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Diamant-Sutra (vajracchedika-sutra)

  • Helmut
  • 26. März 2022 um 15:32
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  • Helmut
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    • 12. August 2022 um 16:48
    • #51

    Zum Kontext eines Sutra gehört auch die innere Struktur, wie die Argumentationen aufeinander aufbauen.

    Im ersten Teil des 3.Abschnitts hat Buddha Sakyamuni über die verschiedenen Arten von Lebewesen gesprochen und dass die Motivation des Bodhisattvas darin besteht, die Lebewesen aus ihrem Leid herausführen zu wollen.

    Dann heißt es weiter im Sutra:[lz]

    (A): Doch obwohl so unermessliche viele Lebewesen über alles Leid hinausgelangt sein werden, so wird doch gar kein Lebewesen über alles Leid hinausgelangt sein.

    (B): Warum? Weil niemand, der sich auf Unterscheidung von einem Selbst, einem Lebewesen, Unterscheidung von Lebendigen, Unterscheidung von Personen einlässt, Bodhisattva zu nennen ist, Subhuti."

    (Übersetzung B.Schweiberer)[/lz]

    Aussage (B) ist dabei die Begründung für die Aussage (A).

    So lange jemand an der Unterscheidung von einem Selbst usw. festhält, die auf der Vorstellung von inhärenter Existenz der Person beruht, ist diese Person kein Bodhisattva. Deshalb kann sie die Lebewesen nicht aus dem Leid herausführen, selbst wenn sie die Absicht hat, dies bewirken zu wollen.

    Um ein Bodhisattva zu werden, der die Personen aus dem Leid herausführen kann, muss man also die Unterscheidungen, die auf der Vorstellung von inhärenter Existenz der Person beruhen, aufgeben. Hat man sie aufgegeben, dann man die leidenden Personen aus dem Samsara herausführen.

    Gruß Helmut

    Als Buddhisten schätzen wir das Leben als höchst kostbares Gut.

  • Igor07
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    • 13. August 2022 um 14:19
    • #52

    Helmut

    Ist diese Ansicht weltlich oder über-welt-lich?

    Wenn der Bodhisattva nur einem einzigen Wesen hilft, aber real?

    Man kann doch rein logisch niemals! ( von common sense ausgehend) alle! leidende Wesen retten.

    Und aus dem Blickwinkel der absoluten Wahrheit, sie sind schon wie in vorhinein alle "befreit", aber sie wissen es ( noch) nichts.


    Zitat

    Wenn alle erscheinenden Gegebenheiten

    des Daseins nicht wirklich

    existent und bloße Illusionen sind,

    kann die Einsicht in diese Tatsache das

    Anhaften an den Daseinsentitäten

    wirksamer bekämpfen, als die Lehre

    von der bloßen Vergänglichkeit aller

    Dinge der Welt es vermag. Diese Einsicht

    entwertet nämlich die weltlichen

    Objekte völlig und macht es so noch

    einfacher, das Anhaften an sie zu überwinden.

    Någårjuna geht aber noch weiter:

    Wenn es in Wahrheit keine weltlichen

    Objekte gibt und in Wirklichkeit

    auch keine Leidenschaft, kein Anhaften

    und kein Subjekt, das an den Objekten

    haftet, erübrigt es sich, nach einer

    Befreiung vom Anhaften an den

    Objekten zu streben. Es genügt die

    Einsicht in das wahre Wesen der weltlichen


    Entitäten, denn durch sie ist allen

    Möglichkeiten einer Weltverhaftung

    restlos und endgültig der Boden entzogen.

    Anne MacDonald

    Alles anzeigen

    Das habe ich gemeint

    von der Warte der "absoluten Wahrheit".

    Die "Leerheit" negiert sich selbst, denn sie ist auch nicht absolut. Aber abhängig entstanden.

    Samsara/ Nirvana

    Leere/ Form

    Relativ/ absolut

    Zwei Seiten, aber von derselber Entität.

    Ein Leben ohne Selbsterforschung verdiente gar nicht gelebt zu werden.

    Sokrates

  • Helmut
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    • 13. August 2022 um 15:16
    • #53
    Igor07:

    Helmut

    Ist diese Ansicht weltlich oder über-welt-lich?

    Wenn der Bodhisattva nur einem einzigen Wesen hilft, aber real?

    Man kann doch rein logisch niemals! ( von common sense ausgehend) alle! leidende Wesen retten.

    Ich gehe jetzt nur auf diesen Teil deines Beitrags ein. Der Rest passt hier noch nicht hin, da es im 3.Abschnitt des Sutras erst einmal nur darum geht, welche Sichtweise jemand aufgeben muss, um ein Bodhisattva zu sein.

    Um ein Bodhisattva zu werden entwickelt man großes Mitgefühl, den Erleuchtungsgeist und die Einsicht in die Nicht-Dualität. Fehlt einer dieser Aspekte, ist man kein Bodhisattva.

