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  1. Buddhaland Forum
  2. Railex

Beiträge von Railex

  • Sich gut fühlen

    • Railex
    • 17. Februar 2026 um 11:22

    Ich glaube nicht, dass es sich hier um eine "moralisch korrekte" Angelegenheit handelt und der Begriff " Erleuchtung " ist ziemlich unscharf.


    Es ist anzunehmen, dass alle Wesen nach Glück streben und das beinhaltet sicherlich sich "gut zu fühlen".

    Als Buddhist nach meinem Verständnis, geht es mir aber als Hauptmotivation darum, dass erlebte Leiden für mich und alle fühlenden Wesen in meinem Wirkungskreis zu vermindern.

    Das ist mein ganzes Interesse; nur "gut fühlen" für mich allein, wäre zwar schon viel Wert, aber da ich in Wechselbeziehung zu meinem Umfeld stehe, kann und möchte ich mein Sein nicht nur auf mich beziehen.


    Zweifel an dieser Ausrichtung habe ich nicht mehr, weil ich persönlich erlebt habe, dass die Befriedigung von sinnlichen Wünschen, die nur mir selbst zum Vergnügen dienen, auf Dauer unbefriedigend sind.


    :rad:

  • Achtsamkeit: Auf was?

    • Railex
    • 16. Februar 2026 um 16:26
    Hotte:

    Achtsamkeit ist für mich, den inneren Impuls zu bemerken, bevor er zur Handlung wird.

    Danke Hotte , bündig formuliert :like:der innere Impuls findet nämlich innerhalb der 5 Skandhas statt und wenn wir den Impuls rechtzeitig "bemerken", können wir ihn im Sinne des Dharmas heilsam beeinflussen, das ist mMn. der Hauptsinn von Achtsamkeit im Buddhismus, als" Werkzeug zur Hinlenkung" des Rechten Tuns, Rechter Gesinnung, Rechter Anstrengung.

    Das Training erfordert Rechte Sammlung, die Motivation dafür die Rechte Einsicht und somit bezieht sich alles im 8fachen Pfade aufeinander und bedingt sich, wie es mukti ebenfalls erwähnte.

    Da fehlt nichts mehr außer Praxis :rad:

  • Warum der Buddhismus in Indien verschwand

    • Railex
    • 16. Februar 2026 um 14:51
    Railex:

    Ich glaube auch mal gehört zu haben, dass Hindus den Buddha in ihrem Kosmos einfach als eine Heiligenerscheinung von vielen ihrer Götter/Erwachten etc. integriert haben und akzeptieren und respektieren, aber nicht hauptsächlich verehren oder gar speziell ablehnen.

    Dr. Hans Wolfgang Schuhmann schreibt dazu in seinem Buch" Buddhismus-Stifter,Schulen und Systeme" :


    " Im 9.Jahrhundert unternahm der Hinduismus eine Gegenmission. Buddhistisches Gedankengut wurde in den Hinduismus aufgesogen und der historische Buddha Gautama zur Neunten Inkarnation (avatāra) des Gottes Viṣņu erklärt.

    Was einst am Buddhismus angezogen hatte, war weitgehend nun im Hinduismus zu finden.


    "Den Todesstoß erhielt der indische Buddhismus vom Islam. Während der Hinduismus, der seinen Rückhalt im häuslichen Ritual hat, aufgrund seiner Diffusität nicht zu treffen war, wurde der Buddhismus um das Jahr 1300 herum durch das Abbrennen seiner Klöster und Bibliotheken und durch das Hinmorden seiner Mönche zerstört.

    In Indien ist er seitdem nicht mehr zu Hause."


    :rad:


    Edith: und noch zur Ergänzung für Pilgerreisende-" Das am vollständigsten erhaltene buddhistische Textdokument, der Kanon in der Pāli-Sprache, nennt (in D 16,5,8 und A 4,118) nur 4 "sehenswürdige und ergreifende" Orte, die der Pilger besuchen sollte, nämlich die Geburtsstätte des Buddha (Lumbinī), der Ort seiner Erleuchtung (Bodh Gayā), die Stätte seiner ersten Predigt (Sārnāth) und den Platz seines Paranibbāna (Kusināra)."

