Auch kritische Rückmeldungen sind willkommen. Gerne auch mit Quellenangaben und Literaturhinweisen zur weiteren Vertiefung des Themas.
Ich wollte Hans-Günter Wagner fragen, denn ich habe hier Bedenken. Im Artikel aus dem neuen Buch steht, dass alle Dinge aus der Leere hervorgegangen sind und über kein substantielles Wesen verfügen. Daraus kann man so schlussfolgern, dass sie wie eine erste Ursache sein sollte. Ob diese Leere auch frei von allem ist, das heißt „leer“ von sich selbst, bleibt nicht eindeutig klar, denn Mahayana und Nagarjuna definieren eigentlich diese Leerheit oder śūnyatā nicht anders als die andere Seite der bedingten Entstehung, wie zwei Seiten derselben Medaille.
So steht im MMK:
ZitatDas Entstehen in gegenseitiger Abhängigkeit (pratītyasamutpāda), dies ist es, was wir „Leerheit“ nennen. Das ist [aber nur] ein abhängiger Begriff (prajñapti); gerade sie (die Leerheit) bildet den Mittleren Weg.[2] yaḥ pratītyasamutpādaḥ śūnyatāṃ tāṃ pracakṣmahe |
sā prajñaptir upādāya pratipat saiva madhyamā || (MMK 24.18)
Abgeschrieben aus Wikipedia, die Quelle steht auch dort.
Diese höchste Wirklichkeit gegenüber der verhüllten scheint echt verwirrend zu sein, als ob es etwas wie den Schöpfer oder wieder eine erste Ursache gibt, die dann den ganzen Prozess entstehen lässt, oder kann man hier so argumentieren, dass Nirvana und Samsara wieder wie zwei Seiten derselben Medaille sind.
Wie sollte ich diese letzte Wirklichkeit definieren, die der reinen Empfindung zugänglich ist, so schreibt der Autor, wenn es um die abhängige Entstehung geht und nicht um eine Leerheit, die selbst etwas gebiert?
Oder anders ausgedrückt: Das würde gerade dem Mittleren Weg widersprechen. Danke.