1. Übersicht
  2. Forum
  3. Lexikon
  • Anmelden
  • Registrieren
  • Suche
Dieses Thema
  • Alles
  • Dieses Thema
  • Dieses Forum
  • Seiten
  • Forum
  • Lexikon
  • Termine
  • Erweiterte Suche
  1. Buddhaland Forum
  2. Buddhismus
  3. Allgemeines zum Buddhismus

Dekonstruktion

  • blue_aprico
  • 30. September 2015 um 11:22
  • Zum letzten Beitrag
1. offizieller Beitrag
  • blue_aprico
    Gast
    • 30. September 2015 um 11:22
    • #1

    "diamant" :

    Zitat

    Im Mahayana wird selbst der Gedanke ans Entstehen und Vergehen dekonstruiert, also hinterfragt und aufgelöst.

    Dekonstruktivismus ist kein Zen.
    Dekonstruktivismus verfälscht Zen Dharma& Mahayana& überhaupt Dharma und alles was nach-folgt im Denken, im Handeln, im Sprechen, in der Übung. Punkt. Das sg. Dekonstruieren führt lediglich zu ( einem Gefühl ) innerer Leere oder zu Verwirrung bis hin zu ernsthaften psychischen Komplikationen & ist
    ( nebenbei bemerkt ) nun grade ne konzeptuell-dualistische Anwendung.

    Ps: Nagarjuna ist kein Dekonstruktivist gewesen.

    Grüße
    Blue_

    Ps: Tob dich aus. :)

  • void
    Globale Moderation
    Reaktionen
    7.840
    Punkte
    62.667
    Beiträge
    10.840
    Mitglied seit
    6. August 2009
    Buddh. Richtung
    Zen
    • 30. September 2015 um 11:48
    • Offizieller Beitrag
    • #2

    Indem er in seinem Tetralemma keine postiven, "deutenden" Aussagen über Befreiung (Befreiung ist so und so) machte, sondern sich darauf beschränkte, falsche Ansichten zu zerschlagen, hatte Nagarjuna doch ein klar dekonstrukivistisches Vorgehen.

    Du liegst aber insfofern richtig, als Zen nicht bei der Dekonstruktion stehen bleiben darf.

    Aber doch nicht in Richtung einer "Deutung", sondern in Richtung einer lebendigen Praxis.

    • Nächster offizieller Beitrag
  • Thursday
    Gast
    • 30. September 2015 um 12:13
    • #3

    Das nennt sich auch nicht Dekonstruktion sondern Dereification
    http://www.thezensite.com/ZenEssays/Phil…n_Buddhism.html

  • blue_aprico
    Gast
    • 30. September 2015 um 12:16
    • #4

    void:

    Zitat

    falsche Ansichten zu zerschlagen,

    Zurück(zu)weisen

    Zitat

    hatte Nagarjuna doch ein klar dekonstrukivistisches Vorgehen.

    Negation, nicht Dekonstruktion. Auch Negation ist nur "vorbereitend" ( als Hilfsmittel ) zu verstehen.


    Grüße
    Blue_

    Einmal editiert, zuletzt von Anonymous (30. September 2015 um 12:17)

  • Doris
    Reaktionen
    431
    Punkte
    27.521
    Beiträge
    5.357
    Mitglied seit
    25. März 2012
    • 30. September 2015 um 12:17
    • #5

    Sollen denn keine Gedankenkonstruktionen zerschlagen werden?

    Der Sinn des Lebens besteht darin, Rudolph, dem Schwurkel, den Schnabel zu kraulen.

  • blue_aprico
    Gast
    • 30. September 2015 um 12:55
    • #6
    Doris Rasevic-Benz:

    Sollen denn keine Gedankenkonstruktionen zerschlagen werden?

    Womit ? Mit Vorstellungen von Leerheit ?
    Das Wort ist schon ungünstig.

  • mukti
    Reaktionen
    6.876
    Punkte
    72.961
    Beiträge
    13.000
    Blog-Artikel
    38
    Mitglied seit
    16. September 2010
    • 30. September 2015 um 13:00
    • #7

    Gestaltungen als solche durchschauen anstatt sich davon beherrschen zu lassen.

