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  1. Buddhaland Forum
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Achtsames Gehen/ Gehmeditation

  • Tim1
  • 25. Februar 2024 um 09:07
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  • Tim1
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    • 25. Februar 2024 um 09:07
    • #1

    Nun passt zwar nicht zum Beitragstitel, ich möchte aber keinen neuen Beitrag aufmachen wegen einer Fragestellung und zwar was ist der Unterschied zwischen Achtsamen Gehen und Gehmeditation?

    Ich habe mir gedacht, frag doch mal die KI und ich bekam folgende Antwort, wobei ich mir sehr schwer tue, die Unterschiede herauszuarbeiten, wobei ich sagen muss, immerhin eine doch zumindest schlüssige Antwort.

    Vielleicht ist der Mensch, der KI aber doch überlegen und jemand kann mir seine Sicht sagen.

    "Achtsames Gehen und Meditation im Gehen sind verwandte Praktiken, die jedoch einige Unterschiede aufweisen:

    1. Achtsames Gehen (Mindful Walking):
      • Bei achtsamem Gehen liegt der Schwerpunkt darauf, bewusst und mit vollem Bewusstsein zu gehen. Dies bedeutet, dass man sich auf jeden Schritt, die Bewegungen des Körpers, die Umgebung und die Empfindungen im Moment konzentriert.
      • Achtsames Gehen kann als eine Form der Meditation betrachtet werden, bei der die Aufmerksamkeit ganz auf die Handlung des Gehens gerichtet ist.
      • Es kann in einem langsamen und ruhigen Tempo durchgeführt werden, um die Sensibilität für jede Bewegung zu erhöhen und den Geist zu beruhigen.
    2. Meditation im Gehen:
      • Meditation im Gehen kann verschiedene Formen annehmen und bezieht sich allgemein auf das Gehen als eine Form der Meditation. Es kann mehr als eine spirituelle Praxis betrachtet werden.
      • Während achtsames Gehen eine spezifische Praxis ist, die darauf abzielt, das Bewusstsein für den gegenwärtigen Moment zu schärfen, kann Meditation im Gehen breiter sein und verschiedene meditative Techniken umfassen.
      • Meditation im Gehen kann auch eine aktive Form der Meditation sein, die sich von sitzenden oder liegenden Meditationen unterscheidet. Es kann helfen, Bewegung und Meditation zu verbinden, was für einige Menschen eine angenehmere oder zugänglichere Art der Meditation ist.

    Insgesamt sind beide Praktiken darauf ausgerichtet, das Bewusstsein zu schärfen, den Geist zu beruhigen und eine Verbindung zum gegenwärtigen Moment herzustellen, aber achtsames Gehen konzentriert sich spezifischer auf das Gehen selbst, während Meditation im Gehen als eine breitere Kategorie betrachtet werden kann, die verschiedene meditative Ansätze beim Gehen einschließt."


  • void 25. Februar 2024 um 10:27

    Hat den Titel des Themas von „Achtsamen Gehen“ zu „Achtsames Gehen/ Gehmeditation“ geändert.
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    • 25. Februar 2024 um 10:48
    • #2

    Buddha sagt, dass Achtsamkeit nicht auf das Sitzen beschränkt sein soll sondern alle Aktivitäten umfassen soll:

    DN 23:

    Außerdem, ihr Mönche, wenn der Mönch geht, weiß er: 'Ich gehe', wenn er steht, weiß er: 'Ich stehe', wenn er sitzt, weiß er: 'Ich sitze', wenn er liegt, weiß er: 'Ich liege.' Was er auch immer mit dem Körper unternimmt, das weiß er. So weilt er beim Körper, den Körper innen betrachtend, den Körper außen betrachtend, den Körper innen und außen betrachtend. Er weilt beim Körper das gesetzmäßige Entstehen betrachtend, das gesetzmäßige Vergehen betrachtend, das gesetzmäßige Entstehen und Vergehen betrachtend

    Achtsames Gehen und Gehmeditation sind meiner Meinung nach so ziemlich das Gleiche. Und der Unterschied liegt vielleicht darin inwieweit man im Alltag achtsam geht oder es als formelle Meditation praktiziert wie das Kinhin im Zen.

