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Bewusstsein bewusst sein

  • CLK93
  • 20. Mai 2019 um 20:56
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    20. Mai 2019
    • 20. Mai 2019 um 20:56
    • #1

    Warum kann man sich des Bewusstseins nicht bewusst sein? Also warum muss es in Abhängigkeit mit einem Objekt gesetzt werden, wie es im Abhidhamma getan wird?

    Letztendlich kann man es z.B. nicht sehen, also wahrnehmen, weil es nun mal keine Form hat. Aber man ist sich doch der Präsenz bewusst, dass da was ist? Beim Meditieren gehe ich ja auch in das tiefe Innere ohne alle Wahrnehmungen, ohne die Ich-Illusion, ohne das Denken. Aber ich bin doch der Anwesenheit von etwas bewusst? Wir könnten doch diese Leere als Präsenz sehen oder als das Absolute oder sogar als Bewusstsein? Die Leere ist ja auch "etwas". Auch wenn es die Eigenschaften von "leer sein" erfüllt.

    Ein Freund sagte mir mal "Bilder (Wahrnehmungen) kommen und gehen. Wenn du im Kino einen Film guckst, siehst du nur die Bilder. Die Leinwand (Bewusstsein) verschwindet dann. Wenn der Film jedoch vorbei ist, so verschwinden auch die Bilder. Aber das, was es ermöglicht die Bilder zu sehen, ist die Leinwand. Sie ist immer da, egal welche Bilder da sind oder wenn keine mehr da sind. Sie kann nicht verschwinden. Ohne Leinwand -> Keine Bilder. Aber Ohne Bilder -> Leinwand immer noch präsent. Man identifiziert sich dann mit den Wahrnehmungen die man hat, z.B. der Wahrnehmung (ICH bin...). Wenn aber diese Illusionen verschwindet, wie die Bilder im Kino, dann ist die "Leinwand" ja immer noch da und bleibt, weil sie die Essenz von Allem ist?

    Kann vielleicht genau das, das Nibbana sein? Also die Essenz? Nur das es halt in den unterschiedlichen buddhistischen Schulen oder auch im Hinduismus ein anderer Begriff dafür vorliegt?

    Bitte um Aufklärung, da mich das echt durcheinander bringt :?

    Gruß CLK93

  • kilaya 20. Mai 2019 um 21:01

    Hat das Thema freigeschaltet.
  • Aravind
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    • 20. Mai 2019 um 22:09
    • #2
    CLK93:

    Warum kann man sich des Bewusstseins nicht bewusst sein?

    lieber clk93,

    ich muss zugeben, ich verstehe die Ausgangsfrage nicht. Nimmt man die sechs Arten des Bewusstseins, was würde es denn bedeuten, "man ist sich des Bewusstseins bewusst"?

    Was ist denn "man"?

    Vielleicht hast Du eine Textstelle?

    Liebe Grüße,

    Aravind.

  • CLK93
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    • 20. Mai 2019 um 22:12
    • #3
    Spock:

    Ich habe mal den Vergleich mit dem Auge gelesen. Das Auge kann sich auch nicht selbst sehen. Das ist in dem Fall vllt besser als die Vorstellung einer Leinwand.

    Ja, oder so. Und dennoch, ist das Auge ja weiterhin da, bloß weil man es nicht sehen kann. Und so ist es mit Bewusstsein ja auch. Oder irre ich mich da?

  • CLK93
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    • 20. Mai 2019 um 22:35
    • #4
    Aravind:
    CLK93:

    Warum kann man sich des Bewusstseins nicht bewusst sein?

    lieber clk93,

    ich muss zugeben, ich verstehe die Ausgangsfrage nicht. Nimmt man die sechs Arten des Bewusstseins, was würde es denn bedeuten, "man ist sich des Bewusstseins bewusst"?

    Was ist denn "man"?

    Vielleicht hast Du eine Textstelle?

    Liebe Grüße,

    Aravind.

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    Entschuldigung. Du hast Recht. Mit "man" impliziere ich ein ICH. Ich meine natürlich: Das Bewusstsein ist sich seiner selbst bewusst.

    Ich muss aufpassen, wie ich was formuliere :lol::nosee:

  • Aravind
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    • 20. Mai 2019 um 22:55
    • #5
    CLK93:

    Entschuldigung. Du hast Recht. Mit "man" impliziere ich ein ICH. Ich meine natürlich: Das Bewusstsein ist sich seiner selbst bewusst.

    Ich muss aufpassen, wie ich was formuliere :lol::nosee:

    Das war nur die Hälfte meiner Frage. ;)

    Die zweite Hälfte: Was ist das Bewusstsein.

    Kann das Auge-Bewusstsein sich des Ohr-Bewusstseins bewusst sein?

    Liebe Grüße,

    Aravind.

  • CLK93
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    • 21. Mai 2019 um 01:27
    • #6
    Aravind:
    CLK93:

    Entschuldigung. Du hast Recht. Mit "man" impliziere ich ein ICH. Ich meine natürlich: Das Bewusstsein ist sich seiner selbst bewusst.

    Ich muss aufpassen, wie ich was formuliere :lol::nosee:

    Das war nur die Hälfte meiner Frage. ;)

    Die zweite Hälfte: Was ist das Bewusstsein.