    Mit Metta, mukti.


  • void
    Globale Moderation
    Reaktionen
    7.840
    Punkte
    62.667
    Beiträge
    10.840
    Mitglied seit
    6. August 2009
    Buddh. Richtung
    Zen
    • 30. September 2015 um 13:35
    • Offizieller Beitrag
    • #8
    blue_aprico:

    Dekonstruktivismus ist kein Zen.

    Kannst du mal genau erklären, was du mit Dekonstruktivismus meinst?

    Thursday:

    Das nennt sich auch nicht Dekonstruktion sondern Dereification
    http://www.thezensite.com/ZenEssays/Phil…n_Buddhism.html

    Ich habe den Artikel so verstanden, dass es darin um "Verdinglichung" (Reification) im marxistischen Sinne geht. Verdinglichung ist ja nach Marx der Grund für Entfremdung. Sie besteht darin, bestimmte Sachen (Arbeit, Geld, Rang) als "reale Dinge" zu sehen, obwohl sie doch in Wirklichkeit gesellschaftlich nur konstruiert sind. Um diese Illusionen aufzuösen, ist es wichtig, die Ding wieder ihrer gesellschatlichen Bedingtheit zu sehen.( .. und dadurch die Freheit zu gewinnen, gesellschaftlich ganz anders zu konstruieren)

    Nachdem die Autoren solche profunden Kennern der Zen Tradition wie Alan Watts gelesen haben, dass es auch bei Nagarjuna um "Enstehen in Abhängigkeit" geht, denken sie den Zen Begriff auf den marxistischen Begriff zurückführen zu können. Und damit eine soziologische Herangehensweise zum Zen zu erschliessen.

    Das ist natürlich viel zu kurz gegriffen. Weil "Enstehen in Abhängigkeit" die Dinge nicht nur hin auf ihre gesellschaftliche Bedingtheit sieht sondern noch viel weiter dekonstruiert.

    • Vorheriger offizieller Beitrag
    • Nächster offizieller Beitrag
  • Noreply
    Reaktionen
    5.400
    Punkte
    81.758
    Beiträge
    15.201
    Mitglied seit
    24. Juni 2011
    • 30. September 2015 um 14:25
    • #9
    blue_aprico:

    "diamant" :

    Zitat

    Im Mahayana wird selbst der Gedanke ans Entstehen und Vergehen dekonstruiert, also hinterfragt und aufgelöst.

    Dekonstruktivismus ist kein Zen.
    Dekonstruktivismus verfälscht Zen Dharma& Mahayana& überhaupt Dharma und alles was nach-folgt im Denken, im Handeln, im Sprechen, in der Übung. Punkt. Das sg. Dekonstruieren führt lediglich zu ( einem Gefühl ) innerer Leere oder zu Verwirrung bis hin zu ernsthaften psychischen Komplikationen & ist
    ( nebenbei bemerkt ) nun grade ne konzeptuell-dualistische Anwendung.

    Ps: Nagarjuna ist kein Dekonstruktivist gewesen.

    Grüße
    Blue_

    Ps: Tob dich aus. :)

    Alles anzeigen


    Du hast ja so recht: Dekonstruktivismus ist kein Zen. Dekonstruktivismus beseitigt ganz nebenbei Zen, Buddhismus Gott und DIE Welt. Zen ist ja auch nur (d)eine Vorstellung wie Du mir ja eindrucksvoll bewiesen hast mit deinen weiteren Worten. Viel Freude noch mit Zen!

  • Thursday
    Gast
    • 30. September 2015 um 14:32
    • #10
    void:
    blue_aprico:

    Dekonstruktivismus ist kein Zen.

    Kannst du mal genau erklären, was du mit Dekonstruktivismus meinst?

