Ich finde ja immernoch, dass man die Empfehlung des Buddha an die Mönche richtiggehend unverständlich macht, indem man statt den einfachen und klaren Worten des Buddha, eine grosse, schwer verständliche Philosophie (mit negierten Teilelosigkeiten und Verbundenheiten der Dinge usw.) als Antwort auf eine eigentlich einfache Frage serviert.
Die Frage war
Das "Wesen" was mich ausmacht, meine Charakterzüge, meine Stärken und Schwächen, also das was man im, nennen wir es Volksmund, allgemein als sein Wesen bezeichnet, das gibt es nicht?
Ich bin doch gefüllt mit Emotionen, Erfahrungen, Gefühlen, besagten Wesenszügen, weshalb bin ich denn leer?
Die klare Antwort (ohne dabei Auskunft über Ungefragtes zu geben) des Buddha ist:
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"Sechs verkehrte Lehren, ihr Mönche, sind das; welche sechs?
Da betrachtet, ihr Mönche, der unerfahrene gewöhnliche Mensch, der Heiligen ungewärtig, der heiligen Lehre unkundig, der heiligen Lehre fremd- der Edlen ungewärtig, der Lehre der Edlen unkundig, der Lehre der Edlen fremd,
- den Körper: 'Der gehört mir, das bin ich, das ist mein Selbst';
- er betrachtet das Gefühl: 'Das gehört mir, das bin ich, das ist mein Selbst';
- er betrachtet die Wahrnehmung: 'Die gehört mir, das bin ich, das ist mein Selbst';
- er betrachtet die Unterscheidungen [Geistesformationen] (sankhara): 'Die gehören mir, das bin ich, das ist mein Selbst';
- und was da gesehen, gehört, gedacht, erkannt, erreicht, erforscht, im Geiste untersucht wird, auch davon hält er: 'Das gehört mir, das bin ich, das ist mein Selbst';
- und auch den Glaubenssatz, welcher da lehrt: 'Das ist die Welt, das ist die Seele, das werde ich nach meinem Tode werden, unvergänglich, beharrend, ewig, unwandelbar, ewig gleich, ja, werde ich so verbleiben', auch davon hält er: 'Das gehört mir, das bin ich, das ist mein Selbst.'
"Der erfahrene heilige Jünger aber, ihr Mönche, der Heiligen gewärtig, der heiligen Lehre kundig, der heiligen Lehre vertraut - der Edlen gewärtig, der Lehre der Edlen kundig, der Lehre der Edlen vertraut,
- betrachtet den Körper: 'Der gehört mir nicht, das bin ich nicht, das ist nicht mein Selbst';
- er betrachtet das Gefühl: 'Das gehört mir nicht, das bin ich nicht, das ist nicht mein Selbst';
- er betrachtet die Wahrnehmung: 'Die gehört mir nicht, das bin ich nicht, das ist nicht mein Selbst';
- er betrachtet die Unterscheidungen [Geistesformationen] (sankhara): 'Die gehören mir nicht, das bin ich nicht, das ist nicht mein Selbst';
- und was da gesehen, gehört, gedacht, erkannt, erreicht, erforscht, im Geiste untersucht wird, auch davon hält er: 'Das gehört mir nicht, das bin ich nicht, das ist nicht mein Selbst';
- und auch den Glaubenssatz, welcher da lehrt: 'Das ist die Welt, das ist die Seele, das werde ich nach meinem Tode werden, unvergänglich, beharrend, ewig, unwandelbar, ewig gleich, ja, werde ich so verbleiben', auch davon hält er: 'Das gehört mir nicht, das bin ich nicht, das ist nicht mein Selbst.'
Also die Dinge betrachtend kennt er kein unverständiges Zittern."[/lz]
Das erkennt man umso besser, je besser man erkennt: dass eine Sache, an der man hängt vergänglich ist, keinen Bestand hat, nur von Dauer ist erstens. Und zweitens dass (auch) deswegen das Hängen daran Leid und damit auch der so wahrgenommene Gegenstand selbst Leid ist. Dann kommt das mitunter auch von einem leisen Glück schon begleitete Erkennen: also warum will ich es überhaupt, warum beschäftige ich mich damit? Damit ist schon die zweifache Frage gestellt: was hat das mit mir zu tun/will ich damit weiter zu tun haben?
Das ist (aus meiner Sicht) mit anatta (also "nicht ich") in der BuddhaLehre gemeint.