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  1. Buddhaland Forum
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Notizen über die Dhammas.

  • Qualia
  • 10. März 2026 um 12:08
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  • Igor07
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    • 20. März 2026 um 19:03
    • #26
    Qualia:

    Diese Spekulationen sind äußerst schädlich, nicht für Buddha, der ist tot, aber für seine Eine Lehre.

    Da erzähle das Professor Michael Zimmermann, der sehr viele Sprachen einwandfrei beherrscht und genau weiß, was und wovon er spricht.

    Denn es gibt keine Lehre, sondern nur bestimmte Interpretationen.

    So mein eigenes Beispiel:

    Die Waldkloster-Tradition setzt andere Akzente als die traditionelle Theravada, egal welche Richtung. Wer dann hat recht?

    Ich würde es mir ersparen, noch einmal „Ursache-Wirkung“ zu zitieren, dass es keinen Buddhismus gibt. Gar keinen.

    Aber du missachtest all diese Versionen, egal welche Richtung, was nur meine persönliche Meinung ist. Also wenn ich keinen blassen Schimmer über diese Begriffe hätte, hätte ich wirklich gedacht, dass der Buddha über „Ich“ oder „Selbst“ redet. Das gibt es nicht in allen, absolut allen Versionen und Übersetzungen, sondern nur bei dir. Und wie viele Leute schauen im Forum einfach vorbei? Mehr würde ich nicht darüber sprechen.

    Es war einmal Leonie, die nicht mehr aktiv ist. Sie sagte, es passt in die persönliche Chronik, aber nicht in den Buddhismus, egal welche Richtung. Und du hast damals nachgegeben.

    Wie gesagt, ich studiere die Quellen, ich frage keine bescheuerte KI, egal welche, aber so viele meinen, dass alles stimmt. Nicht meine Sache, Punkt.

    Ein Leben ohne Selbsterforschung verdiente gar nicht gelebt zu werden.

    Sokrates

  • Qualia
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    • 20. März 2026 um 19:39
    • #27
    Igor07:
    Qualia:

    Diese Spekulationen sind äußerst schädlich, nicht für Buddha, der ist tot, aber für seine Eine Lehre.

    Da erzähle das Professor Michael Zimmermann, der sehr viele Sprachen einwandfrei beherrscht und genau weiß, was und wovon er spricht.

    Denn es gibt keine Lehre, sondern nur bestimmte Interpretationen.

    So mein eigenes Beispiel:

    Die Waldkloster-Tradition setzt andere Akzente als die traditionelle Theravada, egal welche Richtung. Wer dann hat recht?

    Ich würde es mir ersparen, noch einmal „Ursache-Wirkung“ zu zitieren, dass es keinen Buddhismus gibt. Gar keinen.

    Aber du missachtest all diese Versionen, egal welche Richtung, was nur meine persönliche Meinung ist. Also wenn ich keinen blassen Schimmer über diese Begriffe hätte, hätte ich wirklich gedacht, dass der Buddha über „Ich“ oder „Selbst“ redet. Das gibt es nicht in allen, absolut allen Versionen und Übersetzungen, sondern nur bei dir. Und wie viele Leute schauen im Forum einfach vorbei? Mehr würde ich nicht darüber sprechen.

    Es war einmal Leonie, die nicht mehr aktiv ist. Sie sagte, es passt in die persönliche Chronik, aber nicht in den Buddhismus, egal welche Richtung. Und du hast damals nachgegeben.

    Wie gesagt, ich studiere die Quellen, ich frage keine bescheuerte KI, egal welche, aber so viele meinen, dass alles stimmt. Nicht meine Sache, Punkt.

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    Der Herr geht mich nichts an und er interessiert sich nicht für mich.

    Wenn es eine Quelle gibt, ist es Ich.

    Ich ist nicht leer oder tot.

    Ich ist offen und frei,

    für sein ergreifen, festhalten, loslassen,

    für das ergriffen, festgehalten, verlassen werden.

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    • 24. März 2026 um 08:28
    • #28

    Sante Porooma (schwedischer Zen-Lehrer)

    Jenseits aller Begriffe und Worte


    Kapitel II

    1. Krankheit: Körper und Geist werden irrtümlich für das Ich gehalten

    Heilmittel: Die fünf Gruppen

    Nama-Rupa

    Die fünf Skandhas

    [Anmerkung für Qualia: ach, der Körper gehört doch zu den fünf Skandhas ;) ]

    2. ...

    3. ...


    Danke fürs Erinnern!

  • Qualia
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    • 24. März 2026 um 09:42
    • #29
    Wetering:

    Sante Porooma (schwedischer Zen-Lehrer)

    Jenseits aller Begriffe und Worte


    Kapitel II

    1. Krankheit: Körper und Geist werden irrtümlich für das Ich gehalten

    Heilmittel: Die fünf Gruppen

    Nama-Rupa

    Die fünf Skandhas

    [Anmerkung für Qualia: ach, der Körper gehört doch zu den fünf Skandhas ;) ]

    2. ...

    3. ...


    Danke fürs Erinnern!

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    Rupa ist der real existierende Körper.

    nama sind die Wahrnehmungsprozesse, die als realer Körper uminterpretiert werden.

    Rupa ist Körper/Objekt, die Biologie.

    Skandha = nama sind Wahrnehmungsprozesse, nicht Biologie, sondern Psychologie, Philosophie.

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    • 24. März 2026 um 09:45
    • #30

    Du benutzt buddhistische Begriffe und gibst ihnen teilweise einfach eine andere Bedeutung.

    Das finde ich verwirrend :?

  • Qualia
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    • 24. März 2026 um 10:09
    • #31
    Wetering:

    Du benutzt buddhistische Begriffe und gibst ihnen teilweise einfach eine andere Bedeutung.

    Das finde ich verwirrend :?

    Verwirrung ist das unbewusste Neuordnen oder das unbewusste Erhaltenwollen.


    Meine Verwirrung durch rupa nama war erschreckend schnell beseitigt, als mir klar wurde, dass Buddha mit rupa den biologischen Körper meinte und mit nama den nicht realen Körper. Der biologische Körper wurde zum Träger von nama. Damit kann der biologische Körper nicht zu den Skandha, nama gehören. Und rupa in den Skandha, nicht als biologischer Körper gesehen werden kann. Es ist der Körper aus Wahrnehmungen, die fälschlicherweise als biologischer Körper interpretiert wurden.

    Das rupa-nama Problem beschäftigt mich schon fast 10 Jahre. Die Auffassungen des Buddhismus, die ich ehre, passten nicht zu dem, was Buddha dazu gesagt hat.

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    2 Mal editiert, zuletzt von Qualia (24. März 2026 um 10:20)

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    • 24. März 2026 um 10:16
    • #32

    Aber trotzdem der Vollständigkeit halber:


    Skandhas = Nama + Form/Rupa


    (ergibt insgesamt 5, bei dir offenbar 4, und das ist nicht nur verwirrend, sondern falsch)

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    • 24. März 2026 um 10:38
    • #33

    Qualia


    Danke für deine Erklärungen. Andy Karr schreibt auch über das rupa-nama Problem in "Im Spiegel des Geistes".

    (Ich weiß nicht, ob das hilfreich ist, ich bin bei dem Buch erst bei den ersten Kapiteln.)

  • Qualia
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    • 24. März 2026 um 12:12
    • #34
    Wetering:

    Aber trotzdem der Vollständigkeit halber:


    Skandhas = Nama + Form/Rupa


    (ergibt insgesamt 5, bei dir offenbar 4, und das ist nicht nur verwirrend, sondern falsch)

    Das Problem erscheint bei mir sofort, wenn ich nama-rupa lese. Heute kann ich das mit Abstoppen verhindern.


    In der Kette des bedingten Entstehens muss es rupa-nama heißen.

