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Theravada-Pfadmodell

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  • 24. Juni 2019 um 14:18
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  • Niemand
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    • 25. Juni 2019 um 09:17
    • #26
    stevie12:

    Liebe Theravada-Praktizierende,

    bis hierher sieht es nicht gut aus. Warum? Es sieht so aus als hättet ihr keinen Plan von eurem Pfad.

    Das kann man nun natürlich gutheißen: 'Plan? Was soll's?!' Aber wenn ihr keinen Plan habt wie wollt ihr dann den Erfolg eures Pfades überprüfen? Und wie wollt ihre dann glaubhaft die Validität eures Pfades vertreten wollen?

    Ich sage das ohne den Theravada Pfad zu verneinen. Ich sage das, um euch klarzumachen, was für euch und die Welt auf dem Spiel steht.

    Deshalb würde ich mich freuen, wenn ihr etwas ernsthafter auf meine Fragestellung eingehen könntet.

    :heart::rad:

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    ich frag mich eher warum Du so versessen auf einen Plan bist.

    Willst Du eine Checklisten-App programmieren, wo man einen Pfad auswählt und dann so einen Fortschrittsbalken zur Erleuchtung hat?

    Dass es solche Pfadmodelle meistens nur als Randnotiz gibt ist vermutlich der Tatsache geschuldet, dass man aufmerksam gehen und nicht ständig in die Wanderkarte glotzen soll.

    edit:

    Aravind:

    Hallo Martin, ich studiere in einer burmesischen Linie, und würde da nicht drauf wetten! ;)

    Ich kenn zwar die Begriffe, die er verwendet auch nicht, aber der Fokus auf 'effektive Vorgehensweise' kommt mir aus dem Neo-Advaita bekannt vor. Da hab ich auf youTube auch mal einen gesehen, der ganz stolz und enthusiastisch auf seinem Flip-Chart rum gekritzelt hat und seine Richtung war dann die kürzeste zur Erleuchtung. Die Anderen Richtungen hat er dann ein bisschen bemitleidet, wieso die sich so abmühen und alles kompliziert machen.

    Einmal editiert, zuletzt von Niemand (25. Juni 2019 um 09:31) aus folgendem Grund: Ergänzung

  • void
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    • 25. Juni 2019 um 09:38
    • Offizieller Beitrag
    • #27

    Im Thevada ist der Palikanon das Entschiedende. Da er sehr umfangreich ist, gibt es Studienproigramme bzw. Lesepläne für den Palikanon.

    ms_leseplan_teil1.pdf

    ms_leseplan_teil2.pdf

    Hier so die Themen an denen sich z.B dieser Leseplan entlanghangelt sind hier:

    1.Buddhas Erleuchtung

    2. Sich dem Dharma zuwenden

    2.1 Treffe weise Entscheidungen

    2.2 Den Buddha prüfen

    2.3 Vertrauen, Praxis und Erlösungen

    3. Ethisches Leben

    3.1 Vier Wege des Lebens

    3.2 Karma und seine Auswirkungen

    3.3 Der Pfad zu einer höheren Wiedergeburt

    3.4 Rechte Rede und Geduld

    4.Das vertreten von der eigenen Perspektive der Welt

    4.1 Die Nachteile des weltlichen Lebens

    4.2 Die Unzulänglichkeiten der sinnlichen Vergnügen

    4.3 Rattapele und der Ruf zur Entsagung

    5. Der Pfad zur Befreiung

    5.1 Der Sinn des spirituellen Lebens

    6. Der Nutzen der Tugend

    7. Reinigung des Geistes

    8. Verunreinigung Überwinden

    9. Der achtfache Pfad

    10. Achtsamkeit

    11. Achtsamkeit auf den Atem

    Indem sie vom Grundlgenden hin zur Entwicklung von Vertrauen und von da aus zu Ethik und Meditationspraxis geleiten, ähndelt so ein Plan natürlich strukturell Stufenpfaden wie dem Lamrim. Aber während in letzterem die Lehre kondensiert (vorverdaut) dargeboten wird, ist so ein Lehrplan nur eine Sammlung von Einsprungpunkten in den Palikanon. Die Worte des Buddhas werden als so wichtig erarchtet, dass man das nicht besser und kürzer und diaktischer ausdrücken will.

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  • Noreply
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    • 25. Juni 2019 um 09:56
    • #28

    SuttaCentral

    Da sind alle Pfadsutra versammelt und wenn Du dich einige Zeit nimmst und die komplett liest und eben wirklich eines nach dem anderen dir Zeit nimmst nur das zu lesen dann wird Dir auch ohne Listen und Gerede anderer klar was Buddha meint mit Pfad zur Erleuchtung. Er zeigt dir das schon wenn Du nur hinsiehst, nur hinsiehst.

