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  1. Buddhaland Forum
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Karma, die unliebsame Diskussion

  • Kainer Wahr
  • 4. Mai 2013 um 08:37
  • Zum letzten Beitrag
  • Sukha
    Gast
    • 26. Mai 2013 um 17:12
    • #551

    Hi Joram

    Ich habe doch nur gesagt, dass es nicht vom Buddha ist.
    Trotzdem erfüllt es doch seit hunderten von Jahren seinen Zweck.

    Joram:

    und tun ihm nicht gut...

    Das ist die Frage.
    Vielleicht hat die gute Sophie ja noch nie so richtig was von der Lehre des historischen Buddha gehört und
    es ist nun ihr Karma-vipaka hier in diesem Forum mit der ursprünglichen Lehre in Kontakt zu kommen.

    Wer weiß das alles schon .....

    Liebe Grüße
    Sukha

  • accinca
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    • 26. Mai 2013 um 18:01
    • #552
    Sukha:
    Sophie:


    Das kann es ja nicht sein, denn das ist nicht vom Buddha :)


    Das kommt sicher aus dem Chinesischen.

  • vimokkha
    Gast
    • 26. Mai 2013 um 18:09
    • #553
    Zitat

    Trotzdem erfüllt es doch seit hunderten von Jahren seinen Zweck.

    Welche Zweck Deiner Meinung nach, gute Sukkha ?

  • freeman
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    • 26. Mai 2013 um 18:19
    • #554
    Sophie:

    Entschuldigt bitte, daß ich so in Euren Austausch " hineinplatze" mit meinem Anliegen: Ich ( ungäubige, engagierte Buddhistin ) liebe Buddha, nehme täglich Zuflucht, praktiziere, das Mantra OM MANI PADME HUM begleitet mich innerlich Tag und Nacht; aber die Karma-Lehre war mir schon vor 35 Jahren fremd, und inzwischen empfinde ich sie sogar als inhuman. Diesen Glaube, daß man sich sein Wohlergehen selbst verdient hat, und daß der andere, der gerade leidet, schlechtes Karma abarbeitet (z.Bsp. die krebskranke Freundin, oder die junge Frau in Indien, die in einer Textilfabrik 12 Std. am Tag schuftet) finde ich empörend, und ich kann mir nicht vorstellen, daß Gautama Buddha, lebte er heute, dieser Ansicht wäre. - Ich liebe es, mit gläubigen Buddhisten im Tempel zu meditieren und zu chanten; aber in persönlichen Gesprächen bin ich immer wieder aufs Neue befremdet, wenn ich erfahre, wie gleichmütig sie z.Bsp. auf elende, auch vom Westen mitverursachte Zustände in der 3. Welt reagieren. Und die Aussage, wir könnten froh sein, daß wir aufgrund unserer Verdienste im Westen leben, finde ich unerträglich. Da tut sich eine Kluft auf; ich bin traurig, daß die Karma-Lehre sich so auswirken kann. --Ergeht es jem. ähnlich??

    Liebe Sophie,


    Buddha war auch nie der Ansicht, daß Zitat "z.Bsp. die krebskranke Freundin, oder die junge Frau in Indien, die in einer Textilfabrik 12 Std. am Tag schuftet" aufgrund ihres persönlichen Karma in dieser misslichen Lage ist! Da hast Du natürlich vollkommen recht.

    Aber von Karma und Vipaka hast Du offenbar nicht die geringste Ahnung, denn sonst würdest Du die Karmalehre nicht leugnen und versuchen, in einer derart polemischen Weise gegen die Karmalehre Buddhas zu argumentieren. Beschäftige Dich erstmal mit dem rechten Verständnis der Karmalehre Buddhas, dann können wir weiter sehen:


    freeman:

    ... Wir haben gehört, daß Kamma den heilsamen oder unheilsamen Willen bezeichnet, der als körperliches Tun, als Sprechen oder auch nur als Denkvorgang in Erscheinung tritt und der mittels dieser Wirkensformen in den Daseinsprozeß eingreift. Das Resultat oder die Frucht des Wirkens nannten wir vipāka.

    Die willentlichen Eingriffe führen zu einer Veränderung der Wirklichkeit, die sich sowohl in der objektiven Erscheinungswelt wie auch im Bereich subjektiven Erlebens vollzieht und dabei bestimmten Gesetzen unterworfen ist. Wie nämlich der Tatvorgang als solcher die materielle Dingwelt im Rahmen physikalischer Gesetze umgestaltet, so verändert das Tatbewußtsein im Rahmen des Kamma- Gesetzes den Geisteszustand.

    Den Funktionen von Ursache und Wirkung im äußeren physikalischen Geschehen entsprechen dabei im inneren psychischen Erleben Kamma und vipāka. In beiden Bereichen sind Grund und Folge durch das Gesetz der Kausalität verbunden, allerdings in unterschiedlicher Strenge.

    Der Nachweis des Kausalnexus im organisch- psychischen Bereich wird erschwert durch den Umstand, daß das Tatbewußtsein, also die Kamma- Ursache, nicht unmittelbar und sofort von der vipāka Wirkung gefolgt wird. Je höher nämlich die Entwicklungsstufe eines Lebewesens ist, desto mehr Faktoren bestimmen seinen jeweiligen Geisteszustand, wobei der direkte Einfluß des einzelnen, neu hinzutretenden Kamma- Elementes immer geringer wird.