    Rupa = der biologische Körper

    bedingt erst

    Nama = Skandha mit seinen fünf Anhäufungen.

    rupa-nama = Körper/Skandha(Geist) bedingen das weitere Glied der Kette. Und damit ein Selbst ohne Ich.


    Um rupa-nama zum Verstehen der Reden Buddhas zu bringen, muss man sich bewusst machen, dass Buddha genau sagt, wann er den biologischen Körper, rupa, und wann das rupa der Skandha, rupa-skandha, meint.


    Das Nichtverstehen hatte seine Ursache darin, dass ich rupa immer als biologischen oder körperlichen Körper gesehen habe und rupa-skandha nicht als seine Wahrnehmungen, nur seine Wahrnehmungen. Der biologische Körper, rupa, ist nicht gleich mit seinen Wahrnehmungsprozessen, rupa-skandha.


    Mir ist die Lehre des Buddha plötzlich klar geworden. Ich lese Texte über die Skandha ganz anders, ohne Konflikte.

    Wenn es eine Quelle gibt, ist es Ich.

    Ich ist nicht leer oder tot.

    Ich ist offen und frei,

    für sein ergreifen, festhalten, loslassen,

    für das ergriffen, festgehalten, verlassen werden.

  • Qualia
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    • 12. April 2026 um 13:46
    • #35

    4 rūpa-nāma

    Alle Lebewesen, müssen einen Körper, rupa, haben und bekommen nun Sinnesorgane, Sinneswahrnehmungen und Sinnesbewusstsein, nama. Es müsste rupa nama heißen, denn ohne Körper, rupa kein wahrnehmendes Sinnesbewusstsein/Skandha, nama. Dieses Bewusstsein ist kein reflektierendes. rupa nama ist für das Erfahren der Umwelt da, weil sich das Lebewesen frei bewegen kann, um sich zu ernähren. Es muss sich nicht kennen sondern seine Umwelt.


    rupa: die Sicht der Anhäufungen im Sinn von Evolution, Biologie.

    Diese Kette war Buddha unbekannt, er wusste nicht, wie es zum Menschen kommt, der dukkha erleben kann.

    Diese Kette ist nicht Skandha, denn Skandha ist nama.


    1. rupa rupa, die Sinnes-Membran einer Zelle.
    Bakterien, Archaeen ohne Zellkern, Cyanobakterien, Eukaryoten mit Zellkern.
    (Vermehrung durch Zellteilung)

    rupa-rupa bedingt

    2. rupa-saññā
    Algen, frühe Tiere, Wirbeltiere, Gliederfüßer
    (Beginn des Eierlegens)

    rupa-saññā bedingt

    3.rupa-vedanā
    Pflanzen/Pilze, gefolgt von Gliederfüßern und Amphibien, Landbesiedlung.
    (Beginn des Nestbaus)

    rupa-vedanā bedingt

    4. rupa-saṅkhāra
    Dinosaurier, Fluginsekten, Säugetiere und Blütenpflanzen.
    (Beschützen der Ei-Geborenen und Leibgeborenen. Jungenpflege und Aufzucht beginnen)

    rupa-saṅkhāra bedingt

    5.rupa-viññāṇa

    Entwicklung der Primaten. Vor ca. 2,5 Mio. Jahren Übergang zur Gattung Homo.

    Frühe Primaten (Vor‑Selbst, proto‑self): minimale Selbstorganisation ohne Denken oder Selbstmodell.

    Homo erectus (vollständige strategische Handlungsketten): planvolles, zusammenhängendes Handeln über mehrere Schritte

    Homo sapiens (symbolische, soziale, kulturelle Rekursion): Erfindung des Zählens (nicht der Zahlen), Beginn von Sprache, Ritual, Kultur

    Homo sapiens sapiens (vollständige rekursive, (durch Verbesserung des früheren) Selbstmodellierung): Fähigkeit, ein Bild von sich selbst zu haben und dieses Bild selbst wieder zu betrachten. Nur der Homo sapiens sapiens kann sich als „Das bin ich und das ist mein“ mit sich und seinem Besitz identifizieren und dukkha erleben. Das verdeutlicht das zweite sapiens.


    Für rupa konnte ich nur wissenschaftliche Wahrheiten anwenden.


    Die Skandha, nama


    nama = Skandha sind weder Körper noch Bewusstsein noch Ich oder ein Selbst. Sie sind keine Dinge, sondern Funktionsbündel, Anhäufungen von Prozessen, die weder Substanz noch Identität tragen.

    Die fünf nama = Skandha werden von viññāṇa als Bewusstsein der Wahrnehmungen bedingt:


    1. Form ((skandha) nama-rūpa) ist nicht Körper als Ding oder materielles Objekt.
    Form (nama-rūpa) ist das, das Widerstand und Druck hat. Dieser Widerstand und Druck haben ihre Ursache in den Sinneszellen aller Häute (Sinnesorgane), deren Signale in den Sinneszentren (Bewusstseine) verarbeitet werden und so den Eindruck erzeugen, dass ein Körper vorhanden ist. Lebewesen sind Körper, weil sie mit ihm handeln.


    Menschen empfinden und erkennen ihren Körper. Sie vergessen, dass ihr Körper eine Zusammenfügung der Sinnesbewusstseine ist. Nicht ihr Körper ist die Fata Morgana, sondern ihr Wissen, dass sie einen Körper haben, besitzen. Alle Lebewesen sind Körper. Nur der Mensch hat, besitzt einen Körper, und er muss sich bewusst sein, dass es so ist, aber er darf nie glauben, dass er sein Körper ist.
    Dukkha: Dies ist mein Körper, dieser Körper bin ich, dieser Körper ist mein Selbst sein.


    2. Wahrnehmung ((Skandha) nama-saññā) ist vor Erkenntnis, vor Sprache, vor dem Selbst.
    Nach dem Empfinden durch nama-rūpa erscheint nama-saññā, das Wahrnehmen der Empfindung.
    Dieses Wahrnehmen ist kein Erkennen eines Dinges oder Gefühls. Sie ist der Prozess des Unterscheidens, des Markierens, des Wiedererkennens von Mustern. Wahrnehmung erzeugt Merkmale, die gespeichert werden, die keine Wirklichkeit mehr dessen sind, das wahrgenommen wurde.

    Wahrnehmung ist ein Sortiermechanismus, der ohne Selbst funktioniert. Sie ermöglicht das Erinnern. Erst das Benennen („das ist ein Baum“) macht daraus ein scheinbares Objekt der Wahrnehmung. Wahrgenommen wird jedoch nur das Zusammengesetzte der Sinnesbewusstseine. Es sind also nie meine Wahrnehmungen, denn ich habe keinen Einfluss darauf.
    Dukkha: Dies ist meine Wahrnehmung, diese Wahrnehmung bin ich, diese Wahrnehmung ist mein Selbst sein.


    3. Fühlen ((Skandha) nāma‑vedanā) ist nicht das Gefühl (vedanā) in der Kette des bedingten Entstehens, das durch phassa (Kontakt) bedingt ist. Phassa bedingt dort vedanā. Phassa erzeugt Gefühl, und Gefühl ist das Erkennen von Unwohl, Wohl und Weder‑wohl‑noch‑unwohl. Vedanā bedingt dort die erste Stufe eines Selbst.


    3. Fühlen (nama-vedanā): Im Skandha-Kontext ist nama-vedanā nur das Unangenehme, weil nur dieses reagieren erfordert. Aus der Wahrnehmung, nāma-saññā, ergibt sich eine reine Reiz-Reaktion auf Kontakt/Berührung oder durch organische Vorgänge, die unangenehm sind. Äußere Wesen oder Objekte, Hunger, Durst sind Signale der Wahrnehmung, die als unangenehm gefühlt werden.
    Das Unangenehme wird durch Reaktionen verändert, die vom nama-saññā gespeichert wurden, also kein Handeln im Sinn eines Selbst, das nicht nur Unwohl beenden will, sondern Wohl oder wenigstens Neutral erreichen will.
    Nama-vedanā ist der Reiz-Reaktions-Prozess: Unangenehm. Ohne Selbst, ohne psychologischen Zustand. Das Fühlen von Unangenehm ist keine Wahrnehmung, sondern die Folge von Wahrnehmung, die zu Versuchen anregt, das Unangenehm zu beenden, nicht um Wohl zu erreichen, nur Unwohl zu beenden.
    Dukkha: Dies ist mein Leiden, ich bin dieses Leiden, dieses Leiden ist mein Selbst sein.