  • Aravind
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    • 25. Juni 2019 um 10:02
    • #29
    Niemand:

    Ich kenn zwar die Begriffe, die er verwendet auch nicht, aber der Fokus auf 'effektive Vorgehensweise' kommt mir aus dem Neo-Advaita bekannt vor. Da hab ich auf youTube auch mal einen gesehen, der ganz stolz und enthusiastisch auf seinem Flip-Chart rum gekritzelt hat und seine Richtung war dann die kürzeste zur Erleuchtung. Die Anderen Richtungen hat er dann ein bisschen bemitleidet, wieso die sich so abmühen und alles kompliziert machen.

    Gut, dass mir das nicht früher über den Weg gelaufen ist! :)

    Ich liebe Flipcharts, Pläne und Ordnung. Jetzt ist zum Glück meine Dhamma-Sicht schon verdorben. ;)

  • void
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    • 25. Juni 2019 um 10:25
    • Offizieller Beitrag
    • #30

    Das ganze geht doch von Stevies hier geäußerten Ideen aus:

    stevie12:

    Liebe(r) Netsrot,

    es gibt verschiedene Modelle, was Pfad und Pfade angeht. Bekannt ist das 5-Pfad-Modell bestehend aus Pfad der Ansammlung, Pfad der Vorbereitung, Pfad des Sehens, Pfad der Meditation und Pfad des Nicht-Mehr-Lernens, aber selbst diese 5 Pfade werden unterschiedlich definiert, je nachdem welches 5-Pfad-Modell welcher Tradition man betrachtet.

    Aus meiner Perspektive ist es wichtig, sich zu fragen, ob man an solchen Modellen überhaupt interessiert ist, und wenn man daran interessiert ist, und man einer bestimmten Tradition folgt, sollte man sich Informationen darüber suchen wie diese Tradition diese Pfade definiert.

    Ich folge zwar keiner spezifischen Tradition ausschließlich, habe aber dennoch meine bevorzugten Informationsquellen. Zu Zwecken der Orientierung und eines Vergleiches der Pfade von Hörern, Alleinverwirklichern und Bodhisattvas, bin ich am 5-Pfad-Modell interessiert, und so bevorzuge ich derzeit das Modell, welches von Kön-chog-jig-may-wang po präsentiert wurde und welches sich an Maitreya’s Abhisamayālaṃkāra orientiert und in englischer Übersetzung auf UMA Institute for Tibetan Studies verfügbar ist.

    Es ist also aus meiner Perspektive nicht sinnvoll, Pfade und deren Merkmale zu diskutieren, wenn nicht klar ist, auf welches Modell man sich beziehen will und wenn mehrere Praktizierende sich auf verschiedene Modelle beziehen, ist es auch nicht sinnvoll, dass diese Praktizierenden darüber diskutieren.

    Der Hintergrund ist hier die Idee gibt, dass es quasi den einen Buddhismus (das eine Fahrzeug - Ekayana) gibt der sich aber in verschiedene spezifische Pfad mit unterschiedlichen Modellen und "geschickten Mitteln" gliedert. Von hier aus macht es Sinn, nach den Spezifika des "Theravada-Pfadmodells" zu fragen.

    Diese Sicht passt aber nicht auf den Theravada, wo man ja mit der ganzen oft überwätligenden Vielfalt des Palikanons lebt statt den auf einen einzlenen Pfad mit runterzukochen. Ich versteh die Intention von "Ekayana" - also Offenheit und Toelranz zwischen den Schulen aber im Falle des Thervadas würde es eher als Zeichen von Respekt und Toleranz aufgfasst werden, wenn man darauf verzichtet, ihn zu subsumieren und seine Selbtbeschreibung als Lehre der Älteren die sich auf den Palikanon als authentisches Buddhawort stützt ernst nimmt.

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  • mukti
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    • 25. Juni 2019 um 12:42
    • #31

    Das Pfadmodell im Theravada ist der achtfache Pfad, der im Palikanon und in der Kommentarliteratur bis in alle Einzelheiten beschrieben ist. Damit ließe sich nach dem am Threadbeginn angeführten Ekayana Modell jeder einzelne der aufgezählten Punkte gründlich beantworten, ausführen und belegen. Man kann ja eine solche Arbeit machen, wenn man im Detail an der Verständigung der Konfessionen interessiert ist, dazu dürfte aberr das Theravadaforum nicht der richtige Ort zu sein.

    Mit Metta, mukti.


  • Aka Onyx 9
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    • 25. Juni 2019 um 13:59
    • #32

    Ja das ist eine wissenschaftliche Arbeit.

    Ich meine,den Vergleich herstellen zwischen der Darstellung des Vajrayana Pfad Modell und des Theravada Pfad Modell.

    M.E.kann das nur ein Gelehrter.

    Es gibt solche Leute,aber ich weiss nicht,ob es was Geschriebenes gibt.