    "Auf den Spuren des Buddha Gotama" Dr. Schuhmann


    Ich war 1997 in Sārnāth, dem Ort seiner ersten Predigt, unweit von Varanasi und war zwar beeindruckt an diesem Ort zu weilen, aber spürte den Schmerz, dass dies eben auch nur ein vergänglicher Ort ist, sehr deutlich.


    :rad:

  • Warum der Buddhismus in Indien verschwand

    • Railex
    • 16. Februar 2026 um 10:04

    Ich glaube auch mal gehört zu haben, dass Hindus den Buddha in ihrem Kosmos einfach als eine Heiligenerscheinung von vielen ihrer Götter/Erwachten etc. integriert haben und akzeptieren und respektieren, aber nicht hauptsächlich verehren oder gar speziell ablehnen.


    Ähnlich wie im Islam, wo man ja auch Jesus als einen von vielen Propheten kennt, aber sich auf Mohammed spezialisiert hat.

  • Warum der Buddhismus in Indien verschwand

    • Railex
    • 16. Februar 2026 um 09:20
    JoJu91:

    Ein Hindu würde vielleicht argumentieren, dass Zeit und Ewigkeit zwei völlig verschiedene Dinge sind. Ewigkeit ist unveränderlich und gleichzeitig.

    Diese Argumentation verstehe ich leider nicht, wie kann Ewigkeit von Zeitlichkeit getrennt sein, wenn sie auch noch gleichzeitig existieren soll?

    Ich sehe da eine untrennbare Verbindung.


    Ich kenne leider keine Hindus, die ich fragen könnte, warum sie den Buddhismus ablehnen bzw. den Hinduismus bevorzugen, es gibt bestimmt viele, auch ganz persönliche Gründe.

    Bzgl. des Eternalismus habe ich nur angenommen, dass sich da das menschliche Bedürfnis, bzw. die Gier nach Sein darstellt, woran sich das Ich binden möchte.


    Aber habe ich auch nur vermutet:?


    Wenn man natürlich sich als Hindu ,als reines Bewusstsein, jenseits von Raum und Zeit versteht :om:, dann ist der Buddhismus in seiner Phänomenologie:rad: ,wahrscheinlich gar nicht notwendig.

  • Warum der Buddhismus in Indien verschwand

    • Railex
    • 16. Februar 2026 um 07:54

    Der von mir sehr geschätzte Indologe und Religionswissenschaftler Dr.Hans Wolfgang Schuhmann, der einige sehr fundierte Bücher zum Buddhismus veröffentlichte, schreibt im Nachwort seines Buches "Auf den Spuren des Buddha Gotama- Eine Pilgerfahrt zu den historischen Stätten" :


    "Woher rührt es, dass das Wort des Buddha für so viele Millionen Menschen zum heiligen Wort wurde?

    Wie ist Gotamas Botschaft beschaffen, dass sie noch nach zweieinhalbtausend Jahren die Herzen zum Leuchten bringt?


    Gewiss spielten für ihren Erfolg die sozialen und politischen Gegebenheiten der Buddhazeit eine Rolle, aber ebenso war es der Zauber der Persönlichkeit des Meisters, der sein Wirken zum Ereignis machte.

    Wer immer ihm begegnete, war vom Adel seines Denkens und seiner Erscheinung und von der Rationalität seiner Lehre fasziniert und geneigt in die Lobesformel seiner Anhänger einzustimmen: "Er ist der Erhabene, Heilige, Vollkommen Erwachte- in Wissen und Praxis zu Hause, wohlgewandert und welterfahren, unübertrefflich als Lenker und Menschenzähmer, ein Lehrmeister für Götter und Menschen, (kurzum) ein Buddha Vollendeter!" ( D3.1Ip.87)


    Den Spuren des historischen Buddha nachzureisen, ist eine Freude, die mit Wehmut gemischt ist, denn wo der Meister einst wanderte, findet man zumeist Trümmer und Verlassenheit.