    Diese drei Einstellungen durch die man zu einem Bodhisattva wird, in den Bodhisattvapfad eintritt, sind nicht überweltlich. Überweltliche Sichtweisen entstehen auf dem Bodhisattvapfad erst mit dem Pfad des Sehens nachdem der Bodhisattva sich auf dem Pfad der Ansammlung und dem Pfad der Vorbereitung geschult hat. Eine überweltliche Sicht erlangt der Bodhisattva, wenn er eine unmittelbare, unbegriffliche Einsicht in die Leerheit (sunyata) entwickelt hat.

    Der Erleuchtungsgeist (bodhicitta) den der Bodhisattva entwickelt, besteht in dem Wunsch, zum Nutzen aller Wesen die Buddhaschaft zu erlangen. Dieser Erleuchtungsgeist bezieht sich auf alle Lebewesen und schließt keines aus. Ob ein Bodhisattva anderen Lebewesen effektiv helfen kann, hängt ja nicht nur vom Bodhisattva ab, sondern auch von dem Entwicklungsstand des jeweiligen Lebewesens. Wenn der Bodhisattva erkennt, dass er einem Lebewesen aufgrund der Voraussetzungen, die es mitbringt, noch nicht effektiv helfen kann, schließt er es nicht von seinem Wunsch, den Lebewesen zu helfen, aus.

    Aber das geht auch schon über das Thema des 3.Abschnitts des Sutras hinaus.

    Gruß Helmut

    Als Buddhisten schätzen wir das Leben als höchst kostbares Gut.

    Einmal editiert, zuletzt von Helmut (13. August 2022 um 15:22)

  • Igor07
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    • 13. August 2022 um 15:33
    • #54
    Helmut:

    Ob ein Bodhisattva anderen Lebewesen effektiv helfen kann, hängt ja nicht nur vom Bodhisattva ab, sondern auch von dem Entwicklungsstand des jeweiligen Lebewesens. Wenn der Bodhisattva erkennt, dass er einem Lebewesen aufgrund der Voraussetzungen, die es mitbringt, noch nicht effektiv helfen kann, schließt er es nicht von seinem Wunsch, den Lebewesen zu helfen, aus.

    Weiss ich nichts, echt...

    Wenn alle Dialität aufgehoben wäre, also es gibt keine trennung( grenze) zwischen mir und allen!:!: Lebewesen,

    dann stellt sich die Frage, warum man sollte "Die Voraussetzungen" berücksichtigen?

    Egal, es geht um den Heiliger, oder um den Verbrecher, man kann doch

    Zitat

    schließt er es nicht von seinem Wunsch, den Lebewesen zu helfen, aus.

    Anders ausgedrückt, alle leiden, aber jeder auf der eigene weise. Aber Bodhichitta wollte trotzdem allen! helfen.

    Etwas ich verpasse hier, also reine logische Kette.

    Ein Leben ohne Selbsterforschung verdiente gar nicht gelebt zu werden.

    Sokrates

  • Helmut
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    • 14. August 2022 um 14:00
    • #55
    Igor07:
    Helmut:

    Ob ein Bodhisattva anderen Lebewesen effektiv helfen kann, hängt ja nicht nur vom Bodhisattva ab, sondern auch von dem Entwicklungsstand des jeweiligen Lebewesens. Wenn der Bodhisattva erkennt, dass er einem Lebewesen aufgrund der Voraussetzungen, die es mitbringt, noch nicht effektiv helfen kann, schließt er es nicht von seinem Wunsch, den Lebewesen zu helfen, aus.

    Weiss ich nichts, echt...

    Wenn alle Dialität aufgehoben wäre, also es gibt keine trennung( grenze) zwischen mir und allen!:!: Lebewesen,

    dann stellt sich die Frage, warum man sollte "Die Voraussetzungen" berücksichtigen?

    Eine Trennung zwischen mir und allen anderen gibt es nicht, denn wir leben ihn gegenseitiger Abhängigkeit. Nur so können wir überleben. Das bedeutet ja nicht, dass alle Lebewesen identisch sind und sich nicht mehr voneinander unterscheiden. Wir Menschen haben unterschiedliche Fähigkeiten, haben einen unterschiedlichen Entwicklungsstand. Das muss auch ein Bodhisattva berücksichtigen, wenn er in Samsara den Lebewesen helfen will, die Leiden zu überwinden.

    Der Bodhisattva besitzt den Erleuchtungsgeist (Bodhicitta) und dieser besteht in dem Wunsch, zum Nutzen aller Wesen die Buddhaschaft zu erlangen. Ein Bodhisattva ist aber noch kein Buddha. Deshalb kann es sein, dass er auf Menschen trifft, denen er mit seinen bereits erreichten Fähigkeiten noch nicht effektiv helfen kann aufgrund des Entwicklungsstandes dieser Menschen. Ob ein Bodhisattva einem Menschen helfen kann, hängt also sowohl von den Fähigkeiten des Bodhisattva ab als auch vom Entwicklungsstand dieses Menschen ab.