    Thursday:

    Das nennt sich auch nicht Dekonstruktion sondern Dereification
    http://www.thezensite.com/ZenEssays/Phil…n_Buddhism.html

    Ich habe den Artikel so verstanden, dass es darin um "Verdinglichung" (Reification) im marxistischen Sinne geht. Verdinglichung ist ja nach Marx der Grund für Entfremdung. Sie besteht darin, bestimmte Sachen (Arbeit, Geld, Rang) als "reale Dinge" zu sehen, obwohl sie doch in Wirklichkeit gesellschaftlich nur konstruiert sind. Um diese Illusionen aufzuösen, ist es wichtig, die Ding wieder ihrer gesellschatlichen Bedingtheit zu sehen.( .. und dadurch die Freheit zu gewinnen, gesellschaftlich ganz anders zu konstruieren)

    Nachdem die Autoren solche profunden Kennern der Zen Tradition wie Alan Watts gelesen haben, dass es auch bei Nagarjuna um "Enstehen in Abhängigkeit" geht, denken sie den Zen Begriff auf den marxistischen Begriff zurückführen zu können. Und damit eine soziologische Herangehensweise zum Zen zu erschliessen.

    Das ist natürlich viel zu kurz gegriffen. Weil "Enstehen in Abhängigkeit" die Dinge nicht nur hin auf ihre gesellschaftliche Bedingtheit sieht sondern noch viel weiter dekonstruiert.

    Alles anzeigen

    Der Artikel beschreibt, wie religiöse Konzepte aufgebaut und abgebaut werden. Zen ist auch ein religiöses Konzept. Um es aufzubauen, muss erst anderes abgebaut werden. Erst müssen die antiken Ruinen gesprengt werden oder mühselig abgetragen werden und dann kannste wieder was neues aufbauen. Wie schon mein Vorschreiber sagte - auch Zen ist Konzept.
    Das wirkliche Problem besteht darin, dass wir IMMER in und mit Konzepten leben - es geht garnicht anders. Und wenn man das sieht, dann macht man nicht mehr so einen Bohej um Zen.

  • void
    Globale Moderation
    Reaktionen
    7.840
    Punkte
    62.667
    Beiträge
    10.840
    Mitglied seit
    6. August 2009
    Buddh. Richtung
    Zen
    • 30. September 2015 um 14:49
    • Offizieller Beitrag
    • #11
    Thursday:


    Der Artikel beschreibt, wie religiöse Konzepte aufgebaut und abgebaut werden. Zen ist auch ein religiöses Konzept. Um es aufzubauen, muss erst anderes abgebaut werden. Erst müssen die antiken Ruinen gesprengt werden oder mühselig abgetragen werden und dann kannste wieder was neues aufbauen. Wie schon mein Vorschreiber sagte - auch Zen ist Konzept.
    Das wirkliche Problem besteht darin, dass wir IMMER in und mit Konzepten leben - es geht garnicht anders. Und wenn man das sieht, dann macht man nicht mehr so einen Bohej um Zen.

    Mit fällt dazu ein, dass die Nazis beim Münchener "Haus der Kunst" das Dachfries deswegen leer liese, um damit auszudrücken, dass sie quasi über und jenseits der Geschichte stehen. Die anderen Kulturen - so war wohl die Denkweise - haben bei ihren Dachfriesen Elemente, die die jeweilige Zeit und Zivilsation ausdrücken, während sie ja quasi das Ende der Geschichte sind. Wir - so ihre Arroganz - sind die, die die nicht bedingt sind sondern das alles hinter sich lassen. Alles reine Zeitgemäße ist dekonstruiert und wie strahlen in totalitärer Überzeitlichkeit.

    Das Arrogante an dieser Denke, ist zu denken, dass man sich indem man alles "dekonstruiert" aus dem Spiel auf so eine Meta-Position katapuliert. So als wäre ein leerer Dacxhfries nicht auch einfach nur ein Dachfries neben anderen Gestaltungsmöglichkeiten.

    So habe ich dich verstanden: Jeder Dekonstruieren ist ein Konstruieren. Und so bringt einen ein Dekonstruieren nie grundsätzlich wo anders hin.

    • Vorheriger offizieller Beitrag
    • Nächster offizieller Beitrag
  • blue_aprico
    Gast
    • 30. September 2015 um 15:35
    • #12
    Thursday:

    Wie schon mein Vorschreiber sagte - auch Zen ist Konzept.
    Das wirkliche Problem besteht darin, dass wir IMMER in und mit Konzepten leben - es geht garnicht anders. Und wenn man das sieht, dann macht man nicht mehr so einen Bohej um Zen.