    Die einzelnen Kamma- Elemente werden im Unterbewußtsein gespeichert und vermischen sich um so mehr, je länger es ihnen an geeigneter Gelegenheit fehlt, als vipāka in Erscheinung zu treten. Bikkhu Silacara vergleicht diesen Vorgang mit einem Fluß, der von mehreren verschiedenfarbigen Quellen gespeist wird, wodurch im Flußbett zunächst ein Nebeneinander farbiger Strömungen entsteht. Die Farben vermischen sich aber während des Fließvorganges mehr und mehr, bis an der Flußmündung die einzelnen Strömungen nicht mehr zu unterscheiden sind. Trotzdem kommen alle zugeflossenen Farbpartikel früher oder später an der Flußmündung an und geben dem Flußwasser sein spezifisches Aussehen.

    Ähnlich bilden die einzelnen Kamma- Elemente in ihrer Gesamtheit die geistige Grundstruktur, den Charakter eines Lebewesens, der entscheidend die Qualität seiner erlebten Wirklichkeit bestimmt. Ob in dieser einem Lebewesen vorwiegend Glück oder Leid zuteil wird, hängt ab von seinem Kamma; es ist Erbe seiner Taten, gleich ob ihm dieser Umstand bewußt ist oder nicht.

    Kein Ereignis geschieht ohne Ursache aus dem Nichts heraus, weder in der Objektwelt noch im Bereich geistigen Erlebens. Der strenge Kausalnexus zwischen Ursache und Wirkung im physikalischen Geschehen lockert sich aber im psychischen Bereich zu einer Beziehung zwischen Möglichkeit und Wirklichkeit. Jedes Kamma- Element kann deshalb nur hinsichtlich seiner Tendenz beurteilt werden, in welche es die weitere Entwicklung beeinflußt. Zu dieser Beurteilung ist die Kenntnis des jeweiligen Entwicklungsstandes unbedingt erforderlich, denn nur in bezug auf diesen kann man sagen, ob es sich um heilsames oder unheilsames Kamma handelt.


    KAMMA UND VIPAKA (Wirken und Frucht des Wirkens)/ Das Licht der Lehre von Sri Gnanawimala Maha Thero

    Quelle: http://www.palikanon.com/diverses/licht…lehre10.htm#top

    ---
    (Ich erlaube mir daher, zu wiederholen): Meine Sicht auf Karma ist in etwa die Folgende:

    Wenn ich auf die Strasse gehe und mir fällt ein Ast auf den Kopf, dann ist der Ast aufgrund des Kausalitätsgesetzes vom Baum gefallen. Aber die Art und Weise, wie ich dann damit umgehe, das ist bestimmt durch mein eigenes Karma. Ich unterscheide also zwischen Kausalität und Karma.

    Ich glaube z.B., daß das Kastensystem in Indien Unrecht ist (nicht nur in Indien gibt es große soziale Ungerechtigkeit). Ein Mensch, der in die unterste Kaste geboren wird, ist für dieses soziale Elend nicht verantwortlich, man kann nicht sagen, es sei sein Karma. Vielmehr ist die Landespolitik dafür verantwortlich, sie ist die kausale Ursache für das soziale Elend der untersten Kaste. Ansonsten könnte jeder Diktator die schlimmste Diktatur einführen und dann einfach den Leuten sagen, diese Diktatur sei nunmal ihr persönliches Karma. Swami Vivekananda sagte einmal in einer großen Rede vor internationalem Publikum den untersten Kasten, sie sollten Sanskrit studieren, um ihre Lage zu verbessern, sie seien selbst schuld an ihrer sozialen Lage, weil sie eben kein Sanskrit studieren würden. Ich nenne eine solche Ansicht zynisch.[/b]

    Das, was einem Menschen von aussen widerfährt, das nenne ich Kausalität. Die Art und Weise, wie ein Mensch auf das reagiert, was ihm widerfährt, das nenne ich Karma. Ein Mensch handelt seinen Gewohnheiten entsprechend, seinem Karma entsprechend. Karma ist die Art und Weise, wie ich die Welt, die Wesen, den ganzen Kosmos und mich selbst wahrnehme. Mein Karma bestimmt meine innere Haltung dem Kosmos gegenüber und damit mein Handeln in diesem Kosmos. Daher hat Karma ein ungeheures Gewicht, denn es beeinflusst meine gesamte Art der Wahrnehmung und damit mein gesamtes Leben.

    Eines meiner Ziele, an denen ich hart arbeite, ist es, mein Karma zu überwinden und das Karma anderer Menschen zu verstehen, damit ich diese Menschen besser verstehen kann, ihre Art und Weise, die Dinge wahrzunehmen. Das ist nicht einfach, denn dazu muß ich permanent die eigenen Projektionen fallenlassen. Eine Übung, die nie endet.

    Alles anzeigen

    Die Verfechter der Substanz sind wie Kühe,
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    Saraha

  • Peeter
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    • 26. Mai 2013 um 18:24
    • #555
    Sophie:

    Ich liebe es, mit gläubigen Buddhisten im Tempel zu meditieren und zu chanten; aber in persönlichen Gesprächen bin ich immer wieder aufs Neue befremdet, wenn ich erfahre, wie gleichmütig sie z.Bsp. auf elende, auch vom Westen mitverursachte Zustände in der 3. Welt reagieren. Und die Aussage, wir könnten froh sein, daß wir aufgrund unserer Verdienste im Westen leben, finde ich unerträglich. Da tut sich eine Kluft auf; ich bin traurig, daß die Karma-Lehre sich so auswirken kann. --Ergeht es jem. ähnlich??

