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  1. Buddhaland Forum
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Umgang mit Lügen

  • Lucky Luke
  • 6. Juni 2019 um 08:43
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  • Schneelöwin
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    • 6. Juni 2019 um 17:38
    • #26

    Dann gibt es ja auch noch diesen "Schnellschuss" im Vorbeigehen, wenn Bekannte dann kurz anfragen: "Gehts gut"?

    Halten dann beim gehen kaum inne also keine Zeit,, aber solche Fragestellung mal eben raushaun.

    Ich lächel dann nur wenn es mir dann mal nicht gut gehen sollte - würde mich ja mal interessieren wenn man dann laut sagen würde total schlecht? Wenn dem denn mal so sein sollte.

    Liebe Grüße Schneelöwin

    "All is always now"


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    • 6. Juni 2019 um 17:57
    • #27

    Hallo, ich fand zu dem Thema ein Videoteil von Thich Nhat Hanh gut. Das ist schon so lange her wo ich das gesehen habe. Ich glaube er sagte ungefähr, das die Mitmenschen in Plum Village manchmal sehr gute Übung für uns ist. Dabei fasste er das allgemein auf das Verhalten von anderen Menschen was für uns als Hindernis betrachtet wird. Und nicht nur über das Lügen. Ich denke so kann man damit umgehen. Indem man andere als Lehrer erkennt. Wenn ich feststelle jemand lügt mich an und ich merke mir gefällt das nicht, dann würde ich von mir wünschen, dass ich in meinen Praxis Ordner schaue wo ich viele Übungen drin gesammelt habe und das anwende. Vielleicht Mitgefühl für die Person üben und für mich selbst auch. Die Person verschafft sich Dukkha, sie leidet und weiß sich nicht anders zu helfen als zu lügen. Dabei sich auf das Mitgefühl konzentrieren. Mitgefühl ist ein aufbauendes den Geist stärkendes Gefühl. Und die Person in unserer Vorstellung kann als Stütze für unser Mitgefühl dienen. Darauf kann ein Wunschgebet für die Person folgen. Und dann würde ich noch Mitgefühl für mich selbst üben. Ich erlebe Dukkha, ich wurde angelogen. Auch da wieder meditativ arbeiten und ein Wunschgebet für mich selbst sprechen. Ich denke dadurch wird mein nächstes Verhalten der Person gegenüber sich verändern. Vielleicht möchte man Authentizität ausdrücken ihr gegenüber. Vielleicht kann man sie im einfühlsamen Ton darauf ansprechen.

    Und jetzt fällt mir auch noch eine andere Geschichte von Mingyur Rinpoche ein. Er beschrieb so ungefähr erinnere ich mich in einem Buch das es früher Menschen gab, die in Höhlen zurückgezogen meditierten. Allerdings merkten sie, dass das nicht so recht funktionierte, weil es keine Probleme gab an denen sie wachsen konnten. Diese Menschen gingen dann in ein nahe gelegendes Dorf und verhielten sich den anderen Menschen gegenüber merkwürdig um sich selbst Probleme zu bereiten. Dadurch merkten sie, das die Meditation Nahrung erhielt mit meinen Worten ausgedrückt. Jetzt sage ich nicht, dass man sich merkwürdig verhalten soll um zu meditieren. Dafür sorgen ja schon die Menschen die Lügen erzählen.

    Wenn etwas unklar ist oder ich genauer beschreiben soll mache ich mir gerne die Arbeit meinen Ordner hervorzuholen.

    Liebe Grüße

    1singleDrop

  • Lucky Luke
    Gast
    • 6. Juni 2019 um 18:35
    • #28
    Schneelöwin:

    Dann gibt es ja auch noch diesen "Schnellschuss" im Vorbeigehen, wenn Bekannte dann kurz anfragen: "Gehts gut"?

    Halten dann beim gehen kaum inne also keine Zeit,, aber solche Fragestellung mal eben raushaun.

    Ich lächel dann nur wenn es mir dann mal nicht gut gehen sollte - würde mich ja mal interessieren wenn man dann laut sagen würde total schlecht? Wenn dem denn mal so sein sollte.

    Als mein Schwiegervater nach einem Unfall im Koma lag hab ich nicht großartig nachgedacht und auf die Frage wie es mir geht mit "schlecht" geantwortet. Und nicht nur das. Ich hab auch noch erklärt warum. Die Person war total überfordert darauf zu reagieren.

