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  1. Buddhaland Forum
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Schnellster Weg zur Erleuchtung?

  • Asod55
  • 21. Juni 2024 um 22:38
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    • 22. Juni 2024 um 22:22
    • #26

    Erleuchtung ist ein Hinweis auf Befreiung. Das Problem, das keines ist, ist, dass Befreiung ganz einfach ist und das Problem ist, das kein Weltenlehrer da ist, der mit einem Nicken oder stumm Wegehen die eigene und seine Befreiung hinnimmt, wie es ist. Nicht unwichtig, aber keines Wortes wert.

    Wenn es eine Quelle gibt, ist es Ich.

    Ich ist nicht leer oder tot.

    Ich ist offen und frei,

    für sein ergreifen, festhalten, loslassen,

    für das ergriffen, festgehalten, verlassen werden.

  • mukti
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    • 22. Juni 2024 um 23:06
    • #27
    Gurkenhut:
    mukti:

    Ja wenn es nicht nur formal oder halbherzig sein soll. Es wäre wohl auch nicht ganz ehrlich alles Gute wünschen ohne etwas dazu beizutragen wenn man die Möglichkeit hat, was darauf hinausläuft dass man seinen überflüssigen Besitz an Notleidende abgeben müsste und auch ständig behilflich sein müsste. Im Christentum gäbe das dann schon einen Heiligen ab.

    In dem Wunsch steckt man selbst mit drin. Das ist mMn wichtig, dass es kein „möge es allen anderen wohlergehen“ ist, sondern ein „möge es allen wohlergehen“, was die Selbstfürsorge miteinschließt und eher nicht mit ständig für andere da sein vereinbar ist. (Wobei man da noch genauer auf die Wortbedeutung von „ständig“ eingehen könnte, ich bin bei meinem Text von 24/7 ausgegangen, keine Ahnung ob du das meintest.)

    24/7 für Wohlergehen zu sorgen wäre die Perfektion. Ursprünglich ging es ja um die Frage was man hiervon halten soll: "Wünscht man allen fühlenden Wesen die Erleuchtung bzw. die Befreiung bekommt man sie selbst." Selbstfürsorge würde dann bedeuten auch für die eigene Befreiung zu sorgen. Das erinnert mich an eine interessante Lehrrede:

    Zitat

    Auf sich selber achtend, ihr Mönche, achtet man auf die anderen.

    Auf die anderen achtend, achtet man auf sich selber.

    Und wie, ihr Mönche, achtet man, auf sich selber achtend, auf den anderen?

    Durch Pflege, durch Entfaltung, durch häufiges Tun. So, ihr Mönche, achtet man, auf sich selber achtend, auf den anderen.

    Und wie, ihr Mönche, achtet man, auf den anderen achtend, auf sich selber?

    Durch Geduld (khanti),

    durch Gewaltlosigkeit (avihiṃsā),

    durch Liebe (mettacitta),

    durch [An-]Teilnahme (anudaya).

    So, ihr Mönche, achtet man, auf den anderen achtend, auf sich selber.

    'Ich werde auf mich achten', so sind, ihr Mönche, die Pfeiler der Achtsamkeit zu pflegen. 'Ich werde auf die andern achten', so sind die Pfeiler der Achtsamkeit zu pflegen.

    S.47.19

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    Mit Metta, mukti.


  • Amdap
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    • 23. Juni 2024 um 06:11
    • #28
    Nanu:
    Amdap:

    Ich war vor einigen Jahren mal zu einer Art Tag der Offenen Tür bei der Moschee, hier bei mir um die Ecke. Als Werbung bekamen die Besucher ein paar Flyer in einem Leinenbeutel, auf den war der Satz gedruckt: "Liebe für alle, Hass für keinen".

    Das hat mich unheimlich beschäftigt, und tut es heute noch. Zeitweise habe ich diesen Satz sogar regelrecht in mir geknetet. Trotzdem komme ich bis heute nicht damit klar. Es ist nicht nur irreal, sondern polarisiert auch.