    Kann das Auge-Bewusstsein sich des Ohr-Bewusstseins bewusst sein?

    Liebe Grüße,

    Aravind.

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    Ich will es mal anders ausdrücken: Das Bewusstsein ist ja ein und dasselbe nur das halt diese 6 verschiedenen "Bewusstseinsarten" unsere Kanäle sind, unsere Umwelt wahrzunehmen. Ich glaube wir müssten dann doch unterscheiden zwischen Bewusstsein und Wahrnehmung. Bewusstsein ohne Wahrnehmung ist möglich, Wahrnehmung ohne Bewusstsein ist nicht möglich.

    Und da wie gesagt, dass Bewusstsein nur eins ist und es nicht 6 verschiedene gibt, kann somit in deinem Beispiel das Auge-Bewusstsein sich des Ohr-Bewusstseins bewusst sein. Das ist natürlich nur meine Ansicht. Ich lasse mich aber auch eines besseren Belehren :)

  • Sebastian
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    • 21. Mai 2019 um 08:14
    • #7

    Laut Buddha gibt es 6 Bewußtseinarten...Die Sinne und dazugehörige Bewusstseinsart..Dann den 6. Sinn ..den Geist und das daraus resultierende Bewusstsein, irrtümlicherweise von Anderagläubigen das ich genannt ..Gott..bzw Atman.. es kann sich nicht wahrnehmen weil es außerhalb dessen nicht gibt..das wird einem eben klar wenn man dem Auslöschungszustand betritt...aber erst dann ist man beiderseits erlöst durch die Erfahrung halt. Man versteht das es niemanden gibt der sich bewusst war... nur Bewußt sein..Alles ist letztendlich geistgezeugt...

    :buddha:...gewinne Vertrauen in Dharma

    ...Andersgläubiger: spricht der Erleuchtete auch Unangenehmes?--- ...Buddha: Gar nur...

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    • 21. Mai 2019 um 08:28
    • #8
    CLK93:

    Bewusstsein ohne Wahrnehmung ist möglich, Wahrnehmung ohne Bewusstsein ist nicht möglich.

    Woher willst du das wissen, dass Bewusstsein ohne Wahrnehmung möglich ist? Du kannst es dann doch nicht wahrnehmen.

  • Aravind
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    • 21. Mai 2019 um 08:45
    • #9
    CLK93:

    Und da wie gesagt, dass Bewusstsein nur eins ist und es nicht 6 verschiedene gibt, kann somit in deinem Beispiel das Auge-Bewusstsein sich des Ohr-Bewusstseins bewusst sein.

    Das erscheint mir nicht logisch.


    [hr][/hr]

    Ich habe gestern Abend noch mal über Dein Leinwandbeispiel nachgedacht, ich denke, da liegt der Hund begraben, das trägt weiter, als es scheint. ;)

    Ich habe mal bewusst ( :) ) das Wott Bewusstsein raus gelöscht:

    CLK93:

    Wenn du im Kino einen Film guckst, siehst du nur die Bilder. Die Leinwand (...) verschwindet dann. Wenn der Film jedoch vorbei ist, so verschwinden auch die Bilder. Aber das, was es ermöglicht die Bilder zu sehen, ist die Leinwand. Sie ist immer da, egal welche Bilder da sind oder wenn keine mehr da sind. Sie kann nicht verschwinden. Ohne Leinwand -> Keine Bilder. Aber Ohne Bilder -> Leinwand immer noch präsent.


    [lz]

    [Die Leinwand] ist immer da, egal welche Bilder da sind oder wenn keine mehr da sind.[/lz]

    Das ist einfach nicht richtig, da könntest Du ansetzen. Eine Leinwand ohne Projektion ist zwar noch da, aber sie ist keine Filmleinwand mehr, sondern nur ein Stück Stoff. Wenn ich mit meinem Beamer auf ein Betttuch projiziere, wird das Bettuch zur Leinwand. Danach ist es wieder etwas anderes (je nach Verwendung). Erst die Projektion macht die Leinwand zur Leinwand, die beiden bilden eine Einheit und sind nicht trennbar.

    Das passt ganz gut für's Bewusstsein, finde ich. Die Vorstellung, da existiert etwas Permanentes außerhalb der Wahrnehmung und des Geistes, führt nur in die Irre. Ich kenne die Formulierung: "Der Denker entsteht mit dem Denken, der Seher mit dem Sehen". Auch das Bewusstsein selbst ist nicht-permanent.


    Liebe Grüeß,

    Aravind.

  • Sebastian
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    • 21. Mai 2019 um 08:59
    • #10

    nicht gibt es die Leinwand...wenn das Bewusstsein erlischt auch das Kino...17 Mal entsteht das Bewusstsein bei einem Entstehen der Elemente... nichts kann sein außerhalb... es ist mit dem unzulänglichem Gehirn nicht zu verstehen... es ist quasi technisch nicht möglich...deshalb sind ja die Vertiefungen so wichtig... da der Körper gänzlich verschwindet...

