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Gegenmittel bei Langeweile

  • Lucky Luke
  • 17. Juli 2014 um 19:33
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  • mukti
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    • 20. Juli 2014 um 13:47
    • #26
    Kleckse:
    mukti:

    Hallo,

    Konzentration auf den Atem wird mir manchmal ziemlich langweilig, die Vorstellung der 32 Körperteile dagegen niemals, oder die Analyse der ganzen Existenz, die Kandhas - darüber bewusst zu werden und Betrachtungen nach dem Satipatthana zu machen, und Achtsamkeit entwickeln, reines Beobachten, oder Metta üben, oder tiefes Kontemplieren über ein Thema, wird mir nie langweilig.
    Vielleicht sollte ich ja trotzdem viel Atemkonzentration üben, und die Langeweile dabei allmählich besiegen, aber ich bin kein Mönch und bevorzuge das was mir am Zugänglichsten ist. Und es ist ja nicht ohne heilsame Wirkung, Erkenntnis und Entwicklung von Gelassenheit und Güte. Passt schon so.

    Schöne Grüße,
    mukti

    mukti, schön, dass da heilsame Wirkungen auftreten.
    Mir kam beim ersten Lesen der folgende Gedanke:
    Bei all den Betrachtungen der Körperteile und der Analyse ist der Geist (der Affengeist) beschäftigt. Er hat was zu tun. sobald aber der Geist sich auf so banales ( :) ) wie den Atem konzentrieren bzw. zurückziehen soll, dann ist da nicht viel zu tun wie vorher bei den Betrachtungen und Analysen wo Geistbewusstsein ja aktiv betrachtet und analysiert.
    Bei der Achtsamkeit auf den Atem ist "einfach" nur Atembetrachtung und es soll ja wie oft gesagt, auch eine der schwereren Übungen sein. Den Geist zur "Ruhe" zu bringen, im Inneren stille werden sind Übungen, wo Geistbewusstsein zu schweigen hat.
    Bei der analytischen oder kontemplativen Meditation ist der Geist ja gefordert. Er hat was zu tun, fühlt sich bestätigt und ist frohgesinnt am Werk. Bei der Atemachtsamkeit hat Geistbewusstsein nichts mehr zu tun. Sich einfach fallenlassen, "hingeben", ruhig werden, shamatha, Zazen ist "geist-lose" Meditation. Einfach sitzen. Gedanken/Gefühle werden kommen und gehen, doch wen juckts.
    Schwer, nicht leicht ist es, denn Geistbewusstsein will sich beschäftigen. Wie ein kleines Kind, dass immer sich was in den Mund stecken will. :), anstatt einfach den Mund zu halten:

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    Normalerweise ist man ja in das Geschehen absorbiert, wenn ich nun beobachte was da geschieht, Denken, Fühlen, Wollen, dann hebt mich das ein wenig aus der Identifikation heraus und der Geist wird ruhiger, gelassener und klarer, erkennt mehr und ich bin nicht so involviert. Das kann man ja als formale Meditation machen oder auch immmer wieder zwischendurch, wenn man nicht gezwungen ist sich auf etwas Bestimmtes zu konzentrieren. Das erleichtert, macht Freude und fördert die Erkenntnis, zur Atembeobachtung oder Fixierung auf ein einziges Objekt muss ich mich oft eher zwingen.

    Schöne Grüße

    Mit Metta, mukti.


  • Chantao
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    • 20. Juli 2014 um 14:32
    • #27
    mukti:
    Kleckse:

    Normalerweise ist man ja in das Geschehen absorbiert, wenn ich nun beobachte was da geschieht, Denken, Fühlen, Wollen, dann hebt mich das ein wenig aus der Identifikation heraus und der Geist wird ruhiger, gelassener und klarer, erkennt mehr und ich bin nicht so involviert. Das kann man ja als formale Meditation machen oder auch immmer wieder zwischendurch, wenn man nicht gezwungen ist sich auf etwas Bestimmtes zu konzentrieren. Das erleichtert, macht Freude und fördert die Erkenntnis, zur Atembeobachtung oder Fixierung auf ein einziges Objekt muss ich mich oft eher zwingen.