    _()_

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    • 25. Juni 2019 um 17:34
    • #33

    Ok, Danke :heart:


    1. Pfad zum Stromeintritt (=Pfad des Sehens):

    Erzeugung: unbekannt

    Erlangung: Stromeintritt

    Abgelegt werden: Persönlichkeitsglauben, Zweifelsucht, Hang an Regeln und Riten


    2. Pfad der Meditation

    2.1 Pfad zur Einmalwiederkehr:

    Erzeugung: Wirkung von Stromeintritt

    Erlangung: Einmalwiederkehr

    Abgelegt werden: Sinnliches Begehren wird abgeschwächt, Übelwollen wird abgeschwächt

    2.2 Pfad der Niewiederkehr
    Erzeugung: Wirkung von Einmalwiederkehr

    Erlangung: Niewiederkehr

    Abgelegt werden: Sinnliches Begehren, Übelwollen


    3. Pfad der Vollkommenen-Heiligkeit

    Erzeugung: Wirkung von Niewiederkehr

    Erlangung: enfällt

    Abgelegt werden: Begehren nach Feinkörperlichem Dasein, Begehren nach Unkörperlichem Dasein, Dünkel, Aufgeregtheit, Unwissenheit


    Auffälligkeiten:

    1. keine Pfaddifferenzierung VOR dem Pfad zum Stromeintritt (weltliche Pfade: Pfad der Ansammlung, des Pfad der Vorbereitung)

    2. keine Unterscheidung zwischen erworbenen und angeborenen Fesseln/samyojanas

    3. keine Unterscheidung zwischen den Fesseln des Begierdebereiches und den Fesseln des formhaften und formlosen Bereiches

    4. obgleich der Persönlichkeitsglaube bereits beim Stromeintritt abgelegt wird, gibt es Sinnliches Begehren und Übelwollen weiterhin bis vor der Niewiederkehr und Dünkel sogar bis vor der Vollkommenen-Heiligkeit. 'glaube' in 'Persönlichkeitsglaube' muss also wörtlich genommen werden, d.h. es handelt sich lediglich um ein Phänomen des begrifflichen Denkens

    :rad:

    Mein Motto: "Nur Materie ist real." Probier's mal aus :)

  • Katrin.
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    • 29. August 2019 um 05:56
    • #34
    Martin1980:

    Selber klarblick üben von Ajahn Thawie Baladhammo.


    Selber Klarblick üben von Acharn Thawie Baladhammo

    Viel Erfolg!

    Sehr schönes Buch, danke für den Link

    In der Richtung kannte ich bisher nur das Buch "Hardcore Buddhismus" von Daniel Ingram.


    Auf seiner Website hat Ingram auch sogenannte "mindmaps" erstellt, wo er verschiedenste Meditationszustände miteinander verknüpft und in hierarchisiert, u.a. auf Basis von 16 Klarblickstufen, wie sie auch bei oben zitierten Buch vorkommen:

    http://integrateddaniel.info/mind-maps

  • Martin1980
    Gast
    • 29. August 2019 um 09:50
    • #35

    In Thailand gibt es schon ein paar Schätze, aber leider nicht übersetzt.

    Ajahn Thawie hat was tolles hinterlassen.

    Danke für den Link.

    Daniel Ingram habe ich mal in einem forum kennengelernt.

    War sehr interessant.

    Einen schönen Tag noch!

  • Xyz
    Gast
    • 29. August 2019 um 10:31
    • #36

    Gibt auch im Thema von Ayya Khema entsprechend detaillierte Ausführungen in ihren Büchern.

    (Wer Infos möchte kann mich gerne per PN anschreiben)

    Doch dies sind dann ja auch die Ausführungen von Ayya Khema.:rose:_()_

  • Sven
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    • 1. September 2019 um 12:22
    • #37
    stevie12:

    Das kann man nun natürlich gutheißen: 'Plan? Was soll's?!' Aber wenn ihr keinen Plan habt wie wollt ihr dann den Erfolg eures Pfades überprüfen? Und wie wollt ihre dann glaubhaft die Validität eures Pfades vertreten wolle...

    Selbstverständlich gibt es das!

    Die umfangreichste Beschreibung findest du (1) in der Visuddhi Magga (Pfad zur Reinheit) von Buddhaghosa. Dort wird alles systematisch und genau beschrieben. Neuere Abhandlungen darüber gibt es (2) von Mahasi Sayadaw "Fortschreitende Einsicht" und (3) Nyanarama Mahathera "Sieben Stufen der Reinheit". Eine moderne leichter für Anfänger verständliche Abhandlung gibt es (4) von Daniel M. Ingram "Die Meisterung des Kerns der Lehre Buddhas"

    Eine Tabelle über die verschiedenen Stufen befindet sich z.B. hier:

    mahasitab.pdf

    Etwas spät zwar, bin aber selten hier.

    Gruß

    Sven

Ausgabe №. 135: „Achtsamkeit und Aktivismus"

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