    Aber war nicht die Vergänglichkeit der Wesen und Dinge seine Botschaft gewesen?

    Hatte er nicht betont, dass auch der Dhamma dereinst vergessen, aber später aufs neue entdeckt würde?


    Mag Indien seinen großen Sohn aus dem Gedächtnis verloren haben, anderswo in Asien, aber auch bei vielen Menschen in Europa und Amerika, ist seine Botschaft lebendig.

    Freuen wir uns daran, wie ein überlegener Geist das Leiden der Welt und seine Ursachen durchschaute und aufzeigte, dass die Erlösung in uns selber liegt."


    :buddha::rad:

  • Achtsamkeit: Auf was?

    • Railex
    • 15. Februar 2026 um 21:25

    Danke für das Thema pano _()_


    Ich habe noch eine Lehrrede im Sinn, die die rechte Achtsamkeit so erklärt hat: "sitzend, weiß er,dass er sitzt, stehend, weiß er, dass er steht usw." auch für alle Sinne....


    Wichtig ist Achtsamkeit schließlich deshalb, um die rasante Abfolge der 5 Skandhas zu verlangsamen, um bei unheilsamen Potenzialen zu stoppen, sie nicht zu ergreifen und diese in heilsame Potenziale umzulenken.


    So ergänzt die rechte Anstrengung die rechte Achtsamkeit im 8fachen Pfad.

    So habe ich es verstanden und eigentlich fehlt da nichts.

  • Rechte Rede

    • Railex
    • 15. Februar 2026 um 18:47

    Man sollte vielleicht auch öfter bedenken, ob es überhaupt notwendig ist, sich zu äußern bzw. der richtige Zeitpunkt.

    Hab ich mal in einem Buddhismus Grundkurs gelernt :)

  • Warum der Buddhismus in Indien verschwand

    • Railex
    • 15. Februar 2026 um 15:09

    Samadhi1876 , vielleicht wirklich was dran, weil es in diesen südostasiatischen Ländern oder Tibet etc. keine so starke Konkurrenz gab, wie den Hinduismus in Indien.


    Der Buddha hat zudem den Hindus ihren geliebten Eternalismus genommen : Atman=Brahman, das wahre Selbst, identisch mit der absoluten,ewigen Realität- stattdessen Shunyata.bzw Nicht-Selbst.


    Im Buddhismus gibt es diesen Anker in der Ewigkeit für das "Ich" nicht mehr, das kann ängstigen, die Menschen suchen aber Trost und Halt.

    Außerdem ist Buddhismus anstrengend, weil man persönlich an seinem Geist arbeiten muss, Rituale bei Brahmanen und Gebete zur Erlösung sind bequemer.


    pano ,ich halte die reine Lehre nicht für eine Illusion.

    Im Dharma Mudra ist mit anicca, dukkha und anatta, seit ingang setzen des Dhammas, alles klar und ausreichend dargelegt, was bei hinreichendem Verständnis zur Befreiung vom Leiden notwendig ist.:rad:

  • Zweifel

    • Railex
    • 15. Februar 2026 um 13:49

    Das hast du sehr gut und nachvollziehbar dargestellt Monikamarie ,und der neurowissenschaftliche Aspekt den du hier erwähnst :

    Monikamarie:

    Und die Hirnforschung zeigt ja auch, dass es kein ICH gibt, dass sich entscheidet. Die Entscheidung ist vor der Wahrnehming bereits gefallen.


    Und ich empfinde mein gesamtes Leben schon seit mindestens 30 Jahren als "geführtes Leben". Dafür bin ich sehr dankbar.


    So What :erleichtert:

    _()_

    Alles anzeigen

    ist ebenfalls sehr interessant und mehrdimensional, weil es dem Zweifel sehr viel Grundlage entzieht, indem er das "ICH" und den freien Willen berechtigt infrage stellt und der Mensch somit die Vorzüge (keine Schuldgefühle z.b.) des " geführten Lebens" genießen kann und sich Schritt für Schritt auf die heilsamen Aspekte der Geistesschulung konzentrieren kann.


