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Ist Zen natürlich?

  • Henna01
  • 20. Januar 2022 um 13:37
  • Zum letzten Beitrag
1. offizieller Beitrag
  • Henna01
    Gast
    • 20. Januar 2022 um 13:37
    • #1

    Hi, in letzter Zeit frage ich mich warum ich all das erst durch Zen erfahren habe. Wie sollte ich ohne Zazen jemals meine Illusionen durchblicken können? Ich kritisiere quasi das Leben an sich, das Menschsein, dass so komplex aber doch so stumpf ist. Ist es uns Menschen überhaupt vorgesehen über sowas nachzudenken? Eigentlich ist es ja auch gar nicht wichtig. Leb dein Leben und fertig. Ich frag mich nur ob es auch andere Methoden gibt sich vom Leiden zu "lösen" und ob diese genauso effektiv sind. Z.B. wenn ich mitmenschen helfen will, kann ich ja nicht sagen setz dich mal hin das wird schon. Wie kann man seinen Mitmenschen helfen, weil zazen ist sicher nichts für jeden. Zuhören, mitfühlend handeln ja. Aber ist es nicht auch künstlich erzeugt? Ist das alles was ich "erarbeitet" habe weg sobald ich mal länger nicht mehr sitze? Ist es künstlich oder natürlich? Und wer... kann das schon beantworten!?:shrug:

  • Monikamarie
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    • 20. Januar 2022 um 13:55
    • #2
    OleGuacamole:

    Aber ist es nicht auch künstlich erzeugt? Ist das alles was ich "erarbeitet" habe weg sobald ich mal länger nicht mehr sitze? Ist es künstlich oder natürlich? Und wer... kann das schon beantworten!?

    Hi OleGuiacamole,

    nein, es ist nicht künstlich, sondern ein Hilfsmittel. Ein Werkzeug, mit dessen Hilfe Dir Einsichten zugänglich werden, die im allgemeinen Gedankenkarussell nicht aufsteigen können.

    Und ja, es schwindet, wenn Du Dich abwendest. Je nachdem wie stark bereits die Geistesschulung bereits "Raum gegriffen hat".

    OleGuacamole:

    Ist es uns Menschen überhaupt vorgesehen über sowas nachzudenken?

    Ja, wem denn sonst.

    OleGuacamole:

    Eigentlich ist es ja auch gar nicht wichtig. Leb dein Leben und fertig. Ich frag mich nur ob es auch andere Methoden gibt sich vom Leiden zu "lösen" und ob diese genauso effektiv sind. Z.B. wenn ich mitmenschen helfen will, kann ich ja nicht sagen setz dich mal hin das wird schon.

    Natürlich kann jede/r sein/ihr Leben leben. Das bleibt Dir ja unbenommen. Offenbar aber "zieht Dich etwas an". Und wenn Du einen interessierten Menschen vor Dir hast, den das auch interessieren könnte, dann kannst Du ja auch sagen

    Zitat

    ... setz dich mal hin das wird schon

    Zitat

    Wie kann man seinen Mitmenschen helfen, weil zazen ist sicher nichts für jeden.

    Manchen ist nicht zu helfen. Die meisten Menschen gehen nicht den Weg des Zazen bzw. folgen nicht der Lehre Buddhas.

    Also schau Dir diese Welt vorallem an, die diesem Weg nicht folgt.

    Aber wenn Du wirklich helfen willst, dann hör einfach zu. Und wenn Du Fortschritte machst auf Deinem Weg, dann fällt Dir auch ein, wie Du helfen kannst. Oder eben auch nicht.

    _()_

  • Igor07
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    • 20. Januar 2022 um 14:10
    • #3
    OleGuacamole:

    Ist das alles was ich "erarbeitet" habe weg sobald ich mal länger nicht mehr sitze? Ist es künstlich oder natürlich? Und wer... kann das schon beantworten!?

    Hi, man kann auch das Leben lang sitzen, aber es wäre dann alles ...für die katz.

    Deine Motivation ist entscheidend. deine Willenskraft, deine "rechte Ansterngung" die Wahrheit zu finden, es koste, was es wolle.

    Ich habe Jahre lang manchmal mehr als eine Stunde gesessen. Das war nichts für mich.

    Zazen ist nur das geschickte Mittel, mehr nichts.

    Gibt es auch die andere.

    Kommt darauf an, was wolltest du wirklich im deinem Innerem.

