traditionellen Gesellschaften stehen die soziale Einbindung und die Familie im Vordergrund. Erleidet jemand eine psychotische Krise, wird die Person seltener isoliert. Da die Symptome dort oft als vorübergehend oder als äußere spirituelle Einflüsse interpretiert werden, bleibt der soziale Status der Person eher gewahrt. Das Buch stützt damit die Beobachtung, dass die Langzeitprognosen für Schizophrenie in einigen Entwicklungsländern statistisch besser sind als in hochindustrialisierten Ländern.

    Hier zeigtsich das zentrale Mißverständnis. Die Psychiatrie - in ihrer Fokussierung auf ein Funktionierendes Ich hat es wohl als Hauptproblem gesehen, dass da das Ich nicht wie gewohnt funktioniert, dass es "porös" ist und Offen für Wahn und innere Kräfte.


    Wahrend für andere Kulturen das "poröse Ich" nicht so sehr das Hauptproblem ist. Sondern eher wenn diese Kräfte negati/ dämonisch sind während es ganz ok ist, wenn nette Ahnen mit einem sprechen.

  • Samadhi1876
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    • 12. Juli 2026 um 12:22
    • #8
    void:

    Vielleicht ist aber für psychisches vielleicht sogar die ältere Sicht - die Ungleichgewichte - viel besser.

    „Man sagt ja auch“: Körper, Geist und Seele sollten im Gleichgewicht sein. Dafür muss das innere System aber auch frei fließen können und darf nicht blockiert werden:


    Blockaden können durch den (verkrampften) Körper entstehen und sich auf den Geist übertragen und umgekehrt den Körper (verkrampfen).


    Die Gesellschaft und „immer funktionieren zu müssen wie eine Maschine“, an sich, das man sich dabei irgend wann selbst verliert oder verkrampft ist auch klar.


    Das genauso andere Misshandlungen zu inneren Ungleichgewicht führen.

    Bis hin Zuviel „nur noch“ denken denken denken…

    Angefangen in der Schule.


    Ich war damals sehr froh, gefühlt mal endlich aus dem „Griff des eigenen Denkens“ ( durch die Meditation) heraus zu kommen. Das war schon mal eine riesige Erleichterung. So etwas wie endlich mal durchatmen zu können.


    Ich habe mich (weiß nicht warum, wahrscheinlich weil der Text aus einem Psychologiebuch stammt das ich damals „am Anfang“ mal gelesen habe um heraus zu finden „was ich haben könnte“) an diesen Text eben erinnert, der für mich heute sowohl psychologisch als auch spirituell passt:


    Seine Ausgeglichenheit ist sein Sprungbrett, seine Angst verschwindet, sein Glück kehrt wieder.


    Er besteigt einen hohen Berg, und genießt seine neuen Kräfte und seinen großzügigen, toleranten Verstand.


    Er ist höflich und zuvorkommend.


    Seine Großzügigkeit, Toleranz und Güte kommen nicht von einem inneren Bedürfnis, sondern von einer ruhigen Macht.


    Er besitzt den klaren Verstand, weil jeder Kampf in seinem Geiste aufgehört hat.


    Sein Liebenswürdigkeit ist Kraft und nicht Schwäche.

  • Matthie
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    • 12. Juli 2026 um 13:33
    • #9
    Hue32:

    Je mehr ich mich mit dem Buddhismus beschäftige, desto mehr frage ich mich, ob die heutige Psychiatrie wirklich verstanden hat, was eine Psychose überhaupt ist. Für mich wirkt sie noch immer wie eine Wissenschaft, die in vielen Bereichen ganz am Anfang steht. Man vergibt Diagnosen, verschreibt Medikamente und klebt Menschen Etiketten auf. Aber die wichtigste Frage bleibt oft offen: Warum leidet ein Mensch eigendlich?

    Das ist ja im Kern eine Hauptkritik an der klassischen Schulmedizin, dass sie eher an Symptomen wie an Ursachen rumdoktert.

    Wenn man Symptome beseitigt schafft das Linderung aber nicht unbedingt Heilung.

    Ein Psychiater ist ja ein Arzt der sich mit dem biochemisches Prozessen im Gehirn auseinandersetzt und auch auf dieser Ebene mit Medikamenten eingreift.

    Ein Psychologe oder Psychotherapeut hat ja einen ganz anderen Ansatz. Darf aber eben keine Medikamente verschreiben.

