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Der Umgang mit Ärger

  • Matthias65
  • 25. Oktober 2013 um 20:02
  • Zum letzten Beitrag
  • Matthias65
    Gast
    • 28. Oktober 2013 um 22:09
    • #51
    MonikaMarie1:

    Der Irrtum besteht m.E. ja darin, dass ich glaube, ein Recht zu haben, mich zu ärgern oder Anstoß zu nehmen.

    Warum soll das ein Irrtum sein ? Die Frage ist nicht ob ich glaube, dass ich ein Recht habe mich zu ärgern sondern ob ich glaube, dass es nützlich ist mich zu ärgern. In dem Moment wo der Ärger mit mir macht was er will, wo es also diese Fremdbestimmung gibt, ist er nur noch dann nützlich wenn man aus diesen Erfahrungen lernt, so wie Du es ja beschrieben hast, liebe Monika. Ich empfinde das Schreiben darüber im Übrigen auch als recht nützlich, betrachtet man den Ärger doch etwas distanzierter.

    Peeter:

    Recht auf Ärger ?

    Ist es ein Unrecht, sich zu ärgern ?
    Siehe meine Bemerkung zur Nützlichkeit.

  • MonikaMarie1
    Gast
    • 29. Oktober 2013 um 08:47
    • #52
    Jikjisa:
    Zitat

    Der Irrtum besteht m.E. ja darin, dass ich glaube, ein Recht zu haben, mich zu ärgern oder Anstoß zu nehmen.

    Hast Du auch. Wer spricht es Dir ab ?

    ICH :D

  • MonikaMarie1
    Gast
    • 29. Oktober 2013 um 08:50
    • #53
    Matthias65:
    MonikaMarie1:

    Der Irrtum besteht m.E. ja darin, dass ich glaube, ein Recht zu haben, mich zu ärgern oder Anstoß zu nehmen.

    Warum soll das ein Irrtum sein ? Die Frage ist nicht ob ich glaube, dass ich ein Recht habe mich zu ärgern sondern ob ich glaube, dass es nützlich ist mich zu ärgern. In dem Moment wo der Ärger mit mir macht was er will, wo es also diese Fremdbestimmung gibt, ist er nur noch dann nützlich wenn man aus diesen Erfahrungen lernt, so wie Du es ja beschrieben hast, liebe Monika. Ich empfinde das Schreiben darüber im Übrigen auch als recht nützlich, betrachtet man den Ärger doch etwas distanzierter.

    Ja, das ist sinnvoll. :D

  • Jikjisa
    Gast
    • 29. Oktober 2013 um 08:55
    • #54

    ist ja auch nützlich sich einfach dieses kai ( gelübde ) zu merken:
    („Dai hachi fu rosetsu kai“) - dem ärger nicht freien lauf lassen

  • Aiko
    Gast
    • 29. Oktober 2013 um 10:15
    • #55

    http://www.palikanon.com/angutt/a01_001-010.html#a_i2

    Zitat

    Kein besseres Mittel kenne ich, ihr Mönche, wodurch der unaufgestiegene Hass nicht zum Aufsteigen kommt und der aufgestiegene Hass schwindet, wie die Güte, die Befreiung des Herzens. (*7) Wer nämlich, ihr Mönche, über die Güte, die Befreiung des Herzens, weise nachdenkt, in dem kommt der unaufgestiegene Hass nicht zum Aufsteigen und der aufgestiegene schwindet.

    Gegen den Ärger (Aversion, Hass) wird empfohlen Güte (Metta) zu entfalten.

    Hier das Metta-Sutta
    http://www.palikanon.com/khuddaka/khuddaka.htm#IX

  • MonikaMarie1
    Gast
    • 29. Oktober 2013 um 17:01
    • #56
    Zitat

    "Wenn wir uns nicht mit frohem Gemüt mit unseren Schwierigkeiten auseinandersetzen können,
    welchen Sinn hat dann unsere spirituelle Praxis?"

    Quelle: Maha Ghosananda "The Buddha of the Battlefield"
    zur Verfügung gestellter Text durch unseren Schmunzelaffen :D , den ich mir ausgedruckt habe.