    Wie das im Thervada ist weiß ich nicht

    Im Palikanon ist Meditation in Gehen "cankama" - "Auf und abgehen"

  • Tai
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    • 27. Februar 2024 um 18:22
    • #3

    Nach meinem Verständnis ist da ein klarer Unterschied:

    Achtsames Gehen bedeutet für mich, achsam zu sein während man geht, ebenso wie man auch achtsam essen oder achtsam arbeiten kann. Also du bleibst dessen gewahr, was da gerade genau passiert. Du bist ganz im Gehen ohne mit den Gedaken abzuschweifen. Das kann z.B. auch während eines Spaziergangs sein, wo du gleichzeitig in der Lage bist, die gerade nötigen Entscheidungen zu treffen, etwa: Ich gehe jetzt lieber hier lang, ich warte lieber erst den Fahraradfahrer ab, bevor ich die Straße überquere etc.

    Meditation im Gehen bzw. Gehmeditation dagegen ist eine ganz konkrete Methode zum Erwachen. Ähnlich wie Zazen folgen Gehmeditation oder Kinhin einer ganz bestimmtem Form (man spricht auch von formellem Gehen). Das heißt, man geht auf eine ganz bestimmte Art, in einem festgelegten Tempo eine festgelegte Runde (meist in der Gruppe) manchmal noch verbunden mit einer bestimmten Art der Atmung etc. Unterschiedliche Schulen pflegen da unterschiedliche Formen, wobei ich nicht sagen würde, dass die eine besser oder geeigneter wäre als die andere. Wichtig ist nur, dass es diese festgelegten Formen gibt, denn dann brauchst du während der Gehmeditation nichts mehr zu entscheiden, was sehr befreiend sein kann. Du folgst einfach der Form und kannst dich währenddessen ganz und gar auf deine Meditationspraxis einlassen. In meinem Fall wäre das die Ausrichtung auf die Koanfrage "Was ist dies?"

  • Tim1
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    • 27. Februar 2024 um 21:04
    • #4

    Tai

    Danke deine Erklärung ist sehr schlüssig und es beantwortet meine Frage sehr gut.

  • Aileen
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    • 28. Februar 2024 um 02:12
    • #5

    Im achtsamen Gehen oder z.B. Putzen oder Kochen bleibst du mit deiner Achtsamkeit normalerweise im Außen. Sonst würdest du die Laterne nicht erkennen oder das Nudelwasser überkochen lassen.

    In der formellen Meditation schaltest du weitestgehend die äußeren Reize aus, um dich ohne äußere Ablenkung schwerpunktmäßig deinem Innern (Körper-Gedanken-Gefühle, bestimmte Fragestellungen, usw.) zu widmen.

    Deshalb kann für mich die Achtsamkeit im Alltag auch keine formelle Meditation ersetzen, idealerweise trainieren wir täglich beides.

    Den Unterschied zwischen langsamen Gehen und formeller Gehmeditation hat Tai ja schon toll erklärt.

  • Jan87
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    • 28. Februar 2024 um 14:21
    • #6

    @Tim99 Für die klassische Gehmeditation bin ich gerade bei der Durcharbeitung der Pali-Begriffe aus The Buddha and His Teachings auf diesen Abschnitt gestoßen

    Zitat

    Die letzte Wache der Nacht

    Die frühen Morgenstunden, die von 2 bis 6 Uhr reichen und die letzte Wache der Nacht bilden, sind in vier Teile unterteilt.

    Der erste Teil wird mit Aufgehen und Abgehen verbracht (cankamana). Dies dient als sanfte körperliche Übung für Ihn.

    Für mich unklare Begriffe gehe ich gerade mit GPT durch (die Antworten sind inzwischen sehr genau in der Unterhaltung durch die vorherigen Anfragen und prompts am Start des Chats).