    Keine Verallgemeinerungen. Ich spreche nur von mir selbst.

    LG und viel Glück!

    Ein Leben ohne Selbsterforschung verdiente gar nicht gelebt zu werden.

    Sokrates

  • Henna01
    Gast
    • 20. Januar 2022 um 14:32
    • #4

    Okay, die Antworten sind alle gut. Aber mich macht es manchmal etwas wütend, dass man so eine Geistesklarsicht erarbeiten muss. Vielleicht ist es aber auch etwas anderes. Kann mich ja auch täuschen...

    Ich hoffe nur, dass wenn ich mich mal vom zazen abwende nicht zuviel weggeht. Ich meine ich frag mich jetzt so ob ich daran nicht auch zu sehr festhalte. Ich glaube ich sollte Zazen zu etwas normalen machen wie Zähneputzen oder aufs Klo gehen.

    Danke für die Antworten.

  • Henna01
    Gast
    • 20. Januar 2022 um 14:45
    • #5
    Igor07:
    OleGuacamole:

    Ist das alles was ich "erarbeitet" habe weg sobald ich mal länger nicht mehr sitze? Ist es künstlich oder natürlich? Und wer... kann das schon beantworten!?

    Hi, man kann auch das Leben lang sitzen, aber es wäre dann alles ...für die katz.

    Deine Motivation ist entscheidend. deine Willenskraft, deine "rechte Ansterngung" die Wahrheit zu finden, es koste, was es wolle.

    Ich habe Jahre lang manchmal mehr als eine Stunde gesessen. Das war nichts für mich.

    Zazen ist nur das geschickte Mittel, mehr nichts.

    Gibt es auch die andere.

    Kommt darauf an, was wolltest du wirklich im deinem Innerem.

    Keine Verallgemeinerungen. Ich spreche nur von mir selbst.

    LG und viel Glück!

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    Ach ja und ich glaube sowas wie rechte Anstrengung ist nicht wichtig. Es geht erstmals darum die richtige Haltung zu haben. Auch die geistige. "Nicht-denken" oder halt auch "nichts". Wenn man so sitzt ohne was beizutun und einfach loslässt ist sowas wie rechte Anstrengung nicht wichtig. Laut Zen kommt das dann schon von allein mehr oder weniger. Ich meine ich würde blos nicht so harsch sagen es bringt dann nichts. Weil es immer was bringt. Das "ich sterbe auf dem Kissen" ist doch schon eher eine fortgeschrittene Haltung mein ich und vielleicht auch nicht unbedingt notwendig, oder?

  • Festus
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    • 20. Januar 2022 um 14:47
    • #6

    Übst du mit einem Lehrer oder in einer Gruppe?

    Ohne eine lange Zeit grimmiger Kälte,
    die Dir in die Knochen fährt –

    wie könnten die Pflaumenblüten

    dich erfüllen mit ihrem durchdringenden Duft?
    (Obaku)

  • Henna01
    Gast
    • 20. Januar 2022 um 14:50
    • #7

    Mir fällt gerade auf, dass die rechte Anstrengung vielleicht auch gerade die rechte Haltung ist...

  • Henna01
    Gast
    • 20. Januar 2022 um 14:51
    • #8
    Festus:

    Übst du mit einem Lehrer oder in einer Gruppe?

    Gruppe mit Lehrer wöchentlich und alleine morgens manchmal auch abends ca +-20 min bei der gruppe länger

  • Festus
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    • 20. Januar 2022 um 14:55
    • #9

    Ich wünsche dir alles Gute für deinen Weg.

    Ohne eine lange Zeit grimmiger Kälte,
    die Dir in die Knochen fährt –

    wie könnten die Pflaumenblüten

    dich erfüllen mit ihrem durchdringenden Duft?
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  • Monikamarie
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    • 20. Januar 2022 um 15:32
    • #10
    OleGuacamole:

    Ich hoffe nur, dass wenn ich mich mal vom zazen abwende nicht zuviel weggeht. Ich meine ich frag mich jetzt so ob ich daran nicht auch zu sehr festhalte. Ich glaube ich sollte Zazen zu etwas normalen machen wie Zähneputzen oder aufs Klo gehen.

    Genau, wie Zähneputzen.:)

    Es geht aus meiner Erfahrung auch mehr darum, achtsam im Alltag zu leben, zu beobachten und Schlüsse daraus zu ziehen.

    Wachstum ist nicht abhängig von 20 Minuten morgens und/oder abends - ganz im Gegenteil.

