Alles anzeigenIch weiß auch nicht, ob man sich dem textkritisch nähern könnte, ob Mönche und Nonnen in den ersten Jahrhunderten vor der Verschriftlichung der klassischen Texte, eher mehr oder eher weniger meditierten. Jedenfalls ist die reine Anzahl der Texte zum Thema Meditation im Vergleich zu anderen Textarten verschwindend gering.
Vermutlich ist mit Meditation die Jhana-Meditation gemeint, dazu gibt es im Palikanon viele Texte. Z.B. ersichtlich unter dem Suchbegriff "Vertiefung" auf Palikanon.com.
Was Thailand betrifft, dort hat die Meditation der Waldmönche eine lange Tradition:
[lz]Zur Sukhothay-Zeit (1238-1376 n.Chr.) gibt es zwei geistliche Oberhäupter
(saògharája*) – einen für die Stadt- und Dorfmönche (gámavásì*), die sich
hauptsächlich dem Studium von Texten, v.a. des Abhidhamma widmen
(ganthadhura*), und einen für die Waldmönche (araññavásì*), die sich mehr
mit Meditation beschäftigen und Textstudium auf die für sie relevanten
Texte aus den Suttas und dem Vinaya beschränken (vipassanádhura*)
Grundloses Herz , Kapitel 1: Die Geschichte der Tradition thailändischer
Waldmönche.
[/lz]
Im Vergleich zu den Texten, die sich verschiedenen anderen Themen widmen, ist die Anzahl der Texte im Palikanon, die sich mit Meditation befassen, geradezu überraschend gering.
Und natürlich gibt es in Thailand die berühmte Waldtradition. Aber es ist eben nur eine meditative Tradition am Rande einer Volksreligion. Glaub mir, in den „normalen“ Tempeln und Klöstern wird wenig bis gar nicht meditiert. Laien verlassen sich auf Rituale und Dana für ein gutes Karma. Mönche nehmen Dana entgegen. Es ist ihre Hauptaufgabe, um den Laien zu ermöglichen, gutes Karma zu erlangen.