    Gruß Helmut

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  • Noreply
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    • 14. August 2022 um 14:31
    • #56

    Ein Bodhisattva der ANDEREN Wesen helfen Will ist kein wirklicher Bodhisattva. Wenn er allen Wesen hilft einschließlich sich selbst ist er auch kein Bodhisattva dann nennt man ihn Buddha, wobei er selbst nicht weiß was ein Buddha sein soll.

    Wer sich nur an Teilen des Diamantsutra aufhält, verfällt dem Gestrüpp der Meinungen. Wir das ganze Sutra genommen versteht man nicht oder"da fehlen mir die Worte"

  • Igor07
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    • 14. August 2022 um 14:49
    • #57
    Helmut:

    Eine Trennung zwischen mir und allen anderen gibt es nicht, denn wir leben ihn gegenseitiger Abhängigkeit. Nur so können wir überleben. Das bedeutet ja nicht, dass alle Lebewesen identisch sind und sich nicht mehr voneinander unterscheiden. Wir Menschen haben unterschiedliche Fähigkeiten, haben einen unterschiedlichen Entwicklungsstand. Das muss auch ein Bodhisattva berücksichtigen, wenn er in Samsara den Lebewesen helfen will, die Leiden zu überwinden.

    Gut, das klingt einleuchtend, und man kann das betonen:

    Zitat

    Das bedeutet ja nicht, dass alle Lebewesen identisch sind und sich nicht mehr voneinander unterscheiden.

    Also, "nichts mehr voneinander unterscheiden", richtig?


    Helmut:

    Subhuti, wenn ein Bodhisattva sich auf die Unterscheidung von Lebewesen einlässt, ist er nicht Bodhisattva zu nennen."

    Aber von der anderer Seite er sollte doch sowieso

    Zitat

    einen unterschiedlichen Entwicklungsstand

    berücksichtichtigen.

    Kurz auf den Nenner gebracht, mir scheint hier diese Aussage als widerspüchlich.

    Denn, von der einer Seite, er sollte nichts unterscheiden, richtig?

    Aber von der anderen Seite man redet über den "Unter-schied-lichen" Entwicklunsgrad.

    Ich denke, eher vermute, so kann man die zwei Ebenen verwechseln, die realtive und die absolute. ( "Wahrheiten").


    Zitat

    Erhabener,

    all die Wesen, die korrekte Unterscheidung in Bezug auf

    diese Sutra-Erklärung

    entwickeln,

    werden höchst erstaunlich sein.

    Warum? Erhabener, was korrekte Unterscheidung

    ist, eben dies ist

    keine Unterscheidung; daher lehrte der Tathagata so [genannte] korrekte

    Unterscheidung. Erhabener, dass ich die Erklärung dieser

    Darstellung

    des Dharma verstehe und wertschätze, nicht das erstaunt mich, sondern

    die Wesen späterer Zeit, Erhabener, in der Zeit der letzten 500 [Jahre der

    Lehre], welche diese Aufstellung des Dharma aufnehmen, aufschreiben,

    behalten, berühren,

    lesen und ganz verstehen, die werden etwas höchst

    Erstaunliches sein.

    Und, Erhabener,

    sie werden sich nicht auf die Unterscheidung eines

    Selbst einlassen, sich nicht auf die Unterscheidung als Lebewesen,

    Unterscheidung als Lebendiges, Unterscheidung als Person einlassen.


    Warum? Was Unterscheidung als Selbst, Unterscheidung als Lebewesen,

    Unterscheidung als Lebendiges,

    Unterscheidung als Person ist, eben

    das ist keine existente Unterscheidung. Warum? Weil die Buddhas,

    Tathagatas, frei von allen Unterscheidungen sind“7.

    Alles anzeigen

    Also, man betont immer die Freiheit "von allen Unterscheidungen".

    Diese Übersetzung war von hier:

    Aryatara Institut e.V. - Sutras

    Vajra-Schwert Sutra

    Übersetzung Conni Krause

    Das Vajra-Schwer Sutra, auch bekannt als das Diamant Sutra, gehört ebenfalls zu den Weisheits-Sutras. In einem Gespräch beantwortet der Erhabene Fragen seines Anhängers Shubuti zum buddhistischen Konzept der Leerheit, der "Weisheit, die hinübergegangen" ist.

    Ein Leben ohne Selbsterforschung verdiente gar nicht gelebt zu werden.

    Sokrates

  • Helmut
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    • 14. August 2022 um 15:43
    • #58
    Igor07:
    Zitat

    Das bedeutet ja nicht, dass alle Lebewesen identisch sind und sich nicht mehr voneinander unterscheiden.