    _()_ Monika

  • Matthias65
    Gast
    • 29. Oktober 2013 um 17:36
    • #57
    Aiko:

    http://www.palikanon.com/angutt/a01_001-010.html#a_i2

    Zitat

    Kein besseres Mittel kenne ich, ihr Mönche, wodurch der unaufgestiegene Hass nicht zum Aufsteigen kommt und der aufgestiegene Hass schwindet, wie die Güte, die Befreiung des Herzens. (*7) Wer nämlich, ihr Mönche, über die Güte, die Befreiung des Herzens, weise nachdenkt, in dem kommt der unaufgestiegene Hass nicht zum Aufsteigen und der aufgestiegene schwindet.

    Gegen den Ärger (Aversion, Hass) wird empfohlen Güte (Metta) zu entfalten.

    Hier das Metta-Sutta
    http://www.palikanon.com/khuddaka/khuddaka.htm#IX

    In diesem Zitat ist aber auch Weisheit enthalten.

  • nibbuti
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    • 29. Oktober 2013 um 23:06
    • #58
    Matthias65:
    Zitat

    wer .. über die Güte, die Befreiung des Herzens, weise nachdenkt, in dem kommt der unaufgestiegene Hass nicht zum Aufsteigen und der aufgestiegene schwindet.


    In diesem Zitat ist aber auch Weisheit enthalten.


    Gut beobachtet Matthias.

    Zitat


    Kein anderes Ding fördert in dem Maße das Entstehen der unaufgestiegenen Erleuchtungsglieder und die volle Entfaltung der aufgestiegenen, wie das weise Nachdenken.

    Im weise Nachdenkenden nämlich entstehen die unaufgestiegenen Erleuchtungsglieder und die aufgestiegenen gelangen zur vollen Entfaltung.

    A 1.15

    Trage nicht das Weltgetöse in die stille Einsamkeit
    Such den Wald, daß er Dich löse von der Krankheit unsrer Zeit.

  • Jikjisa
    Gast
    • 29. Oktober 2013 um 23:12
    • #59

    A.VIII.2 Entfaltung der Weisheit - 2. Paññā Sutta

  • Peeter
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    • 30. Oktober 2013 um 12:08
    • #60

    die acht Weltgesetze

    Gewinn, Verlust, Verehrung und Verachtung,
    auch Lob und Tadel, Freude sowie Leid,
    gar wandelbar sind diese Weltgesetze,
    voll Unbestand, dem Wechsel unterworfen.

    Der Weise, der Besonnene durchschaut sie,
    erkennt sie als dem Wechsel unterworfen.
    Erwünschte Dinge quälen ihn nicht mehr
    und auch bei unerwünschten kommt ihm kein Verdruß.

    In ihm sind Hingeneigtsein und auch Widerwille
    zerstört, vergangen, nicht mehr da.
    Die sorgenfreie, laut're Stätte kennend,
    ist zu des Daseins anderem Ufer er gelangt.


    metta - strophe

    Wer wohl bedacht in sich entfaltet
    ein Herz voll unbegrenzter Güte,
    dem lockern sich die Daseinsfesseln,
    wenn er der Dinge Ende schaut.

    http://www.palikanon.com/angutt/a08_001-010.html

  • Johs
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    27. Oktober 2013
    • 30. Oktober 2013 um 21:51
    • #61

    Liebe Dharmafreunde,

    irgendwann und irgendwo las ich mal eine Geschichte, sie könnte von Buddha herrühren:

    Wut ist wie glühende Kohlen nehmen und damit werfen wollen.
    Zuerst verbrennen wir uns selber.


    Liebe Grüße
    Johannes

    (ehemaliger bekennender Choleriker) :D

    Freigeist kann auch Zen-Geist sein !

