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  1. Buddhaland Forum
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Ist Zen natürlich?

  • Henna01
  • 20. Januar 2022 um 13:37
  • Zum letzten Beitrag
  • void
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    • 23. Januar 2022 um 17:15
    • Offizieller Beitrag
    • #26
    OleGuacamole:

    Aber ist es nicht auch künstlich erzeugt? Ist das alles was ich "erarbeitet" habe weg sobald ich mal länger nicht mehr sitze? Ist es künstlich oder natürlich? Und wer... kann das schon beantworten!?:shrug:

    Ich glaube es sind mindestens zwei verschiedene Sachen. Wenn man es geschafft hat seinen Geist ganz zu sammeln, dann ist dieser Sammlungszustand etwas vergängliches. Man kann aber auch wieder in Situationen kommen, wo man ganz wirr und durcheinander ist.

    Aber die Sammlung im Buddhismus dient dazu, an einen Punkt zu kommen, wo man Illusionen durchschaut. Und diese Einsichten - das was nicht so real ist wie es schien, sickern ein und können dann wieder auftauchen. Auch wenn es nicht klappt, sie überall mit einfließen zu lassen.

    Was glaube ich ganz wichtig ist, ist der Punkt wo Dharma-Praxis nicht von Alltag getrennt sondern immer vorhanden ist. So dass dann mit

    Supermarktbesuch neben dem Kauf von Waren immer auch eine Supermarktpraxis wo man immer eine freundliche, offene Haltung bewahrt, verbunden ist. Bei Leuten wo immer so die geistige Haltung mitgedacht wird, merkt man das dann auch 10 Jahren sehr an und es ist Teil ihres Wesens.

    • Vorheriger offizieller Beitrag
  • Monikamarie
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    • 23. Januar 2022 um 18:44
    • #27

    Ganz genau, Void.

    Praxis ist immer und überall möglich. Sie geht in Fleisch und Blut über, dadurch wird sie einfach, denn es muss weder der richtige Zeitpunkt noch Platz oder Raum dafür gesucht werden.

    _()_

  • Henna01
    Gast
    • 23. Januar 2022 um 19:07
    • #28
    void:
    OleGuacamole:

    Aber ist es nicht auch künstlich erzeugt? Ist das alles was ich "erarbeitet" habe weg sobald ich mal länger nicht mehr sitze? Ist es künstlich oder natürlich? Und wer... kann das schon beantworten!?:shrug:

    Bei Leuten wo immer so die geistige Haltung mitgedacht wird, merkt man das dann auch 10 Jahren sehr an und es ist Teil

    Aber ist es nicht eher so Zen im Alltag zu vergessen, weil dieses "mitgedacht", "ich bin jetzt achtsam und bewahre eine offene Haltung" eher zu diesem Kopf auf Kopf führt. Ist es nicht eher so, dass man von ganz alleine, wenn man die Illusionen durchblickt und sich selber loslässt diese offene Haltung ganz normal etabliert, weil sie ein Teil des eigentlichen Ursprung ist. So wie ich das verstanden habe ist es eher hinderlich zu sehr zu versuchen Achtsam zu sein. Ich persöhnlich denke mir nach dem sitzen werde ich wieder zu mir selbst und tue eben das was ich tue. Zen ist für mich der jetzige Augenblick deswegen muss ich gar nichts dazutun. Es ist immer Zen egal was. Aber es kann auch nur was persöhnliches sein. Ich hab halt echt keine Ahnung eigentlich...

    Monikadie4.:

    Ganz genau, Void.

    Praxis ist immer und überall möglich. Sie geht in Fleisch und Blut über, dadurch wird sie einfach, denn es muss weder der richtige Zeitpunkt noch Platz oder Raum dafür gesucht werden.

    _()_

  • Aravind
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    • 23. Januar 2022 um 20:24
    • #29

    Lieber @OleGuacamole ,


    [lz]

    Ist es nicht eher so, dass man von ganz alleine, wenn man die Illusionen durchblickt und sich selber loslässt diese offene Haltung ganz normal etabliert, weil sie ein Teil des eigentlichen Ursprung ist.[/lz]

    Ja, so ist es. Achtsamkeit, Gleichmut und Liebe sind bei mir die Zustände, die übrig bleiben, wenn ich meinen Gedanken, Gefühlen usw. nicht folge, sondern sie einfach sein lasse.

    Ich muss dies aber einüben, in meiner formellen Praxis auf dem Kissen und im Alltag. Ich finde das gar nicht so ungewöhnlich, eigentlich eher alltäglich. Wenn ich weiß, wie man Fußball spielt, muss das nicht schaden. Aber ohne Training werde ich nicht erfolgreich spielen, das Wissen alleine ist völlig nutzlos. Und wenn ich länger nicht trainiere, dann verliere ich bestimmte Fertigkeiten. Oder wenn ich ohne Freude verkrampft trainiere, dann zeigt mir mein Körper eine lange Nase und macht gar nichts "richtig".