    Zitat

    "Cankamana" ist ein Begriff aus dem Pali, der alten Sprache des Buddhismus. Er bezieht sich auf eine meditative Praxis, die oft als "Schreiten" oder "Gehen in Meditation" übersetzt wird. Diese Praxis ist ein wichtiger Bestandteil der buddhistischen Meditationsübungen und wird oft in Kombination mit der Sitzmeditation (Sitting Meditation) gelehrt.

    ### Bedeutung von Cankamana

    "Cankamana" bezieht sich auf das meditative Gehen in einem begrenzten Raum. Es ist eine Methode der Meditation, bei der der Praktizierende in einem bestimmten Bereich hin und her geht, wobei er jede Bewegung des Fußes und jeden Schritt bewusst und achtsam wahrnimmt. Diese Praxis kann dazu dienen, Achtsamkeit (Sati) zu entwickeln, den Geist zu beruhigen und das Verständnis für die Natur des Geistes und des Körpers zu vertiefen.

    ### Ablauf von Cankamana

    Das Cankamana wird typischerweise in einem abgegrenzten Bereich praktiziert, der oft als "Gehweg" oder "Gang" bezeichnet wird. Dieser Bereich kann eine speziell dafür vorgesehene Fläche in einem Meditationszentrum sein, die mit Matten oder Holzbrettern ausgelegt ist. Der Praktizierende beginnt am Ende des Gehwegs und geht langsam und absichtlich zum anderen Ende.

    Während des Gehens praktiziert der Meditierende Achtsamkeit auf verschiedene Aspekte seiner Bewegung:

    1. **Achtsame Bewegung**: Der Meditierende ist sich bewusst über den Prozess des Gehens. Jeder Schritt wird bewusst gemacht, von der Hebung des Fußes über das Vorwärtsbewegen bis hin zur Platzierung des Fußes auf dem Boden.

    2. **Achtsame Atmung**: Oft wird die Atmung mit den Schritten synchronisiert. Zum Beispiel kann ein Schritt mit dem Einatmen und der nächste Schritt mit dem Ausatmen verbunden werden.

    3. **Achtsame Körperempfindungen**: Während des Gehens achtet der Praktizierende auch auf Körperempfindungen, wie das Anheben und Senken der Füße, das Gleichgewicht halten und mögliche Spannungen oder Unbehagen im Körper.

    4. **Achtsame Gedanken**: Jede auftauchende Gedanken oder Gefühle werden ebenfalls achtsam wahrgenommen, ohne daran festzuhalten oder sich von ihnen mitreißen zu lassen.

    ### Zweck von Cankamana

    Die Praxis von Cankamana dient verschiedenen Zwecken in der buddhistischen Meditation:

    1. **Entwicklung von Achtsamkeit**: Durch das bewusste Gehen wird die Achtsamkeit (Sati) geschult und gestärkt. Der Meditierende lernt, im gegenwärtigen Moment präsent zu sein und die Erfahrungen des Gehens klar zu beobachten.

    2. **Beruhigung des Geistes**: Cankamana kann dazu beitragen, den Geist zu beruhigen und zu zentrieren, indem man sich auf die einfache Handlung des Gehens konzentriert.

    3. **Vertiefung der Einsicht**: Die achtsame Wahrnehmung des Körpers und des Geistes während des Gehens kann zu einer tieferen Einsicht in die Natur des Selbst und der Realität führen.

    4. **Ergänzung zur Sitzmeditation**: Cankamana wird oft als Ergänzung zur Sitzmeditation praktiziert. Während die Sitzmeditation die Konzentration und Stabilität des Geistes fördert, kann das Gehen in Meditation helfen, die körperliche Energie auszugleichen und die Beweglichkeit des Körpers zu erhalten.

    Insgesamt ist Cankamana eine wichtige Praxis in der buddhistischen Meditation, die dazu dient, Achtsamkeit zu entwickeln, den Geist zu beruhigen und die Einsicht in die Natur des Geistes zu vertiefen. Es ist eine Möglichkeit, die meditative Praxis über die Sitzmeditation hinaus zu erweitern und eine ganzheitliche Entwicklung von Körper und Geist zu fördern.