    4. Verhaltensweisen durch Leben gebildet. (sankhāra) Nicht das sankhāra der Kette, das aus avijjā erscheint.

    Verhaltensweisen ((Skandha) nama-sankhāra) sind keine Charaktereigenschaften und kein Wille. Sie sind der Prozess, der Reaktionen auf Impulse der Berührungen erzeugt, basierend auf Daten der gespeicherten Erfahrungen mit den Lebewesen gleicher Art. Sie werden konditionierte Funktionsabläufe ohne Identität, sind aber individuell. Das soziale, familiäre Individuum erscheint ohne ein Selbst, aus Lebensweisen, die sich als vorteilhaft gezeigt haben, Unangenehmes zu beenden, hauptsächlich die Pflege des Nachwuchses und Schutz durch die Gruppe.
    Dukkha: Dies ist meine Familie, die Familie bin ich, die Familie ist meine Selbstidentität.

    5. Hier ist es das Bewusstsein, das das viññāṇa der Kette bedingt, nicht Leben, das hat es vorher bedingt.
    5. Lebensbewusstsein ((Skandha) nāma‑viññāṇa) ist kein Subjekt, kein Beobachter, kein Ich. Es ist der Vorgang, in dem die einzelnen Sinnesbewusstseine zusammen ein scheinbares Gesamtbild der Umwelt erscheinen lassen, auf das das Individuum reagiert. Lebensbewusstsein besteht nur in Abhängigkeit von Aufmerksamkeit auf das, was die Sinnesbewusstseine erscheinen lassen, und dem gespeicherten Erfahrungsschatz.

    Es ist ein Moment des Bewusstwerdens der Erscheinungen, kein Träger dessen, was erscheint. Hier erscheint Handeln aus Bewusstsein der Umstände, aber nicht durch ein Selbst und immer mit der Absicht, aus instinktiver Erfahrung Unwohlsein, auch für die Gruppe, zu beenden. Die Wirkungen der Handlungen sind hier nicht persönlich, es sind nur Wirkungen mit Absicht, aber ohne Selbst.

    Dukkha: Die Umwelt ist mein, die Umwelt bin ich, die Umwelt ist meine Selbstidentität.
    Es ist gleich, ob ich mit gewollter oder instinktiver Absicht handle, ich werde immer der Erbe meiner Taten sein. Ich bestimme, ob mein Erbe nur Leiden oder doch Dukkha wird, weil ich behaupte, ich bin die Wirkungen.


    SN 12.2, SN 12.44, SN 22.1–59, SN 22.79, MN 28

    Wenn es eine Quelle gibt, ist es Ich.

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    • #36

    paṭiccasamuppāda

    die "Kette" des bedingten Enstehens.


    1. Ist avijjā → Nichtverstehen, wie Erfahrung entsteht, dann erscheint saṅkhāra → Muster: automatische Reaktions‑ und Gewohnheitsformen.

    2. Ist saṅkhāra → Muster, dann erscheint viññāṇa → Wahrnehmen: erster Kontakt mit einer Erfahrung, „Da ist etwas.“

    3. Ist viññāṇa → Wahrnehmen, dann erscheint nāma‑rūpa → Benennen und Form: innere Orientierung + äußere Form.

    4. Ist nāma‑rūpa → Benennen und Form, dann erscheint salāyatana → Sinne: Sehen, Hören, Riechen, Schmecken, Fühlen, Denken.

    5. Ist salāyatana → Sinne, dann erscheint phassa → Kontakt: Berührung zwischen Sinn, Objekt und Wahrnehmen.

    6. Ist phassa → Kontakt, dann erscheint vedanā → Gefühl: angenehm, unangenehm, neutral.

    7. Ist vedanā → Gefühl, dann erscheint taṇhā → Ziehen: Mehr davon / Weg damit / So bleiben.

    8. Ist taṇhā → Ziehen, dann erscheint upādāna → Greifen: Festhalten, „mein“ machen, Verwechseln.

    9. Ist upādāna → Greifen, dann erscheint bhava → Zustand: „So ist es jetzt in mir“, innere Form.

    10. Ist bhava → Zustand, dann erscheint jāti → Ich‑Satz: „Ich bin jemand“, Identität entsteht.

    11. Ist jāti → Ich‑Satz, dann erscheint dukkha → 12 Leiden durch den Ich‑Satz: „Das bin ich/Das ist mein/ Das ist mein Selbstsein“.


    Zu 12. Wenn kein „Ich bin jemand“ entsteht, das behauptet: „Das ist mein, das bin ich, das ist mein Selbstsein“, dann entsteht kein dukkha.

    Kein Leiden an Geburt, Altern, Krankheit, Sterben, Kummer, Jammer, Schmerz, Trübsal, Verzweiflung. Kein Leiden daran, etwas nicht zu bekommen, das man begehrt (Neid), oder etwas zu bekommen, das man nicht haben will (Ekel). Kein Leiden durch Nähe oder Trennung von geliebten Menschen.


    All das wird erst zu Leiden, wenn es zu einem Selbstbezug gemacht wird:

    „Das ist mein.“ „Das bin ich.“ „Das ist mein Selbstsein.“

    Buddha arbeitete nicht an allen Gliedern der Kette, sondern nur mit dem, 12., wo Leiden entsteht: beim Ich‑Satz „Das bin ich / Das ist mein“.


    Die verbreitete Behauptung lautet: „Buddha hat die ganze Kette rückwärts aufgelöst.“
    Das klingt schön systematisch, aber es ist nicht das, was er erkannte.
    Was er wirklich sah:
    dukkha entsteht nur durch die Ich‑Sätze („Das ist mein, das bin ich, das ist mein Selbstsein“).
    Wenn keiner dieser Sätze entsteht, gibt es kein Leiden.
    Die restlichen elf Glieder sind Funktionsabläufe, keine Probleme.
    Sie „lösen sich“ nicht auf – sie laufen weiter, aber ohne Ich‑Bezug, ohne sich mit etwas als „mein“ oder „ich“ zu verwechseln.
    Der entscheidende Punkt:
    Die elf Glieder sind nicht das Problem. Das können sie nicht sein, weil alle elf in jedem Bruchteil einer Sekunde durch laufen, bis der Körper zerfällt, ohne dass wir das merken. Wir bemerken nur das jati und, wenn wir Erleuchtung erlangen, die fatale Wirkung von 12.

    Das Problem ist nur das 12. Glied.

    Die elf Glieder sind Leben. Das 12. Glied ist Leiden.


    Die einzige Lehre des Buddha, das eine Fahrzeug:

    „Dies ist nicht mein, ich bin nicht dies, dies ist nicht mein Selbst.“
    Pāli: „Netaṁ mama, nesoham-asmi, na meso attā ti.“


    anattā sagt: Da ist kein Ich.
    attavāda sagt: Ich mache mir trotzdem eines.
    So entsteht Dukkha.

    attavāda ist nicht Persönlichkeit, sondern der Glaube an ein festes Ich‑Bild.
    Oder:

    Erkenne dein „Mein“ und das „Ich bin“ fällt.
    Du musst nicht die Kette zerstören, du musst nur sehen, wo du „mein“ sagst.


    Ist dies vergänglich? Ja. Wie kann es dann deins sein?

    Bist du dieses Ich? Ja. Wie kann es dann sein das du vorhin ein anderes zeigtest?