    Also, "nichts mehr voneinander unterscheiden", richtig?

    Aber von der anderer Seite er sollte doch sowieso

    Zitat

    einen unterschiedlichen Entwicklungsstand

    berücksichtigen.

    Wenn es am Ende des 3.Abschnitts des Diamantsutras heißt: "Subhuti, wenn ein Bodhisattva sich auf die Unterscheidung von Lebewesen einlässt, ist er nicht Bodhisattva zu nennen", dann geht es um eine Unterscheidung, die auf einer falschen Ansicht über die Existenzweise der Lebewesen beruht. Diese falsche Ansicht, die die Ursache dieser Unterscheidung ist, besteht in der Auffassung von inhärenter Existenz. Diese Auffassung muss man aufgeben, um ein Bodhisattva zu werden. Die Ansicht von inhärenter Existenz besteht in der Auffassung, dass die Lebewesen ein unabhängiges Eigenwesen haben.

    Auch wenn wir Menschen in gegenseitiger Abhängigkeit existieren, sind wir nicht alle miteinander identisch. Wir können zwischen Menschen unterscheiden aufgrund von Geschlecht, Körpergröße, Alter, Beruf, Fähigkeiten usw. usf. Diese Unterscheidungen haben aber ihre Grundlage in der Realität.

    Die Begriffe Unterscheidung werden also in diesen beiden Fällen in verschiedenen Kontexten benutzt. Im ersten Fall beruht die Unterscheidung auf falschen Ansichten. Im zweiten Fall hat sie eine Entsprechung in der Realität. Die erste ist aufgrund ihrer Ursache aufzugeben, die zweite dagegen nicht.

    Das Problem ist also nicht, dass wir unterscheiden. Schließlich ist Unterscheidung ein wesentliches Skandha, das große Bedeutung für unser Leben hat. Der Punkt ist, ob wir Unterscheidungen auf einer gültigen Grundlage vornehmen oder auf einer ungültigen Grundlage.

    Gruß Helmut

    Als Buddhisten schätzen wir das Leben als höchst kostbares Gut.

  • Igor07
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    • 14. August 2022 um 15:51
    • #59
    Helmut:

    Die Begriffe Unterscheidung werden also in diesen beiden Fällen in verschiedenen Kontexten benutzt. Im ersten Fall beruht die Unterscheidung auf falschen Ansichten. Im zweiten Fall hat sie eine Entsprechung in der Realität. Die erste ist aufgrund ihrer Ursache aufzugeben, die zweite dagegen nicht

    Lol, danke, Helmut , hier ich kann im Moment nichts aussetzen.

    Da war sehr kluger Zug von dir, beide "Wahrheiten" zu versöhnen...

    LG.

    Ein Leben ohne Selbsterforschung verdiente gar nicht gelebt zu werden.

    Sokrates

  • Helmut
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    • 14. August 2022 um 16:38
    • #60
    Igor07:
    Helmut:

    Die Begriffe Unterscheidung werden also in diesen beiden Fällen in verschiedenen Kontexten benutzt. Im ersten Fall beruht die Unterscheidung auf falschen Ansichten. Im zweiten Fall hat sie eine Entsprechung in der Realität. Die erste ist aufgrund ihrer Ursache aufzugeben, die zweite dagegen nicht

    Lol, danke, Helmut , hier ich kann im Moment nichts aussetzen.

    Da war sehr kluger Zug von dir, beide "Wahrheiten" zu versöhnen...

    LG.

    Hier sind nicht zwei Wahrheiten versöhnt worden, denn der erste Fall ist keine Wahrheit.

    Wir sollten uns wieder aufs Diamantsutra konzentrieren.

    Gruß Helmut

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  • Igor07
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    • 14. August 2022 um 17:39
    • #61
    Helmut:

    Hier sind nicht zwei Wahrheiten versöhnt worden, denn der erste Fall ist keine Wahrheit.

    Das stimmt, aber diese "Falsche" Ansichten gehören zum Alltag, leider.

    Und man kann nichts immer erkennen, dass die nichts der Realität entsprechen.

    Genau deswegen man praktiziert überhaupt, um das durchzuschauen.

    Mehr nichts, aber ich finde es sehr wichtig , das zu betonen.

    Wir leben ( meistens) in der Täuschung, in der Un-Wissenheit ( Verblendung), usw.

    Das ist doch der Kern-Gedanke in der Erkenntnis-Theorie des Buddhismus, egal welche Richtung.

    Durch unsere Art der Wahrnehmnung wir sind nichts imstande das zu sehen:


    Helmut:

    Die Ansicht von inhärenter Existenz besteht in der Auffassung, dass die Lebewesen ein unabhängiges Eigenwesen haben.

    Wenn ich sehe den Tisch, er erscheint mir als das feste , solide Ding, aus sich selbst heraus.