    Hach ja die Intellektuellen und ihr Konzept vom Konzept( tag ein tagaus ) Aufbauen, Abbauen, Zerschlagen. :)

    Zitat

    Es geht garnicht anders.

    Dann stimmt das allerdings. Immer diese Angst vorm Religiösen. Kann nur was Konstruiertes sein - ihr Religiöses, Spirituelles.

    3 Mal editiert, zuletzt von Anonymous (30. September 2015 um 16:10)

  • blue_aprico
    Gast
    • 30. September 2015 um 15:52
    • #13

    void:

    Zitat

    Jedes Dekonstruieren ist ein Konstruieren.

    Ja und setzt konstruieren voraus. Ergreifen. Festhalten. Klaro

    Zitat

    Und so bringt einen ein Dekonstruieren nie grundsätzlich wo anders hin.

    Manchmal bringt s wen in den Wahnwitz. Die meisten sind aber zu faul zum Zerlegen von Vorstellungen ( ihrer Abbilder ) und sie bleiben dann gerne bei Begriffen hängen. Aber in (zusätzlicher ) Verwirrung stehen damit ( immer mal wieder ) einige.

    Zitat

    aus dem Spiel auf so eine Meta-Position katapuliert.

    Correcto Mundo :D

    ellviral:

    Zitat

    Du hast ja so recht: Dekonstruktivismus ist kein Zen. Dekonstruktivismus beseitigt ganz nebenbei

    Dekonstruktion ist nebenbei aggressiv. Es versucht Auszulöschen. Es glaubt an ein Ding von Reinheit, von Leere, von Ordnung, von Ruhe, von Wissen - dahinter.

    Zitat

    Viel Freude noch mit Zen!

    Danke :)


    Zitat

    Mit dem Geist den Geist anzuwenden,
    Ist das grosse Verwirrung oder Harmonie ?


    Grüße
    Blue_

  • diamant
    Punkte
    3.510
    Beiträge
    674
    Mitglied seit
    24. Februar 2015
    • 30. September 2015 um 16:53
    • #14

    Ich empfehle Youru Wang (Hg.): Deconstruction and the Ethical in Asian Thought (Routledge 2007)

    Und natürlich dies: http://der-asso-blog.blogspot.com/search?q=dekonstruktion

  • nibbuti
    Reaktionen
    2
    Punkte
    16.352
    Beiträge
    3.211
    Mitglied seit
    23. April 2011
    • 30. September 2015 um 17:08
    • #15
    Thursday:


    Das wirkliche Problem besteht darin, dass wir IMMER in und mit Konzepten leben - es geht garnicht anders.

    Zitat

    Ud.VI.7. SUBHÚTI

    So hab ich's vernommen: Einstmals weilte der Erhabene in Sāvatthī im Jetahain im Kloster Anāthapindikos. Damals hatte sich der ehrwürdige Subhūti in der Nähe des Erhabenen mit gekreuzten Beinen niedergesetzt, den Körper gerade aufgerichtet, und hatte eine vorstellungslose Einung erreicht. Der Erhabene sah den ehrwürdigen Subhūti in der Nähe sitzen, mit gekreuzten Beinen, den Körper gerade aufgerichtet, in vorstellungsloser Einung. [avitakka samādhi]

    Aus diesem Anlaß tat der Erhabene aus seiner Schau folgenden Ausspruch:

    "Bei wem Gedanken gänzlich ausgequalmt,
    das Inn're ohne Rest zur Ruh' gebracht,
    dies Band gelöst, formfrei die Wahrnehmung, [arūpasaññī]
    vier Joche los - nie wird er mehr geboren."

    ☸

    Trage nicht das Weltgetöse in die stille Einsamkeit
    Such den Wald, daß er Dich löse von der Krankheit unsrer Zeit.

  • void
    Globale Moderation
    Reaktionen
    7.840
    Punkte
    62.667
    Beiträge
    10.840
    Mitglied seit
    6. August 2009
    Buddh. Richtung
    Zen
    • 30. September 2015 um 17:19
    • Offizieller Beitrag
    • #16
    nibbuti:


    "Bei wem Gedanken gänzlich ausgequalmt,
    das Inn're ohne Rest zur Ruh' gebracht,
    dies Band gelöst, formfrei die Wahrnehmung, [arūpasaññī]
    vier Joche los - nie wird er mehr geboren."