  • Schneelöwin
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    • 6. Juni 2019 um 18:43
    • #29
    Sherab:
    Schneelöwin:

    Dann gibt es ja auch noch diesen "Schnellschuss" im Vorbeigehen, wenn Bekannte dann kurz anfragen: "Gehts gut"?

    Halten dann beim gehen kaum inne also keine Zeit,, aber solche Fragestellung mal eben raushaun.

    Ich lächel dann nur wenn es mir dann mal nicht gut gehen sollte - würde mich ja mal interessieren wenn man dann laut sagen würde total schlecht? Wenn dem denn mal so sein sollte.

    Als mein Schwiegervater nach einem Unfall im Koma lag hab ich nicht großartig nachgedacht und auf die Frage wie es mir geht mit "schlecht" geantwortet. Und nicht nur das. Ich hab auch noch erklärt warum. Die Person war total überfordert darauf zu reagieren.

    Solche Reaktionen kenne ich auch - gleichzeitig bekomme ich dann auch noch den Drang der überforderten Person zu helfen, die dann mit der eigenen Fragestellung nicht klar kommt:o

    Liebe Grüße Schneelöwin

    "All is always now"


  • Lucky Luke
    Gast
    • 6. Juni 2019 um 18:53
    • #30
    Schneelöwin:
    Sherab:
    Schneelöwin:

    Dann gibt es ja auch noch diesen "Schnellschuss" im Vorbeigehen, wenn Bekannte dann kurz anfragen: "Gehts gut"?

    Halten dann beim gehen kaum inne also keine Zeit,, aber solche Fragestellung mal eben raushaun.

    Ich lächel dann nur wenn es mir dann mal nicht gut gehen sollte - würde mich ja mal interessieren wenn man dann laut sagen würde total schlecht? Wenn dem denn mal so sein sollte.

    Als mein Schwiegervater nach einem Unfall im Koma lag hab ich nicht großartig nachgedacht und auf die Frage wie es mir geht mit "schlecht" geantwortet. Und nicht nur das. Ich hab auch noch erklärt warum. Die Person war total überfordert darauf zu reagieren.

    Solche Reaktionen kenne ich auch - gleichzeitig bekomme ich dann auch noch den Drang der überforderten Person zu helfen, die dann mit der eigenen Fragestellung nicht klar kommt:o

    Ich brauchte ihr nicht helfen. Sie ist zum Essen geflüchtet. War ein Abteilungsleiter, der mir durch sein Verhalten gezeigt hat, dass er kaum soziale Kompetenz hat.

  • Monikamarie
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    • 6. Juni 2019 um 19:14
    • #31
    Schneelöwin:

    ich würde sagen, "nicht immer".

    Wenn eine Freundin oder sonst Jemand vor mir steht und vor Freude über beide Backen strahlt und mich fragt, wie ich ihr neues T-Shirt finde, dann sage ich z.B. "Das steht Dir ausgesprochen gut".

    Die Wahrheit ist aber manchmal, dass ich die Farben z.B. viel zu grell finde; aber ich würde jemanden nie enttäuschen, wenn dieser Mensch sich so freut.

    Auch da differenziere ich noch weiter. Es kann ja sein, dass ich die Farbe nicht mag, aber das Shirt meiner Freundin trotzdem gut steht.

    Ich liebte vor zig Jahren antike Schlafzimmer. Der Kommentar meines Schwagers "oh ne, das ist doch hier sowieso so dunkel".

    Ich aber brauchte dieses höhlenartige Zimmer, weil ich mich darin geborgen fühlte. Es gibt immer Gründe, warum jemand sich so oder so kleidet oder einrichtet usw.

    Da würde ich dann sagen "ich mag die Farbe nicht so gern, aber wenn Du Dich darin so wohl fühlst, finde ich das schön."

    LG Monika

  • Monikamarie
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    • 6. Juni 2019 um 19:19
    • #32
    Sherab:

    Ich brauchte ihr nicht helfen. Sie ist zum Essen geflüchtet. War ein Abteilungsleiter, der mir durch sein Verhalten gezeigt hat, dass er kaum soziale Kompetenz hat.