    Ich denk, dass es sophie auch sehr um diese obige Aussage ging.!

    Gleichmut ist nicht gleich weggucken;
    auch nicht, einfach alles so geschehen zu lassen

  • vimokkha
    Gast
    • 26. Mai 2013 um 18:26
    • #556

    Sophie :

    Zitat

    Diesen Glaube, daß man sich sein Wohlergehen selbst verdient hat, und daß der andere, der gerade leidet, schlechtes Karma abarbeitet (z.Bsp. die krebskranke Freundin

    ...

    Zitat

    Und die Aussage, wir könnten froh sein, daß wir aufgrund unserer Verdienste im Westen leben, finde ich unerträglich. Da tut sich eine Kluft auf; ich bin traurig, daß die Karma-Lehre sich so auswirken kann. --Ergeht es jem. ähnlich??

    Solche Aussagen sind extrem egolastig und feige . Offensichtlich wirkt die Übung nicht . Das kann auch daran liegen, daß die Übung ebenso nicht
    verstanden wurde wie die Karmalehre , soweit sie eben verständlich sein kann und sollte und dass sie durch unlautere Vorstellungen gehemmt wird .

    Mit freundlichen Grüßen !

  • Sukha
    Gast
    • 26. Mai 2013 um 18:53
    • #557
    vimokkha:
    Zitat

    Trotzdem erfüllt es doch seit hunderten von Jahren seinen Zweck.

    Welche Zweck Deiner Meinung nach, gute Suk(k)ha ?

    Eine geistige Ausrichtung gen Heilsames.

    Liebe Grüße
    Sukha

  • freeman
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    • 26. Mai 2013 um 19:04
    • #558
    Peeter:
    Sophie:

    Ich liebe es, mit gläubigen Buddhisten im Tempel zu meditieren und zu chanten; aber in persönlichen Gesprächen bin ich immer wieder aufs Neue befremdet, wenn ich erfahre, wie gleichmütig sie z.Bsp. auf elende, auch vom Westen mitverursachte Zustände in der 3. Welt reagieren. Und die Aussage, wir könnten froh sein, daß wir aufgrund unserer Verdienste im Westen leben, finde ich unerträglich. Da tut sich eine Kluft auf; ich bin traurig, daß die Karma-Lehre sich so auswirken kann. --Ergeht es jem. ähnlich??

    Ich denk, dass es sophie auch sehr um diese obige Aussage ging.!

    Gleichmut ist nicht gleich weggucken;
    auch nicht, einfach alles so geschehen zu lassen

    Hallo Peeter,

    ja sicher, kein Problem. Aber was hilfts, wenn Sophie die Karmalehre völlig falsch interpretiert?! Sie hat offensichtlich überhaupt keine Ahnung von der Karmalehre, sonst würde sie so nicht denken und schreiben. Von mir aus kann sie ja gerne die Karmalehre so interpretieren, wie es ihr passt und sie dann komplett über Bord werfen, mich persönlich kratzt das nicht im Geringsten, denn es ändert nichts an der Tatsache Karmas und Vipakas. Wer dem Buddha folgt, ohne der Karmalehre oder auch der Wiedergeburtslehre Buddhas zu folgen, der ist wie jemand, der sich das Floß der Lehre aneignet, es zu Wasser lässt, sich draufsetzt, losfährt und dann hingeht und fleissig hier und da und dort LÖCHER ins Floß bohrt, LÖCHER ins Floß reisst. Da sage ich dann mal:

    Gute Reise und viel Spaß noch beim Chanten mit gläubigen Buddhisten!

    LG,
    freeman

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    Saraha

  • Markus Bertulat
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    • 28. Mai 2013 um 00:41
    • #559


    http://www.satinanda.de/thema-01/kosmologie.html

    Wenn ich dieses Bild betrachte, dann hat dies eine psychologische Wirkung auf mich. Es spielt also weniger eine Rolle (meiner Meinung nach) ob man dies als Realität anerkennt, sondern ob man die Zusammenhänge (was vermittelt werden will) versteht. - Somit wird es dann zur Realität. - Obwohl es nur ein fiktives Erklärungsmodell von Zusammenhängen ist.
    Oder anders: Eskimos, Indianer, Azteken, die heutigen Europäer usw. haben eine unterschiedliche kulturelle Kosmologie. Bei den alten Germanen war dies Midgard. http://de.wikipedia.org/wiki/Midgard
    Wir Germanen haben auch unsere eigenen Gottheiten. Die sind nur in Vergessenheit geraten. Wir haben auch unsere eigenen Sagen wie z.B. die Nibelungen und Siegfried der Drachentöter. Wir haben von Goethe den Faust, in dem Faust Mephistopheles beschwört. Dann haben wir noch Harry Potter und Herr der Ringe. Wir sind umgeben von Sagen und Mythen und Götter.
    Warum sich also mit so ein paar weiteren Mythen und Götter aus der buddhistischen Kosmologie schwer tun?
    Ob Krishna, Jawe, Zeus oder Anubis. Für mich sind es alles mythologische Wesen, die einen Sinn repräsentieren.
    Der Sinn ist real, nur die Gottheit nicht. Es sind alles lediglich Erklärungsmodelle.
    Wir müssen uns zum Nachdenken schließlich ein Bild, einen Begriff machen. Uns die Sache vor Augen führen. Damit wir darüber nachdenken, diskutieren, meditieren können. Ohne dieses Bild, den Begriff, das visualisieren wäre dies nicht möglich. Ohne Karma und den Daseinskreislauf (oder andere Erklärungsmodelle) würden wir wie die Schafe durch die Welt gehen. Fressen, blöken, vergessen.