    ☸

    Ist das Ausqualem (der Begriff gefällt mir sehr) der Gedanken eine Dekonstruktion?

    Einerseits doch schon. Weil Gedankenkonstrukte als leer erkannt und abgelegt werden.

    Andererseits aber auch nicht.

    Man schmeisst die Hirn-Legoburg nicht um, sondern geht aus dem Zimmer.

    Als leer erkannt muss nichts umgeworfen werden.

    • Vorheriger offizieller Beitrag
    • Nächster offizieller Beitrag
  • Thursday
    Gast
    • 30. September 2015 um 20:50
    • #17
    void:


    Man schmeisst die Hirn-Legoburg nicht um, sondern geht aus dem Zimmer.

    Als leer erkannt muss nichts umgeworfen werden.

    Räum mal schön dein Zimmer auf, bevor du ins Bett gehst. ;)

  • accinca
    Reaktionen
    706
    Punkte
    57.021
    Beiträge
    11.216
    Mitglied seit
    31. Dezember 2007
    • 2. Oktober 2015 um 10:37
    • #18
    nibbuti:
    Zitat

    Aus diesem Anlaß tat der Erhabene aus seiner Schau folgenden Ausspruch:
    "Bei wem Gedanken gänzlich ausgequalmt,
    das Inn're ohne Rest zur Ruh' gebracht,
    dies Band gelöst, formfrei die Wahrnehmung, [arūpasaññī]
    vier Joche los - nie wird er mehr geboren."

    Dieser Ausspruch des Buddha wendet sich aber nur an die die
    seiner Lehre schon recht gut kennen und nicht völlig verkehrt verstehen.

    Z.B. was heißt "vier Joche los"?
    Dazu sagt der Buddha:

    Vier Joche gibt es, ihr Mönche. Welche vier?
    Das Sinnenjoch, das Daseinsjoch, das Ansichtenjoch, das Nichtwissensjoch.

    Was aber, ihr Mönche, ist das Sinnenjoch?
    Da kennt einer nicht der Wirklichkeit gemäß der Sinnendinge Entstehen und Vergehen,
    Genuß, Elend und Entrinnen daraus.

    Was aber dem, der der Sinnendinge Entstehen und Vergehen, Genuß, Elend und Entrinnen
    daraus nicht der Wirklichkeit gemäß kennt, bei den Sinnendingen an Sinnenlust anhaftet,
    an Sinnenfreude, Sinnenliebe, Sinnenbetörung, Sinnendurst, Sinnenfieber, Sinnenhang,
    Sinnenbegehren, das nennt man, ihr Mönche, das Sinnenjoch.
    Das nun ist das Sinnenjoch.

    Was aber ist das Daseinsjoch?
    Da kennt einer nicht der Wirklichkeit gemäß des Daseins Entstehen und Vergehen, Genuß, Elend
    und Entrinnen daraus.
    Was aber dem, der des Daseins Entstehen und Vergehen, Genuß, Elend und Entrinnen daraus nicht
    der Wirklichkeit gemäß kennt, hinsichtlich des Daseins an Daseinslust anhaftet, an Daseinsfreude,
    Daseinsliebe, Daseinsbetörung, Daseinsdurst, Daseinsfieber, Daseinshang, Daseinsbegehren, das,
    ihr Mönche, nennt man das Daseinsjoch.
    Das nun ist das Sinnenjoch, das Daseinsjoch.

    Was aber ist das Ansichtenjoch?
    Da kennt einer nicht der Wirklichkeit gemäß der Ansichten Entstehen und Vergehen, Genuß,
    Elend und Entrinnen daraus.
    Was aber dem, der der Ansichten Entstehen und Vergehen, Genuß, Elend und Entrinnen daraus
    nicht der Wirklichkeit gemäß kennt, bei den Ansichten an Ansichtenlust anhaftet, Freude an
    Ansichten, Liebe für Ansichten, Betörung durch Ansichten, Durst nach Ansichten, Fieber der
    Ansichten, Hang nach Ansichten, Begehren nach Ansichten, das, ihr Mönche, nennt man Ansichtenjoch.
    Das nun ist das Sinnenjoch, das Daseinsjoch, das Ansichtenjoch.