    Bist du dieser König? Ja. Wie kann es sein das ich dich auch als Richter kenne?

    Wenn es eine Quelle gibt, ist es Ich.

    Ich ist nicht leer oder tot.

    Ich ist offen und frei,

    für sein ergreifen, festhalten, loslassen,

    für das ergriffen, festgehalten, verlassen werden.

    7 Mal editiert, zuletzt von Qualia (18. April 2026 um 22:59)

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    • 18. April 2026 um 22:46
    • #37

    Monikamarie Das passt zu deinem „Ohne mich ist alles leicht.“, nur komplexer.:)

    Wenn es eine Quelle gibt, ist es Ich.

    Ich ist nicht leer oder tot.

    Ich ist offen und frei,

    für sein ergreifen, festhalten, loslassen,

    für das ergriffen, festgehalten, verlassen werden.

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    • 19. April 2026 um 00:17
    • #38

    Für Monikamarie kann man das bestimmt leichter machen:


    Zitat

    Wenn wir es in Begriffen der Vier Edlen Wahrheiten ausdrücken: Leiden ist das Auftreten der Empfindungen von „Ich-und-Mein“; die Ursache des Leidens ist „Ich-und-Mein“; die Aufhebung des Leidens, Nibbāna, ist das Erlöschen von „Ich-und-Mein“; der Edle Achtfache Pfad ist die Methode oder das Mittel zur Beseitigung von „Ich-und-Mein“. Soweit es die Bedingte Zusammenentstehung (paticcasamuppāda) betrifft, erklärt der theoretische Teil detailliert, wie die „Ich-und-Mein“-Empfindung entsteht und vergeht; der praktische Teil zeigt, wie man Kontakt (phassa) zu kontrollieren hat, so dass er nicht zu Gefühl führt oder Gefühl so zu steuern, dass es Anhaften, die Wurzelursache für „Ich-und-Mein“, nicht entstehen lässt. Dies ist das wahre Herz der buddhistischen Praxis.

    Die Quelle:


    AUF DEN PUNKT GEBRACHT Texte zu „Ich-und-Mein“ von Buddhadāsa Bhikkhu BGM 2015


    https://www.dhamma-dana.de/files/Dhamma%20Dana/Buecher/buddhadasa/Buddhadasa_Bhikkhu-Auf_den_Punkt_gebracht-Texte_zu_Ich-und-Mein.pdf

    Ein Leben ohne Selbsterforschung verdiente gar nicht gelebt zu werden.

    Sokrates

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    • #39

    Die drei Daseinsmerkmale.


    annica: Kein Ding, zusammengesetztes Ding oder Lebewesen kann Vergänglichkeit überwinden.
    dukkha: Kein Ding, kein zusammengesetztes Ding oder Lebewesen kann das Unbehagen überwinden, das aus den Bedingungen entsteht.
    anatta: Kein Ding, kein zusammengesetztes Ding oder Lebewesen erscheint mit einem festen, beständigen Ich.


    anicca sagt: Alles vergeht. Nichts kann das aufhalten.
    dukkha sagt: Alles reibt sich an seinen Bedingungen. Das lässt sich nicht vermeiden.
    anattā sagt: Nichts erscheint mit einem festen Kern, der „Ich“ wäre.


    Auch ein Buddha kann die Daseinsmerkmale nicht überwinden.
    Buddha hat nicht dukkha überwunden, er hat attavāda, die Bindungssätze „Das gehört mir, so bin ich, so soll ich sein“, durchschaut.

    anattā sagt: Da ist kein Ich.
    attavāda sagt: Ich mache mir trotzdem eines.


    The Dhammapada: Verses and Stories

    Dhammapada: 277–279 :
    Aniccalakkhana Vatthu

    "Sabbe sankhara anicca" ti
    yada pannaya1 passati
    atha nibbindati dukkhe
    esa maggo visuddhiya.


    Dukkhalakkhana Vatthu

    "Sabbe sankhara dukkha" ti
    yada pannaya passati
    atha nibbindati dukkhe
    esa maggo visuddhiya.


    Anattalakkhana Vatthu

    "Sabbe sankhara anatta" ti
    yada pannaya passati
    atha nibbindati dukkhe
    esa maggo visuddhiya.

    Vers 277: „Alle bedingten Phänomene sind vergänglich.“ Wenn man dies mit Einsicht und Weisheit erkennt, wird man des Leidens an: Ich bin die Skandha überdrüssig. Dies ist der Weg zur Reinheit.

    Vers 278: „Alle bedingten Phänomene sind Leiden“; erkennt man dies mit Einsicht und Weisheit, wird man des Leidens am Unbehagen überdrüssig. Dies ist der Weg zur Reinheit.

    Vers 279: „Alle Phänomene sind ohne Selbst.“ Wenn man dies mit Einsicht und Weisheit erkennt, wird man des Leidens überdrüssig. Dies ist der Weg zur Reinheit.


    1. panna: Einsichtsweisheit (Vipassana panna).
    Geschichten rund um Anicca, Dukkha und Anatta:


    Während seines Aufenthalts im Jetavana-Kloster sprach der Buddha die Verse (277), (278) und (279) dieses Buches, wobei er sich auf drei Gruppen von jeweils fünfhundert Bhikkhus bezog.
    Über die Vergänglichkeit (Anicca)

    Fünfhundert Mönche begaben sich, nachdem sie vom Buddha ihr Meditationsthema erhalten hatten, in den Wald, um zu meditieren, machten aber nur geringe Fortschritte. Daher kehrten sie zum Buddha zurück und baten ihn um ein anderes Meditationsthema, das ihnen besser zusagen würde. Nach kurzem Nachdenken erkannte der Buddha, dass diese Mönche über die Vergänglichkeit meditiert hatten. So sprach er: „Mönche, alle bedingten Phänomene sind dem Wandel und dem Verfall unterworfen und daher vergänglich.“
    Dann sprach der Buddha in Versen wie folgt:
    Vers 277: „Alle bedingten Phänomene sind vergänglich.“ Wenn man dies mit Einsicht und Weisheit erkennt, wird man des Leidens an: Ich bin die Skandha überdrüssig. Dies ist der Weg zur Reinheit.
    Am Ende der Rede erlangten diese fünfhundert Bhikkhus den Arahatstatus.


    Über Dukkha
    Die Geschichte ist dieselbe wie die von Anicca. Hier stellte der Buddha nach reiflicher Überlegung fest, dass eine andere Gruppe von fünfhundert Mönchen über Dukkha meditiert hatte. Daraufhin sagte er: „Mönche, alle Skandha-Aggregate sind bedrückend und unbefriedigend, werden immer wieder Unbehagen zeigen; daher sind alle Skandhas Dukkha, Unbehagen.“
    Dann sprach der Buddha in Versen wie folgt:
    Vers 278: „Alle bedingten Phänomene sind Leiden“; erkennt man dies mit Einsicht und Weisheit, wird man des Leidens am Unbehagen überdrüssig. Dies ist der Weg zur Reinheit.
    Am Ende der Rede erlangten diese fünfhundert Bhikkhus den Arahatstatus.


    Über das Nicht-Wesenhafte oder das Nicht-Selbst (Anatta)
    Die Geschichte ähnelt den Erzählungen über Anicca und Dukkha. Hier stellte der Buddha nach reiflicher Überlegung fest, dass eine weitere Gruppe von fünfhundert Mönchen über die Unwesentlichkeit oder das Nicht-Selbst (Anatta) meditiert hatte. Daraufhin sagte er: „Mönche, alle Skandha-Aggregate sind unwesentlich; sie unterliegen nicht der eigenen Kontrolle.“
    Dann sprach der Buddha in Versen wie folgt:
    Vers 279: „Alle Phänomene des Geistigen (Dhammas) sind ohne Selbst.“ Wenn man dies mit Einsicht und Weisheit erkennt, wird man des Leidens an dem eigenen Ich-Bild überdrüssig. Dies ist der Weg zur Reinheit.
    Am Ende der Rede erlangten alle fünfhundert Bhikkhus den Arahatstatus.

