Zum Kontext eines Sutra gehört auch die innere Struktur, wie die Argumentationen aufeinander aufbauen.
Im ersten Teil des 3.Abschnitts hat Buddha Sakyamuni über die verschiedenen Arten von Lebewesen gesprochen und dass die Motivation des Bodhisattvas darin besteht, die Lebewesen aus ihrem Leid herausführen zu wollen.
Dann heißt es weiter im Sutra:[lz]
(A): Doch obwohl so unermessliche viele Lebewesen über alles Leid hinausgelangt sein werden, so wird doch gar kein Lebewesen über alles Leid hinausgelangt sein.
(B): Warum? Weil niemand, der sich auf Unterscheidung von einem Selbst, einem Lebewesen, Unterscheidung von Lebendigen, Unterscheidung von Personen einlässt, Bodhisattva zu nennen ist, Subhuti."
(Übersetzung B.Schweiberer)[/lz]
Aussage (B) ist dabei die Begründung für die Aussage (A).
So lange jemand an der Unterscheidung von einem Selbst usw. festhält, die auf der Vorstellung von inhärenter Existenz der Person beruht, ist diese Person kein Bodhisattva. Deshalb kann sie die Lebewesen nicht aus dem Leid herausführen, selbst wenn sie die Absicht hat, dies bewirken zu wollen.
Um ein Bodhisattva zu werden, der die Personen aus dem Leid herausführen kann, muss man also die Unterscheidungen, die auf der Vorstellung von inhärenter Existenz der Person beruhen, aufgeben. Hat man sie aufgegeben, dann man die leidenden Personen aus dem Samsara herausführen.