    Was aber ist das Nichtwissensjoch?
    Da kennt einer nicht der Wirklichkeit gemäß bei den sechs Grundlagen des Sinneneindrucks,
    ihr Entstehen und Vergehen, Genuß, Elend und Entrinnen daraus.
    Was aber dem, der bei den sechs Grundlagen des Sinneneindrucks Entstehen und Vergehen,
    Genuß, Elend und Entrinnen daraus nicht der Wirklichkeit gemäß kennt, hinsichtlich dieser
    sechs Grundlagen des Sinneneindrucks an Nichtwissen, an Unkenntnis anhaftet, das,
    ihr Mönche, nennt man das Nichtwissensjoch.
    Das nun ist das Sinnenjoch, das Daseinsjoch, das Ansichtenjoch, das Nichtwissensjoch.

    Insofern nun einer gefesselt ist an die üblen, unheilsamen Dinge, die befleckenden,
    Wiederdasein säenden, qualvollen, leidgebärenden, von neuem wieder zu Geburt, Altern
    und Sterben führenden, gilt er als ein 'nicht Entbürdeter' (a-yogakkhemi, yogakkhemī).

    Vier Entjochungen gibt es, ihr Mönche. Welche vier?
    Die Entjochung vom Sinnenjoch, vom Daseinsjoch, vom Ansichtenjoch und vom Nichtwissensjoch.

    Was aber ist die Entjochung vom Sinnenjoch?
    Da kennt einer der Wirklichkeit gemäß der Sinnendinge Entstehen und Vergehen, Genuß, Elend
    und Entrinnen daraus.
    Insofern aber dem, der der Sinnendinge Entstehen und Vergehen, Genuß, Elend und Entrinnen
    daraus der Wirklichkeit gemäß kennt, bei den Sinnendingen keine Sinnenlust anhaftet, keine
    Sinnenfreude, Sinnenliebe, Sinnenbetörung, kein Sinnendurst, Sinnenfieber, Sinnenhang,
    Sinnenbegehren, das, ihr Mönche, nennt man die Entjochung vom Sinnenjoch.
    Das nun ist die Entjochung vom Sinnenjoch.

    Was aber ist die Entjochung vom Daseinsjoch?
    Da kennt einer der Wirklichkeit gemäß des Daseins Entstehen und Vergehen, Genuß, Elend
    und Entrinnen daraus.
    Insofern aber dem, der des Daseins Entstehen und Vergehen, Genuß, Elend und Entrinnen
    daraus der Wirklichkeit gemäß kennt, hinsichtlich des Daseins keine Daseinslust anhaftet,
    keine Daseinsfreude, Daseinsliebe, Daseinsbetörung, kein Daseinsdurst, Daseinsfieber, Daseinshang, Daseinsbegehren, das, ihr Mönche, nennt man die Entjochung vom Daseinsjoch.
    Das nun ist die Entjochung vom Sinnenjoch, die Entjochung vom Daseinsjoch.

    Was aber ist die Entjochung vom Ansichtenjoch?
    Da kennt einer der Wirklichkeit gemäß der Ansichten Entstehen und Vergehen, Genuß, Elend
    und Entrinnen daraus.
    Insofern aber dem, der der Ansichten Entstehen und Vergehen, Genuß, Elend und Entrinnen
    daraus der Wirklichkeit gemäß kennt, bei den Ansichten keine Ansichtenlust anhaftet, keine
    Freude an Ansichten, keine Liebe für Ansichten, keine Betörung durch Ansichten, kein Durst
    nach Ansichten, kein Fieber der Ansichten, kein Hang nach Ansichten, kein Begehren nach
    Ansichten, das, ihr Mönche, nennt man die Entjochung vom Ansichtenjoch.
    Das nun ist die Entjochung vom Sinnenjoch, die Entjochung vom Daseinsjoch, die Entjochung vom Ansichtenjoch.