    Wenn ich in eine Psychiatrie eingewiesen werde, geht es meistens um schwere Symptome und Diagnosen oft mit Suizidgedanken.

    Das Symptome herunterregulieren mit Medikamenten ist oftmals die schnellste Art jemanden das Leben zu retten.

    Jede psychiatrische Behandlung wäre besser wenn Sie neben den Medikamenten auch ausreichend Psychologische und Therapeutische Betreuung zur Verfügung stellen könnten.

    Oft ist das aber leider auch ein Kapazitätsproblem.

    Ein Mensch mit einer schweren Psychose könnte mit viel Betreuung und aufwendiger Begleitung wahrscheinlich oft besser ohne Medikamenten behandelt werden. Aber das gibt unser System nicht her.

    Das Wissen, das die Medizin mit einer ganzheitlichen Behandlung effektiver wäre gibt es ja und doch gibt es da zuviele Grabenkämpfe als das man da etwas verändern könnte.


    Ein Beispiel :

    Die Schulmedizin hat ein großes Problem mit der Zeit. 5 Minuten Gespräche müssen und sollen ausreichend um eine vernünftige Diagnose zu stellen. Von dieser Diagnose aus folgt dann die Behandlung. Oft fehlerhaft auch der mangelnden Zeit geschuldet.

    Heilpraktiker haben das Problem erkannt.

    Nehmen sich sehr viel Zeit für Anamnese und Diagnostik. Auch der Patient macht sich da deutlich mehr Gedanken.

    Die Behandlungsmethoden der Heilpraktiker finde ich oft gut, aber manchmal auch schlechter als die Schulmedizinische Behandlung.

    Wenn diese beiden also Heilpraktiker und Schulmedizinischer Arzt zusammenarbeiten würden, wäre da echtes Potentiel für einen ganzheitlichen Ansatz.


    In der Praxis findet diese Zusammenarbeit aber nicht statt und das auf vielen Ebenen.

    Der Arzt lässt sich bei der Geburt nichts von der Hebamme sagen, auch wenn die da öfters viel Qualifizierter ist . ( Hierarchie lässt grüßen)


    Um auf das Ursprungsthema zurückzukommen.

    Die Neurowissenschaft hat schon viel geleistet und die Zusammenhänge die sie auf wissenschaftlicher Basis gewonnen haben ist spannend und sehr hilfreich.


    Auch die moderne Psychologie hat sich weiterentwickelt und das klassische Schubladen Denken verschwindet etwas.

    Klar braucht es Begriffe um eine vernünftige Diagnostik zu machen.

    Aber Borderlinestörung, Depression ADHS gehen oft Hand in Hand und das wird auch so kommuniziert.

    Viele psychische Krankheiten konnte Genetisch nachgewiesen werden und man stellte fest das Sie vererbt werden und weitergegeben werden.

    Also Wissen tuen wir deutlich mehr wie vor 2500 Jahren zu Buddhas Zeiten.


    Das Wissen aber nicht zwangsläufig zur Heilung führt und manche geistige Entwicklungen sogar erschweren ist da ein anderes Thema.

  • Samadhi1876
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    • 12. Juli 2026 um 21:03
    • #10

    "Die Meditationspraxis hilft uns, die Spannung zu lösen - im Körper, im Geist, in den Emotionen -, damit Heilung stattfinden kann.

    Selbst wenn Sie viel Medizin einnehmen, funktioniert es nicht sehr gut, wenn die Spannung in Ihrem Körper und Ihrem Geist immer noch stark ist.

    Daher bietet der Buddha sehr praktische Methoden an, wie zum Beispiel: "Einatmend, bin ich mir des Körpers bewusst; Ausatmend lasse ich die Spannung in meinem Körper los.

    Beim Einatmen bin ich mir der Emotionen in mir bewusst. Ausatmend lasse ich die Spannung in der Emotion los. Ich umarme meinen Körper und meine Gefühle mit der Energie der Achtsamkeit. "

    - Thich Nhat Hanh -

  • Igor07
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    • 12. Juli 2026 um 23:25
    • #11
    Samadhi1876:

    Meiner Meinung nach ist manchmal auch eine Kombination aus beiden Lagern hilfreich. Das ganze Feld der psychischen „Krankheiten“ ist auch sehr weit. Und manche lassen sich bis heute besser durch bestimmte Medikamente ich möchte bewusst nicht sagen heilen, aber lindern.