    Es kultiviert das Schwarzweißdenken, indem es unterstellt, es gäbe äußerlich (ich meine, von außen her) soundso zu bewertende Sachverhalte bzw. Tatsachen auf einer starren Werteskala.

    Ich denke das lässt sich dadurch erklären, dass die Ahmadiyya Gemeinde, deren Leitspruch das hier ist, in den meisten islamischen Ländern als häretisch verfolgt wird.

    Oh, da bin ich sehr erstaunt. Das wusste ich nicht.

    Nun habe ich zwischenzeitlich bei Wikipedia erstmal über Ahmadiyya gelesen, es ist extrem ausführlich, aber hauptsächlich geschichtlichen Inhalts. Es hilft mir nicht weiter, und ich habe auch nicht gefunden, dass besagter Satz als häretisch gegenüber dem ursprünglichen Islam betrachtet wird. Die Ursache dieser Einstellung würde mich mal sehr interessieren.

    Meine Denke ist diese, dass im Islam das Schwarzweißdenken außerordentlich gepflegt wird, schlimmer noch als im Christentum, beflügelt durch mittelalterliche Vorstellungen. Ich habe es selbst beobachtet an meinem syrischen Kollegen, als ich noch berufstätig war. Bevor ich ihn kennenlernte, hatte ich immer so eine Idee, bzw. eher verschwommene Vorstellung, dass man in Syrien einen "modernen Islam" pflegt, falls das überhaupt kompatibel ist, aber seit ich ihn kenne, ist diese Idee zusammengebrochen.

    Wie auch immer;

    ich betrachte polarisierendes Denken, also Schwarzweißdenken, als Ursache aller Hindernisse, seinen Mitwesen uneingeschränkt Glück zu wünschen. Beides passt nicht zusammen, es ist kontrovers. Und es hält einen selbst im Kreislauf des Werdens und Vergehens gefangen.

    Verlange nicht, dass alles so geschieht, wie du es wünschest,
    sondern wolle, dass alles so geschieht, wie es geschieht,
    und es wird dir gut gehen.
    Epiktet

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    • 23. Juni 2024 um 08:23
    • #29

    Amdap: würde dir der Slogan "Liebe für alle" besser gefallen ohne den "Gegensatz" des Hasses im Satz drin?

    Die Gemeinschaft lehnt den Dschihad ab und wünscht mit anderen Wesen in Frieden zu leben. Deshalb sehe ich hinter dem Satz als Kurzform eine sehr gute Absicht.

  • Amdap
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    • 23. Juni 2024 um 08:41
    • #30
    Gurkenhut:

    Amdap: würde dir der Slogan "Liebe für alle" besser gefallen ohne den "Gegensatz" des Hasses im Satz drin?

    Die Gemeinschaft lehnt den Dschihad ab und wünscht mit anderen Wesen in Frieden zu leben. Deshalb sehe ich hinter dem Satz als Kurzform eine sehr gute Absicht.

    Ich verstehe, wie es gemeint ist, aber die Formulierung macht mir Bauchschmerzen.

    Sie zeugt von einer polarisierenden Haltung. Das ist bei den monotheistischen Religionen so, bzw. scheint mit Monotheismus Hand in Hand zu gehen:

    schlecht versus gut, Himmel versus Hölle, Schwarz versus Weiß undsoweiter.

    Und würde da nur "Liebe für alle" stehen und der Rest gestrichen sein, denke ich unweigerlich an Erich Mielke:

    erich mielke ich liebe euch doch alle - Recherche Vidéos

    Verlange nicht, dass alles so geschieht, wie du es wünschest,
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  • GKH
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    • 23. Juni 2024 um 08:53
    • #31
    Amdap:
    Gurkenhut:

    Amdap: würde dir der Slogan "Liebe für alle" besser gefallen ohne den "Gegensatz" des Hasses im Satz drin?

    Die Gemeinschaft lehnt den Dschihad ab und wünscht mit anderen Wesen in Frieden zu leben. Deshalb sehe ich hinter dem Satz als Kurzform eine sehr gute Absicht.