    Was aber ist die Entjochung vom Nichtwissensjoch?
    Da kennt einer der Wirklichkeit gemäß bei den sechs Grundlagen des Sinneneindrucks ihr Entstehen und Vergehen, Genuß, Elend und Entrinnen daraus.
    Insofern aber dem, der bei den sechs Grundlagen des Sinneneindrucks ihr Entstehen und Vergehen,
    Genuß, Elend und Entrinnen daraus der Wirklichkeit gemäß kennt, hinsichtlich dieser sechs
    Grundlagen des Sinneneindrucks kein Nichtwissen, keine Unkenntnis anhaftet, das, ihr Mönche,
    nennt man die Entjochung vom Nichtwissensjoch.
    Das nun ist die Entjochung vom Sinnenjoch, die Entjochung vom Daseinsjoch, die Entjochung vom
    Ansichtenjoch, die Entjochung vom Nichtwissensjoch.

    Insofern nun einer nicht gefesselt ist an die üblen, unheilsamen Dinge, die befleckenden,
    Wiederdasein säenden, qualvollen, leidgebärenden, von neuem wieder zu Geburt, Altern
    und Sterben führenden, gilt er als ein 'Entbürdeter' (yogakkhemī).


    »Ans Joch der Sinnlichkeit gefesselt sind die Wesen,
    ans Joch des Daseinstriebes und der falschen Ansicht;
    Nichtwissen geht voran als Leiter des Gespanns:
    so eilen durch die Wandelwelt (Samsaro) die Wesen
    und wandern immer wieder von Geburt zu Tod.

    Doch solche, die die Sinnenlust durchschauen und auch
    des Daseinstriebes Bürde kennen; die alle falsche Ansicht
    in sich ausgemerzt, Nichtwissens Irreführung gänzlich
    aufgegeben - solch heilig Weise sind dem Joch entgangen,
    von allen Jochen sind entledigt sie.«

  • mukti
    Reaktionen
    6.876
    Punkte
    72.961
    Beiträge
    13.000
    Blog-Artikel
    38
    Mitglied seit
    16. September 2010
    • 2. Oktober 2015 um 11:38
    • #19

    Was ist eigentlich der Unterschied zwischen Dekonstruktion und Destruktion?
    Jedenfalls sollte ein Boot nicht zerlegt werden solange es noch nicht am Ufer angekommen ist.

    Mit Metta, mukti.


  • JazzOderNie
    Gast
    • 2. Oktober 2015 um 11:57
    • #20

    Ich hab grade im duden nachgeschaut. Da kling destruktion destruktiver (zerschmettern, zerlegen, aber auch demolieren) als dekonstruktion (zerlegen, aufloesen, aber auch in der philosophie ne analytische methode).

  • Noreply
    Reaktionen
    5.400
    Punkte
    81.758
    Beiträge
    15.201
    Mitglied seit
    24. Juni 2011
    • 2. Oktober 2015 um 12:14
    • #21

    Gibt es da nicht eine "Geschichte" über einen Mönch der viele Jahre damit zugebracht hat das Diamantsutra zu de-konstruieren? War das nicht so das der alles was er ÜBER das Diamant aufgeschrieben hat, seine heiß geliebten Analysen verbrannte als er endlich Erkannte? Hat er das Diamantsutra verbrannt? Nein! Nur seinen Unsinn, ohne den er aber das wahre Sutra nie erkannt hätte. Er verbrannte sein Boot, das Sutra blieb unberührt.

  • mukti
    Reaktionen
    6.876
    Punkte
    72.961
    Beiträge
    13.000
    Blog-Artikel
    38
    Mitglied seit
    16. September 2010
    • 2. Oktober 2015 um 12:32
    • #22
    Ellviral:

    Gibt es da nicht eine "Geschichte" über einen Mönch der viele Jahre damit zugebracht hat das Diamantsutra zu de-konstruieren? War das nicht so das der alles was er ÜBER das Diamant aufgeschrieben hat, seine heiß geliebten Analysen verbrannte als er endlich Erkannte? Hat er das Diamantsutra verbrannt? Nein! Nur seinen Unsinn, ohne den er aber das wahre Sutra nie erkannt hätte. Er verbrannte sein Boot, das Sutra blieb unberührt.