    Wenn es eine Quelle gibt, ist es Ich.

    Ich ist nicht leer oder tot.

    Ich ist offen und frei,

    für sein ergreifen, festhalten, loslassen,

    für das ergriffen, festgehalten, verlassen werden.

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    • #40

    Der achtfache Pfad.


    1. Rechte Einsicht: erkennen, wo Identifikation mit Meinungen erscheint. Wo glaube ich: „Das ist mein und das bin ich“ (dukkha)? Wenn ich es erkenne, kann ich Meinungen loslassen. Erkenne die vier Wahrheiten.


    2. Rechte Absicht: Vermeiden von Tun, das zu „Das ist mein und das bin Ich" Anhaftungen führt, Vorteile, Nachteile vermuten. Drei rechte Absichten: Nicht‑Schaden, Nicht‑Gier, Nicht‑Hass.


    3. Rechte Rede: Den Impuls zum Sprechen prüfen. Ist es von „Das ist mein und das bin ich“ geleitet, lass es nicht frei. Rede soll frei sein von: Lüge, Spaltung, Härte, Geschwätz.


    4. Rechtes Handeln: Wenn noch vor der Tat erkannt wird das sie aus der Haltung „Das ist mein und das bin ich“ getan werden soll, das Tun stoppen. Drei Bereiche: Nicht töten, Nicht stehlen, Keine sexuelle Ausbeutung.


    5. Rechter Lebenserwerb: Einen Lebenserwerb betreiben, der „das ist mein und das bin ich“ weitgehend vermeidet. Ein Beruf, der keinen Schaden erzeugt, der aus Gier oder Hass entsteht.


    6. Rechte Anstrengung: Es ist immer wichtig, tätig zu sein, solange es nicht von „Das ist mein und das bin ich“ angetrieben wird. Ungutes verhindern, Ungutes beenden, Gutes fördern, Gutes erhalten.


    7. Rechte Achtsamkeit: Wenn Aufmerksamkeit von „Das ist mein und das bin ich“ eingetrübt ist, kommt es zu Bewertungen: „richtig“, „falsch“, „gut“, „schlecht“. Achtsamkeit sieht klar, ohne Bewertung. Bewertung entsteht aus „mein, ich, selbst“.


    8. Rechte Konzentration: Weitestgehend bei der Realität der Gegenwart bleiben. Wenn Konzentration durch „Das ist mein und das bin ich“ geleitet wird, kommt es zu Zerstreutheit, Gedankenabschweifungen und dadurch zu möglichen Schäden an Körper und Geist. Konzentration als Sammlung ohne Gier, Hass und Verblendung.


    Allgemeines Ziel des Pfades:
    Rechte Weisheit ist der Zustand, in dem der Geist Abstand zu Urteilen, vorgefassten Meinungen und Dogmen hat. Die automatischen Bewertungen sagen nichts über die Realität selbst aus. Abstand zu Urteilen, Meinungen, Dogmen. Das entspricht paññā (Weisheit).


    Individuelles Ziel des Pfades:
    Rechte Freiheit ist ein Leben jenseits von Konzepten, Lehren und Identifikation wie „Das ist mein, das bin ich“. Es ist die dauerhafte Freiheit des Geistes, in jeder Situation.
    Befreiung heißt: Aufhören des Anhaftens und Ende des „Ich‑Gefühls“, nicht die Befreiung von einer Individualität oder einer konkreten Erscheinungsform (Identität).


    Alle Menschen können Rechte Weisheit und Rechte Freiheit leben, wenn sie erkennen, dass Benennungen und Bewertungen nur geistige Zuschreibungen sind und nicht die Realität des Objekts oder Lebewesens selbst.
    Dinge und Wesen sind frei von zugeschriebenen Eigenschaften, aber sie sind einzigartig in ihrer konkreten Erscheinung.


    Der achtfache Pfad ist wertvoll, doch es gibt keinen, der geht – aber der Weg wird gegangen.


    Das Ziel ist die Rechte Einsicht in die Natur der Wirklichkeit:
    Vergänglichkeit, Nicht‑Ich, Leidhaftigkeit.
    Samādhi öffnet die Tür.
    Satipatthana geht hindurch.
    Vipassanā sieht.
    Und Nibbana ist das Aufhören des Anhaftens.

    MN 141 – Saccavibhaṅga‑Sutta
    SN 45 – Magga‑Saṃyutta
    SN 56.11 – Dhammacakkappavattana‑Sutta

    Wenn es eine Quelle gibt, ist es Ich.

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    • 19. April 2026 um 10:59
    • #41

    Zu anattā und atta-vāda


    anattā = kein Ich in der Welt
    attavāda = Ich‑Bild im Kopf


    anattā sagt: Da ist kein Ich.
    attavāda sagt: Ich mache mir trotzdem meines.
    So entsteht Dukkha.


    Warum viele Buddhisten hier hängen bleiben
    Weil sie anattā intellektuell verstehen, aber attavāda nicht erkennen und deshalb weiter ihr dukkha erzeugen.
    Sie sagen: „Es gibt kein Ich.“, „Alles ist leer.“, „Alles ist vergänglich.“
    Aber gleichzeitig: „Ich bin Buddhist.“, „Das ist meine Sicht.“, „So praktiziere ich.“
    Das ist attavāda: das Ich‑Bild. Und genau das erzeugt dukkha.


    anattā = kein Ich in der Welt
    attavāda = ein Ich-sein für die Gemeinschaft formen.
    dukkha = wenn dieses geformte Ich (Rolle) für die Realität gehalten wird.
    Rollen sind Werkzeuge.

    attavāda ist die Verwechslung des Werkzeugs mit dem Ich-bin.
    anattā sagt: Da ist kein Ich.
    attavāda sagt: Ich benötige eines, um mit anderen zu leben —
    aber ich darf es nicht für mein Ich halten, dann werde ich leiden.

    Wenn es eine Quelle gibt, ist es Ich.

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    • 21. April 2026 um 11:24
    • #42

    Was macht Dhamma zeitlos?
    Vergangenheit ist nicht mehr, Zukunft ist bisher nicht. Weil das so ist, gibt es nur das Hier und Jetzt. Dieser ist der einzig reale Zustand. In der Gegenwart wird Zukunft zu Vergangenheit.


    Zeitlos für alle Menschen gültig ist Dhamma, weil jeder Mensch sein jetzt erkanntes Leiden beenden kann, wenn er erkennt das es durch Grübeln, Nachdenken, Vorstellung und sich-Gleichmachen mit etwas, entstanden ist. Man kann Leiden erkennen, das aus Handlungen stammt, die mit Gier, Hass und Verblendung (Ignoranz) ausgeführt wurden.

    Die Handlungen bewirken Ergebnisse, das Erbe meiner Taten. Das Erbe kann mit Dhamma nicht berichtigt werden. Etwas, das in der Welt existent geworden ist, ist unabänderlich. Das Vergangene ist vergangen und seine Wirkungen sind unumkehrbar.

    Kein Lebewesen hat Zugriff auf Vergangenes oder Zukünftiges. Jedes Lebewesen hat nur Zugriff auf das Reale, das ausnahmslos hier und jetzt existent ist. Handelt ein Lebewesen mit dem Realen, sind Wirkungen unvermeidlich. Es gibt keinen Schutz vor dem Erbe meiner Taten, auch nicht bevor man etwas tut, außer das Zerfallen meines Körpers.

    Nein, das Nichthandeln, einschließlich Nichtatmen, erweist sich als keine Lösung, Buddha hat es erprobt. Seine damalige Asketen-Schule wollte Leiden durch Nichthandeln beseitigen. Unbewegt liegen, sitzen, stehen, nicht essen, nicht trinken, nicht atmen. Ihr Leiden war das Sich-nicht-vom Erbe-der-gerade-gemachten-Taten-befreien-können. Das Unwohl (Dukkha) erschien immer wieder.


