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  1. Buddhaland Forum
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Frage zur "Buddhanatur" (Bussho)

  • mukti
  • 11. Februar 2014 um 14:12
  • Zum letzten Beitrag
  • bel
    Gast
    • 25. Februar 2014 um 23:41
    • #201
    Jikjisa:

    bussho bedeutet natürlich nicht dasselbe wie anicca.


    Du weißt es natürlich besser als Huineng ;)

  • Jikjisa
    Gast
    • 25. Februar 2014 um 23:42
    • #202

    huineng trau ick nich. aber irgendwas stimmt trotzdem nicht an dieser kurzform-aussage.
    villeicht sollte an den kontext mit einbeziehen ?!

  • bel
    Gast
    • 25. Februar 2014 um 23:44
    • #203
    Simo:

    Sicher, aber warum dann dieser neue Begriff, wenn er sowieso das Gleiche bedeutet wie aniccata? Offenbar bestand im Erleben der Menschen von damals Bedarf danach.

    Die große (sprachliche) Schwäche der Pali-Überlieferung (der Texte) besteht in ihren ewigen Zergliederungen, ohne den notwendigen sprachlichen Ausgleich in der Synthese zu schaffen.

    Einmal editiert, zuletzt von Anonymous (25. Februar 2014 um 23:48)

  • bel
    Gast
    • 25. Februar 2014 um 23:47
    • #204
    Jikjisa:

    huineng trau ick nich. aber irgendwas stimmt trotzdem nicht an dieser kurzform-aussage.
    villeicht sollte an den kontext mit einbeziehen ?!


    Den kannste gerne selbst nachlesen.
    Ich habe auch nicht geschrieben, daß sich bussho in anicca-anatta-paticcasamuppada erschöpft, niemand behauptet das - aber das ist der Grundfeiler ohne den man alles andere über bussho nicht verstehen kann, das siebt auch erbarmungslos allen Unsinn aus. Deshalb ist auch diese kurzform notwendig.

  • Simo
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    • 25. Februar 2014 um 23:51
    • #205
    bel:
    Simo:

    Sicher, aber warum dann dieser neue Begriff, wenn er sowieso das Gleiche bedeutet wie aniccata? Offenbar bestand im Erleben der Menschen von damals Bedarf danach.

    Die große (sprachliche) Schwäche der Pali-Überlieferung (der Texte) besteht in ihren ewigen Zergliederungen, ohne den notwendigen sprachlichen Ausgleich in der Synthese zu schaffen.

    Ist eindeutig auf die mündliche Überlieferung zurückzuführen, zur besseren Memorierbarkeit wurden Doppellungen eingesetzt und Synonymreihen gebildet.

    Kein "Ich" - keine Probleme.

  • Noreply
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    • 25. Februar 2014 um 23:52
    • #206
    bel:


    Huineng (6. chin. Zen-Vorfahr) sagt im Pattform-Sutra ganz klar: "Vergänglichkeit ist exakt Buddhanatur" (無常者即佛性). Das ist die Grundlage zum Verständnis von "Buddhanatur" im Zen, das wurzelt ohne Wenn und Aber in den Überlieferung der "Alten Schulen" und wird auch nicht durch die vielfältige Beleuchtung der sich ergebenden zwingenden Folgerungen aufgehoben.
    Natürlich gab es im Laufe der Zeit alle möglichen irrige Auffassungen über "Buddhanatur" - aber eben auch immer wieder Korrekturbewegungen, Dogen geht im Shobogenzo-Kapitel "Bussho" ausführlich darauf ein.


    Als ich das gelesen habe und nicht mehr denken konnte bekam ich eine Gänsehaut.
    Ich habe einen "Übersetzer" genommen und was stand da: Das ist der Buddha, der Vergänglichkeit.
    Ich danke Dir!
    liebe Grüße
    Helmut

  • Jikjisa
    Gast
    • 25. Februar 2014 um 23:52
    • #207

    @ bel:

    ach weißt du. kommst zurück und machst ein rückwärtsfass auf. :)
    es war so schwierig unmöglich alles alleine. hab mich doch direkt wieder in die nesseln gesetzt.

    welcome back.

  • bel
    Gast
    • 25. Februar 2014 um 23:53
    • #208
    Simo:
    bel:

    Die große (sprachliche) Schwäche der Pali-Überlieferung (der Texte) besteht in ihren ewigen Zergliederungen, ohne den notwendigen sprachlichen Ausgleich in der Synthese zu schaffen.