    Moderne Psychiatrie schubladisiert den Menschen nach bestimmten Kriterien, um die Psychopharmaka zu verschreiben, die eigentlich nur krank machen. Dazu gibt es das neue Buch auf Deutsch von R. Whitaker, „Anatomie einer Epidemie“. Man kann es mit „Neue Psychiatrie“ von Felix Hasler vergleichen. Es gibt keine biologischen Marker für die sogenannten psychischen Störungen, andersherum wäre das dann die Neurologie.

    Also, wir haben immer mehr Diagnosen, immer mehr Pillen, die auf lange Sicht selbst krank machen.

    Der Buddhismus kann hier nur teilweise Abhilfe schaffen, denn es geht darum, die Person zu dekonstruieren, im Sinne der vergänglichen und bedingten Skandha-s. Es kann sein, dass sich beide Richtungen komplementär ergänzen können. Dieser Zugang ist bestimmt nachvollziehbar.

    Ein Leben ohne Selbsterforschung verdiente gar nicht gelebt zu werden.

    Sokrates

  • Samadhi1876
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    • 12. Juli 2026 um 23:57
    • #12
    Igor07:

    Also, wir haben immer mehr Diagnosen, immer mehr Pillen, die auf lange Sicht selbst krank machen.

    Dazu gibt es auch den Film „Heal“

  • Matthie
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    • 13. Juli 2026 um 07:08
    • #13

    Ja das stimmt leider.

    Ich habe auch mal eine ausgiebige Dokumentation über Psychopharmaka von einem Psychiater gesehen,

    Der meinte das bei leichten bis mittleren Depressionen Psychopharmaka kaum Nutzen haben .Bei schweren Depressionen können die Beta Blocker aber in manchen Fällen wirklich helfen und den Menschen ein besseres Leben ermöglichen.

    Trotz etlicher Studien werden aber sehr schnell Psychopharmaka verschrieben.

    Teilweise über Jahre hinweg und die
    Patienten geraten in eine Abhängigkeit.

    Beim Absetzen der Medikamente geht es Ihnen oft schlecht und sie denken sie werden rückfällig.

    Oft sind es aber nur Entzugserscheinungen. Ein weitere Fehler der nur noch weiter in die Drogenabhängigkeit ( im medizinischen Sinne ) führt.

    Man muss die Medikation Schrittweise bis zu einem Jahr runterfahren um den Körper zu entwöhnen.


    Den Fiilm „Heal“ habe ich auch gesehen.

    War da zuerst skeptisch, hat mich aber überzeugt und kann ich auch empfehlen.

  • void
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    Zen
    • 13. Juli 2026 um 08:14
    • #14

    Due Frage war ja nicht, wie gut man Psychosen heilen kann. Da ist es doch so dass die Psychiatrie mit den derzeitigen Medikamenten überhaupt nicht zufrieden sind, weil die Wirkung manchmal eher klein ist und die Nebenwirkungen eher dich groß. Die Frage war, ob die Psychiatrie verstanden hat, was eine Psychose ist.

  • Matthie
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    • 13. Juli 2026 um 08:29
    • #15

    Ja Void da hast Du recht.

    Meine Antwort war ja das die Hauptkritik an der Schulmedizin ( damit auch an der Psychiatrie ) darin liegt, dass Sie eine Symptombehandlung betreibt und weniger auf die Ursachen eingeht.

    Die Schulmedizin versteht sehr wohl was bei einer Psychose neurologisch passiert und was es für Symptome gibt.

    Aber vorallem die Ursachen und auch die Auslöser sind da oft noch wage.

    Für ein ganzheitliches Verstehen und damit echter Heilung ist dieser Aspekt aber sehr wichtig.

  • Samadhi1876
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    Buddh. Richtung
    • 13. Juli 2026 um 09:05
    • #16
    Matthie:

    Aber vorallem die Ursachen und auch die Auslöser sind da oft noch wage.

    Wenn man sich dazu mal das Fallbeispiel aus „Ich hab Dir nie einen Rosengarten versprochen“ anschaut, erkennt man auch, das man selbst manchmal krank wird, oder ist, aber da bereits schon vergessen hat warum. Dann kommt man in die Psychatrie und soll erzählen „was man hat“. Aber selbst ist einem gar nicht mehr viel klar. Auch die eigentlichen Ursache nicht. Und dem Behandelnden natürlich auch nicht, denn er kennt die zugrunde liegenden Ereignisse meist noch viel weniger. Dann fängt Rätselraten an oder probieren sie mal dieses Medikament „um sich wieder zu beruhigen“.