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  • Noreply
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    • 21. Mai 2019 um 10:49
    • #11

    Die Versenkung ist in ersten Schritten dazu da alle Identifikation mit diesem Körper zu lösen. Die Geisteswelt verschwinden lassen durch das auflösen aller Identifikation, ganz Körper sein ohne jeden Gedanken. Das ist da sein, dann kann das auflösen von Wahnehmen, Fühlen, Gestalten Bewussten durch die Übung des Samadhi beginnen. Das was bleibt, ist dieser Körper ohne Wahrnehmung, ohne Gefühl, ohne Denken, ohne Erinnerungen. Buddha bezeugt es mit seiner Hand der Erde gegenüber.

  • Sebastian
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    • 21. Mai 2019 um 11:17
    • #12

    Das ist nicht ganz richtig... Das Lösen vom groben Körper in der ersten bis zur 4 Vertiefung bedeutet das Gelöst sein vom Körper...im Sinne das man ein Glück erlebt ohne ein Sinnenbewußtsein. Was vorher nicht vorstellbar war und für einen in der materiellen Welt innerlich verfangenen Menschen nicht nachvollziebar ist.

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  • CLK93
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    • 21. Mai 2019 um 11:43
    • #13
    Aravind:
    CLK93:

    Und da wie gesagt, dass Bewusstsein nur eins ist und es nicht 6 verschiedene gibt, kann somit in deinem Beispiel das Auge-Bewusstsein sich des Ohr-Bewusstseins bewusst sein.

    Das erscheint mir nicht logisch.

    [hr][/hr]

    Ich habe gestern Abend noch mal über Dein Leinwandbeispiel nachgedacht, ich denke, da liegt der Hund begraben, das trägt weiter, als es scheint. ;)

    Ich habe mal bewusst ( :) ) das Wott Bewusstsein raus gelöscht:

    CLK93:

    Wenn du im Kino einen Film guckst, siehst du nur die Bilder. Die Leinwand (...) verschwindet dann. Wenn der Film jedoch vorbei ist, so verschwinden auch die Bilder. Aber das, was es ermöglicht die Bilder zu sehen, ist die Leinwand. Sie ist immer da, egal welche Bilder da sind oder wenn keine mehr da sind. Sie kann nicht verschwinden. Ohne Leinwand -> Keine Bilder. Aber Ohne Bilder -> Leinwand immer noch präsent.

    [lz]

    [Die Leinwand] ist immer da, egal welche Bilder da sind oder wenn keine mehr da sind.

    [/lz]

    Das ist einfach nicht richtig, da könntest Du ansetzen. Eine Leinwand ohne Projektion ist zwar noch da, aber sie ist keine Filmleinwand mehr, sondern nur ein Stück Stoff. Wenn ich mit meinem Beamer auf ein Betttuch projiziere, wird das Bettuch zur Leinwand. Danach ist es wieder etwas anderes (je nach Verwendung). Erst die Projektion macht die Leinwand zur Leinwand, die beiden bilden eine Einheit und sind nicht trennbar.

    Das passt ganz gut für's Bewusstsein, finde ich. Die Vorstellung, da existiert etwas Permanentes außerhalb der Wahrnehmung und des Geistes, führt nur in die Irre. Ich kenne die Formulierung: "Der Denker entsteht mit dem Denken, der Seher mit dem Sehen". Auch das Bewusstsein selbst ist nicht-permanent.


    Liebe Grüeß,

    Aravind.

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    Ich finde das Beispiel sehr schön, vielen Dank! Ich will dir Recht geben, dass das wechselseitige Spiel von Bewusstsein und Wahrnehmung aufhört und das sie abhängig voneinander sind und ohne dass das andere alleine nicht existieren kann. Aber du sagst ja selber, dass die Leinwand oder das Betttuch/Stoff oder aber auch z.B. eine Wand ja nicht mit verschwindet, sie sind permanent da. Man gibt ihnen erst eine Bedeutung gibt, wenn das wechselseitige Spiel von Bewusstsein und Wahrnehmung vorhanden ist. Aber als was siehst du dann diese Dinge (z.B. Stoff/Leinwand) an, wenn sie permanent da sind und nicht verschwinden und wenn das wechselseitige Spiel vorbei ist ? :)

  • Aravind
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    • 21. Mai 2019 um 11:56
    • #14
    CLK93:

    Aber als was siehst du dann diese Dinge (z.B. Stoff/Leinwand) an, wenn sie permanent da sind und nicht verschwinden ? :)

    Ah, jetzt kommen wir der Sache näher! ;)

    Sie sind da, und nicht da! Wenn das Betttuch zur Leinwand wird, ist das Betttuch dann noch da? Im buddhistischen Sinne nicht, es ist verschwunden. Es gibt eine gewisse stoffliche Kontinuität, aber weder das Tuch noch die Leinwand sind permanent da, sondern vom Kontext und der Wahrnehmung abhängig. Stell Dir vor, jemand nimmt Deine Leinwand als Tischdecke. Wenn Du zu ihm gehst und sagst: "Ich will mein Betttuch zurück", dann wird er oder sie sehr verwundert sein.

    Das ist eine Folge der Erkenntnis, dass die Dinge keinen permanenten Kern haben.