    Wie auch diese Buchstaben... Ihre "Leerheit" ich kann nichts ( wenigestens sofort) erkennen, wenn überhaupt.

    Und das wäre die konventionelle Wahrheit, denn wenn ich das abtippe, dass ich als die konkrete Person bestimmt wirkt, aber die bleibt in der Letzten Instanz nichts vor-find-bar. Ich ersehe keinen Widerspruch, rein technisch gesehen.

    Sorry, das war die Ergänzung.

    Ein Leben ohne Selbsterforschung verdiente gar nicht gelebt zu werden.

    Sokrates

    Einmal editiert, zuletzt von Igor07 (14. August 2022 um 17:44)

  • Helmut
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    • 16. August 2022 um 15:04
    • #62
    Igor07:

    Das stimmt, aber diese "Falsche" Ansichten gehören zum Alltag, leider.

    Und man kann nichts immer erkennen, dass die nichts der Realität entsprechen.

    Genau deswegen man praktiziert überhaupt, um das durchzuschauen.

    Mehr nichts, aber ich finde es sehr wichtig , das zu betonen.

    Wir leben ( meistens) in der Täuschung, in der Un-Wissenheit ( Verblendung), usw.

    Das ist doch der Kern-Gedanke in der Erkenntnis-Theorie des Buddhismus, egal welche Richtung.

    Durch unsere Art der Wahrnehmnung wir sind nichts imstande das zu sehen:

    Alles anzeigen

    So lange wir in Samsara eine Existenz annehmen, ist diese verbunden mit Unwissenheit, die darin besteht, dass wir nicht erkennen, dass die Personen und sonstigen Phänomene nicht so existieren wie sie uns erscheinen. Unsere Unwissenheit ist aber nicht einfach nur Nicht-Wissen, sondern sie ist ein aktives Falsch-Wissen. Wir glauben, dass die Person usw. so existieren wie sie uns in unserer Wahrnehmung erscheinen. Sie erscheinen uns so als hätten sie ein Eigenwesen. Wir glauben, dass dies der Realität entspricht und wir projizieren auf die Person usw. ein derartiges Eigenwesen was sie aber nicht besitzen.

    Unsere Unwissenheit ist aber nicht in Stein gemeißelt oder gar fest in unseren Genen verankert. Sie ist ein abhängiges Phänomen und deshalb kann sie überwunden werden. Wie wir unsere Unwissenheit überwinden können, hat Buddha Sakyamuni ja in vielen Lehrreden aufgezeigt.

    Die Selbstlosigkeit der Person können wir mittels Analyse feststellen. Die Selbstlosigkeit der Person verneint nicht die Person, sondern unsere Ansicht, eine Person hätte ein Eigenwesen. Mehr nicht! Ebenso verneint die Leerheit (Sunyata) nicht Personen und Phänomene, sondern unsere falschen Ansichten über die Bestehensweise der Person und der Phänomene. Mehr nicht! Um die Selbstlosigkeit / Leerheit zu verstehen, müssen wir untersuchen was ihr jeweiliges Verneinungsobjekt ist. Wir müssen uns Klarheit darüber verschaffen was jeweils verneint wird und was nicht.

    Igor07:

    Wenn ich sehe den Tisch, er erscheint mir als das feste , solide Ding, aus sich selbst heraus.

    Wie auch diese Buchstaben... Ihre "Leerheit" ich kann nichts ( wenigstens sofort) erkennen, wenn überhaupt.

    Weder das Eigenwesen noch die Leerheit des Tisches ist mit den Sinnesbewusstseinen zu erfassen. Es ist unser geistiges Bewusstsein, das das Eigenwesen auf den Tisch projiziert. Es ist aber auch unser geistiges Bewusstsein, das die Analyse durchführt ob es ein Eigenwesen des Tisches wirklich gibt. Es ist nicht einfach, diese Analyse durchzuführen. Wenn wir sie gründlich durchführen, können wir die Leerheit des Tisches erkennen. Anfangs ist die Erkenntnis noch begrifflich, aber diese begriffliche Einsicht können wir mittels kontinuierlich durchgeführter Meditation schrittweise in eine unmittelbare, nicht-begriffliche Erkenntnis umwandeln.

    Gruß Helmut

    Als Buddhisten schätzen wir das Leben als höchst kostbares Gut.

  • Igor07
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    • 16. August 2022 um 15:25
    • #63
    Helmut:

    Die Selbstlosigkeit der Person können wir mittels Analyse feststellen.

    Dem stimme ich zu, aber nichts durch unsere "normale" Wahrnehmung.


    Helmut:

    Unsere Unwissenheit ist aber nicht einfach nur Nicht-Wissen, sondern sie ist ein aktives Falsch-Wissen.

    Dem würde ich nichts zustimmen.