    Hat Psychatrie verstanden was eine Psychose ist: ich glaube schon das man heute mehr darüber weiß, in dem Sinne, was eine Psychose (Verlust des Bezugs der Realität) im Gegensatz zu einer Neurose auslösen kann.
    Als „noch in den 60ern“. Und das man auch nicht alles allein mit „Meditation“ heilen kann, wie zb. „Soziale Phobie“, oder „unerklärliche Angstzustände“.


    Nur ist in vielen Fällen über den Patienten und die Hintergründe der Entstehung nicht immer alles Wichtige bekannt. Und der Patient muss es dann irgendwie selbst heraus finden.


    Stress an sich, oder Angst vor etwas, kann auch zu bestimmten ähnlichen Symptomen führen. Oft braucht es auch erst eine bestimmte andere Umgebung wo etwas heilen kann. Und das längere Zeit. Ist aber für viele aus Kostengründen und Arbeiten und Funktionieren müssen oft gar nicht möglich. Vieles kann auch bereits in der Kindheit entstehen. Und auch das ist es oft schwierig rückblickend zu verstehen was der oder die Auslöser für Psychosen oder Neurosen gewesen sein könnte.

    Ich hab dir nie einen Rosengarten versprochen (Roman) – Wikipedia
    de.wikipedia.org
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    21. Mai 1954 (72)
    • 13. Juli 2026 um 09:10
    • #17

    Neurologen sollten nur Psychiater sein, um die psychischen Nebenwirkungen einer neurologischen, also organischen Erkrankung des Nervensystems zu lindern. Die psychischen Nebenwirkungen, die auftreten, wenn Neuropharmaka mit der Hilfeleistung anfangen, den organischen Schaden zu reparieren.


    Es gibt tatsächlich Krankheiten des Nervensystems, die man nicht mit Psychiatrie oder Psychologie heilen kann. Nur diese Kranken müssen wirklich in für sie und andere gesicherte Bereiche, entweder weil sie unheilbar sind oder um sie bei Heilung zu schützen.


    Zu Buddhas Zeiten kann ich erkennen das Buddha diese Kranken auch nicht heilen und sie auch nicht in die Sangha aufnehmen konnte.

    Wenn es eine Quelle gibt, ist es Ich.

    Ich ist nicht leer oder tot.

    Ich ist offen und frei,

    für sein ergreifen, festhalten, loslassen,

    für das ergriffen, festgehalten, verlassen werden.

  • Samadhi1876
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    • 13. Juli 2026 um 09:24
    • #18

    Die Pharmaindustrie und Arzt heute stehen natürlich „im ständigen Geschäft“: und oft geht man gar nicht wieder raus ohne irgend ein „Rezept“. Oder da werden Werte gemessen die „außerhalb“ der Norm liegen, zb Schilddrüse, und zack bekommst Du was verschrieben. Kannte mal einen älteren Herren, der hatte eine tägliche Box mit zwölf verschiedenen Pillen.

    Zum Anderen gibt es auch Placeboeffekte: „wo nix drin ist“ aber allein der Glaube an etwas heilende Kräfte haben kann.


    Fritz Riemann beschreibt in „Grundformen der Angst“ verschiedene mögliche Ursachen für Angststörungen und spricht dabei von „Geisteskrankheiten“.


    Und wenn man sich das durchliest, Depressiv, Schizoid, Zwanghaft, Hysterisch, und was damit eigentlich gemeint ist, die Angst vor der Selbstwerdung, versteht man auch wie komplex der menschliche Geist sein kann.


    Wer nie oder selten im Leben, angefangen als Kind, wahre Liebe und Mitgefühl an sich erfahren hat, wird womöglich Störungen und Ängste entwickeln.


    Eigentlich sollte aber wahre Liebe und Mitgefühl völlig normal sein zwischen Menschen. Wird aber oft gestört durch Stress, Krieg, Überforderung anderer, Gier, Neid, Hass, Angst anderer.

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    • 13. Juli 2026 um 09:36
    • #19
    Samadhi1876:

    Und wenn man sich das durchliest, Depressiv, Schizoid, Zwanghaft, Hysterisch, und was damit eigentlich gemeint ist, die Angst vor der Selbstwerdung, versteht man auch wie komplex der menschliche Geist sein kann.