    Ich verstehe, wie es gemeint ist, aber die Formulierung macht mir Bauchschmerzen.

    Sie zeugt von einer polarisierenden Haltung. Das ist bei den monotheistischen Religionen so, bzw. scheint mit Monotheismus Hand in Hand zu gehen:

    schlecht versus gut, Himmel versus Hölle, Schwarz versus Weiß undsoweiter.

    Und würde da nur "Liebe für alle" stehen und der Rest gestrichen sein, denke ich unweigerlich an Erich Mielke:

    https://www.bing.com/videos/rivervi…65&&FORM=VRDGAR

    Alles anzeigen

    Der Satz "Liebe für alle, Hass für niemanden" allein zeugt mMn nicht von einer polarisierenden Haltung. Man kann ihn als Abgrenzung zu den bewaffneten Kampf befürwortenden Strömungen im Islam lesen. Oder als Versuch die Polarisierung zwischen Liebe verdienenden Menschen und Hass und Gewalt verdienenden Menschen zu überwinden.

    Zu Lieben bedeutet mMn auch, nicht in letzter Instanz zu wissen, was gerade für den anderen gut ist, und ihn im Zweifel wichtiger zu nehmen als die eigene Meinung. Vielleicht hat die Liebe deshalb so einen schwierigen Stand, weil in ihrem Namen oder mit ihr als Begründung schon allerhand Unheil angerichtet wurde, wenn Menschen dachten, sie wüssten, was für alle das richtige ist.

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    • 23. Juni 2024 um 09:43
    • #32

    Der schnellste Weg zur Erleuchtung ist, seine Vorstellungen zu reinigen, wenn man durch sie in Probleme mit der Umwelt gerät, der materiellen und der lebendigen.

    Der erste Schritt ist, Ungeborenes und Geborenes zu erkennen.

    Ungeborenes ist das, was nicht aus sich selbst reagieren oder agieren kann.

    Von Geborenem unabhängig ist das Ungeborene, denn es ist vollkommen abhängig von der wechselseitigen Entstehung mit dem Ungeborenen. Alles Zusammengesetzte auch der Körper besteht ausschließlich aus dem wechselseitigen Entstehen des Ungeborenen. Asche, Sternenstaub.

    Das Geborene kann sowohl reagieren als auch agieren, bedingtes Entstehen, Karma, Leben. Alles Geborene ist durch bedingtes Entstehen abhängig vom Ungeborenen. Das Geborene wandelt das Ungeboren so um, dass ein Körper durch wechselseitiges Entstehen erscheinen kann. Ich denke und untersuche das bis zu Viere, Pilzen und Bakterie, Zygote. Kein Geborenes ist möglich, ohne Ungeborenem. Das Geborene ist immer getrennt vom Ungeborenen und immer wechselseitig abhängig, untrennbar.

    Das Bewusstsein ist das Zentrum der Entscheidungen, wie Leben handelt, Ungeborenes kann nicht handeln. Bewusstsein ist weder Ungeborenes noch Geborenes noch Leben. Bewusstsein ist das, was leiden kann, durch sich bewusst werden der Wirkungen seiner Entscheidungen. Bin ich mir der Unterschiede zwischen Körper, Leben, Geist und Bewusstsein bewusst, ist der Weg zur Befreiung schnell beendet.

    Jedes fühlende Lebewesen, Fühlen ist Bewusstsein, ist immer schon befreit, das Bewusstsein des Menschen hat sich ein Ich geschaffen, das ständig daran zweifelt.

    Wenn es eine Quelle gibt, ist es Ich.

    Ich ist nicht leer oder tot.

    Ich ist offen und frei,

    für sein ergreifen, festhalten, loslassen,

    für das ergriffen, festgehalten, verlassen werden.

  • Anna Panna-Sati
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    • 23. Juni 2024 um 10:32
    • #33
    Amdap:

    Und würde da nur "Liebe für alle" stehen und der Rest gestrichen sein, denke ich unweigerlich an Erich Mielke:

    erich mielke ich liebe euch doch alle - Recherche Vidéos

    Das Wort "Liebe" ist leider zu einer Worthülse geworden, in die alle möglichen Bedeutungen gesteckt wurden und werden (Missbrauch inbegriffen) und es ist bedauerlich, dass der sicherlich als "friedensstiftend" gedachte Slogan "Liebe für alle - Hass für keinen" bei manchem negative Assoziationen auslöst...