    Ist eindeutig auf die mündliche Überlieferung zurückzuführen, zur besseren Memorierbarkeit wurden Doppellungen eingesetzt und Synonymreihen gebildet.

    Ok, ich mein aber auch das prinzipielle Vorgehen jenseits der Mittel zur Memorierbarkeit.
    Noch Fragen zur Übersetzung, fehlendes Wort oder so?

  • Jikjisa
    Gast
    • 25. Februar 2014 um 23:56
    • #209

    @ simo:

    Zitat

    Ist eindeutig auf die mündliche Überlieferung zurückzuführen, zur besseren Memorierbarkeit wurden Doppellungen eingesetzt und Synonymreihen gebildet.

    nicht nur das. da wurde auch kräftig einseitig gewichtet an der tonlage und den begrifflichkeiten; sagen wir mal: hin zu nihilistisch, entzug, büßergeschichte; ich weiß, das ist ein softskill. lässt sich sicher nur im vergleich mit den anagami analysieren.

  • Jikjisa
    Gast
    • 26. Februar 2014 um 00:00
    • #210

    @ bel:

    Zitat

    Noch Fragen zur Übersetzung, fehlendes Wort oder so?

    ist doch hier irrelevant. bussho versteht doch jeder zennie. sogar kagyü. nur thera nicht mangels EQ- intuition. wat solls.

  • Simo
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    • 26. Februar 2014 um 00:01
    • #211

    Auch wenn es eine sprachliche Schwäche sein mag - keine der Sutten (ob Pali, Sanskrit oder Chinesisch etc) wird sich einem nur durch die sprachliche Analyse erschließen. In meinen Augen sind die Sutten nicht deskriptiv sondern führend. Sie friemeln das alles so haarklein auf, weil wir einfach so blind sind :lol:

    Kein "Ich" - keine Probleme.

  • bel
    Gast
    • 26. Februar 2014 um 00:02
    • #212
    Ellviral:

    Ich habe einen "Übersetzer" genommen und was stand da: Das ist der Buddha, der Vergänglichkeit. Ich danke Dir!

    Hm, "Übersetzer" ;) , noch mal wörtlich
    無常 Nicht-Permanenz
    者 ist (emphatisch)
    卽 identisch, nicht zwei
    佛性 Buddha-natur

    Nix zu danken.

  • Simo
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    • 26. Februar 2014 um 00:02
    • #213
    Jikjisa:

    @ simo:

    Zitat

    Ist eindeutig auf die mündliche Überlieferung zurückzuführen, zur besseren Memorierbarkeit wurden Doppellungen eingesetzt und Synonymreihen gebildet.

    nicht nur das. da wurde auch kräftig einseitig gewichtet an der tonlage und den begrifflichkeiten; sagen wir mal: hin zu nihilistisch, entzug, büßergeschichte; ich weiß, das ist ein softskill. lässt sich sicher nur im vergleich mit den anagami analysieren.

    seh ich nicht so. Ist vermutlich auch Sache der persönlichen Veranlagung.

    Kein "Ich" - keine Probleme.

  • bel
    Gast
    • 26. Februar 2014 um 00:03
    • #214
    Simo:

    Auch wenn es eine sprachliche Schwäche sein mag - keine der Sutten (ob Pali, Sanskrit oder Chinesisch etc) wird sich einem nur durch die sprachliche Analyse erschließen. In meinen Augen sind die Sutten nicht deskriptiv sondern führend. Sie friemeln das alles so haarklein auf, weil wir einfach so blind sind :lol:

    Das ist ja klar, deshalb hab ich ja auch "sprachlich" betont.

  • Jikjisa
    Gast
    • 26. Februar 2014 um 00:05
    • #215
    Simo:

    Auch wenn es eine sprachliche Schwäche sein mag - keine der Sutten (ob Pali, Sanskrit oder Chinesisch etc) wird sich einem nur durch die sprachliche Analyse erschließen. In meinen Augen sind die Sutten nicht deskriptiv sondern führend. Sie friemeln das alles so haarklein auf, weil wir einfach so blind sind :lol:

    aber nein, sie wollen es weitergeben. bis ins detail. aus prinzip. um die überlieferung, den orden, zu erhalten. aus bodhichitta.
    zur überprüfbarkeit und bestätigung. rückkoppelnd. genial, was ?