    Gibt es Dich (und Dein Bewusstsein) morgen noch? Wieder: Ja und nein. Es gibt eine gewisse Kontinuität (Gedächtnis, gewisse Körpereigenschaften), Und doch bist Du morgen völlig anders als heute, körperlich und geistig.

    Deswegen ist es aus buddhistischer Sicht so riskant, von Essenz und permanent zu reden. Weil man dann die Vergänglichkeit leicht vergisst, und mehr Stabilität erwartet, als die Welt bieten kann.

    Liebe Grüße,

    Aravind.

  • CLK93
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    • 21. Mai 2019 um 17:29
    • #15

    Vielen Dank erstmal an alle für die nette Diskussionsrunde hier :)

    CLK93:
    Aravind:

    Das erscheint mir nicht logisch.

    [hr][/hr]

    Ich habe gestern Abend noch mal über Dein Leinwandbeispiel nachgedacht, ich denke, da liegt der Hund begraben, das trägt weiter, als es scheint. ;)

    Ich habe mal bewusst ( :) ) das Wott Bewusstsein raus gelöscht:

    [lz]

    [Die Leinwand] ist immer da, egal welche Bilder da sind oder wenn keine mehr da sind.

    [/lz]

    Das ist einfach nicht richtig, da könntest Du ansetzen. Eine Leinwand ohne Projektion ist zwar noch da, aber sie ist keine Filmleinwand mehr, sondern nur ein Stück Stoff. Wenn ich mit meinem Beamer auf ein Betttuch projiziere, wird das Bettuch zur Leinwand. Danach ist es wieder etwas anderes (je nach Verwendung). Erst die Projektion macht die Leinwand zur Leinwand, die beiden bilden eine Einheit und sind nicht trennbar.

    Das passt ganz gut für's Bewusstsein, finde ich. Die Vorstellung, da existiert etwas Permanentes außerhalb der Wahrnehmung und des Geistes, führt nur in die Irre. Ich kenne die Formulierung: "Der Denker entsteht mit dem Denken, der Seher mit dem Sehen". Auch das Bewusstsein selbst ist nicht-permanent.


    Liebe Grüeß,

    Aravind.

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    Ich finde das Beispiel sehr schön, vielen Dank! Ich will dir Recht geben, dass das wechselseitige Spiel von Bewusstsein und Wahrnehmung aufhört und das sie abhängig voneinander sind und ohne dass das andere alleine nicht existieren kann. Aber du sagst ja selber, dass die Leinwand oder das Betttuch/Stoff oder aber auch z.B. eine Wand ja nicht mit verschwindet, sie sind permanent da. Man gibt ihnen erst eine Bedeutung gibt, wenn das wechselseitige Spiel von Bewusstsein und Wahrnehmung vorhanden ist. Aber als was siehst du dann diese Dinge (z.B. Stoff/Leinwand) an, wenn sie permanent da sind und nicht verschwinden und wenn das wechselseitige Spiel vorbei ist ? :)

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    Sebastian:

    nicht gibt es die Leinwand...wenn das Bewusstsein erlischt auch das Kino...17 Mal entsteht das Bewusstsein bei einem Entstehen der Elemente... nichts kann sein außerhalb... es ist mit dem unzulänglichem Gehirn nicht zu verstehen... es ist quasi technisch nicht möglich...deshalb sind ja die Vertiefungen so wichtig... da der Körper gänzlich verschwindet...

    Wenn wir mal bei der Analogie mit der Leinwand bleiben klingt es so, wie "wenn man die Leinwand entfernt, entfernen wir auch das gesamte Kino damit". Das wäre ja nicht wahr, denn das Gebäude, was wir Kino nennen, ist ja weiterhin vorhanden ;)

    Aravind:
    CLK93:

    Aber als was siehst du dann diese Dinge (z.B. Stoff/Leinwand) an, wenn sie permanent da sind und nicht verschwinden ? :)

    Ah, jetzt kommen wir der Sache näher! ;)

    Sie sind da, und nicht da! Wenn das Betttuch zur Leinwand wird, ist das Betttuch dann noch da? Im buddhistischen Sinne nicht, es ist verschwunden. Es gibt eine gewisse stoffliche Kontinuität, aber weder das Tuch noch die Leinwand sind permanent da, sondern vom Kontext und der Wahrnehmung abhängig. Stell Dir vor, jemand nimmt Deine Leinwand als Tischdecke. Wenn Du zu ihm gehst und sagst: "Ich will mein Betttuch zurück", dann wird er oder sie sehr verwundert sein.

    Das ist eine Folge der Erkenntnis, dass die Dinge keinen permanenten Kern haben.

    Gibt es Dich (und Dein Bewusstsein) morgen noch? Wieder: Ja und nein. Es gibt eine gewisse Kontinuität (Gedächtnis, gewisse Körpereigenschaften), Und doch bist Du morgen völlig anders als heute, körperlich und geistig.

    Deswegen ist es aus buddhistischer Sicht so riskant, von Essenz und permanent zu reden. Weil man dann die Vergänglichkeit leicht vergisst, und mehr Stabilität erwartet, als die Welt bieten kann.

    Liebe Grüße,

    Aravind.

