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Tantrische Symbolik

  • Igor07
  • 28. Mai 2026 um 17:37
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  • Igor07
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    • 28. Mai 2026 um 17:37
    • #1

    Tantra benutzt eine verschlüsselte und stark hermeneutische Sprache, um auf die innere Transzendenz und Nicht-Dualität hinzuweisen und diese auszudrücken. Für den gewöhnlichen Menschen kann diese Sprache unverschämt oder drastisch erscheinen. Genau deshalb wird Tantra so häufig missbraucht, auf reinen sexuellen Genuss reduziert und dadurch herabgesetzt.


    Wenn dort etwa von Ambrosia / amṛta oder von sexuellen Flüssigkeiten gesprochen wird, dann bedeutet dies eigentlich ein Symbol für Unsterblichkeit oder höchste Glückseligkeit.

    Und das Erlangen der Todlosigkeit ist das primäre Ziel im Buddhismus. Dafür brauche ich keinen Pali-Kanon zu zitieren. Das weiß jeder.


    Mit dem Ausdruck „Lebenskraft stärken“ ist als Ziel die innere Transformation der Energie gemeint.

    Denn alles stellt den Prozess des Werdens dar. Es gibt keinen inneren festen Kern in der Natur, sondern alles wandelt und verändert sich. Der Pali-Kanon spricht in diesem Zusammenhang über bhava, also rein technisch gesprochen.


    Es geht im Grunde genommen um die immense innere Kraft der Erkenntnis, also darum, dass auch Begierde, Hass, Wut oder Zorn innerlich transformiert beziehungsweise transmutiert werden können, um diese Todlosigkeit als Ziel zu erlangen und zu verwirklichen.

    Es handelt sich um eine sehr fortgeschrittene Praxis, die meistens geheim ist und nur durch einen Lehrer studiert, korrekt interpretiert und praktiziert werden sollte.

    Es geht um ein inneres, rein meditatives Ritual, das den sterblichen und vergänglichen Menschen – wie uns alle – innerlich unsterblich macht.


    Ich wollte noch dazu anmerken, dass viele Buddhologen wie Edward Conze oder Volker Zotz Tantra als die Krönung beziehungsweise den Gipfel der buddhistischen Tradition betrachteten, der nicht im Widerspruch zum früheren oder ursprünglichen Buddhismus steht – nach der Definition von Edward Conze im Buch Buddhistisches Denken.

    Mit niedrigen Trieben und deren Ausleben hat dies absolut nichts zu tun.


    Was wir heute im Westen beobachten, stellt vielmehr den Missbrauch der eigentlichen Lehre, ihre Entartung und ihre Vermarktung als Ware oder Produkt dar. Mit der eigentlichen Wahrheit hat das jedoch nichts zu tun.


    Tantra bedeutet eigentlich das Netz alles umfassender Beziehungen, Ge-webe-/n, wie es das Modell des holografischen Universums anders zur Sprache bringt. Wir sind alle miteinander verbunden und verwoben. Im Pali-Kanon kann man diesen Gedanken als die bedingte Entstehung betrachten.

    Diese innere Weisheit der Erkenntnis benutzt die verschlungene und manchmal auf den ersten Blick verworrene und auch verwirrende Sprache der Sexualität, aber es geht um die höchste mögliche Ebene, die einfach nicht aussprechbar und, wie ich denke, auch vom Verstand und seiner dualen Logik nicht ausdrückbar ist. Das motiviert mich zum Nachsinnen und Nachdenken und weist auf etwas in uns allen hin, das alle möglichen Lehren und Grenzen transzendiert und auch heilig macht.


    Noch einige Reflexionen zum Thema. Besonders drastisch und schockierend klingt auf den ersten Blick diese Stelle, wo es über die sexuelle Vereinigung mit allen Müttern und Schwestern geht. Lama A. Govinda erklärt aber, dass es hier eigentlich um die Überwindung der Dualität geht: Samsara gegenüber Nirvana, Subjekt/Objekt, Ich oder Selbst als feste Entität in mir drin gegenüber der sogenannten objektiven Welt da draußen, Form/Leere, Gut/Böse, Gestalt oder Ge-bild-e gegenüber dem Bild usw. Wir leben wie in so einer verpackten Welt der mentalen Karten und Schablonen, die wir meistens nicht hinterfragen. Tantra benutzt hier eine existenzielle Schocktherapie, um unseren Dünkel, unsere Arroganz und die Verblendung, als Ge-blendet-sein vom Schein, von der Illusion, zu erschüttern; es zieht uns den Boden unter den Füßen weg und wirft uns in den gähnenden Abgrund.

