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Majjhima Nikāya 37, Cūḷataṇhāsaṅkhayasutta

  • Upasaka Dhammavicayo
  • 30. August 2026 um 07:24
  • Zum letzten Beitrag
  • Upasaka Dhammavicayo
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    • 30. August 2026 um 07:24
    • #1

    So habe ich gehört. Einst weilte der Erhabene in Sāvatthī, im Ostkloster, im Palast der Mutter des Migāra. Da begab sich Sakka, der Fürst der Götter, zum Erhabenen, begrüßte ihn ehrerbietig und stellte sich zur Seite. Zur Seite stehend sprach Sakka, der Fürst der Götter, zum Erhabenen: „Inwiefern wohl, Ehrwürdiger, ist ein Mönch kurzgefasst einer, der durch die Versiegung des Durstes befreit ist, der das äußerste Ziel erreicht hat, die äußerste Sicherheit vor dem Joch, der äußerste Heilige, der äußerste Vollender, der Höchste unter den Göttern und Menschen?“


    Dieses Sutta beschreibt einen inneren Vorgang, den ich immer wieder in mir nachvollziehen kann. Sakka fragt den Buddha nach dem Kern der Befreiung. Die Antwort hat es in sich.

    Da ist dieser eine Satz: Alle Dinge taugen nichts zum Festhalten. Das ist keine Theorie. Das ist eine Gebrauchsanweisung für den Alltag.

    Wenn ich das wirklich höre und annehme, dann schaue ich mir meine Gefühle genau an. Ein angenehmes Gefühl stellt sich ein. Ich weiß, es ist schon im Entstehen wieder im Vergehen begriffen. Ein schmerzhaftes Gefühl meldet sich. Ich sehe, es ist nur eine vorübergehende Welle. Selbst dieses langweilige Dahindämmern, dieses weder-wohlig-noch-weh, ist nichts Bleibendes.

    Ich übe mich darin, bei jedem dieser Gefühle hinzuschauen, wie sie sich auflösen. Die Anziehungskraft verliert ihren Biss. Der Ärger verpufft. Ich lasse los, Stück für Stück.

    Das Entscheidende passiert in diesem Loslass-Prozess. Wenn ich nichts mehr umklammere, gibt es nichts, was mich erschüttern könnte. Dieses innere Gezitter, dieses ewige Bangen um das, was ich habe oder nicht habe, es hört auf.

    Der Buddha sagt, dass man dann in sich selbst das Erlöschen spürt. Die Gewissheit stellt sich ein. Die alte Suche ist zu Ende. Was getan werden musste, ist klar erkennbar. Es gibt kein Hinauszögern mehr. Der Pfad liegt offen da, und das Ziel ist nicht mehr fern, es ist in jedem Augenblick der Hingabe gegenwärtig. 🙏

  • Qualia
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    • 30. August 2026 um 09:24
    • #2
    Upasaka Dhammavicayo:

    Ich übe mich darin, bei jedem dieser Gefühle hinzuschauen, wie sie sich auflösen. Die Anziehungskraft verliert ihren Biss. Der Ärger verpufft. Ich lasse los, Stück für Stück.

    Dann kommt die Analyse, denn ohne Nachsehen kann es kein Befreien von dukkha geben.


    Warum ist dieser Ärger, diese Erregung entstanden?

    Sie wurden geweckt durch eine Resonanz, die auf eine Sache oder Meinung wirkte, die ich für mich, mein Selbst, gehalten habe.

    Etwas, das ich für beständig, befriedigend und zu meinem Ich gemacht habe. Die Übung des Loslassens bezieht sich ausschließlich auf diese Ich gewirkten Verfestigungen.


    Besitzanzeigende Verben machen das deutlich, wenn ich sie auf imaginäre, immaterielle, metaphysische, mythologische, subjektive Dinge beziehe. Meine/deine Meinung, mein/dein Glaube, meine/deine Wahrheit usw.


    Im Alltag wissen wir Entstehen, Andauern und Vergehen. Das ist vollkommen normal und entspricht unserem Leben. Alles, was ich habe, wird vergehen, auch wenn ich es so lange wie möglich bewahre und stütze.