    Alles anzeigen

    „Alleinsein ist Glück beim Zufriedenen,

    der die gehörte Wahrheit erschaut.
    Glück ist Freisein von Bedrückung in der Welt
    und Selbstbeherrschung gegenüber Lebewesen.
    Glück ist Gierlosigkeit in der Welt,
    das Überwinden von Begierde.
    Die Beseitigung der ‘Ich bin’-Einbildung ist höchstes Glück.“

    विहाय कामान्यः सर्वान्पुमांश्चरति निःस्पृहः।
    निर्ममो निरहंकारः स शान्तिमधिगच्छति।।

  • Shivana
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    • 13. März 2024 um 13:42
    • #7

    Vielen Dank dafür

  • Sudhana
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    • 13. März 2024 um 16:06
    • #8
    void:

    Achtsames Gehen und Gehmeditation sind meiner Meinung nach so ziemlich das Gleiche. Und der Unterschied liegt vielleicht darin inwieweit man im Alltag achtsam geht oder es als formelle Meditation praktiziert wie das Kinhin im Zen.

    Wobei ich bestreite, dass sich kinhin nach dem Schema formal / nicht formal in eine Kategorie 'Achtsames Gehen' bzw. 'Gehmeditation' sinnvoll einordnen lässt. Zweifellos ist kinhin ausgesprochen formal (die Feinheiten der Form erlernt man mit der Zeit durch Übung), aber bekanntlich ist Form Leere und Leere Form. Und das gilt für die Form 'kinhin' wie für die Form 'zazen'.


    [lz]

    Buddha sprach: "Zuerst sitze ich am Übungsplatz, betrachte in Kontemplation den Baum und übe kinhin aus." Dies ist eindeutig der Ursprung von kinhin, als Teil der Sitzmeditation. Dieser Weg von kinhin wurde überliefert von der Zeit Tiantong Rujings [Jap. Tendō Nyojō] zu unserem ersten Vorfahren [Eihei Dōgen], von Angesicht zu Angesicht, vor fast einem halben Jahrtausend.[/lz]

    So beginnt Menzans kinhinki, ein Leitfaden für die Übung von kinhin. Im kinhinkimonge, Menzans Autokommentar, steht zu dieser Stelle Folgendes:
    [lz]

    Der Buddha sagte: "Zuerst sitze ich auf dem Übungsplatz, kontempliere den Baum und übe kinhin aus." Dies sind zwei Verse aus dem Kapitel "Zweckmäßige Mittel" des Lotus-Sutra [Upāyakauśalya, das 2. Kapitel]. Im Kommentar [dem Miaofa lianhua jing wenju von Zhiyi, T.1718] heißt es, der Hauptgrund für das "Zuerst sitze ich auf dem Übungsplatz" sei, dass es sich um ein informelles Ereignis handle, nicht um eine bestimmte Zeit, und dass es vordringlich der Unterweisung der Menschen diente. "Übungsplatz" wird so übersetzt, weil er beim ersten Mal, als er an diesem Ort übte, den Weg erlangte. Er saß unter diesem Baum und erlangte das Erwachen, deshalb wird er der Baum des Erwachens genannt. Er erkannte den Einfluss des Baumes an und betrachtete ihn daher achtsam. Er war sich der Tugend des Ortes bewusst, und so übte er kinhin aus.