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    Ich finde das Gespräch mit dir wirklich sehr unterhaltsam und wertvoll. Vielen Dank dafür ! :)

    Wenn das Betttuch zur Leinwand wird, ist meiner Meinung nach, das Betttuch weiterhin vorhanden, es bekommt lediglich ne andere Bedeutung. Laut buddhistischer Sicht klingt es so wie "Aus den Augen, aus dem Sinn" :grinsen::nospeak:

    Du sagst ja selber "...die Leinwand [...] vom Kontext und der Wahrnehmung abhängig.". Wenn meine Wahrnehmung sich ändert kann man es später "Betttuch" nennen. Aber nur die Beschreibung ändert sich, nicht seine Grundlage (der Stoff). Es sieht so aus, als würde man im Buddhismus das Objekt, also die Beschreibung "Leinwand", "Betttuch" oder "Tischdecke" zum Kern machen. Ich kann aber Subjekt und Objekt nicht vermischen. Sind zwei verschieden Dinge, so wie Wasser und Öl.

    Und genau um diese "stoffliche Kontinuität" geht es ja gerade, der den Kern bildet. Ohne den Stoff kannst du zu etwas weder Tischdecke, noch Betttuch sagen, da die Basis/Grundlage dieser Dinge der Stoff ist. Objektiv reden wir, wie du richtig sagst, von verschiedenen wahrnehmbaren Oberflächen, aber subjektiv ist alles identisch vom Material.

    Ich würde gerne mal ein anderes Beispiel nehmen. Es gibt große, kleine, dicke und dünne Menschen. Objektiv betrachtet sind diese Menschen alle unterschiedlich, wie ich aufgezählt habe. Aber was ist aber deren wahrer Kern? Nämlich das sie alle Mensch in ihrer Natur sind. Die Wahrnehmungen/ Bedeutungen über diese Menschen sind vielleicht nicht beständig und variieren, z.B. kann man dick sein und später dünn werden oder man wächst mit dem Alter und nimmt körperlich an Größe zu. Aber letztlich sind und bleiben sie alle nur Menschen.

    Liebe Grüße,

    CLK93

  • Netsrot
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    • 21. Mai 2019 um 22:08
    • #16

    Man könnte sich auch fragen , gibt es Subjekte ( Objektbesitzer ). Im endgültigem Sinne denke ich gibt es die nicht. Alles was ich erkenne kann nur Objekt sein. Und was erkennt ? Da ist ein Zusammenspiel mehrerer Geistesfaktoren, der Sinne und der Objekte der " Außenwelt " . Das Ich ,tue ich dazu. Es gibt nicht Innen und Außen. Darum zur Eingangsfrage, warum kann man sich des Bewußtseins nicht bewußt sein. Doch man kann sich des Bewußtseins bewußt sein . Indem die Einzelteile und deren Zusammenspiel erkannt werden und dazu ist ein ich nicht nötig. In der Meditation erkennst du immer mehr Phänomene an denen du erkennst , das ist es auch nicht , du verwirfst sie . Wenn du jetzt das Bewußtsein mit einer Taschenlampe ( Sinnbild für Ich ) vergleichst die die Objekte die erkannt werden beleuchtet ,wird erkannt , das auch die Taschenlampe ( Sinnbild für Ich ) nur aus Teilen besteht damit das Beleuchten ( Erkennen ) möglich ist. Innen und Außen vermischen sich ,wie wenn man Wasser in Wasser gießt. Es ist kein Ich mehr da. Keine Notwendigkeit mehr Bewußtsein zu erkennen .Es besteht einfach keine Notwendigkeit. Es gibt da wenn du so willst nur Bennenungsgrundlagen von denen wir sagen das ist Bewußtsein. Bewußtsein erkennen ist letztendlich irrelevant.

  • Thorsten Hallscheidt
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    • 22. Mai 2019 um 10:46
    • Offizieller Beitrag
    • #17

    Es ist vielleicht nicht ganz unwichtig, dass der Begriff viññāṇa, der üblicherweise mit Bewusstsein übersetzt wird, präziser mit Erfahrung (Paul Debes übersetzt: Erfassungs-Gewöhnung) übersetzt werden kann. viññāna-kkhandha entspräche also der Gruppe, die die Funktionsweise von Erfahrung beschreibt.


    Darauf weist Hellmuth Hecker in der Einleitung zum Buch IV des Samyutta Nikaya hin.

    Das bedeutet, dass man sich auf der Basis von Erfahrung zunehmend daran gewöhnt, die Wirklichkeit auf eine bestimmte Weise zu erfassen. Das Ergebnis ist Voreingenommenheit grober und subtiler Natur.

    Viele Grüße

    Thorsten

    Das ist denn doch nur der Abendwind, der heute mit ordentlich verständlichen Worten flüstert.

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  • void
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    • 22. Mai 2019 um 11:42
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    • #18
    CLK93:

    Ein Freund sagte mir mal "Bilder (Wahrnehmungen) kommen und gehen. Wenn du im Kino einen Film guckst, siehst du nur die Bilder. Die Leinwand (Bewusstsein) verschwindet dann. Wenn der Film jedoch vorbei ist, so verschwinden auch die Bilder. Aber das, was es ermöglicht die Bilder zu sehen, ist die Leinwand. Sie ist immer da, egal welche Bilder da sind oder wenn keine mehr da sind. Sie kann nicht verschwinden. Ohne Leinwand -> Keine Bilder. Aber Ohne Bilder -> Leinwand immer noch präsent.