    Denn so nimmt der "normale" Mensch die Welt und die Dinge wahr. Das ist weder aktiv, noch passiv.

    Das ist eher der Mechanismus, der mir hilft, das abzutippen, keine grosse Fehler zu machen, und ich brauche dazu keine "Leerheit" in dem Text zu er-sehen, denn es würde mich rein praktisch sogar stören, mehr nichts.

    Ein Leben ohne Selbsterforschung verdiente gar nicht gelebt zu werden.

    Sokrates

  • Helmut
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    • 16. August 2022 um 15:40
    • #64
    Igor07:
    Helmut:

    Unsere Unwissenheit ist aber nicht einfach nur Nicht-Wissen, sondern sie ist ein aktives Falsch-Wissen.

    Dem würde ich nichts zustimmen.

    Musst du auch nicht. Ich sehe es halt anders, nämlich dass Wahrnehmungen, Erkenntnisse immer etwas Aktives sind, Aktivitäten unseres Geistes und nicht irgendwelche Mechanismen..

    Ich würde jetzt gerne den 3.Abschnitt des Diamant-Sutras erst einmal abschließen und möchte zum 4.Abschnitt übergehen in dem es um die Bodhisattvahandlungen geht. Bevor ich zu diesem Abschnitt hier etwas schreibe, muss ich mich noch etwas intensiver mit diesem Abschnitt beschäftigen. Es kann also ein paar Tage dauern bis ich zu diesem Abschnitt etwas sage.

    Gruß Helmut

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    Einmal editiert, zuletzt von Helmut (16. August 2022 um 15:56)

  • Igor07
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    • 16. August 2022 um 15:55
    • #65
    Helmut:

    Musst du auch nicht. Ich sehe es halt anders, weil Wahrnehmungen, Erkenntnisse immer etwas Aktives sind, Aktivitäten unseres Geistes.

    Klar, aber ich hatte es rein praktisch gemeint.

    Denn um einfach zu üverleben, das Kind, z.B., braucht keine "Leerheit" im Tisch zu erkennen.

    Die Aktivitäten unseres Geistes sind bedingt, ...durch unsere Gene, unsere Biologie, unsere Erziehung, unsere Werte, usw, das ist eher das ganze Netzwerk im Kraft . ( im Spiel).

    Natürlich, wir gestalten sebst unsere eigene "Wirklichkeit".

    Das ist der kreative, schöpferiche Prozess, das kann man nichts bestreiten.

    Aber , wie man so sagt, jeder lebt in dem eigenen Tunnel der Wahrnehmung.

    Helmut , sorry, das war nichts persönlich, und ich hatte keinen Absicht dich zu provozieren.

    LG. Und danke für deine ausführliche Argumentation.

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    Sokrates

  • Helmut
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    • 19. August 2022 um 16:02
    • #66

    Igor07 , dein Beitrag hat mich nicht provoziert. Er macht aber auch deutlich, dass wir in manchen Dingen unterschiedliche Auffassungen haben und das ist ja durchaus in Ordnung.

    Ich möchte nun zum 4.Abschnitt des Diamantsutras kommen.

    "Ein Bodhisattva sollte auch Gaben geben, ohne bei Dingen zu verweilen. Er sollte Gaben geben, ohne bei etwas zu verweilen. [...] Ohne bei der Unterscheidung von überhaupt irgendetwas als Merkmal zu verweilen - so gibt ein Bodhisattva Gaben." (Übersetzung C. Krause, FMTP, 2009)

    "[..]. wenn ein Bodhisattva sich in Freigebigkeit übt, dann stützt er sich auf keine Form, [...] Das ist der Geist, aus dem heraus der Bodhisattva Freigebigkeit praktizieren sollte, ein Geist, der sich nicht auf Zeichen stützt." (Übersetzung Thich Nhat Hanh, edition steinrich, 2011)

    Da stellt sich als erstes die Frage, was bedeutet:

    • ohne bei den Dingen zu verweilen
    • ohne bei etwas zu verweilen
    • ohne bei der Unterscheidung von irgendetwas zu verweilen
    • sich auf keine Form zu stützen

    Meine These ist: Diese Formulierungen besagen, dass sich der Bodhisattva bei seinem Handeln, in diesem Fall bei dem Geben, nicht auf die Sichtweise von inhärenter Existenz der Phänomene stützt, weil er die non-duale Weisheit zumindest begrifflich entwickelt hat.

    Gruß Helmut

    Als Buddhisten schätzen wir das Leben als höchst kostbares Gut.

  • Noreply
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    • 19. August 2022 um 16:57
    • #67

    Memoiren gefunden in der Badewanne

  • Helmut
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    • 21. August 2022 um 15:19
    • #68

    Im 4.Abschnitt des Sutras geht es um die Praxis der Vollkommenheiten (paramitas). Buddha erläutert es dem Subhuti im 1.Teil des 4.Abschnitts anhand des Gebens.