    Warum ist Dhamma so wichtig?
    Bevor ich handle, kann ich mich an dem achtfachen Pfad orientieren, ob mein Handeln hilfreiches Tun sein kann. Doch auch dieses Handeln kann nur zukünftiges Leiden verhindern helfen, nicht mein Erbe auslöschen. Jedes Handeln erzeugt das sofortige Erbe meiner Taten.


    Durch die Orientierungshilfe des achtfachen Pfades können meine Verstrickungen in Vorstellungen, Meinungen und den Glauben an: „Das ist meins, dies bin ich, das ist nun mal meine Persönlichkeit“ aufgelöst werden.


    Man erkennt dann das man nichts wirklich als „meins“ bezeichnen kann, weil alles im Zerfallen ist. Es gibt nichts, das mein sein kann. Wenn etwas mein Besitz ist, sollte ich es bewahren, damit es mein Besitz bleiben kann.

    Man erkennt das man kein festgelegtes Ich ist, denn sobald man auf einen Menschen trifft, erscheint „Ich bin“ und vergeht sofort, wenn das Treffen beendet ist. Bei einer neuerlichen Begegnung bin „ich“ nicht das vergangene Ich.

    Man erkennt das man nicht eine feste Persönlichkeit ist, denn mal ist sie die eines Familienmitgliedes, dann die einer Gruppe, dann die eines Berufes usw.


    Nein, man stirbt dann nicht! Das sich bindende Ich stirbt und wird zu einem „Ich“. Dieses Ich erkennt alles „Meins“, „Ich bin“ und „das ist nun mal meine Persönlichkeit“ als seine „Bekleidung“, die eben an die realen Gegebenheiten angepasst wird, ohne dass es glaubt, seine „Bekleidung“ zu sein.

    Ein Mensch, der das erreicht hat, kann von denen, die es nicht erreicht haben, oder denen, die es erreicht haben, nicht erkannt werden. Denn es ist gleichgültig: Jeder Mensch ist bekleidet, auch wenn er nackt ist, muss er immer dem anderen ein „Das ist mein, das bin ich, das ist mein Selbst“ zeigen. Ganz gleich, ob er erkannt hat:

    n’etaṃ mama — „Das ist nicht mein.“
    n’eso ’ham asmi — „Das bin ich nicht.“
    na me so attā — „Das ist nicht mein Selbst.“

    Die Bekleidung ist unvermeidbar, man muss vermuten und glauben das ein „von Anhafungen Befreiter“ gegenübersteht, egal was seine Bekleidungen an Bewertungen als richtige Einschätzung oder Fehlentscheidungen verursachen.

    Jede Handlung erschafft sofortiges Erbe. Unvermeidlich bis zum Zerfallen.

    Wenn es eine Quelle gibt, ist es Ich.

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    für das ergriffen, festgehalten, verlassen werden.

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    • 10. Mai 2026 um 20:48
    • #43

    Paṭicca‑samuppāda: Das Feld der Funktionen des bedingten Entstehens.


    Die Positionen der Kette des bedingten Entstehens, von 0 bis 11, haben gemeinsam:

    1. Ihre Wirkungen sind sichtbar, während ihre Ursachen nicht zugänglich sind.

    2. Jede Position ist eine Funktion ohne Kern. Die „Kette“ ist ein Feld von Funktionen.

    3. Keine Wirkung kann erscheinen, wenn ihre Bedingung oder jeweiligen Bedingungen nicht gleichzeitig gegeben sind. (avijjā hat nur eine Bedingung, sankhāra hat schon zwei und jati zehn Bedingungen. suññatā hat keine erkennbare Bedingung.)

    4. Der entscheidende Denkfehler ist die Annahme: Die Positionen erscheinen nacheinander und sind Glieder.

    5. Das scheinbare Nacheinander ist ein Analyseprodukt, das zum intellektuellen Verstehen der Kette führt (weltliche Sicht). Es ist aber ein Feld, in dem alle Funktionen gleichzeitig erscheinen (absolute Sicht).

    6. zu Position 12: Dukkha: Hier erscheint die Illusion der Kette, hier werden die Funktionen zu Gliedern und das eine Feld zu einer Kette. Nur hier sind für ein verfestigtes Ich Ursache und Wirkung erkennbar. Hier werden Funktionen zu Dingen und damit zu dukkha.

    Falls jemand Buddhismus vermisst, der ist nicht verfügbar. Als Buddha das erkannte und anfing zu lehren, gab es so etwas wie Buddhismus nicht. Pali als Sprache sehr wohl.


    0 Suññatā – Leerheit ohne Leere.


    ist Suññatā, dann erscheint

    1 avijjā
    Das Licht. Nicht lokal – nicht bestimmbar – kein Zustand – Wirkung ohne Ursache (aus Sicht des Beobachters)

    Es ist kein Irrtum, kein Fehler, kein „Nicht‑Wissen“. Es ist das erste Erscheinen von Aktivität in der grenzenlosen Möglichkeit.


    ist avijjā, dann erscheint

    2 saṅkhāra

    Erstes Auftauchen von Unterscheidung/Differenz, erstes Ereignis, erstes Etwas, zusammengesetztes erscheint (Quanten, Quarks, Atome), ohne dass jemand es macht. Ohne saṅkhāra gibt es keine Form, keine Bewegung, keine Welt.


    ist saṅkhāra erscheint

    3 viññāṇa

    Ohne zusammengesetzte Dinge, saṅkhāra, kann viññāṇa nicht erscheinen.
    Viññāṇa ist das blinde Fühlen, das Wahrnehmen von „Da ist Etwas“. Es weiß nichts, will nichts, ist nichts.
    Ein reiner Prozess, ohne Subjekt, ohne Etwas als Objekt, ohne Individualität, ohne Identität. Reines Bewusstsein von „Da ist Etwas“, wahrnehmend, dass diese Etwas nicht wahrzunehmen ist.

    Hinweis für Meditierende: Dieser Punkt fühlt sich ähnlich an wie das Erreichen des 8. Jhāna, aber hier ist viññāṇa

    nicht das 8. Jhāna. Ähnlich ist es, weil im 8. Jhāna ein Ich‑Gefühl anwesend ist, das als „Ich nehme wahr“ erlebt wird, auch wenn es nichts zum Wahrnehmen gibt. Dieses „Rest-Ich“ ist extrem fein, fast unfühlbar, aber es ist da. Wird dieses Jhāna überschritten (rechtes Samādhi), setzt der Prozess (der kleine Tod) ein: >sankhāra > avijjā > sunnatā.

    Dieses Rest-Ich‑Gefühl vergeht vollständig. Beim Rückweg taucht es wieder auf – genau so wie ein Prozess, der sich neu zusammensetzt. Wie ein PC, der neu gestartet wird, ohne dass er ausgeschaltet war, hochfährt: Alle laufenden Prozesse wurden durch den Neustart beendet und der PC ist bereit für Aufgaben, ohne die vorherigen Prozesse.


    Die Gleichzeitigkeit der vollständigen normalen Wahrnehmung.

    3 Ist viññāṇa: waches Wahrnehmen,
    4 und nāma‑rūpa: innere Welt – Körper mit Sinnesfunktion (nāma‑rūpa: Benennen und Form),
    5 und salāyatana: Sinnesfelder offen, auch Sinnestore genannt, allerdings torlos (nicht organisch),
    6 und phassa: Kontakt/Resonanz‑Ereignis (viññāṇa + nāma‑rūpa + salāyatana gleichzeitig),
    7 dann erscheint vedanā: einer der Gefühlstöne: angenehm, unangenehm, neutral.