    An einigen Stellen liest man über das Töten, und ganz egal, wer das übersetzt, Englisch oder Deutsch, die Bedeutung ist eindeutig dieselbe. Aber wir alle essen Tiere, und wenn wir sterben, fressen die Würmer unsere Leichen, aber das stellt wiederum den Dünger, die Nahrung für die schöne Blume dar, und so geht es weiter. Das ist aber eine existenzielle Vorgehensweise, aber niemals die wörtliche.

    Diese Radikalität der Sutren des Tantra erinnert mich an den Ausdruck des Zen: Man sollte den Buddha töten und alle heiligen Bücher verbrennen. Nichts ist heilig, kein Verdienst — diese Stellen kennen alle Zen-Praktizierenden. Und niemand versteht das buchstäblich. Man kann das als geschicktes Mittel betrachten, um alle möglichen innerlichen Stützen und Halt, diese Festigkeit der Welt und ihre Vorhersehbarkeit und Steuerbarkeit in Frage zu stellen, also im Sinne von: Wo war dein Gesicht, bevor du geboren wurdest?

    An dieser Stelle wollte ich anmerken, dass Lama A. Govinda der persönliche Schüler von Nyanatiloka war. Er beherrschte einwandfrei Pali, also konnte er alles im Original lesen, und enorm viele andere Sprachen. Er war hier echt genial. Des Weiteren kann ich das Buch der Gespräche empfehlen, wo er das alles locker erzählt. O.W. Barth-Verlag, bitte zu googeln.

    Er kennt sich ausgezeichnet sowohl im Zen als auch in allen möglichen Richtungen des Mahayana aus.

    Und gerade deswegen konnte er so komplizierte Materie mit vielschichtigen Inhalten wie in einem Holon(Matrjoschka ) so präzise und dazu künstlerisch und sprachlich so darstellen, dass jeder, der sich nach der Wahrheit sehnt, verstehen kann, worum es geht.

    Über Kundalini.

    Vom traditionellen Standpunkt des Yoga geht es hier um die Vereinigung mit dem Schöpfer, im Sinne der Unio mystica, das Ein-s-sein. Im Buddhismus und Tantra geht es aber um die innere Weisheit, um die Ab-Lösung, als Ent-Werden, denn alle Götter sind vergänglich und gefangen im Rad des Samsara. Deshalb ist es so schwer, mit sprachlichen Mitteln das Wesen von Nirvana auszudrücken, und es passiert meistens durch Parabeln oder Paradoxien (Herz-Sutra, usw).

    Ein Leben ohne Selbsterforschung verdiente gar nicht gelebt zu werden.

    Sokrates

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    • 28. Mai 2026 um 20:52
    • #2

    Es ist richtig, dass in den tantrischen Texten eine verschlüsselte Sprache und Symbolik verwendet wird, allerdings haben die Texte eine etwas andere Bedeutung als sie von dir dargestellt werden. Auch Lama A. Govinda und der von dir in deinem vorherigen Artikel zitierte Buddhologe und Indologe Peter Gäng haben diese Symbolik leider aber auch nicht korrekt entschlüsselt und wiedergegeben, wie auch viele buddhistische Lehrer es auch nicht tun.


    Eine korrekte Entschlüsselung findet sich zB. in den Texten des Vajrabhairava und Yamantaka Tantra, in Kommentaren zum Kalachakra Tantra sowie auch in Kommentaren zum Hatha-Yoga, wo mit einer ähnlichen Symbolsprache gearbeitet wird.