    Die Größe der Leinwand bemißt sich doch dann daran, was potentiell "bewusst" werden kann. Der Frosch hat eine kleinere Leinwand als der Mensch und die Fledermaus hat ein Stückchen Leinwand, dass für Ultraschall reserviert ist. Größe und Art der Leiwand sind bedingt durch die Sinneskanäle die zur Verfügung stehen. Und von daher sind die leeren Stelle auf der Leinwand kein metaphysisches, "reines Bewusstesein" sondern einfach nur potentielles Bewusstsein. Gerade ist dir kein Geräusch bewusst aber im nächsten Moment hörst du etwas.

    Und natürlich können Teile der Leinwand können mit den dazugehörigen Sinnesorganen verschwinden: Manche Leute die in der Kindheit taub wurden, können sich im Alter noch an Geräusche einnern, aber andere vergessen ganz was eine Geräusch ist. Dies zeigt, dass die Leinwand - die Möglichkeit für verschiedene Arten von Bewusstsein - bedingt ist.

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    • 22. Mai 2019 um 12:55
    • #19
    Thorsten Hallscheidt:

    Es ist vielleicht nicht ganz unwichtig, dass der Begriff viññāṇa, der üblicherweise mit Bewusstsein übersetzt wird, präziser mit Erfahrung (Paul Debes übersetzt: Erfassungs-Gewöhnung) übersetzt werden kann. viññāna-kkhandha entspräche also der Gruppe, die die Funktionsweise von Erfahrung beschreibt.


    Darauf weist Hellmuth Hecker in der Einleitung zum Buch IV des Samyutta Nikaya hin.

    Das bedeutet, dass man sich auf der Basis von Erfahrung zunehmend daran gewöhnt, die Wirklichkeit auf eine bestimmte Weise zu erfassen. Das Ergebnis ist Voreingenommenheit grober und subtiler Natur.

    Viele Grüße

    Thorsten

    Schäfer macht es noch ein wenig deutlicher. Was ich bisher raus bekommen habe heißt der Begriff das Bewusstsein es weiss, das es da irgendwann schon mal sowas erfahren hat und das sucht es. Dieses Suche findet dauernd statt. Es such sogar mit welchem Druck ich meine Tastatur bedienen muss um erfogreich zu sein wenn ich denke das das nötig ist.

  • CLK93
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    20. Mai 2019
    • 23. Mai 2019 um 02:08
    • #20
    Netsrot:

    Man könnte sich auch fragen , gibt es Subjekte ( Objektbesitzer ). Im endgültigem Sinne denke ich gibt es die nicht. Alles was ich erkenne kann nur Objekt sein. Und was erkennt ? Da ist ein Zusammenspiel mehrerer Geistesfaktoren, der Sinne und der Objekte der " Außenwelt " . Das Ich ,tue ich dazu. Es gibt nicht Innen und Außen. Darum zur Eingangsfrage, warum kann man sich des Bewußtseins nicht bewußt sein. Doch man kann sich des Bewußtseins bewußt sein . Indem die Einzelteile und deren Zusammenspiel erkannt werden und dazu ist ein ich nicht nötig. In der Meditation erkennst du immer mehr Phänomene an denen du erkennst , das ist es auch nicht , du verwirfst sie . Wenn du jetzt das Bewußtsein mit einer Taschenlampe ( Sinnbild für Ich ) vergleichst die die Objekte die erkannt werden beleuchtet ,wird erkannt , das auch die Taschenlampe ( Sinnbild für Ich ) nur aus Teilen besteht damit das Beleuchten ( Erkennen ) möglich ist. Innen und Außen vermischen sich ,wie wenn man Wasser in Wasser gießt. Es ist kein Ich mehr da. Keine Notwendigkeit mehr Bewußtsein zu erkennen .Es besteht einfach keine Notwendigkeit. Es gibt da wenn du so willst nur Bennenungsgrundlagen von denen wir sagen das ist Bewußtsein. Bewußtsein erkennen ist letztendlich irrelevant.

    Es ist ja letztlich nur eine Analogie. Das Bewusstsein ist formlos und unbegrenzt. Was möchtest du da an Einzelteilen auseinandernehmen?;)

    void:
    CLK93:

    Ein Freund sagte mir mal "Bilder (Wahrnehmungen) kommen und gehen. Wenn du im Kino einen Film guckst, siehst du nur die Bilder. Die Leinwand (Bewusstsein) verschwindet dann. Wenn der Film jedoch vorbei ist, so verschwinden auch die Bilder. Aber das, was es ermöglicht die Bilder zu sehen, ist die Leinwand. Sie ist immer da, egal welche Bilder da sind oder wenn keine mehr da sind. Sie kann nicht verschwinden. Ohne Leinwand -> Keine Bilder. Aber Ohne Bilder -> Leinwand immer noch präsent.