    Diese vier (3–6) sind im Erleben ein einziges Wahrnehmungs‑Ereignis, ununterscheidbar. Sie erscheinen gleichzeitig und können im Moment des Fühlens nicht getrennt werden. Aber sie sind vier verschiedene Funktionen.
    3–6 sind im Erleben des Gefühls nicht trennbar, weil sie gleichzeitig erscheinen. Ein einziges Wahrnehmungs‑Ereignis, denn jede Wahrnehmung eines Gefühlstones (vedanā) ist immer vollständig, vollkommen nur eines. Erst nach der Wahrnehmung kann es zum Suchen nach einer Ursache kommen. Buddha legt viel Wert auf die Wahrnehmung von wohl, unwohl, neutral als Auslöser für ein Selbst, das wahrnimmt und suchen kann.


    Weiterführung der „Kette“ des bedingten Entstehens.


    ist viññāṇa erscheint

    4 nama-rupa

    rupa ist das körperliche System, nicht der Körper als Organ. Das Spüren der Sinne selbst: Druck, Widerstand, Temperatur, Klang, Licht, Geschmack, Geruch.

    nama ist die Innenwelt, die aus dem Spüren ein Bild oder einen Eindruck macht.

    nama-rupa ist das Zusammenspiel von Reiz (Sinnesfelder) und deren Eindruck (nama) als ein einziger Vorgang, der zwei Seiten hat, die nur durch Analyse erscheinen.

    Wahrnehmbar sind nur Wirkungen, nie „Dinge“. Das Auge kann sich nicht wahrnehmen. Wahrnehmung entsteht nur im direkten Kontakt über rūpa (Reiz der Sinnesfelder).

    Was rūpa spürt, ist immer real, weil es eine körpersinnliche Wirkung ist. Was man wahrnimmt, ist nur das, was im Kontakt handhabbar ist, also das, worauf der Körper reagieren kann.


    ist rupa-nama, dann erscheint

    5 salāyatana

    salāyatana heißt: „Die sechs Sinnesöffnungen sind offen und bereit. Das Lebewesen ist weder im Tiefschlaf noch in Bewusstlosigkeit.“

    āyatana = „Ort der Tore der Sinne, nicht die Sinne oder Organe.“ Die 12 Sinnesöffnungen-tore: 6 innen: Auge, Ohr, Nase, Zunge, Körper, Geist. 6 außen: Form, Klang, Geruch, Geschmack, Berührbares, Denkbares. Das zusammen ist āyatana. Der Unterschied zu salāyatana ist, dass diese auch ohne Bewusstsein aktiv sein können und Träume erzeugen oder eben Erscheinungen in samādhi mit geschlossenen Augen.


    ist salāyatana, dann erscheint

    phassa

    6 Das Zusammenfallen von Reiz (nama-rupa), Sinnkanal, Wachheit und Erinnerung (salāyatana) wird als Kontakt-Ereignis (phassa) integriert. Die Vereinigung von Sinnesorgan – Sinnesobjekt – Sinnesbewusstsein – Speicherbewusstsein. Das ermöglicht das Bewusstsein von Gefühlen. (viññāṇa vedanā)

    Ein Reiz trifft auf einen offenen Sinneskanal und wird erkannt. Das ist Kontakt/Resonanz.

    phassa = Sinneskanal offen, Reiz trifft ein, Wachheit erkennt, Speicherbewusstsein liefert Muster

    Diese vier zusammen ergeben ein Kontakt‑Ereignis.

    Das Bewusstsein von Gefühl erscheint erst, wenn nama-rupa, salāyatana und phassa zusammen erscheinen. Die drei erscheinen fast sofort gleichzeitig. Wenn eines fehlt, erscheint auch kein Gefühl.


    ist nāma – rūpa, salāyatana, phassa, dann erscheint

    vedanā

    7 Gefühlston: angenehm, unangenehm, neutral. Sind die Bedingungen erfüllt, erscheint einer der Gefühlstöne: wohl, unwohl, weder wohl noch unwohl. Gleichzeitig das Bewusstsein von Gefühl. (viññāṇa vedanā)

    Jedes Lebewesen, das die Bedingungen erfüllt, erkennt Wohl, Unwohl und weder Wohl noch Unwohl.


    ist vedanā, dann erscheint

    tanhā

    8 taṇhā ist das automatische Ziehen, das entsteht, sobald etwas gefühlt wird. Leiden/Reibung entsteht, weil dieses Ziehen etwas Festes will, aber alles sich bewegt. Dieses Ziehen sagt einfach: „Mehr.“ „Weg damit.“ „So bleiben.“

    kāma‑taṇhā = ziehender Durst nach angenehmen Dingen.

    bhava‑taṇhā = ziehender Durst nach einem bestimmten Zustand.

    vibhava‑taṇhā = ziehender Durst danach, einen Zustand loszuwerden oder zu beenden.

    Diese drei laufen von selbst, ohne jemanden, der sie „hat“.


    Die Art Homo erkennt Unwohl als nicht gewollt, verabscheut Unwohl und sieht Wohl als erstrebenswert. Homo wünscht, verlangt, sich wohl oder neutral zu fühlen.

    Hier entsteht ein Selbst‑Modell, „Ich“, das Wohl anstrebt und Unwohl ablehnt. Damit beginnt Leiden (nicht dukkha), erkennen durch Wunsch, Verlangen und Ablehnung.


    ist tanhā, dann erscheint

    upādāna

    7. upādāna = etwas zu „mein“ erklären und sich damit verbinden. taṇhā ergreifen wird zu „Festhalten“. Das System sagt: „Das brauche ich.“ „Das darf nicht weg.“ „Ohne das geht es nicht.“ Das ist kein bewusster Akt. Es ist ein automatischer Griff, der aus dem Ziehen entsteht. Ich bin ich, erscheint.

    upādāna = greifen ist Anhaften am Brennstoff des Lebens. Upādāna heißt: etwas zu „mein“ erklären, sich daran festhalten, sich damit verbinden und es begehren, sogar etwas verlangen (nicht dukkha).


    ist upādāna, dann erscheint

    bhāva

    10. bhāva = der innere Zustand, der entsteht, wenn Festhalten (upādāna) eine Form annimmt und ein „So bin ich“ vorbereitet. „Das ist mein.“ „Das bin ich.“ „Das ist mein Selbst.“
    Bhāva heißt im Kern: ein Zustand, der entsteht, oder eine Form, die etwas annimmt. Es meint kein festes Sein, sondern ein inneres Werden: „So ist es jetzt in mir.“ Also: die Art, wie etwas gerade innerlich geworden ist. (kein dukkha)
    bhava bedeutet: ein innerer Zustand, der durch Denken oder Gewohnheit geformt wird. Das umfasst: einen geistigen Zustand, der sich verfestigt, ein inneres Werden, das zu etwas führt, einen Zustand, der eine „Geburt“ vorbereitet.


    ist bhāva, dann erscheint

    jati

    11. jati = die Geburt einer identitätsbezogenen Existenzweise: Ich bin jemand.

    jati ist nicht „Geburt“ im biologischen Sinn. Es ist: „Ich bin jemand.“ „Ich habe eine Identität.“ „Ich habe eine Rolle.“ „Ich existiere als Form.“

    Altern, Sterben/Tod, Kummer, Jammern, Schmerz, Traurigkeit und Verzweiflung. Werden hier als Bedingungen des Lebens erkannt, ohne sich damit zu identifizieren. Leiden erscheint ohne Absichten oder als „Mein, ich bin dieses Leiden“. (kein dukkha)


    ist suññatā bis jati, dann erscheint
    dukkha
    12. dukkha als Leiden erscheint, wenn ich Unangenehmes (dukkha‑vedanā) oder mein Ergriffenes (upādāna) zu einem Objekt/Organischem mache. Das heißt attavādat: Aus diesem Festhalten ein stabiles Ich-Bild formen: „Das bin ich, das ist mein. So bin ich.“
    Die Aufzählung
    „Geburt, Altern, Krankheit, Sterben, Kummer, Jammer, Schmerz, Trübsal, Verzweiflung. Das Nichtbekommen, was man begehrt (Neid), oder etwas bekommt, das man nicht haben will (Ekel). Nicht mit dem Geliebten zusammen sein oder getrennt sein vom Liebsten“ wird hier zu einem Besitz gemacht, als ob es sich um Dinge handelt. Das ist sogar nützlich, denn es hält das soziale Gefüge zusammen, verblendet aber das Reale, dass jedes Lebewesen ein Individuum ist, das nur durch soziale Komponenten glauben kann, nicht ein Individuum zu sein. (Ich bin Menschheit/Gruppe/Paar, kein Individuum.)