    Die großen Bäume repräsentieren den zentralen subtilen Kanal des Praktizierenden in seinem Körper (Sushumna oder Avadhuti genannt).
    Der Leichenplatz selbst repräsentiert die vollständigen Pfade von Sutra und Tantra.
    Die vier Arten von Leichen sind:
    Frische Leichen repräsentieren das zyklische Dasein – das Leiden von Geburt, Alter, Krankheit und Tod.
    Gespießte, hängende, zerstückelte und verwesende Leichen symbolisieren den Tod des Egos.
    Skelette repräsentieren Leerheit.
    Zombies oder verstandlose Leichen symbolisieren Selbstlosigkeit.
    Fressende Tiere symbolisieren die Verwirklichung der ‚Erzeugungsstufe‘ – die Tiere fressen die ‚Leichen‘ gewöhnlicher Erscheinungen und Wahrnehmungen.
    Seen symbolisieren das relative Bodhicitta.
    Die Wolken sind die weißen Tropfen der Bodhicitta am Scheitel des Kopfes.
    Feuer symbolisieren die ‚innere Hitze‘ (Tib. tummo, Sanskrit Candali).
    Die Dharmapala Richtungsbeschützer symbolisieren den ‚abwärtsgerichteten Wind‘ (Apana Vayu), der sich direkt unter dem Nabel befindet.
    Die Lokapala Reich-Beschützer symbolisieren den ‚lebensunterstützenden Wind‘ (Prana-Vayu), der im Herzen lokalisiert ist.
    Berge symbolisieren die Unbeweglichkeit der in Einpunktstellung befindlichen meditativen Gelassenheit.

    https://rigpawiki.org/index.php?title=Eight_great_charnel_grounds


    - Die sechs Schlüsselbeine beziehen sich auf die sechs Jahreszeiten (Frühling, heiße Jahreszeit, Monsun, Herbst [Ernte], früher Winter und später Winter) sowie auf die sechs Zeitabschnitte des Tages und der Nacht (Äußerer Kalachakra).
    - Die zwölf Schultern symbolisieren die zweimal sechs Zyklen des Atems (Innerer Kalachakra).
    - Die 24 Arme beziehen sich auf die 12 schwarzen und 12 weißen Mondphasen eines Jahres (die 12 zunehmenden und die 12 abnehmenden Mondphasen im Äußeren Kalachakra) und die 24 Halbperioden des Atems (Innerer Kalachakra).
    - Kalachakra hat 360 Knochen und Gelenke und ebenfalls 360 Fingerglieder (drei in jedem der 5 Finger der 24 Hände, die den 360 Tagen des Jahres entsprechen (Äußerer Kalachakra) und den 360 Tagesperioden, die jeweils 60 Atemzüge enthalten (Innerer Kalachakra).
    - Sogar die Farben jedes Fingers haben eine tiefere Bedeutung: Die gelbe Farbe der Außenseite der Daumen bezieht sich auf das Element Erde, der weiße Zeigefinger auf Wasser, der rote Mittelfinger auf Feuer, der schwarze Ringfinger auf Luft und die grünen kleinen Finger auf Raum. Die Farben der Innenseiten der Gelenke beziehen sich auf die Dreifaltigkeit von Geist (schwarz), Sprache (rot) und Körper (weiß).

    Deities of the Kalachakra mandala


    Die verschiedenartigen Gottheiten, Buddha und Bodhisattvafiguren usw. die man in den verschiedenen Mandala Darstellungen und einzel-Thangka Bildern sieht, dienen als Symbol für innere körperliche und geistige Prozesse und Vorgänge und sie werden zB. körperlichen Vital- und Energiepunkten zugeordnet, die man in der indischen Ayurveda-medizin als Marma Punkte kennt.


    Ambrosia / amṛta hat auch nichts mit sexuellen Flüssigkeiten zu tun. Erstmal hat das Wort folgende Bedeutungen:

    Amrita (Sanskrit: अमृत a-mṛta adj., m. und n.) wörtl.: "nicht tot (Amrita)"; unsterblich, Unsterblichkeit, die Welt der Unsterblichkeit, auch der Unsterblichkeitstrank (Soma), Nektar der Unsterblichkeit, Wasser des Lebens. Amrita bezeichnet ein Heilmittel, Arznei, jedoch auch Gift sowie Wasser, Milch, geklärte Butter (Ghrita) sowie gekochter Reis, Speise, Birne, Nashi-Birne (Ruchiphala), Mattenbohne (Makushtaka), Himalaya-Eisenhut (Vatsanabha), Gold und Quecksilber; (m.) Süßkartoffel (Varahi).