    Die Größe der Leinwand bemißt sich doch dann daran, was potentiell "bewusst" werden kann. Der Frosch hat eine kleinere Leinwand als der Mensch und die Fledermaus hat ein Stückchen Leinwand, dass für Ultraschall reserviert ist. Größe und Art der Leiwand sind bedingt durch die Sinneskanäle die zur Verfügung stehen. Und von daher sind die leeren Stelle auf der Leinwand kein metaphysisches, "reines Bewusstesein" sondern einfach nur potentielles Bewusstsein. Gerade ist dir kein Geräusch bewusst aber im nächsten Moment hörst du etwas.

    Und natürlich können Teile der Leinwand können mit den dazugehörigen Sinnesorganen verschwinden: Manche Leute die in der Kindheit taub wurden, können sich im Alter noch an Geräusche einnern, aber andere vergessen ganz was eine Geräusch ist. Dies zeigt, dass die Leinwand - die Möglichkeit für verschiedene Arten von Bewusstsein - bedingt ist.

    Die Leinwand ist die Leinwand. Ob gross oder klein, sie ist immer vorhanden. Auf den leeren Stellen ist vielleicht potentielles Bewusstsein möglich, aber die Leinwand an sich ist das reine Bewusstsein. Es ist vergleichbar wie das Klare-Licht-Bewusstsein im Tibetischen Buddhismus. Von dieser Grundlage aus bilden sich die weiteren feinen und groben Bewusstseinstufen.

    Du bist den Geräuschen ja immer bewusst. Nur läuft das halt unterbewusst ab, weil Du sagen wir mal als Beispiel so tief in ein Gespräch vertieft bist, dass man alles andere in seinem Umfeld nicht wahrnimmt. Aber Unterbewusstsein ist auch nur ein Konzept. Letztlich geht es nur um Bewusstsein.

    Sich an etwas zu erinnern ist nur ein Gedanke. Gedanken kommen und gehen und laufen auf der Leinwand ab. Sie sind nicht beständig.

    Ich glaube wir haben unter dem Begriff Bewusstsein verschiedene Auffassung. Ich gehe von einer tieferen Ebene aus und ihr aus einer groberen. Ich kann ja auch unter Narkose bei Bewusstsein sein. Halt nur auf einer viel subtileren und tieferen Ebene ohne das ich meine Umwelt wahrnehme.

    Wenn man nicht riechen, sehen, schmecken, fühlen, hören und denken kann, bin ich dann bewusstlos? Nein, ich bin ja immer noch auf einer subtilen Ebene präsent;)

  • Netsrot
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    • 23. Mai 2019 um 07:27
    • #21

    Es gibt nicht , das Bewußtsein . Es splittet sich auf in Geistesfaktoren und in eine Anzahl von Objekten und Sinnen. Im endgültigem Sinne ist es keine Wahrheit und besitzt keine Inhärenz. Die Eigenschaft Bewußtsein ,geben wir dazu. Sozusagen eine Beifügung. Ein nicht existierendes beständiges Phänomen. Es gibt nicht das Bewußtsein. Das große Nichts . Wie im Film "Eine unendliche Geschichte". Das alles durchdringende Bewußtsein oder das klare Licht, könnte ich mir vorstellen , als eine Stufe der Vertiefung .Ich weiß jetzt nicht welche aber auf dieser Stufe soll wohl die Empfindung dem gleichkommen. Und wir wissen die Vertiefungen sind "zuverwerfen", da sie die Sicht verhindern. Das klingt alles sehr neunmalklug, aber so sehe ich das.

  • void
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    • 23. Mai 2019 um 09:09
    • Offizieller Beitrag
    • #22
    CLK93:

    Es ist ja letztlich nur eine Analogie. Das Bewusstsein ist formlos und unbegrenzt. Was möchtest du da an Einzelteilen auseinandernehmen?

    Dieser forumsbereich ist der Bereich "Theravada-Buddhismus" und im Theravada gibt es , soweit ich das sehen kann, keine Leinwand. Aus einzelnen Sinneseindrücken entsteht jeweils Bewusstsein,. So wie du bei der Pizzaria anrufst und sagt du magst eine Pizza Quattro Stagione und dann sind dort Pizzabäcker und die machen aus ihren Zutaten eine Pizza extra für dich. Ein formloses und unbbegrenzter Raum der Potentialitäten ist nicht notwendig.

    Während es auch im Buddhismus Richtungen (besonders im tibetischen Buddhismus) gibt, in denen Leerheit mit Bewusstsein verglichen wird, wobei das dann nicht das Skandha Bewusstein ist) So wie sich im Raum Phänomene ergeben sich geistige Phänomene vor einem geistigen Raum - ähnlich wie wir unsere Bewusstsein als geistigen Raum erleben.

    Aber dieser Bereich ist ja der Thervada-Bereich, das heißt wir reden vor dem Hintergrund des Palikanons. (wenn du das Thema in einem weiteren Rahmen diskutiert haben willst, können wir es auch verschieben) Und soweit ich weißt, gibt es in diesem keine "Leinwand"

    CLK93:

    Du bist den Geräuschen ja immer bewusst. Nur läuft das halt unterbewusst ab, weil Du sagen wir mal als Beispiel so tief in ein Gespräch vertieft bist, dass man alles andere in seinem Umfeld nicht wahrnimmt. Aber Unterbewusstsein ist auch nur ein Konzept. Letztlich geht es nur um Bewusstsein.