    Schöne Grüße

    Sind wir doch einfach mal wieder so richtig achtsam, da gibt's dann keine Langeweile mehr. Ich stell' mir die von mir erfahrene Wirklichkeit immer wie einen 3-D-Film vor, und Mööönsch, der wird mir nie langweilig. Ich kann ja einfach zwischen meinen Sinnen hinundher fokussieren. ...

    Nach dem Großen Geist mit dem denkenden Geist zu suchen ist gewiss
    ein schweres Missverständnis.

    Seng Tsan

  • Lucky Luke
    Gast
    • 20. Juli 2014 um 19:59
    • #28

    Heute wurde mir in meinem buddhistischen Zentrum "Abwechslung" als Gegenmittel für Langeweile empfohlen verbunden mit einem Buchtipp mit dem Titel "Einführung" in die Leerheit. Manchmal kann es so einfach sein :lol:

  • keks
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    • 20. Juli 2014 um 20:36
    • #29
    Chantao:

    Ich stell' mir die von mir erfahrene Wirklichkeit immer wie einen 3-D-Film vor, und Mööönsch, der wird mir nie langweilig.

    Und dann lebt man den Film :) Besser als Tv, Bücher oder Kino.
    Ich hab lange Zeit beim Meditieren die Augen geschlossen bis ich für mich selbst feststellte - mach deine Sehapparate auf 8)

    Bubu :clown::oops:

  • Chantao
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    • 21. Juli 2014 um 14:22
    • #30

    Also, wenn ich mal Langeweile habe, dann beobachte ich meine Gedanken, wie sie kommen und gehen. Das ist so anstrengend für mich, dass ich auch bald eingeschlafen bin und dann ergibt sich die Frage nach langeweile gar nicht mehr. :D

    Nach dem Großen Geist mit dem denkenden Geist zu suchen ist gewiss
    ein schweres Missverständnis.

    Seng Tsan

  • accinca
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    • 21. Juli 2014 um 15:35
    • #31

    Wer einen voll gepackten Tag hat und ausreichend oder mehr zu tun hat
    als er bewältigen kann, der weiß gar nicht was Langeweile bedeuten soll und
    denkt nicht im Traum daran, das Langeweile für ihn jemals ein Problem sein könnte.
    Das ist allerdings gewöhnlich, weltlich und ganz normal. Der Punkt ist es aber
    keine Langeweile zu haben wenn man längere Zeit nichts zu tun hat und sich auch
    nicht mit irgend etwas beschäftigt und beschäftigen kann/will. Dann kann im mindesten
    Ode aufkommen (eine der fünf Hemmungen (nivarana) auch "matte Müde genannt) und
    das ist Langeweile und ein Problem das zu überwinden ist.

  • void
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    • 21. Juli 2014 um 15:58
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    • #32
    Sherab Yönten:

    Wenn "Langeweile" (nicht Müdigkeit) bei einer Meditation der Geistesruhe aber auch bei einer Einsichtsmeditation (z.B. Meditation über die Leerheit) die Meditation behindern: Welche Gegenmittel wendet ihr an ?

    Bei "Langeweile" erscheint es ja so, als würde nichts passieren. Als wäre alles starr und grau. Aber in Wirklichkeit spiegelt die Situation nur die eigene "gelangweilte" Haltung wieder. Hat man eine liebelose, distanzierte Haltung, dann wird einem alles schnell langweilig.

    Man muss sich nur mal so einen sprichwörtlichen gelangweilten Teenager vorstellen, der grau am Rand steht und egal, was passiert nicht mitmacht und nur sagt "Ist das öd", "Das langweilt mich" und "Wo ist mein Smartphone?".

    Während, wenn man offen und freundlich ist und sich fallen lassen kann, zwar "auch nichts passiert" aber das nicht weiter schlimm ist. So wie ne Oma, der auf der Parkbank sitzt und sich über alles freuen kann, was passiert. Und selbst wenn nichts passiert, freut er sich, dass das Gras wächst.