  • freeman
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    • 28. Mai 2013 um 05:55
    • #560

    ---

    Markus Bertulat:

    Ohne Karma und den Daseinskreislauf (oder andere Erklärungsmodelle) würden wir wie die Schafe durch die Welt gehen. Fressen, blöken, vergessen.

    So ist es. Und u.a. Buddha hat einen klaren Weg gewiesen, diesem Schafsdasein des Fressens, Blökens und Vergessens ein- für allemal zu entgehen.

    Die Verfechter der Substanz sind wie Kühe,
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    Saraha

  • Sophie
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    • 1. Juni 2013 um 21:37
    • #561

    Hallo Peeter, danke für Dein Bemühen, mich zu verstehen!!
    Leider gibt es hier niemanden, dem es in bezug auf die Karmalehre ähnlich geht wie mir. So schade.
    (Natürlich weiß ich, daß das OM MANI PADME nicht von Gautama Buddha stammt.- Wenn ich sage, ich liebe Buddha, meine ich damit, daß er mein inneres Licht und Glück ist. Und das ist so, obwohl mir die Karmalehre fremd geblieben ist.). Vielleicht sollte ich mich nun aus Diskussionen raushalten, mein säkularer Buddhismus stößt hier auf Unverständnis und provoziert aggressive Zurückweisung, weil er als Angriff auf die Lehre Buddhas erlebt wird.

  • Markus Bertulat
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    • 1. Juni 2013 um 22:07
    • #562
    Sophie:

    Vielleicht sollte ich mich nun aus Diskussionen raushalten, mein säkularer Buddhismus stößt hier auf Unverständnis und provoziert aggressive Zurückweisung, weil er als Angriff auf die Lehre Buddhas erlebt wird.

    Hallo Sophie!

    Ich zitiere mal aus Deinem Profil: Ich empfinde den Glauben, dass hungernde Kinder in der 3. Welt schlechtes Karma abtragen als zutiefst inhuman, ebenso die Sichtweise, dass Tiere in ihren früheren Leben moralisch versagten.

    Das solltest Du immer wiederholen, bis es auch der letzte Unverständige verstanden hat.

    Ich erinnere mich gerade an den Hund einer Freundin. Dieser Hund war schon als Welpe kränklich, auch jetzt im Alter hat er immer wieder Beschwerden... Ich streichelte ihn irgendwann einmal und sagte: "Was hast Du wohl in Deinem vorherigen Leben verbrochen, dass Du selbst als Hund so ein Leben hast?" ;)

    Ich vertrete hier ganz klar die Gegenposition von manchen Meinungen.

    Liebe Grüße
    Markus

    (Vielleicht ist Dein Nickname auch einigen zu griechisch? ;) Mir gefällt er. :) )

  • Kainer Wahr
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    • 1. Juni 2013 um 22:21
    • #563
    Sophie:

    Diesen Glaube, daß man sich sein Wohlergehen selbst verdient hat, und daß der andere, der gerade leidet, schlechtes Karma abarbeitet (z.Bsp. die krebskranke Freundin, oder die junge Frau in Indien, die in einer Textilfabrik 12 Std. am Tag schuftet) finde ich empörend, und ich kann mir nicht vorstellen, daß Gautama Buddha, lebte er heute, dieser Ansicht wäre.

    Liebe Sophie, es gibt Leute die ähnlich denken wie du. Der Ausgangspunkt dieses Threads ist gerade die Opposition gegen diesen entgleisten Karmaglauben.

    Die Diskussion hier war zu Anfang recht interessant. Vielleicht magst du mal nachlesen, was da so alles geschrieben wurde.

    Inzwischen ist von dieser interessanten Diskussion nichts mehr übrig. Es wäre vermutlich am besten den Thread zu schliessen. Vielleicht kann die Moderation das machen...?

    Sophie, es hat auch an anderer Stelle hier schon interessante Ansätze zur Diskussion über Karma gegeben. Schau doch wer da eine ähnliche Auffassung vertritt und versuche mit denen in Kontakt zu treten. Könnte sich lohnen.

    Beste Grüße, Matthias

    P.S.: Bei den Tibetern drüben hat sich eine teils recht interessante Debatte entwickelt. Christof Spitz hat viel interessantes zu sagen. Einfach nur mal das lesen was er schreibt – etwa ab [url=http://forum.tibet.de/index.php/topi…7.html#msg72467]Beitrag #168[/url]

  • accinca
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    • 1. Juni 2013 um 23:47
    • #564

    Leiden kann nur dann auf Dauer überwunden werden wenn der Leidende
    tatsächlich unsachlich verantwortlich für sein Leiden und sein Wohl ist.
    Ist er das nicht, bleibt er für immer dem Leiden der Welt hilflos ausgeliefert.
    Ein Ausweg gibt es dann nicht. Nur in der Selbstverursachung des Leidens
    liegt auch der Schlüssel zur Befreiung.