    Irgendwann habe ich damit angefangen in den 90er Jahren, während der U-Bahn-Fahrt zu Freundinnen oder ins Büro zu meditieren und zu reflektieren.

    Das hat mir viele Einsichten verschafft, die bis heute ihren Wert haben.

    _()_

  • Aravind
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    • 20. Januar 2022 um 15:51
    • #11
    OleGuacamole:

    Aber mich macht es manchmal etwas wütend, dass man so eine Geistesklarsicht erarbeiten muss.

    Ja, erwachsen werden ist anstrengend! Und dass bei Dir dabei Wut entsteht, ist die individuelle Ausprägung eines Hindernisses, das kann bei jedem anders sein. Bei mir ist es typischerweise eher Trägheit.

    OleGuacamole:

    Ich glaube ich sollte Zazen zu etwas normalen machen wie Zähneputzen oder aufs Klo gehen.

    Genau, Routine kann ein wichtiger Anker sein. Auch ein Teil von rechter Anstrengung.

    Ich finde es gut, dass Du Dich darauf einlässt, und die Wut auch identifizieren kannst, das ist IMHO ein wichtiger Schritt.

    Liebe Grüße,

    Aravind.

  • Igor07
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    • 20. Januar 2022 um 17:06
    • #12
    OleGuacamole:

    Ach ja und ich glaube sowas wie rechte Anstrengung ist nicht wichtig. Es geht erstmals darum die richtige Haltung zu haben. Auch die geistige. "Nicht-denken" oder halt auch "nichts". Wenn man so sitzt ohne was beizutun und einfach loslässt ist sowas wie rechte Anstrengung nicht wichtig. Laut Zen kommt das dann schon von allein mehr oder weniger. Ich meine ich würde blos nicht so harsch sagen es bringt dann nichts. Weil es immer was bringt. Das "ich sterbe auf dem Kissen" ist doch schon eher eine fortgeschrittene Haltung mein ich und vielleicht auch nicht unbedingt notwendig, oder?

    Hm, wenn von dir die erwähnte "Rechte Ansterenngung" so spontann und unwillkührlich erscheint, wie dein Atmen, welches du überhaupt nichts im Alltag merkst, dann du brauchts keinen Zen mehr... Und kein Kissen.

    Genau hier , so wie es mir scheint, ist der Hund begraben.

    Man kann nichts Los-Lassen herbei-zaubern.

    Als ich

    Zen in der Kunst des Bogenschießens : Herrigel, Eugen: Amazon.de: Bücher

    las, ich spürte , es war genau DAS!

    LG.

    Ein Leben ohne Selbsterforschung verdiente gar nicht gelebt zu werden.

    Sokrates

  • Bosluk
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    • 21. Januar 2022 um 07:29
    • #13
    OleGuacamole:

    [...] Aber mich macht es manchmal etwas wütend, dass man so eine Geistesklarsicht erarbeiten muss.

    [...] Ich hoffe nur, dass wenn ich mich mal vom zazen abwende nicht zuviel weggeht. Ich meine ich frag mich jetzt so ob ich daran nicht auch zu sehr festhalte. Ich glaube ich sollte Zazen zu etwas normalen machen wie Zähneputzen oder aufs Klo gehen.

    Hi @OleGuacamole ,

    ich selber finde, dass eine Geistesklarsicht harte Arbeit ist. Gerade weil ich im Alltag bemerke, wie mein Geist von anderen geformt wird, durch Gespräche, Absichten und das, was mein eigener Geist darein interpretiert.

    Ich nutze gerne täglich einen kleinen Zeitraum in der Abgeschiedenheit, um den Geist zu reinigen. Um das Denken wieder zu begradigen.

    Wie es so schön im Dhammapada steht:

    Das Denken, flatterhaft, unbändig, obstinat,

    Gleichwie der Schmied den Pfeil, macht es der Weise grad.(Dhp 33)

    Ich habe die Erfahrung gemacht, dass wenn ich das nicht tue, ich meinen Geist jedem aussetze, dem ich begegne und damit dem Zufall überlasse, wie sich mein Erleben anfühlt. Ich bin noch weit von andauernde Achtsamkeit und Wissenklarheit entfernt, als dass ich darauf verzichten könnte.