    Ich muss sagen, dass ich da näher an ersterem dran bin. Langeweil ich mich, dann ist das für mich Zeichen, näher hinzuschauen und sich mehr dorthin fallenzulassen, wo sich Spontanität ereignet. Und auch, auf die Freundlichkeit/Unfreundlichkeit der eigenen Haltung zu achten. ( Langeweile hat auch etwas sehr humorloses. Eine Anspruchshaltung, die dazu tendiert, alles als "nicht genug" abzuwinken. "Alles ödet mich an")

    Was mir da sehr hilft sind die Augen. Während man bei uns "Lächeln" eher mit dem Mund assoziiert, ist es in Japan so, dass ein Lächeln hauptsächlich von den Augen ausgeht. Achte ich auf meine Augen, dann kann ich da gut spühren, wie distanziert/unfreundlich meine innere Haltung ist und was ich tun muss, um wieder offener und freundlicher zu werden.

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  • Lucky Luke
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    • 21. Juli 2014 um 17:47
    • #33
    accinca:

    Dann kann im mindestenOde aufkommen (eine der fünf Hemmungen (nivarana) auch "matte Müde genannt) und das ist Langeweile und ein Problem das zu überwinden ist.

    Und wie ?

    void:

    Was mir da sehr hilft sind die Augen.

    Meinst Du damit "Meditation mit offenen Augen" ?

    Zugegeben, dass ich damit noch so meine Probleme habe !

    void:

    Hat man eine liebelose, distanzierte Haltung, dann wird einem alles schnell langweilig.

    Du spielst darauf an, bei der Meditation über Leerheit mehr über Mitgefühl zu meditieren ? Sonst kann ich nicht verstehen wie man gegenüber Leerheit eine lieblose, distanzierte Haltung haben kann.

  • void
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    • 21. Juli 2014 um 20:15
    • Offizieller Beitrag
    • #34
    Sherab Yönten:
    void:

    Was mir da sehr hilft sind die Augen.

    Meinst Du damit "Meditation mit offenen Augen" ?

    void:

    Hat man eine liebelose, distanzierte Haltung, dann wird einem alles schnell langweilig.

    Du spielst darauf an, bei der Meditation über Leerheit mehr über Mitgefühl zu meditieren ? Sonst kann ich nicht verstehen wie man gegenüber Leerheit eine lieblose, distanzierte Haltung haben kann.

    Auch wenn man einfach nur so dasitzt, hat man ja eine grundlegende Haltung. Man kann offen oder verschlossen sein, freundlich oder unfreundlich. Das durchdringt alles was man tut. Egal ob du jetzt gehst, sitzt, liest, redest oder dich mit Leerheit beschäftigst. Diese unsere Haltungen wurzeln nicht im Abstrakten ( über Mitgefühl zu meditieren klingt für mich eher wie eine theoretische Auseinandersetzung) sondern im Körperlichen. ( Angst schnürt buchstäblich die Kehle zusammen.)

    Und um eine Verbindung zu einer freundlichen Haltung des inneren Lächelns zu kommen, habe ich bei mir festgestellt, dass das damit zutun hat, wie meine Augen sich anfühlen. Ob das zwei Schies-Scharten sind oder Tore, durch die die Welt hereinkommen darf. Ich hoffe, das verirrt dich jetzt nicht.

    Kann man gleichzeitig offen lächeln und sich langweilen?

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  • Noreply
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    • 21. Juli 2014 um 22:00
    • #35
    void:


    Und um eine Verbindung zu einer freundlichen Haltung des inneren Lächelns zu kommen, habe ich bei mir festgestellt, dass das damit zutun hat, wie meine Augen sich anfühlen. Ob das zwei Schies-Scharten sind oder Tore, durch die die Welt hereinkommen darf. Ich hoffe, das verirrt dich jetzt nicht.

    Kann man gleichzeitig offen lächeln und sich langweilen?


