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Ein Leben im Vergnügen /Genuss statt erleuchtung?

  • Manolito
  • 25. August 2015 um 22:40
  • Zum letzten Beitrag
  • Lucky Luke
    Gast
    • 4. September 2015 um 20:51
    • #51
    Doris Rasevic-Benz:

    Sagte Herr Gautama darselbst nicht: "… wenn ich scheiße, dann scheiße ich …"

    Hm. Das Zitat wurde nun schon häufiger "Herrn Gautama" zugeschrieben, mir klingt das eher nach Patrul Rinpoche.

  • Sôhei
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    • 4. September 2015 um 21:14
    • #52

    Hätte das jetzt bei einem der Chan-Maitres verankert (Wenn ich esse esse ich, wenn ich schlafe schlafe ich, wenn ich ... ... ich.)

  • mukti
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    • 4. September 2015 um 21:17
    • #53
    Sherab Yönten:
    Doris Rasevic-Benz:

    Sagte Herr Gautama darselbst nicht: "… wenn ich scheiße, dann scheiße ich …"

    Hm. Das Zitat wurde nun schon häufiger "Herrn Gautama" zugeschrieben, mir klingt das eher nach Patrul Rinpoche.

    Vielleicht ist das hier gemeint:

    Zitat

    Weiter sodann, ihr Mönche: der Mönch ist klar bewußt beim Kommen und Gehn, klar bewußt beim Hinblicken und Wegblicken, klar bewußt beim Neigen und Erheben, klar bewußt beim Tragen des Gewandes und der Almosenschale des Ordens, klar bewußt beim Essen und Trinken, Kauen und Schmecken, klar bewußt beim Entleeren von Kot und Harn, klar bewußt beim Gehn und Stehn und Sitzen, beim Einschlafen und Erwachen, beim Sprechen und Schweigen. Während er also ernsten Sinnes, eifrig, unermüdlich verweilt, schwinden ihm die hausgewohnten Erinnerungen dahin; und weil sie dahingeschwunden, festigt sich eben das innige Herz, beruhigt sich, wird einig und stark. Auch das ist, ihr Mönche, Achtsamkeit in den Körper, wie sie der Mönch übt.

    http://www.palikanon.com/majjhima/m119n.htm

    Mit Metta, mukti.


  • Lucky Luke
    Gast
    • 4. September 2015 um 22:35
    • #54

    "Entleeren von Kot und Harn" klingt für mich eher nach Buddha !

  • Doris
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    • 4. September 2015 um 23:20
    • #55

    Stimmt, das ist ja ein erheblicher Unterschied, ob jemand "Kot und Harn entleert" oder "scheißt" :oops:

    Leute, das ist eine Übersetzung! Eine in recht altertümelndem und geschwollenem Deutsch. Kein vernünftiger Mensch würde heute noch so ins Deutsche übersetzen, es sei denn, er möchte imitieren.

    Der Sinn des Lebens besteht darin, Rudolph, dem Schwurkel, den Schnabel zu kraulen.

  • Lucky Luke
    Gast
    • 4. September 2015 um 23:36
    • #56
    Doris Rasevic-Benz:

    Stimmt, das ist ja ein erheblicher Unterschied, ob jemand "Kot und Harn entleert" oder "scheißt" :oops:

    Leute, das ist eine Übersetzung! Eine in recht altertümelndem und geschwollenem Deutsch. Kein vernünftiger Mensch würde heute noch so ins Deutsche übersetzen, es sei denn, er möchte imitieren.

    Der Ton macht die Musik.

  • blue_aprico
    Gast
    • 4. September 2015 um 23:50
    • #57
    Sôhei:

    Hätte das jetzt bei einem der Chan-Maitres verankert (Wenn ich esse esse ich, wenn ich schlafe schlafe ich, wenn ich ... ... ich.)

    Nein, sowas findest du da nicht. Das ist "rein" "ausgedrückt" a la Doris.


