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Hans-Günter Wagner über Leere

  • Igor07
  • 4. April 2026 um 15:58
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  • Igor07
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    • 4. April 2026 um 15:58
    • #1
    Hans-Günter Wagner:

    Auch kritische Rückmeldungen sind willkommen. Gerne auch mit Quellenangaben und Literaturhinweisen zur weiteren Vertiefung des Themas.

    Ich wollte Hans-Günter Wagner fragen, denn ich habe hier Bedenken. Im Artikel aus dem neuen Buch steht, dass alle Dinge aus der Leere hervorgegangen sind und über kein substantielles Wesen verfügen. Daraus kann man so schlussfolgern, dass sie wie eine erste Ursache sein sollte. Ob diese Leere auch frei von allem ist, das heißt „leer“ von sich selbst, bleibt nicht eindeutig klar, denn Mahayana und Nagarjuna definieren eigentlich diese Leerheit oder śūnyatā nicht anders als die andere Seite der bedingten Entstehung, wie zwei Seiten derselben Medaille.

    So steht im MMK:


    Zitat

    Das Entstehen in gegenseitiger Abhängigkeit (pratītyasamutpāda), dies ist es, was wir „Leerheit“ nennen. Das ist [aber nur] ein abhängiger Begriff (prajñapti); gerade sie (die Leerheit) bildet den Mittleren Weg.[2] yaḥ pratītyasamutpādaḥ śūnyatāṃ tāṃ pracakṣmahe |
    sā prajñaptir upādāya pratipat saiva madhyamā || (MMK 24.18)

    Abgeschrieben aus Wikipedia, die Quelle steht auch dort.


    Diese höchste Wirklichkeit gegenüber der verhüllten scheint echt verwirrend zu sein, als ob es etwas wie den Schöpfer oder wieder eine erste Ursache gibt, die dann den ganzen Prozess entstehen lässt, oder kann man hier so argumentieren, dass Nirvana und Samsara wieder wie zwei Seiten derselben Medaille sind.

    Wie sollte ich diese letzte Wirklichkeit definieren, die der reinen Empfindung zugänglich ist, so schreibt der Autor, wenn es um die abhängige Entstehung geht und nicht um eine Leerheit, die selbst etwas gebiert?

    Oder anders ausgedrückt: Das würde gerade dem Mittleren Weg widersprechen. Danke._()_

    Ein Leben ohne Selbsterforschung verdiente gar nicht gelebt zu werden.

    Sokrates

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    • 4. April 2026 um 22:05
    • #2
    Igor07:

    Ich wollte Hans-Günter Wagner fragen, denn ich habe hier Bedenken. Im Artikel aus dem neuen Buch steht, dass alle Dinge aus der Leere hervorgegangen sind und über kein substantielles Wesen verfügen. Daraus kann man so schlussfolgern, dass sie wie eine erste Ursache sein sollte.

    Als Autor ist es doch schon eine große Verantwortung, dass das was man schreibt korrekt ist. Wenn man dann verlangt, dass man nicht nur korrekt formuliert sondern niemand aus dem Gesagten falsche Schlußfolgerungen ziehen darf, dann ist das doch schwer zu erfüllen.


    Ich dachte, du fühlst dich jetzt dem Theravada verbunden. Ist da dann nicht schon Nagārjuna ein Schritt in Richtung einer Verdinglichung von Leerheit, die zu einer Interpretation als "kosmischer Ursprung" einlädt?

  • Igor07
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    • 4. April 2026 um 22:29
    • #3
    void:

    Wenn man dann verlangt, dass man nicht nur korrekt formuliert sondern niemand aus dem Gesagten falsche Schlußfolgerungen ziehen darf,

    void


    Ich verlange ÜBERHAUPT! nicht, aber Bitte, die Position des Autors zu erklären, denn das Thema ist sehr komplex und ich wollte es nur besser verstehen. Das ist aber ein absolut anderer Akzent. Ich habe sehr viele Bücher von diesem Autor mit großem Vergnügen gelesen und auch dieses Buch bestellt.
    Da ist der höchste Respekt gegenüber dem Autor,:!: aber nicht das, was ich von dir lese.
    Auch sehr viele Webseiten von diesem Autor über das Studium des Buddhismus wurden von mir verlinkt.
    Und sehr viele seiner Artikel habe ich sehr sorgfältig gelesen.
    Das war mein Anliegen, aber kein Verlangen, das ist aber etwas anderes.
    Wenn wir allgemein hier über den Begriff "Leere" diskutieren würden, dann werde ich es nicht tun. Denn mich interessiert gerade, wie es der Autor sieht._()_

    Ein Leben ohne Selbsterforschung verdiente gar nicht gelebt zu werden.

    Sokrates

  • void 4. April 2026 um 22:50

    Hat den Titel des Themas von „Leere“ zu „Hans-Günter Wagner über Leere“ geändert.
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    • 4. April 2026 um 22:52
    • #4

    ( ich habe das Thema geändert um es besser einzugrenzen )

    Kannst du vielleicht genauer angeben um welches Werk und welche Stelle es dir da genau geht. Das würde helfen, genauer nachzuvollziehen um was es dir da genau geht.

  • Igor07
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    • 4. April 2026 um 23:17
    • #5
    void:

    ( ich habe das Thema geändert um es besser einzugrenzen )

    Kannst du vielleicht genauer angeben um welches Werk und welche Stelle es dir da genau geht. Das würde helfen, genauer nachzuvollziehen um was es dir da genau geht.

    Ja, kann ich. Es geht um den verlinkten Artikel des Autors: Alle lebenden Wesen – Buddhismus und Ökologie.
    Ein Auszug aus dem Buch: „Buddhismus. Eine Spurensuche in der westlichen Kultur“ von Hans-Günter Wagner, Origo Verlag, Bern 2026.