  • demian
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    • 1. November 2013 um 13:58
    • #62

    @ Matthias65: Zur Zeit als ich mit Buddhismus angefangen hab, war Umgang mit Ärger zeitweise das Hauptthema. Da hat auch erstmal nichts wirklich geholfen. Ein Buch hab ich dann gefunden was mir wenigstens Lichtblicke gegeben hat: "Ärger: Befreiung aus dem Teufelskreis destruktiver Emotionen" von Thich Nhat Hanh. Das hab auch damals zehnmal gelesen oder so, immer wenn ich wütend war, bis ichs dann wieder gegen die Wand geballert hab. Ich musste es irgendwann neu kaufen, weil es komplett zerfleddert war :lol:

  • Matthias65
    Gast
    • 1. November 2013 um 14:20
    • #63
    demian:

    @ Matthias65: Zur Zeit als ich mit Buddhismus angefangen hab, war Umgang mit Ärger zeitweise das Hauptthema. Da hat auch erstmal nichts wirklich geholfen. Ein Buch hab ich dann gefunden was mir wenigstens Lichtblicke gegeben hat: "Ärger: Befreiung aus dem Teufelskreis destruktiver Emotionen" von Thich Nhat Hanh. Das hab auch damals zehnmal gelesen oder so, immer wenn ich wütend war, bis ichs dann wieder gegen die Wand geballert hab. Ich musste es irgendwann neu kaufen, weil es komplett zerfleddert war :lol:

    Das Buch habe ich auch, demian. Aber spätestens wo Thich Nhat Hanh schrieb, dass man "ist was man isst", habe ich es nicht mehr weitergelesen. Diese Aussage (man solle nur glückliches Fleisch verzehren) fand ich ein wenig merkwürdig. Ansonsten werden wir in unserem Kurs im nächsten Semester den Umgang mit Ärger als Thema haben, darauf freue ich mich schon sehr :)

  • Peeter
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    • 2. November 2013 um 17:32
    • #64
    Frank1:

    „Jeder kann wütend werden, das ist einfach. Aber wütend auf den Richtigen zu sein, im richtigen Maß, zur richtigen Zeit, zum richtigen Zweck und auf die richtige Art, das ist schwer!“
    :):):):)
    Aristoteles, griechischer Philosoph (* 384 v. Chr. -322 v. Chr.)

    kann .... es ist kein muss vorhanden, um wütend zu sein ..

  • Jikjisa
    Gast
    • 2. November 2013 um 18:17
    • #65

    Wenn man wütend ist, grantig, mies drauf sollte man sich augenblicklich setzen
    und das mal beobachtungstechnisch durchkauen.Sobald man achtsam hinschaut,
    wird einem klar, was die Ursache ist.

    Und den Jungs kann ich nur raten noch ein paar Kellerstufen tiefer zu gehen.
    Wenn ihr anfangt zu heulen, besteht Aussicht auf Besserung der Verhältnisse.

  • Jikjisa
    Gast
    • 2. November 2013 um 18:36
    • #66

    Sitzen kann man überall. Nur Ohrstöpsel sind nicht ganz ohne.

    Da gibts nix rauszureißen, die Gründe sind vielfältig, haben aber letztlich nur einen Nenner.
    Die Bonno sind Lehrer. Und wer sie abschneidet frönt dem Dualismus. Da beisst sich die Katze in den Schwanz :D

  • Peeter
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    • 2. November 2013 um 18:49
    • #67

    letztendlich gibts einen nenner = was auch immer
    allerdings haben sie verschiedene nuancen, bevor du zum nenner kommst

    warum gründe für akusala-dinge nicht rausreissen .. mit stumpf und kegel .. auf dass kein akusala mehr aufkommen kann ?
    nicht in dem sinne, dass "aufgegeben und abgeschnitten" wird, sondern das der geber-impuls
    lahmgelegt wird .. oder die impulse
    warum sich denn akusala-dinge anhängen lassen . wieder und immer wieder ?

    keine fläche dem ärger bieten, so dass ärger nichts findet, um zu haften

    ist nicht so easy alles

  • Peeter
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    • 2. November 2013 um 20:45
    • #68
    Frank1:

    Auch glaube ich nicht das man Gefühle haben kann, aber nicht muss.

    ist der satz so richtig ? ist das nicht nicht zuviel dadrinne ?