    Grüße
    Blue_

  • Sôhei
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    • 5. September 2015 um 06:59
    • #58
    blue_aprico:
    Sôhei:

    Hätte das jetzt bei einem der Chan-Maitres verankert (Wenn ich esse esse ich, wenn ich schlafe schlafe ich, wenn ich ... ... ich.)

    Nein, sowas findest du da nicht. Das ist "rein" "ausgedrückt" a la Doris.


    Grüße
    Blue_

    Ja, kann sein, dass er nicht aus einem der Chan-Texte stammt. Ganz nur a la Doris ist er aber glaube ich auch nicht; das Sprüchlein (mit Abwandlungen: essen, gehen, schlafen, sch.. etc.) kenne ich glaube schon seit zwanzig Jahren. Google liefert auch alle möglichen Treffer und Varianten; leider nur (auf die Schnelle) keine Quelle :)

  • Monikamarie
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    • 5. September 2015 um 09:21
    • #59
    Sôhei:

    das Sprüchlein (mit Abwandlungen: essen, gehen, schlafen, sch.. etc.) kenne ich glaube schon seit zwanzig Jahren.

    Ich auch, und zwar von Thich Nhat Hanh.
    Den Ausdruck, den Doris benutzt, vermute ich bei Kodo Sawaki. 8)

    Im übrigen finde ich es wirklich egal. Das alles ist für mich ein Anhängen an Begriffen.
    Und es ist Geschmackssache, hängt übrigens zusammen mit Vorliebe oder Abneigung, also auch Anhaften. :D
    _()_ Monika

  • Doris
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    • 5. September 2015 um 09:41
    • #60

    Der Ausdruck ist Deutsch.
    Was ihr da als "Palikanon" liest, ist eine Übersetzung. Der Übersetzter hätte auch Sch… verwenden können, es stand in seiner Wahl, welchen deutschen Ausdruck er verwendet. Er hat einfach seine eigenen sprachlichen Vorlieben gewählt und damit seinen Lesern gefallen wollen.

    So stand es übrigens in meinem allerersten Buch mit Texten aus dem Kanon, das ich vor vierzig Jahren gekauft hatte. Natürlich habe ich mir das gut gemerkt. War eine dtv-Ausgabe, die ich erst letztes Jahr entsorgt habe.

    Ich fände Sch… übrigens appetitlicher, denn bei "Kot" wird mir regelmäßig schlecht, da ich es mit "Straßenkot" in Verbindung bringe, und der ist was, dem man sich nicht entziehen kann. So assoziiert jeder anders …

    Kann es sein, dass es da so Vorstellungen gibt, wie der Herr Gautama gewesen sein muss? Also, er darf keinesfalls Worte benutzt haben, vor denen wir abgestossen sein könnten. Er hat sich anmutig bewegt, ging stets gemessenen Schrittes, hatte ein mildes Lächeln in seinem Gesicht und und und. Das ist eine sehr genussvolle Vorstellung, die keinerlei Widerstände hervorruft, an der wir uns ad libitum ergötzen können :D

    Der Sinn des Lebens besteht darin, Rudolph, dem Schwurkel, den Schnabel zu kraulen.

  • mukti
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    • 5. September 2015 um 10:13
    • #61
    Doris Rasevic-Benz:


    Kann es sein, dass es da so Vorstellungen gibt, wie der Herr Gautama gewesen sein muss? Also, er darf keinesfalls Worte benutzt haben, vor denen wir abgestossen sein könnten.