    Amrita – Yogawiki


    Im Yoga und Tantra bezieht sich dieses Wort auch noch auf einen körperlichen Stoff, der produziert wird, wenn man mit der Zungenspitze mit einer speziellen Technik, die Kechari Mudra genannt wird, den oberen Gaumen berührt.


    Laut der Hatha Pradipika wird diese Mudra durch einen physiologischen Eingriff perfektioniert und aus diesem Grund von nur wenigen vollständig durchgeführt. Über eine Zeitspanne von Monaten oder Jahren wird die Zunge nach einer bestimmten Vorgehensweise gedehnt, nachdem am Zungenbändchen Schnitte vorgenommen wurden. Ziel ist es, mit der Zunge den Punkt zwischen den Augenbrauen (Ajna Chakra) zu erreichen, wonach sie rückwärts in den Raum der Nase und des Rachens geführt wird. Dies soll zu einer außerordentlichen Kundalinierfahrung führen, in der man wie Shiva selbst befreit wird, indem man den "Nektar (Amrita) trinken" würde.

    Khechari Mudra – Yogawiki

  • void
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    • 29. Mai 2026 um 10:30
    • #3

    Der Grund warum da eine verschlüsselte Sprache verwendet wird, ist ja dass es normale Menschen nicht verstehen sollen, weil es eben als zwar seiner wirksam aber auch mit Risiken und Nebenwirkungen behaftet gesehen wird und von daher nur in einem geschützten Kontext -mit fachkundigem Lehrer und Einweihungen praktiziert werden soll.

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    • 29. Mai 2026 um 11:36
    • #4
    void:

    Der Grund warum da eine verschlüsselte Sprache verwendet wird, ist ja dass es normale Menschen nicht verstehen sollen, weil es eben als zwar seiner wirksam aber auch mit Risiken und Nebenwirkungen behaftet gesehen wird und von daher nur in einem geschützten Kontext -mit fachkundigem Lehrer und Einweihungen praktiziert werden soll.

    Ursprünglich gab es wohl verschiedene Gründe, warum die Lehren des Tantra und Yoga in einer Symbolischen Geheimsprache verfasst wurden, manche Rituale und Methoden sollen auch schon in den Texten des Atharvaveda zu finden sein, die in die Zeit um 1200 BCE – 1000 BCE, also lange vor der Geburt des Buddha entstanden sein sollen. Es gibt auch Vermutungen, das einige der Methoden auch zur Zeit des Buddha in der buddhistischen Sangha praktiziert worden sind. ZB gibt es die Geschichten um den Mönch Mahakala Thera, der lange Zeit auf Leichenfeldern praktizierte und so auch einige Iddhi oder Siddhi Wunderkräfte erlangte.

    Mahākāla Thera 1
    Im tantrischen Buddhismus ist Mahakala auch ein Dharmapala, ein Dharmaschützer, und es ist schon etwas Mysteriös, warum der Mönch ausgerechnet diesen Namen erhalten hat.

    Mahā Moggallāna Thera war auch für seine Wunderkräfte berühmt, dies schützte ihm aber auch nicht davor, in späteren Jahren von Räubern oder Wilderern vor den Augen des Buddha getötet zu werden, was als Ergebnis negativer Handlungen in früheren Leben erklärt wird.

    Mahā Moggallāna Thera


    Auch die Lehren des Hatha Yoga oder anderer Yoga-Stile galt früher als geheim und es gab nur sehr wenige Texte in denen die Techniken nur Stichpunktartig oder Symbolisch beschrieben wurden und Frauen wurden früher wohl auch gar nicht in diese Lehren eingeweiht, weil sie als unrein galten, was heute zum Glück sich geändert hat. Ähnlich war es auch mit den Lehren des indischen Ayurveda Medizin oder der Kampfkünste, was man heute auch frei und öffentlich an vielen Orten erlernen kann.
    Mit den tantrischen buddhistischen Lehren vollzieht sich langsam auch eine Veränderung und Öffnung, so kann man auch heute Mehtoden wie die 6 Yogas von Naropa, Niguma oder Sukhasiddhi oder Terma-Methoden aus dem buddhistischen und bon Dzogchen an vielen Orten erlernen und einige Methoden werden auch in wissenschaftlichen Studien untersucht.

  • verrückter-narr
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    • 29. Mai 2026 um 12:04
    • #5

    Die symbolische Sprache der Tantras wird in Sanskrit auch "Sandha Bhasha" genannt.