    Sehr schön, Danke _()_

  • Zweifel

    • Railex
    • 14. Februar 2026 um 21:25

    Danke Anna Panna-Sati _()_

    Du bist sehr gründlich :oops: Ich hatte auch erst "skeptischer Zweifel " von Ayya Khema da stehen, das schien mir dann aber iwie doppelt gemoppelt und deshalb habe ich es in "lähmenden Zweifel" umbenannt :angel:


    Beide Formulierungen bedeuten aber in der Praxis, dass sie Hemmnisse darstellen, in Vertrauen und Verwirklichung des buddhistischen Weges und kann vielleicht so benannt werden :rad:

  • Zweifel

    • Railex
    • 14. Februar 2026 um 16:26

    Der "lähmende Zweifel" gehört zu den 5 Hindernissen auf dem Weg zur Befreiung aus buddhistischer Sicht, neben Sinneslust, Übelwollen/Widerstand, Aufgeregtheit des Geistes/Gewissensunruhe und Trägheit/Mattheit des Geistes.


    Der lähmende Zweifel, z.b. an sich selbst, an der Lehre,am Weg und an der Praxis, kann in Entscheidungsunfähigkeit und in spiritueller Stagnation münden.


    Wenn der Zweifel es nicht schafft einen neuen Weg aufzuzeigen, sondern nur lähmt, würde ich ihn als unweise/unreif bezeichnen.


    Wenn der Zweifel allerdings verhindert, unkritisch zu sein, sondern konstruktiv und aufmerksam Argumente abwägt und dabei hilft seiner eigenen Vernunft, Wahrhaftigkeit und spirituellen Entwicklung Rechnung zu tragen, würde ich ihn als weise/reif bezeichnen.

    Der Zweifel gilt als eine anthropologische Voraussetzung,bzw.ein Antrieb, um Philosophie zu betreiben.


    Als "Versteck" könnte Zweifel dienen,wenn man keine endgültige Entscheidungen im Leben treffen möchte, er könnte vielleicht dienlich sein, wenn man ein Charakter ist, der sich nicht festlegen möchte, misstrauisch ist oder sich immer alles offen halten möchte bzw. einfach allem im Leben ambivalent gegenüber steht.


    Kompensieren im psychologischen Sinne vielleicht, dass man keine endgültigen Verantwortungen übernehmen möchte.


    Edith: in der Philosophie gab es eine eigene Strömung, die des Skeptizismus, die letztlich zur Erkenntnis dienen sollte.

  • Über die Vergänglichkeit des Lebens.

    • Railex
    • 12. Februar 2026 um 12:21
    Igor07:

    Bei Martin Heidegger geht es um das "Man"( =niemand), das ist etwas Vages, etwas Verschwommenes, nicht Fassbares.

    Aber das Alter, Krankheit und Tod gehören mir, meiner Mein-ig-keit, meiner Eigentlichkeit. Dhamma kann man nur am eigenen Leib er-leid-en, durch den eigenen Leib erleben, erfahren, egal welche Diskussionen gehen verloren, wenn dieser wichtige Faktor außer Acht gelassen würde.

    Bei Heidegger geht es darum das "Man=das uneigentliche Leben" zu vermeiden und angesichts der Tatsache des Todes, sein Leben nach der "Geworfenheit" in diese Existenz, selbstbestimmt zu entwerfen, um ein authentisches, wahrhaftes und "eigentliches" Leben zu führen.


    Ein eigentliches Leben im heideggerschen Sinne, bedeutet ja gerade dieses Sein, als ein "Sein zum Tode", als die äußerste Möglichkeit des Daseins ,entschlossen anzunehmen, in einer Wahrhaftigkeit sich selbst gegenüber.


    Das Leben im "Man" bedeutet Zerstreuung und ein Ausweichen vor der Endlichkeit und bleibt uneigentlich.


    "Dem Dasein (menschliches Sein) geht es in seinem Sein um dieses Sein selbst".

    ....aus "Sein und Zeit".