    Bei mir hast Du eine ganz neue Verbindung meiner Gedanken geschaffen. Bin dabei meine Augen zu beobachten. Es ist nützlich Wissen zu bekommen das einfach so gesagt wird aber neue Horizonte öffnet.
    Ich hatte bisher nur den Verdacht das das so ist, nun hab ich eine Bestätigung.
    liebe Grüße
    Helmut

  • Kleckse
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    • 21. Juli 2014 um 22:09
    • #36
    void:


    Kann man gleichzeitig offen lächeln und sich langweilen?

    Ich denk mal, dass das nicht geht.
    Find ich gut auf die Augen zu achten, denn es läuft viel über die Augen, da ja das die Sinne sind,
    die am ehesten mit der Umwelt "konfrontiert" sind.
    Auch Augen können lächeln. Und ob! Und weg ist die Langeweile :)

  • Lirum Larum
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    Ich protestiere gegen den mangelnden Respekt vor den unterschiedlichen Traditionen.
    • 21. Juli 2014 um 22:17
    • #37

    Ja, das stimmt mit den Augen. Wenn ich im Stress bin, gucke ich manchmal wie Uwe Ochsenknecht. :P

    :rainbow: Gute Wünsche für jede und jeden. :tee:


  • Lucky Luke
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    • 22. Juli 2014 um 07:15
    • #38

    In dem Buch "Grenzenloses Erwachen" (Das Herz buddhistischer Meditation) von Shamar Rinpoche, lese ich zwar durchaus den Hinweis, dass der Meditierende mit halboffenen Augen meditieren sollte (meine Augen fangen immer an zu blinzeln, das stört bei der Meditation), ich kann aber keinen Hinweis entdecken bei der Meditation ständig zu lächeln. Ich glaube auch nicht, dass das so richtig wäre. Wichtiger wäre, eine Offenheit im Geiste. Ist diese Offenheit nicht da, dann könnten vielleicht solche Phasen der Langeweile die Meditation blockieren. Ist aber eine reine Theorie von mir, durch unsere Diskussion entstanden.

  • void
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    • 22. Juli 2014 um 08:57
    • Offizieller Beitrag
    • #39
    Sherab Yönten:

    ich kann aber keinen Hinweis entdecken bei der Meditation ständig zu lächeln. Ich glaube auch nicht, dass das so richtig wäre.


    Ja da meine ich überhaupt nichtt, dass man während der Meditation einen auf Grinsegesicht macht.Das wäre ja reichlich gekünstelt.
    Mir geht es um ein "inneres Lächeln", um eine Haltung der Offenheit und Freundlichkeit.

    Sherab Yönten:


    Wichtiger wäre, eine Offenheit im Geiste. Ist diese Offenheit nicht da, dann könnten vielleicht solche Phasen der Langeweile die Meditation blockieren. Ist aber eine reine Theorie von mir, durch unsere Diskussion entstanden.

    Eine freundliche Offenheit. Es gibt auch Offenheit ohne Freundlichkeit.

    Das mit den Augen habe ich bei mir festgestellt ohne dass ich eine Bestätigung dafür hätte. Ich habe nur mal gehört, dass Avalokiteshvara auf tibetisch Chenresig heisst, was von manchnen mit "Liebevolle Augen" übersetzt wird. Das deutet zumindest in die Richtung, dass es ein wichtiges köperliches Merkmal einer freundlichen Grundhaltung ist.

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  • Lirum Larum
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    Buddh. Richtung
    Ich protestiere gegen den mangelnden Respekt vor den unterschiedlichen Traditionen.
    • 22. Juli 2014 um 09:26
    • #40
    void:

    ... Ich habe nur mal gehört, dass Avalokiteshvara auf tibetisch Chenresig heisst, was von manchnen mit "Liebevolle Augen" übersetzt wird. Das deutet zumindest in die Richtung, dass es ein wichtiges köperliches Merkmal einer freundlichen Grundhaltung ist.


    Zumal wichtig, wenn man wie Chenrezig 1022 Augen hat. (1000 Augen in den 1000 Händen und dann noch 22 in den 11 Gesichtern.


    Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Avalokite…attva_image.jpg

    Dateien

    image.jpg 159,05 kB – 0 Downloads

    :rainbow: Gute Wünsche für jede und jeden. :tee:


  • Lucky Luke
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    • 22. Juli 2014 um 10:16
    • #41

    Wobei Chenrezig von der Tendenz her mehr die Qualität Mitgefühl symbolisiert und die Qualität Weisheit (Leerheit) nicht so sehr im Vordergrund steht.

  • void
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    • 22. Juli 2014 um 10:46
    • Offizieller Beitrag
    • #42
    Sherab Yönten:

    Wobei Chenrezig von der Tendenz her mehr die Qualität Mitgefühl symbolisiert und die Qualität Weisheit (Leerheit) nicht so sehr im Vordergrund steht.

    Wenn man das so systematisiert, erscheint es als etwas getrenntes. Aber was bedeutet denn Weisheit?

    Bei den drei Geistegifte ist es klar, dass Begierde durch Enstagung entgegengewirkt wird und dem Hass durch Geduld. Aber wie stellt man sich jemand vor, der frei von Hass und Begierde ist, aber ganz unter dem Einfluss des dritten Geistesgiftes (avidya) steht. So jemand wäre doch vollkommen gleichgültig, distanziert, lieblos und öde. Also ziemlich entfremdet.

    Das Gegenteil von einem "Fremden", jemand der keinen Bezug und keine tiefe Beziehung zu dem was da ist hat, ist der "Freund".

    Man kann sich ja wundern, warum das Herzsutra, in dem es ja hauptsächlich um Leerheit geht und nicht um Mitgefühl geht ausgerechenet mit Avalokiteshvara beginnt. Beim Thema Leerheit hätte man ja eher Manjushri erwartet, oder? Aber es ist Avalokiteshvara der den brilliante Checker Shariputra belehrt.

    Der Grund ist für mich, dass man ohne Freundlichkeit nur bei einem sehr enfremdeten, intelektuellen, nihilitischen, öden Interpretation von Leerheit landet.

    Plaise Pascal schrieb über die existentielle Langeweile (Ennui):

      „Nichts ist so unerträglich für den Menschen, als sich in einer vollkommenen Ruhe zu befinden, ohne Leidenschaft, ohne Geschäfte, ohne Zerstreuung, ohne Beschäftigung. Er wird dann sein Nichts fühlen, seine Preisgegebenheit, seine Unzulänglichkeit, seine Abhängigkeit, seine Ohnmacht, seine Leere. Unaufhörlich wird aus dem Grund seiner Seele der Ennui aufsteigen, die Schwärze, die Traurigkeit, der Kummer, der Verzicht, die Verzweiflung.“

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    • 22. Juli 2014 um 11:16
    • #43
    void:


    Plaise Pascal schrieb über die existentielle Langeweile (Ennui):

      „Nichts ist so unerträglich für den Menschen, als sich in einer vollkommenen Ruhe zu befinden, ohne Leidenschaft, ohne Geschäfte, ohne Zerstreuung, ohne Beschäftigung. Er wird dann sein Nichts fühlen, seine Preisgegebenheit, seine Unzulänglichkeit, seine Abhängigkeit, seine Ohnmacht, seine Leere. Unaufhörlich wird aus dem Grund seiner Seele der Ennui aufsteigen, die Schwärze, die Traurigkeit, der Kummer, der Verzicht, die Verzweiflung.“


    Es gibt also auch jemanden der das was ich erfahren habe so wunderbar beschrieben hat.
    Hat er auch geschrieben was dieses Dunkle wirklich ist?
    Oh hab ich garnicht so schnell gesehen: ...der Verzicht auf Ver-zwei-felung.
    Ich sein auch wenn es kein festes Ich gibt. Blödsinn ich weiss das ich ich bin und es ist mir egal wieviel Weise behaupten das es kein Ich gibt, Buddha bezeugt es.

  • Lucky Luke
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    • 22. Juli 2014 um 11:21
    • #44
    void:

    Wenn man das so systematisiert, erscheint es als etwas getrenntes.

    Diese Systematisierung habe ich mir nicht ausgedacht, das wird generell im Vajrayana so gelehrt, bitte achte auf die Betonung der Worte "von der Tendenz her".