    "Ebenso gibt es viele Wege, das Dasein leichter, schöner, bequemlicher zu machen und durch gesunde und maßvolle Lebensweise das Leiden zu verringern. Aber der einzige Weg des Buddha ist eben deswegen so einzigartig, weil er das Leiden an der Wurzel packt, vollständig ausrodet, den Splitter endgültig herauszieht. Und was ist dieser Splitter? - Unwissenheit. Unwissenheit über die Gesetze des Daseins, Unwissenheit über die Bedingungen der Leidensentstehung und -Auslöschung. Unwissenheit über den rechten Weg, der aus dem Leiden herausführt." (aus Licht d.Lehre)

  • Doris
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    • 2. Juni 2013 um 09:32
    • #565
    Sophie:

    Entschuldigt bitte, daß ich so in Euren Austausch " hineinplatze" mit meinem Anliegen: Ich ( ungäubige, engagierte Buddhistin ) liebe Buddha, nehme täglich Zuflucht, praktiziere, das Mantra OM MANI PADME HUM begleitet mich innerlich Tag und Nacht; aber die Karma-Lehre war mir schon vor 35 Jahren fremd, und inzwischen empfinde ich sie sogar als inhuman. Diesen Glaube, daß man sich sein Wohlergehen selbst verdient hat, und daß der andere, der gerade leidet, schlechtes Karma abarbeitet (z.Bsp. die krebskranke Freundin, oder die junge Frau in Indien, die in einer Textilfabrik 12 Std. am Tag schuftet) finde ich empörend, und ich kann mir nicht vorstellen, daß Gautama Buddha, lebte er heute, dieser Ansicht wäre. - Ich liebe es, mit gläubigen Buddhisten im Tempel zu meditieren und zu chanten; aber in persönlichen Gesprächen bin ich immer wieder aufs Neue befremdet, wenn ich erfahre, wie gleichmütig sie z.Bsp. auf elende, auch vom Westen mitverursachte Zustände in der 3. Welt reagieren. Und die Aussage, wir könnten froh sein, daß wir aufgrund unserer Verdienste im Westen leben, finde ich unerträglich. Da tut sich eine Kluft auf; ich bin traurig, daß die Karma-Lehre sich so auswirken kann. --Ergeht es jem. ähnlich??

    Anfangs ja. Es klingt auf den ersten Blick zynisch, vor allem, wenn Leute sich in ihrem Glück sonnen und dann eine Schuld-Geschichte daraus machen. Erst viel später habe ich einiges besser verstanden, nämlich in dem Moment, als ich selbst für mein Handeln die volle Verantwortung zu übernehmen bereit war

    Karma ist nach meinem Verständnis einfach "Gewohnheit". Der Ursprung mancher Gewohnheiten ist nicht zu finden, da er Generationen – auch in evolutionären Zeiträumen gedacht – zurückliegen kann. Beispiel: Die Generation unserer Eltern und Großeltern erlebte und war für zwei Weltkriege verantwortlich, mit all seinen Folgen. Die Handlungen damals können wir heute noch spüren, auch wenn sie vielen von uns nicht klar sind, wir an den Folgen leiden ohne zu wissen woher sie kommen. Aus diesen Folgen resultieren Gewohnheiten im Denken und Handeln. Das ist Karma. Wir können nichts für diese Kriege, aber wir handeln gewohnheitsmäßig und oft ohne Wissen unheilsam als Folge davon.

    Die Inderin in der Textilfabrik "arbeitet" also auch Karma ab: In ihrer Gesellschaft setzt man sich gewohnheitsmäßig nicht für Frauen ein, für Sicherheitsstandards u.v.m. (Ich will das nicht "kolonial" verstanden haben, mir ist bewusst, dass dieses Netz auch mit unserer Gesellschaft verwoben ist. Aber weil das alles derart verflochten ist, dass ein Mensch das nicht vollständig analysieren kann, verzichte ich auf weitere Erklärungen.) Dies ist für mich das, was man als "kollektives Karma" bezeichnen kann: also die Gewohnheiten einer Gesellschaft.
    Dann ist da das individuelle Karma, also das, was die Inderin aus ihrer Situation macht: fügt sie sich oder versucht sie ihre Situation zu verändern, lässt sie ihren Unmut an anderen aus oder an sich, fängt sie an sich zu wehren oder versinkt sie in Selbstmitleid und unendlich mehr.

    Das hat alles nichts mit Zynismus zu tun, nichts mit Schuldzuweisungen und Strafen. Es beschreibt nur wie wir, jeder einzelne von uns und auch Gruppen, mit Situationen umgehen. Nach meiner Erfahrung lehrt der Buddhadharma die Erkenntnis darüber, dass wir alle miteinander verwoben sind, dass wir auch verstrickt sind und dass es Wege aus dieser Verstrickung gibt. Wir können umlernen, unsere Gewohnheiten ändern, unsere Sichtweise verändern. Die Inderin in der Fabrik kann erkennen lernen, dass sie nicht mehr länger Opfer sein muss, sie kann lernen sich mit anderen zusammenzuschließen ........ wir können lernen, dass wir mit der Inderin verbunden sind, dass wir ihren Kampf unterstützen müssen und keine Billigkleidung mehr kaufen, auch wenn uns der Kauf des top-modischen Shirts gerade lockt.