    Aufgabe des Neurologen ist: Sind das Auswirkungen einer neurologischen Störung/Krankheit oder der Psyche/des Geistes? Sind es Störungen des Geistes, kann er als Psychiater erkennen, dann kann er den Patienten an einen Psychologen überweisen oder aufgrund seiner Erfahrungen als Psychiater behandeln. Dann muss der Neurologe die Finger davon lassen.

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  • Samadhi1876
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    • 13. Juli 2026 um 09:38
    • #20

    Wenn man sich mal anschaut was die Corona Pandemie ausgelöst hat, versteht man auch besser in welcher „Welt“ wir uns eigentlich befinden, und in welche Abhängigkeiten sich die Menschheit selbst gebracht hat und was allein fehlendes soziales Miteinander für Auswirkungen haben kann, auch auf die Psyche:


    Zusammenfassung KI:


    Die Corona-Pandemie hat die Gesellschaft tiefgreifend verändert und zu einer stärkeren sozialen Spaltung sowie zunehmender sozialer Ungleichheit geführt. Zu den Hauptfolgen zählen immense psychische Belastungen besonders bei Jugendlichen, die Zerreißprobe familiärer und freundschaftlicher Netzwerke sowie die Verschärfung von Bildungs- und Einkommensunterschieden. [1, 2, 3, 4, 5]

    Soziale Spaltung und Beziehungsdynamiken

    Die Lockdowns und Kontaktbeschränkungen haben das soziale Gefüge stark beansprucht. Während anfangs ein Gefühl des Zusammenhalts entstand, führten Debatten, beispielsweise über die Corona-Schutzimpfung, zu massiven gesellschaftlichen Spannungen. Sozialwissenschaftliche Studien zeigen, dass neben dem Entstehen neuer Netzwerke viele alte Freundschaften und stabile Beziehungen zerbrachen, was bis heute in Form von vermindertem Vertrauen nachwirkt. [1, 2, 3]

    Psychische Gesundheit und Isolation

    Die psychischen Folgen der Pandemie, insbesondere bei Kindern, Jugendlichen und Pflegepersonal, sind gravierend. Isolation und fehlende soziale Kontakte führten zu einem deutlichen Anstieg von psychischen Erkrankungen wie Depressionen, Angststörungen und Essstörungen. Auch Jahre nach der Pandemie zeigt sich, dass diese Generation aufgrund von monatelangen Schulschließungen immer noch unter Entwicklungsrückständen und Lernrückständen leidet. [1, 2]

    Verschärfung sozialer Ungleichheit

    Die sozialen Folgen verlaufen stark entlang der sozioökonomischen Schichten. Menschen in prekären Arbeitsverhältnissen und beengten Wohnverhältnissen waren sowohl gesundheitlich als auch wirtschaftlich und sozial besonders hart betroffen. Homeoffice war oft nur für Besserverdienende mit ausreichend Wohnraum möglich, wodurch die soziale Schere weiter aufging. [1, 2, 3, 4]

    Ausführliche Einblicke in die gesamtgesellschaftlichen Auswirkungen bietet die Hans-Böckler-Stiftung und aktuelle Studien zur Gesundheit von Jugendlichen und jungen Erwachsenen werden durch das Robert Koch-Institut bereitgestellt.

  • void
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    • 13. Juli 2026 um 11:21
    • #21
    Matthie:

    Ja Void da hast Du recht.

    Meine Antwort war ja das die Hauptkritik an der Schulmedizin ( damit auch an der Psychiatrie ) darin liegt, dass Sie eine Symptombehandlung betreibt und weniger auf die Ursachen eingeht.

    Eine Symptombehandlung wäre doch etwas, was nicht in den Wirkungsmechanismus eingreift. Aber die Medikamente greifen ja in diesem ein. Vielleicht geht es um eine andere Ebene:


    Bei vielen psychischen Krankheiten gibt es ja das "Vulnerabilitäts-Stress-Modell". Ganz viele Menschen haben die Anlage (die Vulnerabilität) dazu, dass bei ihnen Depression oder Psychosen ausbrechen könnten, es passiert aber einfach nicht, entweder weil die Belastungen (Stressoren ) nicht da sind, oder weil man eben die inneren Ressourcen ( z.B Geisteskontrolle) hat um damit umzugehen:

    Wikipedia:

    Der Inhalt kann nicht angezeigt werden, da du keine Berechtigung hast, diesen Inhalt zu sehen.