    Auf einem sehr hohen Niveau ist Weisheit und Mitgefühl tatsächlich nicht voneinander getrennt. Es geht dann um ein Mitgefühl für die, die Leerheit nicht erkannt/realisiert haben.

    void:

    Man kann sich ja wundern, warum das Herzsutra, in dem es ja hauptsächlich um Leerheit geht und nicht um Mitgefühl geht ausgerechenet mit Avalokiteshvara beginnt. Beim Thema Leerheit hätte man ja eher Manjushri erwartet, oder? Aber es ist Avalokiteshvara der den brilliante Checker Shariputra belehrt.

    Stimmt. Letztendlich spiegeln alle sowohl Weisheit als auch Mitgefühl wider.

  • void
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    • 22. Juli 2014 um 14:18
    • Offizieller Beitrag
    • #45
    Sherab Yönten:

    Auf einem sehr hohen Niveau ist Weisheit und Mitgefühl tatsächlich nicht voneinander getrennt. Es geht dann um ein Mitgefühl für die, die Leerheit nicht erkannt/realisiert haben. .

    Manchmal wird es ja so dargestellt, als wäre Weisheit so ein geistiger Vorgang wo man die Leerheit/Bedingtheit alle Phänomene erkennt. Wenn man es als so einen abstrakten "Erkenntnisvorgang" sieht, dann ist es klar dass man Mitgefühl als etwas ganz unabhängiges davon sieht..

    Aber man kann es auch von einer anderen Seite sehen: Die grundlegende Unwissenheit ist eine Haltung, die von einer Trennung zwischen Ich und Welt ausgeht. Das Abbauen dieser Haltung - also Weisheit - kann man deswegen als ein radikales Öffenen hin zur Welt sehen. Ein Abschmelzen der künstlichen Trennung, die die Illusion eines getrennten Ich hervorbringt. Dieser Aspekt der Verbindung und der Öffnung ist etwas was direkt mit Freundlichkeit zusammenhängt.

    Buddhaspekt bedeutet glaube ich nicht, dass da was wie aus Puzzlesteinen zusammengesetzt ist. Sondern das sich das gleiche (Buddhaschaft) in verscheidenen Aspekten zeigt.

    Weil man weiss, dass beide zum selben Körper gehören (also verbunden sind) haut man nicht mit der rechten Hand auf die linke. Weisheit ( das Bewusstesin von Nicht-Getrenntheit) äußert sich in Freundlichkeit. Im Lichte der Freundlichkeit (Handeln aus der gemeinsamen Basis heraus ) wird das Trennende zum unwichtigen Detail. Man ist sich der gegenseitigen Durchdringung und Abgängigkeit (also der Leerheit) bewusst.

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  • Samten
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    • 23. Juli 2014 um 22:34
    • #46
    Sherab Yönten:

    Heute wurde mir in meinem buddhistischen Zentrum "Abwechslung" als Gegenmittel für Langeweile empfohlen verbunden mit einem Buchtipp mit dem Titel "Einführung" in die Leerheit. Manchmal kann es so einfach sein :lol:


    Ich zitiere:

    ........„Langeweile ist wichtig, weil sie das Gegenteil von Bestätigung ist.
    Bestätigungen dienen nur der Unterhaltung und bringen uns immer etwas Neues, etwas Lebendiges, etwas Phantastisches, alle möglichen Lösungen.
    Wenn wir die Vorstellung von Bestätigungen fortnehmen, dann bleibt die Langeweile.“
    Und:
    …..“Langeweile ist für die Meditationspraxis ähnlich wichtig; sie vergrößert die psychologische Differenziertheit der Übenden. Sie beginnen die Langeweile allmählich zu schätzen und entwickeln ihre geistige Differenziertheit weiter, bis die Langeweile zu einer kühlen Langeweile wird, wie ein Gebirgsfluss. Er fließt und fließt und fließt planmäßig und ewig gleichbleibend, aber er ist sehr abkühlend, sehr erfrischend“………Es ist ein gutes Gefühl ,sich zu langweilen, ständig nur zu sitzen und zu sitzen. Erster Gong, zweiter Gong, dritter Gong, noch weitere Gongschläge werden folgen. Sitzen, sitzen, sitzen, sitzen. Die Arterie durchtrennen, bis die Langeweile außerordentlich Machtvoll wird. Wir müssen harte Arbeit dafür leisten……
    Zitate Ende,
    aus: Chögyam Trungpa
    „Der Mythos Freiheit und der Weg der Meditation
    1989
    mach was draus......:-))