    Weil der Bodhisattva eine Erkenntnis der Leerheit hat, weiß er, dass das Geben leer von inhärenter Existenz ist, das Geben also ein anhängiges Phänomen ist. Dasselbe gilt für den Gebenden und den Empfänger der Gabe. Jedes dieser drei Phänomene existiert in Abhängigkeit, weil sie durch Ursachen und Umstände entstanden sind, in Abhängigkeit von ihren Teilen und in Abhängigkeit von Benennung existieren.

    Gebender, Gabe und Empfänger sind auch gegenseitig voneinander abhängig:

    • der Gebende ist abhängig von der Gabe und dem Empfänger
    • die Gabe ist abhängig vom Gebenden und dem Empfänger
    • der Empfänger ist abhängig vom Gebenden und der Gabe.

    oder anders formuliert

    • den Gebenden gibt es nur, wenn es eine Gabe und einen Empfänger gibt
    • die Gabe gibt es nur, wenn es einen Gebenden und einen Empfänger gibt
    • den Empfänger gibt es nur, wenn es einen Gebenden und eine Gabe gibt.

    Gruß Helmut

    Als Buddhisten schätzen wir das Leben als höchst kostbares Gut.

  • Voyager
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    • 21. August 2022 um 18:53
    • #69

    Es wirkt auf mich so, als ob es sich (auch?) um eine Ideenerklärung handelt. In der Art: die Idee eines Gebenden impliziert die Idee einer Gabe und die eines Empfängers.

    Es kann ja schwer diese Aussage gemeint sein: "jemand der etwas gibt ist (!) abhängig von der Gabe" so wie du schreibst, Helmut was bringt einem so eine Aussage ausser Verwirrung, mal im Ernst?

    Ist dieser Textabschnitt, auf den sich deine interpretierenden Zeilen beziehen, hier im Thead einsehbar? Kannst du den entsprechenden Teil posten?

  • Tai
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    • 22. August 2022 um 09:11
    • #70
    Voyager:

    Es wirkt auf mich so, als ob es sich (auch?) um eine Ideenerklärung handelt. In der Art: die Idee eines Gebenden impliziert die Idee einer Gabe und die eines Empfängers.

    Es kann ja schwer diese Aussage gemeint sein: "jemand der etwas gibt ist (!) abhängig von der Gabe" so wie du schreibst, Helmut was bringt einem so eine Aussage ausser Verwirrung, mal im Ernst?

    Ist dieser Textabschnitt, auf den sich deine interpretierenden Zeilen beziehen, hier im Thead einsehbar? Kannst du den entsprechenden Teil posten?

    Es geht hier tatsächlich um die Idee des Gebens und die Befreiung aus der mit ihr einhergehenden Abhängigkeit und Verblendung, die als dem Buddhaweg diametral entgegengesetzt betrachtet wird. An anderer Stelle wird dies noch über die Befreiung von der Idee eines (durch Geben und andere Taten zu erreichendes) Verdienstes ausgeführt.

  • Noreply
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    • 22. August 2022 um 11:32
    • #71

    Diamant Sutra

    Aus der Englischen Version übersetzt von Gerhard Münnich, Hamburg 1983

    Nur ein Beispiel, denn ich habe es in allen Diamant Sutra so einfach gefunden und leicht zu verstehen.

    "Des weiteren, Subhuti, sollte ein Bodhisattva beim Ausüben von Wohltätigkeit losgelöst sein.

    Das bedeutet, er sollte Wohltätigkeit ausüben ohne Beachtung von äußerem Anschein, ohne

    Beachtung von Klang, Geruch, Berührung, Geschmack oder irgend einer Eigenschaft. Subhuti,

    so sollte der Bodhisattva Wohltätigkeit ausüben ohne Anhaftung. Warum? In so einem Fall ist

    sein Verdienst nicht zu ermessen."

    Helmut Was ich mich frage, ist, woher du das Diamant-Sutra (vajracchedika-sutra) ,

    aus dieser Stelle, Vers 4, nimmst?

    Fehlt da was bei deiner Übersetzung oder ist da zuviel?

    Vielleicht lese ich auch einfach nur das, was da steht und mach mir nicht diese ablenkenden Gedanken, denn das, was ich von dir lese ist nur ein nebensächlicher Teil von "..von Wohltätigkeit losgelöst sein, Das bedeutet...", sogar einer der vom Wesentlichen ablenkt.

  • Helmut
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    • 22. August 2022 um 12:23
    • #72

    Voyager , die Übersetzung des 1.Teils des 4.Abschnitts des Sutra auf den ich mich in #Beitrag 68 beziehe, findest du in #Beitrag 66.