    Vielleicht hat die krebskranke Freundin geraucht, dann ist ihre Erkrankung eine Folge davon. Nicht die Erkrankung, sondern das Rauchen ist Karma. Vielleicht ist es erblich, dann ist das einfach so – ob Genetik was mit Karma zu tun hat, darüber habe ich mir noch keine Gedanken gemacht. Aber was Karma in diesem Fall sein kann, ist die Art und Weise, wie die erkrankte Frau mit ihrer Krankheit umgeht. Steckt sie den Kopf in den Sand? Versucht sie die Krankheit zu akzeptieren? Kämpft sie um Gesundung? Macht sie jemanden dafür verantwortlich? Verzweifelt sie? Findet sie für sich einen Sinn in der Krankheit? Wie geht sie mit dem Sterben um? Wie behandelt sie Ärzte und Pflegepersonal? Zieht sie sich von ihren Freunden zurück oder sucht sie deren Nähe? Auch hier sind die Möglichkeiten wieder unendlich. Auch hier geht es nicht um Schuld und Sühne, nur um die Art und Weise, wie gehandelt wird. Betrachtung und Sichtweise ist übrigens für mich auch eine Handlung. So könnte sie die Erkrankung als ungerecht betrachten oder als Herausforderung usw.

    Karma, also gewohnheitsmäßiges Handeln, ist etwas, das wir selbst in der Hand haben. Das zu verändern und zu gestalten ist mit sehr viel Arbeit verbunden, mit absoluter Ehrlichkeit sich selbst gegenüber. Aber es lohnt sich, Lohn sind mehr Glück und Zufriedenheit - und Freiheit. Das kann jeder an sich selbst feststellen und es kommt darüberhinaus allen Wesen zugute.

    Ich bin froh hier im Westen zu leben, dass ich noch nie einen Krieg erleben musste, eine Hungersnot oder Ähnliches. Das empfinde ich als Vorzug. Ein Teil dieses Privileges ist wohl einfach Ergebnis der Geografie, ein Teil jedoch sicher auf das Engagement unserer Vorfahren zurückzuführen, z.B. der Gewerkschafter aus früheren Zeiten. Wenn ich mich nun als untrennbar verwoben mit meinen Vorfahren betrachte (das geht nun sehr sehr tief), als ein Teil von ihnen, dann ist es eben auch mein Verdienst. Es wird umso mehr mein Verdienst, wenn ich die Fackel weitertrage. Ich kann dazu beitragen, dass das Leben der Inderin und deren Nachkommen verbessert. Auch wenn das erst meine Nachkommen machen, so habe ich dann mitgewirkt, denn ich habe die Kette nicht abreissen lassen, den Samen gelegt.

    Dennoch, was nie vergessen werden darf, für mein Karma, meine Gewohnheiten bin nur ich verantwortlich, nur ich kann sie verändern. Aber das ist eben auch Freiheit, denn niemand kann letztendlich so über mich bestimmen, außer ich selbst. Andere können mir aber Anregungen liefern, mich inspirieren, mich begleiten. Wir können die Inderin nicht ändern, neigt sie zu Unzufriedenheit, wird auch ein besseres Arbeitsumfeld nichts daran ändern, wir können sie aber unterstützen, wenn sie ihre Gewohnheiten und die ihrer Gesellschaft verändern möchte.

    Liebe Grüße
    Doris

    Der Sinn des Lebens besteht darin, Rudolph, dem Schwurkel, den Schnabel zu kraulen.

    Einmal editiert, zuletzt von Doris (2. Juni 2013 um 10:11)

  • accinca
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    • 2. Juni 2013 um 09:54
    • #566
    Sophie:

    Hallo Peeter, danke für Dein Bemühen, mich zu verstehen!!
    Leider gibt es hier niemanden, dem es in bezug auf die Karmalehre ähnlich geht wie mir. So schade..


    Doch, doch, mir geht es genau so. Ich finde Kamma auch als total inhuman
    und ich würde er gerne anders haben. So das das Glück automatisch da wäre
    egal ob man schlechtes oder gutes getan hätten. Meine Stimme hast du. So schade..
    Aber der Buddha ist nicht der Erfinder des Kamma. Auch nicht der Erfinder
    der bösen Welt. Da muß man sich schon an diesen SuperGott halten wenn
    man sowas sucht.

  • Sophie
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    • 2. Juni 2013 um 15:10
    • #567

    Markus Bertulat: Danke für Deine Ermutigung, lieber Markus!! Es hatte mich getroffen, daß mir unterstellt wird, ich hätte Null Ahnung von der Karmalehre, und könnte deshalb auch keine Kritik daran üben. Schließlich bin ich seit 35 J. Buddhistin. Ich war gestern traurig nach meinem Blick ins Buddhaland, und nun fühle ich mich gestärkt, und werde mich weiterhin ab und zu melden. Liebe Grüße! Sophie (Ja, ich liebe die Sophia, die Weisheit, das verrät schon mein Nickname, wie Du Dir zurecht gedacht hast.
    at Kainer Wahr> Meine Tastatur funktioniert gerade nicht korrekt, lieber Kainer Wahr, entschuldige die Fehler! Danke f[r Deine guten Tips, werde sie beheryigen. Bin gespannt auf die Aussagen von Christof Spity! Liebe Gr[-e! Sophie
    at Doris Rasevic/Beny> Entschuldige, liebe Doris, hab keine Ahnung, wie ich die Tastatur wieder hinkriege. Danke, da- Du Dir die M[he machtest, mir Deine Sicht der Karmalehre daryustellen. Aber bitte denke nicht, da- ich nicht an mir selbst arbeite, nur weil mir die Karmalehre fremd blieb, und nat[rlich bem[he auch ich mich, absolut ehrlich yu mir selbst yu sein. Und ich f[hle mich verantwortlich f[r mein Handeln! Genauso, wie jeder ethisch orientierte Mensch, daf[r braucht man die Karma/Lehre nicht! Sei lieb gegr[-t! Sophie

  • kanshiketsu
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    • 2. Juni 2013 um 17:11
    • #568
    Sophie:

    .... hab keine Ahnung, wie ich die Tastatur wieder hinkriege.