    "Dasein" hat ein Verhältnis zum Sein, in Form von Sorge,Zweifel Angst (vor dem Tode), Schuld, Sinnfragen und Entscheidungen.


    Die Angst offenbart das Sein, der Tod individualisiert und enthebt den Menschen aus der uneigentlichkeit des "Man".


    Bei Heidegger ist das "Ich" eine Vollzugsweise zur Existenz und bei Buddha ein Bedingungsgefüge.

    Bei Beiden ein Geschehen oder Prozess.


    Heidegger bleibt phänomenologisch, während Buddha einen Weg zur Befreiung aufgezeigt hat.

    Konstitutiv ist die Tatsache des Todes in beiden Philosophien und die Existenz deshalb nicht neutral, sondern immer schon "angespannt".


    Allerdings "klärt" das Bewusstsein der Endlichkeit und lähmt nicht, es macht das Leben ernst (Heidegger) und ist Grundlage von Weisheit (Buddha).

  • Vergänglichkeit beinhaltet auch Geburt ?

    • Railex
    • 11. Februar 2026 um 20:11
    Kaiman:

    Guten Morgen Liebe Buddha Land Mitglieder,


    Bei den 5 täglichen Betrachtungen, hat der Buddha empfohlen sich Alter, Krankheit und Tod zu vergegenwärtigen.

    Ich finde das es einseitig auf den Verfall gerichtet ist.

    Geburt oder das werden/entstehen von den Dingen ist doch auch ein Aspekt von Vergänglichkeit.

    Wie seht Ihr das ?


    Ich wünsch euch einen Guten Start in den Tag und eurer Praxis.


    Gruß Kaiman

    Alles anzeigen

    Die 4!! täglichen Bewusstmachungen beinhalten:


    1.die Freude den Dharma zu kennen und praktizieren zu dürfen

    2. dass der Tod jederzeit eintreten kann

    3. das Gesetz von Ursache und Wirkung (Karma) anzuerkennen

    und 4. die Bewusstmachung, dass alle fühlenden Lebewesen in der Intensität und Allgegenwärtigkeit des Leidens miteinander verbunden sind.


    Da die Kenntnis des Dharmas beinhaltet, dass die menschliche Geburt sowohl Ursache des Leidens,als auch sehr wertvoll ist, um das Leiden zu überwinden, wird auch den entstehenden Prozessen Rechnung getragen.


    Oder hast du 5 andere Betrachtungen gemeint Kaiman ?

  • DBU und KdöR-Status - wollen wir das?

    • Railex
    • 8. Februar 2026 um 18:08

    Ich finde die 5% der DBU ernüchternd und das deutet ja auch darauf hin, dass viele ihr "eigenes Süppchen kochen", bzw. gar kein Interesse an einem Dachverband haben, der sie in der Öffentlichkeit präsentiert.


    Das mag an der Natur des Buddhismus liegen, Stichwort "Einzelkämpfer", oder "meine Sangha reicht mir" oder an der möglichen kontemplativen Ausrichtung des Buddhismus, im Gegensatz zu extrovertierteren oder missionarischen Bewegungen.


    Ich bedaure es trotzdem etwas, weil ja in Österreich z.b. sehr gute Erfahrungen damit gemacht wurden(#4) und es grundsätzlich der Verbreitung und dem Erhalt des Dharmas und dem sozialen Miteinander dienen könnte.


    Wenn andere Kleinstgruppen diesen Status für sich in Anspruch nehmen, sollte es eine Weltreligion allemal.


    Die 5% könnten ja mehr werden unter einer Körperschaft und ebenso könnten Einigkeit und Dialog wachsen, wenn man nur mal anfängt......

  • Geduld

    • Railex
    • 8. Februar 2026 um 05:37
    Helmut:
    Anna Panna-Sati:

    In der Praxis zeigt sich "buddhistische" Geduld in erster Linie durch das ruhige, aber aktive, Ertragen widriger Umstände, von physischen und psychischen Schmerzen, negativen Verhaltens Anderer usw., sowie Durchhalten im Sinne von standhafter Ausdauer,

    OHNE in Emotionen wie Ärger, Wut oder gar Hass zu verfallen.