  • Monikamarie
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    • 21. Januar 2022 um 09:15
    • #14
    Bosluk:

    Ich habe die Erfahrung gemacht, dass wenn ich das nicht tue, ich meinen Geist jedem aussetze, dem ich begegne und damit dem Zufall überlasse, wie sich mein Erleben anfühlt. Ich bin noch weit von andauernde Achtsamkeit und Wissenklarheit entfernt, als dass ich darauf verzichten könnte.

    Das verstehe ich Bosluk,

    aber gerade der Alltag bietet unendliche Möglichkeiten, seinen Geist nicht jedem auszusetzen, dem Du begegnest und damit dem Zufall überläßt,

    So weit ist der Weg gar nicht. Es ist Disziplin, so wie Du ja auch nicht in jeden Scheißhaufen trittst, nur weil Du nicht achtsam genug bist.

    Es bedarf nur eines winzigen Moments der Distanz, um die Aufmerksamkeit zu erhöhen.

    _()_

  • Henna01
    Gast
    • 21. Januar 2022 um 09:24
    • #15
    Bosluk:
    OleGuacamole:

    [...] Aber mich macht es manchmal etwas wütend, dass man so eine Geistesklarsicht erarbeiten muss.

    [...] Ich hoffe nur, dass wenn ich mich mal vom zazen abwende nicht zuviel weggeht. Ich meine ich frag mich jetzt so ob ich daran nicht auch zu sehr festhalte. Ich glaube ich sollte Zazen zu etwas normalen machen wie Zähneputzen oder aufs Klo gehen.

    Hi @OleGuacamole ,

    ich selber finde, dass eine Geistesklarsicht harte Arbeit ist. Gerade weil ich im Alltag bemerke, wie mein Geist von anderen geformt wird, durch Gespräche, Absichten und das, was mein eigener Geist darein interpretiert.

    Ich nutze gerne täglich einen kleinen Zeitraum in der Abgeschiedenheit, um den Geist zu reinigen. Um das Denken wieder zu begradigen.

    Wie es so schön im Dhammapada steht:

    Das Denken, flatterhaft, unbändig, obstinat,

    Gleichwie der Schmied den Pfeil, macht es der Weise grad.(Dhp 33)

    Ich habe die Erfahrung gemacht, dass wenn ich das nicht tue, ich meinen Geist jedem aussetze, dem ich begegne und damit dem Zufall überlasse, wie sich mein Erleben anfühlt. Ich bin noch weit von andauernde Achtsamkeit und Wissenklarheit entfernt, als dass ich darauf verzichten könnte.

    Alles anzeigen

    Wenn du es merkst ist das ja schonmal mega. Sich ab und zu Pausen zu gönnen ist sicherlich nichts schlechtes. Ich bin nur jemand der meint, dass gerade in diesen "heiklen" Situationen bei sich zu sein und im Moment zu bleiben wichtig ist. Aber auch hier mehr oder weniger. Mir wirds manchmal auch zu viel. Ist halt n Prozess. Du wirst schon noch herausfinden was es mit Achtsamkeit etc auf sich hat. Blos aufpassen, das man sich nicht an diesem Seelenfrieden festhält, weil das ist nur ein Gefühl und keine Achtsamkeit. Achtsamkeit ist alles auch das schlechte. Für mich ist Zen einfach nur dieser Moment. Daher macht es keinen Sinn woanders zu suchen.

  • Bosluk
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    • 21. Januar 2022 um 11:27
    • #16
    Monikadie4.:

    Das verstehe ich Bosluk,

    aber gerade der Alltag bietet unendliche Möglichkeiten, seinen Geist nicht jedem auszusetzen, dem Du begegnest und damit dem Zufall überläßt,

    Das war so gar nicht so absolut von mir gemeint, dass es keine Achtsamkeit gibt. Ich meinte, dass ich weit von andauernder Achtsamkeit entfernt bin. Natürlich pflege ich Geistesgegenwart, wann immer es möglich ist und nutze den Alltag als Übungsplatz.

    Der Kern, den ich beschreiben wollte ist, dass ich nicht auf die Zeit außerhalb des Alltags in der Stille verzichten würde. Denn da ziehe ich gerne Bilanzen. Da kann ich nochmal genau hinschauen und reflektieren. Das ist für mich (Laien)-Samadhi (nicht im Zusammenhang mit den Jhānas, sondern eher als Sammlung betrachtet. Da entsteht Sammlung. Da sammel ich zusammen) aus dem viele Erkenntnisse und Einsichten (ditthi) hervorgehen und welches auf dem Alltags-Sati stützt und auch das Alltags-Sati mit entsprechndem gerichteten Denken (sankappa) beeinflusst.