  • Simo
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    • 26. Februar 2014 um 00:08
    • #216

    Wenn allerdings Bussho wirklich =aniccata ist, so finde ich, muss man trotzdem höllisch aufpassen, dass man Unbeständigkeit nicht verabsolutiert und damit ins Gegenteil verkehrt, wie das gern mit Buddhanatur gemacht wird (nach dem Motto: "Nicht-Selbst" aber zum Glück Buddhanatur!)

    Kein "Ich" - keine Probleme.

  • bel
    Gast
    • 26. Februar 2014 um 00:11
    • #217
    Simo:

    Wenn allerdings Bussho wirklich =aniccata ist, so finde ich, muss man trotzdem höllisch aufpassen, dass man Unbeständigkeit nicht verabsolutiert und damit ins Gegenteil verkehrt, wie das gern mit Buddhanatur gemacht wird (nach dem Motto: "Nicht-Selbst" aber zum Glück Buddhanatur!)


    Gibts was Permanentes? :)

  • Simo
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    • 26. Februar 2014 um 00:11
    • #218
    bel:
    Simo:

    Wenn allerdings Bussho wirklich =aniccata ist, so finde ich, muss man trotzdem höllisch aufpassen, dass man Unbeständigkeit nicht verabsolutiert und damit ins Gegenteil verkehrt, wie das gern mit Buddhanatur gemacht wird (nach dem Motto: "Nicht-Selbst" aber zum Glück Buddhanatur!)


    Gibts was Permanentes? :)

    Sag jetzt bloß nicht "Vergänglichkeit"! :lol:

    Kein "Ich" - keine Probleme.

  • bel
    Gast
    • 26. Februar 2014 um 00:15
    • #219
    Simo:
    bel:


    Gibts was Permanentes? :)


    Sag jetzt bloß nicht "Vergänglichkeit"! :lol:


    ;) ja - nur ist das ja kein "Ding", folglich ist die Zuweisung vergänglich/nichtvergänglich wieder mal einer dieser schönen Kategorien-Fehler.

    Also wenn Du mal Zeit hast, lies das Bussho-Kapitel aus dem Shobogenzo, da wird das Thema erschöpfend aufgedröselt.

  • Simo
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    • 26. Februar 2014 um 00:20
    • #220
    bel:


    ;) ja - nur ist das ja kein "Ding", folglich ist die Zuweisung vergänglich/nichtvergänglich wieder mal einer dieser schönen Kategorien-Fehler.

    Also wenn Du mal Zeit hast, lies das Bussho-Kapitel aus dem Shobogenzo, da wird das Thema erschöpfend aufgedröselt.

    Die Sache ist ja auch die, dass von uns Vergänglichkeit aber eben als "Ding" aufgefasst wird, und sie deswegen so wenig Einschlag in unserem Erleben hat. Die Sache würde anders aussehen, wenn man Vergänglichkeit als universale Notwendigkeit sehen könnte.

    Es bleibt allerdings dann noch eine wichtige Frage bei der ganzen Sache, was ist eigentlich Unbeständigkeit? Wie wird es im Shobogenzo aufgefasst? (bin zur Zeit leider mit anderem Material mehr als eingedeckt)

    Kein "Ich" - keine Probleme.

  • bel
    Gast
    • 26. Februar 2014 um 00:28
    • #221
    Simo:
    bel:


    ;) ja - nur ist das ja kein "Ding", folglich ist die Zuweisung vergänglich/nichtvergänglich wieder mal einer dieser schönen Kategorien-Fehler.

    Also wenn Du mal Zeit hast, lies das Bussho-Kapitel aus dem Shobogenzo, da wird das Thema erschöpfend aufgedröselt.

    Es bleibt allerdings dann noch eine wichtige Frage bei der ganzen Sache, was ist eigentlich Unbeständigkeit? Wie wird es im Shobogenzo aufgefasst? (bin zur Zeit leider mit anderem Material mehr als eingedeckt)

    Tja, Fragen über Fragen :)

  • bel
    Gast
    • 26. Februar 2014 um 00:31
    • #222
    Simo:

    [Die Sache ist ja auch die, dass von uns Vergänglichkeit aber eben als "Ding" aufgefasst wird, und sie deswegen so wenig Einschlag in unserem Erleben hat. Die Sache würde anders aussehen, wenn man Vergänglichkeit als universale Notwendigkeit sehen könnte.


    Als universelles Merkmal. Typisch für die Zen-sichtweise ist, daß "Merkmal" und sog. "Ding" nichts Verschiedenes sind.