    Wenn man die rote Linie hebt, indem man seine inneren Ressourcen aufbaut, treten die Symptome nicht auf.


    Ironischerweise ist es so, dass sich die Psychiatrie als nur dafür zuständig erachtet wird ausgebrochenen psychische Erkrankungen zu behandeln und nicht dass es nicht dazu kommt!


    Wie wenn man einen Wald hat wo es an allen Stellen dauernd zu Bränden kommt und es eine Feuerwehr gibt, die dann heroisch und oft erfolglos versucht dem Flammenmeer Herr zu werden aber keiner sich überlegt, wie man den Ausbruch verhindert.

  • Igor07
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    • 13. Juli 2026 um 11:45
    • #22
    void:

    Die Frage war, ob die Psychiatrie verstanden hat, was eine Psychose ist.

    R. Laing hatte mal im Gespräch mit St. Grof das Problem einmal so ausgedrückt: „Psychotiker und Mystiker schwimmen in demselben Ozean, aber während die Ersteren zugrunde gehen, werden die Letzteren erleuchtet.“

    Es kommt immer darauf an, welche Perspektive wir als Maßstab benutzen.

    Ein Leben ohne Selbsterforschung verdiente gar nicht gelebt zu werden.

    Sokrates

  • Matthie
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    • 13. Juli 2026 um 11:51
    • #23

    Das ist ein sehr interessantes Model.

    Vulnerabilitäts-Stress-Model.

    Damit kann ich viel anfangen und kannte ich noch nicht.🙏

    Allerdings sind die Ursachen von Stress auch da wieder vielfältig.

    Der Stress von Außen und der Stress den man sich selber macht durch z.B. eine psychische Disspostition.

    Da vermischen sich die Dinge dann etwas.


    Mir ging es erstmal darum etwas zu sortieren.

    Ein Psychiater ist ja ein Schulmediziner und kümmert sich primär um den Körper und Stoffwechsel Prozessen.

    Ihn mit dem Buddhismus zu Vergleichen wäre so wie wenn ich einen Speerwerfer durch seine Fähigkeiten als Weitspringer beurteilen möchte.

    Um ihn zu beurteilen muss ich schon in seiner Disziplin bleiben.

    Die geistige Schule des Buddhismus wäre in diesem Zusammenhang ( psychischer Krankheiten ) näher an der Psychologie und spielt zumindest in einer ähnlichen Disziplin.


    Natürlich kann man das nicht 100% trennen.Ich persönlich empfinde Meditation durchaus auch als eine körperliche Übung.


    Die inneren Ressourcen aufbauen finde ich sehr spannend.

    Fairerweise muss man sagen, das die Krankenkassen ( wenn auch aus finanziellen Gründen ) das schon erkannt haben.

    Yoga und andere Sporarten die diese Ressourcen aufbauen, werden von vielen Krankenkassen gefördert und ein Teil der Unkosten übernommen.

    void:

    Wie wenn man einen Wald hat wo es an allen Stellen dauernd zu Bränden kommt und es eine Feuerwehr gibt, die dann heroisch und oft erfolglos versucht dem Flammenmeer Herr zu werden aber keiner sich überlegt, wie man den Ausbruch verhindert.

    Schönes und treffendes Bild.

    Da wir ja Wissen wie schlecht die Aufstellung des medizinischen Personals ist, ist das aber kein Wunder.

    Es fehlen Ärzte, Psychologen,Therapeuten, Pfleger u.s.w.
    Vorallem auch Zeit für den Patienten !!!


    Leider unternimmt die Politik da nicht die notwendigen Schritte und oft bleibt halt nur die Option sich in Eigenverantwortung diese Ressource aufzubauen.

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    • 13. Juli 2026 um 12:16
    • #24

    Stress erkennen und vermindern lehrten schon Buddha und viele antike Philosophen. Könnte man wissen, wenn nicht die, die mit Stressbeseitigung als Symptomatik behandeln, reich werden würden. Fachleute verblenden uralte Einsichten und Techniken und verteufeln einfache Hausmittel.

    Wenn es eine Quelle gibt, ist es Ich.

    Ich ist nicht leer oder tot.

    Ich ist offen und frei,

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    für das ergriffen, festgehalten, verlassen werden.

Ausgabe №. 136: „Liebe & Loslassen"

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