    Wenn Du Deine Gefühle so unter Kontrolle hast, wärst Du für mich ein Wunder!

    na und ? üben ... üben .. üben .. üben .. bis ... gleichmut verinnerlicht ist und dann freude leben

    (ich behaupte nicht, dass ichs kann)

  • Wetering
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    • 17. August 2026 um 07:26
    • #69

    Aus "Es ist dein Ärger" von Thubten Chodron, Kapitel "Ist Ärger jemals nützlich?".

    Als Gegenmittel zum Ärger wird Geduld (Toleranz, innere Ruhe) genannt.


    "Wie oben erwähnt, beginnt die Wut mit einer unangemessenen Betrachtung, die Ereignisse in verzerrter Weise interpretiert. ... Mit dem Geist als motivierenden Faktor und dem Körper als mitwirkenden Umstand kommt es daraufhin gewaltsames Verhalten zum Ausbruch."

  • Schneelöwin
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    • 17. August 2026 um 10:13
    • #70
    Wetering:

    Aus "Es ist dein Ärger" von Thubten Chodron, Kapitel "Ist Ärger jemals nützlich?".

    Als Gegenmittel zum Ärger wird Geduld (Toleranz, innere Ruhe) genannt.


    "Wie oben erwähnt, beginnt die Wut mit einer unangemessenen Betrachtung, die Ereignisse in verzerrter Weise interpretiert. ... Mit dem Geist als motivierenden Faktor und dem Körper als mitwirkenden Umstand kommt es daraufhin gewaltsames Verhalten zum Ausbruch."

    Gegen etwas Ärger oder Wut ist m.E. erstmal nichts einzuwenden, da es damit auch Antrieb gibt genauer hinzuschauen und Ungutes verändern zu wollen.

    Sie ist m.E. ein berechtigtes Gefühl auf Verletzung und Grenzüberschritt. Sie gibt auch Kontakt zur Kraft.

    Wenn Ärger /Wut häufig oder manchmal schon dauerhaft aufkeimen dann besteht Handlungsbedarf im Sinne bei sich innerlich prüfen, ob die Auslöser auch immer ihre Berechtigung haben.

    Liebe Grüße Schneelöwin

    "All is always now"


  • Qualia
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    • 17. August 2026 um 10:44
    • #71

    Sich ärgern sollte immer als Hinweis gesehen werden, ob das, was mich ärgert, das ist, was mich an meinem Verhalten ärgert.


    Wut ist eine andere Qualität, das muss man bei sich beobachten, da geht es um Erniedrigung, Verachtung, verletzt werden sollen. Da muss man nur seine Wut zulassen, aber nicht mit Aggression reagieren, sondern mit aufmerksamer Achtsamkeit, damit man entscheiden kann, ob und wie man reagiert. Dann ist die Reaktion immer rechtes Handeln.

    Ich ist nicht leer oder tot.

    Qualia ist offen und frei,

    für sein ergreifen, festhalten, loslassen,

    für das ergriffen, festgehalten, verlassen werden.

  • Qualia
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    • 17. August 2026 um 12:19
    • #72

    Das ist meine Antwort zum Thema „Ärger“. Ärger ist moha, Fehleinschätzung/Fehlinterpretation.


    Die Kilesas sind Geistesgifte und Ableitungen, Zusatzbestimmungen, zu Verblendung (moha).


    1. moha Verblendung: Die Fehleinschätzung/Fehlinterpretation selbst, ist das einzige Geistesgift.
    2a. rāga Gier: Zug entsteht, wenn moha angenehme Eindrücke, Sinneslust entstehen lässt.
    2b. dosa Hass: Druck entsteht, wenn moha unangenehme Eindrücke, der Selbstqual weckt.


    moha = Ursache
    rāga oder dosa = Auswirkungen/Symptome


    Moha (Verblendung/Fehleinschätzung/Fehlinterpretation) erzeugt rāga (Zug, Gier) oder dosa (Druck, Hass).
    Wird moha erkannt und aufgehoben (nirodha), enden rāga und dosa vollständig und werden auch nicht mehr als dukkha bewirkt.

    Die eigene Verblendung, Fehleinschätzung/Fehlinterpretation erkennen und die Gewohnheiten ausmerzen ist Befreiung (vimutti). Ein Befreiter, Arahat erkennt seine Verblendung, yathābhūta‑ñāṇa, bevor er danach handelt, karma.