    Genau:

    Zitat

    (6) „Barsche Worte hat er verworfen, von barschen Worten hält er sich fern, der Asket Gotamo: Worte, die frei von Schimpf sind, dem Ohre wohltuend, liebreich, zum Herzen dringend, höflich, viele erfreuend, viele erhebend, solche Worte spricht er." So etwa schon, ihr Mönche, mag der gewöhnliche Mensch über den Vollendeten ein günstiges Urteil fällen.
    (7) „Plappern und Plaudern hat er verworfen, von Plappern und Plaudern hält er sich fern, der Asket Gotamo: zur rechten Zeit spricht er, den Tatsachen gemäß, auf den Sinn bedacht, der Lehre und Ordnung getreu, seine Rede ist reich an Inhalt, gelegentlich mit Gleichnissen geschmückt, klar und bestimmt, ihrem Gegenstande angemessen." So etwa schon, ihr Mönche, mag der gewöhnliche Mensch über den Vollendeten ein günstiges Urteil fällen.
    http://www.palikanon.com/digha/d01_2.htm

    Mit Metta, mukti.


  • Doris
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    • 5. September 2015 um 10:37
    • #62

    "Barsch" ist aber was anderes.
    Das bedeutet so viel wie aggressiv, abweisend …
    Es bezieht sich also auf die Kommunikationsstruktur, nicht auf einzelne Begriffe. Er könnte demnach sehr wohl "mein kleines Scheißerle" sagen.
    Und wie schon gesagt, "Kot" löst bei mir größten Ekel aus.

    http://www.duden.de/rechtschreibung/barsch

    Zitat

    zur rechten Zeit spricht er, den Tatsachen gemäß, auf den Sinn bedacht, der Lehre und Ordnung getreu, seine Rede ist reich an Inhalt, gelegentlich mit Gleichnissen geschmückt, klar und bestimmt, ihrem Gegenstande angemessen.


    Das auch gelesen?

    Der Sinn des Lebens besteht darin, Rudolph, dem Schwurkel, den Schnabel zu kraulen.

  • mukti
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    • 5. September 2015 um 10:57
    • #63
    Doris Rasevic-Benz:


    Es bezieht sich also auf die Kommunikationsstruktur, nicht auf einzelne Begriffe.

    Ja, der Gebrauch von Begriffen ist halt auch kulturabhängig. Was dem einen normal ist, ist dem anderen anstößig.

    Mit Metta, mukti.


  • Lucky Luke
    Gast
    • 5. September 2015 um 11:17
    • #64
    Doris Rasevic-Benz:

    Kann es sein, dass es da so Vorstellungen gibt, wie der Herr Gautama gewesen sein muss?

    Ja, irgendwie habe ich schon meine Vorstellungen. Ich kann mir keinen fluchenden, sich um sich schlagenden und brüllenden Gautama vorstellen sondern einen, der zu jeder Zeit würdevoll auftritt und seine eigenen Maximen jederzeit auch einhält.

  • Doris
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    • 5. September 2015 um 11:17
    • #65

    Eben. Und für mich ist das nicht anstössig.
    Ich stelle mir vor wie der Buddha den kranken Mönch pflegte und zu ihm sagte:
    "Mein lieber Bruder, dreh Dich doch mal um, damit ich die Scheiße auch auf dieser Seite abwaschen kannst. Sonst wirst Du wund."

    Der Sinn des Lebens besteht darin, Rudolph, dem Schwurkel, den Schnabel zu kraulen.

  • crazy-dragon
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    • 5. September 2015 um 19:49
    • #66

    Ja, so kann man an idealistischen Vorstellungen anhaften ... 8) Kann auch ganz anders gewesen sein.
    _()_c.d.

    Tag für Tag ein guter Tag

  • Doris
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    • 5. September 2015 um 20:03
    • #67

    Meinste mich?
    Ich weiß doch, dass es alles nur Vorstellungen sind – schreibe ich doch ausdrücklich. Keiner von uns weiß, wie und was geschehen ist.

    Der Sinn des Lebens besteht darin, Rudolph, dem Schwurkel, den Schnabel zu kraulen.

  • Lucky Luke
    Gast
    • 5. September 2015 um 20:25
    • #68
    crazy-dragon:

    Ja, so kann man an idealistischen Vorstellungen anhaften ... 8) Kann auch ganz anders gewesen sein.
    _()_c.d.