    Weil die Abgeschiedenheit für mich von gleich großer Bedeutung ist, wie der Übungsalltag, finde ich es einfach völlig überraschend, dass andere das weglassen oder irgendwie mit in den Alltag integrieren.

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    • 21. Januar 2022 um 13:31
    • Offizieller Beitrag
    • #17
    OleGuacamole:

    Ist das alles was ich "erarbeitet" habe weg sobald ich mal länger nicht mehr sitze? Ist es künstlich oder natürlich? Und wer... kann das schon beantworten!?:shrug:

    Bei Skifahren sind doch die Bewegungsläufe erst mal sehr ungewohnt ( und man muß künstlich) reinfinden. Dann merkt man aber wie sehr sie dazu dienen, bestimmte Bewegungen ganz natürlich durchzuführen und sich an die Piste mit ihren Buckeln und Kurven anzupassen. Und sobald man geistig beim fahren nicht mehr so an Schultern und Beinhaltung denken muß, wird das fahren zu etwas Natürlichem was man dann auch nicht wirklich verlernt. Was nicht bedeutet, dass man, wenn man 20 Jahre nicht gefahren ist, nicht wieder reinfinden muß.

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  • Monikamarie
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    • 21. Januar 2022 um 14:11
    • #18
    Bosluk:

    Der Kern, den ich beschreiben wollte ist, dass ich nicht auf die Zeit außerhalb des Alltags in der Stille verzichten würde. Denn da ziehe ich gerne Bilanzen. Da kann ich nochmal genau hinschauen und reflektieren. Das ist für mich (Laien)-Samadhi (nicht im Zusammenhang mit den Jhānas, sondern eher als Sammlung betrachtet. Da entsteht Sammlung. Da sammel ich zusammen) aus dem viele Erkenntnisse und Einsichten (ditthi) hervorgehen und welches auf dem Alltags-Sati stützt und auch das Alltags-Sati mit entsprechndem gerichteten Denken (sankappa) beeinflusst.

    Entschuldige, wenn ich Dich falsch verstanden habe.

    Aber so, wie Du es machst, mache ich das auch.

    _()_

  • Monikamarie
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    • 21. Januar 2022 um 14:13
    • #19
    void:

    Bei Skifahren sind doch die Bewegungsläufe erst mal sehr ungewohnt ( und man muß künstlich) reinfinden.

    Und das machen Sportler, Musiker etc. auch zuvor im Geiste.

    Dieses Mentaltraining wurde m.E. früher nicht gemacht, aber es ist effektiv. Und es hilft in jede/r Lebenslage und bei allen Handlungen, sogar beim Kochen.

    _()_

  • Thorsten Hallscheidt
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    • 22. Januar 2022 um 08:51
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    • #20
    OleGuacamole:

    Aber mich macht es manchmal etwas wütend, dass man so eine Geistesklarsicht erarbeiten muss.

    Wie viel Arbeit war es bisher, sich all diese ganzen Dinge anzueignen, die Verblendung genannt werden? Strategien, die aus Verblendung resultieren, sind kurzfristig sehr nützlich und macht eine Menge Freude. Unsere Kultur besteht aus sehr vielen, zum Teil sehr eleganten und intelligenten Strategien, Gier und Abneigung zu befrieden (befriedigen) und Unwissenheit zu erhalten. Vieles von dem, was durch Lernen und Sozialisation an bewussten oder unbewussten Strategien zur Lust- oder Wutbefriedigung erzeugt wird, nennen wir dann Persönlichkeit. Viele Jahre, von morgens bis abends hast Du damit zugebracht, all das einzuüben, um eine Persönlichkeit zu werden... Wie sollte es leicht sein, da ohne Mühe wieder herauszukommen?

    Das ist denn doch nur der Abendwind, der heute mit ordentlich verständlichen Worten flüstert.

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  • Monikamarie
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    • 22. Januar 2022 um 09:18
    • #21

    Das ist wie beim Gewicht-Zunehmen. Das geht schnell, zurück ziemlich anstrengend.

    Aber für mich ist die Geistesklarsicht eine angenehme Anstrengung, eigentlich überhaupt keine. Denn sie macht leicht. Und durch die immer mehr zu verlierende Gier und der Hass geht vieles verloren, das belastet hat.