  • Simo
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    • 26. Februar 2014 um 00:39
    • #223
    bel:
    Simo:

    [Die Sache ist ja auch die, dass von uns Vergänglichkeit aber eben als "Ding" aufgefasst wird, und sie deswegen so wenig Einschlag in unserem Erleben hat. Die Sache würde anders aussehen, wenn man Vergänglichkeit als universale Notwendigkeit sehen könnte.


    Als universelles Merkmal. Typisch für die Zen-sichtweise ist, daß "Merkmal" und sog. "Ding" nichts Verschiedenes sind.

    Ja genau, aber der "Weltling" sieht Vergänglichkeit eben nicht als Merkmal sondern als ein eigenes "Phänomen". Er sieht hin und wieder Entstehen, er sieht hin und wieder Vergehen, und er sieht wohl auch hin und wieder Veränderung des Bestehenden - aber er sieht nicht, dass das universelle Notwendigkeiten eines jeden Dinges sind. (Bedeutet Zen-Sichtweise dann, genau das zu tun? Also das Ding und diese universelle Notwendigkeit gemeinsam zu sehen? Ich weiß nicht, ob wir jetzt noch die gleichen Begriffe benutzen) Wäre das so, würde er wohl auch Dukkha sehen und darauf folgend auch anatta. Aber jetzt wird's mir zu tief :D

    Kein "Ich" - keine Probleme.

  • bel
    Gast
    • 26. Februar 2014 um 00:49
    • #224
    Simo:

    Bedeutet Zen-Sichtweise dann, genau das zu tun? Also das Ding und diese universelle Notwendigkeit gemeinsam zu sehen? Ich weiß nicht, ob wir jetzt noch die gleichen Begriffe benutzen) Wäre das so, würde er wohl auch Dukkha sehen und darauf folgend auch anatta. Aber jetzt wird's mir zu tief :D


    Nein, das ist eigentlich simpel, beides zugleich zusehen, ist das Entscheidende:

    Zitat

    Wenn alle Dinge Buddhalehre sind, dann gibt es Verirren und Erwachen, Übung, Leben und Tod, alle Buddhas und leidende Wesen.
    Wenn die zehntausend Dinge ohne Ich sind, dann gibt es weder Verirren noch Erwachen, weder Buddhas noch leidende Wesen, weder Entstehen noch Vergehen.
    Da der Buddhaweg von Grund auf Überfluss und Mangel entspringt, gibt es Entstehen und Vergehen, Verirren und Erwachen, leidende Wesen und Buddhas.
    Doch obgleich sich dies sagen lässt, fallen die Blüten in sehnsüchtiger Liebe, und das Unkraut sprießt zu unserem Ärger, und das ist alles.

    Shobogenzo, Genjokoan

  • Simo
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    • 26. Februar 2014 um 01:02
    • #225
    bel:
    Simo:

    Bedeutet Zen-Sichtweise dann, genau das zu tun? Also das Ding und diese universelle Notwendigkeit gemeinsam zu sehen? Ich weiß nicht, ob wir jetzt noch die gleichen Begriffe benutzen) Wäre das so, würde er wohl auch Dukkha sehen und darauf folgend auch anatta. Aber jetzt wird's mir zu tief :D


    Nein, das ist eigentlich simpel, beides zugleich zusehen, ist das Entscheidende:

    Zitat

    Wenn alle Dinge Buddhalehre sind, dann gibt es Verirren und Erwachen, Übung, Leben und Tod, alle Buddhas und leidende Wesen.
    Wenn die zehntausend Dinge ohne Ich sind, dann gibt es weder Verirren noch Erwachen, weder Buddhas noch leidende Wesen, weder Entstehen noch Vergehen.
    Da der Buddhaweg von Grund auf Überfluss und Mangel entspringt, gibt es Entstehen und Vergehen, Verirren und Erwachen, leidende Wesen und Buddhas.
    Doch obgleich sich dies sagen lässt, fallen die Blüten in sehnsüchtiger Liebe, und das Unkraut sprießt zu unserem Ärger, und das ist alles.

    Shobogenzo, Genjokoan

    Es ist das Entscheidende. Die meisten sehen aber nicht sabbe sankhara anicca, sondern entweder sankhara oder anicca :)

    Kein "Ich" - keine Probleme.

Ausgabe №. 137: „Sorgen entsorgen?"

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