    Der Satz „Alles ist Erscheinen im Jetzt.“ ist beim Bewahren nicht hilfreich, macht mir aber bewusst, dass Entstehen, Andauern und Vergehen auch im Jetzt geschehen.


    Wir ärgern uns erst, wenn jemand oder ein Ereignis, dem wir einen handelnden Geist zugeschrieben haben (Katastrophen), unsere Verblendung, dass wir jemand oder etwas sind, wegnehmen will oder missachtet.

    Ich ist nicht leer oder tot.

    Qualia ist offen und frei,

    für sein ergreifen, festhalten, loslassen,

    für das ergriffen, festgehalten, verlassen werden.

  • mukti
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    • 30. August 2026 um 10:07
    • #3

    Ein Problem ist, dass man ohne Freude nicht leben kann. Solange man das Glück der Loslösung nicht erfährt, muss man weltliches Glück ergreifen. Gerade dadurch behindert man aber die Entwicklung dieses überweltlichen Glücks. Also muss man sich mit Vertrauen, Erkenntnis und Willenskraft um Entsagung bemühen und der Spur des höheren Glücks folgen, das sich langsam entwickelt. Das kann ein langer und schwieriger Vorgang sein.

    Mit Metta, mukti.


  • Qualia
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    • 30. August 2026 um 10:20
    • #4
    mukti:

    Ein Problem ist, dass man ohne Freude nicht leben kann. Solange man das Glück der Loslösung nicht erfährt, muss man weltliches Glück ergreifen. Gerade dadurch behindert man aber die Entwicklung dieses überweltlichen Glücks. Also muss man sich mit Vertrauen, Erkenntnis und Willenskraft um Entsagung bemühen und der Spur des höheren Glücks folgen, das sich langsam entwickelt. Das kann ein langer und schwieriger Vorgang sein.

    Ich bin mir absolut sicher das jeder Erwachsene die Erleichterung erfahren hat bei dem Gedanken: „Das ist gar nicht mein Problem! Ich habe es zu meinem gemacht.“


    Diese Erfahrung nennt man Erleuchtung. Bei der Ersten bemerkt man noch nicht das man fast sofort ein anderes Problem zu seinem macht und sich wieder in Bemühen und Entsagung/Askese begibt. Doch die Befreiung vom ersten Problem ist noch durchleuchtend und man kann, wenn man es sieht, sich immer öfter von Problemen und Dingen befreien, die man zu seinen gemacht hat. Der letzte Schritt ist, zu erkennen das man nicht die Person ist, sondern dass meine Person nur eine Rolle ist. Ich bin immer nur ich. Alles andere ist Samsara, in dem, mit und durch das ich lebe, niemals mehr Samsara bin.

    Ich ist nicht leer oder tot.

    Qualia ist offen und frei,

    für sein ergreifen, festhalten, loslassen,

    für das ergriffen, festgehalten, verlassen werden.

  • mukti
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    • 30. August 2026 um 10:50
    • #5
    Qualia:

    Ich bin mir absolut sicher das jeder Erwachsene die Erleichterung erfahren hat bei dem Gedanken: „Das ist gar nicht mein Problem! Ich habe es zu meinem gemacht.“


    Diese Erfahrung nennt man Erleuchtung. Bei der Ersten bemerkt man noch nicht das man fast sofort ein anderes Problem zu seinem macht und sich wieder in Bemühen und Entsagung/Askese begibt. Doch die Befreiung vom ersten Problem ist noch durchleuchtend und man kann, wenn man es sieht, sich immer öfter von Problemen und Dingen befreien, die man zu seinen gemacht hat. Der letzte Schritt ist, zu erkennen das man nicht die Person ist, sondern dass meine Person nur eine Rolle ist. Ich bin immer nur ich. Alles andere ist Samsara, in dem, mit und durch das ich lebe, niemals mehr Samsara bin.

    Da beschreibst du gut das Prinzip finde ich. Wenn der Gedanke "Das ist gar nicht mein Problem" eine direkte Erkenntnis ist, verschwindet das Problem.

    Damit der Gedanke, dass man nicht die Person ist, zu einer direkten Erkenntnis wird, bedarf es nach meiner Erfahrung der Bemühung am gesamten achtfachen Pfad.

    Mit Metta, mukti.


Ausgabe №. 137: „Sorgen entsorgen?"

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