    Hallo Sophie,

    Falls du mit Windows arbeitest, hast du wahrscheinlich versehentlich deine Tastaturbelegung auf "englisch" umgestellt.
    Rechts unten am Bilschirmrand steht dann EN.
    Du kannst die Tastatur auf die deutsche Version zurückstellen, indem du gleichzeitig die Tasten Alt und Shift (das ist die mit dem dicken Pfeil nach oben) drückst. Dann müsste da DE stehen.

    Viel Erfolg!

    Das Tao ist nicht auf die Vereinigung mit den Menschen bedacht;
    wenn die Menschen auf nichts bedacht sind, vereinigen sie sich mit dem Tao.
    Yuanwu Keqin (1063 - 1135)

  • Sophie
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    • 2. Juni 2013 um 19:18
    • #569

    Danke für Dein Hilfsangebot, lieber Kanshiketsu! Wunderbarerweise hat sich die Tastatur "erholt". Sarvamangalam. Sophie

  • Sophie
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    • 2. Juni 2013 um 22:20
    • #570

    Kainer Wahr hat geschrieben: "Bei den Tibetern drüben...Christoph Spitz hat viel Interessantes zu sagen. Einfach mal lesen...ab Beitrag # 168." Lieber Matthias, habs schon gelesen, wirklich lesenswert!! Hoffe nun, durch den Artikel von Karl-Heinz Brodbeck zu erfahren, wie ich überzeugender bezüglich der aus meiner Sicht reformbedürftigen Karma-Lehre argumentieren könnte.- Die Lehre vom Karma kann man ja nicht losgelöst betrachten vom Glauben an die Reinkarnation. Dieser Glaube daran, daß man durch gute Taten im nächsten Leben einen gesünderen Körper, z.Bsp., haben wird, in besseren sozialen Verhältnissen aufwachsen wird, usw., ist so ungeheuer verheißungsvoll, ganz zu schweigen von dieser wunderbaren Tatsache, daß wir nur scheinbar sterben, daß es ungeheuer schwer ist, die Grundlage dieses Glaubens, die Karmalehre, auch nur in Frage zu stellen. Sarvamangalam. Chrisja

  • Toddler
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    • 3. Juni 2013 um 09:13
    • #571
    Sophie:

    Dieser Glaube daran, daß man durch gute Taten im nächsten Leben einen gesünderen Körper, z.Bsp., haben wird, in besseren sozialen Verhältnissen aufwachsen wird, usw., ist so ungeheuer verheißungsvoll, ganz zu schweigen von dieser wunderbaren Tatsache, daß wir nur scheinbar sterben, daß es ungeheuer schwer ist, die Grundlage dieses Glaubens, die Karmalehre, auch nur in Frage zu stellen.

    Pass aber auf Dich nicht allzu sehr (oder besser gar nicht) von diesen ungeheuer verheissungsvollen Vorstellungen verführen zu lassen. Dadurch steigert sich nur die Gier, in diesem Falle Gier nach Existenz (bhava-tanhā) !

    Ich glaube deshalb nicht, dass die Karma Lehre und Wiedergeburt die Grundlage des Buddhismus ist. Grundlage und Ziel ist und bleibt die Befreiung von den Trieben, (i.e. getrieben werden), von Gier (... Hass und Verblendung):

    Zitat

    aus MN 2

    "Auf solche Weise erwägt er unweise:
    •'Gab es mich in der Vergangenheit?
    •Gab es mich nicht in der Vergangenheit?
    •Was war ich in der Vergangenheit?
    •Wie war ich in der Vergangenheit?
    •Was war ich, und was bin ich daraufhin in der Vergangenheit geworden?
    •Wird es mich in der Zukunft geben?
    •Wird es mich in der Zukunft nicht geben?
    •Was werde ich in der Zukunft sein?
    •Wie werde ich in der Zukunft sein?
    •Was werde ich sein, und
    •was werde ich daraufhin in der Zukunft werden?

    "Was sind die Dinge, die für das Erwägen ungeeignet sind, die er nicht erwägt?

    Es sind Dinge,
    •bei denen, wenn er sie erwägt, der noch nicht entstandene Sinnestrieb in ihm entsteht und der bereits entstandene Sinnestrieb zunimmt,
    •bei denen der noch nicht entstandene Werdenstrieb in ihm entsteht und der bereits entstandene Werdenstrieb zunimmt,
    •bei denen der noch nicht entstandene Unwissenheitstrieb in ihm entsteht und der bereits entstandene Unwissenheitstrieb zunimmt.

    Alles anzeigen
  • hedin
    Gast
    • 3. Juni 2013 um 09:47
    • #572

    Hallo Sophie

    Es ist ein weiter Weg, um Karma zu verstehen, obwohl Karma in jedem Moment des Daseins erfahren bzw. erlebt wird.

    Für das bessere Verständnis kann Karma in 3 Komponenten eingeteilt werden.
    1.) dem gewirkten Karma, weiches in der Gegenwart durch heilsame oder unheilsame Handlungen (Tun, sprechen, denken) erzeugt wird.
    2.) dem ruhenden Karma, welches in der Vergangenheit gewirkt bzw. aufgebaut wurde und sich seinerseits aus 3 Komponenten zusammensetzt:
    .....a) Sinnengrundlagen,
    .....b) Konzept und
    .....c) dem gewirkten Karma.
    3.) dem wirkenden Karma, das sind die gegenwärtigen Gefühle, angenehm, unangenehm oder neutral……
    .......….und hier beginnt der Kreislauf von neuen. Die Gefühle sind zwar immer wieder Anlass für folgende Handlungen, aber die Art und die Eigenschaft der Handlungen sind vom ruhenden Karma vorgegeben.