    Ahaṃkāra, mamaṃkāra und attavāda – diese drei Begriffe beschreiben den psychologischen Prozess der Ich-Illusion-Entstehung. Sie werden oft zusammen als die Wurzeln des Leidens (Gier, Hass; Verblendung) und das mein Objekt machen der Anhaftung identifiziert.

    1. Ahaṃkāra (Ich-Macher)
    Definition: Das aktive „Machen“ oder Konstruieren eines „Ich“.
    Bedeutung: Es bezeichnet den mentalen Prozess, ein separates, dauerhaftes Selbstbild zu erschaffen. Es ist eine kontinuierliche, bis zum Durchschauen unbewusste Aktivität des Geistes.
    Funktion: Es wandelt flüchtige Erfahrungen in „Mein-Ich“-Erlebnis inklusive Stolz auf das „Ich-bin“-Gefühl .

    2. Mamaṃkāra (Mein-Macher)
    Definition: Das Konstruieren von „Mein“.
    Bedeutung: Anhaftung an Erfahrungen, Gedanken, Besitz oder den Körper, indem sie als „mein“ oder „dauerhaft zu mir gehörend“ identifiziert werden.

    Verbindung von ahaṃkāra und mamaṃkāra: Mamaṃkāra (Mein-Macher) folgt Ahaṃkāra (Ich-Macher) – sobald ein „Ich“ gemacht ist, müssen Dinge als „mein“ beansprucht werden. Dukkha erscheint, weil das „Ich“ die Realität des „Nichts ist beständig, alles ist unbefriedigend, weil es unbeständig ist“ ignoriert.

    3. Attavāda (Selbst-Theorie)
    Definition: Die Ansicht oder eine Lehre, dass es ein festes, bleibendes Selbst (ātman) gibt.
    Bedeutung: Dies ist die Ansicht, die Ahaṃkāra und Mamaṃkāra unterstützt. Es ist die falsche (nicht rechte) Ansicht, dass die fünf Aggregate (Körpersinnesfelder, Empfindungen, Wahrnehmung, mentale Formationen, Bewusstsein) oder sogar der organische Körper ein „Selbst“ darstellen.

    Zusammenhang im Buddhismus.
    Wurzel des Leidens: Diese drei Konzepte beschreiben, wie der Geist ständig versucht, ein beständiges Selbst in einer Welt zu etablieren, die sich im ständigen Wandel befindet (anicca).
    Der Buddha lehrt: Alle Dinge sind ohne ein festes Selbst (anattā).
    Ahaṃkāra–mamaṃkāra–attavāda ist der Widerstand gegen diese Realität, die Reibung, die dukkha erzeugt, nicht Unwohlsein, denn das, ein stabiles Ich-Sein, ist ein Wohl. Ein Mensch fühlt sich wohl, wenn er ein Ich als seines anerkennen kann, darum erkennt er es nicht als dukkha.

    Überwindung: Das Ziel der Praxis ist es, diese Konstruktionen zu durchschauen und sie „auszurotten“ (ahaṃkāra – mamaṃkāra – attavāda – susamūhatā), was zur Befreiung vom Leiden führt.

    Zusammenfassend:
    Attavāda ist die falsche Ansicht.
    Ahaṃkāra ist der Prozess des Selbst-Ich-Aufbaus.
    Mamaṃkāra das Anhaften an Besitz, auch der Besitz eines Ichs.
    Nur zusammen erzeugen sie augenblicklich die Illusion, dass ein Selbst aufrechterhalten wird.


    Rechte Ansicht/Einsicht, der erste Punkt des achtfachen Pfades.


    Rechte Ansicht/Einsicht. Was ist das?
    Ahaṃkāra (Ich‑Machen), Mamaṃkāra (Mein‑Machen) und Attavāda (Selbst‑Ansicht) sind drei gekoppelte Prozesse, die aus suññatā (Leerheit) bis jati (Geburt des Ich‑bin) eine Selbst‑Illusion erzeugen. Wenn diese Verfestigung entsteht, erscheint dukkha auch wenn es nicht als Leiden gefühlt wird.


    Ansicht/Einsicht: Negativ (Verfestigung, Identifikation, Besitz)
    Tatsache: Der Geist macht aus Unangenehmem (dukkha‑vedanā) oder Ergriffenem (upādāna) etwas Objektives: „Das bin ich. Das gehört mir.“
    Reibung: Die Welt ist unbeständig (anicca), aber das Ich‑Gefühl will Beständigkeit. Das erzeugt Spannung zwischen Realität und Wunsch.
    Verwechslung: Funktionale Prozesse werden für Dinge gehalten. Erleben wird für ein „Selbst“ gehalten. Soziale Rollen werden für Identität/Individualität gehalten.
    Leid entsteht: An dukkha leiden entsteht sofort: Festhalten → Verlustangst → Verteidigung → Schmerz.
    Alles wird zu Besitz gemacht, sogar Geburt, Altern, Krankheit, Sterben, Kummer, Jammer, Trennung.
    Rechte Ansicht/Einsicht (positiver Gegenpol) erkennen: „Das ist ein funktionaler Prozess, kein Besitz.“ Nichts davon ist ein Selbst. Ahaṃkāra–Mamaṃkāra–Attavāda werden als Konstruktionen erkannt.


    Ansicht/Einsicht: Neutral: (Beobachtung ohne Festhalten (Satipatthana))
    Tatsache: Ahaṃkāra und Mamaṃkāra laufen automatisch ab – wie Reflexe des Geistes.
    Reibung: Der Geist versucht, Stabilität zu erzeugen, obwohl wissentlich keine vorhanden ist.
    Verwechslung: Man hält die automatische Funktion für „normal“ oder „gegeben“.
    Leid entsteht: nicht durch starke Emotion, sondern durch subtile Daueranspannung: „Ich muss jemand sein.“
    Rechte Einsicht/Ansicht (neutraler Gegenpol):  
    Beobachten, wie „Ich“ und „Mein“ entstehen, ohne sie zu verstärken. Erkennen: „Da ist ein Vorgang – kein Besitzer.“


    Ansicht/Einsicht: Positiv (Durchschauen, Entkoppeln, Befreien)
    Tatsache: Ahaṃkāra, Mamaṃkāra und Attavāda werden als Konstruktionen erkannt, nicht als Identität.
    Reibung: Die Reibung fällt weg, weil nichts mehr verteidigt werden muss.
    Verwechslung: Keine. Erleben wird als Prozess gesehen, nicht als Eigentum.
    Leid endet: Dukkha löst sich auf, weil kein „Ich“ mehr erzeugt wird, das leiden könnte. Die Kette von suññatā bis jāti wird durchschaut.
    Rechte Befreiung (positiver Gegenpol):
    Ahaṃkāra–Mamaṃkāra–Attavāda werden „ausgerottet“
    (aahaṃkāra – mamaṃkāra – attavāda – susamūhatā).
    Es bleibt: Kontakt ohne Besitz. Erleben ohne Ich‑Bild. Welt ohne Verfestigung.

    Wenn es eine Quelle gibt, ist es Ich.

    Ich ist nicht leer oder tot.

    Ich ist offen und frei,

    für sein ergreifen, festhalten, loslassen,

    für das ergriffen, festgehalten, verlassen werden.

Ausgabe №. 135: „Achtsamkeit und Aktivismus"

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