    Es gibt im Grunde keine Trennung zwischen dem Baum und dem Ort, aber man muss ihre Ursprünge respektieren. Wie es in der wunderbaren Lehre heißt: "Die Ursprünge zu respektieren bedeutet, die Menschen zu lehren und den Dharma zu übertragen.'' Die Betrachtung des Geistes ist wie der große Baumstamm der zwölf Bedingungen* des Baumes. Wenn man das bedingte Entstehen tief betrachtet, wird man auf natürliche Weise Erwachen erlangen. Es wird Kontemplation des Baumes genannt, weil er den Wunsch hatte, den Menschen mit der Lehre des Erwachens zu nützen wie der Schatten, den der Baum wirft. Kinhin gehört zu den Praktiken des Großen Fahrzeugs, es ist die Geh-Praxis, und man nimmt diese Art der Praxis ganz natürlich an. Der Ort, an dem man sie ausübt, ist dort, wo man den Buddha-Weg erlangt. Diese Praxis wird aus dem Wunsch heraus geübt, Menschen zu retten.

    *die 12 Faktoren (nidāna) bedingten Entstehens (pratītya-samutpāda).
    [/lz]

    Ich hatte meinen Dharmavorfahren Menzan, glaube ich, das letzte Mal vor ziemlich genau vier Jahren zitiert, damals das kinhinki:

    https://www.buddhaland.de/forum/thread/18994-vertiefung

    Der Thread ist zwar nicht gerade Anfängerniveau (wie, so unterstelle ich mir mal, auch dieses Posting) aber mE lesenswert und mit 45 Postings auch nicht zu lang. Wie hoffentlich auch dieses hier. _()_

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  • Bhavanga
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    • 14. März 2024 um 00:30
    • #9

    Danke für die schöne Unterscheidung. Ich war immer noch etwas verwirrt, wie die verschiedenen Techniken eingeordnet werden. Da ist ja wirklich je nach Technik dann auch ein Zwischenbereich im Thema achtsame Bewegung und konzentrative Meditation?

    Ich selbst kam mit Gehmeditation von Thich Nhat Hanh erneut in meinem Leben zur Meditation und damit zum Buddhismus. Eine schöne Praxis, die sich in seiner Variante anscheinend eher den Effekt der Sammlung auf den Körper und der Sinneswahrnehmung im Hier & Jetzt konzentriert.

    Eine wirklich schöne Übung, ich habe sie über Jahre hinweg beibehalten und immer wieder zusätzlich zur Sitzmeditation geübt. Mittlerweile empfinde ich es als Übung, die ich bei jeder Art zu gehen praktizieren kann - ich gehe einfach, und achte zuerst auf Atem und die Schritte an den Fusssohlen. Das kann man gut üben, indem man die Schritte, die man für jeden Atemzug braucht, abzählt.

    Dieser Weg geht dann wie ein Zick Zack zwischen Füssen und Atem (Brust, Gesicht) hin und her. Während sich die Achtsamkeit entfaltet, erlaubt erst die festere Verankerung im Atem die Achtsamkeit auf die Füsse/Beine weiter aufzubauen, und ist diese ebenfalls stabil, erlaubt sich eine tiefere Verankerung im Atem. Das ganze zusammen mit einer Entspannung des Körpers und der Bewegungen, verbindet sich genauso wie das Loslassen in der Sitzmeditation. Und mir scheint es nicht wirklich hinderlich, wenn man sich beim Gehen noch orientieren muss, so lange man geistig gesammelt und konzentriert bleibt und die Achtsamkeit auf den Objekten genügend aufrecht erhält sowie geistige Ablenkungen genug im Zaum hält, genauso wie bei der Sitzmeditation.

    Im Ziel sind der ganze Körper und die Aussenwahrnehmung in der Achtsamkeit, entspannt, wach und frei, und man wandelt in diesem Zustand umher...ich habe das schon häufiger vorübergehend erlebt, das ist ein herrliches Gefühl, und es baut prinzipiell die gleiche Wirkung auf bzw. erhält sie wie eine Sitzmeditation. Besondere Techniken zum Gehen sind nicht erforderlich glaube ich, es ist aber förderlich, langsam und entspannt zu gehen. Jhana geht aber logischerweise nicht gut, nur die Sammlung auf dem Körper, Achtsamkeit und geistige Kontrolle, zusätzlich ermöglicht es scheinbar Training und Unterscheidung von bewusster/unbewusster Bewegung. Als nächstes probiere ich diese Technik beim Joggen (Ausdauerlauf).