    Um dazu imstande zu sein, muss der Geist allerdings schon einen hohen Grad von Läuterung und Klarheit aufweisen, also Gelassenheit als innere Haltung verwirklicht haben, welche die Geduld, Schwieriges unerschütterlich durchzustehen, erst möglich macht...

    Ich finde, dies trifft die Bedeutung von Geduld im Kontext des Dharma sehr gut, weil die Tugend bzw. die Vollkommenheit der Geduld in diesem Kontext eine Qualität unseres Geistes ist, die dadurch gekennzeichnet ist, dass man die Ruhe und die Ausgeglichenheit des eigenen Geistes bewahrt angesichts

    • von Schwierigkeiten, die man durch Schädiger erfährt
    • von Schwierigkeiten, die einem durch Leiden entstehen
    • von Schwierigkeiten bei der Dharmapraxis.

    Noch ein Zitat aus Zusammenfassung der Vollkommenheiten von Aryasura zu den Vorteilen der Geduld:

    "Die Geduld schützt vollständig vor den Nachteilen der Wut.

    Sie ist ein edler Schmuck für die Mächtigen.

    Sie ist die erhabene Stärke derer, die Askese üben.

    Sie ist der Wasserstrom, um das heftige Feuer des Übelwollens zu löschen.

    Alles anzeigen


    Vielleicht könnte man diesen Aspekt der Geduld, den des "Durchhaltens und Ertragens" in der gelungenen Praxis, dann als ein "Aushalten ohne Reaktion" benennen, weil es ja unbedingt darum geht ,die stärkste negative Emotion, nämlich Ärger, der infolge böswillige Gedanken bedingt, die in Hass übergehen können, zu vermeiden.

  • Geduld

    • Railex
    • 7. Februar 2026 um 20:23
    KarmaHausmeister:

    Ich frage mich: Wann ist Geduld Weisheit und wann schlicht aufgeschobene Klarheit?

    Wann ist Geduld Weisheit?

    Ich greife mir mal diesen Teil der Frage heraus.


    Wenn ich Ringu Tulku Ringpoche in seinem Buch " The Six Paramitas " richtig verstanden habe, dann ensteht Geduld durch Weisheit dadurch, dass man die Ursachen versteht, die die Geduld gefährden.


    Einsicht, dass Menschen aus Unwissenheit, Schmerz und Gewohnheit handeln, sowie durch die Bewusstmachung der Vergänglichkeit und des abhängigen Entstehens.


    Verständnis für die Verschiedenheit der Phänomene und die Erkenntnis, dass Ärger, der die Geduld gefährdet,schlicht nutzlos und sogar ein Hindernis ist, für die Minderung des Leidens und die Entwicklung von Gleichmut.


    Geduld als Weisheit durch Einsicht und Verstehen.

  • DBU und KdöR-Status - wollen wir das?

    • Railex
    • 7. Februar 2026 um 18:49

    Ich kenne die DBU nur deshalb, weil ich das von ihr verfasste "Buddhistische Bekenntnis" in der Küche hängen habe und war im Rahmen der Spende jetzt das erste Mal auf deren Webseite.


    Ich war aber erstaunt, dass lt. KarmaHausmeister ,die DBU angeblich nur 5% aller Buddhisten in Deutschland repräsentiere.


    "Soka Gakkai" habe ich noch nie gehört, wie so vieles nicht und kann nichts weiter dazu sagen.

  • Freigebigkeit - nein Danke ... ?

    • Railex
    • 6. Februar 2026 um 18:18
    Helmut:

    Das Geben ist eine Geisteshaltung, die in einer freigebigen Lebenshaltung besteht. Da sie eine Geisteshaltung ist, sind die körperlichen und sprachlichen Handlungen nicht die Hauptaspekte der Freigebigkeit. Die geistige Haltung ist entscheidend. Sie besteht in der Bereitschaft, anderen zu deren Nutzen von seinem Besitz zu geben ohne an dem was man gibt festzuhalten.