    Ja, das kenne ich auch, besonders von Führungskräften. ;)

  • Lucky Luke
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    • 6. Juni 2019 um 19:31
    • #33
    Monikadie4.:
    Sherab:

    Ich brauchte ihr nicht helfen. Sie ist zum Essen geflüchtet. War ein Abteilungsleiter, der mir durch sein Verhalten gezeigt hat, dass er kaum soziale Kompetenz hat.

    Ja, das kenne ich auch, besonders von Führungskräften. ;)

    Ist eigentlich traurig, oder? :eek:

  • Niemand
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    • 6. Juni 2019 um 23:27
    • #34

    stellt euch mal vor jeder (ihr eingeschlossen) würde jederzeit immer die spontane Wahrheit sagen. Wäre das wirklich eine bessere Welt?

    Ich glaub nicht. Das wäre total unterkühlt.

    Unsere Meinung ist doch immer nur eine subjektive Wahrheit, die wir gerade empfinden. Warum also nicht sagen, was für den Gegenüber besser verdaulich ist, wenn es genausogut unsere ehrliche Meinug sein könnte?

    Wie findest Du mein neues T-Shirt?

    Ich finds grässlich, aber ich könnts genauso gut schön finden, also was soll ich sagen? Muss ich meine Meinung raus hauen, obwohl sie vielleicht kränkt und im Prinzip total beliebig ist?

    Angeblich lügt jeder zig mal am Tag und den meisten fallen die Lügen bei sich selbst garnicht auf, weil sie so beiläufig sind. Jeder Ehrlichkeitsapostel sollte also erst mal bei sich selber genau schauen, wie viel Lügen da so raus purzeln. Und wer meint wirklich immer eine ehrliche Antwort haben zu wollen würde sich vielleicht wundern wenn es so weit käme. Ich glaube kein Mensch ist jederzeit reif für eine ehrliche Antwort und gelegentliche Lügen sind besser als dogmatische Wahrheitsliebe.

    Es kommt halt drauf an, in welcher Absicht man lügt.

  • Noreply
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    • 7. Juni 2019 um 01:13
    • #35

    Hab wohl sechs Versuche irgendeiner Antwort hinter mir, alle gelöscht. Es ist einfach zuviel Gelüge darin gewesen. Ich geb auf.

  • Lirum Larum
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    Buddh. Richtung
    Ich protestiere gegen den mangelnden Respekt vor den unterschiedlichen Traditionen.
    • 7. Juni 2019 um 06:14
    • #36
    Ellviral:

    Hab wohl sechs Versuche irgendeiner Antwort hinter mir, alle gelöscht. Es ist einfach zuviel Gelüge darin gewesen. Ich geb auf.

    :lol: Sehr, sehr löblich.

    Ich find's auch immer wieder schwierig, die Eigenlüge überhaupt wahrzunehmen. :)

    :rainbow: Gute Wünsche für jede und jeden. :tee:


  • Lirum Larum
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    • 7. Juni 2019 um 06:28
    • #37
    Niemand:

    Mitgefühl, weil da jemand ist der meint, er/sie hätte das nötig?

    Man lügt ja im Allgemeinen, um sein Ego zu schützen.

    Was anderes sind mMn so kleine Lügen, die das Zusammenleben nicht unnötig oder zum falschen Zeitpunkt verkomplizieren.

    A: Sollen wir mal was zusammen trinken gehen?

    B: ich meld mich, wenn ich wieder etwas mehr Zeit habe.

    (obwohl B eigentlich niemals ohne Not mit A was trinken gehen oder sonstwas tun möchte, aber die Wahrheit zu sagen wäre hier einfach gemein)

    Alles anzeigen

    Ich habe beobachtet, dass es bei dieser Art von Höflichkeitslügen auch ein Nord-Süd-Gefälle innerhalb Deutschlands gibt. Kurz, das Ausmaß ist auch kulturell bedingt. Es gibt Länder, wo die Menschen überhaupt keine negative Antwort geben können. Man hört immer nur "Ja... (Ich kenne den Weg. Das Kleid steht dir.)", auch wenn das Gegenteil der Fall ist.

    In Norddeutschland neigt man manchmal zu ehrlicheren Antworten, was in der Tat nicht immer nett rüberkommt, aber manchmal sehr wichtige Informationen vermittelt: ("Das Kleid ist zwei Nummern zu klein.")