    Kommt mir vor wie wenn man einen Plan hat, den man nicht versteht. Wenn man alle falschen Vorstellungen davon durschaut hat, dann versteht man ihn und kann ihn anwenden. Er hat ja nicht den Plan verbrannt, sondern seine falschen Vorstellungen davon, also ein unbrauchbares Boot dekonstruiert um die Fehler darin zu finden und sie auszubessern.

    Mit Metta, mukti.


  • mukti
    Reaktionen
    6.876
    Punkte
    72.961
    Beiträge
    13.000
    Blog-Artikel
    38
    Mitglied seit
    16. September 2010
    • 2. Oktober 2015 um 12:42
    • #23
    JazzOderNie:

    Ich hab grade im duden nachgeschaut. Da kling destruktion destruktiver (zerschmettern, zerlegen, aber auch demolieren) als dekonstruktion (zerlegen, aufloesen, aber auch in der philosophie ne analytische methode).

    Es geht jedenfalls um das Hinterfragen von Konzepten, und wenn man sie alle auflöst, endet man im Nihilismus, planlos umhergetrieben. Oder man verfolgt dasjenige Konzept, das sich als das Brauchbarste erweist, dann verwirklicht man es allmählich, solange es der Wirklichkeit praktischer Erfahrung standhält. Dazu muss man natürlich zuerst wissen was man will.

    Mit Metta, mukti.


  • Noreply
    Reaktionen
    5.400
    Punkte
    81.758
    Beiträge
    15.201
    Mitglied seit
    24. Juni 2011
    • 2. Oktober 2015 um 13:22
    • #24
    mukti:
    Ellviral:

    Gibt es da nicht eine "Geschichte" über einen Mönch der viele Jahre damit zugebracht hat das Diamantsutra zu de-konstruieren? War das nicht so das der alles was er ÜBER das Diamant aufgeschrieben hat, seine heiß geliebten Analysen verbrannte als er endlich Erkannte? Hat er das Diamantsutra verbrannt? Nein! Nur seinen Unsinn, ohne den er aber das wahre Sutra nie erkannt hätte. Er verbrannte sein Boot, das Sutra blieb unberührt.

    Kommt mir vor wie wenn man einen Plan hat, den man nicht versteht. Wenn man alle falschen Vorstellungen davon durschaut hat, dann versteht man ihn und kann ihn anwenden. Er hat ja nicht den Plan verbrannt, sondern seine falschen Vorstellungen davon, also ein unbrauchbares Boot dekonstruiert um die Fehler darin zu finden und sie auszubessern.

    Bis da hin war er aber sicher das das genau das Boot ist. Er war überzeugt das das Sutra einen Fehler haben muss, denn es löste immer wieder Widerstand aus. Er wollte beweisen das es Unrecht hat. Nennt man wohl den großen Zweifel wecken und wach halten. Wenn der Durchbruch erreicht ist haben die Patriarchen nie ein Wort gesagt oder geschrieben. Wenn das geschieht geht das geglaubte Boot in den Flammen der Schamröte auf. Da fallen einem dann alle Sünden ein und es kommt zum Gelächter der Unsterblichen.

  • Doris
    Reaktionen
    431
    Punkte
    27.521
    Beiträge
    5.357
    Mitglied seit
    25. März 2012
    • 2. Oktober 2015 um 13:40
    • #25
    Zitat

    Es geht jedenfalls um das Hinterfragen von Konzepten, und wenn man sie alle auflöst, endet man im Nihilismus,


    Das glaube ich nicht. Nihilismus ist ja nicht das Auflösen von Konzepten. Es ist ein neues Konzept.

    Der Sinn des Lebens besteht darin, Rudolph, dem Schwurkel, den Schnabel zu kraulen.

Ausgabe №. 136: „Liebe & Loslassen"

  1. Impressum
  2. Datenschutzerklärung
  3. Nutzungsbedingungen
Netzwerk Buddhismus
Community-Software: WoltLab Suite™ 6.1.21
Buddhaland Forum in der WSC-Connect App bei Google Play
Buddhaland Forum in der WSC-Connect App im App Store
Download