    Daran sollte man arbeiten und sich nicht durch mitteilungsbedürftige Zweifler bestätigen oder gar beirren lassen.

    hedin

    3 Mal editiert, zuletzt von Anonymous (3. Juni 2013 um 09:53)

  • Doris
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    • 3. Juni 2013 um 09:50
    • #573
    Zitat

    Ich glaube deshalb nicht, dass die Karma Lehre und Wiedergeburt die Grundlage des Buddhismus ist. Grundlage und Ziel ist und bleibt die Befreiung von den Trieben, (i.e. getrieben werden), von Gier (... Hass und Verblendung):

    Das ist aber Karma.
    Ziel des Buddhadharma ist die Veränderung der unheilsamen Gewohnheiten und das Erlernen heilsamer Gewohnheiten und letztendlich das Ende des Ergreifens.
    Also, die Entwicklung von heilsamem Karma bis hin zum Erlöschen des Karma. Es ist also doch die Essenz und das Ziel.

    Ich denke, da ist viel negatives Ergreifen beim Lesen des Begriffes "Karma". Da kommen viele Emotionen hoch, die aus Vorstellungen über den Inhalt des Begriffes resultieren. Das ist aber reines Kopfkino, also Ergreifen. Daher dann die Aversion und der Versuch den Begriff abzuschaffen. Er ist unangenehm. Liegt aber meiner Meinung nach an der fälschlichen Verknüpfung mit Zynismus und einem bestimmten Verständnis. Daher wäre es gut, sich den Begriff mal unvoreingenommen anzusehen, sich die Emotionen anzusehen, die auftauchen beim dem Begriff, sich auch intensiv und unvoreingenommen auf die Untersuchung des Begriffes einzulassen. Nicht einfach ablehnen.

    Also eignet sich die Nennung des Begriffs "Karma" selbst oft ganz wunderbar um seine Bedeutung zu erkennen, denn schon die Nennung des Begriffes scheint das ganze Dilemma des Ergreifens aufzuzeigen. Das ist nicht ohne Ironie :D

    Liebe Grüße
    Doris

    Der Sinn des Lebens besteht darin, Rudolph, dem Schwurkel, den Schnabel zu kraulen.

  • Joram
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    • 3. Juni 2013 um 10:33
    • #574
    Doris Rasevic-Benz:

    Ich denke, da ist viel negatives Ergreifen beim Lesen des Begriffes "Karma". Da kommen viele Emotionen hoch, die aus Vorstellungen über den Inhalt des Begriffes resultieren. Das ist aber reines Kopfkino, also Ergreifen. Daher dann die Aversion und der Versuch den Begriff abzuschaffen.


    "Karma" wird, so meine Ansicht, mit negativem verbunden, weniger aber mit dem Positiven.
    Die Tribkraft ist schlicht ANGST.

    Was "gutes" zählt nicht so sehr wie was "schlechtes".

    Angst abzulegen ist nicht einfach.

    _()_

    Meinst Du immer noch nicht frei zu sein? – da irrst Du dich :)

  • Doris
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    • 3. Juni 2013 um 10:48
    • #575
    Zitat

    "Karma" wird, so meine Ansicht, mit negativem verbunden, weniger aber mit dem Positiven.

    Ja, das ist gut möglich.
    Es wird wohl oft erst später erkannt, dass die Gesetze des Karma zu begreifen bedeutet sich der Freiheit zuzuwenden. Dass es bedeutet, dass wir einander beistehen, für einander Verantwortung tragen, dass wir unser Leben in die eigene Hand nehmen, dass wir uns nicht zurücklehnen und dem Schicksal ergeben. Es ist das genaue Gegenteil von Passivität, von Gleichgültigkeit von Zynismus. Auch, wenn es letztendlich bedeutet, dass es "nichts zu tun gibt".

    Für mich selbst ist die Untersuchung meines Karma äußerst hilfreich und befreiend. Ich stosse permanent auf Dinge, die ich mir selber in den Weg stelle, all die großen und kleinen, die offensichtlichen und subtilen inneren Botschaften, Gewohnheiten, also Muster, mit denen ich mir und anderen das Leben unnötig erschwere. Das ist Bergarbeit, aber die Belohnung ist Gold.

    Ich kann die Aversion, die mit dem Begriff einhergeht, gut verstehen. Die Verbindung von "Karma" und "Du bist selber schuld und deshalb kümmerst Du mich nicht" ist für mich ein völliger Widerspruch und untragbar. Mir selbst ist es auch lange so ergangen, dass ich immer diese Verknüpfung herausgehört habe. Zum Teil wurde es so dargelegt, zum Teil habe ich das selbst hineininterpretiert. Deshalb ist es gut gewesen, den Widerstand gegen diese Semantik zu bewahren, das war ein Zeichen meiner Buddhanatur (die uns allen inhärent ist). Dennoch musste ich erst von meinen Vorstellungen loslassen, um mich auf den Begriff unvoreingenommen einzulassen.

    Liebe Grüße
    Doris

    Der Sinn des Lebens besteht darin, Rudolph, dem Schwurkel, den Schnabel zu kraulen.

Ausgabe №. 134: „Keine Angst vor der Angst"

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