So habe ich gehört. Einst weilte der Erhabene in Sāvatthī, im Ostkloster, im Palast der Mutter des Migāra. Da begab sich Sakka, der Fürst der Götter, zum Erhabenen, begrüßte ihn ehrerbietig und stellte sich zur Seite. Zur Seite stehend sprach Sakka, der Fürst der Götter, zum Erhabenen: „Inwiefern wohl, Ehrwürdiger, ist ein Mönch kurzgefasst einer, der durch die Versiegung des Durstes befreit ist, der das äußerste Ziel erreicht hat, die äußerste Sicherheit vor dem Joch, der äußerste Heilige, der äußerste Vollender, der Höchste unter den Göttern und Menschen?“
Dieses Sutta beschreibt einen inneren Vorgang, den ich immer wieder in mir nachvollziehen kann. Sakka fragt den Buddha nach dem Kern der Befreiung. Die Antwort hat es in sich.
Da ist dieser eine Satz: Alle Dinge taugen nichts zum Festhalten. Das ist keine Theorie. Das ist eine Gebrauchsanweisung für den Alltag.
Wenn ich das wirklich höre und annehme, dann schaue ich mir meine Gefühle genau an. Ein angenehmes Gefühl stellt sich ein. Ich weiß, es ist schon im Entstehen wieder im Vergehen begriffen. Ein schmerzhaftes Gefühl meldet sich. Ich sehe, es ist nur eine vorübergehende Welle. Selbst dieses langweilige Dahindämmern, dieses weder-wohlig-noch-weh, ist nichts Bleibendes.
Ich übe mich darin, bei jedem dieser Gefühle hinzuschauen, wie sie sich auflösen. Die Anziehungskraft verliert ihren Biss. Der Ärger verpufft. Ich lasse los, Stück für Stück.
Das Entscheidende passiert in diesem Loslass-Prozess. Wenn ich nichts mehr umklammere, gibt es nichts, was mich erschüttern könnte. Dieses innere Gezitter, dieses ewige Bangen um das, was ich habe oder nicht habe, es hört auf.
Der Buddha sagt, dass man dann in sich selbst das Erlöschen spürt. Die Gewissheit stellt sich ein. Die alte Suche ist zu Ende. Was getan werden musste, ist klar erkennbar. Es gibt kein Hinauszögern mehr. Der Pfad liegt offen da, und das Ziel ist nicht mehr fern, es ist in jedem Augenblick der Hingabe gegenwärtig. 🙏