Wo die griechischen Philosophen vor allem nach Wahrheitsergründung aus Neugier trachteten, zeigte Buddha an der Beschäftigung mit „letzten Fragen“ kein sonderliches Interesse. Sein Ziel war die Leidensüberwindung. Was er lehrte, war ein Erlösungspfad, bestehend aus den drei Bereichen des heilsrelevanten Wissens, der richtigen Methoden der Innenschau und des ethischen Handelns. Trotz seiner Abneigung, sich mit Metaphysik überhaupt zu befassen, haben seine Nachfolger ausgefeilte philosophische Systeme entwickelt, mit denen sie einige der Implikationen in den Aussagen des Religionsstifters in die verschiedensten Richtungen durchdeklinierten. Zwischen Buddhismus und westlicher Philosophie gibt einige Schnittmengen ebenso wie fundamentale Unterschiede. Eine genauere Betrachtung ist lohnenswert. Die beiden folgenden Beiträge sollen als Einstieg in die Diskussion dienen.
Im Auszug aus dem Buch von Hans-Günter Wagner werden einige der grundlegenden paradigmatischen Qualitäten von Buddhismus und westlicher Philosophie herausgearbeitet, soweit sie die Fragen nach den „letzten Dingen“ betreffen, und ein grober Überblick gegeben.