    Warum können im Arahat noch Verblendungen erscheinen und sein Handeln beeinflussen wollen (Mara)? „Wird moha erkannt und aufgehoben (nirodha)...“
    nirodha bedeutet nicht Verlöschen oder Vernichtung, es bedeutet, die Wirksamkeit aufzuheben. Dieses nirodha lässt die Erfahrungen aus moha bestehen.


    Ich muss mir jedes Handlungsergebnis durch meine Fehleinschätzung/Fehlinterpretation verzeihen, doch ich kann die Wirkung nicht vergessen, auch wenn sie aus meinem Bewusstsein herausgehoben wird (nirodha), es erscheint sofort wieder, entweder als Warnung oder als Ausweg (Mara).

    arahatta (Zustand eines Befreiten), nirodha (Aufhebung der Ursache), vimutti (Befreiung), dukkha‑nirodha (Ende der Reibung)

    Tut mir ja echt leid, aber wir sind wirklich alle nur Menschen, egal welches moha wir uns für andere Menschen ausdenken.:hug:

    Ich ist nicht leer oder tot.

    Qualia ist offen und frei,

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  • Wetering
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    • 17. August 2026 um 13:11
    • #73

    Ich finde den Satz interessant:

    "die Wut beginnt mit einer unangemessenen Betrachtung, die Ereignisse in verzerrter Weise interpretiert"


    Diese Phase fällt mir nicht wirklich auf, aber wenn ich ärgerlich bin, kann ich mir sicher sein bzw. davon ausgehen, dass ich "die Ereignisse/Person/... in verzerrter Weise interpretiere".

    Rein subjektiv fühlt es sich eher so an, als hätte ich dann gerade besonders recht...

  • Qualia
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    • 17. August 2026 um 13:28
    • #74

    Das sich besonders im Recht fühlen ist ein Bilden von Sinneslust, die meist richtig anstachelt. Dann ist es für Reflexion zu spät, man wird darunter leiden müssen, wenn es vorbei ist.

    Ich ist nicht leer oder tot.

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    • 17. August 2026 um 13:40
    • #75
    Qualia:

    Tut mir ja echt leid, aber wir sind wirklich alle nur Menschen

    Interessanter Satz! Aber wir sind da nicht alleine. Bei Tieren bis zu einem bestimmten Level findet das ebenso statt.


    Wut ist mehr als eine Abwehrreaktion. 3 Komponenten, nämlich (1) physiologische Erregung (Adrenalin, Herzfrequenz, Muskelspannung), (2) eine Handlungstendenz (Angriff statt Flucht), sowie (3) ein Erleben bei Menschen und höheren Tieren.


    Wichtig finde ich hier: Angriff statt Flucht, also Wut vs Angst. Einfach mal auf der Zunge zergehen lassen. Warum sollte ich mir dieser nützlichen Dinge, die mir die Natur gegeben hat, entledigen?


    Die Handlungstendenz geht erstaunlich tief runter bis zu Fruchtfliegen und Ameisen. Hummer kämpfen um Rang (wie hier im Forum; wir sind also wie die Hummer). Der Verlierer verhält sich danach messbar anders. Das sieht von außen aus wie Niedergeschlagenheit.


    Aus einer buddhistisch-naturalistischen Perspektive ist das übrigens ein hübscher Befund: Dosa setzt offenbar einen Apparat voraus, der Zustände über den Moment hinaus festhalten kann. Der Einzeller kann nicht wütend werden, weil er nichts festhalten kann. Er reagiert und ist fertig damit. Man könnte boshaft sagen, das Pantoffeltierchen hat mühelos, was der Meditierende sich mühsam erarbeitet: es lässt sofort los. Nur eben, weil da nichts ist, das greifen könnte.


    Und, ganz ehrlich, ich bin immer wieder fassungslos, wenn sich ein Buddhist zum Pantoffeltierchen machen möchte, statt sich mal damit auseinander zu setzen, was ihm die Natur mitgegeben hat und wofür das gut ist.

Ausgabe №. 136: „Liebe & Loslassen"

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