    Im Falle der Verabredungen ist es auch nicht netter, wenn ständig Leute Verabredungen versprechen, und man doch jahrelang allein bleibt. Für einen Kieler in Nürnberg kann das sehr verwirrend sein.

    :rainbow: Gute Wünsche für jede und jeden. :tee:


  • Lucky Luke
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    • 7. Juni 2019 um 07:03
    • #38
    Niemand:

    stellt euch mal vor jeder (ihr eingeschlossen) würde jederzeit immer die spontane Wahrheit sagen

    Ich glaube, so hat der Buddha es auch nicht gemeint.

    Wenn man jemanden ständig verletzt indem man die Wahrheit sagt, dann ist das auch nicht im Sinne der Rechten Rede.

    Aber, wenn man sich durch Lügen Vorteile verschaffen möchte, dann bringt das (karmische) Nachteile. Vor allem im Geist der Person, die diese Lügen nicht nur denkt sondern ausspricht.

    Losang Lamo:

    Ich find's auch immer wieder schwierig, die Eigenlüge überhaupt wahrzunehmen

    Die Eigenlüge bedeutet ja: Sich selbst etwas vormachen. Ich glaube, das passiert sehr häufig, gerade im Zusammenhang mit der Praxis. Manche sehen dann zum Beispiel nur den "spirituellen Stolz" der anderen aber können ihren eigenen spirituellen Stolz gar nicht wahrnehmen. Oder Freigebigkeit versus Engstirnigkeit. Auch hier: Die eigene Freigebigkeit wird innerlich gelobt, die Engstirnigkeit der anderen im Stillen "kritisiert" (passiert mir auch manchmal :roll:). "Kümmer dich um Deinen eigenen Geist" sagt Dagyab Rinpoche. Damit meint er wohl auch "..und nicht um den Geist der anderen".

  • Monikamarie
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    • 7. Juni 2019 um 09:02
    • #39

    Ich habe jetzt viele Likes gesetzt. Die sind nicht erlogen, obwohl sie sich zu widersprechen scheinen. Nein, ich kann einfach viele - vielleicht sogar alle - Standpunkte verstehen. ;)

  • hedin02
    Gast
    • 7. Juni 2019 um 09:07
    • #40

    Es gibt auch Lügen, hinter denen Fragen stecken. :?

  • hiri
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    • 7. Juni 2019 um 09:17
    • #41
    Niemand:

    Wie findest Du mein neues T-Shirt?

    Ich finds grässlich, aber ich könnts genauso gut schön finden, also was soll ich sagen? Muss ich meine Meinung raus hauen, obwohl sie vielleicht kränkt und im Prinzip total beliebig ist?

    Es gibt doch nicht nur das eine oder das andere Extrem, nicht nur "Das finde ich überwältigend schön!" oder "Das finde ich zum kotzen grässlich!". Man findet ja wohl kaum alles an einem Shirt gut oder schlecht, ich habe auf genau dieses Beispiel weiter oben schon Bezug genommen. Man kann durchaus auch ehrlich sein ohne kühl oder gar gemein zu wirken, man muss halt etwas Mühe und Zeit investieren.

  • Thorsten Hallscheidt
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    • 7. Juni 2019 um 09:41
    • Offizieller Beitrag
    • #42

    Man könnte auch sagen: Gefällt es Dir denn? Wenn der- oder diejenige antwortet: Ja sehr! Dann kann man sagen: Es freut mich, dass Du für Dich so ein schönes T-Shirt gefunden hast! Zu mir würde es wahrscheinlich nicht so gut passen.

    Ich habe diesen Fall immer man wieder bei unserer Tochter, die gerne schön bunte Klamotten trägt, die manchmal nicht so mein Fall sind. Generell ist es leichter, die Wahrheit zu sagen, wenn man sich die Bedürfnisse oder die Sicht des Gegenübers vergegenwärtigt. Meiner Erfahrung nach sind eine grundsätzlich freundliche Haltung, die eigene Meinung nicht so wichtig zu nehmen, Mitfreude und Mitgefühl gute Ratgeber, wenn man nach der richtigen Formulierung für die Wahrheit sucht. Insgesamt habe ich gute Erfahrungen gemacht, auch in schwierigen Situationen die Wahrheit zu sagen. Die Kommunikation wird tiefer und wahrhaftiger, und mit der Selbstüberwindung zur Wahrheit hin steigt der Mut zur Wahrheit.