    Kennt jemand diese oder ähnliche Techniken, bzw. wo sie gelehrt und verwendet werden? Oder weiss jemand Bücher zu diesem Thema, also dieser Art der Gehmeditation die nicht achtsames Gehen ist, sondern Sammlung auf dem Körper während der Bewegung? Ich bin interessiert, mehr darüber zu lernen

  • Qualia
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    • 14. März 2024 um 09:28
    • #10

    Dieser „Zwischenbereich“ ist das, vor dem ich zurückgeschreckt bin. Da habe ich nichts nachzudenken, zu sorgen, zu bedenken, das war mal sowas von störend und unangenehm, dass ich andauernd am Ziel vorbeigeschossen bin.

    Heute ist es mein Bestreben in diesen geilen Zwischenbereich zu kommen, dass ich ihn fast garnicht mehr fühle, aber sofort unangenehm berührt werde, wenn ich nachdenke, mich sorge und bedenke.

    Alle 4 Jahna sind zu jeder Zeit und bei jeder Handlug erreichbar. Nur beim Interagieren mit Menschen unmöglich, weil man muss dann denken. Darum ist Zazen in Gemeinschaft so verdammt befriedigend, weil allen nicht denken.

    Wenn es eine Quelle gibt, ist es Ich.

    Ich ist nicht leer oder tot.

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  • Bhavanga
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    • 14. März 2024 um 13:04
    • #11

    Qualia ja also, ich meine vertiefen kann man sich schon, aber man muss halt die ganze Zeit dabei noch aufpassen. Die Umgebung wird quasi mit Meditationsobjekt, aber sie ist nicht regungslos und sie erfordert beständige Konktrolle und Reaktionen. Wenn ich gehe, kann ich jederzeit einfach so mit anderen reden oder auf die Dinge reagieren, sonst wäre das ja auch gefährlich. Die Konzentration bricht dann natürlich für einen Moment weg und muss evtl. wieder aufgebaut werden. Das ist wie eine Ablenkung, die einem beim Sitzen passieren würde, die bringt einen auch kurz raus.

    Aber so wie im Sitzen, dass man komplett abgelöst sein kann vom Körper und von allen Spannungen unbeeinträchtigt, das geht im Gehen sicher nicht. Das ist wie beim Fahradfahren, den Lenker ganz loslassen und nicht mehr hinsehen - das geht nur eine Weile gut, aber irgendwann rauscht man irgendwo gegen, oder legt sich lang. Dafür erlauben sich eben Achtsamkeit und die Sammlung auf den Körper, während man ihn weiter in der Welt herum balanciert.

  • Qualia
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    • 14. März 2024 um 13:29
    • #12
    Bhavanga:

    Aber so wie im Sitzen, dass man komplett abgelöst sein kann vom Körper

    Das habe ich als Verblendung erkannt, das hat der Buddha immer verworfen. Abgelöst sein vom Körper ist mit Sicherheit fliehen vor dem Realen. Die Sinneswahrnehmungen real wahrnehmen, ohne sich darüber Gedanken zu machen, ist ein Sitzen, das ein Qualität hat, die ich nicht kommunizieren kann.

    Wenn es eine Quelle gibt, ist es Ich.

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  • Bhavanga
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    • 14. März 2024 um 14:49
    • #13
    Qualia:
    Bhavanga:

    Aber so wie im Sitzen, dass man komplett abgelöst sein kann vom Körper

    Das habe ich als Verblendung erkannt, das hat der Buddha immer verworfen. Abgelöst sein vom Körper ist mit Sicherheit fliehen vor dem Realen. Die Sinneswahrnehmungen real wahrnehmen, ohne sich darüber Gedanken zu machen, ist ein Sitzen, das ein Qualität hat, die ich nicht kommunizieren kann.