    Ja, ich bekenne, dass ich gewisse Anhaftungen noch nicht überwunden habe.

  • Doris
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    • 6. September 2015 um 12:04
    • #69

    Tröste Dich, Du bist nicht allein :D

    Der Sinn des Lebens besteht darin, Rudolph, dem Schwurkel, den Schnabel zu kraulen.

  • SpringMode5708
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    • 6. September 2015 um 14:15
    • #70
    mukti:
    Doris Rasevic-Benz:

    Es bezieht sich also auf die Kommunikationsstruktur, nicht auf einzelne Begriffe.


    Ja, der Gebrauch von Begriffen ist halt auch kulturabhängig. Was dem einen normal ist, ist dem anderen anstößig.


    Wären dann nicht auch die Tugenden kulturabhängig und am Ende der ganze 8Pfad?

    Ich bezweifle, dass ich mit ganz(!) gütigem Herzen liebevoll wen anders als "mein kleines Scheißerle" o.ä. bezeichnete.

  • Doris
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    • 6. September 2015 um 16:52
    • #71
    Zitat

    Ich bezweifle, dass ich mit ganz(!) gütigem Herzen liebevoll wen anders als "mein kleines Scheißerle" o.ä. bezeichnete.


    Hast Du denn noch keinen Umgang mit kleinen Kindern und Säuglingen gepflegt?
    Hast Du keine Haustiere?
    Ich schätze, Du bist nicht aus dem süddeutschen Raum.

    Der Sinn des Lebens besteht darin, Rudolph, dem Schwurkel, den Schnabel zu kraulen.

  • Andreas
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    • 6. September 2015 um 17:36
    • #72

    Tach zusammen!

    Mirco:

    Wären dann nicht auch die Tugenden kulturabhängig und am Ende der ganze 8Pfad?

    Sicher. In Japan ist es unüblich, jemandem die Hand zu geben.
    In Europa ist es unüblich, das nicht zu tun.

    "Rechte Rede" ist noch viel komplizierter.
    Bis man merkt, dass es nicht um Worte geht, sondern wie sie wann wo gesprochen werden.

    Doris Rasevic-Benz:

    Ich schätze, Du bist nicht aus dem süddeutschen Raum.


    Bin ich auch nicht. :) In Norddeutschland heißt das "No, mien Schieter?" ("Na, mein Scheißerchen, wie geht es Dir?")

    Macht Euch mal nicht so'n Kopp, dann wird das schon. :D

    LG
    Andreas

  • SpringMode5708
    Gast
    • 7. September 2015 um 14:34
    • #73
    Andreas:
    Mirco:

    Wären dann nicht auch die Tugenden kulturabhängig und am Ende der ganze 8Pfad?


    Sicher. In Japan ist es unüblich, jemandem die Hand zu geben. In Europa ist es unüblich, das nicht zu tun.
    "Rechte Rede" ist noch viel komplizierter. Bis man merkt, dass es nicht um Worte geht, sondern wie sie wann wo gesprochen werden.


    Ok, gewisse Aspekte Rechter Rede und Rechten Handelns unterliegen eventuell gewissen Gepflogenheiten.
    So ganz überzeugt bin ich davon aber noch nicht.


    Andreas:
    Doris Rasevic-Benz:

    Ich schätze, Du bist nicht aus dem süddeutschen Raum.


    In Norddeutschland heißt das "No, mien Schieter?" ("Na, mein Scheißerchen, wie geht es Dir?")


    Weder die eine noch die andere Version ist aus meiner Sicht wohlgemeint. Ich komm auch aus'm Norden und habe oft diverse Varianten von 'Scheißerchen' zu hören bekommen. Aber als Kind habe ich mich damit niemals wohl gefühlt. Im Gegenteil. Es war respektlos und herabwürdigend.

    Herzliche Grüße

Ausgabe №. 136: „Liebe & Loslassen"

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