    Und DAS schöne T-Shirt gibt es eh nicht.

    Das ist denn doch nur der Abendwind, der heute mit ordentlich verständlichen Worten flüstert.

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  • Noreply
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    • 7. Juni 2019 um 09:45
    • #43

    Als ich das erste Mal von der rechten Rede gelesen habe, hatte ich sofort die Anweisung in mir: das ist Sprechen, sich wörtlich äußern , ohne wissentlich in Meinungen anzuschließen die andere Menschen verletzen oder wissend und wollend bewusst zu verletzen.

    Rechte Rede ist in meinem Verstehen genau das jetzt zu sagen was eben jetzt zu sagen ist. Ob das nun gut oder böse, richtig oder falsch aufgefasst wird ist letztlich nicht mein Problem und Klarstellen ist nur notwendig wenn Klärung gewollt ist, also wenn ein Dia-log gewünscht wird.

    Ansonsten wird mit meine Aussagen so verfahren: Das Wahre, Treffende daran wird nicht weitergetragen, das als falsch und böse empfundene wird schnellstmöglich weitergetragen. Ich für mein Teil vergesse meine Aussagen meist schnell, außer sie werden durch einen Dialog neu gestaltet.

    Falls es überhaupt jemanden auffällt: rechter Rede ist doch wohl nicht frei von den Sila, oder doch? Es ist also eigentlich einfach wenn die Sila erkannt und anerkennt werden.

    Zum Umgang mit Lügen: Umgang mit Lügen

  • Noreply
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    • 7. Juni 2019 um 09:56
    • #44
    Losang Lamo:
    Ellviral:

    Hab wohl sechs Versuche irgendeiner Antwort hinter mir, alle gelöscht. Es ist einfach zuviel Gelüge darin gewesen. Ich geb auf.

    :lol: Sehr, sehr löblich.

    Ich find's auch immer wieder schwierig, die Eigenlüge überhaupt wahrzunehmen. :)

    Es geht nicht um Eigenlüge sonder darum das ich nichts mehr aufschreiben kann ohne alle möglichen Einwände einzubauen. Denn wie gerade geschrieben wird das was Anstößig ist sofort weiter aufgebauscht ohne auch nur das was treffend ist zu erwähnen. Selbst wenn das AnStoßende nur als Beispiel eingebaut ist wird nur das aus dem Zusammenhang genommen das auch die meiste Show bringt. Zu viel Gelüge möglich, zuviel Erklären von Selbstverständlichem nötig. Dialog ja, Verteidigen mein.

  • Aravind
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    • 7. Juni 2019 um 10:05
    • #45

    Im Moment bin ich ganz stolz auf eine "Ausflucht", die mir am Wochenende eingefallen war:

    Eine Freundin von mir hat ein neues veganes Keksrezept ausprobiert, und sie mir schon mit den Worten gegeben: "Die schmecken erst furchtbar, dann aber gut", und mich um meine ehrliche Meinung gebeten. Und tatsächlich änderte sich der Geschmack mit der Zeit von Pappe zu aromatisierter Pappe... :)

    Ich meinte dann: "Schmecken, aber ich würde Dich nicht nach dem Rezept fragen." Das war ihr ehrlich genug.

    Liebe Grüße,

    Aravind.

  • Lucky Luke
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    • 7. Juni 2019 um 10:19
    • #46
    Aravind:

    Und tatsächlich änderte sich der Geschmack mit der Zeit von Pappe zu aromatisierter Pappe...

    :o

  • ---
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    • 21. Juni 2019 um 12:11
    • #47
    Sherab:

    Man versucht selbst, so gut es eben geht, Rechte Rede zu praktizieren.

    Wie geht ihr aber mit Menschen um, die es mit der Wahrheit nicht allzu genau nehmen?

    Liebe(r) Sherab,

    ich habe das so verstanden, dass rechte Rede einen selbst betrifft, sofern man dem Buddha-Dharma folgt. Nicht-Buddhisten kann es gar nicht betreffen, weil sie ja nicht dem Buddha-Dharma folgen. Das befreit sie aber nicht von den Konsequenzen unrechter Rede.