  • Lucky Luke
    Gast
    • 8. September 2014 um 09:54
    • #47

    Samten. Danke für Deinen Beitrag. Den lese ich leider jetzt erst. Das Buch von "Chögyam Trungpa „Der Mythos Freiheit und der Weg der Meditation
    1989" klingt sehr interessant.

  • Monikamarie
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    21. November 1948 (77)
    • 8. September 2014 um 10:26
    • #48

    Ja, Samten, dafür möchte ich auch danken und kann dies bestätigen. Anfang dieses Jahres habe ich das erste Mal seit Jahren wieder Langeweile gespürt, war darüber nicht sehr glücklich, denn ich dachte, dass ich diesen Zustand nicht wieder zu erleben brauchte. Im Endeffekt jedoch hat gerade diese Langeweile dazu geführt, dass ich wieder den richtigen Ein-Stieg gefunden habe.
    _()_ Monika

  • raterZ
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    • 10. September 2014 um 17:18
    • #49

    gut dass trungpa zitiert wurde, dann muss ich das nicht mehr tun. :grinsen:

    langeweile zu bekommen ist ein gutes zeichen dafür, dass man auf der spur ist den affengeist einzufangen. es ist meiner ansicht auch ganz nützlich da mal in einem kleinen retreat richtig durch zu gehen - also die langeweile wirklich so weit auszukosten bis sie transzendiert wird.

  • Chantao
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    • 6. Februar 2015 um 12:48
    • #50

    Momentan bin ich im Thread Die Eintagsfliege als Lehrer aktiv, möchte aber hier noch etwas Praktisches einfügen, was mir bei so einer Badewannenmeditation über eine "Eintags"fliege so in den Sinn kam: Achtsamkeit, Dinge aufmerksam und bewusst tun oder zu lassen, je nachdem. Ob bewusst Zen und/oder Buddhismus oder einfach nur als praktische Alltagsbewältigung, oder als Folge von Gedanken zur Gedankenstille, wie es bei mir war, als ich diese suchte.

    Ich habe gemerkt, dass sich konzentrieren auf etwas zum einen den Schlaf fördern kann, oder wenn Schlaf nicht geht, dann ist es eine gute Methode, um Langweile-Zeiten zu überspringen, quasi eine Mini-Zeitmaschine :lol: Im Prinzip ist es aber so, dass es Leer- und Standzeiten gibt im Alltag, wo wir herausgerissen werden aus unserem gedanklichen Affentanz und mit Panik merken: "Wir werden hier eine halbe Stunde stehen, bis z.B. die Arztpraxis öffnet und haben nichts zu tun", dann nimmt das Auge wieder etwas Interessantes wahr und schon sind wir wieder veschwunden in unserer Zeitmaschine; und wieder ein Gedanke zu Ende, Uhr gucken, oO noch 25 Minuten .... usw. Ich selbst führe jetzt einen kombinierten Hocker-Rucki mit mir, wo zumindest das quälende Stehen wegfällt, ich brauche mir nur die richtigen Gedanken zur Ablenkung ausdenken, und so ist es denn auch die Ablenkung, die den Zeitsprung bewirkt. Und lernen wir von Buddha, dass Achtsamkeit das Wichtigste ist, so ist Ablenkung bzw. das Herausfinden der rechten Ablenkung auch nicht unwichtig.

    Nach dem Großen Geist mit dem denkenden Geist zu suchen ist gewiss
    ein schweres Missverständnis.

    Seng Tsan

Ausgabe №. 135: „Achtsamkeit und Aktivismus"

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