    Noreply , ich benutze zwei Übersetzungen des Sutras in Deutsche:

    • die von Thich Nhat Hanh (edition steinrich, 2011)
    • die von C. Krause, erschienen bei FMTP 2009

    Die Nummerierung der Abschnitte des Sutras habe ich von Thich Nhat Hanh übernommen. Insgesamt sind es 32. Das Sutra ist ja nicht in Versen verfasst. In #Beitrag 68 habe ich das Sutra nicht zitiert, sondern interpretiert.

    Gruß Helmut

    Als Buddhisten schätzen wir das Leben als höchst kostbares Gut.

  • Noreply
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    • 22. August 2022 um 13:13
    • #73
    Helmut:

    Voyager , die Übersetzung des 1.Teils des 4.Abschnitts des Sutra auf den ich mich in #Beitrag 68 beziehe, findest du in #Beitrag 66.

    Noreply , ich benutze zwei Übersetzungen des Sutras in Deutsche:

    • die von Thich Nhat Hanh (edition steinrich, 2011)
    • die von C. Krause, erschienen bei FMTP 2009

    Die Nummerierung der Abschnitte des Sutras habe ich von Thich Nhat Hanh übernommen. Insgesamt sind es 32. Das Sutra ist ja nicht in Versen verfasst. In #Beitrag 68 habe ich das Sutra nicht zitiert, sondern interpretiert.

    Darauf ziele ich ab: Deine Interpretation. Ich finde eben keinen Anhaltspunkt für dieses Abweichen und Ausweiten des eigentlichen Textes.

    Werd mir doch Thich Nhat Hanh ansehen.

  • Noreply
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    • 22. August 2022 um 13:32
    • #74

    4-1 "Überdies, Subhuti - wenn ein Bodhisattva sich in Freigebigkeit übt, dann stützt er

    sich auf kein Objekt, das heißt, er stützt sich auf keine Form, keinen Klang, keinen

    Geruch, keinen Geschmack, kein Berührbares und kein Dharma, um Freigebigkeit zu

    üben. Das, Subhuti, ist der Geist, aus dem heraus der Bodhisattva Freigebigkeit

    praktizieren sollte, ein Geist, der sich nicht auf Zeichen stützt. 1)

    Warum? Wenn ein Bodhisattva Freigebigkeit praktiziert, ohne sich auf Zeichen zu

    stützen, so ist das Glück, das daraus entspringt, weder vorstellbar noch ermessbar.

    Subhuti, glaubst du, dass es möglich ist, den Raum in östlicher Richtung zu

    vermessen?" Aus der von Thich Nhat Hanh

    Mit deiner Interpretation fügst du ein Thema ein, das nichts mit diesem Vers zu tun hat.

    Ja es wird sogar als dem freigiebigen Boddhisattva nicht angemessen betrachtet.

    Auch nicht auf Gedanken oder Logikspielchen. Genau davon soll das Diamantsutra befreien.

    Diamantschneider des Abschneiden von Interpretationen.

    Das Ding ist so einfach geschrieben das es jeder verstehen und sofort anwenden kann.

    Jesus hat das viel einfacher gesagt: Wenn du Almosen gibst, Freigiebig bist, lass die linke Hand nicht wissen, was die Rechte tut.

  • Noreply
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    • 22. August 2022 um 13:35
    • #75

    4-1 "Überdies, Subhuti - wenn ein Bodhisattva sich in Freigebigkeit übt, dann stützt er

    sich auf kein Objekt, das heißt, er stützt sich auf keine Form, keinen Klang, keinen

    Geruch, keinen Geschmack, kein Berührbares und kein Dharma, um Freigebigkeit zu

    üben. Das, Subhuti, ist der Geist, aus dem heraus der Bodhisattva Freigebigkeit

    praktizieren sollte, ein Geist, der sich nicht auf Zeichen stützt. 1)

    Warum? Wenn ein Bodhisattva Freigebigkeit praktiziert, ohne sich auf Zeichen zu

    stützen, so ist das Glück, das daraus entspringt, weder vorstellbar noch ermessbar.

    Subhuti, glaubst du, dass es möglich ist, den Raum in östlicher Richtung zu

    vermessen?" Aus der von Thich Nhat Hanh

    Mit deiner Interpretation fügst du ein Thema ein, das nichts mit diesem Vers zu tun hat.

    Ja es wird sogar als dem freigiebigen Boddhisattva nicht angemessen betrachtet.

    Genau davon soll das Diamant Sutra befreien.

    Diamantschneider des Abschneidens, von Interpretationen, gedanklichen Bindungen des Geistes.

    Das Ding ist so einfach geschrieben, dass es jeder verstehen und sofort anwenden kann.

    Jesus hat das viel einfacher gesagt: Wenn du Almosen gibst, Freigiebig bist, lass die linke Hand nicht wissen, was die Rechte tut.

    Ist also nur ungenauer, aber die Essenz von dem, was Buddha sagt.

Ausgabe №. 135: „Achtsamkeit und Aktivismus"

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