    Wie geht man mit unrechter Rede anderer um?

    Indem man rechte Rede praktiziert wie der Buddha sie praktiziert:[lz]

    8. "... Worte, die der Tathāgata als unwahr, falsch und nicht nützlich erkennt, und die auch anderen unwillkommen und unangenehm sind: solche Worte äußert der Tathāgata nicht.

    Worte, die der Tathāgata als wahr und richtig, aber nicht nützlich erkennt, und die auch anderen unwillkommen und unangenehm sind: solche Worte äußert der Tathāgata nicht.

    Worte, die der Tathāgata als wahr, richtig und nützlich erkennt, aber die anderen unwillkommen und unangenehm sind: für den Gebrauch solcher Worte kennt der Tathāgata den richtigen Zeitpunkt.

    Worte, die der Tathāgata als unwahr und falsch erkennt, aber die anderen willkommen und angenehm sind: solche Worte äußert der
    Tathāgata nicht.

    Worte, die der Tathāgata als wahr und richtig, aber nicht nützlich erkennt, und die anderen willkommen und angenehm sind: solche Worte äußert der Tathāgata nicht.

    Worte, die der Tathāgata als wahr, richtig, und nützlich erkennt, und die anderen willkommen und angenehm sind: für den Gebrauch solcher Worte kennt der Tathāgata den richtigen Zeitpunkt.

    Warum ist das so? Weil der Tathāgata Mitgefühl für die Wesen hat."[/lz]

    An Prinz Abhaya

    Nun tauchen dabei wie das Zitat zeigt, folgende Schwierigkeiten auf:

    Wie erkennt man 'totsicher' Worte als nützlich oder nicht nützlich?

    Wie erkennt man 'totsicher', dass Worte anderen willkommen und angenehm oder unwillkommen und unangenehm sind?

    Wie erkennt man 'totsicher', den richtigen Zeitpunkt?

    Bei genauer Erforschung wird man finden, dass man nichts davon 'totsicher' erkennen kann. Also schweige man, wenn einem die Kapazitäten des Buddha fehlen. Wenn andere durch unrechte Rede rechtsrelevant geschädigt werden, beschreite man den weltlichen Weg bzw erteile den Geschädigten einen entsprechenden Rat.

    :rad:

    Mein Motto: "Nur Materie ist real." Probier's mal aus :)

  • Noreply
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    • 21. Juni 2019 um 12:31
    • #48

    Ganz allgemein mein Erkennen zum Lügen: Ein Verstoß gegen die Sila ist es erst wenn ich mich bei einer Nicht ganz Wahrheit nicht wohl fühle. Eine Lüge ist es wenn ich etwas mache das andere mit Sicherheit verletzt, egal wie. Wenn ich Hintertreibe, Aufstachel, Manipulieren will, bewusst in die Irre führen, Gutes erzähle um Schlechtes zu bewirken.

  • Lucky Luke
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    • 4. Oktober 2019 um 07:14
    • #49

    Meine Frau hat gestern ihren Azubi bei einer Lüge ertappt. Dieser war 45 Minuten nicht dort wo er hätte sein müssen. Sie fragte nach und er antwortete: "Bei den Kollegen frühstücken". Sie war misstrauisch und fragte bei den Kollegen nach. Er war nicht da. Auch eine andere Kollegin ertappte ihn bei einer Lüge. Er behauptete immer noch, dass er mit den Kollegen gefrühstückt hätte. Sie fragt nun nach Gleichmut in diesem Zusammenhang: Wie soll man Gleichmut entwickeln (also "liebende Güte" und "Mitgefühl") für einen Kollegen, der offensichtlich lügt (es war sein letzter Tag auf dieser Station, er fühlte sich dort nicht wohl) oder sich anderweitig unethisch verhält? Meine Antwort war: Trotzdem versuchen, liebende Güte und Mitgefühl zu entwickeln und wünschen, dass er langfristig einsieht, dass er sich damit selbst schadet.

  • CCC
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    • 4. Oktober 2019 um 07:30
    • #50

    Was mich da als erstes intressieren würde, warum er das tut?

    Und wieso "muss" er seine Frühstückspause bei den Kollegen verbringen?

    Wenn es seine Pause ist, kann er doch sein wo er will:?

Ausgabe №. 135: „Achtsamkeit und Aktivismus"

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