    Deshalb finde ich Metta auch so wichtig. Metta hilft dabei, auch dann Freude zu finden, wenn gefühlt alles schief geht.

    Um meinen Lehrer zu zitieren: With awareness wie see; with love, we accept.

    Liebe Grüße, Aravind.

  • Henna01
    Gast
    • 24. Januar 2022 um 07:23
    • #30

    Ja es ist vielleicht auch mehr so die Frage: Bin das wirklich Ich der da dieses Metta hat. Dieses Mitgefühl. Oder ist das nur Zen also sprich die Meditation. Ich bin noch nicht ganz an dem Punkt wo ich mit Sicherheit sagen kann Ich bin dieses Metta was übrig bleibt wenn Illusionen durchblickt werden. Vielleicht ist das nur die durch zazen hervorgerufene Illusion und ohne Zazen werd ich wieder zu einem "bösen" Menschen.

  • Aravind
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    • 24. Januar 2022 um 08:28
    • #31
    OleGuacamole:

    Ja es ist vielleicht auch mehr so die Frage: Bin das wirklich Ich der da dieses Metta hat. Dieses Mitgefühl. Oder ist das nur Zen also sprich die Meditation. Ich bin noch nicht ganz an dem Punkt wo ich mit Sicherheit sagen kann Ich bin dieses Metta was übrig bleibt wenn Illusionen durchblickt werden. Vielleicht ist das nur die durch zazen hervorgerufene Illusion und ohne Zazen werd ich wieder zu einem "bösen" Menschen.

    Diese Idee verstehe ich. Ich zitiere noch mal meinen Lehrer: Es gibt kein Dhamma-Ich und kein Alltags-Ich. Wir sind niemand anderes, nur weil wir auf dem Kissen sitzen.

    Das entspricht auch meiner Erfahrung.

    Das tolle ist, das kann man selbst heraus finden, das muss man nicht glauben. Dazu braucht es nur Geduld und manchmal rechte Anstrengung.

    Und dabei hilft wieder Metta. :)

    Liebe Grüße, Aravind.

  • Online
    xiaojinlong
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    • 28. Januar 2022 um 20:48
    • #32

    Die Trennung der eigenen Praxis und dem was wir selbst nennen ist das was uns von unserer Natur wegführt. Am Anfang hatte ich eine starke Trennung zwischen Alltag und Praxis. Das hat z.B. auch dazu geführt, dass ich davon genervt war das während dem zazen immer wieder Gedanken und Gefühle aus meinem Alltag rein kamen. Aber wie sollte das auch anders sein? Schließlich war ich ja auch beim zazen der selbe Mensch. Umso mehr ich das akzeptiert habe umso ruhiger wurden und werden die Gedanken - ganz von alleine. Dadurch wird erkennbar, dass da eine tiefe Ruhe hinter den Gedanken und Gefühlen liegt. Diese tiefe Ruhe ist der Hintergrund des Alltags und genauso natürlich wie der Alltag selbst. Diese Erfahrung nehme ich mit wohin ich auch gehe. Selbst, wenn ich gerade nicht aktiv zazen praktiziere habe ich damit ein Echo, dass als Grundlage dient meine Handlungen zu überdenken. Dieses Echo wird leiser je länger es her ist, dass ich das letzte mal durch die aktive Praxis den Klang erneuert habe. Das ist wie mit einem Kind und einer Herdplatte. Es fasst darauf, verbrennt sich und lässt es dann erstmal sein. Sobald die Erinnerung verblasst fasst es wieder hin und es geht von vorne los. Solange bis die Erfahrung und Erinnerung tief genug sitzt, dass die durch das Kochen am Herd von alleine erneuert wird. Dieser Vorgang ist ganz natürlich und jeder von uns ist da bereits durchgegangen.

    _()_

    小金龍

  • Igor07
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    • 28. Januar 2022 um 21:15
    • #33

    xiaojinlong .

    Was du schilderst, erinnert mir eher Dzogchen oder Mahamudra, so ca. in diese Richtung.

    Aber es beweist nur, dass es so die verschiedene Methoden einfach sehr verwandt sind, oder wie die gemeinsame Wurzeln haben.

    Die Hauptsache, sehr ruhige und zentrierte Geist im Alltag, wie die absolute Stille im Zentrum des Zyklons.

    Dann man kann agieren, aber nichts mehr re-agieren.

    LG.

    Ein Leben ohne Selbsterforschung verdiente gar nicht gelebt zu werden.

    Sokrates

Ausgabe №. 136: „Liebe & Loslassen"

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