    Ich sehe Bewusstsein als das an was bewusst ist also eben nicht unbewusst und nicht unterbewusst. Auch hier müssen wir uns darauf zu bemühen, zu scvahuen, wie Bewusstsein im Palikanon definiert ist. Thorsten Hallscheidt schreibt weiter oben:


    [lz]

    Es ist vielleicht nicht ganz unwichtig, dass der Begriff viññāṇa, der üblicherweise mit Bewusstsein übersetzt wird, präziser mit Erfahrung (Paul Debes übersetzt: Erfassungs-Gewöhnung) übersetzt werden kann. viññāna-kkhandha entspräche also der Gruppe, die die Funktionsweise von Erfahrung beschreibt.[/lz]

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    • 23. Mai 2019 um 09:31
    • #23
    CLK93:

    Warum kann man sich des Bewusstseins nicht bewusst sein? Also warum muss es in Abhängigkeit mit einem Objekt gesetzt werden, wie es im Abhidhamma getan wird?

    Bewusstsein bedeutet meiner Auffassung nach über etwas bewusst sein. Also dadurch dass etwas bewusst ist, bzw. erfahren wird, ist Bewusstsein erkennbar.
    Das Etwas, oder Objekt, ist immer vom Bewusstsein verschieden, nie hat sich das Bewusstsein selber zum Objekt. Weil es dann ja zwei geben müsste: Ein Bewusstsein das über etwas bewusst ist, und ein Bewusstsein das dieses Etwas ist - dann wäre das Bewusstsein aber nicht über sich selbst bewusst. Mir scheint sich das so zu verhalten, solange ich nicht eines Besseren, mehr Nachvollziehbarem, belehrt werde.

    Mit Metta, mukti.


  • void
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    Buddh. Richtung
    Zen
    • 23. Mai 2019 um 09:45
    • Offizieller Beitrag
    • #24
    mukti:

    Bewusstsein bedeutet meiner Auffassung nach über etwas bewusst sein. Also dadurch dass etwas bewusst ist, bzw. erfahren wird, ist Bewusstsein erkennbar.
    Das Etwas, oder Objekt, ist immer vom Bewusstsein verschieden, nie hat sich das Bewusstsein selber zum Objekt. Weil es dann ja zwei geben müsste: Ein Bewusstsein das über etwas bewusst ist, und ein Bewusstsein das dieses Etwas ist - dann wäre das Bewusstsein aber nicht über sich selbst bewusst. Mir scheint sich das so zu verhalten, solange ich nicht eines Besseren, mehr Nachvollziehbarem, belehrt werde.

    Wobei "Bewusstsein" zweierlei umfasst: Einserseits den Prozess selber und andererseits das Ergebnis des Prozesses. Und da das Denken im Buddhismus ebenfalls als ein Sinnesorgan gesehen wird, das als seine Objekte die Produkte anderer geisitiger Prozesse zu verwenden.

    Es ist also möglich ein "Denk-Bewusstsein" von einem "Hör-Bewusstsein" zu haben oder ich "ich bin mir des bewussten Hörens bewusst".

    Wichtig ist, dass das Objekt des Bewusstsein das Resultat des anderen Prozesses ist und nicht der Prozess selber. Und dass man das nicht als "Bewusstsein, das sich selbst bewusst ist" verkürzen darf.

    • Vorheriger offizieller Beitrag
  • hedin02
    Gast
    • 23. Mai 2019 um 10:02
    • #25

    Die weiße, fleckenlose "Leinwand"…….. Bewusstsein, Projektor oder Projektionsfläche?


    Das Bewusstsein, oder die Bewusstwerdung:

    1. Sinnenbewusstsein, Hören, Schmecken, Riechen, Sehen, körperliches Fühlen und Denken.

    2. Konventionelles Bewusstsein (Begrifflichkeit), Ergebnisse aus dem aktuellen Dasein.

    3. Geistfaktoren (cetasika); das Bewusstsein begleitende Träger sinnlicher und funktioneller Vorgänge.

    4. Geistkontinuum, Karma und karmische Faktoren; daseinsübergreifend.

    Das sind im Groben, die verschiedenen Ebenen des Bewusstseins. Die fleckenlose "Leinwand" kann demnach, selbst im übertragenen Sinne, weder als Bewusstsein im Algemeinen, noch als reines Licht/Bewusstsein verstanden werden.

    Die „Leinwand“ kann auch nicht als eine Projektionsfläche der Vorgänge im Bewusstsein/Projektor geltend gemacht werden, denn die Projektion von Objekten usw., findet in der äusseren Umgebung statt, in der die „Leeren“ unbeständigen Dinge erscheinen und vom Bewusstsein, bzw. seinen entsprechenden Faktoren, zu vermeintlich beständigen Objekten convertiert werden; diese Erscheinungen nennt man dann Wahrnehmung, deren Unbeständigkeit u.a. zu „Leid“ führt...........usw.

Ausgabe №. 136: „Liebe & Loslassen"

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