    Zitat

    Der Begriff "Sandha Bhasha" lässt sich mit "Zwielichtsprache" oder "absichtliche Sprache" übersetzen. Der Gebrauch einer solchen Sprache hat in verschiedenen mystischen Traditionen alte Wurzeln, nicht nur im Tantra, aber ihre Anwendung in tantrischen Praktiken ist besonders tiefgründig und bedeutend. Diese Zwielichtsprache dient innerhalb des tantrischen Rahmens mehreren Zwecken:

    1. Schutz des heiligen Wissens: Indem die Lehren in symbolischer Sprache verschleiert werden, wird das in tantrischen Texten enthaltene heilige und mächtige Wissen vor Missbrauch und Fehlinterpretation durch Unwissende geschützt. Dies stellt sicher, dass nur diejenigen, die richtig vorbereitet und geführt sind, Zugang zu diesem Wissen haben und es nutzen können.

    2. Erleichterung des spirituellen Wachstums: Das Entschlüsseln von Sandha Bhasha ist an sich eine spirituelle Praxis. Der Prozess der Interpretation dieser Texte erfordert tiefe Meditation, Einsicht und Anleitung durch einen sachkundigen Lehrer (Guru). Diese Reise des Verstehens fördert das spirituelle Wachstum des Schülers und vertieft seine Verbindung zu den esoterischen Traditionen.
    3. Übermittlung esoterischer Praktiken: Sandha Bhasha wird oft verwendet, um fortgeschrittene spirituelle Praktiken und Rituale zu verschlüsseln. Die symbolische Natur der Sprache ermöglicht es, diese Praktiken auf eine Weise zu kommunizieren, die über die wörtliche Interpretation hinausgeht, und leitet die Praktizierenden dazu an, das innere Wesen und die transformative Kraft der Rituale zu erfassen.

    Sandha Bhasha In Tantrism
    Hindu Blog: 19-year-old Hinduism Website Spiritual & Devotional Guide to Hindus - Festivals, Truth, Quotes, Answers & Teachings of Hindu Religion.
    www.hindu-blog.com
  • Igor07
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    • 29. Mai 2026 um 12:17
    • #6

    verrückter-narr


    Danke für deine Erkärungen.


    Ich zitiere noch aus dem Werk:„Grundlagen Tibetischer Mystik“ von Lama A. Govinda , S. 127, Aquamarin-Verlag, 2008:


    Zitat

    „Zu behaupten, dass tantrische Buddhisten tatsächlich Inzest und geschlechtliche Ausschweifungen ermutigt hätten, ist ebenso lächerlich, wie Theravadins vorzuwerfen, sie hätten Vater- und Muttermord und ähnliche Verbrechen begünstigt. Sofern wir uns die Mühe nehmen, die noch lebendige Tradition der Tantras in ihren echten, unverfälschten Formen zu studieren, wie sie bis zum heutigen Tag in Tausenden von Klöstern und Einsiedeleien bestehen, wo selbst die Ideale der Sinnenbeherrschung und des Verzichts weltlicher Genüsse in höchstem Ansehen stehen, nur dann können wir ermessen, wie unbegründet und wertlos jene Theorien sind, die versuchen, die Tantras in den Bereich grober Sinnlichkeit herabzusetzen.“

    Auf Seite 123 lese ich, dass Vajrayana eigentlich die Geheimsprache bediente, die einzig für Eingeweihte gedacht war, in der das Höchste in die Form des Niedrigsten, das Heilige in die Form des Gewöhnlichen, das Transzendente in die Form des Irdischen und die tiefste Erkenntnis in die Form des Paradoxen oder des Grotesken gekleidet war. Es war auch eine Art Schocktherapie, die durch die Überspitzung des religiösen und philosophischen Lebens Indiens notwendig geworden war, präzisiert er weiter.
    Damit ist mehr als genug ausgesagt, und klarer geht es nicht, scheint mir.

    Ein Leben ohne Selbsterforschung verdiente gar nicht gelebt zu werden.

    Sokrates

    2 Mal editiert, zuletzt von Igor07 (29. Mai 2026 um 12:24) aus folgendem Grund: Korrigiert.

Ausgabe №. 136: „Liebe & Loslassen"

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