    Da könnten zwei Dinge helfen:

    Zum Einen eine innere Haltung von Unvoreingenommenheit und Wohlwollen, mit der man so eine Botschaft auf- und -ggf. -annimmt.

    Zweitens: das Überprüfen der (wahren) Intention, die hinter dem Leitspruch steht.

    Asod55:

    Dadurch würde man Erleuchtung erlangen, weil es eine positive Reaktion gibt.

    (Soll natürlich auch vom Herzen kommen)


    Wünscht man allen fühlenden Wesen die Erleuchtung bzw. die Befreiung bekommt man sie selbst.

    Die Absicht wird voraussichtlich auch die Wirkung von geäußerten Wünschen (hier quasi eine Doppelwirkung in Bezug auf die Erleuchtungserwartung des Wünschenden UND das Wohl der Wesen) beeinflussen:

    Geht es dem Rezitierenden vordringlich um sein eigenes Wohl

    ("schnelle Erleuchtung/Befreiung") und er benutzt die Mantras eher als "Mittel zum Zweck", statt den tieferen Sinn wahrzunehmen (selbstlose Hingabe - Liebe und Mitgefühl für alle Wesen) und sich um geistige Läuterung zu bemühen, wird das Ergebnis vermutlich enttäuschend ausfallen.


    Liebe Grüße _()_ :heart: :)

    "...Dieser edle achtfache Pfad aber ist der zur Aufhebung des Leidens führende Weg..." (AN.VI.63)

    "In dieser Stunde hörte Siddhartha auf, mit dem Schicksal zu kämpfen, hörte auf zu leiden. Auf seinem Gesicht blühte die Heiterkeit des Wissens, dem kein Wille mehr entgegensteht, das die Vollendung kennt, das einverstanden ist, mit dem Fluss des Geschehens, mit dem Strom des Lebens, voll Mitleid, voll Mitlust, dem Strömen hingegeben, der Einheit zugehörig." (H.Hesse)

  • Monikamarie
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    • 23. Juni 2024 um 13:04
    • #34

    Es gibt aber "Satipatthana - Der direkte Weg" (Analayo - Uni Hamburg) - als download verfügbar.

    Und das fand ich sehr hilfreich. Denn dort werden die Aussagen des Buddha zu Sathipatthana klar verständlich interpretiert.

    Einen schnellen Weg zur Erleuchtung gibt es nicht, denn das bestimmen das Karma und die Lebenserfahrung. Wir können auch zur Befreiung durch großes Leiden kommen. Aber wer will das schon.

    Im übrigen haben wir keine bzw. nur eine begrenzte Wahl.

    Wenn wir uns jedoch nichts größeres wünschen als Befreiung, dann hilft uns das bei der Suche.

    Es ist der Motor bis zur Aufgabe ... - denn aufgeben müssen wir, was auch immer.

    _()_

  • Amdap
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    • 23. Juni 2024 um 13:51
    • #35
    Monikadie4.:

    Einen schnellen Weg zur Erleuchtung gibt es nicht, denn das bestimmen das Karma und die Lebenserfahrung. Wir können auch zur Befreiung durch großes Leiden kommen. Aber wer will das schon.

    Das Vajrayana beansprucht für sich, dass es einen schnellen Weg bietet. Aber dafür ist dieser riskanter und gefährlicher, weshalb man viel enger in ein Lehrer-Schüler-Verhältnis eingebunden sein muss.

    Da kommt eine dumpfe Ahnung auf von Dingen, die wir hier vor nicht allzu langer Zeit besprochen haben....

    Verlange nicht, dass alles so geschieht, wie du es wünschest,
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    und es wird dir gut gehen.
    Epiktet

Ausgabe №. 135: „Achtsamkeit und Aktivismus"

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