(Selbst moderiert)
Vor einigen Jahren gab Quark seinem Kumpel Quork den Tipp, einfach mal nachzusehen wie es sich mit diesem Phantom hinter den Augen namens "Sehender" denn nun wirklich verhält. In Folge dessen entschied sich Quorks nach unzähligen Suchdurchläufen zur nicht verdinglichten Nichtmeditation und just wurde selbst-klares Wissen temporär offenbar. Quorks pflegte diese Sicht durchaus sorgfältig und so dehnten sich die temporären Phasen über längere Zeiträume hinweg aus. Nun treffen sie sich wieder. Sofort zeigt Quark mit dem Finger auf Quorks Augen: "Zeig mit deinem Finger wohin mein Finger zeigt!" Quorks tippt auf Quarks Finger: "Das spielt von sich aus keine Rolle. Da vorne ist der Finger, sehe also den Finger da vorne, so wie man eben den Finger da vorne sieht. Dieser Fakt, dieses von sich aus klare Wissen und somit die Situation so wie sich präsentiert und immer schon präsentiert hat." Quark antwortet: "Gut. Jetzt tätige den letzten Schritt. Heute Nacht siehst du in die Dunkelheit, so wie man eben in die Dunkelheit sieht. Und am morgigen Tage siehst du in den blauen Himmel, so wie man eben in den blauen Himmel sieht. Sicherlich haben sich solche Situationen schon öfter ergeben und du weißt bereits worauf ich hinaus will?" Quorks nickt: "Ich weiß was du meinst!"
Quarks erwidert: "So weißt du bereits, daß in Anbetracht dessen was sich in Folge präsentiert deine bisherige nicht verdinglichte Nichtmeditation nur eine Trockenübung war. Dabei ist selbst-klares Wissen zwar offenbar, aber den Sinnen erscheint es nicht so. Mit anderen Worten, selbst-klares Wissen wird noch nicht "direkt gesehen". Darum ist die Sicht temporär und in Anbetracht dessen wie es sich in Dunkelheit oder am klaren Himmel präsentiert auch noch ziemlich theoretisch. Die Sinnesinformationen bedürfen also noch eines Abgleichs mit der Sicht. So kann sich der Rest an Wolken verziehen, welche durch Nichtwissen bedingt entstanden sind. Quorks entgegnet: "Du sprichst also von diesen einfach so enstehenden Gebilden während der nicht verdinglichten Nichtmeditation in Dunkelheit oder auch Angesichts des blauen Himmels? Du hast recht. Als das Erscheinen dieser Gebilde ist Wissen und somit die Natur der Gebilde selbst-klar. Einfach so. Die Natur ist klar, als die Erscheinung selbst. Und genau das wird in Gegensatz zu deinem Fingerzeig nun auch "direkt gesehen". Die Gebilde sind selbst-klar im Sinne von Wissen und damit unaufdrechselbar im Sinne dessen wie es sich präsentiert, weder vor mir noch in mir noch irgendwo dazwischen sondern kommen und gehen "aus der Natur".
Quarks antwortet sichtlich erleichtert: "So ist es. Will man es jemanden erklären, wird es niemand verstehen. Trotzdem ist da gar nichts dabei. Wissen ist offenbar und man sieht in die Dunkelheit, so wie man eben in die Dunkelheit sieht. Wissen ist offenbar und man sieht in den blauen Himmel, so wie man eben in den blauen Himmel sieht. Wissen ist offenbar und man sieht die Gebilde, so wie man eben die Gebilde sieht. Einfach so. Und genau das wird als diese Gebilde nun auch "direkt gesehen". Selbst wenn sie im Laufe der nicht verdinglichten Nichtmeditation anwachsen und sich als lebhaft buntes Szenario zeigen, von sich aus ist da kein Greifen nach ihnen. Woher auch. Selbst wenn sich einfach so und ganz natürlich andere Leben und andere Welten in voller visueller und auditorischer Klarheit zeigen, so kommt und geht auch dieses Szenario als selbst-klare Natur frei von Greifen und konzeptueller Verdinglichung. Was selbst-klar ist, ist die Natur des Szenarios als dieses Szenario." Quorks denkt kurz nach und hebt eine Augenbraue: "Ist nicht auch im Palikanon von solchen lebhaften Szenarien die Rede? Auch dort wird berichtet daß dabei kein Greifen und somit Verdinglichen von Vorstellungen stattfindet. Auch dort geht es nicht wirklich um den konkreten Inhalt dieses Szenarios, sondern um den Fakt daß es selbst-klare Natur ist welche erscheint. Eben frei von Greifen, als offenbares Wissen.
Quarks erwidert: "Warum sollten sich deine Einsichten von denen Gautama Buddhas unterscheiden? Aber immer schön langsam mit den Pferden. Mach dich auf und lass es sich vollständig zeigen. Bevor wir uns in ein paar Jahren wiedersehen, gebe ich dir noch eine Metapher mit auf den Weg." Er füllt ein Glas mit Wasser und stellt einen Strohhalm rein. Den hat er für solche Fälle immer dabei: "Der Strohhalm erscheint gebrochen obwohl man weiß daß er gerade ist. So verhält es sich mit deiner nicht verdinglichten Nichtmeditation ohne diese einfach so entstehenden Gebilde." Dann nimmt er den Strohhalm aus dem Wasserglas: "Und so verhält es sich mit deiner nicht verdinglichten Nichtmeditation in Anbetracht dieser einfach so entstehenden Gebilde die ich fortan Vision nenne. Wie könnte in Anbetracht des geraden Strohhalms selbst-klares Wissen temporär sein? Wie könnte sich diese Welt und dieser Körper nun zeigen wenn nicht als selbst-klare Vision? Du siehst, diese Nichtpraxis ist erforderlich."