    Ja, eine Bewusste Entfremdung ist eine Verzerrung. Aber mal angenommen, du meditierst nach der Anapansati Sutre. Dann hast du erst die körperlichen Gestaltungen beruhigt, dann etwas später die geistigen. Also alles beruhigt, was Körper und Geist "gestaltet". Klar ist man dann nicht entfremdet von sich, jedenfalls zunächst nicht. Eine Entfremdung wäre ja an sich wieder eine Gestaltung, etwas erregendes, was beruhigt oder aufgelöst werden müsste.

    Aber wenn Körper und Geist völlig still, völlig beruhigt sind, dann ist man von den Dingen, die einen sonst bewegen komplett befreit. Auf dem Weg dorthin sieht man sich vielen einströmenden Gestaltungen konfrontiert, die eben aus dieser Ruhe wieder heraus heben würden. Ich erlebe den Prozess so, dass ich mich nach und nach von diesen Dingen ablöse bzw. sie von mir, und eben zur Ruhe und Klarheit finden kann dadurch. In dieser Ruhe, haben die Sinneswahrnehmungen eine hohe Qualität, das stimmt, und man ist eins mit ihnen.

    Entschuldige, wenn ich das so ausgedrückt habe, dass die Trennung von den Körpereindrücken als Ziel aufgefasst werden könnte - weil genau die etwas wäre, was dem eigentlichen Ziel im Wege stehen kann. Wenn sie komplett beruhigt sind, dann können sie aber auch von selbst in den Hintergrund fallen und schwinden, wenn die Konzentration auf etwas anderem liegt und dabei ruht.

  • Qualia
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    • 14. März 2024 um 15:11
    • #14
    Bhavanga:

    Wenn sie komplett beruhigt sind, dann können sie aber auch von selbst in den Hintergrund fallen und schwinden, wenn die Konzentration auf etwas anderem liegt und dabei ruht.

    Das meint Dogen mit der Körper und Geist fällt ab. Sie fallen wie von selbst in den Hintergrund.

    Die Konzentration, angebliches Multitasking, zerfällt in die dem Hirn einzig mögliche Wahrnehmung. Alles schön einzeln und hintereinander analog und niemals Form, Ton, Duft, Geschmack, Ertasten zusammen. Niemals. Das Gehirn ist ungeheuer schnell und wenn kein Denken, Nachdenken, Meinen erscheint, ist man freudig, dass alles so viel besser läuft als in einem auf Byte https://de.wikipedia.org/wiki/Byte beruhend geglaubtes Denken.

    Das Gehirn ist eine Holografie, aber keine digitale. :lol:

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  • Sudhana
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    • 14. März 2024 um 21:18
    • #15
    Qualia:

    Das Gehirn ist eine Holografie, aber keine digitale.

    Nun - ich finde, zumindest den Unterschied zwischen Sitzmeditation und Gehmeditation ziemlich digital: zazen = 0 / kinhin = 1. Oder Ruhe (jetzt nicht im schlafmützigen sondern physikalischen Sinn) / Bewegung. Weswegen man beim kinhin darauf achtet, dass die Bewegung des Herz/Geist (shinjin 身心) linear horizontal ausgeführt wird. Also kein unnötiges auf und ab (wenn es denn schon sein muss, wenigstens eine saubere Sinuswelle), sondern lediglich das rhythmische Pulsieren des Tempos, der wechselnden Gewichtsbelastung der Beine beim Gehen folgend. Das ist, um Menzan zu paraphrasieren, Würdigung "der Tugend des Ortes" durch Bewegung in ihm.

    Man sollte mE vorsichtig sein mit der Entscheidung, sich formal freierer Übung zu widmen - die verliert dann leicht ihren Übungscharakter. Da empfiehlt sich zumindest regelmäßige Überprüfung / Supervision. Wird die Übung reduziert - etwa auf die digitalen Zustände 'Ruhe' und 'Bewegung' - wird die Form / das Prinzip von Ruhe und Bewegung deutlich. Das wirkt dann auch in den sog. Alltag hinein - wie der kühlende Schatten des Feigenbaums.

    OM MONEY PAYME HUNG

Ausgabe №. 134: „Keine Angst vor der Angst"

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