Analayo schenkt berichten Glauben wonach Kleinkinder Pali rezitieren und sich an ihr vergangenes Leben als Mönch erinnern. Ich glaube er ist voreingenommen. Gläubiger eben.
Ich bin auch voreingenommen. Ich sehe keinerlei Beweise für eine Wiedergeburt.
Aber für die ausgangsfrage, also was hat der historische Buddha gelehrt, da bin ich ganz agnostisch. Schwer zu sagen, wir kennen nur den literarischen Buddha
Na ja, Analayo schreibt selbst in diesem großen Buch über die Wiedergeburt, dass er sich selbst als interessiert, also offen diesem Problem gegenüber betrachtet. Es war nicht sein Lieblingsthema oder Steckenpferd. Also wurde er darum gebeten. Diese ganzen Beispiele dienen aber als keine Beweise für die Wiedergeburt.
Wiedergeburt kann man korrekt nur unter dem Blickwinkel der bedingten Entstehung verstehen. Nur weil alle Phänomene oder Dinge keinen inhärenten, innewohnenden Kern besitzen, ist diese Wiedergeburt, rein buddhistisch betrachtet, möglich. Im Umkehrschluss: Wenn alle Dinge wie eingefroren wären, gäbe es, so schlussfolgere ich nur, keine Wirkung, denn alle Wirkungen entstehen als Folge bestimmter Ursachen und Bedingungen. Kein göttlicher Funke, der überspringt, denn das wäre dann wie atta, also etwas wie feste Identität, wie etwas in der anderen damaligen Richtungen.
Und genau diese Interpretation entspricht der modernen Wissenschaft. Wenn man ein bestimmtes Phänomen gründlich analysiert, entsteht es durch bestimmte Ursachen, Bedingungen, Teile und durch die Kraft der Benennung, so die spätere Schule. Aber wenn ich nach ihm, also egal welchem Ding, suche, kann ich ihn eigentlich nicht finden. Also bewegt sich alles, verändert sich und wandelt sich immer nur deswegen, weil die Dinge keinen festen Kern haben.
Das Bild von Billard, das ich früher ausgeführt hatte, stammt von E. Conze, um das als die Analogie etwa zu veranschaulichen. Und deswegen steht in den Sutren: "alle Gebilde sind vergänglich", also kein Ding, oder in der anderen Übersetzung: „Alle Gestaltungen sind dem Verschwinden unterworfen“ (D16), aus dem Buch: „Der Buddha und seine Lehre“, S. 134, im Artikel von Key Zumwinkel. Kein Bild, aber "Ge-bild-e". Also geht es nicht um die Dinge, die vergänglich sind, das wäre dann nicht korrekt, sondern um die Ge-stalt-ung-en, die Ge-bilde. Das ist der Unterschied.
Wenn es anders interpretiert wird als etwas wie ein göttlicher Funke, also wie etwas Festes, dann wäre es kein Buddhismus. Ob das modern ist oder nicht, spielt keine Rolle. Die drei Daseinsmerkmale sind universell, da kann man hier rein wissenschaftlich nicht aussetzen.