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„Ich“ oder „Wir“ – wohin geht mein Weg?

  • Dirk_
  • 11. Juni 2025 um 19:47
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  • Dirk_
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    • 11. Juni 2025 um 19:47
    • #1

    Hallo zusammen,

    nach der großartigen Unterstützung vor ein paar Monaten versuche ich es gerne erneut mit einer Frage, die mich seit einiger Zeit beschäftigt – oder besser gesagt: einer inneren Weggabelung, an der ich nicht recht weiß, wie ich weitergehen soll.

    Seit etwa anderthalb Jahren beginne ich meine Meditationen mit einer Affirmation, die ich aus einem Buch von Thich Nhat Hanh übernommen habe:

    „Ich bin dem Altern unterworfen. Ich kann dem Altern nicht entkommen.“

    Und so weiter mit Krankheit, Tod, Veränderung, den Konsequenzen meines Handelns...

    In den letzten Wochen – heute besonders intensiv – hatte ich während der Meditation das starke Gefühl, dass dieses „Ich“ am Anfang jeder Zeile nicht mehr stimmig ist. Es fühlt sich zunehmend falsch an, ja sogar kontraproduktiv.

    Einer spontanen Eingebung folgend, habe ich heute das „Ich“ durch ein „Wir“ ersetzt. Und dieses „Wir“ meint auf mehreren Ebenen etwas:

    – die verschiedenen Persönlichkeitsanteile,

    – den kommunizierenden Zellverbund, den wir Körper nennen,

    – meine Familie, Freunde, Mitmenschen,

    – und schließlich alle Lebewesen als Teil eines größeren Ganzen.

    Diese Änderung hat sich überraschend richtig angefühlt – sie hat ein tiefes Gefühl von Verbundenheit erzeugt, innen wie außen.

    Und doch beschäftigt mich seither die quälende Frage: Bin ich damit auf dem Holzweg? Ist das wieder so ein klassischer Anfänger-Irrtum? Täusche ich mich da in was hinein?

    Ich würde mich sehr freuen über eure Einschätzungen – im Sinne von:

    – „Ganz normal, solche Phasen kennt jeder.“

    – „Vorsicht, da rutschst du in XY ab.“

    – „Unorthodox, aber wenn es dir hilft, warum nicht?“

    – Oder auch ganz andere Blickwinkel.

    Ich bin offen, verwirrt – und dankbar für jeden Denkanstoß.

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    • 11. Juni 2025 um 20:21
    • #2

    Falls auch „Wir“ in einiger Zeit nicht mehr funktioniert, dann ist wohl „Du“ angebracht. So als letzte Funktion, um den Persönlichkeitsglauben ablegen zu können. :? :shrug: :)

    Erscheinungen sind annica unbeständig, dukkha unbefriedigend, anatta ohne Selbstsein, immer allein, doch nie einsam, denn alles ist eigenständig erscheinend, aber nichts ist eigenständig bestehend.

  • Monika
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    • 11. Juni 2025 um 20:30
    • #3

    Lieber Dirk,

    das einzige, was mir dazu einfällt:

    Wer stellt Dir Fragen, wer beobachtet Deine Gedanken?

    Ich würde nur meine Empfindungen weiter beobachten und sie nicht bewerten. Denn die Bewertung kommt aus einer Ebene, die keine Ahnung hat - nämlich der sogenannte Verstand.

    Hab einfach Vertrauen.

    Alles Gute Dir ❤️

    _()_Monika

  • JoJu91
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    • 12. Juni 2025 um 08:52
    • #4
    Dirk_:

    Einer spontanen Eingebung folgend, habe ich heute das „Ich“ durch ein „Wir“ ersetzt.

    Das könnte darauf hindeuten, dass Du sehr experimentierfreudig bist und Meditation, Kontemplation, ..., den achtfachen Pfad als kreativen Prozess angehst, die Welt aus verschiedenen Perspektiven betrachtest, mit allen Risiken.

    Wenn das so ist, ein gutes Zeichen, meine ich.

    :)

  • Wetering
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    • 27. September 2026 um 06:48
    • #5

    Es tanzt ein Bi-Ba-Butzeman...


    Gedanken...

  • void
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    • 28. September 2026 um 09:43
    • #6
    Dirk_:

    Und doch beschäftigt mich seither die quälende Frage: Bin ich damit auf dem Holzweg? Ist das wieder so ein klassischer Anfänger-Irrtum? Täusche ich mich da in was hinein?

    Schau einfach in dich hinein. Ein "Wir" kann ja auch eine Relativierung sein. Der Gedanke an das eigene Altern und Sterben kann ja recht unerträglich sein. Das dieser Körper voller Falten sein könnte, intkontenent wird, das der eigene Geist anfängt nicht mehr zu funktionieren. Das sind schrecklich konkrete Aussichten, die Angst machen. Da kann ja ein "Wir" eine "Flucht ins Allgemeine" sein. Andererseits ist ein Wir manchmal auch passender.


    Wetering s Bibabutzemann bezieht sich darauf, dass es so ein typischer Trick unsereres Geistes, uns von dem eigentlichen Problem ( Vergänglichkeit) in so eine viel angenehmere Sachfragen ( was sind die passendenden Pro nominina) abzulenken.

  • Wetering
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    • 28. September 2026 um 12:18
    • #7

    Wenn ich einen schönen Thread über "Gedanken" gefunden hätte, hätte ich das Video dort eingestellt.

    Hier passt es wenigstens ein bisschen...

    Auch wenn es um Gedanken/Konzepte # Sinneswahrnehmung geht.


    Der Bi-, Ba-, Butzemann entspricht in etwa dem Boogeyman, er ist auch da, um Kinder zu erschrecken.

  • Qualia
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    • 28. September 2026 um 13:21
    • #8

    Dies ist die edle Wahrheit vom Leiden: Geburt ist Leiden, Alter ist Leiden, Krankheit ist Leiden, Sterben ist Leiden, Kummer, Jammer, Schmerz, Trübsinn und Verzweiflung sind Leiden; vereint sein mit Unliebem ist Leiden, getrennt sein von Lieben ist Leiden; was man verlangt, nicht erlangen, ist Leiden.

    Das erfahren wir alle, ohne Ausnahme.


    Das ist die Wahrheit meiner Leiden: Geburt ist Leiden, Alter ist Leiden, Krankheit ist Leiden, Sterben ist Leiden, Kummer, Jammer, Schmerz, Trübsinn und Verzweiflung sind Leiden; vereint sein mit Unliebem ist Leiden, getrennt sein von Lieben ist Leiden; was man verlangt, nicht erlangen, ist Leiden.

    Dieses Leiden ist niemals „wir“. Nur von diesem, meinem Leiden, kann ich durch mich befreit werden.

    Erscheinungen sind annica unbeständig, dukkha unbefriedigend, anatta ohne Selbstsein, immer allein, doch nie einsam, denn alles ist eigenständig erscheinend, aber nichts ist eigenständig bestehend.

Ausgabe №. 137: „Sorgen entsorgen?"

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