    Die Stelle lautet entsprechend:


    Zitat

    „Alle Dinge sind aus der Leere hervorgegangen und verfügen über kein substantielles Wesen.“

    Seite 11 im PDF.


    Und da unten auf derselben Seite:

    Zitat

    „Die letzte Wirklichkeit gilt als nur der reinen Empfindung zugänglich.“

    Und ich habe echt das Bedenken jetzt, dass der Autor mich überhaupt lesen würde, denn mein Beitrag war verschoben.

    Es tut mir leid, aber weiter werde ich nicht darüber diskutieren. LG.


    P.S.

    Die Datei habe ich selbst angehängt, um weitere Missverständnisse zu vermeiden.

    Dateien

    Buddhismus und Ökologie.pdf 330,73 kB – 3 Downloads

    Ein Leben ohne Selbsterforschung verdiente gar nicht gelebt zu werden.

    Sokrates

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    • 5. April 2026 um 07:01
    • #6

    Mit anderen Worten, Leerheit bedeutet nicht, daß ein Glas leer von etwas anderem ist wie etwa Wasser oder davon, ein Tisch zu sein, sondern das Glas ist leer davon, ein Glas zu sein. Suchen wir sozusagen nach der >Glasheit< des Glases, können wir sie nicht finden.


    Karl Brunnhölzl, Das Herzinfarkt-Sutra

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    • 5. April 2026 um 10:43
    • #7

    Das Glas ist eine Hinzufügung zur "Glasheit" eine Eigenschaft die sie nicht hat.

    Wenn es eine Quelle gibt, ist es Ich.

    Ich ist nicht leer oder tot.

    Ich ist offen und frei,

    für sein ergreifen, festhalten, loslassen,

    für das ergriffen, festgehalten, verlassen werden.

  • Igor07
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    • 5. April 2026 um 11:45
    • #8

    Wahrscheinlich können wir alle abwarten, was Hans-Günter Wagner zum Thema sagt?:?


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    Komplette Lerneinheiten zum kostenlosen Download mit Arbeitsblättern, Musterlösungen und fachdidaktischen Hinweisen. Unterricht: Ethik, Praktische Philosophie…
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    Sokrates

  • Hans-Günter Wagner
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    • 9. April 2026 um 15:20
    • #9

    Ich freue mich über das Interesse am Thema und die vielen und interessanten Rückmeldungen.


    Der Ausdruck shūnyatā taucht im großen Umgang erst im Mahayana-Buddhismus auf. Im frühen Buddhismus ist nach meiner Lektüre des Palikanon vor allem vom Nicht-Ich die Rede, wenn es um die Selbstlosigkeit der Phänomene geht. Bereits im Frühbuddhismus sind alle Dinge leer, unbeständig und nicht-wesenhaft. Bei Nagarjuna und anderen spätbuddhistischen Philosophen bedeutet „Leere“ vor allem, dass alle Phänomene frei von Substanz und inhärentem Wesen sind. „Leere“ in diesem Sinne steht nicht für die Abwesenheit von Etwas im Sinne des (gar-)Nichts oder Nihilismus, son­­dern viel­mehr für das Potential zur Erzeugung möglicher Wirklichkeit. Damit besitzt das buddhistische Nichts durchaus ein „Sein“. Es ist also kein Nichts als großer Entfärber und Allesfresser.


    Die shūnyatā-Vorstellung des Mahayana hat ihren Ausgangspunkt in der Nicht-Selbst-Lehre des Theravada, doch wird nun in einem weiteren Schritt das Nirvana selbst zu shūnyatā. Viele Attribute, die früher allein ihm zugeordnet wurden, finden sich jetzt zur Kennzeichnung der „Großen Leere“. So bilden sich schließlich Schnittmengen zur Definition beider Bereiche, deren Grenzen verschwimmen, insbesondere was die Auslöschung eines persönlichen Selbst in der Leere betrifft. Synonyme – oder zumindest Begriffe mit fehlender Trennschärfe – für shūnyatā sind: dharmadhātu, dharmakāya und buddhadhātu.


    Es sind Sprachspiele.


    In der „Wissenschaft der Logik“ trifft Hegel in seiner Suche nach dem Ausgangspunkt aller Wissenschaft die bemerkenswerte Feststellung, dass, wenn wir bei der Betrachtung der Gegenstände einmal von allen vorgängigen Bestimmungen absehen, wir auf das das „reine Sein“ treffen. Da dieses aber nun völlig bestimmungslos ist, wäre es vom „reinen Nichts“ völlig ununterscheidbar. Das kommt zumindest einigen Gedanken Nagarjunas recht nahe, obwohl beide etwas anderes wollen. Während Hegel alle Widersprüchlichkeit auflösen will, bis er am Ende auf die die absolute Idee als Verwirklichung logischer Wahrheit trifft, ist sich Nāgārjuna der Grenzen der menschlichen Sprache bewusst. Nur wo die Worte enden, werde die Vollkommenheit erlangt.


    Klarheit auf diesem Gebiet entsteht m.E. weniger durch definitive punktgenaue Definition, denn diese unterstellt, dass die Wirklichkeit so beschaffen ist, dass sie sich immer "auf den Punkt bringen" lässt, sondern eher durch ein beständiges Umkreisen, ein vages Andeuten, Verwerfen, Neuformulieren und erneutes Verwerfen. Der Denkprozess ist wichtiger als sein Gegenstand, der sich dem erkennenden Zugriff entzieht, je fester man zugreift.

Ausgabe №. 135: „Achtsamkeit und Aktivismus"

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