    Freigebigkeit ist ein Gegenmittel gegen das begehrliche Anhaften und das verlangende Festhalten am Besitz.


    Darf ich fragen Helmut , welche Schrift es ist mit der du dich bzgl. der 6 Paramitas beschäftigst!?

    (Deine Eingangsthese ist eine interessante Feststellung, bzw.philosophische Spitzfindigkeit, aber da es im Buddhismus darum geht unheilsame Zustände zum erliegen zu bringen, würde ich aus dieser Sicht nicht von "schaden" sprechen, wenn unheilsame Zustände betroffen sind,sondern von "mindern" und das ist gewollt bzw. Dharma-Programm.)

    Mir ist aber klar, dass dir das auch klar ist ;)


    " Zufälligerweise" lese ich gerade " The Six Paramitas" von Ringu Tulku Ringpoche.


    Nach der Erklärung des Bodhisattva Ideals, behandelt er zuerst die Großzügigkeit, als erste Paramita und betont ebenfalls, wie in deinem Zitat, was ich eingefügt habe, dass es weniger um materielles Geben geht, sondern es beginnt mit dem geistigen "Loslassen des Festhaltens".

    Was im Geist dargebracht wird weitet das Herz, was ohne Anhaften gegeben wird, macht frei.

    Wer sogar nicht mehr an seinen guten Taten festhält und anhaftet, erreicht die höchste Form der Großzügigkeit, erfüllt das Bodhisattva Ideal und gibt für alle Wesen und dies löst den Ich-Bezug.


    Großzügigkeit ist ein wichtiger Ausgangspunkt der Praxis, weil sie getragen sein soll, von dem Wunsch, Leiden zu mindern.

    Sie beginnt im Geist und sollte mit innerer Freude geschehen, sie erzeugt Selbstachtung, und ein Gefühl von Sinn, das ist nachhaltiger, als kurzfristiger Eigennutzen.


    Schutz, Freundlichkeit, Anerkennung, ein Lächeln oder ein gutes Wort, können wertvoller sein, als materieller Besitz.


    _()_

  • DBU und KdöR-Status - wollen wir das?

    • Railex
    • 5. Februar 2026 um 18:16

    Danke KarmaHausmeister für die Darlegung deiner Argumente.


    Es verdeutlicht mMn. wie komplex weltliche Strukturen, speziell in Organisationen sind und wie vielfältig in ihren Auswirkungen.

    Vieles davon ist mir persönlich absolut unbekannt und ich hab in guter Absicht gespendet, mit dem Wunsch für eine gute Verwendung der Mittel.


    Ein offener Ethikunterricht wäre natürlich auch sehr zu begrüßen._()_

  • DBU und KdöR-Status - wollen wir das?

    • Railex
    • 4. Februar 2026 um 21:36

    Danke für die Aufklärung zur Sache _()_


    Habe etwas gespendet, um dieses Anliegen zu unterstützen.

    Halte es für sinnvoll, wenn Buddhismus auch in Deutschland auf Augenhöhe mit anderen Religionen anerkannt und optional z.b auch buddhistischer Religionsunterricht angeboten wird.


    Mir persönlich fehlt zwar nichts, seit ich aus der Kirche ausgetreten bin und später Zuflucht genommen habe, aber für die Bewusstmachung in der Gesellschaft, zur Pflege des Dharmas und um Menschen, wie void es geschildert hat, in verschiedenen Situationen des sozialen Miteinanders eine angemessene Berücksichtigung zu bieten, halte ich es für unterstützenswert.

  • Tod und Vergänglichkeit

    • Railex
    • 3. Februar 2026 um 16:42

    Dass der Tod jederzeit eintreten kann, ist die eigentliche Bewusstmachung der aufgeführten 4 täglichen Bewusstmachungen, wie ich sie gelernt habe und in Beitrag #6 erwähnte.


    Bekannt ist auch der lateinische Sinnspruch, den man noch häufiger auf Friedhöfen oder Kirchen findet: "vigilate, quia nescitis diem neque horam"- wachet, denn ihr wisst weder Tag noch Stunde.