    Zunächst kann das erschreckend sein, wenn "man" sieht, wie es wirklich ist, sieht, wie sehr man um Anerkennung, Liebe, Wohlstand und dergleichen gerungen hat und noch weiter ringt. Und wie verirrt die meisten Menschen in der Welt sind. Es wird klar, warum Samsara ist wie es ist. Aber mit der Zeit entsteht etwas anderes. Nämlich nach der erlangten Freiheit Mit-Gefühl, Wohlwollen und viele andere positive Beigaben.

    Alles Gute auf Deinem Weg, OleGuacamole

    _()_

  • Henna01
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    • 23. Januar 2022 um 10:14
    • #22
    Thorsten Hallscheidt:
    OleGuacamole:

    Aber mich macht es manchmal etwas wütend, dass man so eine Geistesklarsicht erarbeiten muss.

    Wie viel Arbeit war es bisher, sich all diese ganzen Dinge anzueignen, die Verblendung genannt werden? Strategien, die aus Verblendung resultieren, sind kurzfristig sehr nützlich und macht eine Menge Freude. Unsere Kultur besteht aus sehr vielen, zum Teil sehr eleganten und intelligenten Strategien, Gier und Abneigung zu befrieden (befriedigen) und Unwissenheit zu erhalten. Vieles von dem, was durch Lernen und Sozialisation an bewussten oder unbewussten Strategien zur Lust- oder Wutbefriedigung erzeugt wird, nennen wir dann Persönlichkeit. Viele Jahre, von morgens bis abends hast Du damit zugebracht, all das einzuüben, um eine Persönlichkeit zu werden... Wie sollte es leicht sein, da ohne Mühe wieder herauszukommen?

    Du hast schon recht aber so meine ich das nicht. Ne gewisse Frustration sehe ich trotzdem darin. Wieso sollte es denn nicht leicht sein? Könnte doch einfach leicht sein. Warum denn nicht? Außerdem möchte ich auch gar nicht aus meiner Persöhnlichkeit rauskommen. Ich habe mal gehört es geht mehr ums transformieren und damit kann ich mich mehr anfreunden. Wenn du nur von den Verblendungen sprichst ja da rauszukommen wär klasse aber aus der gesamten Persöhnlichkeit nö!

  • Henna01
    Gast
    • 23. Januar 2022 um 10:16
    • #23
    Monikadie4.:

    Das ist wie beim Gewicht-Zunehmen. Das geht schnell, zurück ziemlich anstrengend.

    Aber für mich ist die Geistesklarsicht eine angenehme Anstrengung, eigentlich überhaupt keine. Denn sie macht leicht. Und durch die immer mehr zu verlierende Gier und der Hass geht vieles verloren, das belastet hat.

    Zunächst kann das erschreckend sein, wenn "man" sieht, wie es wirklich ist, sieht, wie sehr man um Anerkennung, Liebe, Wohlstand und dergleichen gerungen hat und noch weiter ringt. Und wie verirrt die meisten Menschen in der Welt sind. Es wird klar, warum Samsara ist wie es ist. Aber mit der Zeit entsteht etwas anderes. Nämlich nach der erlangten Freiheit Mit-Gefühl, Wohlwollen und viele andere positive Beigaben.

    Alles Gute auf Deinem Weg, OleGuacamole

    _()_

    Ja so kommt es wahrscheinlich an meine Situation ran. Ist auch nicht die große Frage die mich beschäftigt. Eher so nebenbei denke ich über sowas nach. Aber wie die Welt funktioniert und wie nicht werd ich noch lernen. Hat ja niemand gesagt das da irgendnen Sinn hinter steht oder dass es einfach ist

  • Thorsten Hallscheidt
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    • 23. Januar 2022 um 12:19
    • Offizieller Beitrag
    • #24
    OleGuacamole:

    Wenn du nur von den Verblendungen sprichst ja da rauszukommen wär klasse aber aus der gesamten Persöhnlichkeit nö!

    Hm... was ist denn Deine Persönlichkeit?

    Das ist denn doch nur der Abendwind, der heute mit ordentlich verständlichen Worten flüstert.

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  • Henna01
    Gast
    • 23. Januar 2022 um 15:51
    • #25

    Joa also da kannst du auch googeln. Halt zusammengestellt aus Erfahrung und Gedanken und Gefühlen etc. /meine Eigenschaften Charakter

    Dieses Zeugs halt ^^

Ausgabe №. 136: „Liebe & Loslassen"

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