    In der Barockzeit spielt die Bewusstmachung der Vanitas (Vergänglichkeit) ebenfalls eine größere Rolle und formulierte sich in dem Sinnspruch: memento mori, carpe diem- eingedenk des Todes, nutze den Tag.


    mukti , die von dir erwähnte Illusion, dass man glaubt, es träfe einen nicht, ist mMn. ähnlich wundersam, wie der Glaube, man hätte unendlich Zeit.


    Ich vermute es ist psychologisch sogar eine sinnvolle Verdrängung, die den "Normalsterblichen" hilft, das Leben im Alltag unbeschwert zu genießen.


    Die Bewusstmachung der Vergänglichkeit und des ständig drohenden Todes, hat für Buddhisten aber eine andere Komponente, nämlich die Erkenntnis, dass vergängliches auf Dauer nicht befriedigen kann, inkl. unserer eigenen Person und die Dringlichkeit, diese Erkenntnis zu verwirklichen, um Befreiung vom Leiden zu erreichen.

  • Tod und Vergänglichkeit

    • Railex
    • 3. Februar 2026 um 11:31

    In der Morgenmeditation, meist mit meiner Lebenspartnerin, spreche ich immer die 4 täglichen Bewusstmachungen und da gehört 1. das Todesbewusstsein bzw. unsere Vergänglichkeit mit dazu, neben 2. der Freude darüber, den Dharma kennen und praktizieren zu können, was 3. beinhaltet das Gesetz von Ursache und Wirkung anzuerkennen um 4. im Hinblick auf die Intensität und Allgegenwärtigkeit des Leidens aller fühlenden Lebewesen, zu begreifen, dass es Notwendig ist und die Möglichkeit besteht ,heilsame Absichten in Gedanken, Worten und Taten zu verwirklichen.


    Desweiteren haben mich in der Philosophie der Existenzialismus, speziell die Seins-Untersuchungen von Martin Heidegger sehr geprägt, die den Tod ernst nimmt und die Verantwortlichkeit des Menschen herausstellt, um ein authentisches Leben zu führen.

  • "Dürfen" Buddhisten das?

    • Railex
    • 3. Februar 2026 um 07:43

    Ich flirte gern und bringe mich damit manchmal selber in Verlegenheit, weil ich etwas anstoße, was ich nicht durchhalten kann oder eigentlich will.


    Der Grund ist wahrscheinlich, weil ich mich da besonders lebendig fühle und manchmal bei Komplimenten etc. durchaus auch Freude verbreite und mich daran erfreue, wenn mein Gegenüber strahlt.


    Rauchen, Alkohol und Drogen habe ich mir zwar komplett abgewöhnt, weil es mich in Frei-und Klarheit störte.

    Allerdings denke ich gerne an einige Erlebnisse unter Psilocybin und XTC zurück und schließe diese beiden Substanzen für die Zukunft nicht gänzlich aus, auch wenn ich momentan absolut kein Bedürfnis danach habe.

  • MN 72 An Vacchagotta über das Feuer

    • Railex
    • 3. Februar 2026 um 05:23

    Eine Lehrrede, die mich sehr beeindruckt hat und immer wieder einlädt, darüber nachzudenken.

    Auch im Vergleich zum Firesutta.


    In beiden Lehrreden ist das Feuer ein abhängig entstandener Prozess.


    In MN 72 existiert das Feuer nicht mehr, weil der Brennstoff erschöpft ist.

    Das zerstört metaphysische Spekulationen.


    Im Firesutta ensteht Leiden durch das Anhaften an die Sinne, die Sinneswelt ist der Brand und der Brennstoff ist Gier, Hass und Verblendung.


    In beiden Fällen ist das Verlöschen, das Ende der Bedingungen, die das Brennen ermöglichen.


    Wo kein Brennstoff ist,

    da ist kein Feuer-

    und keine Richtung mehr.


    :rad:

Ausgabe №. 136: „Liebe & Loslassen"

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